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Pirckheimer-Blog

Di, 20.04.2021

Warten

Gerade in Corona–Zeiten bekommt Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“ eine erstaunliche Aktualität. Darin warten zwei Landstreicher, Wladimir und Estragon auf eine dritte Person namens Godot, die niemals kommt. Was viele Zuschauer nicht verstanden haben, war der Umstand, dass es Beckett nicht nur um die Person Godot ging, sondern um die Tätigkeit des Wartens generell. Sie ist für ihn existenziell, gehört zum Menschsein wie das Atmen stets dazu. Unser Dasein bleibt von Anfang an bis zum Ende ein Warten. Wir warten immer. Worauf wir warten, ist letztendlich egal. Der Mensch ist, also wartet er. Soweit Beckett. Aktuell warten wir darauf, dass die Pandemie vorbeigeht, dass wir unsere Freiheit zurückerhalten, ungehindert und uneingeschränkt uns wieder bewegen können und dürfen. Wir wissen nicht, wann dies sein wird. Und nun kommt ein weiterer Begriff hinzu, den Beckett eng mit dem Warten verknüpfte. Es war das Hoffen. Uns ergeht es ähnlich. Wir blicken ängstlich oder erwartungsvoll auf Inzidenzen. Zahlen, die sich täglich bewegen. Darin lauert sowohl die Gefahr wie auch die Zuversicht. Das Warten wird erträglicher oder qualvoller. Ein Ende ist nicht abzusehen. Dazwischen gibt es Langeweile. Wladimir und Estragon beginnen mit grotesken Wortspielen. Als Theaterbesucher war man davon genervt, ähnlich wie wir es heute von den schnell überholten Aussagen der Politiker sind. Es fehlt ein Konzept. Alle wissen, es wird dringend benötigt, nur keiner weiß, wie es aussehen soll. Manche ersehnen deshalb eine starke Politikerpersönlichkeit herbei. Einer, der uns aus dieser Krise retten könnte. Gerne dürfte er auch Godot heißen. Nur dieser kam ja nie. So bleibt nur: warten.

(Michael Eschmann)

Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim, ist ausgebildeter Buchhändler. Seit 1985 Veröffentlichungen in verschiedenen Medien, darunter zahlreiche Beiträge zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, mit den Schwerpunkten: Literatur und Kunst. Er betreibt in Griesheim bei Darmstadt ein Versandantiquariat. 2015 erfolgte die Veröffentlichung des ersten Theaterstücks „Dantons Tod in Weiterstadt“.

Mo, 19.04.2021

© 2021 Atlas Obscura

Der „Büchermarder“

In der taz vom 17./18. 04. 21 wurde unter dem Titel "Dem Büchermarder auf der Spur" ein Artikel des englischen Journalisten J. A. Brown über Norbert Schild wiedergegeben, im Original hier nachzulesen:

"Am Nachmittag des 21. Februar 2006 setzt sich Norbert S. im Lesesaal der Stadtbibliothek Trier an einen Tisch und öffnet ein 400 Jahre altes Buch über europäische Geografie. Mit geübten Handgriffen legt er ein weißes Blatt Papier über die aufgeschlagenen Seiten Nr. 375 und 376, zückt ein Teppichmesser und schneidet eine Karte heraus: das Elsass.
[...]
International ist die Nachfrage nach antiken Karten groß. René Allonge war am Berliner Landeskriminalamt mit dem Fall S. betraut. Er ist Leiter der Abteilung für Kunstkriminalität. „Man denkt: ‚Wer macht denn so was? Kann man damit überhaupt Geld verdienen?‘ Ja. Dafür gibt es einen Markt.“ Ein Bibliothekar vermutet, dass S. in den späten 1990er Jahren mit den Diebstählen, die ihm bisher angelastet werden, etwa 200.000 Mark pro Jahr verdient haben könnte.
Seit dem Vorfall von 2006 schaut die deutsche Bibliothekswelt eine Weile gespannt nach Bonn. Auf die Ermittlungen gegen S. bei der dortigen Staatsanwaltschaft. Doch sie erhebt keine Anklage. Die Vorwürfe stützen sich in erster Linie auf Indizien: Die Bibliotheksangestellten können zeigen, dass S. die beschädigten Bücher benutzt hat. Beweisen, dass er die Seiten herausschnitt, können sie nicht.

[...]
Im Juli 2017 taucht S. in der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck auf, diesmal gibt er sich als emeritierter Geschichtsprofessor aus. Nach seinem Besuch recherchiert die Bibliothekarin Claudia Sojer online zu dem Gast und findet in einem Bibliotheks-Newsletter die Warnungen vor dem Büchermarder. Sie untersucht eine Kepler-Ausgabe aus dem Jahr 1627.
[...]
2019 ergeht das Urteil der Richterin Barbara Monstadt: Ein Jahr und acht Monate Gefängnis ohne Bewährung.
[...]
S. hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Für die Schuld seines Mandanten sprächen lediglich „reine Indizien“, so sein Anwalt.
[...]
In der Landesbibliothek in Oldenburg steht auf einem Regal hinter dem Informationsschalter zwischen einem Drucker und einigen Wörterbüchern noch immer ein Foto von S., im Anzug mit Krawatte. Auffällig platziert ist es nicht, jede weitere Erklärung fehlt. Man könnte es glatt für ein Andenken an einen ehemaligen Kollegen halten. Nur die Angestellten der Bibliothek kennen die Bedeutung des Fotos: Es ist eine Warnung."

(kompletten Artikel in der taz lesen)

So, 18.04.2021

Ein Druck für HAP Grieshaber

Ein Druck, der von den Bücherkindern Brandenburg als einer der ersten im Druckladen der Galerie Sonnensegel für HAP Grieshaber gemacht wurde, steht nicht nur auf Deutsch, sondern auch in drei weiteren Sprachen zur Verfügung.
Die Blätter im Handsatz und Handpressendruck wurden durch den Betreuer der Bücherkinder, Armin Schubert, bereits in Indien, Finnland, Taiwan, in der Alhambra und in Frankreich vorgestellt.

Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg an der Havel

Do, 15.04.2021

Constanze Kreiser, Gemälde, Monoprints, 29,7 x 21 cm, Unikat (Galerie East, Perth, Australien)

Constanze Kreiser zum Welttag des Buches

Die Pirckheimerin Constanze Kreiser wird rund um den Welttag des Buches auf 4 Ausstellungen vertreten sein.

Ab dem 23. April 2021, dem Welttag des Buches, ist sie mit 2 kleinen Buchskulpturen an einer Gemeinschaftsausstellung in der Bower Ashton Library zum Thema 'Flowers' beteiligt.

Ab dem 30. April 2021 zeigt die Gallery East in Perth, Australien, ebenfalls 2 Künstlerbücher der Buchkünstlerin: Seestücke II und BWL 9, also Landschaftsthemen. Es erscheint ein Katalog.

Zwei weitere Ausstellungen sind Bestandteil der 2. Tage des offenen Brandenburgischen Buches 2021, die im ganzen Land Brandenburg Literatur und Buch feiern.
Ab dem 23.4.2021 wird in den Fouqué Bibliothek Brandenburg die Einzelausstellung von Constanze Kreiser 'Schrift Bild Körper' gezeigt. Ob sie besuchbar sein wird oder nur ein Film entsteht, steht noch nicht fest.
Mit der Ausstellung verbunden ist eine Aktion, die über versteckte Lesezeichen an die Zerstörung der berühmten Bücherstrasse in Bagdad am 5. März 2007 erinnert. Initiator vielfältiger Aktionen ist der Amerikaner Beau Beausoleil.

Ab dem 28. April 2021 bis Ende Mai zeigt Constanze Kreiser in Radlow Diensdorf bei Bad Saarow ihre Druckgraphiken. Holz- und Linolschnitte zu Landschaften am Wasser.

Mi, 14.04.2021

© Foto: Google

Google-Doodle zu Johannes Gutenberg

Auf dem heutigen Google-Doodle ist Johannes Gutenberg zu sehen, welcher als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern sowie der Druckerpresse gilt und damit die moderne Buchproduktion begründete. Später wird das Buchdruckverfahren auch als ein Kernelement der Renaissance aufgefasst.

Das Google-Doodle für Johannes Gutenberg, übrigens erst das 8. in diesem Jahr, besteht aus einem an zeitgenössischen Darstellungen orientierten Porträt, der Druckerpresse und einem Schriftzug von Google. Dieser ist spiegelverkehrt dargestellt, so wie er gesetzt wird, um im Druck richtig herum zu erscheinen.

Warum für das Doodle der heutige Tag gewählt wurde, ist unklar, in der Beschreibung heißt es: “Das heutige Doodle feiert Gutenberg anlässlich des Jahrestages im Jahr 2000, als das Gutenberg-Museum zu seinen Ehren eine retrospektive Ausstellung startete.

Der Erfinder Johannes Gutenberg im Porträt (Augsburger Allgemeine)

Mo, 12.04.2021

Katalog der ausgefallenen Leipziger Antiquariatsmesse 2020

Katalog der Leipziger Antiquariatsmesse

Liebe Freund*innen der Leipziger Antiquariatsmesse,

gerne hätten wir Sie am 27. Mai in der Halle 3 der Buchmesse als Besucher begrüßt, aber auch dieses Jahr ist das aus bekannten Gründen nicht möglich. Als kleinen Ersatz haben sich 48 Antiquare an einem Gemeinschaftskatalog beteiligt, in dem Autographen, antiquarische Bücher und Graphiken zum Verkauf angeboten werden. Der Katalog wird ab dem 10. Mai hier veröffentlicht.

Auch die Verleger bibliophiler Editionen, Graphiker und Einbandkünstler hatten sich auf Ihren Besuch gefreut. 19 Pressendrucker haben sich am Katalog beteiligt und werden ab dem 10. Mai ihre neuesten Publikationen vorstellen. Darunter auf einer Doppelseite auch die Pirckheimer-Gesellschaft.

Der gedruckte Katalog ist kostenlos und kann bei der Pirckheimer-Gesellschaft oder beim Veranstalter angefordert werden.

(Detlef Thursch)

Fr, 09.04.2021

Buchdruck und Buchbinden im 16. Jahrhundert

Video aus dem Victoria and Albert Museum, London

Do, 08.04.2021

Verlosung der DVD "The Booksellers"

Der Film "THE BOOKSELLERS – Aus Liebe zum Buch" konnte Ende letzten Jahres nach nur wenigen Tagen um den Kinostart herum aufgrund der Pandemiebeschränkungen leider kaum im Kino gezeigt werden.
Nunmehr wird er jedoch pünktlich zum Welttag des Buches am 23. April 2021 auf DVD veröffentlicht und kann dann auch gestreamt werden.

Bereits jetzt kann der Film über die Webseite des Filmverleihs vorbestellt werden. Wer jedoch die 18.90 €, die die DVD kosten wird, sparen will, hat die Möglichkeit an einer Verlosung des Films teilzunehmen. Dafür wurde der Pirckheimer-Gesellschaft für Leser dieses Blogs einige Exemplare zur Verfügung gestellt - senden Sie einfach eine E-Mail mit dem Betreff "The Booksellers" und schreiben Sie, wo Sie auf die Verlosung aufmerksam wurden, hier über unseren Blog oder auf Facebook.

Die Gewinner werden hier am Welttag des Buches mit Nachname und Stadt bekanntgegeben.

Mi, 07.04.2021

Ferdinand Puhe auf dem Bronzesessel "Dem ungelesenen Buche" von Liesel Metten vor dem Gutenberg Museum Mainz, Foto: privat

Bronzesessel "Dem ungelesenen Buche"

"Liesel Metten, 1938 in Recklinghausen geboren, studierte nach der Schulzeit an der Münchener Akademie Bildhauerei, war aber immer auch als Grafikerin tätig. Sie illustrierte zudem mehrere Bücher. Henry Moore, den sie in seinem Haus Hoglands besuchen konnte, ermunterte sie, dem eingeschlagenen Weg als Bildhauerin zu folgen. Für ihre Bildhauerarbeiten – meist Bronzeguss – erhielt sie nationale und internationale Preise. Ihre Großplastiken sind in mehreren Städten auf öffentlichen Plätzen zu finden [...].
Im Herbst gestaltete Metten zusammen mit den Kindern der Liesel-Metten-Schule in Nieder-Olm zu Ehren des Schriftstellers
Wilhelm Holzamer einen Büchersessel in Originalgröße, dessen Rohform von den Schülern aus zusammengetragenen Büchern geschichtet wurde. Der erste Bronzeguss wurde vor der Pfarrkirche im Wohnort der Künstlerin aufgestellt, und er wird gern als Sitzgelegenheit genutzt, manchmal wohl auch zum Lesen. Ein weiterer Guss wurde [in Mainz vor der Universitätsbibliothek der Johannes Gutenberg-Universität und vor] dem Gutenberg-Museum aufgestellt."

(Ferdinand Puhe, in Marginalien 236, S. 124)

Di, 06.04.2021

ALLES FÜR DIE KATZ, 49. Druck der burgart-presse von Jens Henkel, Teilauflage als Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft 2020 mit beigelegter Graphik von Klaus Ensikat

BURGART-PRESSE

Im Kabinett zeigt die Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt am Main ab heute für 6 Wochen die Ausstellung: Die burgart presse Rudolstadt

"Man schaut auf die perfekten Künstlerbücher der burgart presse und nimmt sie wie selbstverständlich, aber wie kam es denn dazu, dass ein gewisser Jens Henkel in der thüringischen – pardon – Kleinstadt Rudolstadt (25.000 Einwohner) 1990 einen der bedeutendsten Pressendruck-Verlage des jungen Gesamtdeutschland gründeten und 30 Jahre lang eine bibliophilen Kostbarkeit nach der anderen vorlegte, daneben Werkverzeichnisse und Monografien? Dem es zudem gelingen konnte, Autor/inn/en wie Walter Jens und Christa Wolf, Friederike Mayröcker und Adolf Endler für Klein(auflagen)-Editionen mit überschaubarem Honorar-Ertrag zu gewinnen.

Henkel, Jahrgang 1953, ist von Haus aus akademisch ausgebildeter Museologe – ein Studiengang, den es nur in der DDR gab, und man muss kein Prinz sein, um zu konstatieren: Es war nicht alles schlecht –, und Historiker, und arbeitete als solcher neben seiner Verlegertätigkeit immer auch im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg in Rudolstadt.

Er war in der DDR ein interessierter Sammler von Drucken der alternativen Kunst- und Literaturszene, die zwar von der Stasi akribisch überwacht wurde, aber ihre oft original-grafischen Hefte und Bücher bei Auflagen unter 100 Exemplaren ohne Druckgenehmigung produzieren durfte. Bald entstand in Henkel der Wunsch, auch selbst wider den Stachel zu löcken und Widerständiges als Ausdruck des eigenen Lebensgefühls zu publizieren.

Da er die eigenen bildnerischen wie poetischen Fähigkeiten als nicht genügend einschätzte, wurde er zum Ideenproduzent, Anreger und Organisator. Bücher wie „Türen“ von Jörg Kowalski mit Grafiken von Steffen Volmer, dessen Türen keine Klinken aufwiesen, erschienen unter dem Dach der Bibliophilen-Vereinigung Pirckheimer-Gesellschaft oder der Karl-Marx-Städter Galerie Oben, die erfolgreich Abstand zu staatlichen Institutionen hielt und in der auch Klaus Süß groß wurde, von dem später sechs Pressendrucke in der burgart presse erscheinen sollten." ... weiterlesen

(Wolfgang Grätz, 236. Frankfurter Grafikbrief)

Kabinett-Ausstellung: 6. April - 16. Mai 2021

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt am Main

Mo, 05.04.2021

500 Jahre Buchdruckerkunst, 1440 - 1940, Tunnelbuch, hrsg.: Bauersche Gießerei in Frankfurt, Illustration: Fritz Kredel
Fritz Otto, "Assistent" des Buchbinders Peter D. Verheyen stellt das Buch "500 Jahre Druckkunst" vor: "ohne die Buchdruckerei gäbe es viel weniger Buchkunst." (Fotos © Peter D. Verheyen)

Buchbinden ist immaterielles Kulturerbe

Das Buchbinder-Handwerk gehört seit dem 1. April 2021 zu den in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommenen lebendigen Traditionen.
Wir sind stolz, dass das Buchbinder-Handwerk diese besondere Würdigung erfährt“, erklärt Maik Beckmann, Vorsitzender des Bundes Deutscher Buchbinder, Aachen. „So wird unterstrichen, dass das Buchbinder-Handwerk historisch und gegenwärtig ein wesentlicher Teil unserer Kultur ist. Bucheinbände bewahren und schützen den auf Papier geschriebenen Inhalt; über die Jahrhunderte kommen unterschiedliche Materialien und Werkstoffe zur Anwendung. Letztendlich gilt es für das Buchbinder-Handwerk in besonderer Weise, historische und gleichzeitig traditionelle Bindetechniken nicht nur zu bewahren, sondern auch im Rahmen einer qualifizierten Ausbildung weiterzugeben. Die Anerkennung [...] unterstreicht einmal mehr die gesellschaftliche Bedeutung, Individualität und Einzigartigkeit des Handwerks – im Kontrast zur industriellen Massenproduktion“, unterstreicht Maik Beckmann.

So, 04.04.2021

Ulrich Tarlatt, Frohe Ostern, Holzschnitt 2021

Ostern im ausgehenden Mittelalter

Einen Ostergruß schickte auch Ulrich Tarlatt aus Bernburg. Und die Pandemiemaßnahmen sind Anlass genug, in diesem Jahr einen zweiten Ostergruß an alle Mitglieder und Freundinnen der Pirckheimer-Gesellschaft ins Netz zu stellen. Dieser zusätzliche Gruß erfolgt mit einem Blick auf einen Osterspaziergang in Zeiten von Willibald Pirckheimer für alle, die in freiwilliger Quarantäne in ihrer Bücherstube sitzen, weil sie nicht als unvernünftig oder gar asozial gelten möchten.

... Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
...

(J.W.v.G.)

Peter Padubrin-Thomys, EIERWÄCHTER, 2020, Morgenzeichnung Osterspezial

Frohe Ostern

Mit diesem EIERWÄCHTER von Peter Padubrin-Thomys, Leipzig, wünschen wir allen Pirckheimern und Bücherfreunden, Liebhabern des Gedruckten und der Graphik ein Frohes Osterfest und die baldige Auferstehung des kulturellen Lebens!

Sa, 03.04.2021

Volker Pfüller, Holzschnitt der verlorenen Form in 650 Exemplaren zweifarbig gedruckt von Thomas Siemon im atelier carpe plumbum, Leipzig, im Januar 2020, originalgraphische Beilage zu den Marginalien #236

Einladung zur Subskription

30. Jahresschrift für Künstlerbücher und Handpressendrucke / Edition 2021 / Jubiläumsausgabe 

  • Aufsätze/Essays zu Buchkunst, Buchhandwerk, über Sammlungen, Initiativen, Künstler und Verlage:
  • Exlibris. Die Geschichte einer Sammlung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutsche Nationalbibliothek (Gabriele Netsch)
  • Volker Pfüller 1939-2020 (Red.)
  • Auskunft über Volker Pfüller (Anne Braun / Archiv)
  • Trauer um Prof. Volker Pfüller (Prof. Thomas M. Müller)
  • Artist in Residence. Ein neues Programm der Giesecke+Devrient Stiftung im Museum für Druckkunst Leipzig (Clara Marie Thöne)
  • 30. Sächsisches Druckgrafik Symposion. Schwarze Kunst ohne Publikum (Jost Braun)
  • Wer bin ich? - Identität in Bildern. Ein Diplomprojekt an der HGB Leipzig von Monika Miceviciute (Ilse Riediger)
  • Gedicht "Fehlende Worte" (Ingo Cesaro)
  • Die originalgraphischen Beigaben der 30. Jahresschrift für Künstlerbücher (Jost Braun)
  • IAKH - Die Jahresschriften 1992 bis 2020
  • IAKH - Ausstellungen und Aktionen 1992 - 2021

Mehrere Ausgabe-Varianten mit je 4 sign. Originalbeiheftungen: 

  • Buch im Buch "Das gesetzte Kleid. Meine Linotypegeschichte / 1. Kapitel der Fortsetzungsgeschichte" - Essay von Svea Gustavs (8-seitige Sonderbeiheftung; Bleisatz von der Linotype, Druck Original Heidelberg Zylinder, signiert, numeriert)
  • abwechselnd je eine von vier Original-Radierungen zum Thema Totentanz von Steffen Braumann ("nahe am Nachtkasten", "hello again", "recht seltsam" bzw. "Parkfest Sallgast 1986")
  • je ein farbiger Fine Art Print zum Projekt "Wer bin ich? - Identität in Bildern" von Monika Miceviciute (zwei wechselnde Motive)
  • abwechselnd je eine Originalgraphik von Petra Schuppenhauer ("Bewegung", Holzschnitt), Sebastian Speckmann (Linolschnitt), Lisa Wilkens ("Das war mal Zukunft", Spiritus-Flachdruck) oder Diogo de Calle (Steindruck)

Format A5, mehr als 100 Abbildungen plus originalgraphische Beigaben in wechselnder Sortierung.

Subskription bis 12.04.2021 ein Exemplar 64 Euro (nur ab Verlag)
ein weiteres Exemplar 69 Euro
danach wenige Restexemplare je Variante ab 79 Euro bis ca. 120 Euro auf Anfrage.

Originalbeilagen - hier können Sie sich ansehen, welche Motive in den Ausgaben der 30. Jahresschrift enthalten sind: 

zur Web Gallery 2021

Ulrike Geist in der Lyrikhandlung am Hölderlinturm, © privat

Lyrikhandlung am Hölderlinturm

In der im Märtz eröffnete Lyrikhandlung in Tübingen finden Kunden neben zeitgenössischer Lyrik auch antiquarisches und anspruchsvolle literarische Belletristik, Biografien und Briefwechsel.

Gründerin Ulrike Geist hat als Kunsthistorikerin und Germanistin lange als Herausgeberin eines Kulturjournals und Redakteurin diverser Kulturmagazine gearbeitet. Mit dieser Lyrikhandlung erfüllt sie sich einen "schon lang gehegten Traum". „Nur wenige Orte erfüllen die Seele mit so viel Hoffnung wie ein Buchladen.“, erklärt Ulrike Geist mit „tiefem Vertrauen, mit der Lyrik einen Platz in der Welt der Bücher zu finden. Doch Gerade die zeitgenössische Lyrik, die hier einen der Schwerpunkte bildet, gehört zu den derzeit aufregendsten Kunstformen unserer Zeit und dennoch scheint dies abseits einer größeren Öffentlichkeit vorzugehen.“Sie findet, Lyrik brauche mehr denn je "auch eigene Orte der analogen Begegnung". Ein solcher Ort will die Lyrikhandlung am Hölderlinturm sein. Schon bald sollen in Leseabenden in ihrem Laden regelmäßig lyrische Neuerscheinungen zu Gehör gebracht werden.

Lyrikhandlung am Hölderlinturm
Bursagasse 15, 72070 Tübingen