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Pirckheimer-Blog

So, 09.08.2020

Bibliophilie und Bibliomanie von Harald Kugler

Die bunte Vielfalt der Einbogendrucke und weiteren Schriften von Harald Kugler, über die an dieser Stelle mehrfach informiert wurde und die zum großen Teil vergriffen sind, wurde auf der Homepage des Autors jetzt durch die Vorstellung seiner im Selbstverlag erschienenen Werksausgabe ersetzt.
Bislang können aus dem noch nicht beendeten Projekt 9 Titel bestellt werden, darunter auch Bibliophilen-Abend, Die Magie der Bücher, Das Vermächtnis der Bücher und Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei - Bestellung bitte direkt beim Autor.

Für die Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft vom 18. - 20. September 2020 in Halberstadt, Aschersleben und Quedlinburg stellt Harald Kugler die Bände 1-3, 7 und 9 der Werkausgabe für die traditionelle Auktion zur Finanzierung der Arbeit der Gesellschaft zur Verfügung.

Sa, 08.08.2020

55. Antiquariatsmesse 2016, © Ursula Saile-Haedicke

Antiquariatsmessen im Januar abgesagt

Die Messe zu antiquarischen Büchern und Grafiken in Stuttgart, die vom 29. bis 31. Januar im Württembergischen Kunstverein am Schlossplatz stattfinden sollte, sei mit den derzeitigen Abstands- und Hygieneanforderungen des Staates nicht umsetzbar, sagte Sibylle Wieduwilt, Vorstandsvorsitzende des Verbands Deutscher Antiquare (VDA), in einer Mitteilung. Der VDA ist Veranstalter der Antiquariatsmesse, die im vergangenen Jahr bei etwa 75 Ausstellern gut 2500 Besucher hatte.

Petra Bewer, Organisatorin der Antiquaria in der Musikhalle Ludwigsburg (28. bis 30. Januar), sieht „keine für uns realistisch umsetzbaren Möglichkeiten einer Durchführung“, die annähernd den Vorstellungen für die Messe entspräche. Denn die sehe neben dem Verkauf auch Kommunikation und Austausch vor. Die Antiquaria hatte zuletzt etwa 60 Aussteller und 2000 Besucher angezogen. Wie in Stuttgart soll es in Ludwigsburg zumindest einen gedruckten Katalog geben. 

(Quelle: Stuttgarter Nachrichten)

Fr, 07.08.2020

Dunkel Grün, © Constanze Kreiser 2020
Kleistkreise, © Constanze Kreiser 2020
Winter Poems, © Constanze Kreiser 2019

3 Künstlerbücher von Constanze Kreiser

DUNKEL GRÜN

Eine 2019 begonnene Textsammlung zu Einsamkeiten, die sich 2020 zur Isolation rundete. Aus Hell-Dunkel-Kontrasten konstruiert, kreuzen sich die Lebensfäden, beginnen und enden außerhalb unserer Wahrnehmungsspanne, verlaufen über geprägte Flächen. Es handelt es sich trotz allem um einen natürlichen Wachstumsvorgang, deshalb die lichtgelbgrünen Farben im Inneren des dunkelblauen Raumes.
Unikatbuch mit Texten von Fr. Nietzsche, Bei Dao, Maurice Blanchot, Harold Pinter, Simone Lappert, Virginia Woolf, K. Frostenson, W. Wordworth

Doppelbuch um zentrale Achse, 11*4 Seiten 21/8 cm
Linoldruck, Holzschnitt, Monotypien, handschriftliche Texte,
6 gefaltete genähte Trägerseiten
52/52/35 cm geöffnet als Rondell, 26/35/2 cm gefaltet in Mappe

KLEISTKREISE

Dieses Unikatbuch zeigt das Kreisen um Lebensthemen, wie es Heinrich von Kleist in seinen Briefen immer wieder versuchte.
Die 10 transparenten Seiten mit Zitaten sind kreisförmig angeordneten aufgebaut wie die Jahresringe eines Baumes. Es entsteht ein Eindruck von Wachsen und Verfestigung der Ansichten Kleists.
Handmarmorierte Seiten wirken dieser etwas starren Ordnung entgegen. Eine Klappe aus Stoffgitter läßt sich spielerisch zwischen die Seiten legen. Das schwarz-weisse Marmoriermuster dient als Andeutung von Zufall und Chaos.

21/30 cm, Leineneinband mit 10 Seiten Text
Netzklappe als Textzwischenlage

WINTER POEMS

Bei diesem Unikat dreht sich alles um den Winter, seine Gestimmtheit aus Grau, Weiss und Gold, eingefasst in viel Nachtblau. Eine runde Vielfalt englischsprachiger Lyrik aus verschiedenen Jahrhunderten: Baderoon, Crowe, Frost, Robinson, Yankelevich.
Handgeschrieben auf Kopien japanischer Architekturzeitschriften der 70ziger Jahre, die zuvor teilweise handmarmoriert wurden. Ein Spiel aus Schwarz-weisstönen entsteht. Das Schriftbild klappt zwischen Inhalt und Form. Klischee und Linoldruck ergänzen die vier Faltbüchlein.

18/18/0,5 cm, Steckform mit 4 Einblattbüchern
Handmarmoriert und handgeschrieben

Do, 06.08.2020

Titelabb.: Erhard Beitz, 2020, Radierung/Kupferstich, Porträt einer jungen Frau, frei nach Domenico Veneziano (mit Corona-Maske)

DEG-Mitteilungen

Die Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft # 2/2020 beginnen mit einem Bericht von Anke Polenz unter der Überschrift "Eine Tagung geht baden ..." über die seit Anfang 2019 laufenden Bemühungen zur Organisation der für Mai 2020 geplanten DEG-Tagung - über den vorsorglichen Maskenkauf Anfang März 2020 und dem endgültigen Canceln der Tagung auch zum gewählten Ausweichtermin 19. - 22. November 2020.
Die Tagung wird nunmehr vom 6. - 9. Mai 2021 in Gelsenkirchen stattfinden.

In einem weiteren Beitrag beschäftigt sich Henry Tauber mit dem Bestand der Arbeiten von Fidus, d.i. Hugo Höppener, im DEG-Archiv und Heinz Neumaier schreibt über Carl Orff und seine Carmina Burana im Exlibris, sowie zum Mythos von Sisyphos und zu Julius Diez und seinen Künstler-Exlibris.
Vom kürzlich verstorbene Peter Labuhn kann man noch zwei letzte Beiträge zu Neujahrsgrüßen von Lembit Löhmus lesen und zu Neujahrsglückwünschen von Jaroslav Lukavsky und Gerhard Stauf.

Die Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft # 2/2020 wurden gemeinsam mit der Sonderpublikation "Exlibris und Gelegenheitsgrafik unter dem Hakenkreuz" von Henry Tauber ausgeliefert, ergänzt durch den von Heinz Decker ins Englische übersetzten Text.
Diese bietet erstmalig nach Ende der NS-Diktatur eine umfassende Übersicht zu diesem Thema anhand der Großen Deutschen Kunstausstellung 1937 - 1944 sowie Werke des Widerstands und der Verfolgung.

Mi, 05.08.2020

Jürgen Wittdorf: Lieblinge

Aus dem Nachlass des Malers und Grafikers Jürgen Wittdorf (1932–2018) werden in Berlin in einer Petersburger Hängung, größtenteils in den Originalrahmen - so, wie sie auch in Wittdorfs Wohnung präsentiert wurden, über 100 Arbeiten gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Bilder seiner wohl bekanntesten Serie: Holzschnitte aus dem erstmals 1961 veröffentlichten Zyklus für die Jugend.

Jürgen Wittdorf, geboren in Karlsruhe, mit einer schulischen Ausbildung in Königsberg (heute Kaliningrad), studierte von 1952 bis 1957 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nach einigen Jahren als freischaffender Künstler in Leipzig zog Wittdorf 1970 nach Berlin. Von 1967 bis 1970 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste bei Lea Grundig. Neben der freischaffenden Tätigkeit als Grafiker und Maler war Wittdorf viele Jahre Dozent und Zeichenlehrer. Seine Werke sind in etlichen Sammlungen ostdeutscher Museen vertreten sowie im Berliner Schwulen Museum. Die Grafikmappe Zyklus für die Jugend befindet sich u.a. auch in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums.

Wittdorfs Bilder zeigen vielfältige Alltagsszenen, Stillleben, Landschaften und Tiere. Seinen Durchbruch als Künstler in der DDR erlangte er jedoch mit der Darstellung junger Menschen, die nicht als Arbeiter und Bauern idealisiert, sondern als Suchende, die mit ihren Wünschen und Sehnsüchten dargestellt wurden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im DISTANZ Verlag.

29. August - 14. November 2020

KVOST (Kunstverein Ost e.V.)
Leipziger Straße 47, 10117 Berlin

Di, 04.08.2020

Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag - Hrg. Jens Kirsten/Ulrich Kaufmann

Jens-Fietje Dwars zum 60.

Thüringen feierte am 2. August in Jena den 60. Geburtstag Geburtstag des Pirckheimers Jens Fietje Dwars, Mitglied der Redaktionskommission der Marginalien.

Matthias Biskupek schreibt über ihn: "Weil ... gern alle Werke aufgezählt werden: bei Dwars müssen wir summarisch bleiben: eigene Bücher und Filme: zwei Dutzend. Herausgaben von Anthologien von und für Kollegen: drei Dutzend. Verlegte Bücher: vier Dutzend in seiner „Weißen Reihe“ und der „Edition Ornament“. Für das Literaturjournal PALMBAUM mit jeweils individueller grafischer Titelgestaltung ist er seit 2005 Chefredakteur. Rezensionen, Wortmeldungen, polemische Beiträge, Glossen, Ausstellungstexte – vermutlich mehrere hundert."
Und Biskupek notiert in seinem Tagebuch: "Die Gäste für Jens-Fietje Dwars zum 60. treffen ab 15:00 langsam im Schillerhof ein. Der Jenaer Buchhändler, die Ahrenshooper Urlaubs-Gastgeber, Quartus-Verleger Ignasiak, der eine PALMBAUM-Broschüre verteilt: "Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag" (Hg. Jens Kirsten/Ulrich Kaufmann). 30 Bildende Künstler und Schriftsteller. Der Jubilar selbst verteilt ein eigens produziertes Doppelblatt „VERBORGEN Dreifach“, jeder Geburtstagsgastfamilie gewidmet. Dwars erzählt einen Film, den er zur Feier einer Niederlage (Frankreich/Preußen 1806) produzierte.
Da sitzen der [Vorstands-Chef ...] der Pirckheimer-Gesellschaft
Aepler, der Meistergrafiker Kay Voigtmann, Dichter Peter Gosse und Frau. Man plaudert über Jens Henkels burgart-presse. Etwas später kommen die Scherzers, noch später Kati Zorn und Mario. Horst-Peter Meyer, Kaffee, Kuchen, kleine und große Gerichte a la cart."

Für alle die nicht da waren, das Buch zum Nachmittag "Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag" (10 € - einfach Adresse an pirckheimer-gesellschaft, kommt per Post).

Mo, 03.08.2020

Abb. auf dem Titel: Михаил Михайлович Тарханов, Fußball, Stempeldruck für Textildesign (Auszug)

Antiquatriatsliste Juli 2020

Die neue Liste des Roten Antiquariats des Pirckheimers Christian Bartsch ist erschienen. Sie enthält 214 Positionen aus den Bereichen Kunst, Künstlerbücher, Originalgraphik und Zeichnungen, Literatur, Exil, Autographen und signierte Kunstdokumentationen, darunter Gerhard Altenbourg: Ich-Gestein, Die Aktion, Heft 10/12, die erste Ausgabe von Jan TschicoldDie Neue Typographie oder Michael Faber: Die ersten Fünf. Die Graphischen Bücher mit originalgrahischen Blättern von Klaus Süß, Ingo Regel, Hermann Naumann, Fritz Hitzler und Felix Furtwängler.

Rotes Antiquariat
Knesebeckstr. 13/14, 10623 Berlin

So, 02.08.2020

Exlibris des Monats August 2020

Elena Kiseleva für Birgit Göbel-Stiegler, 2019, kol. Radierung
Thema: Der Mann im Mond, ein Gedicht von Mascha Kaléko

Mascha Kaléko: Der Mann im Mond

Der Mann im Mond hängt bunte Träume,
Die seine Mondfrau spinnt aus Licht,
Allnächtlich in die Abendbäume,
Mit einem Lächeln im Gesicht.

Da gibt es gelbe, rote, grüne
Und Träume ganz in Himmelblau.
Mit Gold durchwirkte, zarte, kühne,
Für Bub und Mädel, Mann und Frau.

Auch Träume, die auf Reisen führen
In Fernen, abenteuerlich.
- Da hängen sie an Silberschnüren!
Und einer davon ist für dich.

Die Verse der Lyrikerin Mascha Kaléko (1907–1975) sind bis heute bei vielen Menschen wegen ihres leichten und heiteren Tons, hinter dem immer wieder eine hintergründige Melancholie aufscheint, sehr beliebt.

Dabei war das Leben Mascha Kalékos nie wirklich leicht. Geboren als Tochter eines jüdisch-russischen Vaters und einer jüdisch-österreichischen Mutter in Galizien, hat sie schon früh erfahren müssen, was Fluchten sind. Auch in Deutschland, wo die Familie zum Schutz vor Pogromen eine neue Heimat suchte, war das Leben schwierig, da der Vater als „unerwünschter Ausländer“ galt. In den 30er Jahren erzielte Mascha Kaléko in Berlin erste Erfolge mit ihren Versen, 1933 gelang ihr mit ihrem Lyrischen Stenogrammheft der Durchbruch. Damals war den Nationalsozialisten noch nicht bekannt, dass sie Jüdin war. Doch bald wurden auch ihre Bücher verboten wie die vieler anderer Schriftsteller. 1938 floh sie mit Mann und Sohn nach Amerika. 1957 kehrte sie zurück nach Deutschland, doch wanderte sie bald mit ihrem Mann nach Jerusalem aus. – Das Gedicht von Mann im Mond entstand in den 50er Jahren in New York.

Zu diesem Gedicht hat Elena Kiseleva, eine in der Exlibrisszene bekannte und geschätzte russische Künstlerin, 2019 für Birgit Göbel-Stiegler ein Exlibris radiert, das eine genauso heitere und beglückende Atmosphäre erzeugt wie das Gedicht.

Ein bisschen erinnert der auf einer Perlenwurzel um den Mond schwebende Baum, an den Elena Kiselevas Mann im Mond Träume für uns hängt, an einen Traumfänger, ein aus der Kultur der indigenen Völker Nordamerikas stammendes Kultobjekt, das sich in den letzten Jahrzehnten auch bei uns sehr verbreitet hat, um vor schlechten Träumen zu schützen. Auch der fliegende Mann im Mond selbst und seine anmutige Mondfrau sehen fremd aus, sie könnten allen oder keiner der uns bekannten Kulturen entstammen, könnten früheren oder zukünftigen Zeiten angehören. Aber wer kann schon wissen, wie der Mann im Mond aussieht? Wichtiger ist es zu wissen, dass er uns mit Träumen beschenkt, und herauszufinden, welcher Traum es ist, der auf jeden von uns wartet.

Auf viele Menschen haben in diesem Jahr „Träume, die auf Reisen führen / In Fernen, abenteuerlich“ gewartet; die Erfüllung dieser Träume verzögert sich leider noch eine Weile. Aber immerhin hängen diese Träume bis dahin auf einer „Silberschnur“. Und während des Wartens können wir uns an dem Gedicht von Mascha Kaléko – das inzwischen sogar schon seinen festen Platz im Grundschulunterricht gefunden hat – und an dem Exlibris von Elena Kiseleva freuen und uns überlegen, warum Elena Kiselova uns keine „gelbe(n), rote(n), grüne(n)“ Träume gibt und uns stattdessen mit solchen in „himmelblau“ und rosa beglückt, Sei es, wie es wolle, für jeden von uns ist einer da, wenn man der letzten Gedichtzeile Glauben schenkt.

(Ulrike Ladnar)

Sa, 01.08.2020

MDE verschiebt Jahrestagung auf 2021

Die geplante mehrtägige Jahrestagung im September 2020 der Meister der Einbamdkunst in Weimar wird um ein Jahr  verschoben.

Angepasst an die besondere Lage wird in diesem Jahr lediglich die Mitgliederversammlung in Form einer eintägigen Veranstaltung ohne Rahmenprogramm und mit Sicherheitsvorschriften in der MDE-Geschäftsstelle in Aachen  stattfinden. Jedoch, nach wie wie vor "... gilt: Bitte informieren Sie sich, ob die Veranstaltung wirklich stattfindet, und befolgen Sie die Sicherheitsanweisungen vor Ort."

Mitgliederversammlung: 5. September 2020,

MDE-Geschäftsstelle
Heinrichsallee 72, 52062 Aachen

Fr, 31.07.2020

miley - Notizbuch, verschiedene Papiere, teilweise Offset oder mit Holzschnitten bedruckt, 11,5 x 10,3 cm, 2020

16. Ortstermin Moabit

Es beginnen sich die Meldungen zu wieder stattfindenden kulturellen Veranstaltungen zu mehren. So erreichte mich, gestaltet als Unikatbuch, eine Einladung zum Ortstermin 20 Kunstfestival in Moabit.

Fast 200 Künstler und Kulturschaffende, darunter auch die Pirckheimer miley, Würtenberger und Noske, die hier als Künstlerkollektiv Drittbrett vorgestellt wurden, sind dem Aufruf zur Teilnahme trotz aller Unsicherheiten gefolgt. Sie öffnen Ateliers, Werkstätten und Privatwohnungen, präsentieren kuratierte Ausstellungen und Musikperformances und laden zu Veranstaltungen und Gesprächen ein, die weit über die Festivalthematik hinausreichen.
In der Galerie Nord (Turmstraße) haben die Künstler der Ausstellung bis hierher und nicht weiter . this far and no further bereits seit Juli einen thematischen Raum für das Festival geöffnet. Ihre Beiträge loten Fragestellungen zu Aus- und Abgrenzungen im physischen, sozialen und politischen Raum, die Komplexität und Verzahnung gesellschaftspolitisch relevanter Prozesse und aus ihnen resultierende Ambivalenzen aus. Hier entwickelt sich aus einer Rauminstallation eine Festivalzentrale als Ort der Begegnung für Künstler und Besucher und Plattform für Diskussionen, Performances und Konzerte. Das beliebte Videoscreening In between entsendet anlässlich der Festivaleröffnung neun künstlerische Kurzfilme in den nächtlichen städtischen Raum der Turmstraße und am Wochenende finden moderierte Kunst-Rundgänge durch Moabit statt.

28. - 30. August 2020

Berlin Moabit
Kunstverein Tiergarten

Do, 30.07.2020

Lesung, Musik und Gespräch

Der Pirckheimer Gisbert Amm teilt erfreut mit, dass er endlich wieder eine Veranstaltung ankündigen kann.

Gleich acht Dichterinnen und Dichter des ELIF-Verlages aus Nettetal bei Krefeld einschließlich Verlagsgründer Dinçer Güçyeter kommen nach Joachimsthal. Ein poetisches Sommerfest mit Özlem Özgül Dündar, Wolfgang Schiffer, Julia Dathe, Monika Vasik, Anke Glasmacher, Thorsten Krämer, Jonis Hartmann und Dinçer Güçyeter im Rahmen des Programms Und seitab liegt die Stadt des Literarischen Colloqiums Berlin. Musik: Zhenja Oks und Elisabeth Ruhe.

Infolge der Corona-Einschränkungen wird darum gebeten, Tickets (15 Euro) vorab online zu kaufen

22. August 2020

Lyrikhaus
Glockenstraße 23, 16247 Joachimsthal
(bei schlechtem Wetter im Heidekrug, Brunoldstraße 1)

Mi, 29.07.2020

Das Pfeifen im Walde

Auch zu Zeiten von Corona arbeiten die Künstler in ihren Ateliers weiter, nur ihre Themen haben sich mitunter geändert oder zumindest um ein C erweitert. Und sie warten wie derzeit jeder auf das Abflauen der Infektionen.

Der Pirckheimer miley sagt jedoch selbst zu seinem zweifarbigen Holzschnitt "C.: eine globale Pandemie löst sich auf", seine Graphik sei für ihn so etwas wie das Pfeifen im Walde.

Di, 28.07.2020

The Booksellers

Am 29. Oktober 2020 kommt der, bereits in den USA erfolgreiche, 99 minütige Dokumentarfilm von D. W. Young "THE BOOKSELLERS" in die deutschen Kinos.

Dieser Film bietet einen lebendigen Blick hinter die Kulissen der  Welt der seltenen Bücher und jener faszinierenden Menschen in New York, die in ihr zu Hause sind, eine Reise in eine kleine, faszinierende Welt voller träumender, exzentrischer, intellektueller und besessener Bibliophilen, die niemals aufgeben bei der unerbittlichen Suche nach dem nächsten großen Fund. Dabei zeigen sich Buchhändlerinnen und -händler als Gelehrte, Detektiv:innen und Geschäftsleute in einem, und ihre Persönlichkeiten und ihr Wissen sind so divers wie die Bücher, mit denen sie arbeiten. Sie spielen eine unterschätzte, aber essenzielle Rolle bei der Aufgabe des Bewahrens von kulturellem Wissen und menschlicher Geschichte.

Doch trotz aller Leidenschaft sieht der Buchmarkt sich zeitgleich mit einem stetigen Rückgang kleiner Buchhandlungen konfrontiert. Welchen Einfluss haben neue Technologien auf den Buchmarkt? Wie wichtig sind Bücher als haptische Objekte?

Kooperationspartner des Films sind „Rare Books & Fine Art Frankfurt“, GIAQ , das Zentrum für Buchwissenschaft, die Initiative „Jetzt ein Buch“, die Meister der Einbandkunst, die Gesellschaft der Bibliophilen und natürlich die Pirckheimer-Gesellschaft.

Am 29. Oktober 2020, 19 Uhr, findet im Magdeburger Moritzhof eine Sonderveranstaltung mit dem Dokumentarfilm in Kooperation mit dem Literaturhaus Magdeburg statt.

Fr, 24.07.2020

LINDE BISCHOF – DUCK DICH ... (RÜCKSEITE: HAIKU VON LINDE, ZEICHNUNG), Acryl auf Bütten 2017, 28 x 38 cm
INKA GREBNER – BLÜTEN, Orig.-Holz- und Linolschnitt, 24,5 x 13,5 cm / 40 x 30 cm, Auflage 15 Exemplare

AUSNAHMEZUSTAND II Und Normalitäten

Unsere letzte, etwas „andere“ Ausstellung, die helfen sollte, den wirtschaftlichen Kollateralschäden der Pandemie für Künstlerinnen und Künstler zu mildern, war sehr erfolgreich. Da wir im ersten Teil „nur“ 26 Teilnehmer/Innen präsentieren konnten, folgt nun der zweite Teil der Ausstellung, denn sosehr wir lernen, mit den Einschränkungen des Gesundheitsschutzes zu leben und die vielzitierte „neue Normalität“ zu akzeptieren, so wenig dürfen wir uns daran gewöhnen, die Not der in ihrer Existenz bedrohten Künstler als ebenfalls normal anzusehen.

Künstler aller Sparten, Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und Bildende Künstler leben oft schon ohne Lockdown in prekären materiellen Umständen, die durch den medialen Glanz der wenigen „Stars“ der jeweiligen Genres und deren Wohlstand gern übertüncht werden. Aber jetzt sind den wenig Verdienenden auch noch die Neben-Broterwerbsmöglichkeiten abhandengekommen. Es bleibt Aufgabe der ganzen Gesellschaft, unsere eigene Kultur und deren Produzentinnen und Produzenten vor Verarmung zu bewahren, soweit wir selbst die Möglichkeit dazu haben! Der Staat hat teilweise schnell und unbürokratisch geholfen, oft aber waren die Fördertöpfe für Künstler ausgeschöpft, bevor auch nur die Antragsfrist verstrichen war.

Für alle, die den Grafikbrief zur ersten Ausnahmezustand-Ausstellung nicht lesen konnten, das Konzept knapp zusammengefasst: Wir haben die teilnehmenden Künstler/innen gebeten, wenn möglich etwas Rares, Unterschätztes oder überraschend Entdecktes aus dem eigenen Bestand für diese Ausstellung auszuwählen, und als Zeichen der persönlichen Verbundenheit mit den jetzt Kaufenden jedem Exponat ein Autograf beizugeben, einen selbst ausgewählten und von Hand geschriebenen Text, Aphorismus oder ein Gedicht. Das gibt es auch dann, wenn während der Ausstellungsdauer eine andere als die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten teilnehmender Künstler gekauft wird.

Zudem haben wir mit allen Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten im ersten Ausstellungsteil bis zum 5. Juli gezeigt wurden, vereinbart, dass die Autograf-Beigabe zu einem Kauf bis zum Ende dieses zweiten Ausstellungsteils am 27.8.2020 verlängert wird.

Es ist wunderbar zu sehen, wie sich nun auch diese zweite Gruppenausstellung in schwieriger Situation aus viel Kommunikation zwischen uns und den Künstlern aufgebaut hat zu einer Augenlust voll handwerklicher Brillanz und thematischem Engagement, eine aus der Not geborene Ausstellung, die aber den Betrachtern zu einem sonst kaum zu bietenden Überblick über die Vielfältigkeit von künstlerischen Möglichkeiten und Lösungen verhilft. Die beiden Ausstellungen stellen zusammen Arbeiten von fast 50 Künstlerinnen und Künstlern vor und es wäre kein Problem, die Reihe auf diesem hohen Niveau fortzusetzen, allein, der Plan ist anders (siehe „Hans Ticha“).

(Wolfgang Grätz)

20. Juli - 27. August 2020

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt am Main

Max Schwimmer, Cancan-Tänzerinnen (Varieté), 1935-40, Aquarell auf Karton, 25,5 x 35,0 cm (Detail)

Max Schwimmer und der heitere Eros

Anlässlich des 60. Todesjahres von Max Schwimmer nehmen wir die Spur des Eros, speziell des heiteren Eros in Schwimmers Werk auf. Der Leipziger Maler und Zeichner bevorzugte Motive leichterer Genres, neben der Landschaft und dem Stillleben immer wieder das amouröse Fach. Die Ausstellung zeigt über neunzig Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Gemälde aus allen Schaffensphasen des Künstlers. 

Die Ausstellung begleitet ein reich bebilderter Katalog mit einem Beitrag von René-Marc Pille, Professor für deutsche Literatur- und Kulturgeschichte an der Université Paris 8 Vincennes-Saint-Denis. 
Auf der Homepage der Galerie Himmel finden sich weitere Informationen zur Ausstellung mit Abbildungen der Werke. 

Eine Vernissage findet aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht statt.
Ausstellung: 25. Juli - 10. Oktober 2020

Galerie Himmel
Obergraben 8, 01097 Dresden