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Klaus Waschk

Pirckheimer-Blog

Klaus Waschk

Sa, 24.03.2018

Von den Füßen auf den Kopf gestellt

Aus Anlass der Ausstellung im Hamburger Museum der Arbeit "150 Jahre Kapital", die bis zum 5. Mai 2018 verlängert wurde, stellt Klaus Waschk, selbst vertreten in der Ausstellung, am Rande der BuchDruckKunst Illustrationen zur Kapitalausgabe aus, die 2007 bei Faber und Faber erschien.

Zu dieser Präsentation entstand eine Zeichnung, gehängt an der Rückwand der Bilderstrecke mit den Zeichnungen zum Kapital, die auf den ersten Blick eine Sicht in Anlehnung an Georg Baselitz vermuten lässt.
Weit gefehlt: Klaus Waschk illustriert mit dieser Zeichnung kompromisslos und in aller Deutlichkeit seine Sicht auf die Kapital-Ausstellung: Marx, der als Sozialökonom und Philosoph mit seinen Schriften die Deutschen Philosophe "vom Kopf auf die Füsse stellte" bleibt unverstanden, wird damit "umgekehrt" und in der Ausstellung von den Füßen auf den Kopf gestellt.

Ein Bild, welches nicht nur für diese Ausstellung, sondern im Marx-Jahr 2018 hinsichtlich der ausufernden Oberflächlichkeiten einige Gültigkeit hat.

Di, 06.02.2018

Pirckheimer in Leipzig 2017

Zwei wichtige Termine im März

Zwei für Freunde des Bibliophilen interessante Veranstaltungen stehen im nächsten Monat auf dem Programm, die

Leipziger Buchmesse vom 15. bis 18. März und die
BuchDruckKunst Hamburg am 24. und 25. März.

An der Leipziger Buchmesse wird, bereits das zweite Mal nach 1990, die Pirckheimer-Gesellschaft mit einem eigenen Stand teilnehmen. Die Gesellschaft wird an fast derselben Stelle wie 2017 in Halle 3 an Stand E513 zu finden sein, in trauter Nachbarschaft zu den Pirckheimern Wolfgang Grätz (Büchergilde artclub) und Jürgen Schweitzer (Edition Curt Visel) und in der Nähe der Pirckheimer Hartmut Andryczuk (Hybriden-Verlag), Jens Henkel (Burgart-Presse), Fred Lautsch (Mückenschweinverlag), Henry Günther (Edition Balance) und Christian Ewald (Katzengraben-Presse). Weitere Pirckheimer sind auf der 24. Antiquariatsmesse direkt neben dem Stand der Pirckheimer-Gesellschaft und auch in anderen Hallen anzutreffen.

Und bereits eine Woche später startet in Hamburg die 13. BuchDruckKunst, ebenfalls wieder mit Beteiligung von Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft. Klaus Waschk wird im Foyer Zeichnungen zum Kapital präsentieren und als Aussteller werden wie gewohnt Henry Günther, Rainer Ehrt, Claus Lorenzen und Hanfried Wendland dort vertreten sein.

Errata: Die Standnummer der Pirckheimer-Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse ist E 508 (wird im Ausstellerverzeichnis noch nicht angezeigt)

So, 04.02.2018

Fotos © SHMH/Elke Schneider

150 Jahre Das Kapital in Hamburg

(eine Anmerkung aus DIE ZEIT zum Beitrag "Sammler auf Reisen: Hamburg" am 3.2.2018)

"Die Ausstellung ‚Karl Marx, Das Kapital’ im Museum der Arbeit in Hamburg [...] ist eine ungeheure’ Ansammlung von lockeren Zugriffen auf Aspekte und Wörter aus dem ‚Kapital’, ohne sie mit Anschaulichkeit und Sinn zu klären, ohne sie für die Gegenwart des Besuchers hilfreich zu übersetzen – z.B.:

- ‚Ware’ wird nicht - wie Marx es so gut nachvollziehbar im Zusammenhang von Naturprodukt, Tauschobjekt, Tauschwert, innewohnender Arbeit ... bis hin zu ihrem Fetischcharakter und Geld entwickelt - verständlich macht, sondern in verklebten Dosen in einer Schießbudenpräsentation verrätselt.
- die Seereise Marxens von London nach Hamburg wird mit Liegestühlen und flüsternden Kopfhörern wie auf einem Kreuzfahrtschiff heute nachgestellt, es rauscht irgendwie.
- überhaupt: Lebensumstände, Industrie und Arbeitswelt …nichts wird sinnlich anschaulich erfahrbar gemacht. Ein trauriger Höhepunktder Ausstellung ist das melancholische Zusammentreffen von sieben biedermeierlichen Nähmaschinen zum gemythlichen Beisammensein.(Dabei sind im 1.Stock des Museums so eindrucksvolle Maschinen u.a.aus der Druckindustrie ausgestellt.)
- und wirklich niederträchtig ist es, Dialogansätze zwischen Marx und Engels auf kleine Zetteln in Kleinstauszügen weiter zu verzetteln und zerteilen und an Schnüren in den Raum zu verspannen, unleserlich schwankend, ohne jeden Sinnzusammenhang. Das zerreißt Sinn, behindert Reflexion, nimmt jede Motivation, noch verstehen zu wollen.
- und wenn schließlich die Besucher, nachdem sie so hilflos zurückgelassen wurden, mit der Frage nach ihrer Meinung zum Kapitalismus zum Mittun aufgefordert werden, wird nicht nur das Thema ( K.Marx, Das Kapital) verfehlt, sondern auch der Gutwilligste überfordert. Er bringt es auf den Punkt, wenn er an die Pinnwand endlich ‚TRUMP !’ schreiben darf.

[...] Schade – also: GEWINNWARNUNG !"

(Klaus Waschk)

Sa, 03.02.2018

Abel Doering, Rudolf Angli, Foto © Andreas Erdmann
Einzeichnung von Elke Rehder in eine Ausgabe des Fischer-Verlags der Schachnovelle
Abel Doering im Gespräch mit Elke Rehder, Foto © Andreas Erdmann

Der Sammler auf Reisen: Hamburg

Mit einem Freund machte ich mich heute nach Hamburg auf, um die Erstausgabe des Kapitals, signiert vom Autor, zu betrachten, um Näheres zur Weltreise der Schachnovelle zu erfahren und um eine Pirckheimerin in ihrem Atelier zu besuchen.

Die Ausstellung im Museum der Arbeit begann mit einer leichten Enttäuschung - das von Karl Marx signierte Exemplar Das Kapital, Bd. 1 wurde, um es vor Licht zu schützen, nach drei Tagen aus der Ausstellung genommen. Der Rest der Ausstellung zeigt neben einem unsignierten Exemplar des Werkes eine Einführung in die Entstehungsgeschichte, den Versuch einer Illustration einzelner zentraler Begriffe, die Rezeption durch Wissenschaft und Kunst und den Einfluss von Marx auf Ökonomie und Philosophie von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Diese Ausstellung ist sicher durchaus geeignet, das Interesse an der Marxschen Kapitalismusanalyse zu wecken, aber mehr sollte (und kann man vermutlich auch nicht) von einer Ausstellung erwarten. Klaus Waschk, Illustrator der deutschsprachigen Ausgabe des Kapital bei Faber & Faber, die natürlich Eingang in die Ausstellung fand, sagte (und dem kann man nur zustimmen), "eine gute Show, jedoch kaum geeignet zum Erkenntnisgewinn".

Dann, bei Verkostung der besten Hamburger Currywurst in der "Trude" ein interessantes Gespräch mit Rudolf Angeli über dessen Idee, aus Anlass des 75jährigen Jubiläums des Erscheinens der deutschsprachigen Ausgabe der Schachnovelle von Stefan Zweig diese auf eine Weltreise zu schicken, wobei diese Reise durch Literaturwissenschaftler und Künstler durch die Wirkungsorte Zweigs begleitet wird.
Diese wunderbare Aktion von Rudolf Angeli stellte sich zugleich als Einstand für eine Mitgliedschaft bei der Pirckheimer-Gesellschaft heraus - verdient!

Ein Atelierbesuch bei der Pirckheimerin Elke Rehder, deren Einzeichnungen in das auf die Reise geschickte Exemplar der Schachnovelle die erste Station dieser Aktion bildeten, gab zum Abschluss meiner eintägigen "Reise eines Sammlers" einen Einblick in die Arbeit dieser Künstlerin, die nicht nur als Illustratorin und Malerin tätig ist, sondern auch beachtenswerte Publikationen zur Geschichte des Schachs und dessen Umfeld schuf. Übrigens, sie bäckt auch einen ausgezeichneten Apfelkuchen!

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... weitere Fotos hier.

So, 17.09.2017

Das Kapital, illustriert von Klaus Waschk, Faber & Faber 2007

150 Jahre „Das Kapital“

„Das Kapital“ von Karl Marx ist ein Klassiker der politischen Ideengeschichte und das bekannteste Wirtschaftsbuch in deutscher Sprache. Der erste Band der „Kritik der politischen Ökonomie“, so der Untertitel, erschien 1867 in Hamburg, im Verlag von Otto Meissner. Dauerte es damals ganze vier Jahre, bis die ersten 1.000 Exemplare verkauft waren, so zählt das Werk heute neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt – und gewiss zu den einflussreichsten und umstrittensten.

Das Museum der Arbeit nimmt das 150-jährige Jubiläum der Erstveröffentlichung in Hamburg zum Anlass einer spannenden und kontroversen Ausstellung zur Geschichte und Aktualität von Karl Marx‘ „Das Kapital“. Sie spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut. Ziel der Ausstellung ist es, zum Nachdenken über Aktualität und Grenzen dieses umkämpften Klassikers anzuregen – und zwar weder dogmatisch noch akademisch, sondern assoziativ und partizipativ.

Ausstellung: 6. September 2017 - 4. März 2018

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3 · 22305 Hamburg

Di, 26.04.2016

„ ... eigentlich bin ich ein Menschenfreund.“ – Klaus Waschk zeichnet

Klaus Waschk zeichnet immer - und als Lehrer, der auch gern darüber geredet hat, war er damit vielleicht auch ansteckend.
Das Zeichnen ist für ihn ‚von höchstem Interesse, indem man das Wunder sieht, dass der ganze Geist unmittelbar in die Fertigkeit der Hand übergeht’ (Hegel). Geist und Ungeist findet K. Waschk in den Anhäufungen von Menschen, die er etwas verzogen und schräg, gemein und grotesk, beziehungsreich und allein – und eigentlich zumeist freundlich gemeint – zeichnet. Seit über 50 Jahren findet er sie in seinem Umfeld, u.a.in Ottensen, im Bahnhof, im nun verschwundenen Bismarckbad. Er erfindet sie illustrierend zum ‚Kapital’ bei Marx, zum ‚rothen Irrenhaus’ des O. Panizza. Und aktuell sind für ihn die seltsamen körperlichen Anstrengungen der Selbstoptimierer besonders anregend. Aber er hofft, dass die ästhetische Dichte der Zeichnungen dann doch auch etwas Versöhnliches haben kann.
Klaus Waschk - Pathosformeln 2011
Eine Ausstellung in Hamburg Altona zeigt etwa 80 Arbeiten aus vier Jahrzehnten von 1972 bis heute. Sie werden hier in ausgewählten Beispielen aus fünf Werkgruppen präsentiert:
(1) Radierungen aus den 70ern mit Ansichten von Altona, zum Umbruch in Ottensen u.a. mit Bahnhof, Bismarckbad, Fischmarkt und Övelgönne, ...
(2) großformatige Zeichnungen aus der ‚Hamburger Melancholie’ (Faber & Faber, Leipzig 1995) – angeregt durch die stillgelegten Maschinen hier in der Drahtstiftefabrik und durch die literarische Vorgabe der ‚Anatomie der Melancholie’ des Robert Burton (1621), ...
(3) Illustrationen zu Karl Marx‚ Das Kapital (Faber & Faber, Leipzig 2007), die vor allem ein Versuch sind, den komplexen Theorieschüben dort real existierende Menschen zuzugesellen, ...
(4) Literarische Zeichnungen zu einem Gedicht Oskar Panizzas, Das rothe Haus (Aus: O.Panizza, Düstre Lieder, Unflad, Leipzig, 1886), die jener Behauptung des R.Burton (s.o.), dass wir ‚gleichermaßen Narren und Verrückte’ sind, weiter nachspüren, ...
(5) Zeichnungen, die mit dem Arbeitstitel ‚Pathosformeln’ jene Situationen skizzieren, in die sich Menschen freiwillig zur Selbstoptimierung und -findung begeben, oft sportiv eingeklemmt und dann doch sehr im Selbst erschöpft, ...
„... und eigentlich sind die etwas verzogenen Darstellungen der Mitmenschen wirklich freundlich gemeint, wenigstens versuchsweise, oder verwundert oder enttäuscht ... auch, wenn ein ‚fundamentales Nichteinverstandensein’ (J. Ph. Reemtsma, 2016) aktuell doch wohl zunimmt.“
(Klaus Waschk)

Ausstellung: 25. April - 7. Juli 2016
(vom 29. April - 11. Mai 2016 geschlossen)

Stadtteilarchiv Ottensen – Kesselhaus – Geschichtswerkstatt für Altona
Zeißstraße 28, 22765 Hamburg

Mi, 27.05.2009

Die Sprache der Bilder

Hans-Meid-Preis für Buchillustration 1994 – 2009


1993 gründete der Architekt Max Meid eine Stiftung zur Förderung der Buchillustration. Sie trägt den Namen seines Vaters, des Graphikers Hans Meid. Die Hans-Meid-Stiftung vergibt regelmäßig Preise und Förderpreise, herausragende Lebenswerke werden mit Ehrenmedaillen ausgezeichnet.
Gezeigt werden Arbeiten von Eckhard Froeschlin, Bernhard Heisig, Egberth Herfurth, Karl-Georg Hirsch, Horst Hussel, Rolf Münzner, Núria Quevedo, Otto Rohse, Tobias Teschner, Hans Ticha, Klaus Waschk, Jürgen Wölbing und Baldwin Zettl.

Begleitpublikation im Verlag è Faber & Faber Leipzig, 9,50 €.

Ermöglicht durch die Hans-Meid-Stiftung
Mit Unterstützung der Königlich Niederländischen Botschaft

Ephraim-Palais 2. Etage
3. Juli 2009 – 4. Oktober 2009