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Pirckheimer-Blog

Sa, 08.06.2019

Foto: Armin Schubert

zu Besuch bei den Bücherkindern Brandenburg

Die „Bücherkinder Brandenburg“ stecken zusammen mit ihrem „Vater“ Armin Schubert mitten in der Arbeit zu ihrem aktuellen Buchprojekt „Ensikat unter der Lupe“. Darin beschäftigen sie sich mit Texten der Weltliteratur und deren Illustrationen von Klaus Ensikat, einem der bedeutendsten gegenwärtigen Kinder- und Jugendbuch-Illustratoren Deutschlands. Inzwischen ist das Buchprojekt so weit gediehen, dass die Kinder einige ihre Partner zu einer Lesung und zum gemeinsamen Arbeiten an dem Buch eingeladen haben.  
 
Die Kinder werden aus ihrem Buch lesen und mit Klaus Ensikat an den Illustrationen arbeiten. Mit dem Illustrator, der Verlegerin Dr. Barbara Kindermann und dem Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft Dr. Ralph Aepler werden die Bücherkinder auch besprechen, wie sie künftig ihre Projekte in der Öffentlichkeit, beispielsweise auf der kommenden Leipziger Buchmesse, vortsellen werden.

Lesung: 12. Juni 2019, 13 Uhr

Grundschule am Dom zu Brandenburg / Kunstraum
Brandenburg an der Havel

Bleilaus - jetzt als Kartenspiel

Hurenkind, Schusterjunge, Witwe, Winkelhaken, Zwischenschlag, Unterlänge oder Zwiebelfisch - alles Begriffe des grafischen Gewerbes, die heute außer Drucker und Setzer und Pirckheimer vermutlich niemand mehr kennt. Das durfte nicht so bleiben!

Das Gutenberg-Museum Mainz, Harro Neuhardt, Drucker und Gautschmeister der Johannisnacht, sowie Klaus Wilinski, Grafiker und Karikaturist dieser Zeitung, entwickelten mit Unterstüzung der Gutenberg-Siftung das Kartenspiel „Bleilaus“, das wie der Schwarze Peter gespielt werden kann und diese Begriffe aus der Tadition der Druckerzunft wieder aufleben lassen soll. Das Spiel, welches bereits iim Gutenberg-Museum vorgestellt wurde, soll ab der Johannisnacht (22. Juni), konkreter mit Beginn der Feierlichkeiten zur Johannisnacht Mainz am 21. Juni erhältlich sein soll.

Mit fast einem Drittel des Verkaufspreises (9,90 Euro) wird das Gutenberg-Museum in seiner Arbeit unterstützt.

Fr, 07.06.2019

Werkstattlesung mit Brigitte Struzyk

In der 28. Werkstattlesung der Corvinus Presse las am heutigen Abend die Autorin Brigitte Struzyk. anlässlich der Präsentatiom des dort erschienenen Buches "was immer" mit vier signierte Linolschnitte, sowie einer zweifarbige Radierung von Sabine Herrmann.
Das Buch mit 82 Seiten hat eine Auflage von 22 Exemplaren, Bindung und die Kassette stammen in gewohnter Weise von Stefan Cseh.

Zwischen den Druckmaschinen, am Ort der Entstehung der Bücher, hatten die geladenen Besucher, Freunde der Corvinus Presse und der Autorin, eine besondere Möglichkeit zum Einblick in die Arbeit von Hendrik Liersch
Begleitend zur Lesung aus dem Buch spielte Janni Struzyk auf der Tuba.

Do, 06.06.2019

30 Jahre Herzattacke

Die originalgrafische bibliophile Zeitschrift HERZATTACKE erscheint in Buchform in einer Auflage von 95 Exemplaren. Das Kunsthaus sans titre präsentiert Werke der beteiligten Künstler und alle Ausgaben dieser Zeitschrift. Zur Eröffnung wird die 102. Ausgabe erscheinen.

Weiterhin werden Kunstbücher der Edition MALDOROR, die in liebevoller Kleinarbeit Poesie, Essayistik, Prosa und originalgrafische Arbeiten miteinander verbinden, gezeigt.

"Am 19. Januar diesen Jahres feierte die Berliner bibliophile Literaturzeitschrift Herzattacke ihre 100. Ausgabe im Roten Salon der Volksbühne [ ... ] An einem der wohl schönsten Orte der Republik, dem Wort und dem Eigensinn ein Gepräge zu geben, lasen, von Filmen und Livemusik umkreist, insgesamt zwölf Autoren der Edition, darunter literarische Schwergewichte wie Brigitte Struzyk, B. K. Tragelehn, Wilhelm Bartsch und Ron Winkler sowie eine Riege enge und engste Weggefährten der Zeitschrift, die sich ab 1988, aus der alternativen Szene der DDR gespeist, zugleich mit einem untrüglichen Gespür für Frankophilie, Symbo- und Surrealismus, auf einen Weg machte, der ungeachtet aller Gebresten und Zumutungen im Zeitwandel bis heute beschritten wird.
Auch wenn es nach dem Tod ihres Gründers Maximilian Barck manch schwere See zu bestehen galt, ist es der Dreifaltigkeit aus bibliophiler Zeitschrift und Doppel-Edition bis heute als eines der wenigen Beispiele jenseits des offiziellen DDR-Literaturbetriebs, edel und selbstbestimmt, zugleich auch nach dem Mauerfall gelungen, zu bestehen mit ungebrochener Kontinuität. Vielmehr noch ist sie zur originalgrafischen Heimat vieler Künstler und Autoren, nicht zu vergessen die Übersetzer, von Rang geworden.
"
(André Schinkel in Marginalien #230, S. 68) - ganzen Artikel lesen ...

Vernissage: 14. Juni 2019, 19 Uhr, Lesungen der mitwirkenden Dichter
Ausstellung: 15. Juni - 28. Juli 2019 
Lesungen, jeweils 17 Uhr: 23. Juni 2019, Jan Wagner, Thomas Böhme, lna Strelow
7. Juli 2019, Tone Avenstroup, Markus Metke, Katja Winkler
14. Juli 2019, Simone Katrin Paul, Rita Bischof, Andre Schinkel

Kunsthaus sans tritre
Französische Str. 18, 14467 Potsdam

Mi, 05.06.2019

Die Edition Tiessen

Als Mitarbeiter des renommierten Typographen Gotthard de Beauclair im Insel Verlag und in der Trajanuspresse machte sich Wolfgang Tiessen um die Buchgestaltung verdient. 1977 gründete er seine eigene Presse in Neu Isenburg, die hervorragende typographische Gestaltung mit Originalgraphiken zeitgenössischer Künstler verband. Bis 1995 erschienen 80 Drucke, die alle in der Original-Janson-Antiqua gesetzt waren, und Maßstäbe für das bibliophile Buch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten.

Vortrag vom Pirckheimer Sven Uftring, der sich als Verleger und Sammler der Bibliophilie verschrieben hat.

7. Juni 2019, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Klingspor-Museum feiert den Sommer

Das Klingspor Museum möchte den Sommer feiern. Dabei können in einer Buchaktion im Dachgeschoss bisher selten gesehene Bücher entdeckt und gegen eine Spende mit nach Hause genommen werden. Im Workshop Bücherschlange werden Bücher gefaltet, gestaltet und zusammengesteckt. Daraus erwächst eine Bücherschlange, die sich durch und um das Museum schlängelt. Kurzführungen und Kunstpräsentationen zeigen die Vision der neuen Dauerausstellung, die im November 2019 eröffnet.

Das Museum möchte den Besuchern zeigen, was mit den bereits zahlreich eingegangenen Spenden passiert und freut sich über noch weitere Zuwendungen. Das Klingspor Museum und seine Freundesvereinigung e. V freuen sich über zahlreiche Besucher und eine erfüllende gemeinsame Zeit.

Kaffee und Kuchen im Caféhaus-Flair laden mit musikalischer Begleitung passend zur Jugendstilausstellung "Bewegung ist da. Jugendstil gestern im Heute mit Blick auf Offenbach" zum Verweilen ein.

Sommerfest, 30. Juni 2019
11 - 18 Uhr Buchaktion
14 - 17 Uhr Workshop: Bücherschlange
14 - 17 Uhr Vision Museum - Präsentationen zur geplanten Dauerausstellung
15 - 17 Uhr Caféhaus-Flair mit Kuchenbuffet

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Di, 04.06.2019

Blütenpracht

A rose is a rose is a rose (Gertrude Stein)

Die Neuhauser Kunstmühle des Pirckheimers Nikolaus Topic-Matutin wird auch in diesem Jahr wieder eine Ausstellung im Stift Lilienfeld gestalten und lädt herzlich zur Vernissage oder zu einem Besuch ein.

Gezeigt werden Gemälde von Bianca Regl, Wien/Peking, Margareta Perti, Wien/Dublin, Elina Deberdeeva, München und Marc Frising, Luxemburg.

Innerhalb der Ausstellung erfolgt eine Spezialführung durch "Blütenpracht" mit einem Schwerpunkt auf der Präsentation floraler Drucke aus den Lilienfelder Sammlungen.mit Nikolaus Topic-Matutin und der Stiftsarchivarin Katharina Gölß.

Vernissage: 13. Juni 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 13. Juni - 30 September 2019
Führung: 28. Juni 2019

Zisterzienserstift Lilienfeld
Klosterrotte 1, 3180 Lilienfeld, Österreich

Die Lust am Buch

Die Lust am Buch von Michael Hagner ist ein Weckruf zur Demonstration der unhintergehbaren Rolle des Buches im digitalen Zeitalter. Hier vermischen sich Liebeserklärungen an das Ding Buch mit Einsprüchen gegen Fehlentwicklungen. Auf engstem Raum, in der kurzen Form prallen aufeinander Mikroessays, Lesebilder, Lustschilder und Warnschilder, Buchgeschichten und Anekdoten, die die Lust am Buch auf den eigenen Lebenswegen in Erinnerung rufen. Ein Buch der Lust also, bestehend aus Miniaturen in alphabetischer Unordnung – wie Bücher einer imaginären Bibliothek.

"SAMMELN
Sammeln befriedigt, wie wir wissen, die Objektlibido. Je seltener das alte Buch, desto mehr denkt der wahre Sammler – wie Benjamin schreibt –, dass dessen Erwerb eine Wiedergeburt bedeutet und seine wahre Freiheit erst auf dem heimischen Bücherregal beginnt. Also dann: Bücher auf Vorrat kaufen und in der animistischen Erwartung hausen, genau diese Bücher wollen zu dir. Ein Gespür dafür entwickeln, wann welches Buch dich begehrt und die dabei begangenen Irrtümer in Kauf nehmen. Mit jedem neuen Buch zum Analphabeten werden."

Leseprobe

Michael Hagner, Die Lust am Buch
Insel Verlag 2019
Insel-Bücherei 1464, 112 Seiten, 14 €
ISBN: 978-3-458-19464-4

Die Laudatio für Friederike Jacob hielt Ralph Aepler. „Die Friedenauer Presse hat eine phantastische Geschichte, die 1848 in Sankt Petersburg begann, als Moritz Wolff nach Sankt Petersburg kam und die französische Abteilung einer Buchhandlung leitete“. Andreas Wolff, Enkel von Moritz Wolff, gründete 115 Jahre später die Friedenauer Presse. Andreas Rötzer von Matthes & Seitz und Friederike Jacob retteten den Verlag vor zwei Jahren, Jacob leitet ihn nun. „Die Jury hat es diesmal besonders richtig gemacht“, bemerkte Aepler und stellte fest: „Die Zukunft des Buches ist schön, die Branche ist vorwiegend weiblich.“
Cornelius Brändle, Edition Wasser im Turm Berlin, hielt die Laudatio für Otto Dettmer, OttoGraphik. „Dettmer ist genau wie ich Siebdrucker. Es freut mich, dass mit der Auszeichnung auch diese Technik eine Anerkennung erfährt“.

Nachlese: MMPM und V.O. Stomps-Preis

260 Aussteller aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Ungarn, Großbritannien, Spanien, Argentinien und Südafrika präsentieren auf der 25. Mainzer Minipressen-Messe bibliophile Kostbarkeiten und ungewöhnliche Buchideen.
Ein Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Workshops, Performances und Seminaren, in dem auch Events für Kinder eingeplant waren, begleitete das europaweit größte Treffen der Kleinverlage und Buchkünstler. Auch die Pirckheimer-Gesellschaft war mit einem eigenen Stand dabei.

In einer Feierstunde wurde der 21. V. O. Stomps-Preis verliehen, der seit 1979 von der Landeshauptstadt Mainz vergeben wird. Der Hauptpreis ging an die von Friederike Jacob seit 2017 geleitete Friedenauer Presse, 1963 von Andreas Wolff gegründet und 1983 von Katharina Wagenbach-Wolff übernommen.
Den Förderpreis, der seit 2009 vergeben wird, wurde dem im britischen Bristol tätigen Buchkünstler Otto Dettmer zugesprochen. Er veröffentlichte bisher über 80 Bücher.
Die Fachjury vergab zum ersten Mal einen Jury-Lieblingspreis, den Peter Zaumseil von der Dreier-Presse erhielt

Harry Oberländer, der bis 2016 das Hessische Literaturforum im Mousonturm in Frankfurt leitete, hielt die Festrede . Er bezeichnete die Mainzer Minipressen-Messe als „gutes Stück Kulturgeschichte“.
Bereits 1953 hatte Victor Otto Stomps die Idee für eine Kleinverleger-Messe, nach Literarischen Pfingstmessen 1963, 1964 und 1968 in Frankfurt organisierte Norbert Kubatzki (Kuba) 1970 die erste Mainzer Minipressen-Messe mit etwa 90 Ausstellern. V. O. Stomps, 1897 geboren, gilt als Vater der Kleinverlage und Minipressen. 1925 gründete er in Berlin die Rabenpresse. Der zweite Weltkrieg verhinderte die Fortsetzung des Verlages. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft gründete Stomps die Eremitenpresse in Frankfurt und zog 1954 nach Stierstadt.
70-jährig wagte Stomps 1967 mit der Neuen Rabenpresse in Berlin ein letztes Projekt, drei Jahre später starb der mutige, neugierige, innovative und immer dem Nachwuchs Chancen gebende Verleger in Armut. „V. O. Stomps blieb Anerkennung lange versagt. Er war nicht nur Drucker, sondern auch Schriftsteller. Vielleicht sollte dieser Seite seiner Arbeit künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden“.

(nach einem Bericht in Buchmarkt, Ideenmagazin für den Buchhandel)

Susanne Theumer, Foto: Undine Freyberg (Mitteldeutsche Zeitung, 15.3.2019)

Frauen der Reformation

Am 29. Januar 2019 jährte sich zum 520. Mal der Geburtstag der Katharina Lutherin, geb. von Bora. Die Künstlerinnen Susanne Theumer (Saalekreis), Karina Alig (Mansfeld-Südharz) und Andrea Ackermann (Halle) widmen aus diesem Anlaß Frauen der Reformationsbewegung wie auch dem KZ-Gedenkstätte Wansleben ihre besondere Aufmerksamkeit. Mit Hilfe unterschiedlicher verschiedener künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten entstanden neben Landschafts- und Stimmungsbildern Portraits bekannter und weniger bekannter Frauen der Reformation - Eine Hommáge an den Mut, die Kraft und den Stolz dieser Frauen in dieser Zeit!
Zudem präsentiert Frau Helga Gebhardt aus Siebigerode Aquarelle und in Acryl gearbeitete “Stimmungsbilder”.

Zugleich werden an besonderen Tagen Einblicke in die Siebigeröder Geschichte gewährt, zu welchem Anlass auch ein neues Buch herausgegeben wird. 

16. bis zum 26. Juni 2019

Kirche St. Georg in Siebigerode

Die Hallenser Künstlerin Susanne Theumer liebt die Auseinandersetzung mit der Literatur. Foto auf dem Ausriss: Marco Ehrhardt

Dichterworte - Dichterorte

Susanne Theumer - Abdruck der Erinnerung

"[ ... ] Von dem in Tilsit geborenen Johannes Bobrowski bis zu Günter Kunert, W.G. Sebald und aktuell Peter Nadas reicht das Spektrum; und ihre Auseinandersetzung damit übersetzt Susanne Theuemer in soghafte Schwarzweiß-Bilder, ausschließlich im Kaltnadelverfahren geritzt: „Das hat eine Direktheit, die ich mag.“ Eine seltsam ungefähre, vielfädig aufgelöste Gestalt nimmt da Georg Büchners Lenz auf. Elias Canettis Masse Mensch hat sie in ihrer Diplomarbeit zu einem dunklen Knäuel verdichtet, dessen Schwärze sich zu materialisieren scheint.

[ ... ] die Bilderzyklen Ebene und Gelände [ ... ] im Untergeschoss der Uni-Bibliothek [ ... ] Großformatige Kohle-Kreidezeichnungen voller harter Kontraste und rauchiger Verwischungen, in denen sich die Linien verschieben, die Landschaft zu verflüchtigen scheint und die Geschichte wirkt wie ein Abdruck auf der Gegenwart. Die Versatzstücke von Realität, die sie bei ihren Sitzungen vor Ort sammelt, baut Susanne Theumer später im Kopf neu zusammen.
Düster hermetische Räume entstehen so, eine hohe Pappelallee oder die Gesichter der Silent Tale Tellers, die seltsam bekannt erscheinen mit dem schmerzlichen Ausdruck und den schwarzen Augenhöhlen. Ein Zustand wie zwischen Leben und Erinnerung. Auch ihre Heimatstadt Halle findet sich so wieder, Nahaufnahmen eines längst verschwundenen Straßenzugs oder eines Plattenbaus. „Schwarzweiß waren immer meine Farben“, sagt die 44-Jährige. „Und dazwischen gibt es unendlich viele Grautöne.“ Ihre Bilder lagern sie wie Schichten des Vergangenen übereinander und vermitteln einen lebhaften Eindruck davon.
"

(Ruth Bender Kölner Nachrichten 17.4.2019, S. 29)

Ausstellung: 17. April - 16. Juni 2019

Universitätsbibliothek Kiel
Foyer, Leibnizstraße 9

Mo, 03.06.2019

Tamara Ivanova zeigt die Graphik "Gesellschaft" zu einem geplanten gleichnamigen Buch, Foto © Abel Doering

artspring berlin 2019

Bereits zum dritten Mal fand 2019 die artspring berlin statt, ein einmonatiges Festival Bildender Künstler aus dem Großbezirk Pankow. Und wie immer öffneten am Abschlusswochenende am 1. und 2. Juni die 300 Teilnehmer ihre Ateliers, eine gute Gelegenheit, nicht nur bekannte, sondern auch junge, aufstrebende Künstler kennenzulernen, ihnen über die Schulter zu schauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, neue Konzepte, Bildfindungen und Ideen kennenzulernen, bevor sie, im Zweifelsfall berechtigt, von großen Galerien und der professionellen Kunstkritik verrissen oder für die Öffentlichkeit und den betuchten Sammler auf das Podest gehoben werden. Neben wirklich guten Arbeiten, die es vielleicht nicht schaffen, beachtet zu werden, findet sich dabei naturgemäß auch Triviales in Ateliers, aber wer traut sich schon zu rufen: "Der Kaiser ist nackt!"?

Unmöglich, mit allen Teilnehmern des Festivals ins Gespräch zu kommen, unmöglich sogar, in jedes der offenen Ateliers einen Blick zu werfen. Aber Pankow hat nach Aussage der Kulturdezernentin eine höhere Künstlerdichte als New York und die Konzentration der künstlerischen Werkstätten in Ateliergemeinschaften wie Milchhof e.V.ECC Kreativstadt Weissensee, den Ateliers an der Industriebahn oder dem Interkulturellen Haus erlaubt es, viele beieinander liegende Ateliers zu besuchen. Das durfte man man sich nicht entgehen lassen, auch wenn in diesem Jahr für den Bibliophilen, für den am Künstlerbuch, Buchobjekten, der Buchillustration und der Druckgraphik interessierten wenig zu finden war.

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Fortos von der artspring berlin 2019

So, 02.06.2019

Beihilfe zum Bankrott

Eine Performance von MEDIENDIENST LEISTUNGSHÖLLE im Haus der Kunst als letzte Veranstaltung zu Archives in Residence mit dem AAP Archive Artist Publications.

Klaus Erika Dietl und Stephanie Müller schätzen die Randnotizen. Der Einkommenssteuerordner wird zur Bühne. Ein Kasperl bäumt sich auf. Wer kommt hier zur Sprache? Und wem wird zugehört? Der Mundschutz löst sich auf, der Bildschirm beginnt zu flimmern – gemischte Waren im Durchlauferhitzer. Garantiert echt, falsch, weil echt. Was bleibt, wenn Komplexes archiviert wird? Wer kann es wagen, Spuren zu hinterlassen?

Mit Ihrer Sound-Textil-Performance „Beihilfe zum Bankrott“ lassen Dietl und Müller die Noppenfolie platzen und kratzen an den Aktendeckeln: Untertauchen in der Timeline – toter Kanal, Ahoi!

(Hubert Kretschmer)

04.06.2019, 18 Uhr

Archiv Galerie im Haus der Kunst,
Archive Artist Publications
Türkenstraße 60 UG
80799 München

Fr, 31.05.2019

Relaunch: bibliophilie.de

Am 3. Mai wurde es hier angekündigt, zur Mainzer Minipressen-Messe konnte sie vorgestellt werden: die neue Internetpräsenz der Gesellschaft der Bibliophilen.
Damit ist jetzt auch die älteste Deutsche Bibliophilenvereinigung (gegründet 1899) mit einem zeitgemäßen Auftritt in der digitalen Welt angekommen, gestaltet vom Mainzer Büro für Gestaltung und Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft bureau23. Hier kann der Interessierte sich nicht nur über die Gesellschaft informieren, sondern sich auch über den Inhalt früherer Ausgaben des Jahrbuchs für Bücherfreunde Imprimatur und die Themen des aktuellen Nachrichtenblattes der Gesellschaft, die Wandelhalle informieren, sowie Notizen zum bibliophilen Geschehen, ähnlich dem Pirckheimer-Blog, nachlesen. Wie von Silvia Werfel, Schriftführerin der Gesellschaft und Redaktion der Wandelhalle zu erfahren war, ist beabsichtigt, aus dem Nachrichtenblatt, woraus z.Zt. nur ausgewählte Beiträgen, wie "Termine für Bibliophile" nachzulesen sind, auch den Tagungsbericht aus der Herbst-Ausgabe sowie ab 2020 aus der Frühjahrsausgabe den Hauptbeitrag zu veröffentlichen.
Ein guter Grund für jeden bibliophil Interessierten, den Griff zum Buch mit dem Blick ins Internet zu ergänzen, sind die im Archiv bereitgestellten Texte zur Bibliophilie, die vermutlich nur die wenigsten griffbereit im Bücherschrank zu stehen haben werden.

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Do, 30.05.2019

Durs Grünbein: Bleiben

Veronika Schäpers - Won´t know right from wrong!

Die Galerie Druck & Buch bereitet eine Ausstellung mit einem Querschnitt der Künstlerbücher aus den letzten 20 Jahren von Veronika Schäpers vor.

"Ihre Bücher nehmen in Ihrer Subtilität, Komplexität und Eleganz eine Ausnahmestellung in der zeitgenössischen Buchkunst ein. In ihrer Verbindung von Konzeption, Materialität und Perfektion in "Form und Funktion“ - so man denn die inhaltliche, literarische Ebene als Funktion bezeichnen kann - findet Veronika Schäpers immer wieder neue, unerwartete und hochkondensierte Ausdrucksformen."
(Susanne Padberg)

Veronika Schäpers, geboren 1969 in Westfalen, lebte nach der Ausbildung zur Buchbinderin und dem Studium an der Burg Giebichenstein von 1997-2012 in Japan - und Japan findet sich nicht nur thematisch und literarisch sondern auch in den gewählten Papieren und abstrahiert in den Verpackungen wieder. 
Ihre Arbeiten sind in allen wesentlichen internationalen Sammlungen zu finden.

Eröffnung: 4. Juni 2019, 19 Uhr, in Anwesenheit von Veronika Schäpers
Ausstellung: 5. - 28. Juni 2019

Galerie DRUCK & BUCH
Berggasse 21/2, 1090 Wien