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Pirckheimer-Blog

Di, 27.11.2018

© kunstanstifter verlag

kunstanstifter

In der Reihe »Buch des Monats« gibt das Klingspor-Museum Einblicke ins Lektorat eines ungewöhnlichen Bilderbuchverlags. Der »Verlag für Illustration« wurde 2006 von Suse und Niklas Thierfelder in Mannheim gegründet. Das kunstanstifter-Programm steht für schräge, witzige, außergewöhnliche, provokante, aber intelligente Illustrationen und Texte. Die Lektorin Lena Anlauf stellt das Kinderbuchprogramm vor und gibt einen Einblick in die Programmarbeit des kleinen, unabhängigen Bilderbuchverlages.

7. Dezember 2018, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Alois Senefelder: Vollständiges Lehrbuch der Steindruckerey, enthaltend eine richtige und deutliche Anweisung zu den verschiedenen Manipulations-Arten derselben in allen ihren Zweigen und Manieren, belegt mit den nöthigen Musterblättern, nebst einer vorangehenden ausführlichen Geschichte dieser Kunst von ihrem Entstehen bis auf gegenwärtige Zeit. Reprint: Leipold, Zirndorf für Moos, München 1970

200 Jahre "Lehrbuch der Steindruckerey"

Die Stadt Offenbach, in welcher die erste Lithographiewerkstatt entstand, nimmt den 200. Jahrestage des Erscheinens des Buches von Alois Senefelder (1771–1834) zum Anlass für eine kleine Themenausstellung rund um die Stangenpresse im Museum. Am Lithographentag organisiert die Internationale Senefelder-Stiftung ein Abendprogramm mit Musik, Vorführungen und Vorträgen.

In seiner Münchner Werkstatt gelang Senefelder nach Versuchen seit 1796 im Jahr 1798 endgültig ein revolutionär vereinfachtes Druckverfahren, die Lithographie. Die langwierigen Arbeiten zur Herstellung eines Kupferstiches waren mit einer chemisch behandelten Platte aus Kalkstein, die als Druckform dient, überwunden.  Johann Anton André, Komponist und Musikverleger, erfuhr von diesem neuartigen Steindruckverfahren, war sofort überzeugt und erwarb die Rechte. Kurze Zeit später reisten Senefelder und und sein Partner, der Münchner Hofmusiker Franz Gleißner, nach Offenbach um dort eine Notendruckerei einzurichten. Mozarts Klavierkonzerte waren ab 1800 die ersten lithographischen Drucke.

Vor 200 Jahren veröffentlichte Alois Senefelder sein Werk »Lehrbuch der Steindruckerey«. Neben der Entstehungsgeschichte des Steindrucks geht der Verfasser sehr detailliert auf die Technik des damals neuen Flachdruckverfahrens ein. Senefelders Werk hat über die Jahrzehnte hinweg nicht an Bedeutung verloren, sondern dient noch immer als Standardwerk für Druckerinnen und Drucker und andere Interessierte.

Lithographentag: 6. Dezember 2018, 17 Uhr

Haus der Stadtgeschichte - Museum
Herrnstraße 61, 63065 Offenbach

Mo, 26.11.2018

Nun schauen mich immer mindestens vier Augen an

Unter dem Titel »Nun schauen mich immer mindestens  vier Augen an« brachte Jörg Seifert mit dem Kunstkeller Annaberg e.V. den Briefwechsel zwischen Christa und Gerhard Wolf einerseits und Carlfriedrich Claus beim Chemnitzer Verlag als Buch heraus, Matthias Zwarg übernahm die Redaktion und Martin Hoffmann die Gestaltung.

"Der Briefwechsel begann am 15. Juni 1971, dauerte bis 1998 an und umfasst etwa 1.000 Briefe. Die Wolfs – es schreibt hauptsächlich Gerhard Wolf – und der Künstler Claus diskutieren literarische und künstlerische Projekte, reflektieren ihre Lektüre, tauschen sich über Utopien, Künstler, Politik und Gesellschaft aus, über den Kulturbetrieb in der DDR und in Deutschland." (Jörg Seiffert)

Das Buch wird in einer Lesung mit Gerhard Wolf, sowie den Herausgebern und Initiatoren in der Berliner Galerie Forum Amalienpark vorgestellt.

Buchpräsentation: 7. Dezember 2018, 19 Uhr

Galerie Forum Amalienpark
13187 Berlin Pankow, Breite Straße 2a

So, 25.11.2018

Handyfotos © Abel Doering

Gentrifizierung vs. Kultur

Erst vor 6 Monaten wurde hier über die artspring Pankow berichtet, ein erfolgreiches und aufstrebendes Festival der ortsansässigen Kultur- und Kunstszene eines Bezirks mit einer Künstlerdichte, die weltweit einmalig ist und selbst die von New York oder Paris übersteigt, eine Kunstszene, auf die Kultursenatoren und andere Politiker mit Recht stolz sind und die sich in der Öffentlichkeitsdarstellung und in Wahlkampfreden immer gut macht.

Nicht öffentlich ist jedoch, dass diese Szene von Profitgier von Miethaien bedroht ist.

So ist jetzt ein Kunstquartier in der Berliner Gleimstrasse 56 und in der Paul-Robeson-Str. 17 bedroht - Anwohner und Künstler protestieren und suchen Unterstützer. In der näheren Umgebung mussten bereits die Buchhandlung amarcord und das Hinterhof-Antiquariat den Profitbestrebungen weichen - jetzt soll ein Schlussstrich gezogen werden. So gab es in den letzten Tagen spontane Ausstellungen von Künstlern, Laternenumzüge und Flohmärkte, um mit Anwohnern und Betroffenen ins Gespräch zu kommen und Strategien gegen das Geld und für die Kultur zu entwickeln - leider ist in der lokalen Presse nur ab und zu eine Information über diese skandalöse Entwicklung in  diesem ostberliner, ironischerweise rot-rot-grün geführten Stadbezirk zu finden.

Heute eine bemerkenswerte eintägige Ausstellung in der Paul-Robeson-Str. mit Musik und Glühwein - die morgen in der Gleimstrasse zu sehen ist.

 

Sa, 24.11.2018

Ziemlich normal

Buchpremiere am 7. Dezember 2018: Klaus Waschk: ZIEMLICH NORMAL

– der etwas andere Entwicklungsroman, der Stationen im Leben eines Jünglings in ca. 190 Bildern aufzeichnet, die intensiv und detailfreudig von alllerlei Glücks- und Katastrophen-Momenten berichten. Freundlich, schräg bis grotesk (#selbstx85 + #weiblichx90 + #männlichx180 und „verrückt sind sie alle“ Robert Burton, 1624) – authentischer geht‘s nich‘.

GUDBERG NERGER, 2018
ISBN: 978-3-945772-48-5
76 Seiten, 24 X 30 cm

Di, 20.11.2018

© Büchergilde Buchhandlung & Galerie Wolfgang Grätz

Lyrik von Karl Marx?

Aber ja doch! 

Der politisch interessierte Mensch weiß natürlich, dass Karl Marx Das Kapital verfasst hat, aber Gedichte? Der Karl Marx? Ja, Karl Marx (* 5.5.1818 – † 14.3.1883) verfasste in jungen Jahren unzählige Gedichte, meist romantische Balladen von beträchtlicher Länge, einige Liebesgedichte für seine zukünftige Frau Jenny, Gedichte für seinen Vater. Aber auch einige, in denen er mit Gott und der Welt hadert. Der V.O.Stomps-Preisträger Svato Zapletal, der in Hamburg und in der Nähe von Prag lebt, hat wie schon so oft mit feinem Gespür für verborgene Schätze der deutschen Literaturgeschichte die Gedichte gefunden, ausgewählt und mit mehrfarbigen Orig.-Linolschnitten illustriert.

(Wolfgang Grätz)

KARL MARX – GEDICHTE
Mit neun eingebundenen Orig.-Farblinolschnitten, die alle einzeln signiert und nummeriert sind. 40 Seiten, Handsatz, Buchdruck 25 x 19,5 cm. Auflage 52 Expl., Handeinband, in bedrucktes Leinen gebunden.
Preis: EUR 240

Diese und weitere Informationen finden sich im 221. Frankfurter Grafikbrief.

Mo, 19.11.2018

artbook.berlin 2018

Zum siebenten Mal sind 3 Tage artbook.berlin zu Ende gegangen.

Am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft fanden sich zu dieser Künstlerbuchmesse, an der die Pirckheimer sich jetzt das sechste Mal beteiligten, Beispiele unserer Publikationen und Arbeiten unserer Mitglieder, darunter einige Jahresgaben, verschiedene Hefte der Marginalien und graphische Beilagen, Künstlerbücher von Brigitte Iseli-Neustäbler und von XAGO, die Jahresgabe von Harald Kretzschmar, Ausstellungskataloge und vieles mehr.
Der Stand wurde von Till Schröder und Abel Doering betreut und von weiteren Pirckheimern besucht, wie Sigrid und Ralf Wege, Albrecht von Bodecker, Matthias Gubig, Jutta Osterhof, Klaus Ensikat, Jürgen Wilke ... Andere Pirckheimer taten das ihre, auf das Wirken der Gesellschaft am eigenen Stand hinzuweisen, wie Hanfried Wendland, Christian Ewald, miley, Rainer Ehrt, Johanna Binger und Wolfgang Grätz, Claus Lorenzen, sowie Udo Haedicke. Nach nicht so gut besuchten ersten Tagen gab es dann doch noch einen Besucherrekord am Sonntag und natürlich kamen sie alle bei uns vorbei: Jens Ziegler, Zoppe Voskuhl, Hendik Liersch, Ulrich Goerdten, Petrus Akkordeon und und und ... Es wäre auch nicht zu verstehen, wenn sich dieser Besucherrekord nicht zu guter Letzt doch noch eingestellt hätte, denn die Messe war hochkarätig besetzt, wie man hier nochmals nachlesen kann.

Hier gehts zu einer kleinen Fotostrecke zur artbook.berlin 2018, © Abel Doering

So, 18.11.2018

Klaus Völker, Foto © Arturas Valiauga

Klaus Völker erhält den Antiquaria-Preis 2019

Der über ein halbes Jahrhundert hinweg mit einer Fülle von Editionen, Anthologien und Einzelstudien hervorgetretene Philologe, dem Theater als Dramaturg an mehreren Bühnen und als Rektor der Schauspielschule Ernst Busch eng verbunden, ein Kenner mit dem Blick für das Entscheidende im scheinbar Abseitigen, verkörpert mit seinem Werk in klassischer Weise jene ingeniöse Belesenheit, auf deren Interventionen die Buchkultur angewiesen ist.

Seiner monumentalen Ausgabe der Werke von Max Herrmann-Neisse verdankt sich die Wiederentdeckung dieses bedeutenden Expressionisten. Von Faust und der Päpstin Johanna zu Alfred Jarry und Boris Vian, von den Vampiren, Werwölfen und Künstlichen Menschen seiner legendären Sammlungen bis zu Brecht und Wedekind, Fritz Kortner und Elisabeth Bergner hat er den Lesern (und den Theaterzuschauern) entscheidende Hinweise gegeben, und er hat vorgeführt, wie man weit blickende Kennerschaft mit Text-Akribie verbindet.

Do, 15.11.2018

Jutta Osterhof, Till Schröder, Matthias Haberzettl, Foto © Abel Doering

Das Pirckheimer-Archiv zieht um

Vor einem Monat flatterte der Pirckheimer-Gesellschaft die Kündigung unseres Lagerräume ins Haus und seitdem sind wir dabei, das Lager unserer Gesellschaft zu räumen. Ab Ende November werden wir das dezentralisiert unterbringen müssen, Teile davon gehen nach Augsburg, andere nach Mannheim und manches bleibt in Berlin.
Aber der Umzug ist auch willkommener Anlass, einen Satz der von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegebenen Plakate zusammenzustellen und an das Plakatarchiv der Akademie der Künste zu geben.

Illustration (Ausschnitt) von Antje Damm aus "Was wird aus uns? Nachdenken über die Natur" © 2018 Moritz Verlag, Frankfurt am Main

Im Garten

Eine Ausstellung im Bilderbuchmuseum zum Staunen, Entdecken und Mitmachen.

Ob Paradiesgarten, Irrgarten, botanischer Garten oder der ganz gewöhnliche Schrebergarten – der Garten ist ein Thema mit vielen Facetten. Daher ist es wenig überraschend, dass der Garten und seine Pflanzen- und Tierwelt auch im Bilderbuch einen zentralen Stellenwert einnehmen. Dabei wird der Garten und seine historische Bedeutung und Nutzung nicht nur in fiktiven Geschichten oftmals zum Thema. Auch Sachbücher, wie illustrierte Naturkundebücher sowie Bildenzyklopädien, nutzen den heimischen Nutz- und Schaugarten, um Kindern die vielfältige Thematik und das Verständnis von Natur und Ökologie oder den Jahreskreislauf näher zu bringen. In der Ausstellung »Im Garten» werden Originalillustrationen aus Sachbüchern und erzählenden historischen Bilderbüchern ebenso gezeigt wie pädagogisch  aufbereitete Informationen zu Geschichte, Entwicklung  und ökologischen Zusammenhängen zum Thema »Garten«.  Zusätzlich sollen sich die Kinder dem »Garten» in zahlreichen Mitmach-Stationen spielerisch und kreativ nähern.

Ausstellung: 2. Dezember 2018 - 10. März 2019

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Mi, 14.11.2018

„… die Schönheit der Sprache jedoch strahlt .“

Eine Ausstellung in Frankfurt/M zeigt einige der schönsten Stücke von Hermann Rapp (1937 – 2015). 

Hermann Rapp, Schriftsetzer, Holzschneider und Graphiker, fand seine Inspiration stets in den Bildenden Künsten. 1989 gründete er mit seiner Frau Gisela Rapp eine eigene Bleisatzwerkstatt: die Offizin „Die Goldene Kanne“ in Neuweilnau. Hier pflegte er die klassische und experimentelle Typographie mit Bleisatz und Originalgraphik. Dabei verwendete Rapp neugegossene und aufgefundene Schriften sowie handverlesene Bütten- und Konsumpapiere.

Es entstanden edle Drucke zu Texten von Hölderlin, Goethe und Schiller, aber auch zu antiken Dichtern wie Sophokles oder Homer. Vor allem Hölderlin fühlte sich Rapp tief verbunden. Das persönliche Schreiben Hölderlins an seinen Halbbruder Karl Gok setzte Rapp vollendet in Blei. Schellings ‚Aphorismen über die Naturphilosophie‘ gestaltete er als siebzehnteilige Graphikfolge, und zu einem Manuskript aus der Hand Hegels schuf er unter dem Titel ‚Hinterlassenschaft einer Zukunftsidee‘ 34 mehrfarbige Original-Graphiken als Linolschnitte.

Eröffnung: 2. Dezember 2018, 11.00 Uhr
Ausstellung: 3. Dezember 2018 - 3. Februar 2019

Goethe-Haus, Arkadensaal
Großer Hirschgraben 23-25, 60311 Frankfurt am Main

Bücherkinder Brandenburg besuchen den Kindermann Verlag

Die Arbeitsgemeinschaft „Bücherkinder Brandenburg“ besucht am Donnerstag den Kinderbuch-Verlag Kindermann.
Dieser Verlag hat sich unter der Leitung von Dr. Barbara Kindermann seit Jahren verdient gemacht, Kindern Klassiker der Weltliteratur näher zu bringen. So erschienen Bücher zu Wilhelm Tell, Goethes Faust, Luthers Thesen oder auch „Die Räuber“ von Friedrich Schiller. Dabei haben die besten Illustratoren Deutschlands die Gestaltung der Bücher übernommen.
Zu den herausragenden Illustratoren in der Bundesrepublik gehört Klaus Ensikat, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. In Vorbereitung auf Schillers 240. Geburtstag haben die Kinder das Buch „Die Räuber“ kennengelernt und Klaus Ensikat gebeten, ihm zu Ehren ein Hommage-Buch im kommenden Jahr machen zu dürfen.
Aus diesem Anlass werden die Bücherkinder auch den Künstler treffen und überlegen, in welcher Art sie ihr nächstes Buch anlegen werden. Fest steht schon jetzt, dass die Kinder auch wieder auf der Lesebühne bei der Leipziger Buchmesse im März 2019 lesen dürfen. Die Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt diese Arbeit in besonderem Maße und fördert die Schüler, die sich für das Selbermachen von Büchern entschieden haben.
In der Weihnachtszeit erscheint erst einmal das Buch zum Berliner Grafiker Arno Mohr, an dem die Kinder ein Jahr gearbeitet haben.

(Armin Schubert)

Die Reisen des Ritters John von Mandeville

Von vielen Inseln und wunderlichen Menschen
Künstlerische Gestaltung H. A. Dankert

John Mandevilles Berichte über seine Fahrten nach Indien und China waren der »Bestseller« des Mittelalters: verbreitet in zahllosen Handschriften, nach der Erfindung des Buchdrucks, in gedruckten Ausgaben. Der geheimnisumwitterte Autor, ob nun englischer Ritter oder Lütticher Arzt, tatsächlich Reisender oder nur Kopist berühmter Reisen, verführt uns auch heute noch mit seinen Schilderungen über die sagenumwobene Welt der Skiapoden, hungrigen Anthrophagen, Amazonen, Kentauren, Riesen und Drachen. Wahrlich ein buntes Bild dessen, was an Wesen und Unwesen in seiner erstaunlichen Schöpfung Platz hatte.

Saskia Jeske hat die Auszüge (die Reisen ins Heilige Land wurden nicht aufgenommen) aus dem Mittelhochdeutschen Text der Stuttgarter Papierhandschrift Cod. HB V86 von 1475 in eine heute lesbare Fassung übersetzt, unter Wahrung der sprachlichen Eigentümlichkeiten des Originals.

Das Künstlerbuch ist eine Neugestaltung des Blockbuch VI mit s/w Holzschnitten: 7 ganzseitige und 8 kleinere sowie etliche handgeschnittene Initialien.
Limitierte Auflage 5 Exemplare, römisch nummeriert
Kaschierte Pappe mit Original-Holzschnitten und Schuber
Format 31 x 42 cm, 26 Seiten als Leporello gebunden

edition offizin parvus
Im Atelier Helmut Schulze

Di, 13.11.2018

GESTE FILM FIGUR

Das Museum Ludwig zeigt eine Auswahl der Arbeiten von Christoph Mauler aus dem AAP Archive Artist Publications in München, von den 1980er Jahren bis heute:

Leporellos, Buchobjekte, Klapp- und Pop-Up-Bücher, meist aus Karton, mit Klebeband zusammengehalten, mit Fotokopien beklebt oder mit Acrylfarbe bemalt.
Reissen, schneiden, kratzen, kleben mit Tesafilm, radieren, übermalen, verdecken, ausprobieren, klammern, verbinden – Tätigkeitsworte charakterisieren die Bucharbeiten von Christoph Mauler oder anders gefasst: Gesten.
Geste, Film, Figur sind ebenso Begriffe wie Sujets, die Maulers Arbeiten ab den 1980er Jahren prägen. Mit starkem Fokus auf das verwendete Material und dem Einsatz von Malerei und Zeichnung reflektiert Mauler Themen und deren Darstellung ebenso wie das Medium Buch selbst.
Untrennbar sind die Bücher nicht nur in der Herstellung mit einer Geste verbunden: Klappt man sie auf, so treten Figuren, Gebäudeteile und surreal anmutende Objekte heraus. Beim Durchblättern der Zeichnungshefte wird die Geste an die BesucherInnen abgegeben, in der Zeichnung erstarrt sie: fragmentarische, steinartige Riesenfiguren sind in den Heften zu sehen, deren Bilder an Sequenzen eines Films erinnern, der plötzlich eingefroren ist. Zwar sind die Figuren hier die Hauptakteure, Gegenstände stehen ihnen als Ware aber gleichwertig zur Seite: ausgeschnittene Produktabbildungen von Messern, Löffeln und Gabeln, in einer anderen Serie Würste und Pommes frites, anwesend als Cut-out-Formen.

Anlässlich der Ausstellung ist im icon Verlag ein Buch erschienen mit Texten von Beatrice Hernad, Hajo Düchting und James Geccelli. Softcover mit Fadenheftung, Klappbroschur, DE/EN, 200 Seiten, 23x15,8cm, Auflage 200, mit 290 Schwarz-Weiß-Abbildungen, ISBN 978–3-928804–89-9, 19.- €

Ausstellungseröffnung: 16. November 2018, 19 Uhr, Einführung: Hubert Kretschmer (Archive Artist Publications
Ausstellung: 17. November 2018 - 13. Januar 2019

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln im Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz / Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln