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Pirckheimer-Blog

So, 24.01.2021

Bernie was here

Sowas passiert, wenn man sich im Lockdown gelangweilt an einem verregneten Sonntag nochmals die Fotos vom Jahrestreffen 2020 der Pirckheimer-Gesellschaft ansieht und feststellt: Auf dem Original fehlte einfach noch einer.

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Sa, 23.01.2021

20. Spätdruck - Preußische Tugenden

Seit 2003 gibt Matthias Gubig grafische Pressendruckbücher der Reihe Spätdruck heraus; Werke klassischer und Gegenwartsautoren sowie eigene Texte sind darin vertreten. Gubig gestaltet die Bücher und versieht sie mit Originalgrafiken. Diese und einige der Texte druckt er in seiner Werkstatt selbst. 

Sein 20. Spätdruck trägt den Titel "Preußische Tugenden, Ein Heldenlied in zehn Strophen" und enthält mehrfarbige Zeichnungen auf Nyloprintplatten mit Forexschnitten.

Matthias Gubig, Preußische Tugenden, Ein Heldenlied in zehn Strophen
Blankenfelde 2020
Leporello-Buch, 48 S. mit 9 Orig.-Grafiken in verschiedenen Techniken
Pappband mit originalgrafischem Schild, 16,5 x 30 cm
Auflage 24 Expl., im Impressum signiert und nummeriert
280 €

Fr, 22.01.2021

oben: Radierung von Steffen Volmer | unten: Holzschnitt von Lothar Seruset in Mittwinter

Pressendrucke aus Verlegerhand

"... Der Begriff [Pressendruck] bezeichnet handgemachte Bücher in sehr kleinen Auflagen, deren Illustrationen von einem oder mehreren Künstlern als Originalgrafiken geschaffen werden, also keine Reproduktionen sind, wie sie in normalen illustrierten Büchern verwendet werden. Und auch der Text, die Schrift, wird „in der Presse gedruckt“, d.h. hochstehende Lettern pressen sich in das Papier. Früher geschah das im Bleisatz, zuerst gesetzt aus einzelnen Bleilettern, dann wurden im „Linotype“-System ganze Zeilen in Blei gegossen und nach dem Druck wieder eingeschmolzen. Heute kommen beide Techniken aus Kostengründen kaum mehr vor, der Text wird zumeist im Fotosatz gesetzt und dann ein Klischee aus Kunststoff hergestellt – gedruckt wird jedoch im Buchdruck auf der Presse (also nicht von der Rotationswalze oder im Tintenstrahlverfahren). So ein Textklischee kann man sich vorstellen wie den Druckstock eines Holzschnitts, von dem auch nur die hochstehenden Teile der Platte abgedruckt werden.
Sehr häufig werden Pressendrucke von Künstlerinnen und Künstlern herausgegeben, die auf solche originalgrafischen Bücher spezialisiert sind, etwa von
Peter Renschs Andante Handpresse, der Frank Eißner Handpresse, früher Roswita Quadfliegs Ramin Presse oder der Otto Rohse Presse. Das bedeutet, die Künstler suchen sich ihre Autoren oder Texte aus und illustrieren sie mit eigenen Originalgrafiken. Lektorat, Illustration, Druck und Vertrieb liegen also weitgehend in einer Hand.
Daneben gab und gibt es aber auch zahlreiche Pressen, die von Verleger/inne/n betrieben werden. Zwischen 1890 und 1930 entstand als Gegenpol zur lieblosen industriellen Massenproduktion von Büchern diese Buchkunstbewegung, deren Ziel die künstlerische Gesamtgestaltung des Buches war, das Streben nach perfekter Harmonie von Text, Schriftart, Illustration, Papier, Druck und Bucheinband. Es entstanden private Druckpressen, um eine hohe Buchkultur zu bewahren. Betreiber waren so illustre Leute wie der Großherzog
Ernst Ludwig von Hessen oder Harry Graf Kessler, dessen Cranach Presse die wohl bis heute werthaltigsten Bücher hervorbrachte.
Verleger wählen die Texte aus, die sie einer Pressendruck-Adelung für würdig erachten, suchen sich die ihrer Meinung nach dazu passenden Künstler, verfügen über das Geld, Papierlieferanten, Drucker, Buchbinder, Künstler und Autoren vorab zu bezahlen und sehen dann zu, dass dieses Geld durch Verkauf wieder reinkommt. Manche Verleger können einen Teil der Produktion selbst bewerkstelligen:
Reinhard Scheuble war ein Meisterdrucker und -setzer, was den aufwändigen Bänden der Quetsche sehr zugute kam, Henry Günther konnte die Drucke der Edition Balance selbst binden – das hilft sehr, Kosten zu sparen. ..."

(Wolfgang Grätz, 235. Grafikbrief)

Abb.: 2 Pressendrucke der Quetsche
Katja Lange-Müller - Böse Schafe, mit 3 zweiseitigen Original-Farbradierungen von Steffen Volmer
Ulrike Draesner - Mittwinter, mit Farbholzschnitten von Lothar Seruset | Nachworte von Kerstin Hensel und Matthias Gubig

Ausstellung: 25. Januar bis mindestens 31. März 2021, angepasst an eine mögliche Lockdownverlängerung

Frankfurter Büchergilde & Galerie
An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt am Main

Do, 21.01.2021

Thea Kobs-Lehmann, Die Rote Armee bringt die Freiheit / Befreiung des KZ Ravensbrück am 30. April 1945, Farb-Holzschnitt auf Vlies, ca. 1982, 39,5 x 49 cm © Nachlass Thea Kobs-Lehmann

Kunst der Erinnerung

Die Ausstellung mit Gemälden, Grafiken und Fotografien, die sich mit Krieg, Befreiung, Freundschaft in Bildern aus dem Kunstarchiv Beeskow befassen, sollte im im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt vom 29. März - 25. Oktober 2020 gezeigt werden.

Leider fiel sie der Pandemie zum Opfer, kann aber jetzt mithilfe eines soeben erschienenen Ausstellungskatalogs wenigstens erahnt werden.
Die Themen II. Weltkrieg, der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Freundschaft zur Sowjetunion sind zentral für das Geschichtsverständnis der DDR, entsprechend präsent sind sie in der Kunst. In den 1980er Jahren werden dabei vermehrt Zwischentöne und vielschichtige Deutungen wahrnehmbar: jenseits von Idealisierung, antifaschistischem Mythos und bekenntnishafter Symbolik. Breit gefächert sind die ästhetischen Mittel. Sie reichen von realistischen, expressiven bis hin zu abstrahierenden Ausdrucksformen. In vielen Arbeiten verschmelzen Geschichtsreflexion und das Nachdenken über Gegenwartsprobleme wie autoritäre gesellschaftliche Verhältnisse, Militarismus und die Angst vor einem Atomkrieg. So entstehen Denkbilder von fortwirkender Aktualität.

An der Ausstellung sollten Werken u.a. von Arno Fischer, Petra Flemming, Dieter Gantz, Gerhard Goßmann, Ulrich Hachulla, Heidrun Hegewald, Hartmut Hornung, Gerhard Goßmann, Joachim John, Dorothea Kobs-Lehmann, Gerhard Kurt Müller, Rolf Münzner, Norbert Wagenbrett, Thomas Ziegler und Michael Zschocher zu sehen sein.

Mi, 20.01.2021

Kater Klemke

Wie man es von Matthias Haberzettl, Sammler und ausgewiesener Kenner von Werner Klemke (1917 - 1994) kennt, erschien zum Jahresbeginn gemeinsam mit einem Neujahrsgruß ein Heftchen mit einem Einblick in seine Sammlung.

Klemkes "Kater-Unikate" lautet in diesem Jahr das Thema seiner 12seitigen Publikation, vorgelegt in 125 Exemplaren. Darin findet man Widmungen und Einzeichnungen, gezeichnete Vorlagen für Wandkalender, u.a. für den Leipziger Verleger Karl Quarch und fünf Blätter mit Skizzen zu seinem wohl am weitesten verbreiteten Werk "Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm". Aber auch Bilder von Ausstellungen in Kyoto und Tokyo, sowie Zeichnungen seiner Tochter Christine Klemke, was die weltweite Verehrung und Lebendigkeit der Arbeiten dieses beliebten Illustrators zeigt.

Di, 19.01.2021

Wiedereröffnung der Staatsbibliothek

Das im Jahr 1914 eröffnete Gebäude Unter den Linden 8 war im Zweiten Weltkrieg von Bombentreffern teils schwer beschädigt worden. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der damit einhergehenden Zusammenführung der beiden Standorte der Staatsbibliothek zu Berlin (Potsdamer Straße, Unter den Linden) nahm der Bund sich der gewaltigen Aufgabe an, das denkmalgeschützte Gebäude mit hohem planerischen und finanziellen Einsatz instand zu setzen, zu ergänzen und es auf einen modernen technischen Stand zu bringen.
Seit dem Jahr 2005 wurde das Haus bei laufendem Bibliotheksbetrieb umfassend saniert, erweitert und modernisiert. Im November 2019 wurde das Gebäude der Staatsbibliothek an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. Danach folgten die Umzüge der umfangreichen Bestände und der Büros sowie diverse Rückbauarbeiten. Unter anderem war der Eingang dieses größten historischen Baukomplexes im Zentrum Berlins an den Boulevard Unter den Linden zurückzuverlegen.

Nun ist alles bereit. Sobald es die Pandemie-Bestimmungen erlauben, werden die Tore zum Gebäude geöffnet, um in den sechs Sonderlesesälen, im Allgemeinen Lesesaal und in Gruppenarbeitsräumen die Leserinnen und Leser an 663 Arbeitsplätzen zu empfangen. Vorerst sind alle Freunde der Staatsbibliothek ganz herzlich eingeladen zur Teilnahme am Livestream der Eröffnungsfeier

Im Anschluss an Begrüßungs- und Festreden nehmen wir Sie mit auf einen kurzen virtuellen Rundgang durch das Gebäude.

25. Januar 2021 um 13 Uhr, YouTube-Kanal der Staatsbibliothek Berlin
Der Stream ist danach permanent aufrufbar unter dieser Adresse.

Mo, 18.01.2021

Radierung von Peter Padubrin-Thomys

LOCKERUNG DES LOCKDOWNS AN HITLERS GEBURTSTAG

Unter diesem Titel ist als MMM-Diarium 1/2020 im Hybriden-Verlag das Tagebuch von Hartmut Robert Andryczuk vom 1. Februar bis 30. April 2020 erschienen. Es enthält Originalarbeiten von 

Peter Padubrin-Thomys
Jorge Herrera Fuentealba,
Thomas Glatz,
Hartmut Andryczuk,
Wolfgang Henne

Themen: Besuch bei Sam Fuller und seiner Sammlung. Knet-Pinguine und Lautgedichte von Artaud. Fitnessstudio Aspria und „Weltbilder“ aus Wuhan. Ulrich Woelk – Mars. Keine Maskenschutz in den Apotheken. Leipziger Buchmesse – abgesagt. Ferienreise nach Usedom – ebenfalls abgesagt. Börsenkurse Richtung Süden. Geisterspiele nach Bergamo. Alle auf die Raumstation? Was machen wir nach dem Krieg? Boris Palmer! Merkel: „You can´t send astronauts to the sun, because they would burn!“ Trump: „What if I send them at night?“

LOCKERUNG DES LOCKDOWNS AN HITLERS GEBURTSTAG
Series: MMM-DIARIUM
30 copies
300 €

So, 17.01.2021

Was ein großes kleines e alles kann!

In diesen Tagen kommt der Band 37 der Reihe "Das andere Kinderbuch" der Edition Einstein aus der Handpresse.

Der Körper dieses Druckwerks ist eine Klappkassette (ca. 18 x 12cm). Darin eingelegt sind 20 Varianten eines 10cm hohen e, das ich von einer massiven Holzletter gedruckt habe. Diese auf grauen Karton gedruckten Varianten verbildlichen 20 unterschiedliche Verhaltensweisen des e.
Die einzelnen Kartonblätter wiederum liegen in einem Mantel aus transparentem Papier, auf dem auch die jeweilige Verhaltensweise  quasi als Titel vermerkt ist.
Eine zusätzliche Variante eines solchen e bildet die Titel-Illustration. Die Titelbilder sind bei jeder Kassette farblich und strukturell anders gestaltet und auch bei den 20 Blättern gibt es einige mit Unikatcharakter.
Die Auflage dieser Ausgabe umfasst 10 nummerierte und signierte Exemplare.

(Hans Witte)

"Was ein großes kleines  e  alles kann!"
EDITION EINSTEIN, Emmerthal 2021

Sa, 16.01.2021

Carsten Gille, 2020, Linolschnitt, 20,2 x 10,2 cm

Grüße von Kolleg*innen und Anderes

In der 116. Ausstellung im Druckgraphik-Atelier werden Hochdrucke, Lithographien, Radierungen und diesmal auch Aquarelle sowie Zeichnungen von Kolleginnen und Kollegen sowie anderes von Eberhard Hartwig als Überblick der Techniken gezeigt. Damit wird eine große Bandbreite künstlerischer Techniken aller Valeurs präsentiert.

Eine „Eröffnung“ findet – aufgrund der aktuellen Corona-Krise – nicht statt! Sie und Ihre Freund*innen sind herzlichst zu den Öffnungszeiten zum Besuch eingeladen. 

Ausstellung: 18. Januar – 25. April 2021

Druckgraphik-Atelier
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3, 10407 Berlin

Fr, 15.01.2021

Graphik: Lothar Sell (1939 -2009), Holzschnitt, 2005

Bibliophiles des Monats

Satzungsgemäß hat sich die Pirckheimer-Gesellschaft die Aufgabe gestellt, "... das Sammeln von schönen und wertvollen Büchern, von Graphik und Exlibris zu fördern und zu unterstützen, Kenntnisse über Geschichte und Gegenwart des Buches zu verbreiten, Mitglieder und Öffentlichkeit mit Werken der Buchkunst und Graphik vertraut zu machen, ...". Da sich jedoch aktuell der Austausch zu unseren Sammlungen, unseren bibliophilen Neigungen und die Vermittlung von Wissen rund um das Buch kontaktlos gestalten muss, wird hiermit angeregt, dafür auch diesen Blog stärker zu nutzen.

Unser Mitglied Klingspor Museum hat schon vor Jahren eine Veranstaltungsreihe "Buch des Monats" ins Leben gerufen, bis vor kurzem mit physischem Kontakt, auf Facebook gibt es seit geraumer Zeit einen virtuellen "Pirckheimer-Lesetipp" und die DEG stellt im Netz ein "Exlibris des Monats" vor.

Nach der positiven Resonanz zur erzwungenen Verlegung des Pirckheimer-Abends der Berlin-Brandenburger im Dezember 2020 ins Virtuelle (siehe Sammlerfreuden), wird es hier im Blog künftig eine Rubrik "Bibliophiles des Monats" geben, zu der jeder Pirckheimer und Freund unserer Gesellschaft (was alle weiblichen und diverenten einschließt!) Beiträge liefern kann, bitte an den Blog, nach Möglichkeit mit einem Abbildung und einem Text in Bildschirmgröße.
Da die Rubrik "Bibliophiles des Monats" heißt, wird aus den Einsendungen monatlich die jeweils am interessantesten erscheinende veröffentlicht, weitere Einsendungen werden in Monaten berücksichtigt, wo derartige Beiträge ausbleiben.

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Als Beispiel, wie das aussehen könnte, folgt hier ein erster Beitrag zu "Bibliophiles des Monats" vom Blogbetreiber.

BWL-Reihe der Edition Schwarzdruck

Als "Bibliophiles des Monats Januar" wird hiermit die BWL-Reihe vorgestellt, in der auch schon eine Jahresgabe des Berliner Bibliophilen-Abend erschien, eine bibliophile Taschenbuchreihe mit anspruchsvoller neuer und wiederentdeckter Lyrik und Prosa bekannter und weniger bekannter deutschsprachiger Autoren, man sollte nicht auf den Namen der Reihe hereinfallen! Alle Bücher erscheinen im Format von 12 x 20 cm und haben einen handgesetzten und buchgedruckten Schutzumschlag mit einem originalen Linolschnitt des Pirckheimers Roland Berger, teilweise von ihm illustriert. Jede Auflage umfaßt 333 von Hand nummerierte Exemplare.

In der Reihe erschienen unter anderem Titel von Michael Mäde, Günther Rücker, Wolfgang Kohlhaase, Waltraud Lewin, Arthur West, Steffen Mensching und Ulrich Goerdten. Die öffentliche Buchpremiere des zuletzt erschienenen Bandes 25 aus Anlass des 80. Geburtstages Bernd Schirmers im März 2020 war eine der ersten durch die Pandemie-Auflagen verhinderte Veranstaltung.

Die Reihe BWL erscheint bei der Edition Schwarzdruck, Gransee.

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Do, 14.01.2021

NEUES ZUM 48. JAHRESTREFFEN IN HAMBURG

Das nebenstehende Plakat dürfte zu einer echten Rarität werden, denn das 48. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2021 in Hamburg wurde gemeinsam mit der BuchDruckKunst um mindestens ein viertel Jahr verschoben. An einem gemeinsamen neuen Termin für beide Veranstaltungen wird mit Hochdruck gearbeitet. Eventuell noch in diesem Monat, auf jeden Fall sobald er feststeht, wird er hier und an allen gewohnten Stellen bekannt gegeben.

Ansonsten ändert sich praktisch Nichts. Das Programm war weitgehend vorbereitet und kann den Marginalien Heft 4/2020 entnommen werden. Teilnehmer können nach Terminbekanntgabe in Hamburg bei unserem Tagungshotel Intercity-Hotel Barmbek ihr Zimmer aus dem Kontingent "Pirckheimer Jahrestagung" buchen, bereits getätigte Buchungen werden übernommen, sofern der Teilnehmer das wünscht. Der Teilnehmerbeitrag wird sich für 2021 auf 97 € belaufen und beinhaltet wie gehabt 7 Euro für eine Reiserücktrittsversicherung.

Mi, 13.01.2021

© Klingspor Museum

Helfried Hagenberg / Buch 76

Diesem Buch gab sein Autor den Titel seines Entstehungsjahrs: 76. es begeht somit seinen 45. Geburtstag; und es steht seinem sehr glücklichen Eigentümer - dem Klingspor Museum - gut zu Gesicht, dankbar für den Erwerb zu sein. Helfried Hagenberg überraschte auf der 6 documenta mit diesem und anderen Büchern - im Handel erworbenen Kladden, denen er, so auf seine Art schreibend, den Text als minutiöses Arrangement von Linien und Kanten in den Leib seiner Seiten schnitt. Wortlos. Grandios. Nicht ein reißerisches Kunststück, sondern ein Kunstwerk von jener Weise der Innewerdung, wie die sich aus einem sinnlich-gedanklichen Anliegen ausbildet, das jenseits der Schrift eine Beredtheit des Grafischen formt.

Dass es zeitlos ist, beweist, wie es in die Zeit passt. In die der Reduktion, der Schließung, der Wendung ins Tieferliegende, wie es der Virus verschreibt. Nein, seine Umstände lösen nicht nur - wenn auch viel zu viel - Leid aus. Er gibt die Chance, im Weniger ein bestimmtes Mehr auszumachen. Buch 76 - so leise, so filigran, so vielsagend ins Papier flüsternd, in der Flachheit von Nichts den Raum für Alles eröffnend - dieses Buch gerät, an seinem 45. Geburtstag zum Kind dieser, unserer Tage. Es sagt: nicht alles ist stumm, weil uns die Worte fehlen. Gerade so schräg, wie es erscheint, weist es geradlinig nach vorne. Ausblick in ein Jahr un/erwartbarer Einsichten.

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Di, 12.01.2021

© Brigitte Iseli-Neustäbler

PF 2021

Ich stand etwas länger im Atelier - aus diesem Grunde komme ich erst jetzt dazu, Euch ein gesundes 2021 zu wünschen. Ein wenig mehr Frieden und etwas mehr Weisheit würde ich mir im 2021 von manchen Entscheidungsträgern wünschen. Unter diesem Aspekt habe ich meinen Holzschnitt-Jahresgruss gedruckt . Die Karten werden Mitte nächster Woche versandfertig sein und in den nächsten Tagen aus Basel eintreffen. Rückblickend bedanke ich mich, für die Unterstützung, welche ich trotz Lockdown erfahren habe. Vielleicht sehen wir uns im Juni 2021 zu einer geplanten Einzelausstellung in Basel, wenn Chorona dies zulässt. Ich arbeite unerschocken weiter, denn Kreativität bleibt erhalten.

(Brigitte Iseli-Neustäbler)

So, 10.01.2021

© Frank Gottsmann

PF 2021

2 0 2 1  W I E D E R  N Ä H E R  Z U S A M M E N R Ü C K E N