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Pirckheimer-Blog

Mo, 10.05.2021

10. MAI - TAG DES GEDENKENS

vor 88 Jahren brannten die Bücher von über 200 Autoren

... Walter Benjamin, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Max Brod, Otto Dix, Alfred Döblin, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Marieluise Fleißer, Friedrich Wilhelm Foerster, Leonhard Frank, Sigmund Freud, Iwan Goll, George Grosz, Heinrich Heine, Ödön von Horvath, Heinrich Eduard Jacob, Franz Kafka, Georg Kaiser, Erich Kästner, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Karl Kraus, Theodor Lessing, Alexander Lernet-Holenia, Karl Liebknecht, Georg Lukács, Rosa Luxemburg, Heinrich Mann, Klaus Mann, Ludwig Marcuse, Karl Marx, Robert Musil, Carl von Ossietzky, Erwin Piscator, Alfred Polgar, Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Joachim Ringelnatz, Joseph Roth, Nelly Sachs, Felix Salten, Anna Seghers, Arthur Schnitzler, Carl Sternheim, Bertha von Suttner, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Jakob Wassermann, Franz Werfel, Grete Weiskopf, Arnold Zweig, Stefan Zweig ...

So, 09.05.2021

Die Unendliche Bibliothek

... aus der Post an den Pirckheimer-Blog:

"ich bin zufällig auf eine Rubrik bei You Tube gestoßen [...] "Literatur ist alles". [... Sie wird vom] Literaturwissenschaftler/Bibliophilen Markus Gasser betrieben, der u. a. in dem Beitrag "Die unendliche Bibliothek" einen Einblick in sein Bücherhaus gibt. Die Auswahl der in den Beiträgen behandelten Schriftsteller und Bücher ist überwiegend auf Westeuropa und die anglo-amerikanische Literatur bezogen, aber jeder Buchfreund findet aufklärerisches und erbauliches Material für sich."

(Klaus Bartel)

Sa, 08.05.2021

Treffen der Bibliophilen auf 2022 verschoben

Die Wandelhalle für Bücherfreunde Frühjahr 2021 der Gesellschaft der Bibliophilen ist erschienen und mit ihr leider auch diese Nachricht:

... "nachdem das Jahr 2020 zu einem langen «annus horribilis coronalis» geriet, das Vieles und vermeintlich Selbstverständliches in Frage stellte oder unmöglich machte - darunter auch unsere Jahrestagung in Weimar - hofften wir für das Folgejahr auf eine Rückkehr in die Normalität [...] Trotz des nicht hoch genug einzuschätzenden Entgegenkommens unserer Partnerinnen und Partner in Weimar und Gotha, die - wie wir selbst - trotz fehlender Öffnungs- und Planungsperspektiven unter Beweis stellen wollten, dass ein physisches Bibliophilen-Treffen auch unter erschwerten Bedingungen möglich sein kann, mussten wir angesichts der pandemischen Entwicklung erneut die Notbremse ziehen [...].
Wir begegnen der globalen Krise dennoch hoffnungsfroh nach dem Motto: «Aller guten Dinge sind drei!» und laden schon heute für den 16. bis 20. Juni 2022 nach Weimar ein. Zu einer etwaigen Mitgliederversammlung erhalten Sie gesonderte Nachricht. Bis dahin reisen wir erinnernd, lesend und sammelnd mit Goethe an den Sehnsuchtsort Italien um uns gesund (und geimpft) im hoffentlich postcoronalen Jahr 2022 in der Stadt der blühenden Zitronen wiederzusehen: Dahin! Dahin möchten wir mit Ihnen ziehn!"

(Dr. Annette Ludwig, erste Vorsitzende)

Fr, 07.05.2021

Sabine Scho und Michael Solder, Foto © Tuula Kainulainen, LWL-Medienzentrum für Westfalen

RARE BOOKS CARE LOOKS

Zwei Büchernarren, die nicht aufs Maul gefallen sind und sich vom Studium her kennen: der Antiquar Michael Solder und die Schriftstellerin Sabine Scho sind die Protagonist:innen des Podcasts RARE BOOKS CARE LOOKS aus dem Antiquariat Michael Solder in Münster.
Die renommierte Literatin und der international tätige Buchhändler nehmen rare alte Bücher unter die Lupe. In einer Zeit, die sich mehr und mehr ins Digitale verabschiedet, feiert RARE BOOKS CARE LOOKS den sinnlichen Wert des Analogen und begeistert sich für das Buch als Objekt, das neben seinem Inhalt so viel mehr ist als lediglich Text- und Informationsträger.

Homepage mit allen Infos zu den Werken: RARE BOOKS CARE LOOKS

Bibliophilie - 33 Essays über die Faszination Buch

Im Auftrag der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft zum Anlass ihres 100-jährigen Bestehens (1921 - 2021) wird dieses Buch von Wolfram Schneider-Lastin herausgegeben, welches am 15. Juni online präsentiert wird.

In diesem Jubiläumsbuch kommen Menschen aus allen Landesteilen der Schweiz zu Wort, welche privat oder berufsbedingt eine besondere Affinität zu schönen Büchern haben. Sie schildern in persönlich verfassten Essays, welche Rolle das Buch in ihrem privaten oder beruflichen Leben spielte und spielt. Entstanden ist ein breites, vielfältiges Spektrum von Erfahrungsberichten, zusammengefasst in einem Buch, das von Wolfram Schneider-Lastin sorgfältig redigiert und von Christof Mühlemann und seinem Team liebevoll gestaltet und ausgestattet wurde.

Programm der Buchpräsentation:

100 Jahre Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft Dr. Alex Rübel
Lesungen:
Tatiana Crivelli, Ordinaria di letteratura italiana Universita di Zurigo
Dana Grigorcea, Autorin und Verlegerin
Perikles Monioudis, Schriftsteller, Journalist und Verleger
Podiumsgespräch Moderation: Manfred Papst, Feuilletonredaktor NZZaS
Musikalisches Intermezzo von Vreni Peter, Querflöte.

Buchpräsentation: 15. Juni 2021, 18 Uhr, Link hier ab 1. Juni hier, ob eine physische Teilnahme möglich sein wird, ist noch offen. Anmeldeung bis 31. Mai unter bibliophilen-gesellschaft.ch

Hermann-Escher-Saal der Zentralbibliothek Zürich

Do, 06.05.2021

Kunstdokumentation KD VII

Im März 2021 erschien die Kunstdokumentation KD VII des Münchner Künstlerbuchsammler Dietmar Mayer

Darin sind u.a. auch zwei unikaten Künstlerbücher von Barbara Beisinghoff  von 2017 durchfotografiert und zusammengefasst, was zusammengehört, nämlich die märchenhafte Schatzsuche der Brüder Grimm mit der "Springwurzel" bei ihrer Wortarbeit und Bettine von Arnims soziales Engagement u. a. für die Brüder Grimm "Ins Ungebundene zwischen Sehnsucht und Mutwillen".

Das Fotobuch, 36 x 27 cm, hat 38 Seiten, ist von 1/28 - 28/28 nummeriert und von Dietmar Mayer und mir signiert und kostet mitsamt einer beigelegten Originalradierung 180 €.

Näheres siehe Die gläserne Libelle.

Abb. © Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.

Stadt mit zwei Namen

Unter dem Titel Stadt mit zwei Namen vereint die Neue Chemnitzer Kunsthütte Werke von zehn GrafikerInnen und zehn DichterInnen mit Bezug auf die Stadt Chemnitz/Karl-Marx-Stadt/Chemnitz.

Texte: Andreas Altmann, Kerstin Becker, Marcel Beyer, Matthias Biskupek, Hans Brinkmann, Ulrike Brummert, Kerstin Hensel, Angela Krauß, Jan Kuhlbrodt, Utz Rachowski.
Grafiken: Anatoli Budjko, Erich Wolfgang Hartzsch, Frank Herrmann, Jürgen Höritzsch, Irini Mavromatidou, Jörn Michael, Vivien Nowotsch, Osmar Osten, Matthias Stein, Axel Wunsch.

Es ist die erste originalgrafische Buchedition dieses Kunstvereins, basierend auf einer Idee von Jürgen Höritzsch, bei der es inhaltlich um den ganz persönlichen Blick der Beteiligten auf die Stadt geht. Der Bezug hat damit jeweils einen biografischen Hintergrund zur Form gebracht in der Neuen Sächsischen Galerie, vom Stein gedruckt durch Anatoli Budjko (druckstock), Texte gesetzt und im Buchdruck gefertigt von Bettina Haller (Sonnenberg-Presse) und buchbinderisch zusammengeführt von Tina Zinsmeyer (Neue Sächsische Galerie). Derartige Projekte des Vereins in der neu eingerichteten Lithowerkstatt, welche auch Künstlern außerhalb des Vereines zur Verfügung steht, sollen diese grafische Technik in der Region am Leben halten.

Zwei Buchblöcke unter einem Deckel 27 x 52 cm
gebunden mit Satogami und Tyvek
Lithos und Buchdruck auf Alt-Worms-Bütten
produziert 2021 in fünf Farbvarianten
Auflage 50 Exemplaren, von denen 30 zum Preis von 490 Euro frei verkäuflich sind.

Mi, 05.05.2021

Neuzugänge der Galerie DRUCK & BUCH

In der Galerie in der Wiener Berggasse und online werden die besten Neuzugänge des alten Jahres vorzugestellt.
Wie immer verbirgt sich hinter jedem Bild ein Video in dem das Künstlerbuch von der ersten bis zur letzten Seite geblättert wird, einfach anklicken.

Arbeiten von Bartleby & Co, Wolfgang Buchta, Daniela Deeg, Stefan Gunnesch, Anja Harms, Kurt Johannessen, Burgi Kühnemann, Eberhard Müller-Fries, Raffaella della Olga, Robbin Silverberg, Ulrich Wagner, Carola Willbrand u.a. 

Begleitend zur Ausstellung finden online unsere Donnerstagsgespräche statt:
DO, 20. Mai, 19 Uhr: Rosa Lachenmeier "New York Bridges"
DO, 27. Mai, 19 Uhr: Uta Schneider & Ulrike Stolz <usus>: z.B. / zum Beispiel / zum Buch
Es folgen Gespräche mit Stefan Gunnesch, Sian Bowen, Wolfgang Buchta, Robbin Silverberg, Carola Willbrand, Veronika Schäpers.

Galerie DRUCK & BUCH
Susanne Padberg
Berggasse 21/2, 1090 Wien

Di, 04.05.2021

Titel: Annette Fritsch "Melodie - zu Robert Schumann", zweifarbiger Holzschnitt 2017

Graphische Kunst 1/2021

"Gleich im ersten Artikel [... würdigt Annika Weise] die Arbeiten der Zwickauer Illustratorin und Holzschneiderin Annette Fritzsch [...]. Ihre Arbeiten sind von einer eindringlichen Art und tragen eine ganz eigene Handschrift. Der A-Ausgabe ist ein Original-Holzschnitt beigelegt. [...]

Eva Masthoff schaut wie so oft für uns über den deutschsprachigen Bereich hinaus. Diesmal stellt sie uns den in Bulgarien geborenen und in China lebenden - in vielen Techniken versiert arbeitenden - Künstler Peter Lazarov vor.

Einer der Künstler, der in der GK oft vertreten war, gibt uns einen Einblick in seine persönliche Sammlung. Wolfgang Werkmeister zeigt sich als der sammelnde Künstler. Für ihn ist der Rückblick auf die vor ihm künstlerische tätig Gewordenen essentiell. Zwei Ausstellungen würdigen den Künstler zu seinem 80. Geburtstag. Der Künstler als Sammler" ist der Titel einer Ausstellung im Jänischhaus (Altonaer Museum) vom 22. März bis zum 18. Oktober 2021. Auf diese Ausstellung bezieht sich der Artikel in dieser Ausgabe der GK. Ein Katalog dazu ist erschienen. [In einer zweiten Ausstellung in Ahrenshoop sollten im Mai Beispiele aus 50 Jahren Radierkunst - zum 80. Geburtstag von Wolfgang Werkmeister" gezeigt werden....]

Im letzten Artikel gibt nun der Sammler Wolfgang Stieglitz (s. GK 1/2019) einen Blick in seine Kubin-Sammlung. In einem langen Sammler-Leben wurde einiges zusammen getragen. Ergänzt werden die Werke von Kubin durch zeitgenössische Arbeiten, die sich mit Kubin beschäftigen. In diesem Zusammenhang finden die Abonnenten der A-Ausgabe eine Radierung des Amberger Künstlers Achim Hüttner."

(Jürgen Schweitzer)

Der Ausgabe B liegen jeweils im Original ein Linolschnitt von Klaus Eberlein, ein zweifarbiger Holzschnitt von H.D. Gölzenleuchter und ein Linolschnitt von Leander Morgener bei.

Edition Curt Visel (Graphische Kunst)
An der Mauer 9½, 87700 Memmingen

Mo, 03.05.2021

Born to be wild (1. Teil)
Dark side, beide Abb. © Julienne Jattiot

Einladung zur Subskription: Maskerade

Das Original Linolschnitt Buch von Julienne Jattiot "Maskerade", welches gerade von ihr und Thomas Siemon auf der »Präsident« Zylinderpresse aus 78 Linolplatten und 6 Holzplatten im atelier carpe plumbum in Leipzig gedruckt wird, kann noch bis zum 15. Juni 2021 zum Vorzugspreis von 30 Euro + Versand vorbestellt werden.
Zur Subskription wird das Buch signiert und enthält zusätzlich einen Druck von den Buchmotiven als Einzeldruckgrafik auf 240g Papier, Motive zur Auswahl hier.
Der Versand ist für Mitte Juni geplant. Fragen und Bestellungen bitte per Mail.

Das Buch wurde in der Entwicklungs- und Gestaltungsphase von September bis November 2020 mit einem Arbeitsstipendium im Rahmen des Kultur ans Netz Programm des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Die Motive sind auch auf 240g Papier zum Einzelpreis von 15 Euros + Versand zu erwerben.

Julienne Jattiot, Maskerade
Schmutztitelblatt und Impressum: Handsatz, Cover: Klischeedruck.
30,5 x 21 cm. 52 Seiten, 13 Farbe
Auf 90g Fedrigoni Arena Papier gedruckt. Auflage: 400
Bindung: Buchbinderei Mönch, Leipzig

So, 02.05.2021

Projekt 1
Projekt 2
Projekt 3
Projekt 4, Fotos © Lisa Gümbel

Woven Structure Binding

»Meisterpreis-Kurswoche« im Centro del bel Libro in Ascona, Schweiz unter Leitung von Jan Zimmerlich.

Im ersten Projekt "dieser ungewöhnliche Vorgehensweise der [klebstofffreie Bindung durch Verweben der Bünde] wurden die verwendeten Lagen im Falz eingeschnitten, an den Stellen, wo sie durch die waagerecht verlaufenden Bünde verbunden werden sollten. Die Bünde wurden durch die Schlitze in die Lage geschoben, umliefen dort einen Kunststoffstreifen, der entlang des Falzes vom Kopf bis zum Fuß reichte. Die vor der ersten und hinter der letzten Lage überstehenden Bünde wurden in die Kartondeckel hineingeflochten. Somit blieben der Rücken offen und die Flechtbünde dort sichtbar.

Im zweiten Projekt wurde es deutlich komplizierter. Die Lagen wurden nicht wie beim ersten direkt miteinander verbunden, sondern wie bei der französischen Technik auf Onglets geheftet. Zum sogenannten Heften auf Onglets wurden kleine Webhülschen als Verbinder angefertigt. Eine weitere Schwierigkeit bestand im Anfertigen der Deckel durch das Hin- und Zurückweben der Bünde mit anderen Webbändern, sodass ein stabiles kariertes Muster entstand.

Als drittes Projekt wurden die Lagen ganz ohne Bünde miteinander verbunden. Sie wurden am Rücken jeder Lage horizontal eingeschnitten und jeder so entstandene Abschnitt abwechselnd nach vorne und nach hinten umgeknickt. Dann wurden die umgeknickten Teile jeder Lage miteinander verschachtelt zusammengesteckt und von oben jeweils ein Plastikstreifen hindurchgefädelt.

Als letztes Projekt wurde eine sehr dicke einlagige Bindung gewählt. Auch bei der dicken einzelnen Lage wurden die Bünde durch den Falz der Lage geführt. Zum Ausgleichen der späteren Deckel wurden am Rücken der Lage noch einige schmale Blatt Papier mitgebunden, die durch eine speziell entwickelte Falztechnik zurückgefalzt wurden.
Die Deckel bestehen aus durchsichtigen Hartplastikplatten aus dem Gartenbaubereich. Sie teilen sich in viele schmale Kammern auf, durch welche die Bünde gefädelt und mit Bügelperlen fixiert wurden.
"

(Lisa Gümbel, MDE-Sondernewsletter 01.2021)
© 2021 MDE – Meister der Einbandkunst e.V., All rights reserved.

Die in der Kurswoche entstandenen Arbeiten werden im September 2021 auf der BuchDruckKunst und dem Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Hamburg gezeigt.

Foto © Caroline Seidel

Holzdeckeleinband mit Stachelrochenleder

»Meisterpreis«-Kurswoche bei Esther Everding

"Geheftet wird bei dieser Technik auf Leinenzwirn oder Nylonfaden, der dann später die Verbindung von Buchblock und Deckeln herstellt. Für die Deckel werden MDF-Platten mit Holzfurnier kaschiert, auch an den Stehkanten, was sich als ziemliches Gefriemel erwies. Außerdem war natürlich jede Menge Schmirgeln und Schleifen angesagt, um das Furnier schön glatt und geschmeidig zu bekommen. Die Rückeneinlage und später der Stachelrochen werden direkt auf den Buchrücken geklebt.
Bei der Einbandgestaltung bin ich minimalistisch geblieben und habe neben einem Farbschnitt lediglich die zwei Astlöcher im Furnier für Stachelrochenledereinlagen genutzt.
"

(Caroline Seidel, MDE-Sondernewsletter 01.2021)
© 2021 MDE – Meister der Einbandkunst e.V., All rights reserved.

Die in der Kurswoche entstandenen Arbeiten werden im September 2021 auf der BuchDruckKunst und dem Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Hamburg gezeigt.

Sa, 01.05.2021

... hier wurde nichts zerschnitten, lediglich zwei Fotos ineinander montiert! © ad

Ungers Didot-Fraktur

Als "Bibliophiles des Monats" Mai wurde ein Faksimile-Druck der Ausgabe von Wilhelm Abraham "Tellers Trauungsrede für Herrn von Itzenplitz und Fräulein von Friedland, 1792" gewählt. Der Nachdruck erschien in einer Auflage von 500 Exemplaren, davon 300 nummeriert für die Teilnehmer am Stiftungsfest des Berliner Bibliophilen Abends 1928.

Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen wurde das Faksimile von Ernst Crous (1882 - 1967), Kirchenhistoriker, Bibliothekar und Mitglied des BBA, der damit den Berliner Johann Friedrich Unger (1753 - 1804) und dessen Verdienste als Schweizerdegen und Schriftgestalter, u.a. als Schöpfer der für den Druck verwendeten Didot-Fraktur würdigte.
Mit dem Erwerb 1789 der deutschen Lizenz für die Didot vom französischen Typografen Firmin Didot versuchte Unger ursprünglich zur Popularisierung der neuen Antiqua-Schrifttypen beizutragen. Crous schreibt dazu im Nachwort: "Unger, immer nach dem Höchsten in seiner Kunst strebend und mit einem starken Sinn für den Geist der Zeit ausgestattet, hatte sich, sobald nur erst seine Druckerei auf festen Füßen stand, mit Eifer den lateinischen Didotschriften zugewandt, die eben damals jenseits der Grenzen das Neueste des Neuen waren. Er vertrieb diese Lettern, er druckte mit diesen Lettern Bücher, schöne Bücher, lateinische, französische, hauptsächlich deutsche. Es fehlte nicht an lautem Beifall, aber bald mußte Unger doch erkennen, daß auch der stürmischste Anlauf die Antiqua, wenigstens in seinen Tagen, nicht zu einem vollen Siege in Deutschland bringen könne. Da warf er denn, ebenso wie sein großer Rivale Breitkopf, entschlossen das Steuer herum und strebte nun einer zeitgemäßen Fraktur zu, einer Schrift, die ein gotisches Seitenstück zu Didots Antiqua sein würde."

(ad)

Faksimile der Ausgabe von Tellers "Trauungsrede für Herrn von Itzenplitz und Fräulein von Friedland 1792", Berlin, Unger, 1792 in Ungers Didot-Fraktur erschienen, mit Nachwort von Ernst Crous, Berlin 1928, Broschur mit montiertem Deckelschild, Fadenheftung, 16 nicht paginierte Seiten, 1 Abb., 20,6 x 12,7 cm

Fr, 30.04.2021

Screenshot der heutigen Online-Ausgabe

Mackensen illustriert Goethes frivolste Werke

"Mit sinnlichen Bildern hat der Sondershäuser Maler Gerd Mackensen eine Sammlung erotischer Geschichten und Gedichte von Johann Wolfgang Goethe illustriert. Mit Szenen wie bei heimlichen Blicken durch die Schlüssellöcher fremder Schlafzimmer erspäht, übersetzt Mackensen einige der rneistzensierten Texte vom meistzitierten deutschen Autoren in explizite Bildsprache. [...] in einem kunstvoll gestalteten Büchlein mit dem Titel „Erotica" [...] sind Werke versammelt, die Goethe selbst in einer verschlossenen Mappe verwahrt hielt, weil Freunde und Förderer ihm geraten hatten diese Texte nicht zu veröffentlichen", erklärt Jens-Fietje Dwars, der Herausgeber [...] „Einige der Texte wurden erst 70 Jahre nach dem Tod des Dichters erstmals gedruckt. Unverändert allerdings nur in kleinen Privatauflagen. [...] In unserer Ausgabe aber lassen wir natürlich keinen der noch so ausdrucksstarken Worte aus Goethes Originaltext weg", versichert er. Geradezu angestachelt von der mitunter derben Deutlichkeit des Dichters, habe er Zeichenstift und Pinsel ebenfalls ungehemmt freien Lauf gelassen, bekennt der Maler Gerd Mackensen. [...]"

(Timo Götz, in Thüringer Allgemeine, 30.4.2021)

Alle Galgenlieder, illustriert von Hans Ticha

Exklusiv für ihre Mitglieder gibt die Büchergilde Gutenberg zu seinem 150. Geburtstag "Alle Galgenlieder" von Christian Morgenstern in einer opulenten von Hans Ticha kongenial illustrierten Ausgabe heraus.

Die Galgenpoesie ist ein Stück Weltanschauung. Es ist die skrupellose Freiheit des Ausgeschalteten, Entmaterialisierten, die sich in ihr ausspricht. Man weiß, was ein mulus ist: Die beneidenswerte Zwischenstufe zwischen Schulbank und Universität. Nun wohl: ein Galgenbruder ist die beneidenswerte Zwischenstufe zwischen Mensch und Universum. Nichts weiter. Man sieht vom Galgen die Welt anders an und man sieht andre Dinge als Andre“, so der Autor im Vorwort. Die Galgenlieder wurden zunächst 1895 im kleinen privaten Freundeskreis, dem Bund der „Galgenbrüder“, bei Ausflügen zum Galgenberg in Werder bei Potsdam vorgetragen. Man traf sich in Kneipen, zelebrierte auf ironische Weise schön-schaurige Rituale und sang Morgensterns dazu verfasste Texte: die Galgen-Lieder. Erst später, nämlich 1905, kamen die Galgenlieder dann in Buchform heraus und begründeten den literarischen Ruhm Morgensterns.

Christian Morgenstern, Alle Galgenlieder
Galgenlieder. Palmström. Palma Kunkel. Der Gingganz
farbig, Leinen, geprägt und bedruckt, mit 63 farbigen Illustrationen von Hans Ticha, 14,0 x 21,0 cm, Farbschnitt, 368  S.
Preis für Mitglieder 28 €