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Pirckheimer-Blog

Fr, 30.04.2021

Alle Galgenlieder, illustriert von Hans Ticha

Exklusiv für ihre Mitglieder gibt die Büchergilde Gutenberg zu seinem 150. Geburtstag "Alle Galgenlieder" von Christian Morgenstern in einer opulenten von Hans Ticha kongenial illustrierten Ausgabe heraus.

Die Galgenpoesie ist ein Stück Weltanschauung. Es ist die skrupellose Freiheit des Ausgeschalteten, Entmaterialisierten, die sich in ihr ausspricht. Man weiß, was ein mulus ist: Die beneidenswerte Zwischenstufe zwischen Schulbank und Universität. Nun wohl: ein Galgenbruder ist die beneidenswerte Zwischenstufe zwischen Mensch und Universum. Nichts weiter. Man sieht vom Galgen die Welt anders an und man sieht andre Dinge als Andre“, so der Autor im Vorwort. Die Galgenlieder wurden zunächst 1895 im kleinen privaten Freundeskreis, dem Bund der „Galgenbrüder“, bei Ausflügen zum Galgenberg in Werder bei Potsdam vorgetragen. Man traf sich in Kneipen, zelebrierte auf ironische Weise schön-schaurige Rituale und sang Morgensterns dazu verfasste Texte: die Galgen-Lieder. Erst später, nämlich 1905, kamen die Galgenlieder dann in Buchform heraus und begründeten den literarischen Ruhm Morgensterns.

Christian Morgenstern, Alle Galgenlieder
Galgenlieder. Palmström. Palma Kunkel. Der Gingganz
farbig, Leinen, geprägt und bedruckt, mit 63 farbigen Illustrationen von Hans Ticha, 14,0 x 21,0 cm, Farbschnitt, 368  S.
Preis für Mitglieder 28 €

Do, 29.04.2021

Fontane-Illustrationen des Sonnensegel e.V.

2019 jährte sich der Geburtstag Theodor Fontanes zum 200. Mal. Dieses Jubiläumsjahr nahmen Schülerinnen und Schüler des „von Saldern- Gymnasiums“ in Brandenburg a. d. Havel zum Anlass, sich außerhalb des Deutsch- Unterrichts mit Theodor Fontane zu beschäftigen. Im Rahmen eines Kunstkurses entstanden mehrfarbige Linolschnitt- Illustrationen zu Fontane- Texten, die ihnen im Schulalltag begegneten. Die Grafiken der Kursteilnehmer/innen wurden im GUTENBERG-DRUCKLADEN des „Sonnensegel e.V.“ gedruckt und in einem Kunstkalender vereint. Dieser Kalender kann nach wie vor in der Galerie „Sonnensegel“ erworben werden - Preis 20 Euro.

Ab heute sind die Illustrationen zu den bekanntesten Werken des Dichters im Gesundheitszentrum der Stadt Brandenburg a.H. (Praxis Frau Dr. Schwerin) zu sehen.

MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum)
Johann-Carl-Sybel-Str. 1, 14776 Brandenburg

Ursula Lang, 2015, Foto © Ralf Parkner

IN ERINNERUNG AN URSULA LANG

Am 5. April starb Ursula Lang im Alter von 85 Jahren. In einem wichtigen Lebensabschnitt stand sie unerschütterlich an der Seite des Kunsthistorikers, Buchautors und Redakteurs Lothar Lang. Als Pädagogin war sie eine Freundin der bildenden Kunst; sammelte in bescheidenem Maße Grafik und Malerei. Auch später war sie freundschaftlich verbunden mit zahlreichen Künstlern, Gerhard Altenbourg, Dieter Goltzsche, Marlene Magnus, Max Uhlig, auch mit dem Schriftsteller Volker Braun. Schon vor einigen Jahren übereignete sie einen besonderen Teil ihrer umfangreichen Kinderbuchsammlung und ihre Sammlung von Neujahrsgrüßen der Staatsbibliothek Unter den Linden.

In mehr als 15 Jahren stand Ursula Lang an der Spitze der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg mit den bewährten preußischen Tugenden: Disziplin und Pflichtbewusstsein, Fleiß und Ordnungsliebe. Den Widrigkeiten des Wegs von ihrem Wohnort Beeskow (Spree) trotzte sie mit Gelassenheit. Ihre langjährigen Kontakte zu Institutionen und Persönlichkeiten beförderten das breite Spektrum der Themen in den Jahresprogrammen. Das Moderieren der bibliophilen Abende im im regionalen Zentrum Berlin erforderte viel Umsicht und vorbereitende Kleinarbeit, die meist im Verborgenen blieben. Außerordentlich sind ihre Beiträge für die Marginalien. Das Register der Hefte 151–235 (1998–2019) weist 38 kürzere Berichte über die monatlichen Veranstaltungen und 120 größere Textbeiträge zu Themen ihrer speziellen Interessen und Vorlieben aus.

Wir betrauern ihren Tod nach langer schwerer Krankheit. Die freundliche aufgeschlossene Art wird allen Mitgliedern, die sie seit Jahrzehnten kannten, lange und dankbar in Erinnerung bleiben.

(Robert Wolf)

Mi, 28.04.2021

© Simon Malz

AEPM – Konferenz der europäischen Druckmuseen 2021

Seit einigen Jahren sind das Haus der Stadtgeschichte und das Klingspor Museum für Buch- und Schriftkunst Mitglieder in der Vereinigung der Europäischen Druckmuseen. Diese Organisation mit über 100 Mitgliedern bildet ein Forum, auf dem Austausch zur Geschichte und zu Themen der Technik und der Kunst des Druckens, den Erhalt des Wissens und die Pflege dieses zentral bedeutsamen Bereichs der Kulturgeschichte pflegen will. Es zeigt sich zunehmend ein vermehrtes Interesse daran, parallel zu der rasanten Entwicklung der digitalen Kommunikation die tradierte Technik des Druckens im Auge zu behalten. Das Wissen um die Technik wird ebenso wertgeschätzt wie die künstlerischen Ergebnisse, die bis heute und absehbar auch in der Zukunft den Anreiz beweisen, der von der Nutzung der originalgrafischen Drucktechniken ausgeht. Museen einerseits und nicht (mehr) an Organisationen gebundene Experten finden sich in der AEPM, um deren Ziele gemeinschaftlich und im Blick auf verschiedenste thematische Facetten zu erörtern.
Die AEPM ist als Dachverband aktiv, der da unterstützen will, wo das nachhaltige Aufrechterhaltender Thematik Drucken und Drucktechniken in Rede steht.
Die Konferenz bietet mit zahlreichen Fachvorträgen und Filmen ein digitales Forum für alle Menschen, die sich heute mit den Themen Drucken und Druckgrafik verbunden fühlen.

20.05.2021 – 22.05.2021, Anmeldung bei Dorothee Ader
Programm

per Zoom

Di, 27.04.2021

Papyrusmuseum Wien © Österreichische Nationalbibliothek/Pichler

Wiedereröffnung des Papyrusmuseums

Das Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek bietet die weltweit größte Ausstellung antiker Schriftstücke. Nach einem umfassenden Relaunch präsentiert sich das Museum in neuem Glanz: Statt der bisherigen Objektpräsentation in dicht aufgestellten Vitrinenreihen werden die rd. 400 Originalobjekte nun in zeitgemäßem Ambiente mit neuem Begrüßungsraum, großflächigen Wandillustrationen und neuem Lichtkonzept vorgestellt. Um ein abwechslungsreiches Museumserlebnis für unterschiedlichste Zielgruppen zu ermöglichen, wurde die Dauerausstellung um mehrere Medienstationen ergänzt, zusätzlich gibt es einen Audioguide in Deutsch, Englisch und für Gehörlose, einen Erlebnisraum zum antiken Totenkult und einen erweiterten Kinderbereich für das Kulturvermittlungsprogramm. Ein eigens konzipierter Medientisch informiert über die Arbeit der PapyrologInnen, den antiken Unterricht, die auf Papyrus vertretenen Sprachen und Schriften sowie das magische Satorquadrat.
Schon vor der Eröffnung des Museums gibt es am Samstag, 1. Mai und Sonntag, 2. Mai kostenlose Online-Führungen mit Dr. Bernhard Palme, dem Direktor des Papyrusmuseums, sowie Dr. Angelika Zdiarsky, der Kuratorin der Dauerausstellung.

Wiedereröffnung: 4. Mai 2021

Papyrusmuseum
Heldenplatz, Neue Burg, 1010 Wien

Mo, 26.04.2021

© Klingspor Museum

Künstlerbuch

Künstlerbuch – und was geht mich das an?

Gespräch mit Dr. Stephanie Jacobs (Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig), Dr. Elke Purpus (Kunst- und Museumsbibliothek, Köln) und Prof. Dr. Peter Burschel (Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel)

Künstlerbuch: Was so selbstverständlich klingt, deckt begrifflich in Wirklichkeit eine enorme Spannweite der Konzeption und Machart von Buch ab. Völlig unterschiedlich sind die Inhalte und Konzepte, dazu die Materialien und deren Verwendung und Bearbeitung zum jeweiligen Buch. Die laufende Ausstellung „Born in the USA“ zeigt die ganze Spannbreite des zeitgenössischen Künstlerbuches. Begleitend zur Ausstellung sprechen nun drei Hauptverantwortliche renommiertester Bibliotheken über diese besonderen Rara in ihren riesigen Sammlungen verschiedenster Gattungen von Buch.
"Künstlerbuch - was geht mich das an?" - mit der zugespitzten Formulierung will Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums, seine Kolleginnen und Kollegen „aus der Reserve“ locken. Welche Verbundenheit haben die Gesprächsteilnehmenden mit dem Künstlerbuch und welchen Platz nimmt es in den verschiedenen Institutionen ein. Wie sind die Erwartungen, wie sich das Künstlerbuch gegen die Änderungen der Kultur und Medienwelt seinen Platz sichern kann.

Freitag, 7. Mai, 14 Uhr, Anmeldung bei Dorothee Ader

per Zoom und zeitversetzt auf dem youtube-Kanal des Museums

Fr, 23.04.2021

Verlosung zum Welttag des Buches

Der Film "THE BOOKSELLERS – Aus Liebe zum Buch" konnte Ende letzten Jahres nach nur wenigen Tagen um den Kinostart herum aufgrund der Pandemiebeschränkungen leider kaum im Kino gezeigt werden.
Nunmehr wurde er jedoch pünktlich zum Welttag des Buches am 23. April 2021 auf DVD veröffentlicht und kann dann auch gestreamt werden.

Sieben Exemplare der DVD konnten anlässlich des Welttages des Buches durch die Pirckheimer-Gesellschaft verlost werden. Folgende Gewinner erhalten die DVD „The Booksellers“ in den nächsten Tagen mit der Post:

Udo H. / Neuenhagen
Wolfgang Z. / München
Gerhard Sch. / Biblis
Sven P. / Wilhelmshaven
Gertrud C. / Stralsund
Sigrid W. / Magdeburg
Christian F. / Berlin

Do, 22.04.2021

Goethe - Erotica
Gerd Mackensen, „Nur eine Nacht“, Lithografie auf 21 x 28 cm Büttenpapier

Außer der Reihe

Herausgegeben und gestaltet von Jens-Fietje Dwars erscheint in der Edition Ornament des quartus-Verlag "Johann Wolfgang Goethe. Erotica" mit Farbzeichnungen von Gerd Mackensen.

Goethe gehört nicht nur bis heute zu den meistzitierten, sondern war bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch einer der meistzensierten Autoren deutscher Sprache. Eben weil er als Dichterfürst und "Lehrer der Nation" galt, durfte sein Werk nichts Unschickliches enthalten. Wobei er selbst Hand an seine Texte legte: Obszönes, wie "Hanswursts Hochzeit", Invektiven gegen die Doppelmoral der frömmelnden Speichellecker in den "Venezianischen Epigrammen" und sein Bekenntnis zur Lust an der Lust in den "Römischen Elegien" und dem späten Gedicht "Das Tagebuch" - all das hatte er in einer Mappe mit dem Titel "Erotica" ausgesondert und seinem Nachlass-Herausgeber Eckermann anvertraut. Die Editionsgeschichte der Texte gleicht einem Krimi, denn unliebsame Stellen wurden im Manuskript ausradiert, weggeschabt und abgeschnitten, als Geheimdepot im Staatsarchiv gelagert und erst 1914 in den Ergänzungsbänden der Weimarer Ausgabe gedruckt, und selbst dort noch unvollständig. Die vorliegende Ausgabe bringt all diese Texte, reduziert aber Goethe nicht auf das "Verbotene". Vielmehr folgt sie der Spur des Erotikers durch sein gesamtes Werk, um die Liebe - in all ihren Facetten und abgründigen Paradoxien - als den offenbar geheimen Motor seines Lebens und Dichtens freizulegen, sichtbar zu machen. Und dies dank der expressiv kraftvollen Zeichnungen des Malers Gerd Mackensen auf die denkbar schönste Weise.

192 Seiten, 15,5 x 24,5 cm, Festeinband in Ganzleinen schwarz mit Prägeschrift in Rot und Weiß sowie handgeleimtem Deckelschild in Prägung, durchgehend ganzseitige Farbabbildungen.
ISBN 978-3-947646-28-9, 39,90 EUR

Vorzugsausgabe A: Nr. 1 bis 20 mit der signierten Lithografie "Eine Nacht nur ..." sowie einer unikalen Originalzeichnung.
Da die Litho und ein Teil der Zeichnungen größer sind als das Format des Buches, fertigt die Buchbinderin Silke Steinhagen (Weimar) eine A4-Hülle aus 350 g-Karton mit eingelegtem Buch und einer Grafik-Mappe. Es besteht auch die Möglichkeit, weitere Originalzeichnungen, die für das Buch geschaffen wurden, zu erwerben, sie werden dann in der Mappe geliefert.
Preis ab 300 €, entspr. gewählter Zeichnung(en).

Vorzugsausgabe B: Nr. 21 bis 50 mit der signierten Lithografie "Eine Nacht nur ..."
Preis: 120 €

artGRAFIK Ahrenshoop

Die für Mai geplante artGRAFIK AHRENSHOOP, Messe für zeitgenössische Druckgrafik, Fotografie, Zeichnung & Künstlerbücher, wird "zu welchem Termin auch immer" stattfinden und wurde vorläufig erst einmal auf den September verschoben.

An ihr nehmen Angelika-Christina Brzóska / Dresden, Christophe Carbenay / Norden (Ostfriesland), Gerlinde Creutzburg / Langendamm, Tina Flau / Potsdam, Hans Götze / Ahrenshoop, Volkmar Herre / Stralsund, Rita Lass / Halle/S., Urte von Maltzahn-Lietz / Güstrow, Leipzig, Britta Matthies / Hohen Viecheln, Carola Pieper / Ahrenshoop, Gudula Zientek / Ribnitz-Damgarten, sowie die Pirckheimer Rainer Ehrt / Kleinmachnow, Henry Günther / Ribnitz-Damgarten, Linde Kauert / Postdam, Fred Lautsch / Stralsund und Klaus Raasch / Hamburg teil.

artGRAFIK AHRENSHOOP, geplant, noch unsicher: 9. - 12. September 2021

Strandhalle Ahrenshoop
Dorfstr. 16 b, 18347 Ahrenshoop

Mi, 21.04.2021

Anja Seidel, "Fürchte dich nicht!" | Plattenmaß 60,5 x 42 cm | Linolschnitt | 2018

STÖRENFRIEDE 

Die 13. Ausgabe der Biennale sächsischer Druckgrafik zeigt in der Ausstellung "Störenfriede" 100 Arbeiten von 78 Künstlerinnen und Künstlern, ausgewählt von einer Fachjury. Mit dieser Ausstellung zeigt das Museum für Druckkunst zum zweiten Mal die von der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz kuratierte Schau.

In den druckgrafischen Werken begegnen den Betrachtenden die Störenfriede auf mannigfaltige Art und Weise. Einerseits werden konkret erzählerische Perspektiven sowie symbolhafte Darstellungen aufgezeigt, andererseits begegnen uns die Störenfriede auch als überzeugende Auseinandersetzung mit Ordnung beziehungsweise deren Störung auf abstrahierter formaler Ebene. Kennzeichnend ist die Fortsetzung des Trends hin zu großformatigen, farbigen Werken, nicht selten als Unikat.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Eröffnung: 23. April 2021, Anmeldung und tagesaktueller negativer Coronatest
Ausstellung: 25. April - 13. Juni 2021, unter Vorbehalt und mit Anmeldung

Werkstattmuseum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Di, 20.04.2021

Warten

Gerade in Corona–Zeiten bekommt Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“ eine erstaunliche Aktualität. Darin warten zwei Landstreicher, Wladimir und Estragon auf eine dritte Person namens Godot, die niemals kommt. Was viele Zuschauer nicht verstanden haben, war der Umstand, dass es Beckett nicht nur um die Person Godot ging, sondern um die Tätigkeit des Wartens generell. Sie ist für ihn existenziell, gehört zum Menschsein wie das Atmen stets dazu. Unser Dasein bleibt von Anfang an bis zum Ende ein Warten. Wir warten immer. Worauf wir warten, ist letztendlich egal. Der Mensch ist, also wartet er. Soweit Beckett. Aktuell warten wir darauf, dass die Pandemie vorbeigeht, dass wir unsere Freiheit zurückerhalten, ungehindert und uneingeschränkt uns wieder bewegen können und dürfen. Wir wissen nicht, wann dies sein wird. Und nun kommt ein weiterer Begriff hinzu, den Beckett eng mit dem Warten verknüpfte. Es war das Hoffen. Uns ergeht es ähnlich. Wir blicken ängstlich oder erwartungsvoll auf Inzidenzen. Zahlen, die sich täglich bewegen. Darin lauert sowohl die Gefahr wie auch die Zuversicht. Das Warten wird erträglicher oder qualvoller. Ein Ende ist nicht abzusehen. Dazwischen gibt es Langeweile. Wladimir und Estragon beginnen mit grotesken Wortspielen. Als Theaterbesucher war man davon genervt, ähnlich wie wir es heute von den schnell überholten Aussagen der Politiker sind. Es fehlt ein Konzept. Alle wissen, es wird dringend benötigt, nur keiner weiß, wie es aussehen soll. Manche ersehnen deshalb eine starke Politikerpersönlichkeit herbei. Einer, der uns aus dieser Krise retten könnte. Gerne dürfte er auch Godot heißen. Nur dieser kam ja nie. So bleibt nur: warten.

(Michael Eschmann)

Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim, ist ausgebildeter Buchhändler. Seit 1985 Veröffentlichungen in verschiedenen Medien, darunter zahlreiche Beiträge zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, mit den Schwerpunkten: Literatur und Kunst. Er betreibt in Griesheim bei Darmstadt ein Versandantiquariat. 2015 erfolgte die Veröffentlichung des ersten Theaterstücks „Dantons Tod in Weiterstadt“.

Mo, 19.04.2021

© 2021 Atlas Obscura

Der „Büchermarder“

In der taz vom 17./18. 04. 21 wurde unter dem Titel "Dem Büchermarder auf der Spur" ein Artikel des englischen Journalisten J. A. Brown über Norbert Schild wiedergegeben, im Original hier nachzulesen:

"Am Nachmittag des 21. Februar 2006 setzt sich Norbert S. im Lesesaal der Stadtbibliothek Trier an einen Tisch und öffnet ein 400 Jahre altes Buch über europäische Geografie. Mit geübten Handgriffen legt er ein weißes Blatt Papier über die aufgeschlagenen Seiten Nr. 375 und 376, zückt ein Teppichmesser und schneidet eine Karte heraus: das Elsass.
[...]
International ist die Nachfrage nach antiken Karten groß. René Allonge war am Berliner Landeskriminalamt mit dem Fall S. betraut. Er ist Leiter der Abteilung für Kunstkriminalität. „Man denkt: ‚Wer macht denn so was? Kann man damit überhaupt Geld verdienen?‘ Ja. Dafür gibt es einen Markt.“ Ein Bibliothekar vermutet, dass S. in den späten 1990er Jahren mit den Diebstählen, die ihm bisher angelastet werden, etwa 200.000 Mark pro Jahr verdient haben könnte.
Seit dem Vorfall von 2006 schaut die deutsche Bibliothekswelt eine Weile gespannt nach Bonn. Auf die Ermittlungen gegen S. bei der dortigen Staatsanwaltschaft. Doch sie erhebt keine Anklage. Die Vorwürfe stützen sich in erster Linie auf Indizien: Die Bibliotheksangestellten können zeigen, dass S. die beschädigten Bücher benutzt hat. Beweisen, dass er die Seiten herausschnitt, können sie nicht.

[...]
Im Juli 2017 taucht S. in der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck auf, diesmal gibt er sich als emeritierter Geschichtsprofessor aus. Nach seinem Besuch recherchiert die Bibliothekarin Claudia Sojer online zu dem Gast und findet in einem Bibliotheks-Newsletter die Warnungen vor dem Büchermarder. Sie untersucht eine Kepler-Ausgabe aus dem Jahr 1627.
[...]
2019 ergeht das Urteil der Richterin Barbara Monstadt: Ein Jahr und acht Monate Gefängnis ohne Bewährung.
[...]
S. hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Für die Schuld seines Mandanten sprächen lediglich „reine Indizien“, so sein Anwalt.
[...]
In der Landesbibliothek in Oldenburg steht auf einem Regal hinter dem Informationsschalter zwischen einem Drucker und einigen Wörterbüchern noch immer ein Foto von S., im Anzug mit Krawatte. Auffällig platziert ist es nicht, jede weitere Erklärung fehlt. Man könnte es glatt für ein Andenken an einen ehemaligen Kollegen halten. Nur die Angestellten der Bibliothek kennen die Bedeutung des Fotos: Es ist eine Warnung."

(kompletten Artikel in der taz lesen)

So, 18.04.2021

Ein Druck für HAP Grieshaber

Ein Druck, der von den Bücherkindern Brandenburg als einer der ersten im Druckladen der Galerie Sonnensegel für HAP Grieshaber gemacht wurde, steht nicht nur auf Deutsch, sondern auch in drei weiteren Sprachen zur Verfügung.
Die Blätter im Handsatz und Handpressendruck wurden durch den Betreuer der Bücherkinder, Armin Schubert, bereits in Indien, Finnland, Taiwan, in der Alhambra und in Frankreich vorgestellt.

Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg an der Havel

Do, 15.04.2021

Constanze Kreiser, Gemälde, Monoprints, 29,7 x 21 cm, Unikat (Galerie East, Perth, Australien)

Constanze Kreiser zum Welttag des Buches

Die Pirckheimerin Constanze Kreiser wird rund um den Welttag des Buches auf 4 Ausstellungen vertreten sein.

Ab dem 23. April 2021, dem Welttag des Buches, ist sie mit 2 kleinen Buchskulpturen an einer Gemeinschaftsausstellung in der Bower Ashton Library zum Thema 'Flowers' beteiligt.

Ab dem 30. April 2021 zeigt die Gallery East in Perth, Australien, ebenfalls 2 Künstlerbücher der Buchkünstlerin: Seestücke II und BWL 9, also Landschaftsthemen. Es erscheint ein Katalog.

Zwei weitere Ausstellungen sind Bestandteil der 2. Tage des offenen Brandenburgischen Buches 2021, die im ganzen Land Brandenburg Literatur und Buch feiern.
Ab dem 23.4.2021 wird in den Fouqué Bibliothek Brandenburg die Einzelausstellung von Constanze Kreiser 'Schrift Bild Körper' gezeigt. Ob sie besuchbar sein wird oder nur ein Film entsteht, steht noch nicht fest.
Mit der Ausstellung verbunden ist eine Aktion, die über versteckte Lesezeichen an die Zerstörung der berühmten Bücherstrasse in Bagdad am 5. März 2007 erinnert. Initiator vielfältiger Aktionen ist der Amerikaner Beau Beausoleil.

Ab dem 28. April 2021 bis Ende Mai zeigt Constanze Kreiser in Radlow Diensdorf bei Bad Saarow ihre Druckgraphiken. Holz- und Linolschnitte zu Landschaften am Wasser.

Mi, 14.04.2021

© Foto: Google

Google-Doodle zu Johannes Gutenberg

Auf dem heutigen Google-Doodle ist Johannes Gutenberg zu sehen, welcher als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern sowie der Druckerpresse gilt und damit die moderne Buchproduktion begründete. Später wird das Buchdruckverfahren auch als ein Kernelement der Renaissance aufgefasst.

Das Google-Doodle für Johannes Gutenberg, übrigens erst das 8. in diesem Jahr, besteht aus einem an zeitgenössischen Darstellungen orientierten Porträt, der Druckerpresse und einem Schriftzug von Google. Dieser ist spiegelverkehrt dargestellt, so wie er gesetzt wird, um im Druck richtig herum zu erscheinen.

Warum für das Doodle der heutige Tag gewählt wurde, ist unklar, in der Beschreibung heißt es: “Das heutige Doodle feiert Gutenberg anlässlich des Jahrestages im Jahr 2000, als das Gutenberg-Museum zu seinen Ehren eine retrospektive Ausstellung startete.

Der Erfinder Johannes Gutenberg im Porträt (Augsburger Allgemeine)