Sie sind hier

Blog

Pirckheimer-Blog

Do, 27.06.2019

Fotos: Armin Schubert

Ja, von den alten Dichtern kann man was lernen

Das ist eines der Worte aus dem Mund der Bücherkinder Brandenburg bei der Arbeit an ihrem aktuellen Buchprojekt "Ensikat unter der Lupe" mit Texten zu den vier von Klaus Ensikat illustrierten Büchern: "Knecht Ruprecht" von Theodor Storm, Schillers "Die Räuber", Goethes "Osterspaziergang" und das im Kindermann-Verlag erschienene Buch "Faust für Kinder".
Hier weitere Worte aus Kindermund, von Armin Schubert gesammelt:

Ich suche in jedem Winkel, welche Botschaft in den Bildern steckt.
Die Windrose auf dem Handschuh bei Knecht Ruprecht verrät, dass er noch weiter muss.
Es schneit und die Tränen der Götter scheinen gefroren.

Franz Mohr ist ein Betrüger, aber das Leben hätte ich ihm geschenkt.
Franz tut traurig und innen ist er ganz heiter.
An Basecap und Brille erkenn ich den Gangster.
Der Typ mit den grünen Haaren, den gab es schon immer.
Das Gute hat sich durchgesetzt, das kann man an Ensikats Bildern sehn.
Der Blaue Planet ist doch etwas Besonderes.

Der Zeichner hat die Sache durchschaut, wenn er Goethe mit Eckermann wie Faust mit Wagner spazieren gehen lässt.
Mutter Erde hat Fieber.
Doch was können wir Kinder dafür?
Es gibt einen Weihnachtsspaziergang.
Wenn man klug ist, kann man von diesem Bild eine Menge lernen.
Der Erdgeist war der gescheiteste Geist.
Da gibt es die Nachricht zum Nachweis vom Schwarzen Loch, das für die Erkenntnis von Faust wichtig wäre.
Es wird gewarnt vor dem Geist, der alles verneint. Wir wollen Erkenntnis nicht scheuen.
Was aber ist des Pudels Kern?
Zufrieden jauchzet die Menge und schiebt sich ins Touristengedränge.

VOILÁ

Der Bund Bildender Künstler Leipzig e.V. präsentiert als größte Künstlervereinigung der Region im Juli in einer Ausstellung mit über 100 Werken aktuelle Positionen Leipziger Kunst. Unter dem Titel „VOILÁ!“ beteiligen sich Künstler*innen aus Leipzig und dem Leipziger Kulturraum mit Beiträgen aus den Bereichen Malerei, Grafik, Handzeichnung, Fotografie, Skulptur, Objekt und Installation, darunter Harald Alff, Axel H. Bertram, Julienne Jattiot, Susann Hoch, Stephanie Marx, Barbara Mäder-Ruff, Petra Natascha Mehler, Franziska Neubert und Erik Seidel,

Der BBK LEIPZIG e.V. begeht im nächsten Jahr sein dreißigjähriges Jubiläum; im städtischen Bewußtsein ist er fest mit seinen druckgrafischen Symposien, interdisziplinären Workshops, international ausgeschriebenen Ausstellungen, Interventionen im öffentlichen Raum, dem Atelier-Atlas und zahlreichen Bildungsangeboten verankert.

Im Verein sind drei Generationen und verschiedene Nationen miteinander vernetzt. Diese Vielfalt bildkünstlerischer Ausprägungen wird der Ausstellung einen besonderen Reiz verleihen.

Vernissage: 5. Juli 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 6. - 27. Juli 2019

UG14
Halle 14 | Leipziger Baumwollspinnerei
Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig

Blickfang-Serie von der Schriftgießerei Gebrüder Butter Dresden, Foto © Museum für Druckkunst Leipzig

Druckkunst 1919

Das Bauhaus und seine Vorläufer im grafischen Gewerbe

Mit einem Querschnitt durch das Jahr 1919 zeigt die Ausstellung am Beispiel von Plakaten, Werbedrucksachen, Firmenlogos, (Fach-)Zeitschriften, Büchern, Schriftmustern und Produktdesigns, wie innovativ das Druckgewerbe und die Gebrauchsgrafik in Deutschland kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs waren. Schon vor der Gründung des Bauhauses hat die Druckkunst die Sichtweisen auf moderne Gestaltung geprägt und maßgeblich beeinflusst.

Durch den Ersten Weltkrieg wurde die rasante Entwicklung des grafischen Gewerbes, vor allem in Leipzig, jäh unterbrochen. Die auf der Bugra (Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik) in Leipzig 1914 gezeigten Innovationen konnten erst mit dem Jahr 1919 wieder Raum greifen. Das Vakuum des Ersten Weltkriegs löste sich auf, ein Nebeneinander von Tradition und Moderne in der Gestaltung wurde im öffentlichen Raum sichtbar und machte Mut für viele Neuentwicklungen.

In vielen Bereichen wie der Typografie, der Buchgestaltung, in der Werbung für Konsumgüter, Messen und Maschinen gab es neue Ansätze, die vom Bauhaus begierig aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Nicht zu vergessen ist dabei auch die technische Entwicklung, z.B. im grafischen Maschinenbau, der moderne Formgestaltung erst möglich machte. Die Zusammenschau von gestalterischer und technischer Machbarkeit um 1920 ist dabei ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung und gleichzeitig ein Beitrag zu Industriekultur und Designgeschichte.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft.

Eröffnung: 28. Juni 2019
Ausstellung: 30. Juni - 27. Oktober 2019

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Mi, 26.06.2019

wiedergelesen: Boccaccios Dekameron

Wiedergelesen ist eigentlich zuviel gesagt, wieder angeschaut trifft es wohl eher.

Vom Dekameron gibt es bekanntlich nicht nur eine illustrierte Ausgabe, seien es die der unbekannten Holzschneider der venezianischen Ausgabe von 1492 oder der von 1602, seien es die Illustrationen in unterschiedlichsten Techniken von Lucian Zabel, de Brunelleschi, Hilde Schlotterbeck, Grandville, Tony Johannot, Nanteuil, Mac Harshberger, Louis Chalon, F.v. Bayros, Gravelot, Bouchet u. Eisen, Gerd Grimm, Friedrich Hechelmann, Fritz Kredel, Fritz Richter, Guido Somare, A. Grunenberg, Werner Kann, G. Schmedes, Eduard Prüssen, Hans-Joachim Walch und vielen anderen.
Die Ausgabe, die mir wieder in die Hände fiel, sticht jedoch aus der Menge hervor, auch wenn sie in der Auflistung wichtiger Boccaccio-Ausgaben auf Wikipedia fehlt, obwohl deren Illustrator Werner Klemke (1917 - 1994) von der italienische Stadt Certaldo, dem Geburts- und Sterbeort Giovanni Boccaccios, für diese Holzstiche 1975 mit der Ehrenbürgerschaft geehrt wurde - ein durchaus seltener Vorgang für einen DDR-Künstler zu Zeiten des Kalten Krieges.

Werner Klemke schuf für die DDR-Originalausgabe weit mehr als 100 Holzstiche, gut 100 wählte er dann für den Band aus. Es ist jedoch nicht die Edition des Aufbau-Verlags Berlin von 1958, zwei Bände im Schuber, seinerzeit als eines der Schönsten Bücher der DDR ausgezeichnet, die mir heute in die Hände fiel, diese ist, vermutlich verborgt, den Weg der vielen verliehenen Bücher gegangen, es ist auch nicht die 1985 in der Büchergilde Gutenberg Frankfurt am Main, Olten und Wien in Lizenz erschienene Ausgabe, sondern ein weiterer Nachdruck, ebenfalls zweibändig im Schuber, der bei Jokers derzeit stark im Preis gesenkt angeboten wird, 2015 für die Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) Darmstadt verlegt bei Lambert Schneider, einem Imprint der WBG. Und es sei hinzugefügt: Ausstattung, besseres Papier und gediegener Druck lässt gegenüber der Originalausgabe von vor über 60 Jahren an nichts zu wünschen.

(ad)

Erik Seidel, "Nicht nur ich", Deckblatt, H 70 x B 50 cm, Farbholzschnitt 2019

16. VOGTLÄNDISCHER KUNSTKALENDER

Der 16. VOGTLÄNDISCHER KUNSTKALENDER 2020 ist ab 1. September.2019 erhältlich. Er erscheint, von Erik Seidel herausgegeben, seit 2005 in 65 Exemplaren. Restexemplare der bisher erschienenen Kalender sind unter mail (at) Erik Seidel erhältlich.

Die 13 originalen, signierten Druckgrafiken sind von den Künstlern persönlich gedruckt. Kalenderformat: 70 cm x 50 cm, auf verschiedenen, hochwertigen Künstlerpapieren. Die Grafiken können leicht von den Kalendarien gelöst werden. Auf der Rückseite des Kalenders finden Sie die Biografien der beteiligten Künstler.
Der Preis beträgt bei Kauf über einen der beteiligten Künstler 350 €, der Verkauf über öffentliche Anbieter (Galerien etc.) kann der Preis abweichend kalkuliert sein.

An der Edition für 2020 sind neben Erik Seidel folgende Künstler beteiligt:

Moritz Götze
Franca Bartholomäi / Andrea Ackermann
Amei Diaz
Barbara Mäder- Ruff
Christoph Wischniowski
Natascha Mehler
Rainer Ehrt
Susann Hoch
Rita Lass
Regina Franke
Martha Leps

Di, 25.06.2019

Voilà! Kafka deluxe!

In der aktuellen Auktion Nr. 109 von Peter Kiefer wird unter der Nummer 1727 ein sehr schönes Exemplar von Franz Kafkas „Ein Hungerkünstler“ versteigert. Es handelt sich um die erste Buchausgabe. Sie besteht aus vier Kurzgeschichten und erschien in Berlin, im Verlag „Die Schmiede“, 1924. Die 85 Textseiten werden als bibliophiles Schmankerl in einem signierten Meistereinband aus dem 1947 gegründeten Pariser Buchbinder-Atelier Alix von Henri und Hélène Alix (heute Atelier Loutrel-Delaporte) angeboten.

Bei dem hier beschriebenen Exemplar handelt es sich um einen schwarzen genarbten Lederband mit goldgeprägtem Rückentitel, 5 Zierbünden und zweifarbiger Deckelbeschriftung in Rot und Graublau sowie einem Goldschnitt. Das Buch befindet sich in einem Pappschuber mit Leder-Kanten. Der ursprüngliche Originalumschlag wurde mit eingebunden. Der Schätzpreis beträgt: 3000. – Euro.

Kafka hatte an dem Text noch kurz vor seinem Tod, er litt an Tuberkulose, die Druckfahnen korrigiert. Das Erscheinen des Buches erlebte er nicht mehr. Am 3. Juni 1924 verstarb er an den Folgen seiner Erkrankung in einem Sanatorium in Kierling, das zum Umland Wiens gehört. Eine tragische Ironie besteht zwischen Buchtitel und dem Sterben des Dichters. Durch das Übergreifen der Tuberkulose auf den Kehlkopf konnte Kafka zuletzt weder essen, trinken oder gar noch sprechen. Er verhungerte. Seine letzten Worte, auf einen Zettel gekritzelt, waren an den Arzt und Freund Robert Klopstock gerichtet: „Töten Sie mich - oder Sie sind ein Mörder.

(Michael Eschmann)

Antiquariat für Medizin und Geschichte der Wissenschaften
Michael Eschmann
Wilhelm-Leuschner-Straße 153, 64347 Griesheim

Mo, 24.06.2019

Philipp Roger Keller: HOMOMENSURA, Radierung, 2000, 130 x 103 mm

Hat Mona Lisa Zahnschmerzen?

Ulrike Ladnar: Hat Mona Lisa Zahnschmerzen? Bildzitate im modernen Exlibris, in: >Marginalien …, Heft 233 2019/2, S. 22–28.

"Ausgehend von einer freien Grafik Leo Leonhards, auf der ein „Weißbinder eine Wand streicht, auf der sich bekannte Figuren Michelangelos tummeln“, spürt die Redakteurin des DEG-Jahrbuchs, Ulrike Ladnar, der Manier des Bildzitats im modernen Exlibris nach – und erläutert zunächst, inwiefern „für das Exlibris als Form der Gebrauchsgrafik andere Gesetze [gelten] als für die freie Grafik“. Da in der Exlibriskunst ein vergleichsweise „viel breiteres und fast uferloses Repertoire“ aufzufinden ist, konzentriert sie sich „als Beispiel für die Kraft des Zitats“ auf eine Epoche, nämlich die italienische Renaissance, und da auch diese ein weites Feld ist, auf die beiden exponierten Künstler Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli.
Zunächst Leonardo und sein "Vitruvianischer Mensch" – zitiert in einem Exlibris des polnischen Grafikers und Kunstprofessors Krzysztof Marek Bąk, das er für seine Frau Katarzyna Handzlik entworfen hat. Ulrike Ladnar erklärt schlüssig, dass es Bąk „nicht um Kritik und Huldigung, nicht einmal um einen neutralen Kommentar [… zu Leonardo], sondern um die pragmatische Nutzung tradierter visueller Motive und ihrer in Jahrhunderten entwickelten Konnotationen als Bezugsrahmen für die eigene Arbeit“ geht.
Auch in dem zweiten vorgestellten Exlibris steht der, hier stark verfremdete, "Vitruvianische Mensch" im Mittelpunkt, radiert von dem Schweizer Philipp Roger Keller (der inzwischen leider nicht mehr künstlerisch tätig ist). Es trägt den Titel "Homomensura" und ist eines von acht Blättern (auch Titelblatt) einer 1999/2000 entstandenen Mappe Kellers mit dem Titel "Millennium – l´homme du nouveau millénaire", in der er „Themen wie Frieden, Macht, Schöpfung, Wandel“ behandelt. Dieses Blatt bezeichnet Keller selbst „als ein Exlibris für den neuen Menschen“.
In den weiteren ausgesuchten und pointiert interpretierten Exlibris geht es um Botticellis "Geburt der Venus", aufgegriffen von Oleksiy Fedorenko (Ukraine) für Willem van de Weerd, und von Maria Maddalena Tuccelli (Italien) für Rosemarie Aschenbach. Sodann um Leonardos "Mona Lisa", verwendet von Zoltan Vén (Ungarn) für Dr. Raija Ruskoaho und von Frank-Ivo van Damme (Belgien) in seinem „Exlibris Ideale Leonardo da Vinci“, auf dem auch noch einmal der "Vitruvianische Mensch" auftaucht."

(Henry Tauber auf Facebook)

Aus dem Antiquariat 2/2019

"Der Grafiker Kurt Erich Mende, eine unbekannte Quelle für Thomas Manns Novelle "Unordnung und frühes Leid", Erinnerungen an den Frankfurter Antiquar Moriz Sondheim: heute erscheint das Juniheft der Zeitschrift "Aus dem Antiquariat".
Das Heft enthält unter anderem Beiträge von Roland Jaeger, Dirk Heißerer, Franziska Ehrl und André Wendler (zum vollständigen Inhaltsverzeichnis).
In der Rubrik Antiquariat finden sich ein Bericht von der diesjährigen Leipziger Antiquariatsmesse und ein Interview mit Georg Hoffmann, Geschäftsführer der Wulff und Partner Versicherungsvermittlungs GmbH in Köln, die seit 1991 Partner im Vorteilsprogramm des Börsenvereins ist.
Besprochen wird ferner der Gemeinschaftskatalog der Antiquare 2019. Es gibt außerdem, wie in jeder Ausgabe, einen Terminkalender (Messen, Auktionen, Ausstellungen) sowie eine Übersicht über neue Antiquariatskataloge und -listen.
Ein AdA-Probeabonnement "2 für 1" kann hier bestellt werden."

(boersenblatt.net)

Fr, 21.06.2019

Einband: Henry Günther, BuchkunstBalance
S. 32/33: Arno Mohr - Meine Brille / Franz Bauch - Die Fliege vor der Brille

Auch ich finde den Gedanken gut

Mit diesem Zitat auf dem Rücktitel könnte Arno Mohr (1910 bis 2001) durchaus das fünfte Buchprojekt der Bücherkinder Brandenburg meinen, welches 2018 vollendet wurde. Mit eigenen Texte und Radierungen haben sie ein zu Grafiken des Künstlers ein Hommage-Buch auf den Berliner Grafiker, Maler und Hochschullehrer geschaffen und zu einem Buch vereint.

Unter Anleitung ihres "Büchervaters" Armin Schubert lernten sie damit ein Stück der jüngeren Kunstgeschichte kennen - ganz im Sinne von Arno Mohr, dem die Bildung und das Einfache, das nach Brecht schwer zu machen ist, sehr am Herzen lag. 

Es entstand ein Mesterwerk, bibliophil zu nennen nicht nur wegen der Gestaltung (Satz und Layout Imme Schwarz, Sven Märkisch, Armin Schubert) nicht nur, weil Henry Günther (BuchKunstBalance) wieder gekonnt den Einband gestaltete und die Bindung übernahm, nicht nur aufgrund der geringen Auflagenhöhe von 50 nummerierten und signierten Exemplaren, nicht nur infolge des eingebundenen, vom Originalstock gedruckten, Holzschnitts von Arno Mohr mit Nachlassstempel, sondern eben auch, weil die AG Bücherkinder Brandenburg unter Leitung von Armin Schubert und die AG Grafik unter der Leitung von Dietmar Block einfach eine hervorragende Arbeit machten. Und es sollte nicht wundern, wenn von dem einen oder der anderen irgendwann einmal ein Buch verlegt oder eine Arbeit in einer Galerie zu finden sein wird.

Arno Mohr von hinten oder Nichts geht verloren
Brandenburg an der Havel 2018
Pb, Fadenheftung, 76 Seiten, 47 teils farb. Abb.

Do, 20.06.2019

Frank Eißner, CHINAREISE: TUK TUK MIT KÜNSTLERGEPÄCK, Farbholzschnitt 2019, 32 x 29 cm, Auflage 25 Exemplare

225. Frankfurter Grafikbrief

Aus dem aktuellen Frankfurter Grafikbrief: 

"Hand auf’s Herz, wie viel wissen wir Eurozentrist/inn/en über chinesische Kultur und Geschichte? Ich jedenfalls bin so wenig sattelfest, dass ich auf die Kräuterbonbon-Frage „Weerrrr hat’s erfuuunden?“ im Zweifel immer gleich „die Chinesen“ antworten würde, weil man damit so oft richtig liegt. Ein bisschen heftig ist es schon: Die erste deutsche Papiermühle nahm etwa im Jahr 1390 ihre Arbeit in Nürnberg auf – über das chinesische Papier aber schreibt die auch in China umtriebige, in Berlin lebende Holzschneiderin Eva Pietzker: „Grundbedingung (für was wohl? Natürlich die Erfindung des Holzschnitts!) war die Entwicklung des Papiers, die auf das Jahr 105 (!) datiert wird, als der Hofbeamte Ts'ai Lun dem Kaiser das Papier vorstellte, das er aufbauend auf frühere Herstellungstechniken entscheidend verbessert hatte (…) Der Holz-schnitt als die älteste Drucktechnik wurde in China entwickelt. Vorläufer waren das Schneiden von Stempeln zur Reproduktion taoistischer und buddhistischer Bilder sowie zum Stoffdruck. Die eigentliche Geburt der Druckkunst liegt in der Tangzeit (618 – 907), vermutlich im 8. Jahrhundert…“

Schlappe 1300 Jahre später reist ein aus Leipzig stammender Holzschneider mit einem auf die Präsentation chinesischer Kunst in Deutschland spezialisierten Galeristen 3 Wochen lang  durch China, abseits der touristischen Highlights. Chinesischer Alltag, Künstlerateliers, Orte, an die man ohne den mit exzellenten Beziehungen gesegneten Reiseführer nie käme, sind die Destinationen."

(Wolfgang Grätz)

... weiterlesen
... zum Grafikbrief

Frank Eißner – Bilder einer Chinareise
Vernissage: 28. Juni 2019, 19.30 Uhr, Frank Eißner wird anwesend sein
Ausstellung: 28. Juni - 26. August 2019

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie

Mi, 19.06.2019

Karin Schmidt-Friderichs, Foto © Tobias Bohm

Karin Schmidt-Friderichs wird Börsenvereinsvorsteherin

Nach einem spannenden Wahlkampf steht nun fest, wer den Börsenverein in den nächsten drei Jahren führen wird: Gewonnen hat die Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs, mit 500 von 943 abgegebenen Stimmen. Sie wird am 21. Oktober 2019 ihr Amt antreten.

"Wir haben damit zum zweiten Mal [in seiner 194-jährigen Geschichte] eine Frau an der Spitze des Börsenvereins", so Franziska Bickel vom Wahlausschuss bei der Verkündung des Ergebnisses in der Hauptversammlung.
Und für die Pirckheimer-Gesellschaft ergänzt Ralph Aepler: "Wir sagen Herzlichen Glückwunsch und verschweigen nicht, dass wir hohe Erwartungen haben und zu deren Umsetzung jederzeit parat stehen. Die Freude ist riesig, dass -auch unsere- Kandidatin so ein tolles Ergebnis erzielt, wichtig für sie und für uns alle!"

 

Di, 18.06.2019

Schönste Deutsche Bücher 2019

In der Berliner Buchhandlung „ocelot, not just another bookstore“ fand gestern die Weltpremiere des „Förderpreis(es) für junge Buchgestaltung“ sowie die Verkündung der „Schönsten Deutschen Bücher 2019" durch die Stiftung Buchkunst statt!
Aus 682 Einsendungen haben zwei Expertenjurys die 25 Schönsten Deutschen Bücher 2019 ausgewählt, unter den 5 Büchern in der Rubrik Allgemeine Literatur auch den von Kat Menschik gestalteten und im Verlag Galiani Berlin erschienenen Titel "Edgar Allan Poe - Unheimliche Geschichten".
Bis zum 6. September bleibt es trotzdem spannend: Wer den "Preis der Stiftung Buchkunst" bekommt, wird erst im Rahmen der Preisverleihung in Frankfurt am Main verkündet.

Mo, 17.06.2019

Anja Seidel: Tötet die Hexe!, vierfarbiger Linolschnitt 2019

TÖTE DIE HEXE!

Auf der unabhängigen Comic- und Druckkunstmesse "Crack Fumetti" in Rom:wird das im Kollektiv Tod Verlag erscheinende Buchprojekt "TÖTE DIE HEXE!", ein Schauerroman von Anja Seidel, vorgestellt.

Das von der Künstlerin im Hochdruckverfahren hergestellte Buch im Format A5 enthält 8 Seiten mit vierfarbigen Linolschnitten und erscheint am Eröffnungstag der Messe in einer Auflage von 100 Exemplaren .

Messe: 20. - 23. Juni 2019

Comic- und Druckkunstmesse "Crack Fumetti"
Via Federica Delpino 187, 00171 Rom

Fr, 14.06.2019

Marginalien # 233

Heute im Briefkasten: >Marginalien..., 233. Heft, beigelegt eine Ankündigung mit Bestellschein der Edition Pirckheimer und ein Blatt mit Abbildungen der graphischen Beilagen der letzten Jahre (beides wurde zur Leipziger Buchmesse vorgestellt, siehe hier), sowie Hinweise auf die Ausstellung Politische Literatur & unpolitische Kunst und die Neuerscheinung Stefan Zweigs Bibliotheken.

Das Inhaltsverzeichnis und Leseproben mit Informativen und Interessantem aus der Welt der Bibliophilie im aktuellen Marginalien-Heftes finden sich hier, deshalb bedarf es an dieser Stelle hierzu keiner weiteren Worte.

Gestattet sei jedoch ein Hinweis auf das graphische Highlight (exklusiv für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft): eines von zwei Motiven des dreifarbiger Holzschnitts "Geschmack chinois" von Sven Märkisch, vom Künstler im Druckladen der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie "Sonnensegel" gedruckt. 
Und als typografische Beilage enthält das Heft, auch in der Ausgabe für Nichtmitglieder, von Jürgen Engler ausgewählte und erläuterte und von Matthias Gubig gestaltete und kommentierte ANAGRAMMGEDICHTE.

Elke Rehder, Schachnovelle, Holzschnitt

Anm. zu den Marginalien #231

Prof. Thore Graepel, University of London, bezieht sich in seinem Vortrag The human pursuit of artificial intelligence auf die Schachnovelle von Stefan Zweig und präsentiert dazu Holzschnitte der Pirckheimerin Elke Rehder, von der eine von zwei Graphiken mit dem Titel "An die Nachgeborenen" den MARGINALIEN #231 beilag.

siehe min. 7:53 ff