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Pirckheimer-Blog

Fr, 09.07.2021

Peter Schöffer/Johann Fust, Psalterium Benedictum Cum Cantis Et Hymnis, 1459, © Gutenberg-Museum

250 Jahre Schott-Verlag

Im Fokus der neuen Sonderausstellung des Gutenberg-Museums "Noten für die Welt" stehen hochkarätige Leihgaben, unter anderem aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und der Bayerischen Staatsbibliothek München sowie Highlights aus dem Archiv des Schott-Verlages und der Museumsammlung.
In den Exponaten spiegeln sich die Wegmarken europäischer Musikgeschichte ebenso wider wie wichtige Stationen der Notationsgeschichte“, sagt Kuratorin Prof. Dr. Maria Linsmann-Dege. Die Sonderschau gibt einen Überblick über wichtige Stationen der 250-jährigen Geschichte des Schott-Verlages, der 1770 von Bernhard Schott in Mainz gegründet wurde und heute als einer der ältesten und traditionsreichsten Musikverlage der Welt gilt. Dieses großartige Jubiläum zu würdigen, ist uns ein besonderes Anliegen, so die Direktorin des Gutenberg-Museums, Dr. Annette Ludwig. Gespannt sein darf man auf das Highlight der Ausstellung, die Originalpartitur von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ aus dem Jahr 1866/67, eine Leihgabe des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Zu ausgewählten Exponaten in der Sonderausstellung bietet das Gutenberg-Museum auch Hörbeispiele an, so dass die Ausstellung verspricht, nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein Hörgenuss zu werden.

Ausstellung: 16. Juli - 7. November 2021

Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz

Do, 08.07.2021

RELAUNCH: maximilian-gesellschaft.de

Vor genau 12 Jahren erneuerte die die 1911 in Berlin entstandene, 1946 in Hamburg neu gegründete Maximilian-Gesellschaft mit Blick auf das 100jähriges Bestehen ihren Webauftritt.

Diese Seite erfuhr nunmehr, gestaltet durch Aaron Sabellek, eine Modernisierung. Als wichtigste Neuerung erhielt sie einen Überblick über die Zeitschrift "Aus dem Antiquariat", die alle Mitglieder kostenlos erhalten und einen passwortgschützten Mitgliederbereich mit gesellschaftsinternen Informationen zur jeweils aktuellen Jahresversammlung, sowie zu anderen eigenen Veranstaltungen und zu den Rundschreiben der letzten Jahre.

siehe: Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst

Mi, 07.07.2021

Klaus Wilfert in seinem Atelier. Foto: Ilka Schuster, Berlin

Meisterdrucke der Lithographie

"Im Atelier für künstlerischen Handpressendruck [das Klaus Wilfert von 1978 bis 1998 in Berlin betrieb] stand nicht die Lithographie als klassische Schwarz-Weiß-Kunst im Mittelpunkt. Als eine der wenigen Werkstätten schenkte Klaus Wilfert in all den Jahren seine besondere Aufmerksamkeit der Farblithographie. Sie entwickelte sich innerhalb der Berliner Graphik bereits Anfang der 70er Jahre zum bestimmenden Medium des Farbdruckes.
Mit intellektueller, kreativer Energie und Experimentierfreudigkeit sowie dem nötigen Anpassungsvermögen an das Ausdrucksverlangen des jeweiligen Künstlers, dem Einfühlen in unterschiedliche Seh- und Denkgewohnheiten, gelang es ihm – mit seiner erworbenen Präzision und Perfektion im Drucktechnischen – die Eigenart der Farblithographie als künstlerischen Handdruck zu kultivieren.
Das Erlangen einer neuen technischen Brillanz und ein verfeinerter Umgang mit graphischen Mitteln brachte den lithographischen Ergebnissen aus seiner Werkstatt eine neue Bildhaftigkeit, die den Ausdruck an künstlerischer Individualität unmittelbar transportiert. In z.T. impressionistischer Manier werden Raum, Licht und Schatten assoziiert – geht eine emotionale Kraft und magische Faszination von den Farblithographien aus, die eine sich der Druckgraphik scheinbar entziehende Technik und graphische Gestaltung suggeriert.
Keine andere Drucktechnik bietet dem Künstler diese Unmittelbarkeit und Leichtigkeit des Zeichnens auf dem Druckträger – dem Litho-Stein – , die in ihrer Spontanität und Direktheit, jedoch fernab von Dekorativität und formaler Gestaltung, hauptsächlich der Klärung malerischer Prozesse dient.
Die Farblithographien aus der Werkstatt Klaus Wilfert überzeugen nicht nur in ihrer handwerklichen Bravour, sie bestätigen auf ganz spezifische Weise die Eigenständigkeit und Ausstrahlung dieser künstlerischen Technik, die in der Synthese verschiedener Genres der bildenden Kunst (Malerei und Zeichnung) Möglichkeiten bietet, mit denen kein anderes graphisches Medium zu konkurrieren vermag.
"

(Andrea Wilfert, 1991)

Ausstellung: 8. Juni - 13. August 2021

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

Di, 06.07.2021

Lore Bert, Corona (Farbiger Kreis mit Goldkrone), 2019, © Lore Bert

Ways of World Making

Lineal, Zirkel, Farbe und vor allem Papier sind die Materialien, die die Mainzer Künstlerin Lore Bert für ihre Kunstwerke verwendet. Inspirieren lässt sie sich von Ornamenten, Zahlen und Schriftzeichen, von der Geometrie, der Architektur und der Wissenschaft. Am 2. Juli 2021 feiert Lore Bert ihren 85. Geburtstag – ein willkommener Anlass, das Werk der Künstlerin mit einer Sonderausstellung zu würdigen, die unter anderem die neuesten Arbeiten von Lore Bert sowie eine eigens für das Gutenberg-Museum entworfene gigantische Papier-Installation zeigt.
Der Titel „Ways of World making – Weisen der Welterzeugung“ verweist auf das Hauptwerk des US-amerikanischen Philosophen Nelson Goodman und damit auf die Feststellung, dass mehrere Sichten auf die Welt, ja mehrere Welten gleichrangig nebeneinander existieren können – und sich im Idealfall, so wie im Werk von Lore Bert, gegenseitig bereichern.

Ausstellung: 3. Juli bis 2. Oktober 2021

Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz

Mo, 05.07.2021

aus "Parallelwelt"

"Mein lieber Bork, sind Bücher nicht unbedingt zum Lesen da, denn es gibt wie bei den Frauen auch Dinge, die man mit ihnen anstellen kann, die sich ein Autor des Buches bei seinem Niederschreiben nicht hat vorstellen wollen.“ Und noch ehe Onkel Toby weiter ausführen konnte, fragte Bork, was das denn sei, das man mit Frauen anstellen konnte. Onkel Toby sah sich ob seiner Unbedachtheit augenblicklich in eine Bredouille geraten, ließ den Jungen aber nach kurzem Bedenken wissen, dass er mit „anstellen“ wohl das falsche Wort verwandt habe, und verbesserte sogleich, er meine natürlich „benutzen“, „gebrauchen“ oder „sammeln“. Dann fuhr er schnell fort, damit sich Bork nicht weiter auf die genannten Tätigkeitsworte besinnen möge, und erklärte, es sei eine falsche Vorstellung von Betrachtern einer Bibliothek, dass ihr Inhaber das alles gelesen haben musste. Der Besitz mancher Bücher bereite einfach Freude und verleihe Genugtuung oder Befriedigung, dass man ihrer nur aus diesem Grund habhaft werden wollte. Aber wenn Onkel Toby glaubte, Bork hätte nun alles verstanden, wurde er sogleich eines Besseren belehrt, als er vernahm, was sein Neffe weiter fragte: „Aber wie kann das gehen mit dem Befriedigen und der Freude, wenn ich deine Bücher betrachte, fühle ich nichts davon. Sie sind einfach nur da und glotzen mich stumm an.“ Obwohl Onkel Toby von seiner Antwort nicht ganz überzeugt war, sagte er lapidar zu Bork: „Dazu musst du erst ein Liebhaber werden, dann wirst du mich verstehen.“ Und um seiner Antwort noch mehr Gewicht zu verleihen, fügte er noch hinzu: „Nicht jeder kann mit Büchern solch ein Verhältnis eingehen und da ist es wieder wie mit den Frauen: Sie ziehen einen an oder sie sind uns gleichgültig.“

„Onkel Toby“, widersprach Bork, „da bist du einem Irrtum erlegen. Im Gegensatz zu deinen stummen Büchern plappern die Weiber beinahe unaufhörlich.“ Mit einem breiten Schmunzeln begegnete Onkel Toby dem Blick seines Neffen und sagte: „Vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb sich vor allem ältere eheerprobte Männer der Bücherliebhaberei widmen.“

Harald Kugler: Die Parallelwelt, Eine Erzählung aus der Welt der Bücher
(Reihe: Einbogendrucke #23), Pirna April 2019
36 Seiten, Klammerheftung

So, 04.07.2021

Foto: © Erik Seidel

18. Vogtländischer Kunstkalender

Seit 2005 erscheint der Vogtländische Kunstkalender regelmäßig in jedem Herbst und ist inzwischen eine feste Institution unter Grafiksammlern geworden, in dem sich wieder 13 Künstler mit 13 signierten Originalgrafiken präsentieren.
Die Grafiken können leicht von den Kalendarien gelöst werden, also als Einzelblätter gerahmt, gehängt oder verschenkt werden. Auf der Rückseite des Kalenders finden Sie die Biografien der beteiligten Künstler.
Der 18. Vogtländischer Kunstkalender für 2021 wird ab 1. September 2021 erhältlich sein. Er wird wie gewohnt in einer Auflage von nur 65 Exemplaren von Erik Seidel herausgegeben, alle Arbeiten sind von den Künstlern persönlich gedruckt. Diesmal sind es

Barbara Mäder-Ruff,
Frank Degelow,
Christoph Wischniowski,
Luke Carter,
Julienne Jattiot,
Ilko Koestler,
Erik Seidel,
Sabine Riemenschneider,
Rainer Ehrt,
Amei Diaz,
Phillip Janta,
Hael Yxxs und
Katharina Fischborn.

Sa, 03.07.2021

Plakat von miley zum Ortstermin in seinem Atelier

Ortstermin 2021

2021 wird der Ortstermin Moabit und im Hansaviertel nach vielen Jahren wieder für alle Sparten der Kunst geöffnet. Mit dem diesjährigen Festivalthema RESET wird der ORTSTERMIN auch in seiner künstlerischen Bandbreite neu starten. ‚to reset‘ steht für einen Vorgang, der ein elektronisches Gerät wieder auf die Werkseinstellungen zurücksetzt. Diese Entscheidung kann notwendig werden, wenn Abläufe und Anforderung nicht mehr adäquat bewerkstelligt werden können oder fehlerhaft sind.

Angewendet auf das gesellschaftliche System ist hier die Frage zu stellen, ob dieses ‚zurücksetzen auf' überhaupt möglich ist. Die Gesellschaft befindet sich derzeit in einem Schwebezustand des Abwartens. Warten auf den Neustart, Warten auf die wiederkehrenden sozialen Begegnungen und den Austausch, Warten auf ein Öffnen der Geschäfte und Institutionen. Zurückgeworfen auf Grundbedürfnisse fangen wir an, uns selbst und unser soziales Miteinander zu hinterfragen ...

weitere Informationen hier

Fr, 02.07.2021

Jörg Seifert, Foto: © ad

Bierdeckelsprüche und Lieder zur Gitarre

karma, mantra, strandbar
ich bin mir nicht sicher, ob
wenn wir unseren inneren frieden gefunden haben
nicht längst schon tot sind.

(Jörg Seifert)

Jörg Seifert aus Annaberg war nicht der einzige Pirckheimer im Berliner ACUD Theater, als er gestern Bierdeckelsprüche aus seinem gerade erschienenen Katalog las und zur Gitarre frühe Texte, vor allem Liebeslieder, von Bertolt Brecht, aber auch Eigenes und Gedichte von Eva Strittmatter und Ingeborg Bachmann vortrug. Damit präsentierte sich der gelernte Bühnenbildner und vielseitige Künstler, bislang bekannt vor allem als Graphiker, Maler und Autor, als Leiter des Kunstkeller Annaberg, nunmehr auch als Sänger.

Die Frage, was denn Bierdeckelsprüche seien, wird im Katalog einleuchtend er- und geklärt:

Bierdeckeltexte
das schöne an ihrer produktion, man muss sich
kurzfassen. nein, es hat heut nicht geschneit und nicht einer
der toten, den täglichen, bei über 7 milliarden menschen,
ist auferstanden. ich kann nichts dafür, dass es nicht schneit.
und auch sonst für fast nichts, ehrlich!

Do, 01.07.2021

Foto: © ad

Bibliophilie – 33 Essays über die Faszination Buch

"Bibliophiles des Monats" Juli ist die Essay-Sammlung "Bibliophilie – 33 Essays über die Faszination Buch", mit der sich die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft zum 100. Jahrestages ihrer Gründung am 10. Juni etwas ganz Besonderes schenkte: Sie gab anstelle des Heftes 1/2021 ihrer halbjährlich erscheinenden Zeitschrift Librarium 33 Essays über die Faszination Buch heraus, im Grußwort von Bundesrat Alain Berset charakterisiert als Mischung von Betrachtungen im »unerschütterlichen Optimismus, mit welchen dem Kulturgut Buch ganz selbstverständlich auch im digitalen Zeitalter ein herausragender Stellenwert eingeräumt wird.«

Herausgegeben im Auftrag der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft von Wolfram Schneider-Lastinden wird dieser gut gesetzte und gedruckte (Wolfau-Druck AG), fadengeheftete und in Leinen gebundene (Bubu AG), farbig illustrierter Titel jedem Anspruch an eine bibliophile Ausgabe gerecht. Eine kurze Vorstellung des Titels erfolgt in der nächsten Ausgabe der Marginalien.

Eine interessante Duplizität zur Bibliophiles des Monats der Pirckheimer-Gesellschaft: der in "Bibliophile" in einem Essay von Gesa Schneider beschriebener Titel "Das große Lalula" wird von der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft seinerseits als "Buch des Monats" Juli vorgestellt.

Mi, 30.06.2021

Nachruf der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft

Dr. Jeffrey B. Berlin (1946 - 2021)

Unser Mitglied Dr. Jeffrey B. Berlin ist am 24. Juni 2021 nach langer schwerer Krankheit im 76. Lebensjahr in Langhorne (PA) bei Philadelphia, USA verstorben.

"Prof. Berlin lehrte an verschiedenen US-amerikanischen Hochschulen. Vor seiner Emeritierung war er Professor für vergleichende Literaturwissenschaft und Dekan in Philadelphia. Berlins Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte waren die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts und speziell die Literatur des Wiener „Fin de siècle“. Neben literaturwissenschaftlichen Büchern legte er zahlreiche Briefeditionen vor und beschäftigte sich in vielen Aufsätzen mit Autoren wie Hermann Broch, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Theodor Herzl, Hermann Hesse, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Franz Werfel, Carl Zuckmayer und Stefan Zweig.
Gemeinsam mit Knut Beck und anderen gab er die große „Stefan Zweig-Briefedition“ heraus,
[...]"
(aus dem Nachruf der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft)

Till Schröder kondolierte der Ehefrau Anne Berlin im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft: "It is with great sadness that your news reach us. Even though I have had only the chance to briefly converse with your husband via mail I greatly enjoyed the exchange with such an open-minded, broadly interested and erudite counterpart. [...]
My fellow board members of our society and I extend our deepest sympathies to you and your loved ones. We wish you all the strength and support needed to overcome these dark days. We are proud to have counted your husband amongst us booklovers across the pond. His contributions will be missed."

© Karin Innerling

Pulp Painting

Am Freitag zeigt Karin Innerling in der Reihe "Buch des Monats" des Klingspor-Museums eine Auswahl neuer Buchobjekte. Sie hat sich in den letzten Jahren schwerpunktmäßig mit "Pulp Painting" - also geschöpften, gegossenen und mit flüssigem Papier gestalteten Papieren und den daraus entstandenen Buchobjekten beschäftigt. Es sind malerische Unikatbücher entstanden - oft mit handschriftlichen Texten - die eine neue Facette ihrer Arbeit zeigen.

2. Juli 2021, 14 Uhr, Teilnehmerzahl begrenzt
Eintritt 4 € (Mitglieder der Freundesvereinigung Klingspor Museum 2 €)

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach,

Di, 29.06.2021

Aus dem Antiquariat 2/2021

Die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst hat an ihre Mitglieder Heft 2/2021 von Aus dem Antiquariat ausgeliefert, wieder ohne die üblicherweise beigelegten "Mitteilungen für Mitglieder", jedoch mit eine kleinen Notiz zu dieser Gesellschaft:
"Die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst überarbeitet ihren Auftritt im Internet und entwirft gemeinsam mit ihrem neuen Vorsitzenden Ulrich Johannes Schneider {Leipzig) eine Selbstdarstellung, die auch die Zeitschrift ›Aus dem Antiquariat‹ einschließt, die für Mitglieder kostenfrei ist. Außerdem geplant ist eine Rubrik ›Das sind wir‹ mit der Möglichkeit der Vorstellung in Bild und Text von Mitgliedern und ihren Sammlungsinteressen. Die neue Website soll im Juli 2021 online gehen."

Außerdem schreibt Thomas Reinecke über Die vielen Pseudonyme des Alfred Klement von Treldewehr, Dirk Heißerer über Thomas Mann bei der digiPress und Gerhard Leyerzapf forscht zur Identität von Frateco, Verfasser des Romans Don Quichote von München.

Mo, 28.06.2021

Goethe. Das Römische Carneval

Goethes Hymne an die Lebensfreude erscheint in The Baer Press von Wolfram Bender im Herbst 2021 mit einem Nachwort von Norbert Miller in einer einmaligen Auflage von 120 Exemplaren. Das mit der Hand gesetzte und auf handgeschöpftes Butten gedruckte Buch wird auch von Hand geheftet und gebunden. Rolf Escher schuf nach Venedig, Paris und Constantinopel wiederum 21 kongeniale Lithographien, mit den Leitmotiven Architektur und Maske, die in das Buch (19 x 28 cm) eingedruckt sind.

Die Edition de Tete umfaßt 83 handgebundene Exemplare in kupferfarbenem Halbpergament. - Die Vorzugsausgabe mit nur 25 Exemplaren wurde in scharlachfarbenes Oasenziegenleder gebunden und enthält eine zusätzliche Lithographie. - Für die Luxusausgabe (12 Exemplare) in gelbem Maroquin hat der Kunst/er a/le 22 Lithograpbien koloriert. - 20 Exemplare mit 22 einzeln signierten, großformatigen Lithographien werden in einer roten Leinenkassette als Suitenausgabe verwahrt.

Goethe. Das Römische Carneval.
21 Lithographien von Rolf Escher.
The Bear Press, 2021
Van-Dijck-Kursiv, 73 S., 19,5 x 28,5 cm
Subskriptionspreis bis 31.12.2021: 
Edition de Tete: £ 900, danach € 1100.
Vorzugsaugabe: € 1400, danach € 1600.
Luxusausgabe: Preis nach Anfrage.
Suitenausgabe: € 2000, danach € 2200. 

So, 27.06.2021

Verzeichnisses der Tiefdrucke mit Aquatintaradierung "Espressokocher mit Topf"

Hanif Lehmann - Radierungen aus 15 Jahren

Unseren Mitgliedern ist Hanif Lehmann, seit 2017 selbst Pirckheimer, bekannt, u.a. durch die originalgraphische Beilage zu den Marginalien #203, den Holzschnitt Entwässerungsgraben, oder die von ihm zum Jahrestreffen 2018 gestaltete Speisekarte und die Aquatintaradierung Bücherfenster.

Mit dem Verzeichnis "Radierungen aus fünfzehn Jahren. Verzeichnis der Tiefdrucke 2005 bis 2020" legt Hanif Lehmann nun einen eindrucksvollen Überblick über ein jetzt schon beachtliches Werk mit über 500 vorgestellten Blättern vor, der zur ausgefallenen Leipziger Buchmesse im März 2020 erscheinen sollten, inzwischen ist er erschienen und der Künstler hofft auf die BuchDruckKunst in Hamburg im September und die artbook.berlin im November 2021.

Für Hanif Lehmann ist eigentlich die Zeichnung seine künstlerischen Erarbeitung der Sicht auf die Welt. Die Radierung ist ihm somit nicht der Abschluss der Sichtung der Wirklichkeit, sondern, wie er im Vorwort schreibt, ein "alchimistisch-musikalischer Prozess, den [... er] die vorherige Zeichnung durchlaufen lassen kann, die Verwandlungen, die dabei geschehen, reizen" ihn. Durch die Radierung auf der Grundlage der Zeichnung kann er "sie verändern, ohne die Zeichnung selbst zu ändern. Aber ihre Tonart, Lautstärke, Instrumentation etc. kann [... er] völlig neu formulieren."

Seine Themen konzentrieren sich wesentlich auf die Mystik des Vergehenden, des Sterbenden, Grabstätten und fast verlassene Bauten in Böhmen und weiteren Regionen Osteuropas, daneben findet man bei Hanif Lehmann Interpretationen zum Werk von Nietzsche oder Edgar Allan Poe, Hölderlin, Verlaine, Loerke oder Baudelaire.
Und, in allen seinen Radierungen sieht man bei intensiver Betrachtung, die dieser Katalog auf seine Radierungen der letzten 15 Jahre nunmehr erlaubt, den Strich des vom Künstler verehrten Alfred Kubin.

Hanif Lehmann, Radierungen aus fünfzehn Jahren
widukind presse Dresden 2020
brosch., 120 S.
mit einer Originalradierung
47,- €

Sa, 26.06.2021

Internationaler Kelmscott Press Day

Heute feiert das Museum of Printing, Haverhill, Massachusetts, sowie alle Freunde der Druckkunst den 125. Jahrestag der Veröffentlichung der Kelmscott-Ausgabe von The Works of Geoffrey Chaucer von William Morris.

Die Kelmscott Press war von 1891 bis 1898 eine vom englischen Dichter, Politiker und Designer William Morris gegründete englische Privatdruckerei. Morris wollte zur vorindustriellen Handwerkskunst zurückkehren, weil er behauptete, das Druckhandwerk sei degradiert. Er begann sein , wie er es nannte, "typografisches Abenteuer". In sieben Jahren produzierte die Kelmscott Press über 22.000 Exemplare von 53 Titeln.
Der Erfolg von Kelmscott war den Talenten des Herausgebers F. S. Ellis (1830–1901), des Illustrators Edward Burne-Jones (1833–1898) und des Graveurs W. H. Hooper (1834–1912) zu verdanken. Morris engagierte ursprünglich den jungen Sydney Cockerell (1867–1962), um seine persönliche Bibliothek zu katalogisieren, wurde aber Morris' literarischer Vollstrecker.

Das bekannteste der Kelmscott Press ist The Works of Geoffrey Chaucer (1896), bekannt als Kelmscott Chaucer. Das in 4 Jahren entstandene, mit Illustrationen von Edward Burne-Jones, und von Morris bis ins kleinste Detail entworfen, Werk gilt als eines der schönsten Bücher, die jemals gedruckt wurden. Sie beeinflusste die private Pressebewegung und das moderne Buch.