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Pirckheimer-Blog

Sa, 21.09.2019

Schrift. Choreografie der Zeichen

Eine Ausstellung in Leipzig, auf der neben Arbeiten von Carlfriedrich Claus, Eugen Gomringer, Sabine Golde, Ines von Kettelhodt und anderen natürlich auch Arbeiten von <usus> vertreten sind, wird Positionen zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler mittels Zeichen, die Schrift sind, Schrift vermuten lassen, umgehen.

"Heute ist die Verwendung von Schriftzeichen alltäglich und oft auch Gegenstand in den bildenden Künsten. Die hier ausgestellten Arbeiten spannen den Bogen über drei Generationen. Zwei Künstler, über 90 Jahre alt und wegweisend bis  heute – viele KünstlerInnen der mittleren Generation, d. h. Studierende vor etwa 30 Jahren, die mit dem Zeichnen von  Buchstaben, sowie dem Blei- und Fotosatz begannen und später den Computer als Werkzeug zur Gestaltung von Schrift und Text in die Hand bekamen – bis zu den Jüngeren, die selbstverständlich mit digitalen Medien aufwuchsen und immer öfter Lust verspüren, den Radius des analogen Arbeitens zu vergrößern. In der Kunsthalle werden Konfigurationen zu sehen sein, die graphische Verräumlichungen von Schriftzeichen sind und Objekte  als Hommage an den Anfang der Schrift. Schrift als eine Art Gewebe – Text, der Textur wird. 
Künstlerbücher erweitern die Möglichkeiten der Rezeption von Texten. Im Nacheinander des Blätterns vermittelt sich räumlich und haptisch die Entfaltung einer Idee, die handhabbar ist. So werden in der Ausstellung einige ausgewählte Bücher und Objekte zu sehen sein, die mittels Schrift, Form und Materialität eine dem Inhalt adäquate Lesart zeigen. Typografiken, in denen Schrift Bild werden kann und über die Grenzen  der Lesbarkeit hinausgeht. Bis sie wieder abstrakte Zeichen sind.
"

(Sabine Golde)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, zu dem Ulrike Stoltz gemeinsam mit Christoph Benjamin Schulz ein «Gespräch über die verschiedenen Facetten von Schrift» beigesteuert hat: «Schrift/Raum Raum/Schrift».

Eröffnung: 26. September 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 27. September 2019 - 5. Januar 2020

Kunsthalle der Sparkasse Leipzig
Otto-Schill-Straße 4a / 04109 Leipzig

Fr, 20.09.2019

Bodoni präsentiert Fontane-Textmappe

Fontane-Textmappe im Bleisatz und Steindruck – ein Jugendprojekt

In der letzten Woche entstanden in einer der ältesten original erhaltenen, funktionstüchtigen Buchdruckereien der Region, in einem ehemaligen Kuhstall in Buskow in einem Gemeinschaftsprojekt mit Oberschülern der Montessorischule Neuruppin typografische Bleisatzblätter zu Textzitaten von Theodor Fontane, indem ausgewählte, besonders bekannte Textzitate Fontanes typographisch und lithographisch umgesetzt wurden. Die Lithografien wurden in der Steindruckwerkstatt im Museum Neuruppin gedruckt.
Eine großformatige Leinenmappe nimmt die Arbeiten der Schüler auf, die in den nächsten zwei Monaten im Bodoni-Vielseithof gezeigt werden.. 

Vernissage : 2. Oktober 2019, 17 Uhr
Ausstellung: 3. Oktober - 30. November 2019

BODONI-Vielseithof
Buskower Dorfstraße 21-22, 16816 Neuruppin

Heike Herold, Entwurf zum Buch »Das rote Ding«, 2016

Das rote Ding

Gewinnerin des 8. Troisdorfer Bilderbuchstipendiums, ausgewählt unter mehr als 50 Bewerbungen, ist die Kölner Illustratorin Heike Herold mit ihrem Buch »Das rote Ding«.

Heike Herolds Buchprojekt zum Troisdorfer Bilderbuchstipendium überzeugte vor allem durch die Bildidee und ihre sensible, witzige Umsetzung. Die Geschichte, bei der die eigentliche Erzählung in den Bildern stattfindet und nur durch kurze Textpassagen ergänzt wird, handelt von einem Mädchen, das zufällig einen roten Gegenstand im Fluss entdeckt. Schnell ist es davon überzeugt, dass das schwimmende rote Etwas zu einem Wal gehören könnte. Die Passanten hingegen, denen das Mädchen am Flussufer begegnet, assoziieren angesichts des roten treibenden »Dings« ganz andere Lebewesen oder Gegenstände. Das Rätsel um das rote Etwas bleibt ungelöst und lässt viel Raum für die eigene Phantasie von Leser und Betrachter.

Die Ausstellung zeigt die Illustrationen, die Heike Herold für das Buch gestaltete, und verdeutlicht anhand von Skizzen und Storyboard den Entstehungsprozess des Buches. Im Sommer 2019 wird bereits vorstellen. Einige im Anschluss an eine Präsentation einzelne Bilder zur Buchidee durch die Künstlerin an Troisdorfer Grundschulen entstandenen Kinderbilder werden ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein.

Ausstellung: 26. September - 24. November 2019

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Do, 19.09.2019

Bernstein - Marx, © Sabine Weigle

Grafischer Nachlass von F. W. Bernstein in der jw

Der am 20. Dezember 2018 im Alter von 80 Jahren verstorbene Dichter, Satiriker und Grafiker F. W. Bernstein hat, neben seinem bekannten Werk, eine riesige Sammlung an bislang unveröffentlichten Zeichnungen aus seiner Hand hinterlassen. Einen ausgewählten Teil dieses bislang unveröffentlichten Werks wird die »junge Welt« ab 26. Oktober erstmals drucken  und genau ein Jahr lang an jedem Erscheinungstag ein Werk aus dem grafischen Nachlass von F. W. Bernstein veröffentlichen – 300 exklusive Grafiken.

F. W. Bernstein, das stille Genie der »Neuen Frankfurter Schule«, aus der 1979 das Satiremagazin »Titanic« hervorgegangen ist, hat seit seiner Jugend bei jeder Gelegenheit Skizzen- und Notizbücher gefüllt. Es sind Blätter von abgründigem Humor, großer Lakonie und meisterhaftem Minimalismus. Bernstein, der von 1984 bis 1999 als Professor für Karikatur an der Hochschule der Künste in Berlin wirkte, hatte sich zu Lebzeiten nie an eine Veröffentlichung dieser Zeichnungen gemacht.
Dutzendfach hat Bernstein in den Büchern Freunde wie Eckhard Henscheid, Wiglaf Droste oder Manfred Bofinger porträtiert.
Mit den Arbeitsjournalen verfolgte Bernstein seinen Leitspruch: »Jeden Tag grafische Gymnastik«. So sind über die Jahrzehnte viele Kunstwerke entstanden, die kaum vielgestaltiger sein könnten. Das liegt auch an der Wahl der Zeichenwerkzeuge: Bei aller Liebe zum Füller brachte es Bernstein auch mit Buntstiften, Tusche oder Wolle zu einiger Meisterschaft.

Mi, 18.09.2019

Die Kunst des Sammelns

Die niederländischen Sammler Serge Stommels und Albert Lemmens haben eine der umfangreichsten. Sammlungen russischer Künstlerbücher. Der soeben im Hybriden-Verlag erschienene 5. Band aus der Reihe "Die Kunst des Sammelns" dokumentiert hier zum ersten Mal die persönliche Motivation und Geschichte dieser Sammler. Das Buch wird mit 12 Oriiginalzeichnungen von Hartmut Andryczuk zum Thema ergänzt. Eine Übersicht der Sammlung bietet die LS Collection des Van Abbemuseums in Eindhoven. 

Themen: Bildbetrachtung und Radiologie. Humangeographie. Handschriften in der mittelalterlichen Kunst. Kasimir Malewitsch. Hans Belting: Bild und Kult. Boris Grigoriev. Bücherdorf Redu. Museum Het Valkhof. Alexandra Exter. Wladimir Tatlin. Ron Mannheim. Michail Karasik. Serge Segay und Rea Nikonova. David und Nikolas Burljuk. John Bowlt. Archivierungssysteme: Referenz- Manager. Alexander Stroilo. Russische Immigranten-Kunst. Velimir Chlebnikow. Wladimir Majakowski. Dichter-Künstler. Michail Larionow. Natan Altman. Russian Artists and the Children ́s Book. Bibliotheca Wittockiana. Grigorij Katznelson. Transponance. Futuristen und Transfuristen. Bookworks: Rea Nikonova & Serge Segay. Petr Perevezentsev. Boris Konstriktor. Ilja Kabakow. Erik Bulatow. Die Zeitschrift „Sowjetunion“. Van Abbemuseum Eindhoven. Diana Franssen. Begegnungen mit Daniil Charms. Staatsbibliothek Hamburg. Marlene Grau. 

(Quelle: Hybriden-Verlag)

Die Kunst des Sammelns, Bd.5 – Serge Stommels & Albert Lemmens
Hybriden-Verlag Berlin, 2019
Edition: 30 copies, 650 €

Mo, 16.09.2019

Medeaspiel

Druckgrafik und Zeichnungen von Anja Seidel

Von Anja Seidel, 1982 in Mittweida geboren und aufgewachsen, Studium der Kunstpädagogik und Bildenden Kunst, wurde das im Kollektiv Tod Verlag erscheinende Buchprojekt "TÖTE DIE HEXE!" auf der Comic- und Druckkunstmesse "Crack Fumetti" vorgestellt.
In einer Ausstellung in Mittweida gibt sie einen Rückblick auf ihr Schaffen der letzten 15 Jahre in der Ateliergemeinschaft Milchhof in Berlin.
Zur Eröffnung liest Anja Seidel ausgewählte, eigene Gedichte.

Eroffnung, Lesung: 22. September 2019, 14 Uhr
Ausstellung: 22. September - 20. Oktober 2019

Museum „Alte Pfarrhäuser“
Kirchberg 3, 09648 Mittweida

Urte von Maltzahn-Lietz, Katja Zwirnmann, Gerlinde Meyer, Julia Penndorf und Nadine Respondek werden zur Vernissage anwesend sein. Sie drucken mit den Ausstellungsgästen ein originalgrafisches Ausstellungsplakat – die Chance sich gleich fünf Unterschriften auf dem mehrfarbigen Linolschnitt zu ergattern.

Sonnensegel zeigt augen:falter

VIELFALTER – Grafik von augen:falter in der Galerie „Sonnensegel“

Seit 2009 arbeiten die Grafikerinnen bzw. Illustratorinnen Katja Zwirnmann, Petra Schuppenhauer, Franziska Neubert, Nadine Respondek, Inka Grebner, Urte von Maltzahn-Lietz, Julia Penndorf und Gerlinde Meyer, fast alle Absolventinnen der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, unter dem Namen „augen:falter“ mindestens einmal im Jahr an einem gemeinsamen Projekt.
 „Nonsens“, „Waldrand“,  „Die Gedanken sind frei“ oder „Einübung ins Paradies“ sind die durchaus mehrdeutig gemeinten Titel von derartigen Gemeinschaftsarbeiten aus den letzten Jahren. Durch die vielschichtige Interpretation solcher selbstgewählten Sinnklammern und durch das Ausfüllen der thematischen Zusammenhänge mit hintersinnigen, überraschenden Bildlösungen erweisen sich die „augen:falter“ - Frauen nicht nur als ausgesprochen vielseitige Künstlerinnen, sondern eben im besten Sinne des Wortes als echte „VIELFALTER“.

(Matthias Frohl)

Ausstellungseröffnung: 28. September 2019, 16 Uhr, in Anwesenheit einiger Künstlerinnen
Ausstellung: 28. September 2019 - 21. Februar 2020

Galerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a.d. Havel

So, 15.09.2019

Ausstellungseröffnung: Gerd Gruber (rechts) mit Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Foto © Stadtverwaltung Lutherstadt Wittenberg

Kunst nach 1945

Am 10 September wurde an drei Standorten in Lutherstadt Wittenberg die unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Dr. Reiner Haseloff, stehende Ausstellung „Kunst nach 1945“ aus der Sammlung Gerd Gruber eröffnet. Damit gewährt der Pirckheimer nach 2008 und 2011 das dritte Mal Einblicke in seine Sammlung, diesmal werden die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene Arbeiten gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, 400seitiger Katalog. Im Katalog finden sich auch zahlreiche Briefzitate, die die engen und freundschaftlichen Kontakte des Sammlers zu Künstlern in aller Welt bekunden. Der Katalog mit ca. 1150 Abbildungen kostet 20 Euro und ist zu beziehen bei WittenbergKultur e.V., Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg.
(Von den beiden vorherigen Katalogen „Aufbruch in die Moderne“ [Kunst der 1920er Jahre, 300 Seiten, ca. 1200 Abbildungen] und „Zwischen Bedrängnis und Widerstand“ [als „entartet“ verfemte und internationale antifaschistische Kunst 1933-1945, 400 Seiten, ca. 1300 Abbildungen] sind noch Restexemplare zu je 10 Euro zu beziehen bei: Cranach-Stiftung Wittenberg, Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg.)

Die Ausstellung im Alten Rathaus, Markt 26, zeigt unter dem Titel „Internationale Positionen“ Arbeiten internationaler Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung verdeutlicht die globale Vernetzung, bei der nicht nur Künstler in Europa und den USA zu ähnlichen Ergebnissen kommen, sondern auch in Südamerika, Asien oder Afrika. Gezeigt werden Arbeiten von Künstlern wie Alberto Beltran, Georgio de Chirico, Eduardo Chillida Max Ernst, Johnny Friedlaender, Alberto Giacometti, Lea Grundig, Renato Guttuso, Jean Hélion, Alfred Hrdlicka, Anatoli Kaplan, Toshi Maruki, Giacomo Manzù, Marino Marini, Frans Masereel, Joan Miró, Henry Moore, Rolf Nesch, Alexander Rodtschenko, David Alfaro Siqueiros, Antonio Tapies, Wladimir Tatlin, Emilio Vedova u.v.m. Die Pirckheimer sind mit Elke Rehder und Harald Kretzschmar auch vertreten.

Unter dem Titel „Neues Bauhaus“ werden im Cranach-Hof, Markt 4, Werke der Bauhausmeister und -schüler gezeigt, die nach 1945 entstanden. Nach Schließung des Bauhauses duch durch die Nationalsozialisten emigrierten die Bauhausschüler weltweit. Nach 1945 lehren Bauhausmeister wie Georg Muche und Gerhard Marcks an Werk- und Hochschulen der jungen BRD. Auch in der DDR wurden die Bauhausideen, allerdings 1950 unterbrochen durch die Formalismus-Diskussion, ab den späten 1960er-Jahren wieder aufgegriffen. Die Ausstellung zeigt u. a. Werke von T. Lux Feininger, Werner Graeff, Johannes Itten, Max Bill, Ida Kerkovius, Gerhard Marcks, Georg Muche, Fritz Winter, Wolf Hildebrandt und Petra Petitpierre.

Die Stiftung Christliche Kunst Wittenberg, im Schloss Wittenberg, stellt unter dem Titel „Pazifismus trifft Religion“ religiöse Arbeiten aus ihrem Sammlungsbestand den pazifistischen Arbeiten der gleichen Künstler aus dem Bestand der Sammlung Gruber gegenüber. Diese Gegenüberstellung zeigt, dass das Eine das Andere in der modernen Kunst nach 1945 nicht ausschließt, sondern sich beide Themen in ihren sozialen und politischen Aussagen gegenseitig ergänzen und bestärken. Die Ausstellung zeigt u.a. Werke von Pablo Picasso, Marc Chagall, Oskar Kokoschka, Max Pechstein, Otto Dix, Theo Balden, HAP Grieshaber Toshi Maruki, Horst Strempel, Makoto Ueno und Wolfgang Mattheuer.

Blick in die Ausstellungsräume

Die Sammlung Gerd Gruber ist als erste Privatsammlung des Landes Sachsen-Anhalt in das „Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes“ aufgenommenen worden.

Ausstellung: 11. September 2019 - 6. Januar 2020

Lutherstadt Wittenberg

Sa, 14.09.2019

Kurt Buchwald, Säuberung, 1990, Fotografien, übermalt, (Performance "Stalingraben" mit Joerg Waehner im Januar1990 in Paris) ©VG Bild-Kunst Bonn 2019

Spurensuche. 1990

Grafik, Fotografie und Malerei aus dem Kunstarchiv Beeskow in einer gemeinsamen Ausstellung mit der Galerie der Burg Beskow.

Spurensuche“ sollte der Titel einer Grafikmappe lauten, die der Kulturbund der DDR zum 100. Geburtstag des Dichters und Kulturpolitikers Johannes R. Becher (1891-1958) herausgeben wollte. Der gesellschaftliche Umbruch von 1989/90 führte nicht dazu, das Projekt abzubrechen, sondern regte die beteiligten Künstler*innen vielmehr an, sich besonders intensiv mit der ambivalenten Persönlichkeit Bechers zu beschäftigen. Sie schufen Grafiken und Fotografien, in denen sie sowohl Becher als auch die eigene Umbruchsituation kritisch, sarkastisch und melancholisch reflektierten. Die Ausstellung präsentiert zum ersten Mal alle Werke der geplanten Grafikmappe und zeigt zudem Gemälde aus dem Bestand des Kunstarchivs Beeskow, die ebenfalls im Jahr 1990 entstanden sind. 

Mit Werken von Ingo Arnold, Falko Behrendt, Kurt Buchwald, Helmut Brade, Dieter Gantz, Konstanze Göbel, Lutz Grumbach, Ulrich Hachulla, Ingrid Hartmetz, Sabine Herrmann, Gerhard Hillich, Karl-Georg Hirsch, Joachim John, Annette Messig, Horst Peter Meyer, Bernhard Michel, Otto Möhwald, Christine Perthen, Uwe Pfeifer, Volker Pfüller, Manfred Pietsch, Thomas Rug, Ursula Strozynski, Norbert Wagenbrett, Ulrich Wüst, Mohsin Zaidi, Fotis Zaprasis

Eröffnung 5. Oktober 2019, 16 Uhr 
Ausstellung 6. Oktober 2019 - 1. März 2020

Kunstarchiv Beeskow Burg Beeskow
Einrichtungen des Landkreises Oder-Spree
Frankfurter Str. 23, 15848 Beeskow

Fr, 13.09.2019

Buchbinden im japanischen Stil

Das 2019 im Schweizer Haupt-Verlag erschienene Buch Buchbinden im japanischen Stil bietet mehr, als der Titel verspricht, denn es vermittelt anhand von ideenreichen Vorschlägen und konkreten Anleitungen, die das Buchbinden genauso berücksichtigen wie Aufbau und Form des Buches in Japan, die Einbandgestaltung und auch das verwendete Papier, generell ein Gefühl für das Buch dieses Inselstaates als Kulturgut.

Die Autorin Petra Paffenholz, die an der Werkkunsthochschule Köln studierte und als Dozentin für Kunst- und Kreativitätsprojekte an Schulen tätig ist, legt damit mit ihrer Anleitung und Inspiration für dekorative Einbände und Bindungen, so der Untertitel, ein Buch vor, welches nicht nur die Lust am Buch und der japanischen Kultur weckt, sondern inspiriert, sich intensiver mit dem japanischen Bücherhandwerk zu beschäftigen. Das kann man dann auch im dritten Teil des Buches, der treffend mit »Inspiration Japanreise« betitelt ist und an Orte führt, in denen das Büchermachen und das Umfeld des Buches auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblickt. So beispielsweise nach Nara, wo eine der wenigen noch existierenden Firmen Tusche in Handarbeit herstellt oder Kyoto mit dem Shibori-Museum, das einen Eindruck von der Kunst des Papierfärbens bietet. Aber auch der in Tokio beheimatete Buchkünstler Yo Yanazaki und seine Kranichbücher, deren Flexibilität und skulpturalen Eigenschaften sie zu dreidimensionalen Objekten machen, werden neben weiten Künstlerbüchern vorgestellt. Und natürlich führt der imaginäre Rundgang durch Japan als Hort des Buches auch in die Jimbō-chō, die Straße der antiquarischen Bücher in Tokio, die als das größte Bücherviertel des Welt gilt, sowie zu Buchbindereien, Büchercafés und Buchläden.

Mein Resümee: Das Buch ist geeignet, nicht nur erste Schritte zu einem selbst gefertigten Buch zu unternehmen, sondern erlaubt mit seiner Vielzahl gut reproduzierter Abbildungen, sich auch einen Eindruck der japanischen Buchkultur im Ganzen zu verschaffen.

(ad)

Paffenholz: Buchbinden im japanischen Stil
Haupt Verlag, Bern 2019
224 Seiten, gebunden, 23,5 x 26 cm
ISBN 978-3-258-60211-0
34 EUR / 39 SFR

Do, 12.09.2019

Fotos aus dem Facebook-Profil von Hanne Knickmann

Marginalien 234

Das Heft 234 der Marginalien wurde dieser Tage ausgeliefert, Teilnehmer am Jahrestreffen in Mainz hatten es bereits am 6. September in den Händen.

Wieder rundum gelungen, wie der Redaktion um Till Schröder von vielen Seiten bestätigt wird. Zu den ansprechendsten Inhalten gehört für mich die Graphische Beilage, eines von 3 Motiven eines Holschnitt von Frank Eißner, die wie gewohnt von Matthias Gubig gestaltete Typografische Beilage "Julius Zeitler - Der Buchkünstler und der Verlagspropagandist", sowie Gedanken von Silvia Werfel zum Thema "Letterpress" (Leseprobe). Und, nicht zu vergessen, der Auftaktbeitrag des ABC der Druckkunst von Thomas Glöß zum "Hochdruck".

Aber, darauf verweist das Editorial, diese Marginalien-Ausgabe ist "unverhofft eine Erkundung der Beharrlichkeit in verschiedenste Ecken der Buchwelt" und sicher findet jeder dort "Nischen seiner Wahl".

... zum Inhalt der Marginalien 234

Mi, 11.09.2019

Blick in die Ausstellung mit zwei Plakaten von A.M. Cassandre und einigen Schautafeln von Lásló Moholy-Nagy
Kinoplakate von Jan Tschichold

Wohin geht die typographische Entwicklung?

Unter diesem Titel stand im Mai 1929 ein Ausstellungsraum des Bauhaus-Künstlers László Moholy-Nagy, der in Berlin innerhalb der  Ausstellung „Neue Typographie“ präsentiert wurde. Die Kunstbibliothek rekonstruierte anläßlich der Bauhauswochen diesen historischen Ausstellungsraum mit den erhalten gebliebenen 78 Schautafeln und zeigt ergänzend eine Auswahl berühmter Plakate und Reklamedrucke der „Neuen Typografie“ u.a. von Willi Baumeister, A. M. Cassandre, Walter Dexel, Johannes Molzahn, Kurt Schwitters und Jan Tschichold aus der Sammlung der Kunstbibliothek.

Gleichzeitig wird einer Neuerscheinung zu dieser historischen Ausstellung von Moholy-Nagy in gemeinsamer Herausgeberschaft mit dem Designlabor Gutenberg, Hochschule Mainz präsentiert.

Der Berliner Bibliophilen Abend ließ sich heute durch Michael Lailach fachkundig durch die Ausstellung führen.

Ausstellung: 29. August - 15. September 2019

Kunstbibliothek Berlin
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Di, 10.09.2019

Rainer Ehrt Antike

Jetzt ist im Michael-Imhof-Verlag das Katalogbuch zur laufenden Ausstellung Rainer Ehrt Antike erschienen. Es kann über den Buchhandel, das Winckelmann-Museum oder - signiert - über den Künstler bezogen werden.

Die Ausstellung im Winckelmann-Museum, Stendal läuft noch bis zum 30. November 2019. Sie nimmt Rainer Ehrts augenfällige Hinwendung zu den Themen der griechisch-römischen Antike in den Fokus. Dargestellt ist die ganze Palette griechisch-römischer Mythen, darunter bekannte Themen wie Ikarus, Odysseus oder Orpheus. Die Ausstellung zeigt zudem originalgrafische Künstlerbücher, so zu Ovids Metamorphosen, Heinrich von Kleists Penthesilea oder Charles Baudelaires Klagen eines Ikarus. Zu Ehrts Œuvre zählen aber auch Skulpturen aus Holz, teils kombiniert mit anderen Materialien, von denen einige – darunter ein „Antikes Trio“ mythischer Mischwesen – in Stendal zu sehen sind. Rainer Ehrt setzt die mythische Bilderwelt in Beziehung zu unserer Lebenswirklichkeit.

130 Seiten, 110 Bilder, Fadenheftung,
24,95 €
ISBN 9 783731 909224

Grafik-Kalender 2020

Der Jubiläumskalender der Tabor-Presse Berlin ist gedruckt. Beteiligt sind in diesem, dem 30sten Jahr, die Künstler Tatjana DollKlaus SüßFrancoise PetrovitchTamina AmadyarSebastian MeschenmoserKatharina ArndtAdam SaksKatharina ZiemkeReinhard StanglHanna HennenkemperFides Becker und Maik  Wolf. Das Bonusblatt schuf Thomas Huber. Alle Blätter sind nummeriert und signiert. Im Moment werden die Grafiken montiert. Schon jetzt kann er auf tabopresse.de betrachtet und auch bestellt werden. („Der frühe Vogel fängt die niedrige Nummer“).

"Wir hoffen, dass Ihnen die neue Form und die Grafiken gefallen. Ende September können Sie ihren Kalender dann abholen, oder wir schicken ihn zu. Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen zu den Künstlern, bzw. den einzelnen Grafiken. Im November werden u.a. die Kalenderblätter in einer Ausstellung in der Werkstatt gezeigt."

(Jan Pelkofer, Paul Klös und Klaus Büscher)

 

Mo, 09.09.2019

Goethe-Museum Düsseldorf Inv. Nr.: 1916/1985

Ginkgo biloba in der FU Berlin

Goethes eigenhändige Reinschrift des Gedichtes aus dem Buch der .Suleika" aus dem "West-oestlichen Divan"

Dieses Baums Blatt, der, von Osten, 
Meinem Garten anvertraut, 
Gibt geheimen Sinn zu kosten, 
Wie's den Wissenden erbaut. 

Ist es Ein lebendig Wesen? 
Das sich in sich selbst getrennt; 
Sind es Zwei? Die sich erlesen, 
Daß man sie als Eines kennt. 

Solche Fragen zu erwidern 
Fand ich wohl den rechten Sinn; 
Fühlst Du nicht an meinen Liedern, 
Daß ich Eins und doppelt bin? 

zu sehen in der Ausstellung "Goethe und der West-östliche Divan": 9. September - 24.Oktober 2019

Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
Garystr. 39, 14195 Berlin