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Pirckheimer-Blog

Do, 13.06.2019

Barbara Kindermann, Ralph Aepler, Klaus Ensikat
Armin Schubert
Fotos: Abel Doering

Culture for Future

In der Ev. Schule beim Dom zu Brandenburg fand gestern eine außergewöhnliche Lesung statt. Die Bücherkinder Brandenburg würdigten gemeinsam mit ihrem "Vater", dem Pirckheimer Armin Schubert, einen der Großen unter den gegenwärtigen Kinderbuchillustratoren, Klaus Ensikat, in einer Präsentation die Ergebnisse eines Jahres ihres aktuellen Projekts  "Ensikat unter der Lupe".

Die Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt dieses Prejekt, wie schon die vorangegangenen zu Werner Klemke und Arno Mohr und ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Barbara Kindermann, die in ihrem Verlag die wunderbar von Ensikat illustrierten Bücher verlegt, an der Lesung mit den Vorstandsmitgliedern Jutta Osterhof, Ralph Aepler und Ralf Wege teilzunehmen. Die Präsentation wurde zwar stark beachtet, so durch den regionalen Fersehkanal SKB, der Märkischen Allgemeinen und von Buch Contact, eine Agentur, die sich der Öffentlichkeitsarbeit für das Buch verschrieben hat, leider findet jedoch die verdienstvolle Arbeit der Bücherkinder Brandenburg im Sinne ihres Mottos "Culture for Future" nicht die notwendige Beachtung und Unterstützung durch das Kulturminmisterium des Landes Brandenburg.

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Mi, 12.06.2019

Betrachtungssache

Im Dresdener Medienkulturhaus stellt der Pirckheimer Steffen Büchner, gemeinsam mit dem sächsischen Künstler Thomas Bley, seine Linolschnitte aus der Folge 48 % aus. Die Themen zu seinen Arbeite findet er im entsprechenden gesellschaftlichen Umfeld. Diese in einem Bild wiederzugeben, erfordert eine Intensität der Betrachtung und Umsetzung. In seinen Arbeiten  transportiert er eine klare Haltung.

"Ich habe für meine Bilder das Thema „Altersarmut“ gewählt. „48 %“ sind das von der GroKo 2018 beschlossene Rentenniveau. Diese Prozentzahl halte ich für festzementierte Armut. Ab wann beginnt Altersarmut denn eigentlich? Evtl. schon im Kindergarten? In der Schule? Im Erwachsenenalter? Mit 60, mit 70 oder erst mit 80 Jahren? Was mich irritiert ist die Frage: Gehört Armut mittlerweile zur Normalität?"

(Steffen Büchner)

Eröffnung: 25. Juni 2019
Ausstellung: 26. Juni - 29. August 2019

Galerie Medienkulturhaus
Schandauer Str. 64, 01277 Dresden

Di, 11.06.2019

Berliner Bilderbuchfest

Die PrenzlBerger Kiezbuchhandlung Buchbox präsentiert auch in diesem Jahr das Berliner Bilderbuchfest.

Am kommenden Sonntag stehen am Helmholzplatz über 30 Stände, an denen die wichtigsten Bilderbuchverlage ihre aktuellen Bücher und schönsten Klassiker präsentieren, darunter arsEdition, Beltz & Gelberg, Boje/Baumhaus, Diogenes , Eulenspiegel Verlagsgruppe, Gerstenberg, Hanser, Kindermann ...und natürlich hat auch der Familien-Buchladen in der Lettestraße an diesem Tag geöffnet.

Zusätzlich zu den Bilderbüchern präsentieren sich an den Ständen auch wieder zahlreiche Partner aus dem Kiez.
Auf einer großen und einer kleinen Bühne erwartet die Besucher den ganzen Tag über ein vielseitiges Programm: Live-Musik und Lesungen am laufenden Band!
Abgerundet wird das Ganze durch Bastelspaß, Kinderschminken, eine Tombola und natürlich kommt uns auch wieder ein besonders knuffiger Gast besuchen. Wer das sein wird, verraten wir allerdings noch nicht.

16. Juni 2019
Lettestraße, Berlin PrenzlBerg

Mo, 10.06.2019

SOIRÈE 06 der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt

Die Edition Augenweide zeigt anläßlich ihres 30. Almanachs COMMON SENSE eine Ausstellung zu dreißig Jahren Arbeit an diesem Werk mit nahezu 500 beteiligten Künstlern (siehe hier). Aus diesem Anlass veranstaltet die Akademie der Künste Sachsen-Anhalt im Gespräch mit Ulrich Tarlatt und Jörg Kowalski von der Edition Augenweide sowie dem Künstler Olaf Wegewitz, moderiert vom Autor  Andreas Hillger.

"Künstlerbücher sind ein eigenes, kleines aber um so vielgestaltigeres Format im Spektrum der bildkünstlerischen Sparten. Was treibt Künstler an sich diesem Medium zuzuwenden? Und wo kann man diesen Werken begegnen?"

24. Juni 2019, 19 Uhr

Literaturhaus Halle
Bernburger Straße 8, 06108 Halle

So, 09.06.2019

2. Brandenburger Buchmesse

Ende November 2019 laden 15 kreative Buch-Macher Brandenburgs zur 2. Buchmesse "Schöne Bücher aus Brandenburg" in nach Potsdam ein, darunter Christiane Wartenberg, Linde Kauert oder die Edition Schwarzdruck..

Nach dem erfolgreichen Start dieser unabhängige Messe Ende 2018 als Leistungsschaufenster der Verlags- und Buchkunstszene des Landes Brandenburg startet der Veranstalter Hans Jörg Rafalski, Papierwerken, den Versuch, damit eine jährliche Leistungsschau zu etablieren.
Wer sich hier die Zeit nimmt, nach schönen Büchern und besonderen Drucken aus Brandenburg zu suchen, wird Feines und Eigenes jenseits der Massenware entdecken, denn Bücher aus Brandenburg bieten eigene haptische und visuelle Erlebnisse - Literatur und Buchkunst, die Zeit für Wahrnehmung einfordert. Bücher für Bibliophile, für Sammler, für Genießer, für jene, die Bücher mit allen Sinnen wahrnehmen.

Messe: 30. November 2019

Stadt- und Landesbibliothek Potsdam

Der „Seafarer schwarz“ wird im Kalevalamuseum Juminkeko zu sehen sein. Foto: Harms

Wind nun wiege mir den Segler

Am 14. Juni wird das „Kalevala-Projekt“ im finnischen Kuhmo eröffnet, eine Ausstellung von Eberhard Müller-Fries und Anja HarmsWind nun wiege mir den Segler“.

Das finnische Nationalepos „Kalevala“ umkreist in 50 Gesängen das sagenumwobene Karelien, eine wilde, historische Landschaft im finnisch-russischen Grenzgebiet. Elias Lönnrot hatte sich Mitte des 19. Jahrhunderts, als es den finnischen Nationalstaat noch gar nicht gab, aufgemacht, um die alten Sagen den Sängern in ihren abgelegenen Dörfern abzulauschen und sie aufzuschreiben. So entstand das „Kalevala“, das den Finnen als identitäts- und nationalstiftend gilt, und dessen poetische Kraft immer wieder auch bildende Künstler fasziniert und inspiriert hat.

Anja Harms und Eberhard Müller-Fries lässt der Mythos schon seit Jahren nicht mehr los. Schon lange arbeiten sie gemeinsam an ihrem „Kalevala-Projekt“, das sich immer weiter entwickelt und in den vergangenen Jahren bereits an vielen Orten Deutschlands, etwa im Klingspor-Museum Offenbach oder auch in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, gezeigt wurde.
Da die Künstler sowohl von der Buchkunst als auch von der Bildhauerei kommen, arbeiten sie mit so unterschiedlichen Materialien wie Papier und Bütten, Typografie, Farbe und Holz. Feinste Drucktechnik wird mit raffinierter Holzbearbeitung kombiniert, und so gegensätzlich die Materialien auch sind, so unendlich viele Möglichkeiten eröffnen sie gleichzeitig im künstlerischen Prozess.

(Anja Harms)

Ausstellung: 14. Juni - 27. September 2019

Kalevalamuseum Juminkeko
Finnland

Sa, 08.06.2019

Foto: Armin Schubert

zu Besuch bei den Bücherkindern Brandenburg

Die „Bücherkinder Brandenburg“ stecken zusammen mit ihrem „Vater“ Armin Schubert mitten in der Arbeit zu ihrem aktuellen Buchprojekt „Ensikat unter der Lupe“. Darin beschäftigen sie sich mit Texten der Weltliteratur und deren Illustrationen von Klaus Ensikat, einem der bedeutendsten gegenwärtigen Kinder- und Jugendbuch-Illustratoren Deutschlands. Inzwischen ist das Buchprojekt so weit gediehen, dass die Kinder einige ihre Partner zu einer Lesung und zum gemeinsamen Arbeiten an dem Buch eingeladen haben.  
 
Die Kinder werden aus ihrem Buch lesen und mit Klaus Ensikat an den Illustrationen arbeiten. Mit dem Illustrator, der Verlegerin Dr. Barbara Kindermann und dem Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft Dr. Ralph Aepler werden die Bücherkinder auch besprechen, wie sie künftig ihre Projekte in der Öffentlichkeit, beispielsweise auf der kommenden Leipziger Buchmesse, vortsellen werden.

Lesung: 12. Juni 2019, 13 Uhr

Grundschule am Dom zu Brandenburg / Kunstraum
Brandenburg an der Havel

Bleilaus - jetzt als Kartenspiel

Hurenkind, Schusterjunge, Witwe, Winkelhaken, Zwischenschlag, Unterlänge oder Zwiebelfisch - alles Begriffe des grafischen Gewerbes, die heute außer Drucker und Setzer und Pirckheimer vermutlich niemand mehr kennt. Das durfte nicht so bleiben!

Das Gutenberg-Museum Mainz, Harro Neuhardt, Drucker und Gautschmeister der Johannisnacht, sowie Klaus Wilinski, Grafiker und Karikaturist dieser Zeitung, entwickelten mit Unterstüzung der Gutenberg-Siftung das Kartenspiel „Bleilaus“, das wie der Schwarze Peter gespielt werden kann und diese Begriffe aus der Tadition der Druckerzunft wieder aufleben lassen soll. Das Spiel, welches bereits iim Gutenberg-Museum vorgestellt wurde, soll ab der Johannisnacht (22. Juni), konkreter mit Beginn der Feierlichkeiten zur Johannisnacht Mainz am 21. Juni erhältlich sein soll.

Mit fast einem Drittel des Verkaufspreises (9,90 Euro) wird das Gutenberg-Museum in seiner Arbeit unterstützt.

Fr, 07.06.2019

Werkstattlesung mit Brigitte Struzyk

In der 28. Werkstattlesung der Corvinus Presse las am heutigen Abend die Autorin Brigitte Struzyk. anlässlich der Präsentatiom des dort erschienenen Buches "was immer" mit vier signierte Linolschnitte, sowie einer zweifarbige Radierung von Sabine Herrmann.
Das Buch mit 82 Seiten hat eine Auflage von 22 Exemplaren, Bindung und die Kassette stammen in gewohnter Weise von Stefan Cseh.

Zwischen den Druckmaschinen, am Ort der Entstehung der Bücher, hatten die geladenen Besucher, Freunde der Corvinus Presse und der Autorin, eine besondere Möglichkeit zum Einblick in die Arbeit von Hendrik Liersch
Begleitend zur Lesung aus dem Buch spielte Janni Struzyk auf der Tuba.

Do, 06.06.2019

30 Jahre Herzattacke

Die originalgrafische bibliophile Zeitschrift HERZATTACKE erscheint in Buchform in einer Auflage von 95 Exemplaren. Das Kunsthaus sans titre präsentiert Werke der beteiligten Künstler und alle Ausgaben dieser Zeitschrift. Zur Eröffnung wird die 102. Ausgabe erscheinen.

Weiterhin werden Kunstbücher der Edition MALDOROR, die in liebevoller Kleinarbeit Poesie, Essayistik, Prosa und originalgrafische Arbeiten miteinander verbinden, gezeigt.

"Am 19. Januar diesen Jahres feierte die Berliner bibliophile Literaturzeitschrift Herzattacke ihre 100. Ausgabe im Roten Salon der Volksbühne [ ... ] An einem der wohl schönsten Orte der Republik, dem Wort und dem Eigensinn ein Gepräge zu geben, lasen, von Filmen und Livemusik umkreist, insgesamt zwölf Autoren der Edition, darunter literarische Schwergewichte wie Brigitte Struzyk, B. K. Tragelehn, Wilhelm Bartsch und Ron Winkler sowie eine Riege enge und engste Weggefährten der Zeitschrift, die sich ab 1988, aus der alternativen Szene der DDR gespeist, zugleich mit einem untrüglichen Gespür für Frankophilie, Symbo- und Surrealismus, auf einen Weg machte, der ungeachtet aller Gebresten und Zumutungen im Zeitwandel bis heute beschritten wird.
Auch wenn es nach dem Tod ihres Gründers Maximilian Barck manch schwere See zu bestehen galt, ist es der Dreifaltigkeit aus bibliophiler Zeitschrift und Doppel-Edition bis heute als eines der wenigen Beispiele jenseits des offiziellen DDR-Literaturbetriebs, edel und selbstbestimmt, zugleich auch nach dem Mauerfall gelungen, zu bestehen mit ungebrochener Kontinuität. Vielmehr noch ist sie zur originalgrafischen Heimat vieler Künstler und Autoren, nicht zu vergessen die Übersetzer, von Rang geworden.
"
(André Schinkel in Marginalien #230, S. 68) - ganzen Artikel lesen ...

Vernissage: 14. Juni 2019, 19 Uhr, Lesungen der mitwirkenden Dichter
Ausstellung: 15. Juni - 28. Juli 2019 
Lesungen, jeweils 17 Uhr: 23. Juni 2019, Jan Wagner, Thomas Böhme, lna Strelow
7. Juli 2019, Tone Avenstroup, Markus Metke, Katja Winkler
14. Juli 2019, Simone Katrin Paul, Rita Bischof, Andre Schinkel

Kunsthaus sans tritre
Französische Str. 18, 14467 Potsdam

Mi, 05.06.2019

Politische Literatur & unpolitische Kunst

Anfang Juli wird in der Leipziger Bibliotheca Albertina die Ausstellung „Politische Literatur & unpolitische Kunst. 50 MÄRZ Verlag – 100 Jahre Karl Quarch Verlag“ eröffnet. Kuratiert wird die Ausstellung von Prof. Dr. Thomas Fuchs und Martin Hochrein, die Gestaltung übernahm Tim Grützner. Für Mitglieder des Fördervereins der Bibliotheca Albertina wird es eine Vorabführung geben.

Pirckheimer können sich bereits darauf freuen, in der für 2019 geplanten Jahresgabe Ins Schwarze mehr über den Leipziger Quarch Verlag zu erfahren, über den der Pirckheimer Matthias Haberzettl kürzlich seine schützenden Hände legte.

Innerhalb der Ausstellung wird im MÄRZ-Dienstagsdoppel wird der Film „Die März Akte" (1985) gezeigt und es wird ein von  Dr. Jan-Frederik Bandei (Leipzig) moderiertes Gespräch mit Jörg Schröder und Barbara Kalender  vom MÄRZ Verlag geben.

Ausstellungseröffnung: 4. Juli 2019, 18 Uhr, Empfang und anschließender Rundgang. 
Ausstellung: 5. Juli - 3. November 2019
Kuratorenführungen: 18. Juli / 19. September, 18 Uhr, 18. August / 13. Oktober 2019, 15 Uhr
Filmvorführung: 8. Oktober 2019, 20 Uhr, Cafe Alibi
Gespräch: 15. Oktober 2019,.20 Uhr, Cafe Alibi
Finissage: 3. November 2019, 15 Uhr mit Rundgang durch die Ausstellung 

Universitätsbibliothek Leipzig / Bibliotheca Albertina
Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig

Klingspor-Museum feiert den Sommer

Das Klingspor Museum möchte den Sommer feiern. Dabei können in einer Buchaktion im Dachgeschoss bisher selten gesehene Bücher entdeckt und gegen eine Spende mit nach Hause genommen werden. Im Workshop Bücherschlange werden Bücher gefaltet, gestaltet und zusammengesteckt. Daraus erwächst eine Bücherschlange, die sich durch und um das Museum schlängelt. Kurzführungen und Kunstpräsentationen zeigen die Vision der neuen Dauerausstellung, die im November 2019 eröffnet.

Das Museum möchte den Besuchern zeigen, was mit den bereits zahlreich eingegangenen Spenden passiert und freut sich über noch weitere Zuwendungen. Das Klingspor Museum und seine Freundesvereinigung e. V freuen sich über zahlreiche Besucher und eine erfüllende gemeinsame Zeit.

Kaffee und Kuchen im Caféhaus-Flair laden mit musikalischer Begleitung passend zur Jugendstilausstellung "Bewegung ist da. Jugendstil gestern im Heute mit Blick auf Offenbach" zum Verweilen ein.

Sommerfest, 30. Juni 2019
11 - 18 Uhr Buchaktion
14 - 17 Uhr Workshop: Bücherschlange
14 - 17 Uhr Vision Museum - Präsentationen zur geplanten Dauerausstellung
15 - 17 Uhr Caféhaus-Flair mit Kuchenbuffet

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Die Edition Tiessen

Als Mitarbeiter des renommierten Typographen Gotthard de Beauclair im Insel Verlag und in der Trajanuspresse machte sich Wolfgang Tiessen um die Buchgestaltung verdient. 1977 gründete er seine eigene Presse in Neu Isenburg, die hervorragende typographische Gestaltung mit Originalgraphiken zeitgenössischer Künstler verband. Bis 1995 erschienen 80 Drucke, die alle in der Original-Janson-Antiqua gesetzt waren, und Maßstäbe für das bibliophile Buch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten.

Vortrag vom Pirckheimer Sven Uftring, der sich als Verleger und Sammler der Bibliophilie verschrieben hat.

7. Juni 2019, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Di, 04.06.2019

Die Laudatio für Friederike Jacob hielt Ralph Aepler. „Die Friedenauer Presse hat eine phantastische Geschichte, die 1848 in Sankt Petersburg begann, als Moritz Wolff nach Sankt Petersburg kam und die französische Abteilung einer Buchhandlung leitete“. Andreas Wolff, Enkel von Moritz Wolff, gründete 115 Jahre später die Friedenauer Presse. Andreas Rötzer von Matthes & Seitz und Friederike Jacob retteten den Verlag vor zwei Jahren, Jacob leitet ihn nun. „Die Jury hat es diesmal besonders richtig gemacht“, bemerkte Aepler und stellte fest: „Die Zukunft des Buches ist schön, die Branche ist vorwiegend weiblich.“
Cornelius Brändle, Edition Wasser im Turm Berlin, hielt die Laudatio für Otto Dettmer, OttoGraphik. „Dettmer ist genau wie ich Siebdrucker. Es freut mich, dass mit der Auszeichnung auch diese Technik eine Anerkennung erfährt“.

Nachlese: MMPM und V.O. Stomps-Preis

260 Aussteller aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Ungarn, Großbritannien, Spanien, Argentinien und Südafrika präsentieren auf der 25. Mainzer Minipressen-Messe bibliophile Kostbarkeiten und ungewöhnliche Buchideen.
Ein Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Workshops, Performances und Seminaren, in dem auch Events für Kinder eingeplant waren, begleitete das europaweit größte Treffen der Kleinverlage und Buchkünstler. Auch die Pirckheimer-Gesellschaft war mit einem eigenen Stand dabei.

In einer Feierstunde wurde der 21. V. O. Stomps-Preis verliehen, der seit 1979 von der Landeshauptstadt Mainz vergeben wird. Der Hauptpreis ging an die von Friederike Jacob seit 2017 geleitete Friedenauer Presse, 1963 von Andreas Wolff gegründet und 1983 von Katharina Wagenbach-Wolff übernommen.
Den Förderpreis, der seit 2009 vergeben wird, wurde dem im britischen Bristol tätigen Buchkünstler Otto Dettmer zugesprochen. Er veröffentlichte bisher über 80 Bücher.
Die Fachjury vergab zum ersten Mal einen Jury-Lieblingspreis, den Peter Zaumseil von der Dreier-Presse erhielt

Harry Oberländer, der bis 2016 das Hessische Literaturforum im Mousonturm in Frankfurt leitete, hielt die Festrede . Er bezeichnete die Mainzer Minipressen-Messe als „gutes Stück Kulturgeschichte“.
Bereits 1953 hatte Victor Otto Stomps die Idee für eine Kleinverleger-Messe, nach Literarischen Pfingstmessen 1963, 1964 und 1968 in Frankfurt organisierte Norbert Kubatzki (Kuba) 1970 die erste Mainzer Minipressen-Messe mit etwa 90 Ausstellern. V. O. Stomps, 1897 geboren, gilt als Vater der Kleinverlage und Minipressen. 1925 gründete er in Berlin die Rabenpresse. Der zweite Weltkrieg verhinderte die Fortsetzung des Verlages. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft gründete Stomps die Eremitenpresse in Frankfurt und zog 1954 nach Stierstadt.
70-jährig wagte Stomps 1967 mit der Neuen Rabenpresse in Berlin ein letztes Projekt, drei Jahre später starb der mutige, neugierige, innovative und immer dem Nachwuchs Chancen gebende Verleger in Armut. „V. O. Stomps blieb Anerkennung lange versagt. Er war nicht nur Drucker, sondern auch Schriftsteller. Vielleicht sollte dieser Seite seiner Arbeit künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden“.

(nach einem Bericht in Buchmarkt, Ideenmagazin für den Buchhandel)

Die Lust am Buch

Die Lust am Buch von Michael Hagner ist ein Weckruf zur Demonstration der unhintergehbaren Rolle des Buches im digitalen Zeitalter. Hier vermischen sich Liebeserklärungen an das Ding Buch mit Einsprüchen gegen Fehlentwicklungen. Auf engstem Raum, in der kurzen Form prallen aufeinander Mikroessays, Lesebilder, Lustschilder und Warnschilder, Buchgeschichten und Anekdoten, die die Lust am Buch auf den eigenen Lebenswegen in Erinnerung rufen. Ein Buch der Lust also, bestehend aus Miniaturen in alphabetischer Unordnung – wie Bücher einer imaginären Bibliothek.

"SAMMELN
Sammeln befriedigt, wie wir wissen, die Objektlibido. Je seltener das alte Buch, desto mehr denkt der wahre Sammler – wie Benjamin schreibt –, dass dessen Erwerb eine Wiedergeburt bedeutet und seine wahre Freiheit erst auf dem heimischen Bücherregal beginnt. Also dann: Bücher auf Vorrat kaufen und in der animistischen Erwartung hausen, genau diese Bücher wollen zu dir. Ein Gespür dafür entwickeln, wann welches Buch dich begehrt und die dabei begangenen Irrtümer in Kauf nehmen. Mit jedem neuen Buch zum Analphabeten werden."

Leseprobe

Michael Hagner, Die Lust am Buch
Insel Verlag 2019
Insel-Bücherei 1464, 112 Seiten, 14 €
ISBN: 978-3-458-19464-4