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Pirckheimer-Blog

Sa, 27.01.2018

Mots d´animaux. Virginia Arraga de Malherbe. Lyon 2015 © Klingspor Museum Offenbach

Das erzählende Material

PARATEXTUALITÄT IM AKTUELLEN KINDERBUCH

Das Bilderbuch nutzt die verschiedensten Arten der Mitteilung. Oft ist etwas zu lesen, daneben ist aber auch ebenso viel zu schauen, zu fühlen, zu bewegen oder gar zu riechen. Viele Ebenen der Rezeption spielen zusammen zu einem Verständnis des Ganzen. Die Gesamtheit der Signale, die einen literarischen Text begleiten, bezeichnet Gèrard Genette in seiner Publikation ‚Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe‘ (1982) als Paratext. Damit sind verbale Begleiterscheinungen wie Titel, Fußnoten, Anmerkungen ebenso gemeint wie nonverbale, also Illustration, Typografie und Materialität eines Buches. Am Beispiel neuer Bilderbücher zeigt Dorothee Ader im Buch des Monats Februar die vielgestaltigen Möglichkeiten auf, paratextuelle Elemente als Schlüssel zum Verständnis zu begreifen. In einer bunten Auswahl aktueller Bilderbücher wird die Freude am Material und der Gestaltung aufgezeigt, die das Kinderbuch auf unterschiedlichsten Ebenen des Verstehens zugänglich macht.

2. Februar 2018, 14 Uhr

Klingspor Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Fr, 26.01.2018

Rainer Ehrt - FRANZ KAFKA ER, Aufl. 40 Expl., 2016

215. Frankfurter Grafikbrief

Im neuesten, von Wolggang Grätz herausgegebenen, Frankfurter Grafikbrief finden sich Hinweise auf die aktuellen Ausstellungen in der Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie "Politik gestalten! Plakate von Studierenden der UdK Berlin" und im Kabinett "Büchergilde Vorzugsausgaben – ein eigenes Kapitel Buchkunstgeschichte". 

Weitere Themen im 215. Frankfurter Grafikbrief u.a.:

  • Nachruf auf Horst Hussel
  • Elmar Faber 1934 bis 2017
    „Du fehlst!“ Wenn das inzwischen bei vielen Trauerfällen zitierte Ondit aus Grönemeyers Lied wirklich passt – dann bei Elmar Faber, freilich in der Form „Sie fehlen!“ Er fehlt – als leibhaftiger Zeuge von intellektueller Größe, Mut und Unerschrockenheit, stellvertretend für viele in der DDR – als Verleger des Aufbau Verlages: Haben Sie gewusst, dass Faber 1985 ...
  • Susanne Theumer illustriert den berühmten japanischen Schriftsteller Osamu Dazai (1909 – 1948),
  • Franz Kafka hoch geEhrt (ein Kalauer, aber Rainer Ehrts Künstlerbuch verführt dazu)
  • Mathias Roloff bearbeitet auch Borcherts „Küchenuhr“ in einem Pressendruck, wie gerade erst Andrea Lange
  • Anton Mariinsky, Student bei Henning Wagenbreth, hat sich nicht an der großen Plakataktion beteiligt hat, dafür eine ganze Mappe an Grafiken geschaffen, die an die Bildsprache des revolutionären Russland anknüpft, und es ist erstaunlich, wie aktuell das wirkt, diese Mischung aus Comic und Agitprop, die aber auch an die piktogrammatische Figuration eines Gerd Arntz (1900 – 1988) erinnert.

Ausstellungen: 23. Januar - 20. Febrhuar 2018

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie

Bücherkinder interessieren sich für Arno Mohr

Nach der erfolgreichen Fertigstellung eines Buches zu Werner Klemke und zu Jureck Becker widmet sich das neueste Projekt der Bücherkinder Brandenburg Arno Mohr. Aus diesem Grund machten sich die Bücherkinder gestern auf den Weg nach Potsdam ins Museum Barberini und konnten unter hilfreicher Anleitung des Pirckheimers Armin Schubert weiteres Material zu ihrem neuen Buch "Arno Mohr von hinten oder Nichts geht verloren" sammln.

Do, 25.01.2018

Ausschnitt aus dem Nibelungenlied | Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Handschriften gehen online

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt ein nationales Web-Portal für Buchhandschriften des Mittelalters und der Neuzeit in deutschen Kultureinrichtungen. Unter Projektleitung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz wirken die Universitätsbibliothek Leipzig, die Bayerische Staatsbibliothek und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel zusammen.

Seit dem frühen Mittelalter wurden handschriftliche Texte zunehmend als gebundene Bücher überliefert. Etwa 60.000 dieser Unikate allein aus der Zeit bis um 1500 werden in deutschen Bibliotheken und Archiven aufbewahrt. Zu den prominentesten Vertretern gehören Handschriften des Nibelungenliedes (13. Jh.), die Carmina Burana (um 1230) oder ein Autograph des Decamerone von Giovanni Boccaccio (1370).

Innerhalb der bibliothekarisch-wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur wird sich mit dem Handschriftenportal die zentrale Instanz für digitale Informationen zu Buchhandschriften deutscher Kultureinrichtungen etablieren. Während der Entwicklung der Open-Source-Anwendung werden die verschiedenen User-Communities kontinuierlich eingebunden sein.

Auch die breite Öffentlichkeit wird ohne Schranken auf das Web-Portal zugreifen und sich mit dem ältesten schriftlichen Kulturerbe in Deutschland befassen können. Die Freischaltung einer Beta-Version ist für Sommer 2020 vorgesehen.

Mi, 24.01.2018

Antiquariate in Berlin ist online

 Beim Börsenverein Berlin-Brandenburg erscheint ein aktualisiertes Verzeichnis der Antiquariate in Berlin. Das gedruckte Verzeichnis informiert Liebhaberinnern und Lieberhaber des alten oder vergriffenen Buches über Öffnungszeiten, Spezialgebiete, Kataloge und vieles mehr von Antiquariaten mit Ladengeschäft.

2018 geht nun Antiquariate in Berlin online. Auf antiquariateinberlin.de finden sich neben Altbewährtem neue Funktionen. Auf der Startseite erscheint neben den Navigationsmenüs eine Begriffswolke häufig gesuchter Kategorien, sofern sie im Verzeichnis als Sachgebiet angegeben sind. Interessanter Weise wurde bisher am Häufigsten gesucht "Bücher aller Gebiete", wohl von Nutzern der Seite, die "nichts Bestimmtes, einfach irgendein Buch" suchten?
Eine interaktive Berlinkarte gibt direkt Auskunft über das gesuchte Antiquariat, wobei online die Liste der Sammelgebiete noch umfangreicher ist als in der Printausgabe.

Auf der Webseite sind allerdings nur Antiquariate verzeichnet, die auch im Printverzeichnis inseriert haben. Das waren für 2018 mit 70 Einträgen zwar wieder 4 mehr als 2017, allerdings auch 28 weniger als noch vor 10 Jahren.

Éva Janikovszky. Große dürfen alles | Ill. László Réber | 2. Auflage. Mülheim a.d.R.: Anrich Verlag 1973 (Ausschnitt)

Die Kinderbibliothek der Familie Kleinebrahm

Bücher gehören zu den treuesten Begleitern unserer Kindheit – jedoch entwachsen wir ihnen und verlieren sie zumeist aus den Augen. Wenn eine private Kinderbibliothek erhalten bleibt und dokumentiert werden kann, ist dies schon ein seltenes Glück. Die fast 600 Bücher, um die es hier geht, stammen aus dem Besitz der Kinder einer westdeutschen Familie und spiegeln auf einzigartige Weise die literarische, künstlerische und gesellschaftliche Entwicklungen der Zeit wieder.

Die Hausbibliothek fällt hinsichtlich ihres Umfanges wie ihrer Vielfältigkeit aus dem Rahmen des Üblichen. Zumeist in den 1970er und 1980er Jahren erschienen, finden sich klassische kinderliterarische Texte wie »Pu der Bär« von A. A. Milne und Märchensammlungen der Brüder Grimm neben zeitgenössischen Büchern wie »Wir pfeifen auf den Gurkenkönig« von Christine Nöstlinger und zahlreichen Sachbüchern.

Die Bilderbuchillustration ist durch namhafte Künstlerinnen und Künstler wie Janosch, Hilde Heyduck-Huth und Ali Mitgutsch vertreten. Unser Blick auf diese Zeit wird erweitert durch zahlreiche Originalillustrationen aus den Beständen des Bilderbuchmuseums.

Ausstellung: 14. Januar - 11. März 2018

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Di, 23.01.2018

Ein alter Antiquar erzählt

... Doch noch immer hielt sich mein Freund mit Vorkehrungen zu seinem Bericht auf, stopfte sich ein Pfeifchen und füllte zwei Gläser mit funkenrotem Wein, was der Situation etwas feierlich Romantisches und zugleich Einmaliges verlieh.
Dann schließlich rückte er sich wie ein Märchenerzähler in seinem Sessel zurecht und begann.
„Es war spät geworden, als ich noch bei Recherchen zu meinem neuesten Katalog saß. Ich hatte die Tür zu meinem Laden schon vor Stunden verriegelt, war noch einmal wegen der Suche nach einem Buch in den Laden hinübergegangen, als ich plötzlich einen brenzligen Geruch in meinem Arbeitszimmer vernahm. Der Raum wurde nur von meiner Stehlampe erhellt, sodass ich nicht gleich bemerkte, was sich in einer Ecke des Raumes verändert hatte. Erst ein leises Räuspern, das mir wie ein Blitz in die Glieder fuhr, ließ mich meinen Lampenschirm in die Ecke des Raumes drehen. ... "

Dieser kleine Ausschnitt soll die Lust des Lesens für den in Kürze in einer Auflage von 30 Exemplaren erscheinenden 17. Einbogendruck des Pirckheimers Harald Kugler wecken! Das Heft kann, wie das bereits erschienene Heft 15 (Gutenbergensis) und vorangegangene Drucke zum Subskriptionspreis von 4 € beim Autor bestellt werden.

Hugo Hoffmann, Foto © Wolfgang Felber

Gott grüß’ die Kunst!

Vor fast 50 Jahren gründete Hugo Hoffmann in Kreuzberg die Atelier-Handpresse. Er hat indes nicht nur als Buchdrucker mit den Künstlern der Kreuzberger Bohème zusammengearbeitet, ihre Werke als bibliophile Kostbarkeiten herausgebracht. In seiner Galerie „Kelleratelier Künstlerpech“ hat er sie auch immer wieder ausgestellt und gesammelt (seine umfangreiche Artur-Märchen-Kollektion spendete er unlängst dem FHXB Museum). Und er kann Geschichten erzählen von Kurt und Willi Mühlenhaupt, Artur Märchen und all den anderen, die in den 1960er – 1980er Jahren das Flair der Kreuzberger Kunstszene ausmachten. Hugo Hoffmann selbst, sein Wirken ist der lebendige Beweis, dass die Tradition der Kreuzberger Bohème weiterlebt.

Anlässlich von Hugos 70. Geburtstag lädt das Friedrichshain-Kreuzberg Museum zu einem Abend mit Freunden und Gästen ein. Eine kleine Ausstellung mit Hugo Hoffmanns Druckerzeugnissen wird es auch geben.

26. Januar 2018, 19.00

FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95A
10999 Berlin-Kreuzberg

Deutsch-Niederländische Grafikbörse

Die Corvinus Presse mit Hendrik Liersch wird an der 31. Deutsch-Niederländischen Grafikbörse teilnehmen, genau wie der Pirckheimer Wolfgang Grätz mit dem Artclub der Büchergilde und Inka Grebner wird die augen:falter präsentieren - nur drei der 70 Aussteller, darunter Studierende aus Bochum und Osnabrück, Galerien, aber auch Fotografen und Antiquariate. Die Börse ist schon lange ein wichtiger Treffpunkt für Grafikkünstler und -freunde aus ganz Deutschland und den Niederlanden, die in Borken am ersten Märzwochenende wieder die gesamte Bandbreite serieller Drucktechniken zeigen werden. Neu in diesem Jahr ist die Vorstellung eines grenzüberschreitendes Grafiknetzwerkes, welches sich aus der Zusammenarbeit der Künstler entwickelte.

Messe: 2. - 4. März 2018

Stadthalle | Am Vennehof 2 | 46325 Borken, Nordrhein-Westfalen

Wackelkopf & Das Pendel

"Wackelkopf & Das Pendel" ist der Titel eines neuen Blattes des Pirckheimers miley, ein mehrfarbiger Holzschnitt von der Verlorenen Form, in welchem sich der Künstler dem Thema des Kehlkopfoperierten zu nähern versucht.

Weitere Arbeiten, darunter Mail Art, Künstlerbücher und Aktionen von miley, der unter anderem auch im Selbsthilfeverein der Kehlkopfoperierten Berlin aktiv ist, finden sich auf seiner Homepage oder hier im Blog.

Mo, 22.01.2018

Das Blatt "Zeitungsleser in der Straßenbahn" von Josef Hegenbarth wartet auf den Aufdruck einer Zueignung des BBA

Lettertypen, BBA und Hegenbarth

Heute Abend trafen sich die Mitglieder und Freunde des BBA bei den Lettertypen in Adlershof. Die ehemalige Druckerei Lutz Nessing, 2014 von den Lettertypen wiedereröffnet, versteht sich nicht nur als eine Werkstatt des Buchhochdrucks, sondern als eine Institution, die dieses Handwerk traditionellen Druckens bewahren möchte. Heute drucken hier u.a. auch Studenten, Künstler, Pädagogen und Pirckheimer, Akzidenzen stehen auf dem Programm genauso wie Verlagsaufträge.

Daniel Klotz, der zum heutigen Bibliophilen Abend die Hörer gastlich empfing, begeisterte die Teilnehmer mit seinem Enthusiasmus und einer Sachkenntnis, die selbst den Mitgliedern des Berliner Bibliophilen-Abend, die ursprünglich als Bewunderer fast vergessener Druckmaschinen nach Adlershof gekommen waren und für die die Beschäftigung mit Papier, Drucktechniken und der jüngeren Geschichte des Druckens nicht fremd sind, neue Erkenntnisse brachten.

In der Werkstatt fanden sich dann auch Blätter eines der neuesten Aufträge der Lettertypen - das in 4 Tagen erscheinende Buch "Wem die Glocke schlägt", welches alle Illustrationen von Josef Hegenbarth zu Schillers "Lied von der Glocke" enthält und welches in einer nummerierten Teilauflage als Jahresgabe des BBA ausgereicht wird.

Das Buch konnte heute noch nicht verteilt werden, aber Daniel Klotz gab allen Teilnehmern Gelegenheit, ein selbst gedrucktes Blatt "Lesen macht schön" mit einer Widmung des heutigen Abends mit nach Hause zu nehmen. Danke!
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... weitere Fotos hier

Sa, 20.01.2018

Buchkunst
Bucheinband und Buchdruck
Buchdesign und Buchgraphik, Fotos © Elke Rehder

Wie ein Buch gedruckt wird

Grafiker und Drucker in Buenos Aires 1936–1950

Die Stiftung Luis Seoane in A Coruña in Spanien veröffentlichte im November 2017 einen umfangreichen Ausstellungskatalog zum Thema Grafikdesign und Buchkunst in Buenos Aires. Die Pirckheimerin Elke Rehder hat David Carballal, den Kurator der Ausstellung, bei Recherchen unterstützt. Insbesondere ging es dabei um Material zu dem 1890 in Lemberg geborenen Kunstverleger Jakob Hermelin und der 1904 in Elberfeld geborenen Fotografin Grete Stern.
 
Jakob Hermelin gab 1924 in Ulm ein Jahrbuch mit dem Titel Situation 1924. Künstlerische und kulturelle Manifestationen heraus. Es enthält Beiträge über Max Beckmann, Rudolf Großmann, George Grosz, Willi Habl, Karl Hofer, Alfred Kubin, Karl Rössing, Edwin Scharf u. a. In Berlin betrieb Hermelin ab 1925 eine Kunsthandlung und organisierte Ausstellungen mit Werken von Lovis Corinth, Oskar Kokoschka und der Künstlergruppe Der Fels. In seinem Verlag erschienen Grafiken und Mappenwerke von Max Beckmann, Otakar Kubín, Willi Geiger, Boris Grigorjew, Friedrich Heubner, Karl Hofer, Georges Kars, Rolf Nesch, Max Pechstein u. a. Jakob Hermelin emigrierte im August 1936 nach Buenos Aires.

Grete Stern gründete um 1930 mit Ellen Rosenberg, die später Walter Auerbach heiratete, das Fotostudio ringl + pit für innovative Porträt- und Werbefotografie. Grete Stern fotografierte u. a. Karl Korsch, Bert Brecht und Helene Weigel. 1935 heiratete sie in London den Fotografen Horacio Coppola, der zuvor mit ihr am Bauhaus bei Walter Peterhans studierte. Beide emigrierten nach Argentinien, wo sie 1937 in Buenos Aires ein Fotostudio eröffneten. Dort trafen sich Schriftsteller wie Pablo Neruda und Jorge Luis Borges. Grete Stern starb 1999 und Horacio Coppola 2012 in Buenos Aires.

Die Kuratoren David Carballal und Silvia Longueira suchen Kontakt zu Institutionen in Deutschland, welche die Ausstellung oder Teile davon übernehmen möchten. Interessenten können sich gern an Elke Rehder wenden oder an David Carballal.

Neues von einem neuen Mitglied

Die Pirckheimer-Gesellschaft hat seit heute ein neues Mitglied: Helmut Schulze (offizin parvus) und ebenfalls seit heute finden sich auf der Seite der Edition vier Neuerscheinungen in der Rubrik Künstlerbücher/Unikate. Das aktuellste Werk ist "Marie O´Kennedy / Helmut Schulze, OHNE WORTE".

Das Buch „Inventare de ma chambre“ von O´Kennedy, 1887 erschienen, nimmt das Thema „Zimmerreisen“ auf (siehe auch Xavier de Meister „Die Reise um mein Zimmer“ und „Die nächtliche Reise um mein Zimmer“).
Maries minutiöser Beschreibung ihres Zimmers und der damit verbundenen Absicht, hinter der sichtbaren Welt der Erscheinungen eine unbekannte Welt zu erkunden, wurde die gegenwärtige Erfahrungs- und Erlebniswelt des Buchkünstlers gegenübergestellt.
Die Seiten des Buches wurden zusammengeklebt oder übermalt, so dass der Text nicht mehr lesbar ist und nur noch einzelne Illustrationen zu sehen sind. Diese wurden durch eingeklebte Zeichnungen und Bilder ergänzt.
Der Originaleinband – rotes Leder mit echten Bünden und goldenen Zier- sowie Schriftprägungen – wurde mit schwarzer, roter und weißer Acrylfarbe bemalt.

Besucher der artbook.berlin haben die offizin parvus dort kennengelernt - die offizin parvus lernte dort die Pirckheimer kennen und schätzen.

Karl-Georg Hirsch zum 80.

Zum 80. Geburtstag des Leipziger Künstlers Karl-Georg Hirsch präsentiert die Herzog August  Bibliothek Wolfenbüttel ab Februar die Ausstellung "... Friß die Reste des Vergessens", die sein künstlerisches Schaffen über Jahrzehnte  darstellt.

Hirsch gehört zu den bedeutendsten deutschen Holzschneidern der Gegenwart und hat insbesondere im Bereich des Holzstichs Herausragendes geleistet. Der emeritierte Professor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 2011 den Gutenberg Preis der Stadt Leipzig.
Seine Buchillustrationen wurden in der DDR und von der Stiftung Buchkunst in der BRD mehrfach mit dem Titel "Schönstes Buch" ausgezeichnet.

Das Ausstellungsgut stammt vorwiegend aus der Sammlung Dr. Beate und Dr. Peter Labuhn (Stendal), das durch Material der Malerbuchsammlung der Bibliothek ergänzt wurde. Als Laudator in der Eröffnungsveranstaltung konnte Peter Gosse (Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste) gewonnen werden.

Ausstellung: 2. Februar - 27. Mai 2018

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Fr, 19.01.2018

Jana Lippmann präsentiert in München die Zahlen zum Käufermarkt © Mathis Beutel

Jüngere kaufen weniger Bücher

Eine interessante und auch wichtige Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchandels bestätigt einen dramatischen Rückgang von Buchkäufen, was aber kaum Einfluss auf die Umsatzzahlen des Buchhandels hat, da Bücher teurer wurden.

Eines vollzieht sich offensichtlich parallel zum Mitgliedsalter und zu Mitgliederzahlen bibliophiler Gesellschaften. Das Alter der Mitglieder bibliophiler Gesellschaften steigt, naturgemäß. Auf der anderen Seite verschwinden Bücher und damit das Interesse daran immer stärker aus dem Fokus Jüngerer, vermutlich sozial und kulturell bedingt. Der Rückgang betrifft überproportional die junge und mittlere Altersgruppe (14 - 59) - unabhängig vom Bildungsniveau. Was in diesem Zusammenhang wenigstens optimistisch stimmt ist, dass das gut gemachte, bestens illustrierte und liebevoll gestalte Buch am Markt gewinnt. Vielleicht sogar auch das Buch als Kultur- oder Kunstobjekt, so die Hoffnung eines Bibliophilen.

Für die Pirckheimer-Gesellschaft besteht derzeit die größte Herausforderung darin, dem drohenden Verlust des Interesses am Buch entgegenwirken und sie ist in den letzten Jahren gerade bei jüngeren Freunden am Buch erfolgreich.

Für den Bibliophilen ist das Buch ein Kulturobjekt und kein Mittel zur Generierung von Umsatz, gerade deshalb verweist folgender Kommentar von "Ulrich" auf einen kritischen Zustand: "Wenn das Buch zum Printburger [herrlich]verkommt, man nur noch versucht den Mainstream mit entsprechendem Druckwerk zu füttern und es mehr um Umsatz als Umbruch geht sollte man sich nicht wundern. Das Buch ist ein schnell verderblichet Konsumgegenstand geworden dessen MHD sich mittlerweile nach Wochen berechnet. Heute SM und morgen Taliban. Nicht mehr der Autor beinflußt die Massen sondern die Massem bestimmen wer Autor wird. Direkte Folge der Buchdiscounterei und dem handwerklich immer schlechteren Produkt. Wer nur auf Umsätze schielt wird im Haufischbecken Konsum nicht überleben."

(ad)

Artikel lesen: Der Buchmarkt verliert vor allem jüngere Käufer