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Pirckheimer-Blog

So, 30.08.2020

Spinnst du

Gestern wurde innerhalb des Kunstfestivals Ortstermin Moabit in der plattform.moabit das 9. Buch aus der Reihe "Alphabeth der Tiere" vorgestellt, erschienen bei Cornelius Brändle in der Edition "Wasser im Turm" .

Zum Buchstaben S schuf Pétrus Akkordèon, von dem Texte und Illustration dieser Reihe stammen, den Titel "Spinnst Du". Das Buch hat wie alle anderen Titel der Reihe eine Auflage von 250 Exemplaren, wurde im Siebdruck von Hand gedruckt und gebunden und kostet 20 €.

Bislang erschienen u.a. Bücher mit den Titeln Vogelkrakeel, betäubt, Nicht Fischen, Auf den Hund gekommen, Ziegenbart, Für die Katz und Im Gras. Bereits zur artbook.berlin im November ist der 10. Titel dieser Reihe geplant, er wird Lyrik und Illustrationen zum Buchstaben W wie Wal enthalten.

Sa, 29.08.2020

Freikarten für "The Booksellers" zu gewinnen

Im Pirckheimer-Blog wurde am 28. Juli ein, nicht nur für Bücherfreunde und Bibliophilen sehenswerter Film angekündigt "Der Dokumentarfilm "THE BOOKSELLERS" bietet einen lebendigen Blick hinter die Kulissen der Welt der seltenen Bücher und jener faszinierenden Menschen in New York, die in ihr zu Hause sind, eine Reise in eine kleine, faszinierende Welt voller träumender, exzentrischer, intellektueller und besessener Bibliophilen ..."

Die Pirckheimer-Gesellschaft stellt zum Kinostart dieses, in den USA bereits erfolgreichen und am 29. Oktober 2020 deutsch untertitelt in die deutschen Kinos kommenden, 99 minütige Films von D. W. Young 10 Freikarten zur Verlosung bereit. Alle Infos zu Spielzeiten und Terminen finden Sie hier.

Teilnahme: Nennen Sie per E-Mail an The Booksellers-Freikarten einfach mindestens drei Kooperationspartner, die neben der Pirckheimer-Gesellschaft und der Genossenschaft der Internet-Antiquare die Veröffentlichung durch mindjazz-pictures in Deutschland unterstützen.
Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am 15. Oktober 2020 im Pirckheimer-Blog mit Veröffentlichung von Nachname und Stadt und die Freikarten werden dann per Post verschickt. Also bitte die dafür erforderlichen Angaben in der Antwort-Mail nicht vergessen!

Fr, 28.08.2020

Richard Amour: Alles begann mit Europa. Limes, Wiesbaden 1958

House of Europe

Mit „House of Europe. Europäische Zeugnisse in der Deutschen Nationalbibliothek“ hat die Deutsche Nationalbibliothek einen Bildband zusammengestellt. Das schriftliche und musikalische Gedächtnis der Nation bietet mit seinen Sammlungen einen guten Startpunkt, um aus der geografischen Mitte Europas heraus einen Blick auf die Geschichte und Gegenwart des Kontinents zu werfen.

Mit 183 Objekten macht es ohne viele Worte und mit der Lust am Bild auf die Geschichte unseres so vielfältigen Kulturraumes neugierig. Gleichzeitig legt es Zeugnis davon ab, dass die „deutsche“ Kultur weder in der Vergangenheit noch heute ohne die europäische Geschichte erfasst werden kann. Kurze Essays ergänzen den Bilderkosmos und bringen namhafte und überraschende Stimmen zu Europa zu Gehör.

Die Publikation ist am 1. Juli im Verlag Hatje Cantz erschienen und steht auch in digitaler Form zur Verfügung.

House of Europe. Europäische Zeugnisse in der Deutschen Nationalbibliothek.
320 Seiten, 183 Abb.
zu bestellen über dnb.de

© BODONI

Hans Eckardt Wenzel in Neuruppin und Halberstadt

Ein Höhepunkt des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft in Halberstadt wird zweifelsohne ein Konzert mit Hans Eckardt Wenzel sein.

Bereits morgen wird Wenzel und Band bei unserem Mitglied Marc Johne auf dem Bodoni-Vielseithof auftreten. Eine Zeile von Hans Eckardt Wenzel wurde anlässlich des morgigen Konzerts zum Motto dieses famosen Jahres 2020, gedruckt in der zeitgereisten hauseigenen Druckerei. Es prangt jetzt an der Scheune des Vielseithofes - gewissermaßen zur Mahnung an spätere Generationen.

Beide Veranstaltungen sind, bedingt durch derzeit geltende Einschränkungen, ausgebucht.

Bodoni-Vielseithof: 29. August 2020, 19 Uhr
Buskower Dorfstraße 22, 16816 Neuruppin

Konzert zum Jahrestreffen: 18. September 2020, 19 Uhr
Gleimhaus in Halberstadt

Do, 27.08.2020

© Büchergilde Gutenberg

HANS TICHA – Zeichnungen zu Gedichten von Mascha Kaléko

"Man mag es kaum glauben, aber das erste von Hans Ticha illustrierte Buch entstand 1959, es war „Das Schildbürgerbuch“. Auf 28 Seiten befanden sich 10 dreifarbige Orig.-Linolschnitte, und auch die Schrift war geschnitten. Die Auflage von 25 Exemplaren war nicht gerade üppig, aber für den Erstling eines 19-Jährigen auch nicht über-mäßig bescheiden.
Die Textauswahl spricht bereits für sich: Das Anprangern irrsinnigen Verwaltungshandelns einer irgendwie ja auch kommunemäßig verfassten Bürgerschaft in Schilda war durchaus inspiriert von den Verhältnissen, wie sie der junge Student Ticha in der DDR tagtäglich vor Augen hatte
[...] .
Ticha, der schon als Jugendlicher in einem Malzirkel des an sich impressionistischen Künstlers Heinz Mutterlose seinen konstruktivistischen Stil zu entwickeln begonnen hatte, sah nach dem Abitur keine großen Chancen für seine – in der DDR der 1960-Jahre als „formalistisch“ verpönte – Kunst und studierte zunächst Kunsterziehung und Geschichte an der Leipziger Universität. Nach zwei Jahren im Schul- und dem anschließendem Militärdienst orientierte er sich neu und bewarb sich 1965 um einen der raren Studienplätze an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Und schuf sein zweites selbst gedrucktes Buch, dieses Mal illustrierte er eine selbst zusammengestellte Lyrik-Anthologie..."

(Wolfgang Grätz)

Eröffnung (ohne Begrüßung): 28. August 2020, 19:30, in Anwesenheit von Hans Ticha
Ausstellung: 28. August - 31. Oktober 2020

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt/Main

Mi, 26.08.2020

Susann Hoch und Gabriele Sperlich druckten im Museum für Druckkunst einen Holzschnitt von Karl-Georg Hirsch für den originalgrafischen Kalender „hochdruckpartner und Gäste“ 2021. © Museum für Druckkunst Leipzig

Original-Hochdruck-Kalender 2021

Seit 2008 geben Hoch+Partner jährlich einen originalgrafischen Hochdruck-Kalender heraus. Dieser vereint 8 Grafiken von Künstlerinnen und Künstlern, die jüngst in der Galerie ausstellten, mit 4 Grafiken der Künstlergruppe selbst – in der Regel entstehen alle Blätter exklusiv nur für den Kalender (aktuell 110 Exemplare zzgl. 12 Belegexemplare für die beteiligten Künstler). Komplettiert wird der Kalender durch ein originalgrafisches Deckblatt, 12 Monatsblätter hinter den Grafiken sowie ein Informationsblatt mit Künstlernamen, Titeln und Angaben zur Technik. Natürlich sind alle Hochdrucke von Hand signiert und nummeriert. Das Papierformat der Grafiken beträgt 36 x 30 cm, mit Kalendarium hat der Kalender eine Gesamtgröße von 45 x 30 cm.
Dank des besonderen Engagements der beteiligten Künstler, die ihre Druckstöcke Hoch+Partner unentgeltlich zur Verfügung stellen, fließt der Erlös des Kalenders ausschließlich in die Galerie- und Projektarbeit.

Der Kalender 2021 zum Preis von 190 € (zzgl. Versand) kann hier bestellt werden.

Di, 25.08.2020

Gisela Klostermann und Fred Lautsch (Mückenschweinverlag), Foto: Henning Klostermann

Keine HPM Frauenfeld 2020

Seit 30 Jahren alle zwei Jahre: Eine lebendige Schau alter Handwerke, zukunftsweisend angewandt: Bleisatz, Maschinenbleisatz Linotype, Handpressendruck, Papierschöpfen, Kupfertiefdruck, Buchbinden von Hand, Holz- und Linolschneiden – und natürlich die Produkte: hervorragend gemachte Bücher, Handpressendrucke, Einblattdrucke, Bucheinbände mit Ideen und Witz, fantastische hand- und maschinengeschöpfte Papiere, Marmorpapiere, Karten. Von gediegen bis verrückt, von Graumäuschen bis aufregend, von nostalgisch bis topmodern, von ausgefallen bis cool.

Der diesjährige Ehrengast sollte Fred Lautsch (Mückenschweinverlag) aus Stralsund sein. 

Die Buch- und Druckkunst Messe in Frauenfeld 2020 wurde jetzt abgesagt, so das OK der HPM, der Bodoni-Club und der Gründer, Beat Brechbühl. Die Gründe seien offensichtlich: „Wir tragen die Verantwortung für die Gesundheit aller Ausstellenden und Besucherinnen und Besucher,“ so die Leiterin des Organisations-Komitees, Esther Menzi, „dazu kommen die Unsicherheiten in der Entwicklung der Fallzahlen sowie bei den Reisemöglichkeiten vieler Ausstellerinnen und Aussteller aus dem Ausland.“ Präsident des Trägervereins, Urs Heinz Aerni, ergänzt, dass der Aufwand, den die allerdings zu Recht von den Behörden geforderten Sicherheitsauflagen mit sich bringen, nicht mehr im Verhältnis sei zu sicherlich minder ausfallenden Umsätzen der Ausstellenden durch weniger Publikum. Die HPM Frauenfeld findet alle zwei Jahren statt, so dass das Jahr 2022 Ziel für die nächste Ausgabe ist.

Messe: 4. bis 6. November 2022

Eisenwerk Frauenfeld
Industriestr. 23, 8500 Frauenfeld
Schweiz

So, 23.08.2020

© FBM

nur noch 750 Aussteller in Frankfurt am Main

Gerechnet haben die Veranstalter der Frankfurter Buchmesse aufgrund des Lockdowns infolge von Corona mit 1.500 bis gut 2.000 Ausstellern in den Hallen, nun haben sich bis zum Ende der Storno- und Anmeldefrist lediglich rund 750 Verlage und andere Branchenunternehmen für die physische Teilnahme auf der Messe registriert. Damit nehmen nur noch ca. 10 Prozent der Vorjahresteilnehmer an der diesjährigen "Sonderedition der Frankfurter Buchmesse" teil.

Viele Aussteller aus dem europäischen Ausland und namhafter Verlage aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raumhaben haben sich an zahlreichen Gemeinschaftsständen zusammengefunden.

Das bestätigte gestern der Buchmessedirektor Juergen Boos.

14. - 18. Oktober 2020

Frankfur am Main

Sa, 22.08.2020

17. Vogtländischer Kunstkalender 2021

Seit 2005 erscheint der Vogtländische Kunstkalender regelmäßig in jedem Herbst und ist inzwischen eine feste Institution unter Grafiksammlern geworden.
Der Kalender mit 13 originalen, signierten Druckgrafiken ist für 350 € beim Herausgeber Eric Seidel und den beteiligten Künstlern erhältlich.
Alle Arbeiten sind von den Künstlern persönlich gedruckt.
Kalenderformat: 70 cm x 50 cm, gedruckt auf verschiedenen, hochwertigen Künstlerpapieren
Auflage: 65 Exemplare!
Die Grafiken können leicht von den Kalendarien gelöst werden, also als Einzelblätter gerahmt, präsentiert und verschenkt werden.
Auf der Rückseite des Kalenders finden Sie die Biografien der beteiligten Künstler.

Folgende Künstler sind am 17. Vogtländischen Kunstkalender beteiligt:
Erik Seidel, Matthias SchillingFranca Bartholomäi, Barbara Mäder-Ruff, Christiane Werner, Tino Rex, Louise HeymansKarin Wurlitzer, Luke Carter, Reinhold Herrmann, Fischgeflüster, Radierung (Abb.), Amei Diaz, Petra Schuppenhauer, Jörg Engelhardt.

Mi, 19.08.2020

https://www.rarebooks-fineart.com/

Save the date!

Schon mal vormerken: Aufgrund der Corona-Pandemie wird es dieses Jahr keine „reale“ Antiquariatsmesse auf der Frankfurter Buchmesse geben. Die Organisatoren der Frankfurter Antiquariatsmesse um Detlef Thursch haben sich Gedanken gemacht, wie sie virtuell einen Ersatz bieten können und arbeiten an einem Konzept, das nicht nur ein breites Spektrum antiquarischer Bücher, Autographen und Kunst zum Kauf präsentiert, sondern auch mit vielen kleinen Nebenschauplätzen ein bisschen den Rundgang in den Messehallen widerspiegelt. 
Die virtuelle Frankfurter Antiquariatsmesse „Rare Books & Fine Art“ wird entworfen und betrieben von Sven Uftring und am 14.10.2020 um 9:00 Uhr unter https://www.rarebooks-fineart.com/ eröffnet.

Linde Bischof, Badende, Aquarell 1989, © 2020 - Galerie der Berliner Graphikpresse

Linde Bischof: Sommer in Warwara

Bei den Romas am Schwarzen Meer in Bulgarien

Ab Mittwoch präsentiert die Galerie der Berliner Graphikpresse Arbeiten von Linde Bischof, die in den 1980er Jahren während oder infolge ihrer Aufenthalte bei bulgarischen Romas im kleinen Dorf Warwara an der Schwarzmeerküste entstanden. Die Menschen und ihre spezielle Form zu leben beschäftigten die Berliner Künstlerin über viele Jahre, das Thema zählt zu den wichtigsten ihres Schaffens.
Erstmals werden in unserer Ausstellung neben Malerei, Aquarellen und Graphiken auch Fotografien gezeigt: Porträts, die Linde Bischof von den Romas anfertigte.

(Es wird keine Eröffnungsveranstaltung geben)
Ausstellung: 26. August - 25. September 2020

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

Di, 18.08.2020

Foto © Elke Lang

3. Literarisch-musikalischer Nachmittag

Nun schon zum dritten Mal luden Elke Lang und Till Sailer zu einem “Literarisch-musikalischen Nachmittag“ auf das ehemalige Grundstück des bekannten Kunstwissenschaftlers Lothar Lang († 2013) in Spreenwerder ein. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Briefe und Briefwechsel. Die französische Solo-Geigerin Elizabeth Balmas begleitete den Nachmittag musikalisch.

"Ca. 20 Pirckheimer fanden sich, um einen anregenden Nachmittag zu verbringen. Kulinarisch gab es Schmalzstullen oder Pflaumenkuchen zur Auswahl, an Getränken Selter, Schorle, Säfte oder Rotwein.
Zum Abschluss wurde noch ein Video eines Interviews mit Lothar Lang anlässlich der dokumenta 6 von 1977 gezeigt.
"

(Ralf Parkner)

BuchDruckKunst und Jahrestreffen 2021

Im März 2021 findet in Hamburg die, von Klaus Raasch organisierte, BuchDruckKunst statt - die Pirckheimer-Gesellschaft wird diese Messe der Künstler und Editionen, welche "Erlesenes auf Papier" vorstellen, anlässlich ihres Jahrestreffens 2021 besuchen.

Das Motiv der 16. Messe für Erlesenes auf Papier hat Rainer Ehrt gestaltet. Der Künstler, Jahrgang 1960, studierte in den achtziger Jahren Schrift, Grafikdesign und Illustration an der Hochschule für Kunst und Design Halle / Burg Giebichenstein. Er ist seither sowohl als Cartoonist, Illustrator und Künstlerbüchermacher als auch auf dem Gebiet der freien Grafik, Malerei und Bildhauerei unterwegs. Seine Bildsprache ist figürlich-ironisch mit vielfältigen historischen, mythologischen und literarischen Bezügen. Unter anderen erhielt er den Brandenburgischen Kunstpreis, den Grand Prix World Press Cartoon und den Publikumspreis des Deutschen Karikaturenpreises. Zum unserem Jahrestreffen 2017 in Potsdam schuf er die traditionelle Speisekarte und zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane zeichnete er 2019 den Dichter für eine Sonderbriefmarke. Rainer Ehrt lebt und arbeitet in Kleinmachnow bei Berlin.
Nach der Sommerpause kommt wieder langsam Leben ins Museum der Arbeit und die ersten Werbemaßnahmen zur BuchDruckKunst 2021 starten. Ab sofort können Flyer und Plakate mit dem Bücherparadies von Rainer Ehrt kostenlos bestellt werden, die Auslieferung beginnt ab dem 25. August 2020.

47. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft: 18. - 20. September 2020
Halberstadt, Aschersleben, Quedlinburg

16. BuchDruckKunst und 48. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft: 12. - 14. März 2021
Museum der Arbeit, Hamburg

Mo, 17.08.2020

Zur Phänomenologie der DDR-Kultur

Der ganzheitliche sowie exemplarische Behandlung der DDR als „kulturhistorisches Phänomen“. war die Jahrestagung 2019 der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. 2019 gewidmet. Jetzt ist als Band 63-2020 der „Abhandlungen der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften“ der Tagungsband erschienen.

"[...] hier [wurde ...] ein neuer Weg der Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte beschritten [...]. Das Neue besteht vor allem in der gewählten andersartigen Vergleichsperspektive, worin die Entgegensetzung von „Kapitalismus und Kommunismus“ aufgegeben wird und beide Systeme „in größere geschichtliche Zusammenhänge eingebettet werden“. Dieses Herangehen erlaubt es, „politische Formen von Demokratie und Diktatur, die kapitalistischen und sozialistischen Industriezivilisationen und auch die jeweiligen Kulturnationen“ in ein „neues Verhältnis“ zueinander zu setzen. Den methodologischen Schlüssel dafür bietet der Begriff der „Moderne“. Die zentrale Frage lautet daher: „Wie modern war die DDR?“
In den einzelnen Beiträgen wird dieser Frage unter ganz unterschiedlichen Aspekten nachgegangen: unter dem Gesichtspunkt der DDR als Teil einer deutschen Kulturnation, als ein Staat, in dem der Antifaschismus verwirklicht und der Antisemitismus überwunden sei, als ein Land mit neuer Schul- und Bildungskultur, als ein Staat, dessen Wissenschafts- und Kulturverständnis im klassischen Erbe wurzelte, als eine Gesellschaft, deren Grundstruktur ein „sozialistisches Patriarchat“ bildete und worin Verhaltenskodizes dominierten, die der Aufklärung und der protestantischen Ethik verhaftet waren – um nur einige Aspekte zu nennen. Es folgen interessante komparative Studien zur Film-, Kino- und Fernsehkultur sowie zu den Hinterlassenschaften der DDR, verlassenen Fabrikgebäuden, aufgegebenen Kulturstätten, zerstörten Denkmälern, vergessenen Straßennamen, worin „Spuren“ der einstigen Bürgerinnen und Bürger der DDR und deren Leben evident werden.
[...] Die Formel von der DDR als einem „kulturhistorischen Phänomen“ verweist damit nicht nur auf eine besondere Untersuchungsperspektive, sondern zugleich auch auf den besonderen Stellenwert, den die Kultur in dem sozialistischen Gesellschaftsexperiment „DDR“ inne hatte. Während die politische Geschichte der DDR, ihre Wirtschaftsgeschichte und ihre institutionalisierte Sozialgeschichte mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 ihr Ende gefunden hat, gilt dies für die Kulturgeschichte nicht gleichermaßen. Denn es gehört zu den Besonderheiten in der Geschichte, dass die Lebenswelten und die Kultur einer Gesellschaft fortleben, während die politische, ökonomische und soziale Ordnung längst abgewickelt sind. Auch das will uns das Buch zeigen und anhand eingängiger Beispiele vor Augen führen.
[...]
Das Buch ist „ein Muss“ für an der DDR-Kultur Interessierte und ein beeindruckendes Dokument aktueller Geschichtsaufarbeitung."

(Ulrich Busch in Das Blättchen 23. Jahrgang | Nummer 17, ganzer Beitrag hier)

Dorothee Röseberg / Monika Walter (Hrsg.): Die DDR als kulturhistorisches Phänomen zwischen Tradition und Moderne,
Abhandlungen der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften, Band 63, trafo-Wissenschaftsverlag, Berlin 2020,
343 Seiten, 39,80 Euro.

Fr, 14.08.2020

Splendid Isolation

Der lockdown hat auch die Tabor Presse Berlin gänzlich unvorbereitet getroffen. Es wurden alle Druckprojekte abgesagt oder verschoben, sodass nur die Wahl blieb, selbst initiativ zu werden.
Paul Klös, Jan Pelkofer und Klaus Büscher haben in fast vierzig Jahre mit vielen Künstlerinnen und Künstlern zusammen gearbeitet, sodass die Idee einer Solidaritätsmappe auf große Resonanz traf. 41 Künstler und Künstlerinnen haben sich mit je Umdrucklithografie im Papierformat von 28x38cm beteiligt und dadurch zum Gelingen des Projekts beigetragen. Hinzu kam die Bereitschaft von Durs Grünbein zwei Gedichte beizusteuern. Nun gibt es das Portfolio in einer Auflage von 20 Exemplaren.

Beteiligt sind: Sonja Alhäuser, Jim Avignon, Matthias Beckmann, Linde Bischof, Fritz Bornstück, Laura BruceSven Drühl, Friederike FeldmannAnke FeuchtenbergerPius Fox, Pascal Gabet, Moritz Götze, Philip Grözinger, Hanna Hennenkemper, Andy Hope, Hans Holle, Thomas Hornemann, Thomas Huber, Gabriela Jolowicz, Bodo Klös, Franziska Klotz, Helge LeibergWerner Liebmann, Stefan Marx, Jonathan Meese, Sebastian Meschenmoser, Monika Michalko, Jan Muche, Julia Oschatz, Paul Pretzer, Eva Räder, Bodo Rott, Hans ScheibMoritz Schleime, Reinhardt StanglDaniel M. Thurau, Jorinde Voigt, Oskar Neo Jankowski, Markus Vater, Henning Wagenbreth, Trak Wendisch und Marlon Wobst.

Die Grafiken sind alle nummeriert und handsigniert. Jede Mappe kostet bis zum Jahresende € 1.750, danach € 2.000.