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Pirckheimer-Blog

Mi, 30.05.2018

links: Thomas Baumhekel (*1963), nach: Laozi, Daodejing, Kap. 64, 25.6.1996, Tusche auf Holz, rechts: Paul Klee (1879—1940), Physiognomie einer Anpflanzung, 1924, Aquarell (Detail)

Überflogenes Weiß

Ab dem 7. Juni weht mit den Pinselzeichnungen von Thomas Baumhekel (*1963) ein frischer Wind durch die Hegenbarth Sammlung Berlin:

Vor 25 Jahren hat Baumhekel die chinesische und japanische Schrift in die zeitgenössische Malerei eingeführt. Seitdem ‚schreibt‘ er konsequent in großen und kleinen Formaten zu verschiedenen Kapiteln der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte.

Unter dem Titel Arkona. Deutsche Landschaft japanisch werden ausgewählte Schriftbilder und Objekte aus seinem Werk präsentiert. Sie versetzen den Betrachter an Orte berühmter deutscher Landschaftsbilder und an erdachte fernöstliche Gestade: Die Schönheit der Zeichen weckt eine unbekannte Art des Sehens und Empfindens.

In verschiedenen Etappen werden dazu ausgewählte Originale u.a. von Caspar David Friedrich (1774—1840), Josef Hegenbarth (1884—1962) und Paul Klee (1879—1940) angesteuert.

07. Juni - 15. Juli 2018

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49, 10789 Berlin

DAS IDEALE BUCH

Der Pirckheimer Sven Uftring bringt eine Legende zurück ins Jetzt: Thomas James Cobden-Sandersons The Ideal Book or Book Beautiful aus der Doves Press. Das Buch erschien im Jahre 1900 als zweite Publikation der berühmten Handpresse aus England. Ihre Gründer Thomas James Cobden-Sanderson (1840–1922) und Emery Walker (1851–1933) waren enge Weggefährten von William Morris, dem Gründer der Kelmscott Press und Erneuerer der Buchkunst. Waren die Bücher der Kelmscott Press überaus reich geschmückt, so verzichtete man bei denen der Doves Press auf jegliches Ornament. Die ASKU PRESSE von Sven Uftring initierte nun diesen originalgetreuen Neudruck des dünnen Heftchens inklusive der späteren Übersetzung Jan Tschicholds. Angesichts seiner Seltenheit – die Originalausgabe wurde in 300 Exemplaren gedruckt – ein löbliches Unterfangen.

Möglich macht dies Robert Greens Sensationsfund von 151 Original-Lettern der ›Doves‹ in der Themse vor vier Jahren. Die originale Druckletter des Buches wurde von Cobden-Sanderson selbst zerstört, damit seine Schriften nach seinem Tod »dann das Schicksal aller Welt teilen und in die Ewigkeit eingehen, unberührt von fernerem Gebrauch oder sonst etwas«, wie seine Tagebücher später preisgaben. Ab 1913 schüttete er Nacht um Nacht zuerst alle Matrizen in die Themse. In den Jahren 1916 und 1917 folgte die gegossene Schrift. Doves-Experte Green entwickelte nun eine digitale Version der Doves Type, die die Grundlage des Nachdrucks bildet. Er wurde nach der Ausgabe aus dem Jahre 1900 absolut originalgetreu nachgesetzt und um die deutsche Übersetzung sowie ein Nachwort aus dem Jahre 1963 von Jan Tschichold erweitert. Gedruckt wurde das Werk von Fotopolymer-Platten auf einem Original Heidelberg Cylinder aus dem Jahre 1954 bei den Lettertypen in Berlin.


Thomas James Cobden-Sanderson:
The Ideal Book or Book Beautiful.
A Tract on Calligraphy, Printing and Illustration & on the Book Beautiful as a Whole.
Das Ideale Buch oder Schöne Buch.
Eine Abhandlung über Kalligraphie, Druck und Illustration und über das Schöne Buch als ein Ganzes. In der Übersetzung und mit einem Nachwort von Jan Tschichold.
31. Druck der ASKU-PRESSE. 2018.
ISBN 978-3-930994-31-1

Weitere Angaben und Bestellmöglichkeit hier: Das Ideale Buch.

Di, 29.05.2018

Freud und Leid mit der Kunst

So der Titel einer Rezension der Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft in der Ostthüringer Zeitung von Volker Müller:

"Mitbegründer des Greizer Satiricums Harald Kretzschmar erweist sich im jüngsten Buch in Wort und Bildals Meister des Porträtierens

Greiz. Kunst schaffen und über Kunst schreiben, sind aller Erfahrung nach zwei verschiedene Dinge. Nicht allzu vielen Frauen und Männern ist esgegeben, auf beiden Gebieten gleichermaßen Bäume auszureißen. Die Karikaturistenlegende Harald Kretzschmar dürfte der seltenen Kategorie zuzuordnen sein. Der Kleinmachnower hat mit seinem kürzlich bei Quintus, einem Imprint des Verlags für Berlin-Brandenburg, erschienenen Buch „Stets erlebe ich das Falsche“ erneut eine Probe seines auch bemerkenswerten schriftstellerischen Könnens geliefert. ..."

(hier weiterlesen)

Mo, 28.05.2018

Ralf Hentrich, o.T., aus der Folge „Ätzungen eines unbekannten dänischen Radierers“, 2017, Aquatinta und Kaltnadel, 10 x 12,2 cm
Rahel Mucke, Randbebauung, 2016, Reservage und Kaltnadel, 15 x 19,5 cm

In Landschaften

Stimmungsgeladene Schwarz-Weiß-Radierungen, dominiert von den Linien der Kalten Nadel, von Ralf Hentrich stehen in der 106. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers in einem spannenden Gegenüber zu den rätselhaft-heiteren, überwiegend einfarbigen Radierungen von Rahel Mucke. Beide haben sich für das kleine Format entschieden, in welchem sie mit ihren Kompositionen große Musik intonieren.

Ralf Hentrich, geboren 1965 in Zehdenick, hat sein Handwerk der Radierung – er arbeitet ausschließlich in der Graphik – bei u.a. Harald Toppel (1992/93) und in Kiel an der Muthesius-Hochschule bei Prof. Ekkehard Thieme (1997/99) gelernt. Verschiedene Arbeitsstipendien nutzend, vertiefte und verfeinerte er seine Bildsprache. In vielen Ausstellungen und Beteiligungen zeigte er bisher seine Arbeiten und erhielt Preise, zuletzt 2014 den Brandenburgischen Kunstpreis. Er lebt und arbeitet in einem ruhigen kleinen Dorf, wo die Mark Brandenburg landschaftlich in die Mecklenburgische Seenlandschaft übergeht. Dort ist alles vorhanden, was für ihn ein Bild benötigt: weitgestreckte Wälder mit einzelnen Baumriesen, versteckte Seen, Niederungen, Pappelalleen, Feldwege mit Telegrafenleitungen, Strohmieten, Findlinge, Zäune, Hochstände und Wolken.

Rahel Mucke, geboren 1963 in Köthen/Anhalt, aufgewachsen in Halle/Saale, Malerin und Graphikerin, studierte von 1983-1985 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Grafik-Design und präsentierte auf zahlreichen Ausstellungen und Beteiligungen ihre Arbeiten. Sie zeigt poetisch-abstrahierte Reservagen und Aquatinten, bearbeitet auch mit der Kaltnadeltechnik, mit Linien und modulierten Flächen voller emotionaler Schönheit und Individualität, erwachsen aus der Erforschung und Bearbeitung ihres Lebensumfeldes in Berlin, bei ihren ausgedehnten Radtouren im Umland sowie Reisen: Katen, Häuser und Burgen, Fauna und Flora sowie die Elemente Wasser und Luft.

Eröffnung: 9. Juni 2018, 17 Uhr, Musik: Janni Struzyk, Tuba
Ausstellung: 9. Juni - 3. Juli 2018

Druckgraphik-Atelier | Edition keller-druck
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3, 10407 Berlin

So, 27.05.2018

Silent Language

Nicht nur viele Grafiker beteiligen sich am Festival artspring 2018, einige auch mit Buchillustrationen und Künstlerbüchern. Darunter auch Inken Reinert, mit der man in der Ateliergemeinschft Milchhof zu ihrem, 2017 erschienenen Künstlerbuch Silent Language ins Gespräch kommen konnte.

Mit eine Folge von Zeichnungen überlagert Inken Reinert Kurven und Diagramme mit der Notation von Stimmen aus einem wissenschaftlichen Werk aus dem Jahre 1934 über Electro-Akustik.

"80 Jahre nach Erscheinen des Buches tauchte Inken Reinert in die Tabellen der mechanischen Aufnahmen von Wörtern ein, die wir nicht mehr hören können. Als Sie schließlich anfing, auf den Diagrammen zu zeichnen, scheinen die Stimmen der italienischen Männer und der Frauen mit ihr zu schwingen. Der Künstler wird zu einem Medium, das die Klänge jener Worte, die vor vielen Jahren gesprochen wurden, erfasst und transformiert."  (Ania Corcilius)
Eine Zeichnung, die in mehreren Stunden sorg­fältiger Arbeit entstand, mutet an wie ein flüchtig hingeworfener Pinselstrich, wie das Protokoll einer raschen Handbewegung, einer Geste.“ (Markus Wettstein)

Das Buch enthält Texte von Ania CorciliusManuel Saiz und Markus Wettstein.

72 Seiten, 18 doppelseitige Zeichnungen
180 x 230 mm
Zeichnungen 340 x 230 mm
Soft cover, Schweizer Bindung
Englisch, Deutsch, Spanisch
Auflage: 125 Exemplare
32 Euro

Vorzugsausgabe mit einer Lithografie auf einer Original-Seite des Buches L’analisi elettroacustica del linguaggio by Gemelli and Pastori, Società Editrice “Vita e pensiero”, Milano 1934
Auflage: 25 Exemplare
180 Euro

Sa, 26.05.2018

Vergänglichkeit

Am 8. Juni wird im Stift Lilienfeld die Ausstellung "Vergänglichkeit" eröffnet, in der Künstlerbücher und Grafiken aus der Werkstatt der Neuhauser Kunstmühle gezeigt werden. 

Um 16.00 Uhr würde das Stift Lilienfeld bei Interesse eine Sonderführung für Besucher der Vernissage veranstalten. Alle Interessierten werden gebeten, sich per E-Mail bei Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin anzumelden, sie werden die Anmeldungen weiterreichen.

Für alle, die dem schönen Traisental einen Nachmittag widmen möchten, veranstaltet die Neuhauser Kunstmühle ab 14.00 Uhr Führungen durch die Werkstatt.

(Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin)

Vernissage: 8. Juni 2018, 19 Uhr
Ausstellung: 8. Juni - 1. Oktober 2018

Stift Lilienfeld
Österreich

Das Buchdruck-Museum braucht Unterstützung

Der Verein Erlebniswerkstatt und Buchdruck-Museum Soltau braucht die Unterstützung der Pirckheimer-Gesellschaft und aller Freunde der Schwarzen Kunst.

Die Kreissparkasse Soltau hatte zu einem Spendenvotig aufgerufen und das "Bleilaus-Projekt" konnte sich lange Zeit Hoffnung auf die dringend benötigten Gelder machen. Nun ist das Projekt, über das nicht nur hier, sondern auch von der Stadt Mainz auf die Website des Gutenberg-Museums berichtet wurde, jedoch auf den dritten Platz zurückgefallen und damit ernsthaft gefährdet.
Die Abstimmungsphase läuft noch bis 31. Mai. und bis zu diesem Zeitpunkt können die Gelder noch für Das Projekt gerettet werden. Jeder mit einer E-Mail-Adresse kann unter dem Link voten… 

Die Bleilaus dankt allen herzlich! - Gott grüß‘ die Kunst!

Fr, 25.05.2018

artspring 2018

An diesem Wochenende findet in den Berliner Ortsteilen Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee, die zum Stadtbezirk Pankow zusammengeschlossen wurden, das artspring Festival 2018 statt.
250 Ateliers an 95 Orten vom Kollwitzplatz bis Karow halten ihre Türen offen und laden zu einem Besuch und zu Gesprächen mit den Künstlern. Außerdem gibt es im Stadtbezirk alläßlich des Festivals Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Filme Workshops und Führungen.

Die artspring findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt und erfreut sich einer stark gewachsene Beteiligung der ortsansässigen Künstler, zeigt aber trotzdem noch immer nur einen Teil der Kunstszene, die sich über den Bezirk Pankow verteilt, wie in der zum Festival erschienen Zeitung zu lesen ist. Neu in diesem Jahr ist eine vierwöchige Ausstellung von 197 der beteiligten Künstler im Museum Pankow, zu deren Finissage am 27. Mai der artspring berlin award vergeben wird, ein Publikumspreis, für den jeder Besucher seine Stimme abgeben kann.

Die gestrige Eröffnung, zu der die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot aufspielte, fand im Milchhof e.V. statt, einer, wie viele andere Orte von Gentrifizierung bedrohtem Ateliergemeinschaft, die 1991 in Mitte gegründet wurde und seit 2004 ihr Domizil mit 40 Ateliers, Proberäumen und Studios, sowie einem Ausstellungspavillon in Prenzlauer Berg hat.

Hier finden sich einige Fotos von der Eröffnung der artspring 2018.

Do, 24.05.2018

Objekt-Magazine im Kunsttempel in Kassel

Exponate aus dem Archive Artist Publications in München

Mit der Ausstellung „Objekt-Magazine“ präsentiert die Galerie Kunsttempel erstmals 40 herausragende Titel mit ca. 200 Ausgaben von Objekt-Zeitschriften, die von 1965 bis 2016 publiziert wurden. Die Ausstellung gibt mit dieser Bandbreite an Titeln aus 13 unterschiedlichen Ländern (Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien, USA, Zypern) einen repräsentativen Überblick über diese Sonderform künstlerischen Verlegens. Einige der ausgestellten Magazine sind raumgreifend und regelrechte Skulpturen, andere zeigen sich in ungewöhnlichen Verpackungen wie Dosen, Mützen, Kleidungsstücken oder Flaschen. Es werden auch Magazine gezeigt, die noch dem herkömmlichen Zeitschriftenformat ähneln, jedoch sind auch diese mit Materialien durchsetzt und zeigen oftmals auf dem Cover applizierte Gegenstände.

Die ausgestellten Objekte lassen sich den Kunstrichtungen Mail Art, Neo-Dada, Post-Fluxus und neueren Stilrichtungen zuordnen. Die Spanne der präsentierten Objekt-Magazine reicht von Klassikern wie dem Aspen Magazine (USA) von 1965, das von Künstlern wie Andy Warhol und Quentin Fiore gestaltet wurde und Produktionen von Roland Barthes, Susan Sontag, John Cage, Robert Rauschenberg, Yoko Ono und John Lennon enthält, bis zu weiteren internationalen neueren Magazinen wie zum Beispiel Tau/ma (Italien), toi et moi pour toujours (Frankreich), Achse Kassel-Bern (Deutschland und Schweiz), AXE (Belgien), La Más Bella (Spanien), Landjäger (Österreich), Normal, NO News, artfusion, Tiegel & Tumult (Deutschland) und DOOS (Niederlande).

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation als Normal- und als Sonderausgabe im icon Verlag, 244 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Texen von Rainer Resch, Jürgen O. Olbrich und Béatrice Hernad: ObjektMagazineObject

Ausstellung: 4. Mai - 10. Juni 2018
Führungen mit Jürgen O. Olbrich 25. Mai, 1. u nd 8. August 2018, 17 Uhr

Kunsttempel
Friedrich-Ebert-Straße 177, 34119 Kassel

Behmer: Der Fischer un syne Fru
Behmer: Vorsatz in Salome

Die Delphine aus Offenbach

Das Klingspor Museum widmet seine Sommer-Ausstellung dem grandiosen Illustrator Marcus Behmer (1879 - 1958).

Behmer war als Künstler Autodidakt. Während einer Ausbildung als Dekorationsmaler in München fand er in der damaligen Kunstmetropole Anschluss an Künstlerkreise und lernte unter anderen Bruno Paul, Richard Riemerschmid und Thomas Theodor Heine kennen. Er wurde Mitarbeiter der Zeitschriften „Simplicissimus“ und „Die Insel“. 1903 wurde er mit seinen Illustrationen zu Oscar Wildes „Salome“ innerhalb kürzester Zeit zu einem äußerst gefragten Künstler des Jugendstils. Sein Markenzeichen wurde der Delphin, der in immer neuen Variationen im Werk auftaucht und häufig Portraitzüge des Künstlers selbst aufweist. Behmers Vorliebe galt dem kleinen Format, dabei zeigen seine miniaturhaften Illustrationen eine überbordende Erzählfreude. Neben seinem großen illustrativen Werk war er auch als Buchgestalter und Schriftkünstler tätig. Arbeiten für den Insel-Verlag, die Maximilian-Gesellschaft und die Officina Serpentis belegen das hohe Niveau seines typographischen Werkes. Seine Illustrationen zu Oscar Wildes „Salome“ und zu Philipp Otto Runges Märchen „Vom Fischer un syner Frau“ sind seit über hundert Jahren immer noch lieferbar. Behmer schuf ein umfangreiches graphisches Œuvre, dessen Schwerpunkt die Radierung bildet, daneben entstanden aber auch Holzschnitte und Lithographien. Durch die Präsentation aller Schaffensbereiche des Künstlers beleuchtet die Ausstellung Leben und Werk Behmers. Zu sehen sind ebenso zahlreiche Originalzeichnungen zu Buchillustrationen, darunter Arbeiten zu der nicht realisierten „Petronius“-Ausgabe der Cranach-Presse. Eine weitere Facette zeigen die homoerotischen Zeichnungen des bekennenden Homosexuellen. Eine Zäsur bildete Behmers Verhaftung wegen homosexueller Handlungen im Jahr 1936. Eine 19 Monate lange Haft und ein anschließendes Berufsverbot zerstörten die Karriere des einstmals gefragten Künstlers. Behmer konnte nach 1945 nicht wieder an alte Erfolge anknüpfen. Aufträge blieben aus und der Künstler starb 1958 völlig verarmt in Berlin.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Eröffnung: 11. Juli, 19 Uhr
Ausstellung: 12. Juli – 02. September 2018

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

neues von Harald Kugler

Anfang Juni erscheint im JustTales Verlag eine Anthologie unter dem Titel "... und auf einmal bist du tot", die die bislang in der Reihe Einbogendrucke als Nummer 21 erschienene Erzählung "Der Bücherwurm" enthält.

Im selben Verlag ist die Herausgabe aller Erzählungen der Einbogendrucke als Sammelband unter dem Titel "Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei" geplant, wofür bislang vorerst das Manuskript zur Prüfung eingereicht wurde. Die Einbogendrucke werden damit nicht mehr als Einzelhefte zu haben sein.

... und auf einmal bist du tot (Anthologie)
JustTales Verlag, Juni 2018
ISBN 978-3-947221-24-0

Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei
JustTales Verlag
(Erscheinungsdatum noch unbestimmt)

Mi, 23.05.2018

Rencontre du 9e art, Aix-en-Provence Wagenbreth Henning Deutschland, 2016 Format: CLP (City Light Poster) Siebdruck

100 BESTE PLAKATE 17

Seit dem Jahr 2006 wird der Wettbewerb 100 BESTE PLAKATE. Deutschland Österreich Schweiz im MAK (Österreichisches Museum für angewandte Kunst /Gegenwartskunst) und an weiteren Orten präsentiert.

Von humorvollen Werbebotschaften bis zu gesellschaftskritischen Statements bietet die Ausstellung zum Wettbewerb 100 BESTE PLAKATE ein facettenreiches Spektrum an zeitgenössischem Plakatdesign. Die jährlich von einer internationalen Fachjury gekürten einhundert gleichberechtigten Gewinnerplakate reichen von studentischen Projekten bis zu Auftragsarbeiten etablierter GrafikdesignerInnen und Werbeagenturen. Im Jahr 2017 zeigt sich bei den Siegerprojekten ein starker Trend zu seriellen Plakatkombinationen und unkonventionellen grafischen Lösungsansätzen.

Der fünfköpfigen Jury des traditionellen Grafikdesignwettbewerbs lagen 2.293 Plakate von 657 Teilnehmern vor. Im Zuge des zweistufigen Auswahlverfahrens wurden 45 Sujets aus Deutschland, 50 aus der Schweiz, eine deutsch-schweizerisch Kooperation und vier Einsendungen aus Österreich prämiert.

Zur Ausstellung erscheint der Katalog 100 Beste Plakate 17. Deutschland Österreich Schweiz/100 Best Posters 17. Germany Austria Switzerland im Verlag Kettler, Dortmund 2018. 

Details zu den Ausstellungsstationen sowie zu den SiegerInnen der Jahre 2001 bis 2017 finden sich auf der Seite des Vereins Beste Plakate e.V..

Ausstellung: 27. Juni - 23. September 2018
MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst /Gegenwartskunst
Stubenring 5, 1010 Wien

Eröffnung: 14. Juni 2018, 19 Uhr
Ausstellung: 15. Juni - 8. Juli 2018
Kulturforum am Potsdamer Platz, Obere Ausstellungshalle
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

Di, 22.05.2018

Gerhard Lahr - Die Schenkung

Im Januar 2018 wäre Gerhard Lahr (1938 - 2012) achtzig Jahre alt geworden. Ende Juni wird in Reichenbach posthum "Die Schenkung. Der Kinderbuchillustrator Gerhard Lahr" vorgestellt.

Gerhard Lahr besuchte von 1944 bis 1952 die Weinholdschule in Reichenbach. Nach seiner Schulzeit begann er 1953 eine 2-jährige Lehre als Plakat- und Schriftmaler (Gebrauchswerber) in der Werbeabteilung des Kaufhauses am Graben in Reichenbach. und studierte von 1956 bis 1959 an der Fachschule für Angewandte Kunst Magdeburg/Fachrichtung Gebrauchsgrafik. 1962 folgte ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 1963 lebte er freischaffend  in Berlin und widmete sich Illustrationen, vorwiegend für Kinder- und Jugendbuchverlage, aber auch für Zeitschriften. Über 150 Kinder-, Jugend- und Schulbücher werden von ihm illustriert. In den Jahren 1969, 1972, 1973 und 1979 erhielt er den Preis „Schönstes Buch" zur Internationalen Buchkunst-Ausstellung Leipzig. 1982 nahm er den "Hans-Baltzer-Preis" des Kinderbuchverlages Berlin entgegen.

Ausstellung: 1. Juli - 9. September 2018

Neuberin-Museum Reichenbach
Johannisplatz 3 • 08468 Reichenbach 

So, 20.05.2018

Schriftenfest Dresden 2018

Das nebenstehende Titelbild der Einladung zum Schriftenfest 2018 zeigt Alphabete einer Schrift, die heute im Handsatz selten anzutreffen sind. Beide gehören zur Corvinus, einer Antiqua mit klassizistischen Zügen, die von Imre Reiner entworfen wurde und 1934 bei der Bauerschen Gießerei herauskam. Reiner hat bei Ernst Schneidler studiert – gewisse Ähnlichkeiten mit dessen Schrift Kontrast sind also kein Zufall. Ebenfalls kein Zufall ist der Name der Schrift. Reiner, in Ungarn geboren, erinnert mit ihm an Matthias Corvinus, ungarischer König von 1443 bis 1490, ein kunst­sinniger Herrscher, der mit der Bibliotheca Corviniana die größte Sammlung wissenschaftlicher Schriften der damaligen Zeit schuf.

Inhaltlich setzt das Programm die Themen des Schriftfestes des Vorjahrs fort: Lesbarkeit, Erkennbarkeit der Zeichen – auch das Schriftschreiben als solches.
Erste Programmpunkte würdigen Schrift- und Plakatmaler der DDR-Zeit. Zentrum der Ausbildung war die Betriebsschule der Deutschen Werbe- und Anzeigen­gesellschaft, an der Andreas Frohloff sowohl Schüler als auch Lehrer war. Die Tätigkeit an dem Institut zu dokumentieren, hat er sich zusammen mit Fritz Grögel zum Ziel gesetzt.
Eckehart SchumacherGebler wird über »Morris, Walker, Cobden-Sanderson – und was aus der Initiative der Arts and Crafts-Bewegung wurde« sprechen. Ebenfalls um Schrift, aber auch um Grafik geht es, wenn uns Gabriele Netsch einen Blick werfen läßt in die Schatzkammer der Deutschen Nationalbibliothek und dem »Nachlaß zu Lebzeiten – drei Künstler der DDR – Axel Bertram, Egbert Herfurth und Gert Wunderlich«.
Weiterhin: Können Dyslexie-Fonts von legas­thenen Menschen schneller als Standardschriften gelesen werden? Dieser Frage ist Bettina Andresen mit der Hilfe eines Lesbarkeitstests nach­gegangen, der vom MIT entwickelt wurde. Rosalie Heinen beschäftigt zusammen mit Ulrike Borinski die Frage: Was macht einen Physiktext für sprachschwache Schüler so schwierig?

Näheres hier.

Sa, 19.05.2018

hoch hinaus

Anläßlich des Ortstermins Moabit 2018 wird der Pirckheimer Michael Ley gemeinsam mit Martin Gietz in der Galerie Würtenberger ausstellen.

Der Turm zu Babel reichte bis in die Wolken.
(Darf denn das sein? Wie hoch bauen wir heute?)

Zur Ausstellung "hoch hinaus" werden von Martin Gietz große Holzschnitte zu sehen sein, er arbeitet u.a. mit einer Straßenwalze. Michael Ley wird Holzschnitte und Video-Intellationen zeigen.

Vernissage: 1. Juni 2018, 19 Uhr
Ortstermin: 1. - 3. Juni 2018 (Galerie Würtenberger 15 - 20 Uhr)

Galerie Würtenberger
Elberfelder 10, Berlin Moabit