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Pirckheimer-Blog

Mo, 22.04.2019

Titelzeichnung Pēteris Līdaka

Mit der Pistole auf der Brust: Daniel Defoe verteidigt sich

Als »äußerst plumpes Erzeugnis des unphilosophischsten Kopfes der Welt« beschrieb Charles Gildon (1665-1724) Daniel Defoes Jahrhundertwerk Robinson Crusoe, dessen Erscheinen sich am 25. April 2019 zum dreihundertsten Mal jährt.

Mit seinem Dramolett »Gegen Defoe - Robinson Crusoe und Freitag stellen ihren Autor zur Rede« bringt Gildon die zeitgenösische Kritik humorvoll und drastisch auf den Punkt: Der neue Erfolgsautor sei, politisch wie religiös, ein Wendehals, er drehe sein Fähnchen nach dem Wind und bediene das niedere Genre des Romans.

Sprachrohr sind Robinson Crusoe und Freitag selbst. Defoe habe sie zu Geschöpfen gemacht, die »im Widerspruch stehen zum gesunden Menschenverstand und zersetzend sind für Religion und Moral«, werfen sie ihrem Erschaffer vor. Und sie decken Ungereimtheiten auf:
»Du lässt mich enorm fleißig sein und zugleich enorm träge«, beschwert sich Crusoe und Freitag wettert: »du mich großen Dummkopf gemacht, mit viel Widerspruch: Nach ein oder zwei Monaten bisschen gut Englisch sprechen können und zwölf Jahre später nicht besser.«

Lange in Vergessenheit geraten, erscheint dieser unterhaltsame Text hier zum ersten Mal auf Deutsch - aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort von Rolf Schönlau. Das Büchlein wurde von Tom Mrazauskas gestalte.

(Friederike Jacob)

Friedenauer Presse, Berlin 2019
fadengeheftete Broschur, 24 Seiten, 12,00 €
ISBN 978-3-932109-92-8

Bestellmöglickeit

So, 21.04.2019

Zeichnungen und Graphik von Peter Schulz Leonhardt

Peter Schulz Leonhardt zeigt in der Berliner Galerie 100 mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwoltung für Kultur und Europa, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien Handzeichnungen und Druckgraphik.

"Peter Schulz Leonhardt, 1963 geboren in Prenzlau und nach einem Studium Kunsterziehung / Deutsche Sprache an der Universität Greifswald, Abendschule an der Kunsthochschule Berlin, studierte er 1991–1994 und 1998–2001 Malerei und Graphik an der Kunsthochschule Berlin u.a. bei den Professoren Christine Perthen und Dieter Goltzsche. Er lebt und arbeitet als Zeichner, Graphiker und Illustrator in Berlin, Peter Schulz Leonhardt, vielen bekannt als Zeichner und Radierer, ist ein Künstler, dem das zeichnerische Erfassen Selbstverständnis und Bedürfnis ist, so u.a. im Theater, Kabarett oder in der Natur. Aus dem unermüdlichen Beobachten und Notieren hat er eine ganz eigene, großzügige Handschrift entwickelt, geprägt von einer bezaubernden Virtuosität der dahingleitenden Linien, die seine Bilder und Grafiken unverwechselbar macht. Er arbeitet seit einigen Jahren wieder im Hochdruck, am Linolschnitt faszinieren ihn die klaren Flächensetzungen mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten sowie die schwingende weiße Linie – hier übernimmt das Messer die Aufgabe des zeichnenden Stiftes."
(Eberhard Hartwig)

Vernissage: 8. Mai 2019, 19 Uhr, Einführung: Petra Hornung, Kunstwissenschaltlerin, Musik: Jospor Libuda, Komposition, Kontroboss
Ausstellung 9.Mai bis 19.Juni 2019
Finissage: 19. Juni 2019, 19 Uhr, Alexander Bandilla liest aus „Die Monotonisierung der Welt" von Stefan Zweig 

GALERIE 100
Konrad-Wall-Sir. 99, 13055 Berlin

Frohe Ostern

Der Blogbetreiber wünscht allen Pirckheimern, Bücherfreunden, Bibliophilen und Liebhabern guter Illustration und Druckgraphik, allen, die das gedruckte Wort schätzen und auch sonst allen Menschen

F R O H E  O S T E R N !

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Fr, 19.04.2019

Bild: René Halkett (1900–1983), Frau der Zwanziger Jahre, 1972, Öl auf Presspappe, 69 cm x 54 cm © Sammlung Memoria © Yuri Brodsky (Foto)

EINGEDENKEN

Bildende Künstlerinnen und Künstler im Exil 1933–1945
Kunstwerke aus der Sammlung Memoria Thomas B. Schumanns

Etwa eine halbe Million Menschen wurde ab 1933 von den Nationalsozialisten wegen ihrer politischen Gesinnung oder jüdischen Herkunft aus Deutschland vertrieben und zur Emigration gezwungen. 

Unter den vielen Intellektuellen, die ab 1933 ins weltweite Exil vertrieben wurden, waren auch mehrere hundert bildende Künstler. Außer den wenigen Berühmten, wie Max Beckmann, Oskar Kokoschka, George Grosz, Josef Albers oder Max Ernst, gerieten die allermeisten nach 1945, als Abstraktion und Informel vorherrschten, in unverdiente Vergessenheit, obwohl sie bis 1933 durchaus eine wichtige Rolle gespielt hatten. Wie sehr zu Unrecht diese Künstler nicht mehr präsent sind, belegt die Sammlung Memoria des Verlegers Thomas B. Schumann, der seit Ende der neunziger Jahre über 750 Arbeiten von emigrierten Künstlern und Künstlerinnen zusammengetragen hat, die vor, während oder auch nach der Zeit ihres Exils entstanden sind.

Anlässlich des Jahrestags der Bücherverbrennung vom 10. Mai, dem ersten Fanal der zerstörerischen Kulturpolitik der Nationalsozialisten, zeigt die aktuelle Ausstellung im Dialograum Kreuzung an St. Helena einen Ausschnitt der Sammlung Memoria Thomas B. Schumanns in der Absicht, auf infolge der Emigration unbekannt gebliebene Künstler und Künstlerinnen, wie z. B. Eugen Spiro, Charlotte Berend Corinth, Arthur Kaufmann, Herbert Fiedler, René Halkett, Carl Rabus, Hans Tombrock oder Rudolf Jacobi, aufmerksam zu machen.

Denn sie schufen Werke, so die Kunsthistorikerin Dr. Brigitte Schad 2013, „deren Qualität erstaunen lässt“. Zugleich verbinden wir mit dieser Initiative den Wunsch, für die laut WDR und FAZ „einzigartige“ Sammlung Memoria mitsamt Archiv in Bonn ein Domizil zu finden, d. h. ein Museum inklusive Forschungsstätte für Exil-Kunst und auch Exil-Literatur zu schaffen.

Eine Initiative der Projektgruppe Museum des Exils Bonn (Jürgen Repschläger, Thomas B. Schumann, Georges Paul), kuratiert von Georges Paul, veranstaltet vom Dialograum Kreuzung an St. Helena, in Kooperation mit: Edition Memoria, Antiquariat Walter Markov, In Situ Art Society, Singularity Arts Collective und mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Bonn.

Vernissage: 10. Mai 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 10. Mai - 6. Juni 2019
Rahmenprogramm: kreuzung-helena
Finissage: 6. Juni 2019, 19 Uhr

Dialograum Kreuzung an St. Helena
Bornheimer Straße 130, 53119 Bonn

Do, 18.04.2019

Albrecht Dürer: 24 Kupfertiefdrucke, Reihe: Handzeichnungen großer Meister, Deutsche Buchvertriebs- und Verlagsgesellschaft, Berlin, 1926

Billige Bilder in der Kunstgeschichte

Die drucktechnische Vervielfältigung von Kunstwerken ist das Thema einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. Die Ausstellung gibt einen historischen Überblick über den Einfluss der Reproduktion von Kunstwerken auf den Buchmarkt und über die Frage, welche bildungspolitischen und ideologischen Interessen mit der Vervielfältigung verbunden waren. Erarbeitet wurde „Billige Bilder. Populäre Kunstgeschichte in Monografien und Mappenwerken seit 1900 am Beispiel Albrecht Dürer“ von Studierenden der Universität Siegen unter der Leitung der Kunsthistoriker Prof. Dr. Joseph Imorde und Dr. Andreas Zeising. Die Ausstellung läuft vom 25. April bis 27. Juni. Der Eintritt ist frei.

Seit etwa 1890 ermöglicht das neue fotomechanische Reproduktionsverfahren der Autotypie die drucktechnische Vervielfältigung fotografischer Vorlagen von Kunstwerken in großen Auflagen. Verlagshäuser wie E. A. Seemann in Leipzig spezialisieren sich seither auf die Herstellung und Verbreitung preiswerter Künstlermonografien und Bildmappen, die berühmte Werke der Kunstgeschichte an ein breites Publikum vermitteln. Dadurch hat sich die Kunstgeschichte dem Kurator Andreas Zeising zufolge von einer bildungsbürgerlich-elitären Disziplin zu einer Populärwissenschaft gewandelt, in der die bildliche Reproduktion eine eigenständige Aussagekraft gewonnen habe. Ziel der Ausstellung ist es, diesen heute weitgehend vernachlässigten Bereich populärer Kunstvermittlung seit 1900 an Originaldokumenten zu veranschaulichen.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Werk des Malers und Grafikers Albrecht Dürer (1471–1528). Zeising zufolge gelten Werke Albrecht Dürers in Deutschland als in Monografien und Bildmappen besonders stark popularisiert. Die Volkstümlichkeit, die Dürers Bildern nachgesagt werde, sei mehr als eine geschickte Strategie der Vermarktung gewesen. „Die behauptete Volkstümlichkeit war auch Ausdruck einer allgemeinen Sehnsucht nach einer nationalen Identität jenseits von Klassengegensätzen und Bildungsbarrieren, die im Medium des massenhaft verbreiteten Bildes ihre materielle Entsprechung finden sollte“ erläutert Zeising. „Die Exponate der Ausstellung verdeutlichen, wie sehr der Anspruch, Adressaten innerlich zu einen, im Wilhelminischen Kaiserreich, in der Weimarer Republik sowie im nationalsozialistischen Deutschen Reich an das künstlerische Bild und seine kunsthistorische Vermittlung herangetragen wurde.“

Ausstellungseröffnung: 25. April 2019, 17 Uhr
Ausstellung: 25. April - 27. Juni

Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin,
Garystraße 39, 14195 Berlin

3.500 Druckgänge für den "Blaubart"

Dr. Thomas Glöß ist Vorsitzender des Leipziger Bibliophilen-Abends (LBA). Als gelernter Buchdrucker, erfahrener Buchgestalter und Hochschullehrer u.a. für Typografie, Grafik, Druck- und Designgeschichte ist er zudem mit dem nötigen Fachwissen ausgestattet, um die bibliophilen Editionen des LBA anschaulich zu erklären. Warum beispielsweise für die Herstellung des Leipziger Drucks »Blaubart« 3.500 Druckgänge erforderlich waren, erfuhren von ihm kürzlich die Mitglieder des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt »Willibald Pirckheimer«. .. weiterlesen

Mi, 17.04.2019

Fanzineist Vienna Art Book & Zine Fair

Fanzineist Wien findet 2019 im Herzen Europas statt, Österreich, um die Aufmerksamkeit eines breiteren Publikums im globalen Maßstab zu erreichen. An drei Tage werden Aussteller aus vielen Ländern ihre Editionen auf der Messe präsentieren.

Die Messe, die kleine Pressen und unabhängige Verlage zusammen bringt, wird die Kultur und Zugänglichkeit von Kleinauflagen und Kunstbuchherstellung durch Workshops, Veranstaltungen, Konzerte, Vorführungen und Vorträgen zeigen. Es ist eine Messe, die Künstler, Verleger und andere kreative Menschen willkommen heißt, ihre Geschichten, ihr Wissen, ihre Liebe zu Zines und Kunstbüchern zu teilen.

Fanzineist Wien ist eine gemeinnützige Kunstbuch-& Zine-Messe und wird vom Fabrikraum Kultur und Kunstverein, einem Kulturverein mit Sitz in Wien, unterstützt.

Messe: 24. bis 26. Mai 2019

Nordbahnhalle-Wien, Österreich

Mo, 15.04.2019

Ill. von Werner Klemke

Märchen - Mythen - Phantastische Welten

BILDWELTEN - NICHT NUR FÜR KINDER

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur lädt im Museum Barockscheune in Volkach unter dem Titel "Märchen - Mythen - Phantastische Welten" zu einer "Entdeckungsreise in die Illustrationskunst im Kinderbuch der DDR und der BRD" ein. Kuratiert wird die Ausstellung, die von einem Workshop und Vorträgen begleitet wird, von Prof. Dr. Karin Richter, Dr. Jana Mikota, die auch "Geführte Rundgänge" und Begleitveranstaltungen anbieten werden, aowie Bernhard Weber.

Die Ausstellung bietet Einblicke in die Illustrationskunst der Künstlerinnen und Künstler Manfred Bofinger, Klaus Ensikat, Werner Klemke und Nuria Quevedo, die in der D0R lebten und wirkten und hohe nationale und auch internationale Anerkennung erwarben.

An einzelnen Beispielen wird auf Berührungen und Unterschiede der Illustrationsstile in Ost und West verwiesen, indem gezeigt wird, wie derselbe Text bzw. dasselbe Genre mit unterschiedlichen Handschriften in Ost und West begleitet wird:

Franz FühmannsPrometheus“ mit Bildern von Nuria Quevedo und Susanne Janssen.

Christoph Heins „Das Wildpferd unterm Kachelofen“ mit Bildern von Manfred Bofinger und Rotraut Susanne Berner.

Die märchenhaften Bildwelten von Klaus Ensikat, Nikolaus Heidelbach, und Werner Klemke.

Ein ganzer Komplex ist dem Krabat-Mythos gewidmet. Neben der bekannten Fassung von Otfried Preußler werden auch die beiden sorbischen Dichtungen von Jurij Brĕzan und Mĕrćin Nowak-Njechorński mit ihren Illustrationen vorgestellt. Die originellen, ausdruckstarken Bilder von Herbert Holzing sowie von Werner Klemke und Mĕrćin Nowak-Njechorński bieten dem Betrachter einen vielschichtigen Zugang zur sorbischen Krabat-Sage, der noch verstärkt wird durch Fotos von dem Handlungsort des phantastischen Geschehens im Koselbruch von Schwarzkollm, wo noch heute die Geschichte in einem großen Museumskomplex mit Festspielen lebendig gehalten wird.

Die deutliche Präferenz der ostdeutschen Illustrationskunst folgt einer bewussten Entscheidung: Die Künstler der DDR blieben selbst dann im Westen für lange Zeit Unbekannte, als sie auf der internationalen Bühne bereits präsent waren.

Wichtig erschien den beiden Kuratorinnen, an einigen Beispielen einen reizvollen 0st-West-Vergleich anzuregen und durch uterschiedliche Blickwinkel den Text-Bild-Bezug zu betrachten. Dies ist nicht nur bei Berner und Bofinger zu Heins "Wildpferd" erhellend, sondern auch bei den Bildern von Nikolaus Heidelbach und Werner Klemke zu den Prachtausgaben von Hans Christian Andersens Märchen, die beide im Beltz Verlag erschienen sind.

Auch die so unterschiedlichen Darstellungen der „Krabat“-Sage auf der textlichen und bildlichen Ebene könnten neue Zugänge zu dieser vielschichtigen Sagenwelt anregen.

(Prof. Dr. Karin Richter, Universität Erfurt, Dr. Jana Mikota, Universität Siegen)

27. April - 9. Juni 2019

Museum Barockscheune
Weinstr. 7, 97332 Volkach

Fr, 12.04.2019

Frühjahrskatalog des Roten Antiquariats

Der Frühjarskatalog "Avantgarde" des Roten Antiquariats enthält auf 56 Seiten wieder 49 bedeutende, ausführlich beschriebene, Positionen mit aus den Bereichen Expressionismus, Futorismus, Dada, Bauhaus, Konstruktivismus (neben Deutschland auch Tschechischer und Russischer) und Klassische Moderne, darunter der komplette VII. Jahrgang Die Aktion, beide Kataloge zu den Ausstellungen "Der Sturm", Dada Heft 4 und 5, Dada 6 (Bulletin Dada), Staatliches Bauhaus 1919 - 1923, die erste Veröffentlichung des Weimarer Bauhaus, Fotopostkarten von Feininger, Kandinsky, Klee, Moholy-Nagy, diverse a bis z, organ der gruppe progressiver künstler ...

zu beziehen über
Rotes Antiquariat und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14, 10623 Berlin-Charlottenburg

Do, 11.04.2019

Würde, Stempel-, Moosgummidruck, Holzschnitt, 2016

Hinter verschlossenen Lidern

Der Name Andrea Lange ist vielen Pirckheimern vertraut. Nicht zuletzt seit Dr. Peter Labuhn über die Reihe LyrikHefte in den Marginalien (Heft 228) geschrieben hat. Diese Reihe wird seit 2005 gemeinsam von Bettina Haller und Andrea Lange in der Sonnenberg-Presse ediert.

Nächste Woche wird eine Ausstellung mit Grafiken von Andrea Lange in Magdeburg eröffnet. Dazu laden die Magdeburger Bibliophilen in das Literaturhaus ein. Zu sehen sind unter dem Titel „Hinter verschlossenen Lidern“ Drucke, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind: Holzschnitte, Farbholzschnitte, Radierungen und Kombinationen wie Holzschnitt und Radierung oder Holzschnitt mit Stempel-, Papp- und Materialdruck.
(Sigrid und Ralf Wege)

Vernissage: 17. April 2019, 19 Uhr, Andrea Lange wird anwesend sein.

Literaturhaus Magdeburg, Thiemstraße 7

Mi, 10.04.2019

fleißige Bienchen

Angesichts der fleißigen Bienchen an den Blumenkästen vor meinem Fenster kam mir die Idee, hier eine Serie von Linolschnitten vorzustellen, an denen der Dresdener Pirckheimer Steffen Büchner gerade arbeitet.
Die Serie passt einfach in die heutige Zeit, weshalb ich mich für diese Arbeiten entschieden habe, obwohl es vielleicht im Pirckheimer-Blog treffender gewesen wäre, seine ebenfalls kürzlich begonnene Folge zum Thema "Lesen" vorzustellen. Die Arbeiten "Bienen" existieren bislang nur als Druckplatten, weshalb hier noch nicht die endgültigen Drucke gezeigt werden können.
Beide Serien von Linolschnitten und auch mehr "Bienen" findet man jedoch auch auf Facebook.
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Di, 09.04.2019

Ralf Hentrich - „o.T.“, Strichätzung/Aquatinta, 2017, 113 x 122 mm

SÜDLICH VON KOPENHAGEN

Der Verein Kulturlandschaft Nord widmet dem Künstler Ralf Hentrich posthum eine Ausstellung mit Druckgrafiken und Buchobjekten aus den letzten Schaffensjahren.

Der 1965 in Zehdenick geborene und und zuletzt in Altglobsow tätig gewesene, große, zeitgenössische Grafiker, der vor allem Landschaftsradierer war, ist Träger zahlreicher Preise und Stipendien. Auf seine eigene konsequente Art, sich auf unkonventionelle, experimentelle, dennoch traditionelle Weise, mit dem Thema der Landschaftsradierung zu befassen, sind unverwechselbare Grafiken entstanden. Für die meist klein- mitunter aber auch großformatigen Arbeiten waren oft nordische Landschaften, von Brandenburg über die kurische Nehrung bis Dänemark mit ihren Regionen und Küsten Inspirationsquelle, mitgebracht von Reisen übers Land.

Hentrichs nordische Momentaufnahmen mit Küstenstreifen, Wetter, Wind und Wolken sind aufs Papier gebrachte Kleinode, meisterhafte Radierungen, in dieser Ausstellung zu sehen.

Zur Ausstellung wird der Katalog „Südlich von Kopenhagen“ im pictus Verlag, Husum-Schobüll-Halebüll, Hrsg. Hans Heinrich Lüth erscheinen.

Zeitgleich wird in der Galerie Eremitage Gransee, eine Kabinettausstellung mit Holzschnitten des Künstlers zu sehen sein.

Ausstellung Radierungen und Buchobjekte *: 19. Mai - 30. Juni 2019
Ausstellung Holzschnitte **: 19. Mai - 6. Juli 2019

* Klostergalerie Zehdenick
Am Kloster,16762 Zehdenick

** Eremitage Gransee
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Gutenberg-Gesellschaft zu Gast bei Münchener Verlagen

Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft lädt ihre Mitglieder und alle Interessierte zu einem Gespräch mit sieben Münchner Indie-Verlagen ein, die Anfang Dezember 2018 in der bayerischen Großstadt einen vorübergehenden Pop-Up-Store eröffneten. In dessen Regalen präsentieren sich die Verlage von Bettina Deininger (austernbank Verlag), Thomas Endl (edition tingeltangel), Thomas Peters (Morisken Verlag), Thomas und Sophie Schillo (Schillo Verlag), Susanna Rieder (Susanna Rieder Verlag), Franz Schiermeier (Franz Schiermeier Verlag) und Martin Arz (Hirschkäfer Verlag) mit ihrem buntgemischten Programm den Lesern.
Wie es dazu kam und wie es damit weitergeht, erfahren die Besucher in einem gemeinsamen Gespräch mit den Verlegern.

Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft in Mainz selbst wurde 1901 gegründet und ist eine der traditionsreichsten wissenschaftlichen Gesellschaften in Mainz. Zusammen mit der Stadt Mainz und im jährlichen Wechsel mit der Druckstadt Leipzig vergibt sie den Gutenberg-Preis für eine hervorragende künstlerische, technische oder wissenschaftliche Leistung auf dem Gebiet der Druckkunst. Neben der Förderung der Erforschung des Druck- und Buchwesens unterstützt sie ideell und materiell das Gutenberg-Museum Mainz. Seit 1926 gibt die Gesellschft das Gutenberg-Jahrbuch heraus.

10. April 2019, 17 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail oder unter 06131-226420

Pop-Up-Store
Marienplatz 8, München

Mo, 08.04.2019

Abb. auf dem Faltblatt zur Ausstellung: Wassily Kandinsky, Komposition (Detail), 1922, Lithografie

Grafische Meisterwerke von Klee bis Kandinsky

Im Herbst 1921 präsentierte Walter Gropius mit Lyonel Feininger, dem Leiter der druckgrafischen Werkstatt am Bauhaus Weimar, eines der wichtigsten transnationalen Kunstprojekte nach dem Ersten Weltkrieg: Unter dem Titel „Neue Europäische Graphik“ luden sie die künstlerische Avantgarde Europas ein, je eine Druckgrafik zu einer fünf Mappen umfassenden Werkschau aktueller Grafik beizusteuern. Dem national ausgerichteten Kulturbegriff sollte die Idee eines kosmopolitischen Künstlerbundes entgegengehalten werden.

Dabei entstanden bis 1924 die Mappen I, III, IV und V mit Druckgrafiken deutscher, italienischer und russischer Künstler. Mappe II mit Arbeiten französischer Künstler blieb Fragment. Das Lindenau-Museum ist eines der wenigen Museen, das in Besitz aller vier edierten Mappen ist.

Als Beitrag zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ werden alle grafischen Blätter der „Neuen Europäischen Graphik“ in einer Ausstellung präsentiert, darunter Arbeiten von Max Beckmann, Marc Chagall, Giorgio de Chirico, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner und Paul Klee. Daneben werden einige seltene Druckserien der Bauhauslehrer Feininger, Gerhard Marcks und Georg Muche zu sehen sein, die am Bauhaus entstanden sind.

Ausstellung: 24. Februar – 19. Mai 2019

Lindenau-Museum Altenburg
Altenburg/Thür., Gabelentzstr. 5

Sa, 06.04.2019

Einführende Worte durch den Künstler
Reverenz an Malewitsch "Schwarzes Quadrat auf weißem Grund", hier als "Schwarzes Quadrat auf schwarzem Grund", daneben Reverenz an Andy Warhol

Ein Pirckheimer in der Eremitage

Eine interessante Ausstellung, die einen Blick auf einige bedeutende malende Künstler erlaubt, wurde heute in der Eremitage Gransee von Marc Berger eröffnet.
Dessen Vater, der Pirckheimer Prof. Roland Berger erweist Größen der Malerei wie Michelangelo, Dürer, Kandinsky, Bill, Malewitsch, Warhol, Mattheuer, Metzkes und anderen seine "Reverenz" (so der Titel der Ausstellung) und deutet seit nunmehr gut 50 Jahren mit Graphiken, zumeist als Linolschnitt, das Werk dieser Künstler neu. Einfühlsam nahm und nimmt er, teilweise mit neuem gesellschaftlichen Hintergrund und auch einem humorvollen Ernst, Bezug auf das Werk dieser Künstler, wenn etwa der "Sklave" von Michelangelo hinter der Windschutzscheibe eines verunfallten Luxusautos verreckt oder Warholds blecherne "Soup-Büchsen" zu Pfandflaschen einer DDR-Marke werden: Berger interpretierte Themen, künstlerische Aussagen, Linienführung und Bildaufbau in seiner eigenen Art neu.

Ausstellung: 6. April - 22. Mai 2019

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee