Sie sind hier

Blog

Pirckheimer-Blog

Di, 20.08.2019

Rainer Ehrt Antike

So doppelsinnig der Titel, so vielseitig die Ausstellung: In den unterschiedlichsten Techniken, hauptsächlich Grafik und Malerei, stellt Rainer Ehrt die ganze Palette griechisch-römischer Mythen dar, darunter bekannte Themen wie Ikarus, Odysseus oder Orpheus. Die Ausstellung zeigt zudem originalgrafische Künstlerbücher, so zu Ovids Metamorphosen, Heinrich von Kleists Penthesilea oder Charles Baudelaires Klagen eines Ikarus. Zu Ehrts Œuvre zählen aber auch Skulpturen aus Holz, teils kombiniert mit anderen Materialien, von denen einige – darunter ein „Antikes Trio“ mythischer Mischwesen – in Stendal zu sehen sind.

Rainer Ehrt setzt die mythische Bilderwelt in Beziehung zu unserer Lebenswirklichkeit. Die meisten seiner Figuren sind freie Schöpfungen, die unserer modernen Alltagswelt entstammen und in ein fiktives Umfeld gesetzt werden. Viele Darstellungen zeichnen sich durch Witz und hintergründige Ironie aus. Doch es gibt auch Themen, in denen brutale Gewalt in aller Direktheit gezeigt werden. Einigen Bildern ist wiederum eine rätselhaft-düstere Stimmung mit verschlüsselten Sinnschichten zu eigen. Den Besuchern begegnen Medusa, Europa, Ariadne – es fällt auf, dass Ehrt eine besondere Affinität für die mythischen Frauengestalten hat. Dem Künstler geht es hier, neben aktuellen Fragen um die Geschlechterbeziehungen, vor allem um Sinnlichkeit und Erotik.

Schließlich erscheint auch Johann Joachim Winckelmann selbst: an einer Tafel gemeinsam mit seinen Freunden und als Genießer am Rande eines dionysischen Gelages, nun endlich im Winckelmann-Museum.

1. September - 30. November 2019

Winckelmann-Museum
Winckelmannstraße 36 - 38, 39576 Hansestadt Stendal

Mo, 19.08.2019

Harald Kretzschmar im Goldenen Buch Kleinmachnow

"Kleinmachnow ehrt [...] den bedeutenden Karikaturisten, Zeichner und Autoren, den kritischen Liebhaber des Ortes mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde. [...]

Zu DDR-Zeiten gehörte Harald Kretzschmar zu der damals großen Riege von Karikaturisten, die sich international durchsetzten. Das Neue Deutschland oder der Eulenspiegel veröffentlichten regelmäßig seine satirischen Zeichnungen und Porträts. Auch nach der politischen Wende hat er mit Karikaturen seinen Zeitgenossen, den Großen und den Kleinen, einen Spiegel täglicher Wirklichkeit vorgehalten und ihnen nicht immer das gezeigt, was sie sehen wollten.
Der in Berlin Geborene, in Dresden Aufgewachsene, an der Leipziger Kunsthochschule Studierende hat schon als Schüler begonnen, sich mit Porträts zu beschäftigen. Dresdens reiche Kulturszene würdigte Harald Kretzschmar zu DDR-Zeiten mit einer Vielzahl von Zeichnungen, bei denen er vor allem Prominente auf das Blatt bannte. Einen großen Teil der Dresdner Köpfe hat er 2013 der Städtischen Galerie Dresden geschenkt.

[...] Künstler und Wissenschaftler, die in großer Dichte in Kleinmachnow für lange oder kurze Zeit lebten und dem Ort eine Prägung gaben, hat er gezeichnet und Biografisches über sie ausfindig gemacht und aufgeschrieben. An so manche Berühmtheiten, die vor allem im 20. Jahrhundert Geschichte schrieben, erinnert Kretzschmar, so an das Schriftstellerehepaar Christa und Gerhard Wolf, die Schauspielerin Hildegard Knef oder den Verleger Walter Janka. Andere hat er vor dem Vergessen bewahrt, so den Wissenschaftler Hermann Klare, den Maler Gerhard Geidel oder den Kantor Georg Jann.“ 

(Klaus Büstrin, in Potsdamer Neueste Nachrichten)

So, 18.08.2019

Foto: Abel Doering

eine Zusammenarbeit von Katzengraben Presse und Lettertypen

2017 erschien in der Katzengraben Presse unseres Mitglieds und V.-O.-Stomps-Preisträgers Christian Ewald das von den Lettertypen gedruckte Buch "Gusel Jachina - Schweipolt. Eine Winter-Tragödie", welches von Silvia Werfel im kommenden Heft der Marginalien innerhalb ihres Artikels »Erhalt durch Produktion« Ein paar Gedanken zum Thema »Letterpress« besprochen wird:

Es ist Christian Ewalds "erstes Letterpress-Buch [...]. Die Geschichte [...] handelt von einem akademisch ausgebildeten, aber verarmten Drucker namens Seregin, der neben seinem Heidelberger Zylinder schläft und sich mit Flohmarkthandel über Wasser hält [...]. Neben ihm spielt die Hauptrolle [...] das erste in kyrillischer Schrift gedruckte Buch des aus Franken stammenden polnischen Erstdruckers Schweipolt Viol (Krakau 1491). Die Geschichte [...] ist im Querformat zweispaltig aus der von Erik Spiekermann entworfenen Meta Serif am Rechner gesetzt und im Original Heidelberg Zylinder gedruckt [... mit einer] feinsinnig aus dem Inhalt entwickelten Buchidee. Dazu gehören die Formatwahl, der Druck in Blau und neben dem Textsatz die Buchstaben-Illustrationen, die die Geschichte nochmals auf ganz eigene Weise in Szene setzen. Alles bezieht sich hier aufeinander, sogar die japanische Bindung korrespondiert mit den Wellen eisigkalten Wassers auf dem Einband. Ein Projekt ganz nach dem Geschmack von Daniel Klotz, der hier nicht nur gedruckt, sondern auch den Satz und die  Druckvorstufe übernommen hat."

(Silvia Werfel, Vorveröffentlichung aus Marginalien 234)

Gusel Jachina – Schweipolt. Eine Winter-Tragödie
Deutsche Erst-Ausgabe (Deutsch-Russisch) in der Übersetzung von Judith Merkushev
Buchstaben-Illustrationen von Christian Ewald
Format: 23,o x 17,5 cm, 32 Seiten, jap. Blockbindung, in einer bedruckten und genähten Papier-Tüte mit eingegebrachter Eis-Kante
Einmalige Auflage von 999 Exemplaren in zweifarbigem Buchdruck, (nummeriert, signiert, mit genähtem Faden im Impressum)
Vorzugs-Ausgabe (Nr. 001 - 099) mit beigegebenes Faksimile des Kolophons aus "Octoechos" des Schweipolt Viol in zweifarbigem Buchdruck - 166 Euro
Normal-Ausgabe (Nr. 100 - 999) - 78 Euro

Do, 15.08.2019

Fotos: Gaby Gerster (lks.), Andreas Hornoff

Denis Scheck im Gespräch mit Karin Schmidt-Friderichs

Ein Höhepunkt des Jahrestreffens 2019 der Pirckheimer-Gesellschaft ist ein Podiumsgespräch im Kurfürstlichen Schloss Mainz.
Der Papst der deutschen Literaturkritik, Denis Scheck, wird mit der Vorsteherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, ein Gespräch zum Thema „Die Zukunft des Buches ist schön“ führen.
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, bei einem Glas Wein oder anderen Getränken den Gedankenaustausch individuell fortzusetzen – auch mit Denis Scheck! Gäste sind dabei herzlich willkommen mitzudiskutieren.

Für Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft ist die der Besuch der Veranstaltung im Tagungsbeitrag inbegriffen, Gäste können Karten für das Podiumsgespräch zum Preis von 19,56 € hier erwerben.

7. September 2019, 19:30

Kurfürstliches Schloss Mainz

Blick in die Ausstellung vom Vorjahr, © Museum für Druckkunst Leipzig

Let's print in Leipzig 2

Kulturerbe Drucktechnik erleben - Künstlerworkshop und Ausstellung 

Let’s print in Leipzig 2“ ist die Fortsetzung einer Kooperation dreier künstlerischer Druckwerkstätten aus Leipzig (stein_werk. Werkstatt für Lithografie und Buchdruck / Thomas Franke, Atelier für Radierung Leipzig / Maria Ondrej, atelier carpe plumbum / Thomas Siemon) mit dem Museum für Druckkunst. Die von den Akteuren eingeladenen Künstler werden an den historischen Pressen des Museums für Druckkunt ihre grafischen Arbeiten umsetzen, in diesem Jahr Marcin Dymek (Kraków, PL), Marlet Heckhoff (Leipzig), Elisabeth Howey (Leipzig), Éléonore Litim (Lyon, F), Selma van Panhuis (Leipzig), Jan Vičar (Telč, CZ), Steve Viezens (Nürnberg und Leipzig), Matthias Weischer (Leipzig), Christina Wildgrube (Leipzig)

Das Besondere des Workshops ist das experimentelle Format. Nur in den historischen Werkstätten des Museums für Druckkunst können gleichzeitig drei verschiedene Drucktechniken, der Hoch-, Tief- und Flachdruck, künstlerisch genutzt werden und ermöglichen somit neue grafische Ausdrucksformen. Unterstützt werden die Künstler von den Leitern der drei Druckwerkstätten. Der Druckworkshop ist im Rahmen der 7. Tage der Industriekultur Leipzig vom 22. bis 25. August öffentlich.

Künstlerworkshop:19. - 30. August 2019
Eröffnung: 30. August 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 1. September - 20. Oktober 2019

Museum für Druckkunst Leipzig

Mi, 14.08.2019

Katzengrabenfest 2019

Zum 16. Mal wird das “Katzengrabenfest” in diesem Jahr in Berlin-Köpenick veranstaltet, wie gewohnt am letzten Sonnabend im August. Jahr für Jahr zieht dieses, von ansässigen Künstlern initiierte Kiezfest, mehr kulturell und künstlerisch interessierte Besucher in die mit weißen Wäschstücken behängte kleine Köpenicker Gasse in der Nähe des historischen Rathauses an. Straßentheater, Tänzer, Livemusik und prominente Gäste laden zum Verweilen und Zuschauen ein. z.B. bei einer der eine der zahlreichen Büchervorlesungen. Kleine Verlage und historische Druckereien, darunter die Katzengrabenpresse mit Christian Ewald, sowie Maler, Grafiker, Textilgestalter, Schmuckdesigner und Kunsthandwerker stellen sich vor und bieten an ihren Marktständen ihre Arbeiten an oder finden das Gespräch mit den Besuchern. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.

31. August 2019

Berlin-Köpenick
Katzengraben

László Moholy-Nagy, Wohin geht die typographische Entwicklung, Tafel 22, Detail, Collage auf Karton, 1929 © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

László Moholy-Nagy und die Neue Typografie

Rekonstruktion einer Ausstellung Berlin 1929

Dieser wegweisende Ausstellungsraum mit dem Titel „Wohin geht die typographische Entwicklung?“ wurde erstmals im Mai 1929 im Martin-Gropius-Bau Berlin anlässlich der von der Staatlichen Kunstbibliothek organisierten Ausstellung „Neue Typographie“ präsentiert. László Moholy-Nagy war eingeladen worden, einen Raum zur Zukunft der Typografie zu gestalten. Er entwarf 78 Schautafeln mit Fotografien, Texten und Bildern, die sämtlich erhalten sind, so dass der Ausstellungsraum erneut gezeigt werden kann, ergänzt durch weitere Plakate, Briefbögen und andere Drucke der "Neuen Typografie" aus der Sammlung der Kunstbibliothek.

Des weiteren wird der Ausstellungsraum durch eine Auswahl berühmter Plakate und Reklamedrucke der „Neuen Typografie“ u.a. von Willi Baumeister, A. M. Cassandre, Walter Dexel, Johannes Molzahn, Kurt Schwitters und Jan Tschichold aus der Sammlung der Kunstbibliothek erweitert. Mit dem funktionalen Grafikdesign der „Neuen Typografie“ hatte sich in den 1920er-Jahren eine künstlerische Reklamegestaltung durchgesetzt, die mit einer langen Gestaltungstradition des Druckgewerbes brach. Ziel war eine zeitgemäße Gestaltung: zum einen wurden die Standardisierung der Schrifttypen und die industriellen DIN Normen propagiert, zum andern waren es Ideale der Lesbarkeit, Klarheit und Direktheit entsprechend den Prinzipien der konstruktivistischen Kunst.

Die Ausstellung widmet sich diesem großen Resümee des Künstlers Moholy-Nagy zu seiner langjährigen Lehrtätigkeit am Bauhaus und zu den Ideen und Visionen der „Neuen Typografie“ von Jan Tschichold, Willi Baumeister bis Herbert Bayer. Im Programm der Ausstellung finden Gesprächsabende statt, in denen die Ideen von Moholy-Nagy auf den Prüfstand ihrer Aktualität gestellt werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Präsentation einer Neuerscheinung zu der historischen Ausstellung von Moholy-Nagy in gemeinsamer Herausgeberschaft mit dem Designlabor Gutenberg, Hochschule Mainz.

Der Berliner Bibliophilen-Abend wird die Ausstellung am 11. September 2019, 16.30 Uhr, zu einer Führung (Dr. Michael Lailach, Kurator der Ausstellung und Leiter der Sammlung Buchkunst der Kunstbibliothek) besuchen.

9. August - 15. September 2019

Kunstbibliothek
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Di, 13.08.2019

226. Frankfurter Grafikbrief erschienen

Der aktuelle Frankfurter Grafikbrief enthält folgende Themen:

  • Falk Geißler – Jung und Kupferstecher
    Im Kabinett: Kupferstich heute. Eine Übersicht
  • Hans Tichas Orig.-Holzschnitt-Illustrationen zu Johannes Wüstens "Semper die Mumie
  • Holzbildhauer-Katalog des Kupferstechers Tony Torrilhon 
  • Wertpapiertechniker Egbert Herfurth 75
  • Das neue Graphische Buch von Faber und Faber: Ingeborg Bachmann
  • Tolle Hefte mit dem 50. Heft beendet
  • Ausblick auf den Büchergilde/Tabor-Grafikkalender 2020
  • Der Druckstock von Klaus Süß‘ besonders schönem Beitrag zum Grafikkalender und
    Thomas Hubers Suche nach dem Unter-den-Teppich-Gekehrten als Bonusgrafik zum Grafikkalender
  • Welches Buch „muss“ man haben?

(Wolfgang Grätz)

... zum aktuellen Frankfurter Grafikbrief

Falk Geissler, Flohmarkt, Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/M

FALK GEISSLER – JUNG UND KUPFERSTECHER

Junge Kupferstecher gibt es in etwa so häufig wie weiße Raben. Falk Geißler ist so ein seltener Vogel. Da fragt man sich natürlich, warum diese alte grafische Technik nur von wenigen erlernt und ausgeübt wird. Was muss man können?

Beim Kupferstich wird eine Kupferplatte auf ein kleines rundes Lederkissen gelegt, das bei jedem Stich gedreht werden kann, denn der Künstler arbeitet immer körperabgewandt in kurzen geraden Stichen. Das Bild entsteht aus Hunderttausenden kurzer gerader Linien, die „sitzen“ müssen – die einmal aufgestochene Platte ist nicht mehr zu korrigieren. Da größere Flächen nicht aus der Metall-platte herausgestochen werden können, muss der Künstler, um z.B. eine dunkle Fläche im Kupferstich zu erzielen, unzählige Stiche dicht an dicht nebeneinander setzen oder Schraffuren stechen. Kupferstich ist wie die Radierung ein Tiefdruckverfahren, d.h., Druckfarbe wird in die Rillen der Platte gerieben und aus diesen von gefeuchtetem Büttenpapier unter dem hohen Druck der Presse aus den Vertiefungen gesogen.

Einer der berühmtesten Kupferstiche der Kunstgeschichte ist Dürers aus allen Schulbüchern bekannter Stich „Ritter, Tod und Teufel“ – und man weiß, dass er für das Stechen der entsprechenden Druckplatte mehr als ein Vierteljahr Zeit benötigte. Das allein beantwortet wohl die Frage, warum die Technik so selten ausgeübt wird...

(Wolfgang Grätz)

Im Kabinett: Kupferstich heute. Eine Übersicht
Arbeiten von Johannes Wüsten (1896 – 1943), Baldwin Zettl (*1943), Otto Rohse (1925 – 2016), Toni Torrilhon (*1931), Jürgen Czaschka (1943 – 2018) und Rolf Geissler (*1945)

Eröffnung: 16. August 2019, 19.30 Uhr, mit einer praktischen Einführung in die Kunst des Kupferstechens von Falk Geissler
Ausstellung: 16. August - 27. September 2019

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9
60311 Frankfurt/M

Ein Blick zurück ...

Einen Blick zurück in das Jahr 2018 kann man am kommenden Wochenende tun, wemm die Lettertypen in ihrer Offizin in Adlershof noch einmal "Die schönsten deutschen Bücher 2018" der Stiftung Buchkunst ausstellen. 

Zu sehen gibt ee neben 20 weiteren Titeln anderem aus dem Bereich Belletristik:
Giovanni Frazzetto, Nähe. Wie wir lieben und begehren
Carl Hanser Verlag, München
Irene Dische, Schwarz und Weiß, Holzschnitt von Frans Masereel
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
Niklas Maak, Leanne Shapton, Durch Manhattan
Carl Hanser Verlag, München
Heinrich Böll, Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind. Kriegstagebücher
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln (ein Titel übrigens, der sich nicht verkaufte und bei dem deswegen bereits die Preisbindung aufgehoben wurde)
Stephan Eicher, Martin Suter
Diogenes Verlag, Zürich

17. / 18. August 2019, jeweils von 12 Uhr -17 Uhr

Druckerei Lettertypen
Büchnerweg 92, Berlin-Adlershof

Mo, 12.08.2019

Die Facezien des Poggio Bracciolini mit Illustrationen von Werner Klemke, Minibuch, Foto © Abel Doering

Der Buchkünstler Werner Klemke

In der Leipziger Bibliotheca Albertina läuft derzeit die Ausstellung „Politische Literatur & unpolitische Kunst. 50 MÄRZ Verlag – 100 Jahre Karl Quarch Verlag“.

Innerhalb des umfangreichen Rahmenprogramms zur Ausstellung wird der Pirckheimer Matthias Haberzettl, Inhaber des Karl Quarch Verlags, über den Buchkünstler Werner Klemke (1917-1994) einen Vortrag halten. Als Titel wählte der Klemke-Kenner und -Sammler ein Zitat des bekannten Zeichners und Illustrator: "Ich habe Bücher schon immer als einen Schatz betrachtet".

Ausstellung: 5. Juli - 3. November 2019
Vortrag von Matthias Haberzettl: 3. September 2019, 18 Uhr

Universitätsbibliothek Leipzig / Bibliotheca Albertina, Vortragssaal
Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig

Galerie und Buchdruck-Werkstatt von Christoph Dürr

Diese Buchdruck-Werkstatt, die sich durch ein einzigartiges Ambiente auszeichnet, besteht bereits seit 1929 in Neuhausen, 1978 übernahm sie der Münchener Galerist Christoph Dürr. Das Erste, was in der Galerie ins Auge sticht, ist eine Linotype. Sie stellt gleich klar, dass hier nicht nur Kunst gezeigt, sondern auch kunsthandwerklich gearbeitet wird. Ein Ensemble aller wesentlichen Bestandteile und Gerätschaften des manuellen Buchdrucks nach Gutenberg hält die Prozesse und Abläufe des Buchdrucks lebendig.

Dabei setzen die Freunde der Buchdruck-Werkstatt  auf einen Trend: "Die Wiederentdeckung des Analogen. Je höher der Grad an Virtualisierung, desto mehr wächst das Verlangen nach analogen Sinneserlebnissen und realen Orten. Je schneller unser Leben sich beschleunigt, desto mehr suchen wir nach Entschleunigung. In diesem Prozess kehrt viel altbekanntes aus eigentlich vergangen geglaubter Zeit zurück. Der Trend, nicht alles im Leben digital erleben zu müssen und bewusst zu analogen Medien zu greifen ist derzeit voll und ganz in der Gesellschaft angekommen."

Sie setzen es sich daher zur Aufgabe, die finanziellen und personellen Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung dieser jahrhundertealten Tradition des Buchdrucks zu ermöglichen. Die gegenseitige Zusammenarbeit und Befruchtung von unterschiedlichsten Personen und Einrichtungen im Bereich dieses Wirkens soll befördert und nach außen kommuniziert werden. Jeder ist angesprochen, z.B. mit einem Blog Post oder Artikel dabei zu helfen - selbstverständlich übernahm das hiermit auch die Pirckheimer-Gesellschaft.

So, 11.08.2019

Foto © Gisbert Amm

Offene Lesebühne im Lyrikhaus Joachimsthal

Auch 2019 gibt es wieder eine Offene Lesebühne im Lyrikhaus unseres Mitglieds Gisbert Amm.

Das Publikum hat an diesem Abend die Gelegenheit, gemütlich beim Wein oder anderen Getränken gleich zwölf verschiedene Beiträge zu erleben.

Die offene Lesebühne 2019 steht im Gedenken an die Lyrikerin und Künstlerin Ruth Schaumann (1899-1975), deren Geburtstag sich an diesem Tag zum 120. Mal jährt. Gisbert Amm wird die Dichterin kurz vorstellen und einige ihrer Gedichte rezitieren. Außerdem wird Wolf Damm (Bass in der Kantorei Wandlitz) seine Vertonung ihres Gedichtes "Ständchen" zu Gehör bringen.

Alle sind eingeladen, eigenes oder fremdes vorzutragen - maximal 12 Leute können bis zu zehn Minuten lesen.

24. August 2019, 19 Uhr

Lyrikhaus Joachimsthal
Glockenstraße 23, 16247 Joachimsthal

Sa, 10.08.2019

Prof. Roland Berger (lks.) im Gespräch mit Besuchern vor Graphiken aus seiner Sammlung, Fotos © Abel Doering

Vernissage 7 x M

Der Pirckheimer Roland Berger stellt in der Eremitage Gransee Druckgraphik aus seiner Sammlung aus, von DDR-Künstlern geschaffen, die eines gemeinsam haben: ihre Namen beginnen alle mit einem M.

Eine ebenso willkürlich anmutende wie aussagekräftige und repräsentative Auswahl von Graphikern, deren Werke man (fast) alle kennt, die man aber in dieser Komplexität vermutlich noch nicht gesehen hat. Zu sehen sind 69 Drucke, angefangen von Arno Mohr über Harald Metzkes, Wolfgang Mattheuer, Michael Morgner, Armin Münch, Rolf Münzer bis zu Helmut Müller.

In seinem einleitenden Vortrag ging Roland Berger auch auf den Unterschied des Sammelns in beiden Deutschlands ein und zeigte nicht zuletzt durch seine zusammengetragenen Graphiken, wie auch die Pirckheimer-Gesellschaft in vergangenen Zeiten das ihrige zum sinnvollen Sammeln beitrug. Und er verwies auf die Wiederbelebung, das Sammeln von Graphik vom Monitären abzukoppeln, wie z.B. mit der jW-Kunstedition.

(ad)

Ausstellung: 10. August - 15. September 2019

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Fr, 09.08.2019

30 Jahre Edition Einstein

"Als die Edition Einstein im Jahre 1989 in einem Kellerraum des Albert-Einstein-Gymnasiums das Licht der Welt erblickte, befand sie sich - wie rückblickend sichtbar wird - historisch in sehr guter Gesellschaft. Zeitgleich wurde nämlich eine alte Garage in Palo Alto, Kalifornien ebenfalls 1989 zum Geburtsort des Silicon Valley erklärt.
Auch die Edition Einstein - Galerie für Buchdruckkunst hat sich seitdem in die Blütezeit ihrer Jahre entwickelt 

30 Jahre buchkünstlerische Kreativität - das bedeutet: Viele Ideen entwickeln, viele schwere Kästen mit Bleilettern stemmen, viele Kilogramm der schönsten Farben auf Blei- und Holzlettern rollen, unzählige Umdrehungen an der Handkurbel der Presse drehen, viele Quadratmeter Papier der feinsten und besonderen Sorten beschneiden, bedrucken und binden, endlose Kilometer zu Messen und Märkten fahren; das bedeutet aber auch, zahllosen Sammlern, Bibliophilen, Antiquaren, Bibliothekaren, Archivaren, Kunst- und Grafikfreunden, Beschenkten, Freunden des uralten Handwerks und natürlich allen -innen große Freude bereiten. 
Und wenn dann auch noch der Buchkünstler selbst sein 75. Wiegenfest zur gleichen Zeit begeht, ist das ein doppelter Grund zu feiern.

Eine Ausstellung zeigt besondere Materialien zur Entstehungsgeschichte der Reihe „Das andere Kinderbuch" . Zum Jubiläum erscheint eine umfassende und reich illustrierte Festschrift über 30 Jahre Buchdruckkunst in der Edition Einstein."

(Hans Witte)

1. September 2019 um 19 Uhr, Laudatio: Sabine Keune, Antiquarin für Historische und Künstler-Bilderbücher Aachen, das Kussi-Weiß-Trio spielt Sinti-Jazz mit zwei Gitarren und einem Kontrabaß, Teilnahmerückmeldung bitte bis 15. August 2019 an editioneinstein

Historische Druckerei und Galerie für Buchdruckkunst der Edition Einstein
Deitlevsen 1, 31860 Emmerthal - Deitlevsen