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Pirckheimer-Blog

Mi, 20.03.2019

© ‹usus›

… Super-Illu: Und wenn man Illustration sagt, erstarren alle!

Schau an! Ein Gespräch über Illustration

Was ist eigentlich Illustration: ein Bild zum Text? als: Begleitung? Fortsetzung? Anregung? Bestätigung? Widerspruch? Der Stellenwert von Illustration ist nicht unumstritten. Wie lässt er sich fassen, beschreiben, denken?

Ein Gespräch über Illustration. Initiiert von Uta Schneider und Ulrike Stoltz (Offenbach/ Berlin)
mit Juliane Wenzl, Illustratorin (Leipzig)
Matthew Tyson, Künstler (Crest, Frankreich)
Dr. Stefan Soltek, Kunsthistoriker (Klingspor-Museum Offenbach)
Christopher Breu, Typograf (Hegenbarth Sammlung Berlin)

Seit 2014 publiziert das Künstlerinnen-Duo ‹usus›: Uta Schneider und Ulrike Stoltz die Künstlerzeitung «z.B. / zum Beispiel / zum Buch». Pro Jahr erscheinen vier Nummern mit den verschiedendensten Perspektiven auf den Themenbereich (Künstler-)Buch. Ganz kompakt auf vier Seiten findet sich jeweils ein Essay auf deutsch und auf englisch sowie ein eigenständiger Bildbeitrag. Der gesamte fünfte Jahrgang (2018) ist der Illustration gewidmet.

Anlass dazu war eine nebenbei geäußerte Bemerkung von Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums Offenbach: «… man müsste doch einmal den Begriff der Illustration neu denken …». Folgerichtig baten ihn die Herausgeberinnen, sogleich damit anzufangen. Für die drei weiteren Ausgaben luden sie ein:

Juliane Wenzl, freiberufliche Illustratorin und engagiertes Mitglied der Illustratoren Organisation IO (von 2008 bis 2014 im Vorstand, seit 2015 im politischen Beirat) argumentiert aus der Perspektive der Illustrations-Praxis.
Matthew Tyson, Künstler mit den Arbeitsschwerpunkten Buch, Malerei, Installation und Druck, der auch als «Meister der Druckkunst» bezeichnet wird und die Edition ‹imprints› betreibt, erweitert die Perspektive über den deutschen Sprachraum hinaus nach England (woher er stammt) und Frankreich (wo er lebt).
Und schließlich Christopher Breu, der als Leiter der Hegenbarth Sammlung ganz nah an einem der wichtigsten Illustratoren des 20. Jahrhunderts ist und als Buchgestalter seinen eigenen Blick auf die Praxis beisteuert.
Uta Schneider und Ulrike Stoltz begleiteten jeden dieser Texte mit einem eigenständigen typografischen Bild - oder sollte man sagen: Illustration?

Die Autoren und die Autorin kennen sich untereinander bisher nicht persönlich - dies allein ein ausreichender Grund für diese Gesprächsrunde, in der die jeweiligen Positionen kurz vorgestellt und im gemeinsamen Gespräch - gerade auch mit dem Publikum - fortgesetzt und erweitert werden.

28. März 2019, 19 - 21 Uhr
(um Anmeldung bei der Hegenbarth Sammlung wird gebeten)

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin

Di, 19.03.2019

Wo gibt´s denn sowas?

Den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse verlässt man nicht mit leeren Händen. In diesem Jahr liegt dort das nebenstehende Blatt (hier als pdf) mit den Abbildungen der graphischen Beilagen der letzten Jahre bereit, die alle Mitglieder dieser Bibliophilen-Organsation kostenlos mit den für sie ebenfalls kostenlosen Marginalien erhalten.
Eine schöne Übersicht, die einem wieder ins Gedächtnis ruft, wie anspruchsvoll diese Beilagen sind - jeweils originale Graphiken, in der Regel signiert, teils in nummerierten Auflagen in unterschiedlichsten Techniken, die, über einige Jahre hinweg gesammelt, einen repräsentativen Querschnitt des zeitgenössischen Graphikschaffens darstellen.

21. - 24. März 2019

Leipziger Buchmesse
Halle 3 (Buchkunst und Graphik), Stand E 519

Mo, 18.03.2019

Faber & Faber startet neu

Auf boersenblatt.net fand sich heute eine, vermutlich nicht nur für Pirckheimer, sondern für alle Freunde des gut gemachten Buches, erfreuliche Nachricht:

"Nach fünf Jahren Pause meldet sich der Leipziger Verlag Faber & Faber zurück. Im Herbst erscheint das erste Programm des wiedergegründeten Hauses.
Der 1990 von Elmar Faber und seinem Sohn Michael gegründete Verlag Faber & Faber gehörte zu den wenigen Nachwende-Gründungen, die die gebeutelte Buchstadt auch überregional im Gespräch hielten. Nachdem Michael Faber ins Amt des Leipziger Kulturbürgermeisters gewechselt war (von 2009 bis 2016), und sich kein geeigneter Mehrheitseigner finden ließ, wurde die Verlagsproduktion 2014 eingestellt; im Dezember 2017 verstarb der Verlagsgründer Elmar Faber.
Im kommenden Herbst wird sich der wiedererweckte Verlag nun mit neuen Büchern unterm alten Namen zurückmelden. Michael Faber hat den Verlag mit seinem älteren Bruder, dem Arzt Renaldo Faber und einem weiteren stillen Gesellschafter neu gegründet. [...]
Das neue Programm, das 16 Titel umfassen soll, wird in vielen Belangen auch das alte sein: Belletristik, Kulturgeschichte und Kunst, vor allem aber hochwertig illustrierte Literatur. „In die Lücke, die wir da hinterlassen haben“, so Faber, „ist kein Verlag wirklich reingezogen“. [...]
Deutlich stärker als bislang will sich Faber auf dem Feld der zeitgenössischen Literatur engagieren. Quasi als „Türöffner“ für das neue Programm und als Verbeugung vor Alt-Verleger Elmar Faber wird bereits im Sommer dessen Briefwechsel mit Christoph Hein ausgeliefert („Ich habe einen Anschlag auf Sie vor“). Hein, der im April seinen 75. Geburtstag begeht, hat über 37 Jahre mit Elmar Faber korrespondiert, sagt Michael Faber, der den Briefband ediert hat
[...Die Reihe „Graphischen Bücher“ wird mit Texten] von Ingeborg Bachmann und Carl Einstein [...] fortgeführt. [...]
Michael Faber weiß, dass er sich auf ein ehrgeiziges Unternehmen eingelassen hat. In den Jahren, in denen er im Leipziger Rathaus saß, haben ein verändertes Leseverhalten, der Strukturwandel der Medien und die Digitalisierung die Branche ziemlich nachhaltig umgekrempelt. Rezepte, die gestern noch funktionierten, müssen für morgen und übermorgen nicht unbedingt taugen. Michael Faber gibt sich zuversichtlich: „Wir hoffen, in den kommenden zwei, drei Jahren den Platz, den wir verlassen haben, wieder besetzen zu können.“

 (Nils Kahlefend)

... gesamten Artikel lesen.

Petra Natscha Mehler - Bienenfabel von Bernard de Mandeville

Leipzig Halle 3 - Buchkunst und Grafik

Das Ausstellerverzeichnis Marktplatz Druckgraphik der Leipziger Buchmesse steht online und auch wenn die Pirckheimer-Gesellschaft mit den bemerkenswerten originalgraphischen Beilagen für Mitglieder in den Marginalien in diesem Jahr dort nicht aufgeführt wird, ist sie dort in der Halle Buchkunst und Grafik am Stand E519 zu finden.

Am Donnerstag findet die Preisverleihung für Graphiker der diesjährigen prämierten Nachwuchskünstler Martin König, Andrea Manfredini, Carmen Weber und Gemma Wilson statt.

Abends wird es in der HGB eine Buchpräsentation von Petra Natscha Mehlers illustrierten Ausgabe der »Bienenfabel von Bernard de Mandeville«. geben, eine Satire über privaten Laster und öffentliche Vorteilen. Musikalisches Rahmenprogramm: Julia Fritsch & Irmgard Slotta, für Getränke und Fingerfood ist gesorgt.

Messe: 21. - 24. März 2019
Preisverleihung: 21. März 2019, 16:15 Uhr
Buchpräsentation: 21. März 2019, 20:30 Uhr

Hochschule für Grafik und Buchkunst 
Wächterstrasse 11, Raum 2.41, 04107 Leipzig

Mona Höke vor zwei Arbeiten zu Ingeborg Bachmann. Hoyerswerda 2019. © Bernd-Ingo Friedrich

Mona Höke in Hoyerswerda

Mona Hökes Kunst lebt von dem urkindlichen Verlangen nach Stift und Farbe …“ (Jörg Sperling). Die Cottbuserin hat – außer Katalogen – leider noch kein „richtiges“ Buch gemacht. Sie könnte aber. Wie die winzigen Sprachblätter von Carlfriedrich Claus die Vergrößerung gut vertragen, wären Mona Hökes Arbeiten auf Leinwand und Papier auch prädestiniert für die Verkleinerung zur Buchillustration. Oder -bebilderung. Denn seit vielen Jahren experimentiert Mona Höke mit Schrift, Zeichen und kalligraphischen Elementen. Ihre großformatigen und dennoch grazilen Arbeiten lassen sich partiell lesen wie Palimpseste. Mona Hökes Palette reicht dabei von Schwarz-Weiß über Schwarz-Weiß-Rot bis verhalten farbig. Für jeden etwas. Literarisch von Ingeborg Bachmanns Lyrik oder wortmächtigen Zeit- und Raumgenossen wie Hans Scheuerecker (ihrem langjährigen Mentor, vorgestellt in „Hans Scheuereckers Bücher“ von Bernd-Ingo Friedrich im Heft 211 der Marginalien), Kai-Uwe Kohlschmidt und Steve Sabor oder den auswärtigen Seelenverwandten Elke Erb, Johannes Jansen, Bert Papenfuß, Kai Grehn und Kiev Stringl inspirierte Werke sind derzeit in der Hoyerswerdaer Kulturfabrik zu sehen. Zu den ausgestellten Arbeiten auf Papier gehört die von Mona Höke im künstlerischen Dialog mit den oben Genannten erarbeitete Grafik-Lyrik-Mappe „die gunst der woge ist gischt“, bestehend aus 18 Siebdrucken im Format 50 mal 70 Zentimeter, die Thomas „Trümmel“ Lehmann (vgl. ebenfalls Marginalien 211) besorgte. Sie setzen sich in einem „bibliophilen Kopf“ von selbst zu einem Buch zusammen. Japanische Fadenheftung …

(Bernd-Ingo Friedrich.)

Kunstraum XII: Mona Höke (Cottbus): 16.März - 6.Mai 2019

Kulturfabrik Hoyerswerda

Tamara Ivanova (MTM), Rekonstruktion des Universums Teil 1 – Umänderung. Auflage 5 Exemplare. 2017

10. EDITIONALE Köln

Im April findet zum 10. mal die EDITIONALE Köln statt, erstmals in der Kunst- und Museumsbibliothek. Die Messe für Buchkunst, Künstlerbücher und Editionen, die 2000 von den Kölner Künstlern Elisabeth Broel und Gernot Cepl ins Leben gerufen wurde und bisher alle zwei Jahre stattgefunden hat, lebt von einer fast familiären Atmosphäre zwischen Ausstellern und Besuchern.

Im 18 Jahr Ihres Bestehens zeigen an 3 Tagen namhafte Buchkünstler*innen aus allen Teilen Deutschlands, Belgien, Luxemburg und Russland Bücher, die sich von den industriell Gedruckten unterscheiden, Bücher und Buchobjekte, die den Referenzrahmen Buch überschreiten, in denen die Lesbarkeit zugunsten anderer Sichtweisen auf Papier, Schrift und Text zurücktritt, dazu Editionen in kleinen Auflagen und Handpressen-Drucke.

Wieder dabei sind John Gerard mit seinen Künstlerbüchern als Variationen der vielfältigen Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks mit dem Medium Papier, despalles éditions mit ihrer Visualisierung poetischer Texte, Ines von Ketelhodt und Peter Malutzki, die ebenfalls seit Jahren als Buchkünstler tätig sind sowie Klaus Raasch aus Hamburg mit seiner Edition und Farbholzschnitten.

In der Carivari-Presse aus Leipzig entstehen seit über 25 Jahren Künstlerbücher im Kontext von Kultur und Wissenschaft, Poesie oder Philosophie treffen auf Fotografie oder Typocollagen. Erstmals stellen Studierende der Buchkunst der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ihre Bücher vor, die durch Themen wie Struktur und Bauhaus inspiriert wurden.

Die Edition der Eusebius-Werke aus Köln besteht seit der Jahrtausendwende und beschäftigt sich mit der Herausgabe von Fotografie und Kunsteditionen. Themen sind Köln und das Rheinland.

Thorsten Baensch aus Brüssel stellt unter dem Namen Bartleby & Co neu entstandene Bücher vor „die zunächst keiner liest“, bei denen aber sich der Besucher auf bibliophilen Entdeckungsreisen begeben kann.

Jean Delvaux aus Luxemburg, Karl-Friedrich Groß aus Freiburg sowie die Einhand Press aus Landau zeigen zum größtenteils Unikatbücher.

Die in Aachen beheimatete Karin Innerling gehört seit vielen Jahren zu den Protagonistinnen der zeitgenössischen Buchkunst. Ihre Bücher entstehen in den verschiedensten Techniken, z.B. der Nitrodruck, der besonders zarte verwischte Bilder entstehen lässt.

Die brasilianische Künstlerin Tita do Rego Silva präsentiert ihre Künstlerbücher zum ersten Mal in Köln.

In Arbeiten von Veronika Schäpers aus Karlsruhe bilden die Texte die Basis eines Konzepts, das die optische und haptische Wirkung verschiedener Materialien zentral mit einbezieht. In vielen ihrer Arbeiten setzt sie sich – beeinflusst durch ihre langjährige Wahlheimat Japan – mit der japanischen Kultur und Phänomenen des japanischen Alltagslebens auseinander.

Die Japanerin Setsuko Fukushima, die schon viele Jahre in Deutschland lebt und arbeitet, zeigt neue Buchobjekte und Multiples.

Die in 2006 gegründete Gruppe MTM aus Berlin/Moskau widmet sich dem Genre Künstlerbuch, insbesondere in Traditionen der russischen avantgardistischen Buchkunst.

Eröffnung: 5. April 2019, 18.00 Uhr, Begrüßung: Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor Museum Ludwig, Einführung: Dr. Elke Purpus, Direktorin der Kunst – und Museumsbibliothek Köln
Messe: 5. - 7. April 2019

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Lesesaal des Museums Ludwig

So, 17.03.2019

Axel Bertram, Grafisches Gestalten in fünf Jahrzehnten, Lehmstedt Verlag 2012, ISBN 978-3-942473-38-5

Axel Bertram (1936 - 2019)

Axel Bertram ist nach langer Krankheit am 16. März 2019 in Berlin gestorben.

"Axel Bertram war der vielseitigste und einflussreichste Gebrauchsgrafiker der DDR. Seinen Namen kennen nur Spezialisten, seine Werke kennt jeder, der in der DDR gelebt hat", heißt es in einer Pressemitteilung des Leipziger Lehmstedt Verlags.

Bertram wurde am 26. März 1936 in eine Dresdner Kaufmanns-Familie hineingeboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Freital. Nach seinem Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee war er 1960 als freiberuflicher Grafiker Mitbegründer der einflussriechen Ateliergemeinschaft „Gruppe 4“, der er bis 1970 die Treue hielt. Seit 1965 war eir Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Von 1977 bis 1992 lehrte er als Professor für Schrift und gebrauchsgrafisches Gestalten an der Berliner Kunsthochschule. Axel Bertram gestaltete zahlreiche Bücher und Plakate, schuf das Logo zu den Weltfestspielen 1973 und entwarf das Layout der legendären Zeitschriften „Sibylle“ und „Wochenpost“.
Von 1982 bis 1990 war Bertram überdies Leiter des künstlerischen Beirates der Staatsbank der DDR und gestaltete Umlauf- und Gedenkmünzen. Für die Pirckheimer-Gesellschaft schuf er zum 25-jährigen Bestehen eine Medaille, die als Jahresgabe 1981 ausgereicht wurde. Auch zahlreiche Briefmarken gehen auf seine gestalterischen Ideen zurück. Als Schriftgestalter entwickelte er die spezielle Fernsehschrift Videtur sowie den OpenType-Font Rabenau Pro.

In der Mitteilung des Lehmstadt-Verlags heißt es: „Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift. Er sah sich vielmehr als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers und suchte stets aufs Neue nach der perfekten Lösung einer konkreten Aufgabe.

Mit Winkelhaken und Bleisatz

Mit einer Finissage endet am kommenden Sonnabend die Winterausstellung der EREMITAGE GRANSEE „Bernd Friedrich: Mit Winkelhaken und Bleisatz, Druckexperimente und Mail-Art“.

Die Grafiken des Berliner Künstlers Bernd Friedrich Schulz, Mitglied der Pirckheimer Gesellschaft, sind meist gegenwartsbezogen. Unter anderem lassen sich dort Arbeiten zum diesjährigen 100. Geburtstag von „Anna Blume“, dem bekanntesten Gedicht Kurt Schwitters, sowie zum Bauhaus-Jubiläums entdecken. Ein ganz besonderer Reiz dieser auf einer Handpresse angefertigten Blätter liegt darin, dass Friedrich historische Lettern und weitere Materialien jener Zeit verwendete.  

Während dieser Finissage zeigt er einige seiner Künstlerbücher und gewährt in dem Zusammenhang auch Einblick in seine Arbeitsweise.

Umrandet wird das wie immer mit Kaffee und Kuchen - außerdem erhält jeder Besucher eine kleine aktuelle Grafik des Künstlers.

Ausstellung: 11. Dezember 2018 - 23. März 2019
Finissage: 23. März 2019, 16 Uhr

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Sa, 16.03.2019

Im Licht von Raum und Zeit

Unter diesem Titel zeigt das Klingspor-Museum Fotografien und Künstlerbücher von lnes von Ketelhodt

lnes von Ketelhodt blickt auf ein über 30jähriges Buchschaffen zurück und gehört schon seit vielen Jahren zu den Protagonistinnen des zeitgenössischen Künstlerbuches. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch die Kombination von Fotografie und Typografie aus. Verfremdung, Unschärfe und Langzeitbelichtung führen zu ungewöhnlichen Seherfahrungen. Oft wirken ihre Bilder wie Traumsequenzen oder lassen Zeitabläufe erkennen. Immer stehen die Fotografien im Wechselspiel mit typografisch sorgfältig inszenierten Texten, die von der Romantik bis zur Gegenwart reichen. 

Eröffnung: 31. März 2019, 11.30 Uhr, es spricht Paul van Capelleveen, Koninklijke Bibliotheek, Den Haag, musikalische Begleitung Kerstin Fahr 
Ausstellung: 31. März - 19. Mai 2019

Klingspor Museum Offenbach
Herrnstraße 8, Büsing Palais, 63065 Offenbach am Main

Fr, 15.03.2019

Kay Voigtmann - Lederdämon, Siebdruck 2019, Beilage zu Marginalien # 232

Freikarten für die Leipziger Buchmesse

Das richtige Lösungswort für unser Gewinnspiel wurde von allen Teilnehmern genannt. Die Originalgraphik, die alle Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft mit dem ebenfalls kostenlosen Heft der Marginalien erhielten, wurde für die Nummer 232 von Kay Voigtmann gestaltet.

Eine Tageskarte haben u.a. gewonnen:
Gabriele A., Markranstädt
Nora D., Berlin
Lena H., Weimar
Udo H., Berlin
Sabine K., Leipzig
Sabine M., Altenburg
Christian S., Neumünster
Michael Sch., Saalfelder Höhe
Ralf W., Magdeburg
Sigrid W., Magdeburg
Die Gewinner erhalten ihren Code zum Freischalten der Tageskarte per E-Mail.

Selbstverständlich würden wir uns über einen Besuch der Gewinner an unserem Stand auf der Leipziger Buchmesse freuen, Halle 3, Stand E 519.

Do, 14.03.2019

Frank Wahle, Madame Veto, Farb - Holzschnitt, aus der Mappe »Grafik zu Liedern der Französischen Revolution«, 1989, Foto: A. Herrmann, © Künstler

Grafik zu Liedern der Französischen Revolution

Ein Mappenwerk aus dem Jahr 1989 mit Arbeiten von: Ulrich Hachulla, Karl-Georg Hirsch, Joachim Jansong, Joachim John, Rolf Kuhrt, Werner Liebmann, Gerd Mackensen, Reinhard Minkewitz, Rolf Münzner, Ronald Paris, Volker Pfüller, Otto Sander, Stefan Thomas Wagner, Frank Wahle, Trak Wendisch und Winfried Wolf.

1988 gibt der Verband Bildender Künstler der DDR eine  Grafikmappe in Auftrag, die zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution erscheinen soll. Warum, so könnte man fragen, wird eben jenes historische Ereignis gewählt, welches so ambivalent ist und eine komplexe Deutungsgeschichte mit sich führt?
Die Herausgeberinnen und Herausgeber der Grafikmappe haben einen spezifischen Aspekt im Blick: So betont der  Kunstwissenschaftler Peter Pachnicke im beiliegenden Text die »sinnliche Überzeugungskraft« der Menschen, die auf den Straßen von Paris um Anerkennung rangen. Dieses dort beschworene Pathos 1989 erscheint »Grafik zu Liedern der Französischen Revolution« mit der Beilage einer Schallplatte mit insgesamt 21 von Dieter Süverkrüp gesungenen Liedern, deren Texte aus der Zeit der Französischen Revolution stammen. Und auch wenn sich die Grafiken mit ihren Titeln auf jene Kampf- wie Liebeslieder beziehen, so spiegeln diese selten die Atmosphäre der Blätter. Hier begehrt kein Volk auf. In düsteren Visionen zeigen die Künstler in Lithografien, Radierungen und einem Siebdruck, zweifelnde Figuren, Massen, die erneut von einem König unterdrückt werden und Fratzen von zweifelhaften »Erben«, die bedrohlich nach vorn schreiten.
Schwarz bestimmt viele der Kompositionen, seien es feine, zerbrechliche Arrangements oder mit dickem Strich geformte Figuren. Selbst die farbigen Blätter in diesem Kompendium sind ergriffen von dieser Drastik. Jener spannungsreiche Kontrast zwischen der Interpretation der Auftraggeber und den Interpretationen sowie Umsetzungen der Künstler öffnet auch einen Blick auf den nunmehr historischen Moment 1989.

Vernissage: 24. März 2019, 14 Uhr, es spricht Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt
Ausstellung: 24. März - 3. Juni 2019

Schloss Biesdorf
Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin

Thomas Ranft, Till Sailer und Gregor Torsten Kozik vor Gemälde von Kozik

Landschaftssicht = Weltsicht?

Clara-Mosch-Ausstellung auf der Burg Beeskow

Gleich zwei Ausstellungen auf einmal wurden am Sonnabend auf der Burg Beeskow eröffnet. Das ist ungewöhnlich, zumal die Präsentation im Erdgeschoss das Wirken einer Künstlergruppe unter dem Namen Clara Mosch betraf, die von 1977 bis 1982 bestand. In der oberen Etage aber waren Arbeiten zu sehen, die im vorigen Jahr bei einem dreiwöchigen Symposium mit Teilnahme von Künstlern aus Sachsen und Brandenburg in Lübbenau entstanden. Die Berührungspunkte zwischen beiden Expositionen erklärte Burgchef Arnold Bischingen in seiner Begrüßung der rund 50 Gäste der Vernissage so: „Damals wie heute setzen sich Künstler im Verlauf ihres künstlerischen Zusammenseins mit kollektiven und individuellen Perspektiven, Befindlichkeiten und Sehnsüchten und mit gesellschaftlichen Modellvorstellungen auseinander.“ Verbindend ist auch, dass zwei Künstler der Karl-Marx-Städter (heute Chemnitz) Gruppe bei dem von Herbert Schirmer einberufenen Lübbenauer Symposium auch dabei waren: Thomas Ranft, das Haupt von Clara Mosch, der Gruppe, die den Namen nach den Anfangsbuchstaben ihrer fünf Mitglieder gewählt hatte, und Gregor Torsten Schade, seit 1980 Kozik.

Clara Mosch, bestehend aus Carlfriedrich Claus, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor Torsten Schade, konnten in der DDR künstlerisch nur in einer politischen Grauzone an die Öffentlichkeit treten, denn „die Künstler setzten sich bewusst ab vom vorgegebenen Stil des sozialistischen Realismus und entwickelten unabhängig ihre eigenen Kunstformen“, so Arnold Bischinger. Herbert Schirmer hat nun gemeinsam mit Thomas Ranft versucht, die Landart-Aktionen der Clara-Mosch-Künstler unter den gegenwärtigen Bedingungen wiederzubeleben. Das Thema der zweiten Ausstellung, „Landschaftssicht = Weltsicht?“ stellt die Landschaft des Spreewaldes in den Fokus der aktuellen Weltsicht, ob es die abgelegene Wasserlandschaft der Lausitz ist oder das Besucherbergwerk „Abraumförderbrücke F60“ am Bergheider See. Und damals wie heute kommt es „im ungestümen Malprozess zu spannungsvollen Bildfindungen“, wie Herbert Schirmer bezüglich Gregor Torsten Kozik feststellt, als auch wie bei Thomas Ranft zu „filigranhaften, transparenten Geweben aus ungezählten Linien und Punkten, die den Charakter von meditativen Niederschriften aufweisen“.

Ilona Weser, frühere Leiterin des Beeskower Kunstarchivs, freut sich über die interessante Ausstellungskonzeption und besonders auch, dass viele Blätter von Clara Mosch aus dem Kunstarchiv stammen.

(Elke Lang)

Ausstellung: bis 26. Mai 2019
12. April 2019, 19 Uhr Gespräch mit Christiane Bergelt, Micha Brendel und Herbert Schirmer

Burg Beeskow

Hokkei, Stillleben: Ukifune, Abbn. © MKG Hamburg

Surimono?

Surimono (japanisch „Drucksachen“) stellen eine besondere Form des japanischen Farbholzschnitts dar. Der Begriff bezeichnet Grußkarten mit kurzen Dichtungen wie Haiku oder Kyoka, die von Einzelpersonen, Dichtervereinigungen, Unternehmen wie Restaurants oder Theatern in Auftrag gegeben und zu verschiedenen Anlässen an Freunde und Bekannte verschenkt wurden. Im Unterschied zu den handelsüblichen Farbholzschnitten waren Surimono nicht für den Verkauf bestimmt. Produziert wurden sie über einen Zeitraum von annähernd 150 Jahren zwischen 1730 und 1880.

Die Formate der Drucke reichen von kleinen Blättern mit den Maßen 6 x 8 cm bis hin zu Großformaten mit den Abmessungen 36 x 58 cm. Viele der heute noch erhaltenen Surimono wurden in aufwendigen und kostenintensiven Druckverfahren hergestellt, die auch Prägungen, Gold- und Silbereffekte einschließen konnten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie bei Sammlern japanischer Farbholzschnitte aus Europa und den USA zu begehrten Objekten, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden sie auch in Japan hoch geschätzt. (Nach: Wikipedia.)

Zu den Künstlern, die sich dieser intimen Graphik widmeten, gehörten beispielsweise Katsushika Hokusai (1760–1849), dessen Einfluß auf europäische Künstler wie Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Egon Schiele und Gustav Klimt allgemein bekannt ist; sein Schüler Totoya Hokkei (1780–1850), oder der hier mit einem „in seiner graphischen Gestaltung und seinen Farbkontrasten besonders exquisiten Blatt“ vorgestellte Hokuga Yamadera, von dem man wohl nur weiß, daß er um 1830 bis 1853 tätig war.

Mit dem dreibändigen, im OSTASIEN Verlag in Gossenberg erschienenen Katalog Warten auf das Neujahrslicht werden alle bis einschließlich 2006 in den Bestand des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKGH) gekommenen Surimono vorgelegt. Er führt dem Leser jedes der 173 Einzelblätter und ein Album der Sammlung mit farbigen Abbildungen sowie Übersetzungen und Interpretationen der Gedichte in deutscher und japanischer Sprache vor Augen, erklärt die angewandten Drucktechniken und bettet die Surimono in ihren kulturellen Hintergrund ein. Detailaufnahmen bieten Einblicke in bemerkenswerte Techniken und Arbeitsweisen.

Ein ausführliches Glossar, in dem für das Verständnis der Graphiken und Gedichte wichtige Begriffe aus der japanischen Geschichte, dem Theater, der Fauna und Flora oder anderen Bereichen erläutert werden; Verzeichnisse der Surimono-Künstler und ihrer Siegel; der Dichter sowie der Dichterclubs, in deren Auftrag viele der Surimono entstanden, und deren Marken und Embleme runden die Darstellung ab.

Die Katalogbände werden auf der entsprechenden, informativ verlinkten Webseite des OSTASIEN Verlags in Text und 17 Bildern anschaulich vor- und dargestellt. Hervorhebenswert ist die Rezension in den Hamburger China-Notizen.

Der in dieser Ausführlichkeit und opulenten Bebilderung seinesgleichen suchende Katalog dürfte nicht nur die Liebhaber von Japonica, sondern auch Bibliophile begeistern, die sich dem Sammeln von Gelegenheitsgraphik verschrieben haben.

(Bernd-Ingo Friedrich)

Warten auf das Neujahrslicht. Japanische Grußblätter (Surimono) aus dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Herausgegeben von Ursula Lienert, Hannelore Dreves und Mizuki Wildenhahn. Gossenberg: OSTASIEN Verlag 2011. (Deutsche Ostasienstudien 5.)

Di, 12.03.2019

Die Neuhauser Kunstmühle präsentiert Remigio

Die Neuhauser Kunstmühle präsentiert an gewohnter Stelle auf der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr vor allem ihr Projekt „Remigio“ (Näheres auch auf facebook) und die Tapete von Markus Krön (die nebenstehende Abb. zeigt einen Ausschnitt). Und wie alljährlich zeigt die Neuhauser Kunstmühle mit Thomas Franke an der Steindruck-Presse, wie eine Lithografie entsteht!

21. - 24. März 2019

Leipziger Buchmesse
Halle 3, Stand H 402

Thomas Reinecke "Entdeckerfreuden - Der Wehrhahn Verlag", Marginalien #232, S. 41ff

Der Wehrhahn Verlag kommt nach Leipzig

Aufmerksamen Lesern der Marginalien wird nicht entgangen sein, dass der Wehrhahn Verlag aus Hannover in der Vergangenheit nicht auf den Messen in Leipzig und Frankfurt vertreten war. Diese Information von Thomas Reinecke in den Marginalien wurde, kaum erschienen, von der Realität eingeholt: In wenigen Tagen werden wir Matthias Wehrhahn auf der Leipziger Buchmesse an seinem Verlagsstand in Halle 5, E 405a. finden.