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Pirckheimer-Blog

Di, 13.08.2019

Falk Geissler, Flohmarkt, Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/M

FALK GEISSLER – JUNG UND KUPFERSTECHER

Junge Kupferstecher gibt es in etwa so häufig wie weiße Raben. Falk Geißler ist so ein seltener Vogel. Da fragt man sich natürlich, warum diese alte grafische Technik nur von wenigen erlernt und ausgeübt wird. Was muss man können?

Beim Kupferstich wird eine Kupferplatte auf ein kleines rundes Lederkissen gelegt, das bei jedem Stich gedreht werden kann, denn der Künstler arbeitet immer körperabgewandt in kurzen geraden Stichen. Das Bild entsteht aus Hunderttausenden kurzer gerader Linien, die „sitzen“ müssen – die einmal aufgestochene Platte ist nicht mehr zu korrigieren. Da größere Flächen nicht aus der Metall-platte herausgestochen werden können, muss der Künstler, um z.B. eine dunkle Fläche im Kupferstich zu erzielen, unzählige Stiche dicht an dicht nebeneinander setzen oder Schraffuren stechen. Kupferstich ist wie die Radierung ein Tiefdruckverfahren, d.h., Druckfarbe wird in die Rillen der Platte gerieben und aus diesen von gefeuchtetem Büttenpapier unter dem hohen Druck der Presse aus den Vertiefungen gesogen.

Einer der berühmtesten Kupferstiche der Kunstgeschichte ist Dürers aus allen Schulbüchern bekannter Stich „Ritter, Tod und Teufel“ – und man weiß, dass er für das Stechen der entsprechenden Druckplatte mehr als ein Vierteljahr Zeit benötigte. Das allein beantwortet wohl die Frage, warum die Technik so selten ausgeübt wird...

(Wolfgang Grätz)

Im Kabinett: Kupferstich heute. Eine Übersicht
Arbeiten von Johannes Wüsten (1896 – 1943), Baldwin Zettl (*1943), Otto Rohse (1925 – 2016), Toni Torrilhon (*1931), Jürgen Czaschka (1943 – 2018) und Rolf Geissler (*1945)

Eröffnung: 16. August 2019, 19.30 Uhr, mit einer praktischen Einführung in die Kunst des Kupferstechens von Falk Geissler
Ausstellung: 16. August - 27. September 2019

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9
60311 Frankfurt/M

Mo, 12.08.2019

Die Facezien des Poggio Bracciolini mit Illustrationen von Werner Klemke, Minibuch, Foto © Abel Doering

Der Buchkünstler Werner Klemke

In der Leipziger Bibliotheca Albertina läuft derzeit die Ausstellung „Politische Literatur & unpolitische Kunst. 50 MÄRZ Verlag – 100 Jahre Karl Quarch Verlag“.

Innerhalb des umfangreichen Rahmenprogramms zur Ausstellung wird der Pirckheimer Matthias Haberzettl, Inhaber des Karl Quarch Verlags, über den Buchkünstler Werner Klemke (1917-1994) einen Vortrag halten. Als Titel wählte der Klemke-Kenner und -Sammler ein Zitat des bekannten Zeichners und Illustrator: "Ich habe Bücher schon immer als einen Schatz betrachtet".

Ausstellung: 5. Juli - 3. November 2019
Vortrag von Matthias Haberzettl: 3. September 2019, 18 Uhr

Universitätsbibliothek Leipzig / Bibliotheca Albertina, Vortragssaal
Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig

Galerie und Buchdruck-Werkstatt von Christoph Dürr

Diese Buchdruck-Werkstatt, die sich durch ein einzigartiges Ambiente auszeichnet, besteht bereits seit 1929 in Neuhausen, 1978 übernahm sie der Münchener Galerist Christoph Dürr. Das Erste, was in der Galerie ins Auge sticht, ist eine Linotype. Sie stellt gleich klar, dass hier nicht nur Kunst gezeigt, sondern auch kunsthandwerklich gearbeitet wird. Ein Ensemble aller wesentlichen Bestandteile und Gerätschaften des manuellen Buchdrucks nach Gutenberg hält die Prozesse und Abläufe des Buchdrucks lebendig.

Dabei setzen die Freunde der Buchdruck-Werkstatt  auf einen Trend: "Die Wiederentdeckung des Analogen. Je höher der Grad an Virtualisierung, desto mehr wächst das Verlangen nach analogen Sinneserlebnissen und realen Orten. Je schneller unser Leben sich beschleunigt, desto mehr suchen wir nach Entschleunigung. In diesem Prozess kehrt viel altbekanntes aus eigentlich vergangen geglaubter Zeit zurück. Der Trend, nicht alles im Leben digital erleben zu müssen und bewusst zu analogen Medien zu greifen ist derzeit voll und ganz in der Gesellschaft angekommen."

Sie setzen es sich daher zur Aufgabe, die finanziellen und personellen Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung dieser jahrhundertealten Tradition des Buchdrucks zu ermöglichen. Die gegenseitige Zusammenarbeit und Befruchtung von unterschiedlichsten Personen und Einrichtungen im Bereich dieses Wirkens soll befördert und nach außen kommuniziert werden. Jeder ist angesprochen, z.B. mit einem Blog Post oder Artikel dabei zu helfen - selbstverständlich übernahm das hiermit auch die Pirckheimer-Gesellschaft.

So, 11.08.2019

Foto © Gisbert Amm

Offene Lesebühne im Lyrikhaus Joachimsthal

Auch 2019 gibt es wieder eine Offene Lesebühne im Lyrikhaus unseres Mitglieds Gisbert Amm.

Das Publikum hat an diesem Abend die Gelegenheit, gemütlich beim Wein oder anderen Getränken gleich zwölf verschiedene Beiträge zu erleben.

Die offene Lesebühne 2019 steht im Gedenken an die Lyrikerin und Künstlerin Ruth Schaumann (1899-1975), deren Geburtstag sich an diesem Tag zum 120. Mal jährt. Gisbert Amm wird die Dichterin kurz vorstellen und einige ihrer Gedichte rezitieren. Außerdem wird Wolf Damm (Bass in der Kantorei Wandlitz) seine Vertonung ihres Gedichtes "Ständchen" zu Gehör bringen.

Alle sind eingeladen, eigenes oder fremdes vorzutragen - maximal 12 Leute können bis zu zehn Minuten lesen.

24. August 2019, 19 Uhr

Lyrikhaus Joachimsthal
Glockenstraße 23, 16247 Joachimsthal

Sa, 10.08.2019

Prof. Roland Berger (lks.) im Gespräch mit Besuchern vor Graphiken aus seiner Sammlung, Fotos © Abel Doering

Vernissage 7 x M

Der Pirckheimer Roland Berger stellt in der Eremitage Gransee Druckgraphik aus seiner Sammlung aus, von DDR-Künstlern geschaffen, die eines gemeinsam haben: ihre Namen beginnen alle mit einem M.

Eine ebenso willkürlich anmutende wie aussagekräftige und repräsentative Auswahl von Graphikern, deren Werke man (fast) alle kennt, die man aber in dieser Komplexität vermutlich noch nicht gesehen hat. Zu sehen sind 69 Drucke, angefangen von Arno Mohr über Harald Metzkes, Wolfgang Mattheuer, Michael Morgner, Armin Münch, Rolf Münzer bis zu Helmut Müller.

In seinem einleitenden Vortrag ging Roland Berger auch auf den Unterschied des Sammelns in beiden Deutschlands ein und zeigte nicht zuletzt durch seine zusammengetragenen Graphiken, wie auch die Pirckheimer-Gesellschaft in vergangenen Zeiten das ihrige zum sinnvollen Sammeln beitrug. Und er verwies auf die Wiederbelebung, das Sammeln von Graphik vom Monitären abzukoppeln, wie z.B. mit der jW-Kunstedition.

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Ausstellung: 10. August - 15. September 2019

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Fr, 09.08.2019

30 Jahre Edition Einstein

"Als die Edition Einstein im Jahre 1989 in einem Kellerraum des Albert-Einstein-Gymnasiums das Licht der Welt erblickte, befand sie sich - wie rückblickend sichtbar wird - historisch in sehr guter Gesellschaft. Zeitgleich wurde nämlich eine alte Garage in Palo Alto, Kalifornien ebenfalls 1989 zum Geburtsort des Silicon Valley erklärt.
Auch die Edition Einstein - Galerie für Buchdruckkunst hat sich seitdem in die Blütezeit ihrer Jahre entwickelt 

30 Jahre buchkünstlerische Kreativität - das bedeutet: Viele Ideen entwickeln, viele schwere Kästen mit Bleilettern stemmen, viele Kilogramm der schönsten Farben auf Blei- und Holzlettern rollen, unzählige Umdrehungen an der Handkurbel der Presse drehen, viele Quadratmeter Papier der feinsten und besonderen Sorten beschneiden, bedrucken und binden, endlose Kilometer zu Messen und Märkten fahren; das bedeutet aber auch, zahllosen Sammlern, Bibliophilen, Antiquaren, Bibliothekaren, Archivaren, Kunst- und Grafikfreunden, Beschenkten, Freunden des uralten Handwerks und natürlich allen -innen große Freude bereiten. 
Und wenn dann auch noch der Buchkünstler selbst sein 75. Wiegenfest zur gleichen Zeit begeht, ist das ein doppelter Grund zu feiern.

Eine Ausstellung zeigt besondere Materialien zur Entstehungsgeschichte der Reihe „Das andere Kinderbuch" . Zum Jubiläum erscheint eine umfassende und reich illustrierte Festschrift über 30 Jahre Buchdruckkunst in der Edition Einstein."

(Hans Witte)

1. September 2019 um 19 Uhr, Laudatio: Sabine Keune, Antiquarin für Historische und Künstler-Bilderbücher Aachen, das Kussi-Weiß-Trio spielt Sinti-Jazz mit zwei Gitarren und einem Kontrabaß, Teilnahmerückmeldung bitte bis 15. August 2019 an editioneinstein

Historische Druckerei und Galerie für Buchdruckkunst der Edition Einstein
Deitlevsen 1, 31860 Emmerthal - Deitlevsen

Sophie Esslinger (Ausschnitt)

Unter Druck

Zeitgenössische Druckgrafik und Monotypie

von

Heinrich Bethke, Anja Billing, Martin Enderlein, Sophie Esslinger, Dieter Goltzsche, Annette Gundermann, Cornelia Gutsche, Paul T. Hahn, Eberhard Hartwig, Matthias Heidenreich, Dorothee Helena Jakobs, Jürgen Köhler, Michael Kutzner, Wolfgang Leber, Cathleen Meier, Liz Mields-Kratochwil, Philip Oeser, Michael Otto, Gudrun Poetzsch, Christian Ulrich

Vernissage: 9. August 2019, 19:30 Uhr, Begrüßung: Christian Ulrich, Musik: Phlegmatische Brownies, Köln, anschliessend Matthias Heidenreich als Plattenjockey
Ausstellung: 10. August - 14. September 2019

Galerie Forum Amalienpark
Verein Kunst und Literatur Forum Amalienpark e. V.
Breite Str. 2a, 13187 Berlin

Do, 08.08.2019

Plakate aus Kuba

Kataloge des Roten Antiquariats sind immer mehr als nur Angebote an Liebhaber des Gedruckten, sie sind willkommene Lektüre und Nachschlagwerke für Bücher- und Graphikfreunde, bei den Schwerpunkten des Antiquariats des Pirckheimers Christian Bartsch natürlich vorrangig zur proletarischen und links-libertären künstlerischen und intellektuellen Geschichte und Kultur des 20sten und 21sten Jahrhunderts.

Der aktuelle Katalog enthält Plakate aus Kuba, angefangen aus den ersten Jahren der Revolution zur Agrarreform, der Alphabetisierungskampagne und zum Nationalfeiertag sowie weitere Plakate. Es folgen Plakate der Solidaritätsorganisation der Völker Afrikas, Asiens und Latainamerikas (OSPAAL), der Studentenorganisation (OCLAE), der Latainamerikanischen Solidaritätsorganisation (OLAS) und weiterer Verbände, sowie Che Guevara-Plakate. Die Preise der angebotenen Plakate bewegen sich zwischen 100 und 300 €. Der Katalog wird mit einem umfangreichen Apparat ergänzt.

Übrigens, die Kataloge des Roten Antiquariats sind, auch wenn die enthaltenen Titel häufig bereits vergriffen sind, z.T. online bereitgestellt. Der vorgestellte Katalog August 2019 kann über E-Mail bestellt werden.

Mi, 07.08.2019

Programm zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft

| Mainz | 6. bis 8. September 2019 |

  • Freitag, 06.09.2019
    ab 17:00 Uhr Anmeldung und Ausgabe der Tagungsunterlagen im Foyer des Gutenberg-Museums
    19:00 Uhr Abendveranstaltung im Gutenberg-Museum
    Andreas Rötzer und Pauline Altmann stellen den in Berlin ansässigen Verlag Matthes & Seitz vor.
  • Samstag, 07.09.2019
    Alternative A - 10:00 Uhr Werkstattbesuch
    Johannes Schneider führt uns durch die älteste Buchbinderei der Stadt Mainz
    Buchbinderei Gärtner-Fiederling, Goldbrunnengasse 6, 55116 Mainz
    Alternative B - 10:00 Uhr Verlagsbesuch
    Die Verleger Karin und Bertram Schmidt-Friderichs erzählen uns in den Räumlichkeiten ihres Verlages, warum sie mit ihrem kleinen, feinen Nischenprogramm so erfolgreich sind und warum ihre Bücher schön sein müssen.
    Verlag Hermann Schmidt, Gonsenheimer Straße 56, 55126 Mainz.
    13:00 Uhr gemeinsames Mittagessen in der Weinstube Rote Kopf, Rotekopfgasse 4, 55116 Mainz (im Teilnehmerbeitrag enthalten)
    15:00 Uhr Sonderführung durch das Gutenberg-Museum
    16:00 Uhr Buchvorstellung „Fontane im Gutenberg-Museum
    Christoph Wegmann stellt sein Buch „Der Bilderfex - im imaginären Museum Theodor Fontanes“ vor, soeben erschienen im Quintus-Verlag.
    19:30 Uhr Abendveranstaltung im Mainzer Schloss
    Der Papst der deutschen Literaturkritik, Denis Scheck, wird gemeinsam mit der Vorsteherin des Börsenverein des Deutschen Buchhandels Karin Schmidt-Friderichs ein Gespräch zum Thema „Die Zukunft des Buches ist schön“ führen.
    Forstersaal des Kurfürstlichen Schlosses Mainz, Peter-Altmeier-Allee 9, 55116 Mainz .
  • Sonntag, 08.09.2019
    10:00 Uhr Mitgliederversammlung im Gutenberg-Museum

Di, 06.08.2019

Dr. Hans-Georg Sehrt, Foto © Abel Doering

Hans-Georg Sehrt (1942 - 2019)

Der langjährige Vorsitzende der Pirckheimer Regionalgruppe Halle (Saale) und Umgebung und des Halleschen Kunstvereins, Dr. Hans-Georg Sehrt, ist kurz vor seinem 77. Geburtstag am 4. August verstorben.

Mit ihm verliert die Pirckheimer-Gesellschaft einen bedeutenden Sammler, Kunstkritiker und offensiven Streiter für Buchkultur und insbesondere Graphik und Illustration.

Detlef Färber schreibt in einem Nachruf der Mitteldeutsche Zeitung: „Sehrt hat die Kultur in der Region in verschiedenen Funktionen geprägt wie kaum ein anderer. Der promovierte Kunsthistoriker war vor 1990 viele Jahre stellvertretender Direktor des Landesmuseums Moritzburg, hat nach der Wende das Dezernat für Kultur im neu entstandenen Regierungspräsidium Halle geleitet, das später im Landesverwaltungsamt aufgegangen ist.“ Und der Hallesche Oberbürgermeister Bernd Wiegand schreibt: „Mit Hans-Georg Sehrt verliert die Stadt einen bedeutenden Kenner und engagierten Förderer der Bildenden Kunst

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Tag der Offenen Tür in der Neuhauser Kunstmühle

Im August gibt es in der Neuhauser Kunstmühle wieder einmal einige Tage der offenen Tür.

An diesen Tagen geben Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin Führungen durch die Werkstatt und Erläuterungen zu den verschiedenen Drucktechniken. Besucher erhalten auch Einblick in das aktuelle Schulprojekt der Kunstmühle „Das sind wir“- die Druckbögen sind fertig, und im Herbst beginnt die Arbeit mit dem Buchbinder.

Ebenso kann man auch alle bisherigen Blätter des Neuhauser Graphic-Novel Projektes „Remigio“ besichtigen, und dazu hiergleich eine Kostprobe, siehe nebenstehende Abb..
Die Glasseite der Neuhauser Kunstmühle wurde in den letzten Tagen neu gestaltet und kann hier aufgerufen werden.

Natürlich zeigen die Betreiber der Neuhauser Kunstmühle Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin auch ihr gesamtes übriges Programm und ...
es gibt auf alle Druckgrafik 20% Nachlass.

15. - 17. August 2019

Neuhauser Kunstmühle
Obere Hauptstr. 1, 3192 Hohenberg, Österreich

Mo, 05.08.2019

Bis ins Kleinste dezidiert größenwahnsinnig

„[...] Geisterwolke Quark. Betrachtungen über den Teilchenzoo'“ aus dem Jahr 2011 ist gezeichnet und geschrieben mit Lackstiften auf minderwertigem, vorzugsweise nicht lichtbeständigen Papieren, welche anschließend gescannt und auf schönem Passepartoutkarton wiederholt wurden. Erst das Bild, dann die Schrift. Die schlängelt sich oben, unten und überall drumherum. Das Lesen gerät zu einem zeitfressenden Vergnügen in Zeiten von Contentmanagement und Leichter Sprache. Die nichtvorhandene Handlung beginnt auf Sylt, in der Fußgängerzone. Die Raum-Zeit-Folge steht nicht zur Debatte. Jede Seite öffnet ein Universum, eine Theorie. Vierzehn Zeichnungen enthält die Geisterwolke, das sind eine Menge: Totenköpfe, Steuerräder, verstrahlte Meerjungfrauen, die Insektenmonstern ähneln, Insekten, die Insekten ähneln und sich auf James Joyce’s Finnegans Wake beziehen.

Und als Digestif gibt’s ein Glossar zur Elementarteilchenphysik.

Der Künstler, Autor, Verleger selbst sieht sein Werk so: „Die Energie des Anti-Andryczuk strahlt im Universum der Antimaterie; dort, wo es keine Atome mehr gibt. Keine Energie, keine Teilchen, nichts. Die Manager der Teilchenbeschleuniger müssen ihre schwarzen Löcher der Geldvernichtung schließen. Für den Gottesbeweis und den Nachweis des Higgs-Bosons werden keine Milliarden mehr bewilligt. Ende der Photonenreise vom CERN-Institut zum Neptun und zurück. Hier endet mein kurzer Ausflug in den Teilchenzoo. Wahrscheinlich gehe ich bald zum Ereignishorizont. Gute Nacht, Teilchenzoo. Auf Wiedersehen, Quark. Adieu, Supersymmetrie.
[...]
2018 wurde das Buch im Klingspor-Museum zum Thema „Das Künstlerbuch und die Naturwissenschaften“ ausgestellt. Es gibt dazu einen Katalog."

(Anna Hoffmann, mehr auf culturmag.de)

Hartmut Andryczuk: Geisterwolke Quark. Vierzehn Zeichnungen mit Textbuch und Glossar zur Elementarteilchenphysik. Limitierte Auflage, Hybriden-Verlag, Berlin 2011 (vergriffen).

Anna Hoffmann erschien zuletzt:
Leverin, MMM-Extraausgabe, Hybriden-Verlag, Berlin 2019. 
Totenmaske, Corvinus Presse Berlin, 2010. 
Mal wieder romantisch gucken?, CD, Berlin 2007. 
Und ungeküsst zurück, Corvinus Presse Berlin, 2006.

So, 04.08.2019

Christine Becker, die jetzt in London lebt, bei den Bücherkindern Brandenburg, die das Buchprojekt zu ihrem Mann ""Du liebe Hühnerkastanie - Auf den Spuren von Jurek Beckers Postkartenpoesie" vorstellen.

eine Anmerkung ...

... zum Post vom 31. Juli: Nun sag, wie hast du's mit der Kultur?

"Mit Unverständnis habe ich gelesen, daß Deinem Bücherkinder-Projekt die Unterstützung verweigert wird. Was für ein Armutszeugnis das Land Brandenburg sich selbst ausstellt. Als würde es zu viel kosten, Deine wertvolle und (wie ich denke) einzigartige Förderung von Grundschulkindern zu unterstützen. Von lokal begrenzter Wirksamkeit ist da die Rede. Aber wenn das ein Problem ist, warum dann nicht das Projekt auf andere Schulen übertragen? Du würdest doch bestimmt beratend zur Seite stehen, wenn auch andere Grundschulen Kindern die Kunst des Büchermachens nahebringen wollten.

Wenn ich mir ansehe, was an Grundschulen großzügig gefördert wird, wundere ich mich mit Dir über die Kleinlichkeit - ausgerechnet wenn es um Bücher und damit Lesen geht. Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport unterstützt zum Beispiel einzelne Grundschulen, damit sie Computer und Tablets anschaffen. Sicher ist es wichtig, daß Kindern der Umgang mit dem Computer beigebracht wird. Aber warum erscheint die Beschäftigung mit Büchern weniger wichtig?

Die Verweigerer der Unterstützung Deines Projekts scheinen sich sehr sicher zu fühlen - dabei sollten sich fragen, welche Jugendlichen wohl eher zu rechtem Gedankengut neigen: Diejenigen, die Meinungen aus dem Internet übernehmen und sie nicht selten mit Information verwechseln - oder solche, die gelernt haben, Bücher zu wertschätzen und sich mit deren Hilfe eine eigenen Meinung zu bilden."

(Christine Becker an Armin Schubert)

Sa, 03.08.2019

wiedergelesen: Gutenberg

In einem Monat trifft sich die Pirckheimer-Gesellschaft zum Jahrestreffen in der Gutenberg-Stadt Mainz, dem Sitz des Gutenberg-Museums, bekannt als Weinhauptstdt, als Ort der Minipressen-Messe und seit 2011 Träger des Titels "Stadt der Wissenschaft" .

Grund genug, sich zur Einstimmung auf den Besuch von Mainz wieder einmal mit Henne Gensfleisch zum Gutenberg, genannt Johannes Gutenberg, zu beschäftigen und so besann ich mich auf einen Titel von Klaus-Rüdiger Mai, der bei Propyläen aus Anlass des Gutenbergjahrs 2018 Ende 2016 erschien und der, wie viele Bücher, nicht allein wegen des Inhalts, sondern auch aufgrund seiner Gestaltung (Manja Hellpapp, Berlin) und seiner gediegenen Ausstattung den Weg in meine Bibliothek fand. Gesetzt aus Quaadrat, Neutraface und Lapture enthält das Buch neben Illustrationen nach zeitgenössischen Abbildungen eingebundene, im Format abweichende Bildbeigaben auf Pergament, so den Brief des heiligen Hieronymus, den Typenapparat Johannes Gutenbergs und Spielkartenmotive, sowie den Anfang der Genesis der Berliner Pergamentbibel. Der zweifarbig gedruckte Text wird ergänzt durch eine 20seitige Auswahlbibliografie und ein Zensus aller 47 erhaltenen Exemplare der 42zeiligen Gutenbergbibel.

Klaus-Rüdiger Mai: Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte
Ullstein Buchverlag (Propyläen) Berlin 2016
ISBN: 978-3-549-97467-1
28 € (Preisbindung aufgehoben: 9,99 €)

Jahrestreffen: 6. - 8. September 2019

Fr, 02.08.2019

Ich will unsterblich werden!

Margret Greiner zeichnet in einem in Kürze erscheineneden Buch das Leben der Wienerin Friederike Maria Beer nach, die sich vom Modell zur einflussreichen Galeristin hocharbeitete.  

In den 1920er Jahren betritt Friederike Maria Beer (1891-1980) die Wiener Kunstszene. Die Tochter einer Barbesitzerin arbeitet als lebendes Modell für die Kleider der „Wiener Werkstätte“. Bald verliebt sie sich in den Industriellensohn und Maler Hans Böhler, dem sie auch Modell steht. Durch ihn lernt sie Schiele, Klimt, Kokoschka und Co. kennen, von denen sie ebenfalls porträtiert wird. Es ist jedoch ein italienischer Kapitän, Emanuele Monti, der Friederikes Herz erobert und dem sie bis nach Italien folgt. Nach einer Begegnung mit Hugh Stix beschließt sie, Mitte der 1930er Jahre in die USA auszuwandern. In New York leitet sie die von Stix gegründete „Artists‘ Gallery“. Als Galeristin entdeckt und fördert sie nicht nur KünstlerInnen wie Willem de Kooning, Louise Nevelson und Ad Reinhardt, sondern unterstützt auch österreichische Kunstschaffende wie Max Oppenheimer bei der Emigration in die USA. „Ich will unsterblich werden!“ ist ein Zeitdokument und Künstlerpanorama von der Wiener Moderne bis in die 1960er Jahre.

Margret Greiner - Ich will unsterblich werden!
Kremayr & Scheriau, Wien September 2019
320 Seiten, Format 13,5 x 21,5
24,00 € inkl. MwSt.
ISBN: 978-3-218-01185-3