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Pirckheimer-Blog

Do, 17.05.2018

Stich-Wort: BABEL

Zur Vernissage und während der Pfingstfeiertage wird es zur Ausstellung "Stich-Wort: BABEL" mit Kupferstichen von Falk Geißler in Rochlitz ein spannendes Programm geben.

Eröffnung: 19. Mai 2018, 19 Uhr, Musik von Kristina und Lars Fiedler (Geige u. Gitarre), einführende Worte durch den Künstler
20. Mai 2018, 17 Uhr: Theater von Sprachwerk "The Tower Today", anschließend Tanz "Bubble on"
21. Mai 2018, 15 Uhr: mehrsprachige Lesung bei Kaffee/Kuchen
Ausstellung: 19. Mai - 31. August 2018

Vielfalter, Bismarckstr. 3, 09306 Rochlitz

Mo, 14.05.2018

RiXDORFER JAPANDRUCK

„Das schönste Buch der Welt", sei es, findet der Autor und Verleger Hermann Syzygos (al. Herbert Witzel) - und auch wenn man sich diesem stolzen Superlativ nicht ganz anschließen möchte, muß man konstatieren, daß es eines der schönsten Bücher ist, die wir in den letzten Jahren in Händen halten durften. Das liegt vor allem daran, daß es ist mit Liebe und Hingabe gemacht worden ist. Mit dem Füllfederhalter in angenehmer Handschrift verfaßt, im farbigen Druck übertragen auf leinwandähnliches, strukturiertes Feinpapier, als Blockbuch ohne Schnürung mit einem Leinenrücken gebunden, macht die Erzählung, die Hermann Syzygos um Vincent van Gogh, den Briefverkehr mit seinem Bruder Theo, den Japonismus, seine impressionistischen Kollegen, um Clasina Maria Hoornik, genannt Sein und eine Einladung der Familie Roulin zum Weihnachtsessen rankt, ungeteiltes Vergnügen.
Es gibt zahllose Bücher um und über Vincent van Gogh, seine Bilder, sein Leben wurden analysiert, kommentiert, ausgeschlachtet. Hier nun haben wir ein Buch vor uns, das geschickt und irgendwie artig Wahrheit und Fiktion ineinanderfließen läßt, womit es uns den genialen und ein wenig verrückten Maler und Menschen näher bringt. ...

(Frank Becker)

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Hermann Syzygos - ,,Ein Fest für Vincent" ( ... oder Gottes Fortsetzungsroman)
Eine handschriftliche Van-Gogh-Erzählung im RiXDORFER JAPANDRUCK
2018 worttransport.de Verlag, 75 Seiten, flexibler Halbleineneinband, japanische Blockbuchbindung - mit vielen, überwiegend farbigen Illustrationen - ISBN 978-3-944324-54-8
20 -€

Johannes Grützke zeichnet Iwan Turgenev auf einen Lithostein. Foto: Jan Pelkofer

Träume und Dramen

Am 17. Mai 2018 eröffnet die TABOR PRESSE BERLIN von 18.00 bis 22.00 Uhr eine Ausstellung mit Steindrucken, Linolschnitten, Plakaten und Zeichnungen der letzten 30 Jahre von Johannes Grützke (1937 - 2017). 

"...In hundert Jahren wird man kaum unsere zeitgenössische Kunst heranziehen, wenn man Auskunft sucht über unser Leben und Treiben. Primäre Bildquellen sind die Fotografie, der Film, die Dokumente des Fernsehens. Das Werk von Johannes Grützke bildet da eine seltene Ausnahme. Denn Grützkes Bilder sind einzigartige, freilich extravagante Beiträge zu einer Gesellschafts- und Sittengeschichte der Bundesrepublik. Sie kommentieren auf bizarre Weise gesellschaftliche Rollenspiele, Emanzipationsversuche und infantile Regressionen, Single-Kultur und zwanghaftes Gruppenverhalten, den Geschlechterkampf, Frauen-Power, sexuelle Befreiungen und sexuelle Verkrampfungen, ideologische Verrenkungen und kollektive Neurosen. Grützke ist Sensualist und Theatraliker. Sein Idiom ist die Körpersprache. Die psychische Mechanik und das konfuse Triebleben stellt er in einem Theater des Fleisches dar. ..."
(Eduard Beaucamp, FAZ vom 29.09.2007)

TABOR PRESSE BERLIN
Taborstraße 22, 10997 Berlin

© Bild: Ursula Kirchberg, CC NC-BY-SA

Buchillustrationen von Ursula Kirchberg

Im Rahmen der Reihe „Kinderbuch im Gespräch“ der Staatsbliothek zu Berlin fündet unter dem Titel "Die Lust am Gestalten. 50 Jahre Buchillustrationen von Ursula Kirchberg" die Übergabe von Skizzen und Originalillustrationen Ursula Kirchbergs an die Kinder- und Jugendbuchabteilung statt.

Ihre Devise „Illustrieren heißt, ein Herz zu haben für literarische Geisteskinder und ihre Urheber“ sowie auch die Überzeugung, dass Illustrationen zur aktiven, möglichst verbalen, Auseinandersetzung mit dem Bild und einem bestimmten Thema auffordern sollen, merkt man den Werken Ursula Kirchbergs an. Gepaart mit hohem künstlerischem Niveau begründen sie ihren Erfolg.
Zwischen 1960 und 2012 erschienen zahlreiche von Ursula Kirchberg illustrierte Werke, vor allem im Kinderbuchbereich und insbesondere Bilderbücher. Während sich die Originale zu insgesamt 14 Bilderbüchern aus der Zeit zwischen 1967 und 2003 heute im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf befinden, und die Illustratorin die Originalarbeiten zu vier Bänden mit Texten Theodor Storms dem Literaturmuseum Theodor Storm in Heiligenstadt übereignet hat, darf sich die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin über die überaus großzügige Schenkung weiterer Werke aus dem Vorlass von Ursula Kirchberg freuen. Darunter befinden sich u.a. die Skizzen und Illustrationen zu „Selim und Susanne“, ein Titel, der sich bereits 1978 dem Thema der Integration ausländischer Kinder widmete, der 1979 auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis stand und 1984 mit dem Kinderliteraturpreis der Ausländerbeauftragten der Stadt Berlin ausgezeichnet wurde, sowie auch die Skizzen zu „Isidor und Adebar“ und die Illustrationen für „Fridolin“, beide zählten, 1969 bzw. 1977, zur Auswahlliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis.

(Sigrun Putjenter)

8. Juni 2018, 18 Uhr
Anmeldung bis zum 1. Juni 2018 an kinderbuchabt@sbb.spk-berlin.de

Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin, Potsdamer Platz

Sa, 12.05.2018

Der alte Mann und die Bücher

Peter Sodann sucht Genossen, um den Weiterbetrieb seiner DDR-Bibliothek zu sichern

... Staucha in der Lommatzscher Pflege: Weite Felder oberhalb des Elbtals bei Meißen; geduckte Dörfer, knorrige Menschen. Einer von ihnen ist der Schauspieler Peter Sodann, der einst Kommissar im »Tatort« und Chef eines Theaters in Halle war und nun ein Biotop betreut: ein Refugium für die Literatur der DDR. Nach der, wie Sodann es formuliert, »Zeit ihres Seins« wurden auch die Bücher der DDR vielerorts aus den Regalen geräumt, landeten auf dem Müll oder im Ofen. »Ich wollte, dass diese Schweinerei aufhört«, sagt Sodann. Er begann, die verstoßenen Bücher aufzubewahren, musste mit den Unmengen an Kisten aber eine Odyssee antreten, weil er in Halle nicht bleiben durfte und in Merseburg auch nicht. Danach klapperte er zwei Dutzend alte Schlösser und Fabriken ab. In Staucha kam er schließlich unter. Zwei Jahre wurde umgebaut und eingeräumt, im Mai 2012 eröffnet. Es gab ein schönes Fest und viele weitere Bücherkisten als Gastgeschenke. Bürgermeister Peter Geißler, der Sodann in sein 758 Jahre altes Dorf geholt und viel Fördergeld besorgt hatte, träumte von Staucha als »Bücherdorf«.
Fünf Jahre später füllt die DDR-Literatur geschätzte zehn Regalkilometer unterm hölzernen Dachstuhl über dem alten Kuhstall. ...

(Hendrik Lasch, ND 12.Mai 2018)

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Graphische Kunst 1/2018

Das erste Heft für den Jahrgang 2018 der vom Pirckheimer Jürgen Schweitzer herausgegebenen Zeitschrift "Graphische Kunst" wurde ausgeliefert.

Eröffnet wird dieses mit einem Artikel über den Dresdner Sammler und Galeristen Wolfgang Finkbein, dessen Leib- und Magenthema der "Zirkus" ist. Ein Artikel über den Faksimile-Sammler Dr. Roland Specker folgt. Im weiteren Verlauf finden sich zwei Exlibris-Künstler, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Andreas Raub mit seinen „klassischen" Köln-Exlibris für den Sammler Prof. Dr. Werner Grebe und der italienische Serigrafie-Künstler Maurizo Rivetti. Dazwischen erfahren wir fundiert von dem Wiener Graphiker und akademischen Lehrer Maximilian Melcher, der Generationen von Künstlern ausgebildet hatte. Im Anschluss verweist ein kleiner Artikel auf die in diesem Jahr wieder stattfindenden Lithotage 2018 in München.

Der Ausgabe A liegt ein Linolschnitt von Roland R. Berger ,,Kleine Reverenz vor H.M." und eine Radierung von Reinhard Klink "Himmlicher Tropfen" bei, die Ausgaben A und B enthalten Graphiken von Giesela Mott-Dreizler, Otto Schlosser (aus dem Nachlass), Pedro Stoichita und Michael Zander.

Do, 10.05.2018

Staying Alive. Bilderzählungen von Merav Salomon

Die Ausstellung des Bilderbuchmuseums umfasst Zeichnungen, Illustrationen, Künstlerbücher und Plakate von Merav Salomon. Das illustrative Werk der israelischen Künstlerin entfaltet seine Kraft und Intensität zwischen verschiedenen Formen des Erzählens und Erinnerns. Ihre meist textlosen Bildgeschichten siedelt sie zwischen klassischer Illustration, Karikatur und Satire an. Vor allem ein karikaturhafter Stil ermöglicht ihr, Themen wie Tod, Krieg, Emigration und Holocaust auf eine grafisch besondere Weise darzustellen: Zum einen stehen ihre Bildgeschichten in der Tradition der Warn- und Moralgeschichten des 19. Jahrhunderts, zugleich sind sie in der Gegenwartskunst der Graphic Novel beheimatet. Auch inhaltlich verbindet Salomon Gegenwart und Vergangenheit. Ihre Erzählungen greifen Alltagserfahrungen auf, aber immer wieder scheinen auf indirekte Weise die Erinnerungen an die Großeltern und deren Schicksal durch Holocaust und Emigration durch. Diese Zusammenführung von eigener und erinnerter jüdischer Geschichte über mehrere Generationen hinweg, dargestellt in einem  reduzierten Illustrationsstil, stellt für die deutsche Illustrationsszene sowohl Herausforderung als auch Impuls dar. Denn für die Auseinandersetzung mit dem Holocaust gibt es in der deutschen Illustrationskultur bisher kaum eine Sprache.

10. Juni bis 2. September 2018

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Deutsche Buchkunst im frühen 20. Jahrhundert

Seit gestern ist in Heidelberg eine Ausstellung zur Buchkunst des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland zu sehen.

Im Zentrum der von Jürgen Franssen (einem neuen Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft) kuratierten Ausstellung stehen die Drucke der deutschen Privatpressen, zu der Wolfram Benda unter anderem mit der Bibel der Doves Press und dem Hamlet der Cranach-Presse wichtige Leihgaben beigesteuert hat. Auch Eckehart SchumacherGebler, der zur Eröffnung anwesend war, beteiligte sich mit Leihgaben an der Ausstellung, genau wie das Mainzer Gutenberg-Museum, welches verschiedene Drucke der Kelmscott Press zur Verfügung stellte und die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart mit Exponaten zu Ernst Schneidler.
Die Ausstellung stellt jedoch nicht nur die ›Privatpressen‹ vor, sondern beleuchtet auch deren Kontext, wie das Aufkommen der Buchkunstbewegung in den Jahren um 1900, die Diskussion um eine Erneuerung der Schrift- und Buchgestaltung sowie den Umbruch gleichsam mit Hilfe der ›Kultur-Verlage‹ wie dem Insel- und dem Eugen Diederichs Verlag.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Universitätsbibliothek und in der ›Virtuellen Ausstellung‹. Über die Hintergründe und mit der Ausstellung verbundenen Anliegen informiert auch ein mit Jürgen Franssen geführtes Interview im Blog der UB.

Ausstellung: 9. Mai 2018 – 10. Februar 2019

Universitätsbibliothek Heidelberg
Plöck 107-109, 69117 Heidelberg

Dieses Foto verstößt gegen die DSGVO und wer es knipste, kann unter Umständen künftig abgemahnt werden!

Fotografieren ohne Grenzen

 

 

 

Ob eine "Stellungnahme" des Bundesministeriums des Innern gegen die Heerscharen der Abmahnanwälte ausreichende Rechtssicherheit bietet, bleibt zu bezweifeln - eine Petition kann aber Abhilfe schaffen.

 

Di, 08.05.2018

In Klemkes Atelier

Christine Klemke lud heute zur Vernissage in ihr Atelier, welches schon Arbeitsstätte ihres Vaters Werner Klemke war. Vorgestellt wurden Bilder von 30 Kindern (für das Foto kamen nur einige der "jungen Künstler" zusammen), die sich in den letzten Monaten unter ihrer Anleitung dem Thema "Liebe zwischen Mutter und Kind in Tierfamilien" widmeten.
Herausgekommen sind kleine Kunstwerke, mit denen nicht nur die Kinder ihre persönlichen Erfahrungen von Mutterliebe in die Tierwelt projezierten, sondern in dieser unverdorbenen kindlichen Art auch der "Erwachsenen"welt zeigen, dass man den Tieren und ihrem Leben mit Achtung und Ehrfurcht begegnen muss.

Ausstellung: 8. Mai - 20. Juni 2018

Atelier und Archiv Prof. Werner Klemke
13086 Berlin Tassostr.21

Klaus Ensikat illustriert Candide

Auf unseren letzten Messen sind wir immer wieder gefragt worden, ob denn ein neues illustriertes Buch der Officina Ludi in Arbeit sei. Nun können wir den Vorhang schon etwas lüften: Derzeit arbeitet der Illustrator Klaus Ensikat an einer Neuausgabe des "Candide" von Voltaire, ganz frisch übersetzt von dem Romanisten und Lyriker Tobias Roth. Es ist eine zeitlose Satire gegen Intoleranz, religiösen Wahn, Kriege und den Glauben, daß alles in dieser Welt gut und richtig sei. Klaus Ensikat wird mit seinen Zeichnungen auch die Komik dieses herrlichen Buches zeigen, das im Herbst erscheinen wird. Ich war gerade bei ihm in Berlin zu Besuch und staune über die Fülle der Bilder, die er schon jetzt geschaffen hat, obwohl das Buch gerade halb fertig ist. Hier ist ein Bild aus seinem Atelier.
Dazu eine der Zeichnungen, die teilweise auch erotisch sind - dieses hier etwa zeigt, daß es "MeToo" auch schon im Rokoko des 18. Jahrhunderts gab ...

(Claus Lorenzen)

Sa, 05.05.2018

200. Geburtstag von Karl Marx

Das Feuilleton und deren Leser streiten sich in den letzten Monaten verstärkt: muss man Karl Marx „vom Sockel stoßen“ oder  „war er nie so wertvoll wie heute…“?

Auf alle Fälle zeigt die Diskussion, dass das Werk des Philosophen aus Trier noch lange nicht verstaubt ist. Der heutige 200. Geburtstag von Karl Marx war für die Galerie „Sonnensegel“ willkommener Anlass, den Denker in ihre Plakat-Serie zum Thema „Freiheit“ aufzunehmen.

Das Blatt (70 x30 cm) wurde im Gutenberg-DRUCKLADEN des „Sonnensegel“  e.V. von Sven Märkisch gedruckt und kann genau wie die anderen Plakatmotive in der Galerie erworben werden (Anfragen an sonnensegel-ev).

Fr, 04.05.2018

Buchpremiere und Ausstellung in Berlin

Anläßlich der Eröffnung einer Ausstellung mit Radierungen und Linolschnitten von Олеся Джураева (Olesya Dzhuraeva) in der Galerie Wetterney wurde das von ihr illustrierte Künstlerbuch "Landen" mit Gedichten von Simone Katrin Paul vorgestellt, welches in der Corvinus Presse erschien. Dieter Bela hat die Radierung gedruckt, Hendrik Liersch den Rest. Harald Weller hat die Texte auf der Linotype gesetzt. Die Bücher wurden von Stefan Cseh gebunden, die Vorzugsausgabe erhielt von ihm eine aufwendig gestaltete Kassette.

Simone Katrin Paul las zur Vernissage einen Querschnitt aus dem vorgestellten Buch.

Olesya Dzhuraeva wurde 1982 in Duschanbe, Tadschikistan, geboren. Sie studierte bis 2006 an dem Staatlichen Institut für angewandte Künste und Gestaltung in Kiew, wo sie auch lebt. Neben zahlreichen Einzelausstellungen hat sie an über 40 Gruppenausstellungen in 15 Ländern tehilgenommen. Der doppelseitige Linolschnitt des Buches, "Nach dem Regen", wurde mit 52 Werken anderer Künstler aus 1313 eingereichten Grafiken ausgesucht und beim Eding Forward: New Prints in New York ausgestellt.

Ausstellung: 4. Mai - 23. Juni 2018

Galerie Wetterney
12047 Berlin, Rigaer Straße 70

 

Internationaler Museumstag

Anlässlich des Internationalen Museumstages lädt das Museum für Druckkunst Leipzig bei freiem Eintritt zum Tag der offenen Tür ein. Zahlreiche Vorführungen und Rundgänge stehen auf dem Programm, das ganz im Zeichen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 steht. Zu erleben sind zudem zahlreiche Drucktechniken, die kürzlich in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden.

Das Museum für Druckkunst ist ein industriekultureller Ort, der historische Gieß-, Setz- und Druckprozesse an funktionierenden Maschinen präsentiert. Ansässig in einem Industriebau aus den 1920er Jahren werden 500 Jahre Mediengeschichte erlebbar. Der Rundgang gibt einen Überblick über die Sammlung.

Die Leipziger Künstlerin Karin Pietschmann druckt Radierungen (Tiefdruck) an historischen Handpressen. Weitere Druckverfahren, wie der Buchdruck und die Lithografie, werden an funktionierenden Maschinen vorgeführt und erklärt.
In einer der letzten Schriftgießereien Deutschlands wird gezeigt, wie Bleibuchstaben einst per Hand und später maschinell hergestellt wurden. Einen Ausblick auf Setztechniken des 20. Jahrhunderts bis heute sowie den Musiknotensatz bietet ein weiterer Teil der Ausstellung.
Die Zeilensetz- und -gießmaschine „Linotype“ begeisterte einst die Fachwelt und arbeitete bereits um 1900 mit dem binären System. Vorführungen an der Maschine zeigen deren Arbeitsweise und die einstige Bedeutung für den Zeitungsdruck. An Handpressen können sich Besucher Souvenirs drucken und zahlreiche andere Druckmaschinen in Aktion erleben.

13. Mai 2018, 11 bis 17 Uhr

Museum für Druckkunst Leipzig · Nonnenstraße 38 · 04229 Leipzig-Plagwitz

Do, 03.05.2018

Otto Rohse: Die Wachtel. Holzstich aus Johannes Bobrowski: Vier Erzählungen, Frankfurt 1980

Otto Rohse - Buchgestalter und Grafiker

Die Landesbibliothek Oldenburg zeigt seit heute eine Retrospektive des bedeutenden Buchgestalters Otto Rohse.

Vielen Menschen ist Otto Rohse vor allem durch seine zahlreichen Sondermarken für die Deutsche Bundespost bekannt – besonders durch die Briefmarken-Dauerserie „Deutsche Bauten aus 12 Jahrhunderten“, die zwischen 1964 und 1969 erschien. Die Einbeziehung von Bauten im Gebiet der DDR bei der Bundespost der BRD war in den 60er Jahren ein Politikum.
Seine herausragende künstlerische Bedeutung entfaltete Rohse jedoch als Typograph und vor allem als Illustrator bibliophil gestalteter Bücher mit meisterhaften Holzstichen und Kupferstichen.

Ab 1948 studierte er in Hamburg an der Landeskunstschule Zeichnung, Typographie und Buchgestaltung. 1952 wurde er Assistent von Richhard von Sichowsky (1911 – 1975) und Mitarbeiter an dessen „Grillen-Presse“, bis er sich 1956 selbständig machte und zunächst Arbeiten für Verlage und Bibliophilengesellschaften ausführte, wie z.B. den Claassen Verlag, den Heinrich Ellermann Verlag, die Büchergilde Gutenberg oder die Maximilian-Gesellschaft.
1962 gründete Rohse eine eigene Presse - die „Otto Rohse Presse“ in Hamburg. Zwischen 1969 und 1999 gab er außerdem die Zeitschrift „Sigill. Blätter für Buch und Kunst“ heraus. Mit der Gründung einer eigenen Presse knüpfte Rohse an die große Tradition der bibliophilen Pressen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an. Die Pressendruckbewegung entstand Ende des 19. Jahrhunderts in England als künstlerischer Gegenentwurf zur massenhaften, industriellen Buchproduktion. Ziel war das ideale Buch, die vollkommene künstlerische Einheit von Inhalt (literarischem Text) und Form (Schrift, Satz, Illustration, Einband, Material) in perfekter handwerklicher Ausführung. Die 52 Bücher und Mappenwerke der Otto Rohse Presse, die zwischen 1963 und 2001 entstanden, wurden vom Künstler bis ins kleinste Detail durchkomponiert und bis auf wenige Ausnahmen von Rohse selbst illustriert, in seiner Druckwerkstatt gesetzt und in teilweise mehrstufigen Verfahren gedruckt. 

Ausstellung 3. Mai - 30. Juni 2018

Landesbibliothek Oldenburg, Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg