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Pirckheimer-Blog

Fr, 27.04.2018

Moritz Götze | Winkelmann-Bilderbogen | 2018 | Emaillemalerei | 170 x 120 cm (Abb.: Einladung zur Vernissage)

Moritz Götze & Rüdiger Giebler »GRAND TOUR«

Malerei + Zeichnungen / Objekte + Installation

Kulturbotschafter Sachsen-Anhalts sind sie schon lange: Die Maler Moritz Götze und Rüdiger Giebler. Nun wollen die beiden Künstler sich und ihre Kunst auch als Bildungsereignis präsentieren. Wie das geht, zeigen sie anhand der Ausstellung .»Grand Tour. Made in Kaisersaschern.« auf eindrucksvolle Weise. Mit ihren farbenfrohen und fantastischen Bildern zeigen sie einmal mehr ihre Lust am Fabulieren und eröffnen zugleich einen ganzen Kosmos von Geschichten, Querverweisen sowie Hintergründen und schrecken dabei auch vor den großen Zeitläufen nicht zurück. Gestaltete Geschichte als Geschichten für die heutigen Gestalten...
Und damit nicht genug: Die beiden Künstler wollen ihre Sicht auf die mitteldeutsche Geschichte in die ganze Welt tragen. So soll ihre .Grand Tour. nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch in Australien und den USA Station machen. Selbst der Titel der Ausstellung ist nicht zufällig gewählt. Götze und Giebler sehen ihre Schau in der Tradition der Bildungsreisen, wie sie für Sprösslinge von Fürstenhäusern in früheren Jahrhunderten obligatorisch waren. Doch während die Fürstensöhne damals die Ideen aus der Welt mit in unsere Region brachten, tragen Götze und Giebler mit ihrer .Grand Tour. die reiche Geschichte, das kulturelle Erbe und die Kunst der Gegenwart aus unserer Region hinaus in die Welt und werden somit zu künstlerischen Botschaftern mitteldeutscher Kulturgeschichte.
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(Stephan Dorgerloh, Kultusminister a.D. des Landes Sachsen-Anhalt)

Ausstellung: 27. April - 23. Juni 2018

Galerie Tammen & Partner
Hedemannstr. 14, 10969 Berlin

Plakate zur Freiheit

Die Galerie „Sonnensegel“ gestaltet eine Plakat-Serie zum Thema „Freiheit“. Neben einem Blatt mit Worten verschiedener Autoren zum Thema entstanden bislang Plakate mit Zitaten von Ernesto Che Guevara, Martin Luther, Albert Einstein und Rosa Luxemburg.

Die Blätter haben jeweils eine Größe von 70 x30 cm und wurde im Gutenberg-DRUCKLADEN des „Sonnensegel“  e.V. von Sven Märkisch gedruckt.

Der 200. Geburtstag von Karl Marx war Anlass, die Serie um ein Zitat dieses wichtigen Ökonomen und Philosophen zu ergänzen, mit dem dieser das später von Rosa Luxemburg kreierte und dann von der DDR-Bürgerbewegung aufgenommene Motto begründete: „Kein Mensch bekämpft die Freiheit, er bekämpft höchstens die Freiheit der anderen. Jede Art der Freiheit hat daher immer existiert, nur einmal als besonderes Vorrecht, das andere Mal als allgemeines Recht.

Alle Plakate können in der Galerie erworben werden (Anfragen an sonnensegel-ev).

Mi, 25.04.2018

Lange Nacht der Bücher

Am Freitag lädt die Rostocker Filiale von Hugendubel wieder ein zur „Langen Nacht der Bücher“. Zum 10. Mal öffnet Florian Rieger die Buchhandlung bis 24.00 Uhr für einen ereignisreichen Abend rund um das Thema Buch und mit einem vielseitigen Programm, in welchem auch der Pirckheimer Henry Günther (Edition Balance) seine Arbeiten präsentieren wird.

27. April 2018, 19:30 Uhr

Buchhandlung Hugendubel, Kröpeliner Straße, Rostock

Di, 24.04.2018

Pangramme : learning type design

Das Museum für Druckkunst Leipzig zeigt erstmals in Deutschland die internationale Ausstellung „Pangramme : learning type design“. Die in Frankreich konzipierte Schau befasst sich mit einem Medium, das alle Menschen berührt: Schrift.
„Pangramme : learning type design“ präsentiert ein Kaleidoskop aktueller Schriftdesigns von jungen Gestaltern aus der ganzen Welt. Eine internationale Jury hat aus einem Wettbewerb 50 Projekte aus 25 Ländern ausgewählt. Die gezeigten Schriftentwürfe sind alle in den letzten fünf Jahren entstanden und (zum Zeitpunkt ihrer Einreichung) unveröffentlicht. Sie zeigen, welche Themen junge Schriftgestalter heute aufgreifen und welche Inspirationen dafür maßgebend sind. Zu sehen ist in der Ausstellung zudem eine Auswahl von Fachliteratur und Ratgebern rund um das Thema Schriftgestaltung seit 1900 sowie das komplette Archiv aller Einreichungen aus dem Wettbewerb.
Kuratiert und gestaltet wurde „Pangramme“ unter Federführung des deutsch-französischen Grafik-Designers Jérôme Knebusch zusammen mit Studenten der Typografie-Klasse an der Kunsthochschule Metz (Frankreich). 
Es erscheint ein aus dem Französischen übersetztes Begleitheft, das für die Besucher der Schau kostenfrei ist.

Eröffnung: 27. April 2018, 19 Uhr, es spricht der Kurator Jérôme Knebusch.
Ausstellung: 29. April -15. Juli 2018

Museum für Druckkunst Leipzig · Nonnenstraße 38 · 04229 Leipzig-Plagwitz

Sa, 21.04.2018

Julienne Jattiot, GiR.A.F. einer von 10 "TAXONOMIEN", 2012-2013, Linolschnitt und Buchdruck. Signierte und limitierte Auflage von 20 Exemplaren, 40 x 67 cm

ein Nachmittag in der Eremitage

Bei frühlingshaften Sonnenschein zog es Druckgraphik-Interessierte heute aufs Land nach Gransee in die Eremitage von Marc Berger zur Vernissage einer sehenswerten Ausstellung von Julienne Jattiot, wozu Roland Berger die einleitenden Worte sprach. Und ja: es gab hausgebackenen Kuchen.

Julienne Jattiot, 1980 in Toul (Frankreich) geboren, lebt seit 2003 in Berlin und hat unter anderem an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studiert. 2014 gründete sie mit zwei weiteren Künstlern die Atelier- und Druckwerkstatt Jott P.M. in Berlin.

Unter den Kategorien Camouflage, Taxonomie, Schlenker und Vanity Remains werden Arbeiten der Künstlerin gezeigt, die das Medium Druckgraphik ausloten, ja regelrecht erforschen, wie der Name ihres 2011 gegründeten deutsch-französisch-schweizerischen Künstlerkollektivs La Société Savante assoziiert. Camouflage, das sind Linolschnitte, von einer Platte mit unterschiedlichen Farben gedruckt, so dass in der Serie der Anschein verschiedener Graphiken entsteht, Taxonomie, ein Begriff aus der Biologie, vereinigt Darstellungen von Wesen aus mehreren sprachlichen Ebenen, übrigens mit eigenen Texten typografisch anspruchsvoll arrangiert (ein Blatt ist Schwarz auf Schwarz gedruckt) und Vanity Remains ist ein entlarvender Totentanz auf dem Cover eines imaginären Hochglanz-Magazins mit bis auf das Skelett heruntergehungerten "Models".

Mehr auf der Seite von Julienne Jattiot.

Ausstellung: 21. April - 10. Juni 2018

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Fr, 20.04.2018

ein neues Lieblingsbuch von Kat Menschik

Anläßlich der Neuerscheinung von Edgar Allan Poes "Unheimliche Geschichten" in der Auswahl von Fjodor Dostojewski, von Steffen Jacobs neu übersetzt und von Kat Menschik illustriert, fand gestern Abend eine Lesung im KulturKaufhaus Dussmann statt.

Damit wurde der fünfte Titel einer von Kat Menschik gestalteten Reihe "Lieblingsbücher" vorgestellt, die bei Galiani, Berlin, erschienen und dieses Bändchen ist ist hinsichtlich Gestaltung und Illustration wie die vier vorangegangenen jede Empfehlung wert. Eine bibliophile Kostbarkeit - der Text ist in dunklem Violett gehalten, neben einem Neonorange der einzige verwendete Farbton der Buchgestaltung für Illustration, Einband und Vorsatz. Übrigens: was Pieter Bruegel d.Ä. mit der Illustration zu tun hat, entschließt sich nur dem genau bei Bruegel und Menschik hinsehenden Leser - Besucher der Lesung kennen dieses Geheimnis.
Wer bisher noch zögerte wurde gestern Abend endgültig überzeugt: die "Lieblingsbücher" von Kat Menschik sind auf dem besten Weg, eine sammlungswürdige Reihe zu werden.

Kat Menschik
Poe: Unheimliche Geschichten
Aus dem Englischen neu übersetzt von Steffen Jacobs
Galiani-Berlin, 2018
96 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-86971-167-6

Tabea Blumenschein, Meine Reisen mit der Tödlichen Doris nach Osnabrück, New York und Helgoland

Nietzsches Harzreise mit Kochspuren

und Foto-Etuden aus Moskau (unvollendet)

Die Künstlereditionen des Hybriden-Verlags (Frühjahr 2018)

Das Archive Artist Publications von Hubert Kretzschmer stellt einige neue Editionen vor, wie den Künstlerbuch-Katalog Corssbreeding.Hybriden-Verlag, der anlässlich der diesjährigen Ausstellung im Van Abbemuseum erschienen ist. Weitere neue Veröffentlichungen sind von Jaap Blonk, Die Tödliche Doris und Hartmut Geerken neben Der Tod ist tot und Nietzsches Harzreise von Hartmut Andryczuk und Friedrich Nietzsche zu sehen. Die Unikatbücher von Tabea Blumenschein sind verkauft und können leider nur noch virtuell gezeigt werden.  

Präsentation und Meeting: 26. April 2018, 18 Uhr
Ausstellung: 26. April - 2. Juni 2018

AAP Archive Artist Publications 
Türkenstrasse 60 UG, 80799 München

Do, 19.04.2018

BERND JENTZSCH/ INGRID JÖRG – DIE WIRKUNG DES EBERS AUF DIE SAU 24 S. mit 8, davon 5 doppelseitigen achtfarbigen Orig.-Linolschnitten, ein weitere auf dem Buchdeckel. 56. Druck 1980. 34,5 x 33,5 cm, Handsatz, Buchdruck, Hardcover, im Impressum von Ingrid Jörg signiert, nummeriert, Auflage 95 Expl.

Aus dem Grafikbrief 217

Ingrid Jörg ist als Pressendruckerin und Schöpferin wunderbarer Farblinolschnitte bekannt, aber zu ihrem Lebenswerk gehörte und gehört immer auch die Malerei, sie bevorzugt das große Format und kann auf ein bemerkenswertes Oeuvre blicken. Die Büchergilde Buchhandlung Frankfurt/M zeigt in einer Ausstellung neben den Pressendrucken und Einzelgrafiken auch diese großartige Malerei.

Die Berliner Handpresse, von Wolfgang Jörg (1934 - 2009) und Erich Schöning (1935 - 1989) 1961 gegründet, wird von Ingrid Jörg nach dem Tod der Betreiber weitergehührt mit Handpressendrucken, die von Erich Schönig, Wolfgang Jörg, Klaus Ensikat und eigenen Orig.-Farblinolschnitten ausgestattet wurden. Dies, obwohl es 17 eigenständige Drucke von Ingrid Jörg gibt – aber die waren und sind schwer zu bekommen! Denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, deren Gemeinschaftswerke meist eine Auflage von 300 Exemplaren hatten, druckte sie immer höchstens 100 Exemplare, was bei z.B. acht Farblinolschnitten pro Buch à 6 Farben gewaltige 4800 Handdruck-Vorgänge je Buchauflage ausmachte.

Ausstellung: 20. April - 9. Juni 2018

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
Frankfurt am Main, An der Staufenmauer 9

Hier geht es zum aktuellen Grafikbrief.

 

Otto Dix, Artistin, um 1923, Aquarell und Silberbronze über Feder mit Tusche auf Karton, 21,4 x 19,9 cm, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/László Tóth © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Otto Dix

Die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser präsentieren eine umfangreiche Sonderausstellung mit Werken des Künstlers Otto Dix (1891–1969). Auf vier Etagen werden im gesamten Museum über 300 Werke des zentralen Protagonisten der Neuen Sachlichkeit gezeigt. Sie bilden das Herzstück der Sammlung Gunzenhauser. Das Konvolut seiner Arbeiten gehört weltweit zu den größten musealen Beständen. Gemälde, Aquarelle, Pastelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus allen Schaffensphasen bieten einen repräsentativen Querschnitt durch seine künstlerische Entwicklung: von frühen expressionistischen Werken über Hauptwerke der Neuen Sachlichkeit bis hin zu den großen symbolischen Landschaften aus seiner Zeit der Inneren Emigration.

Ausstellung: 29. April - 9. September 2018

Museum Gunzenhauser
Stollberger Str. 2, 09112 Chemnitz

Mi, 18.04.2018

25. Antiquaria-Preis für Buchkultur

Für den zum 25. Mal zu vergebenen Antiquaria-Preis für Buchkultur im Rahmen der Antiquaria - Antiquariatsmesse Ludwigsburg 2019 können ab sofort Vorschläge an Petra Bewer eingereicht werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Deadline für die Vorschlage: 30. Juli 2018.
Nominiert werden kann jeder mit Verdiensten im gesamten Spektrum der Buchkultur, wie z.B. der Buchrestaurierung, wissenschaftliche Arbeiten, Buchkunst, Buch- und Schriftgraphik, Verlagswesen / verlegerische Leistungen, Buchgeschichte, Ausstellungen, Pflege von Sammlungen, Projekte und Aktionen zur Förderung des Buches

Weitere Informationen unter antiquaria-preis.

Antiquariatsmesse: 24. - 26. Januar 2019

33. Antiquaria Ludwigsburg:
Musikhalle Ludwigsburg

Graphik der Jahresgabe des BBA | Wem die Glocke schlägt, Herrn Hegenbarths Entdeckungen, Band 5, Hg. von Jutta und Christopher Breu, ISBN 978-3-945970-05-8

Jahresgabe des BBA - Das Lied von der Glocke

Als der Berliner Bibliophilen Abend am 8. November 2017 in bei "Herrn Hegenbarth" zu Gast war und die dort gezeigten Illustrationen von Josef Hegenbarth zu Schillers "Lied von der Glocke" bewundern konnten, wurde die Idee zu einer Jahresgabe geboren und sogleich vom Leiter der Sammlung, Christopher Breu, aufgegriffen. Ein von ihm bereits geplantes Buchprojekt zu den Zeichnungen und Aquarellen konnten Till Schröder und Dr. Jens Ziegler noch ein wenig auf die "Bedürfnisse" des BBA zuschneiden und es entstand die Jahresgabe 2017:

Eine Teilauflage von 70 Exemplaren des Titels "Wem die Glocke schlägt", bibliophil gebunden in Schweizer Broschur mit einem 8-seitigen, gestanzten Umschlag, enthält als Jahresgabe des BBA eine nummerierte Hochdruckgrafik nach der Federzeichnung "Zeitungsleser in der Straßenbahn" von Josef Hegenbarth (um 1952), gedruckt auf 160 g Metapaper rough mit einer Blindprägung, auf der Rückseite nummeriert. Den Druck und die Blindprägung besorgten Die Lettertypen in Berlin Adlershof, die der BBA am 22. Januar 2018 in der Werkstatt besuchte.

Di, 17.04.2018

Arno Mohr - Werkverzeichnis Druckgrafik

Zur Finissage der Arno-Mohr-Ausstellung in der jW-Ladengalerie am 22. Juni wird Andreas Wessel die Manuskriptfassung eines lang überfälligen Werkverzeichnises der Druckgrafik dieses Künstlers vorstellen. Es dokumentiert mehr als 800 Grafiken und bietet damit erstmals die Möglichkeit, Entwicklungen von Gestaltungsmitteln und -techniken, Motiven und Themen über fünf Dekaden nachzuvollziehen.

Arno Mohr (1910–2001) gehörte zu den prägenden Figuren der ostdeutschen Nachkriegskunst. In einem Plakat zum 1. Mai 1946 gelang dem bis dahin völlig unbekannten Künstler, der gerade aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, die Empfindungen seiner Zeitgenossen kongenial auszudrücken. Als Maler schuf er 1949 in Kollektivarbeit mit René Graetz und Horst Strempel das legendäre Wandbild »Metallurgie Hennigsdorf«, das bald darauf den ideologischen und ästhetischen Kämpfen der Zeit zum Opfer fiel. Als Professor an der von ihm mitbegründeten Kunsthochschule Berlin-Weißensee lehrte Mohr Generationen von Kunststudenten denken und sehen. Die größte Wirkung, ja sogar Popularität, erlangte er jedoch zweifellos als Grafiker.
Die Verbindung von Handwerk und Kunst in der druckgrafischen Praxis boten ihm ein ideales Arbeits- und Lehrgebiet, das er als »selbstdruckender« Künstler, Werkstattleiter und Lehrer ausfüllte. Die Druckgrafik bildete den Schwerpunkt von Mohrs künstlerischer Arbeit.

Andreas Wessel: Arno Mohr. Werkverzeichnis der Druckgrafik
Lukas Verlag, Berlin 2018
210 x 280 mm, Festeinband, ca. 350 Seiten, ca. 800 Schwarzweißabbildungen und 50 farbige Reproduktionen
ISBN 978-3-86732-284-3
Preis 40,– €

Mo, 16.04.2018

Werner Klemke in Chemnitz

Mit der Aufführung des Dokumentarfilmes »Treffpunkt Erasmus. Die Kriegsjahre Werner Klemkes« ging am 15. April 2018 eine Werkausstellung Werner Klemkes (12. März 1917– 26. August 1994) im Chemnitzer Schlossbergmuseum zu Ende.[ ...]

Matthias Haberzettl ist der bedeutendste Sammler von Klemkes Arbeiten. ... Ihn begeistert die Vielseitigkeit Klemkes. Auch wenn die Ausstellung aus der Sammlung Haberzettl Klemkes Werk nur in einem einzigen Raum präsentiert werden konnte, wurde jedem Besucher auf den ersten Blick die Vielseitigkeit und breite handwerkliche Basis des Kunst-Professors deutlich. [ ...] Etwa 800 Bücher wurden von ihm im Sinne Pirckheimers gestaltet. Die Titelgestaltungen der Zeitschrift »Das Magazin«, die ihn populär machten, waren nur die »Spitze des Eisberges« seiner Fähigkeiten. Das Filmplakat Klemkes für den Konrad-Wolf-Film »Goya« macht deutlich, dass er den Stil Goyas mühelos adaptieren und weiterführen konnte. In der Ausstellung werden die Stilwechsel Klemkes sichtbar. Dazu Holzstiche, die auf den ersten Blick in der Qualität von Radierung erscheinen. [ ...]

Am 17. April 2014 hatte Galerist Matthias Lehmann im Lunzenauer »Prellbock« und in der Lunzenauer Kirche Matthias Haberzettl zur ersten Präsentation der Klemke-Sammlung in der Region Chemnitz-Zwickau begrüßt. [ ...] Mit dem 15. April 2018 wird die Unsterblichkeit des Werkes Klemkes noch deutlicher sichtbar. Die von ihm gestalteten Bücher werden noch in Jahrhunderten Leser erfreuen.

(Clara Schwarzenwald auf LiteratA)

„Leicht ist, wenn ich es nicht mag.“

Wir, einige bayerische Pirckheimer, besuchten die Handbuchbinderei Olaf Nie in Weßling. Um es gleich vorwegzunehmen, dieser Besuch war
    a) bestens organisiert, Dank dafür und
    b) trotz Freitag, d. 13. – ein Glücksgriff.
Denn wir erlebten einen kompetenten, engagierten und aufgeschlossenen Gastgeber. Alle unsere Fragen, kluge, neugierige und (manchmal – natürlich nur fachlich) auch weniger kluge wurden umfassend beantwortet und mit einer Auswahl von meisterlichen Beispielarbeiten untermauert. Z.B. wie Werk und Einband (in Material, Farbgebung und Umsetzung) eine Einheit bilden können. Dargestellt am Beispiel Franz Kafkas „Das Schloss“, in dessen Einband eine Betonplatte integriert ist, oder in einem Bildband über Arbeiten von Gerhard Richter, in dessen Einband die Fotografie einer Bergwelt einerseits, andererseits einige abstrakte, grobe Pinselstriche durch eine Reihung von geschnittenen und neu zusammengefügten dünnen Plexiglasstreifen betrachtet, optisch beinahe gleichartig erscheinen. Auf solche Ideen muss man erst mal kommen …
Metall, unterschiedliche,  verschieden bearbeitete Sorten von Pappe oder Papier, Kunststoff (als Folie oder Masse), Stoff, Pergament, selbst gefärbt, bis hin zu Perlrochenleder,  … jedes Buch bekommt, was es verdient.
So erzeugt der Einband im Idealfall bereits einen Vorgeschmack auf den Inhalt des Buches. Z.B. „Maus. Die Geschichte eines Überlebenden“, von Art Spiegelman, der schwarz-weiß im Stil eines Undergroundcomics die Geschichte seines Vaters, eines Auschwitzüberlebenden, und seiner Mutter erzählt und dieser Einband durch Farbgebung und Materialität schon eine Art zögernder Neugier erzeugt. Andererseits wird dann erst eine (mögliche) Diskrepanz zwischen dem eigenen Anspruch des Autors/ Künstlers und dem Ergebnis seiner Arbeit deutlich, wenn wie im Beispiel von Erasmus von Rotterdams „Stultitiae Laus“ (Lob der Torheit) durch den Künstler lediglich Zitate herausgegriffen und immer gleichähnlichen Farbeffekten, Seite um Seite gegenüber gestellt werden. (Den Namen des Künstler hat der Schreiber dieser Zeilen zugegebenermaßen sowohl nicht gekannt, aber auch gleich wieder vergessen.) Hier sollte das Buch am besten geschlossen bleiben. So kann man wenigstens noch den Einband genießen.
Wobei wir beim Thema Handwerk, Kunst und Künstlerbücher wären… Hier hat Olaf Nie sehr klare Vorstellungen, trennt Handwerk und Kunst, bzw. Handwerker und Künstler klar, fast schon rigoros … Vielleicht hat er es nur nicht gern, wenn man ihn nicht nur als Meister seines Fachs, sondern auch als Künstler seiner Arbeiten bezeichnet. … Möglicherweise liegt dieses Dilemma aber auch nur im Auge des Schreibers dieser Anmerkungen.
Wir haben Olaf Nie jedenfalls kennengelernt als großartigen Hand-Werker (im besten Wortsinn), gleichzeitig als beredten Verfechter seiner Ansichten, der mit Sachkenntnis, Offenheit, Verve und Wortwitz seine Sicht der Dinge vertritt. Man möchte gerne mehr von ihm hören.
Wir bedanken uns für die überaus freundliche Aufnahme.
(Klaus Staffel)

Fr, 13.04.2018

Lithografiestein "Frühstückspause", mit dem das originalgraphische Plakat zur Arno-Mohr-Ausstellung gedruckt wurde

Gestern abend in der jW-Ladengalerie ...

... die Eröffnung einer Ausstellung mit Druckgraphik von Arno Mohr aus den Jahren 1947 bis 1955.

Selbstverständlich ließen sich das Freunde einer Druckgraphik, die in der "Formalismus-Debatte" wichtig und für die Anfangsjahre der DDR prägend war, nicht entgehen und die Sitzplätze reichten bei Weitem nicht aus - der Pirckkheimer Armin Schubert war aus Brandenburg angereist, der Kunstwissenschaftler Peter Michel, Ronald Paris, der bei Arno Mohr Malerei studierte, Felix Martin Furtwängler, Graphiker und Buchkünstler aus der Generation nach Arno Mohr und auch der Sohn von Arno Mohr, Thomas, fanden sich unter den Besuchern.

Nach einleitenden Worten von Michael Mäde (Kurator) verwies Andreas Wessel (Verfasser "Werkverzeichnis der Druckgrafik Arno Mohrs") auf die ausgestellten Stücke: "Im Frühjahr 1946 kehrt Arno Mohr aus der Kriegsgefangenschaft nach Berlin zurück: ein mit 35 Jahren nicht mehr ganz junger »Nachwuchskünstler« mit dem Wollen zur Kunst, aber ohne ein nennenswertes Werk. Die dann folgende Entwicklung muss ihm manchmal wie ein Traum erschienen sein. Er bekommt sofort Kontakt zur »Wirkungsgruppe bildender Künstler Berlin-Weißensee« unter Leitung von Otto Sticht, der eine »Kunstschule des Nordens« aufbauen will. Obwohl am Anfang äußerst primitive Bedingungen herrschen, keinerlei Gehälter gezahlt werden und überhaupt unklar ist, ob der Schulbetrieb genehmigt wird, widmet Mohr sich mit ganzer Kraft der neuen Tätigkeit des Lehrens und wird belohnt: Bei der offiziellen Gründungsfeier der »Hochschule für angewandte Kunst« ist er einer der neun zum Professor berufenen Dozenten." (Quelle: jungewelt / die kunst des druckens).

In der Ausstellung dann einige noch nie gezeigten Graphiken, teilweise Unikate, zu meiner Freude auch eine Darstellung Horst Strempels, Freund Mohrs (und meiner Eltern) und eines der prominentesten Opfer der "Formalismus-Debatte", sowie eine bisher nicht gezeigte, seinerzeit als formalistisch eingestufte Strichätzung, Aquatinta, als Vorarbeit zu seiner bekannten, dann eher in der Tradition von Menzel gezeichneten Radierung "Stahlwerker".
Einige Drucke können käuflich erworben werden, so passend zum Marx-Jahr ein bislang weitgehend unbekanntes kraftvolles Portrait (vermutl. 1948) dieses Kapitalismuskritikers, gedruckt von Harald Weller und ein originalgraphisches Plakat von Arno Mohr mit der Lithografie "Frühstückspause" (um 1950).

Zur Ausstellung erschien ein hervorragend illustrierter Katalog (ISBN 978-3-931745-25-7) mit Texten von Michael Mäde und Andreas Wessel (Repros: Bernhard Schurian), die einiges zu den Hintergründen des Schaffens von Arno Mohr in der Zeit bis 1955 erhellen.
(ad)

Ausstellung: 12. April -12. Juni 2018

jW-Ladengalerie, Torstr. 6, 10119 Berlin