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Pirckheimer-Blog

Do, 01.10.2020

Jahres_Zeiten Boden_Los

Wenn die Tage kürzer werden und der Herbst seinen goldenen Schleier über die Natur legt, beginnt die gemütliche Lesezeit. Anregung für die neue Lektüre finden Bücherwürmer bei den 19. Ahrenshooper Literaturtagen.

Während dieser Literaturtage findet in der Strandhalle Ahrenshoop die größte Buchmesse Mecklenburg-Vorpommerns statt. Auf ihr präsentieren sich 16 Verlage mit Literatur aus und über Mecklenburg-Vorpommern, über das Fischland und das Ostseebad Ahrenshoop. Im Repertoire der Messe findet man neben Büchern auch besondere Druckerzeugnisse, wie z. B. künstlerisch anspruchsvolle Werke mit siebgedruckten Illustrationen, originalgrafische Bücher, Blätter, Karten sowie Sammelmappen, die per Holzschnitt, Linotype oder Monotypie gedruckt wurden. Begleitend zur Buchmesse finden Autorenlesungen in verschiedenen Häusern des Ortes statt.

Mit dabei der Pirckheimer Henry Günther, der erste Andrucke zum neuen Künstlerbuch Sarah Kirsch: "Jahres_Zeiten Boden_Los" vorstellt.

Literaturtage: 1. - 4. Oktober 2020
Buchmesse: 2. - 4. Oktober 2020

Sarah Kirsch: "Jahres_Zeiten Boden_Los" / Künstlerbuch Poetische Miniaturen, ausgewählte Gedichte mit Farbholzdrucken und Zeichnungen von Henry Günther und einem Vorwort von Moritz Kirsch.

 

Klabautermann (von niederdeutsch klabastern = poltern, lärmend umhergehen oder von ebenfalls niederdeutsch kalfatern = mit Pech und Werg abdichten), ein meist unsichtbarer Geist, der sich an Bord von Segelschiffen mit Klopfen oder Poltern bemerkbar macht. Seinem Wesen nach ist er unterhaltsam, neckt die Seeleute, ist hilfreich und warnt vor Kollisionen. Mit dem Kalfaterhammer klopft der Klabautermann an die Schiffswände und mahnt zur rechtzeitigen Ausbesserung. Solange er auf dem Schiff wohnt, geht es nicht unter. Nach den Volksglauben an der Ostseeküste ist der Klabautermann der Geist eines totgeborenen oder ungetauft verstorbenen Kindes (Westerkind), das unter einem Baum begraben wurde. Dessen Seele geht auf den Baum über und gelangt mit diesem beim Schiffbau in das Schiff.

Vernissage KLEINES PANDÄMONIUM

Heute Abend hauen wir auf die Pauke und Klabautermann wird uns kräftig unterstützen. Wie eröffnen die Ausstellung „Kleines Pandämonium“. Wer nicht dabei ist kann uns hier Live über die Schulter schauen und uns hier unterstützen: www.startnext.com. (Rita Rakel)

Näheres hier im Blog.

Spielkartenfabrik
Katharinenberg 35, 18439 Stralsund

1. Buchkunstsalon Aschaffenburg

In Aschaffenburg gibt's Mitte Oktober einen kleinen exklusiven Buchsalon mit aussergewöhnlichen Büchern und Grafiken. Zu den Ausstellern gehören neben anderen Künstlern auch Gudrun Illert und Frank Eißner.

Wegen der besonderen Corona-Umstände ist eine Anmeldung vorab unbedingt erforderlich. Die Telefonnummer steht auf dem Plakat, das Frank Eißner gestaltet und als Holzschnitt gedruckt hat!

16.- 18. Oktober 2020

Salon Künstlertreff
Herstallstr. 2, 63739 Aschaffenburg

Mi, 30.09.2020

Wie im Märchen ...

ROTKÄPPCHEN, RAPUNZEL & CO

Das Bilderbuchmuseum Troisdorf lädt Groß und Klein dazu ein, in verwunschene Schlösser, dunkle Wälder und die dazugehörigen spannenden Geschichten einzutauchen, selbst aktiv zu werden und Märchen hautnah zu erleben.

Kaum ein anderes Märchen ist bekannter und beliebter als die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf. Die Rotkäppchen-Sammlung des Bilderbuchmuseums speist sich aus verschiedenen Quellen: Zu nennen ist zunächst die Sammlung des Ehepaares Waldmann, die weit über 1000 Bücher und Originalillustrationen wie auch volkskundliche Objekte zusammentrugen. In den Folgejahren wurde diese Sammlung durch Originale und Bücher wichtiger Künstlerinnen und Künstler ergänzt, so dass die Sammlung „Rotkäppchen“ mittlerweile einen festen Bestandteil im Ausstellungsensemble des Bilderbuchmuseums bildet.

Im Erdgeschoss wird die Erlebniswelt rund um „Rotkäppchen“ durch weitere Märchen ergänzt. Dabei präsentiert die diesjährige Mitmachausstellung spannende Werke aus dem Sammlungsbestand. Illustrationen zu bekannten Märchen wie „Dornröschen“, „Die Prinzessin auf der Erbse“ oder „Die Bremer Stadtmusikanten“ dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie eher unbekannte Märchenschätze wie „Der Fundevogel“ oder „Die zwei Brüder“.

3. Oktober 2020 - Januar 2021

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Di, 29.09.2020

Szene aus "Der Vergessene Schatz": Gerda Lepke zeichnet

Der Vergessene Schatz

Der Dokumentarfilm “Der Vergessene Schatz” über den den Sammler, den brasilianischen Diplomaten Chagas Freitas, und seine Leidenschaft für nonkonforme Kunst aus der DDR läuft am 4. Oktober in einer Sonntagsmatinee um 11:30 Uhr erstmals in einem Berliner Kino, dem Sputnik-Kino am Südstern in Berlin, danach am 4., 7. und 14. Oktober. Am 14. wird der Autor Tom Ehrhardt zum Q&A auch vor Ort sein.

Diese Dokumentation ist kein Lehrfilm über Kunst, sondern eine Geschichte darüber, wie Freundschaft und Netzwerke eine wichtige kulturelle Szene der DDR am Leben erhalten haben. Sie lief u.a. auf dem ART FIFA Festival in Montreal.

Trailer

Mo, 28.09.2020

© Museum für Druckkunst Leipzig

From Futura to the Future

In Leipzig zeigt die Ausstellung „From Futura to the Future. International Letterpress Workers“ rund 300 Werke von internationalen Typografen, Grafikdesignern, Kalligrafen und Steindruckern, die in der Tradition des Bauhaus die Typografie als Mittel der Information, des Designs und der Kunst verwenden. Erstmals wird hier ein Überblick zu acht Jahren intensiver druckgrafischer Zusammenarbeit der internationalen Künstlergruppe präsentiert. Zusätzlich werden unabhängige typografische Arbeiten gezeigt, die in den Werkstätten der Letterpress Workers sowie während eines Workshops im Museum für Druckkunst unter Verwendung historischer Blei- und Holzlettern entstanden sind.

Die „International Letterpress Workers" treffen sich seit 2012 jährlich zu einem Workshop in Mailand. Dabei entstanden u.a. Arbeiten zu den Themen „A World without Electricity" (2012), „Let's dence" (2015), .Borders" (2014) oder „ True/False" (2019). Mit den Mitteln des klassischen Buchdrucks und einem Fundus an historischen Bleilettern, Holzbuchstaben und Bildklischees geben sie aktuellen Themen ein zeitgenössisches Gesicht.

Eröffnung: 1. und 2. Oktober, jeweils 17 Uhr, in Anwesenheit zahlreicher Letterpress Workers
Ausstellung: 4. Oktober - 5. November 2020

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

So, 27.09.2020

Seraphim (hebräisch saraph=brennen) sind alttestamentliche Geistwesen, in der Vision des Jesaja haben sie sechs Flügel und eine feurige Beschaffenheit. In der »Hierarchie der Engel« von Dionysius Areopagita werden feurige Räder und Throne geschildert, die Seraphim bilden den höchsten der neun Engelchöre. Sie stehen Gott am nächsten, als »die in Gottesliebe glühenden« umschweben sie seinen Thron und singen und preisen seine Herrlichkeit. In der byzantinischen Kunst wird das Feuer durch ihre Purpurgewänder symbolisiert, auf manchen russischen Ikonen durch rote Flügel. Saraph bedeutet zugleich auch »feurige Schlange«, diese wurden von Gott dem murrenden Volk Israel während der Wanderung in der Wüste als Strafe gesandt (4. Mose, 21).

Kleines Pandämonium als Quartettspiel

Nahezu alle Kulturkreise und Völker imaginierten übernatürliche Wesen, mit denen ihre Umwelt bevölkert ist. Dämonen galten als Mittlerwesen, welche die göttlichen Gaben und das Schicksal den Menschen zu­teilen. Sie begleiten die Menschen als Schutzgeister, sind aber auch verantwortlich für Unglück, Krankheit, Laster oder allerlei Übel. Kein Teil des Kosmos ist unbeseelt, die Dämonen leben in jedem Element und jedem Lebewesen. Ein Pandämonium bezeichnet die Gesamtheit aller Dämonen und ihren Aufenthaltsort.

Katja Zwirnmann, Graphikerin und Buchgestalterin aus dem Künstlerinnen-Kollektiv augen:falter, schuf mit ihrer Graphikmappe »Kleines Pandämonium« mit 32 Linolschnitten (Auflage 100 Exemplare) die Vorlagen zum gleichnamigen Quartettspiel , das in der Spielkartenfabrik Stralsund, einem gemeinnützigen Projekt des Jugendkunst e.V., welches als lebendige Museum und Werkstatt-Labor alte und neue Kartenblätter an historischen Maschinen druckt, produziert wird.
Im Begleitheft erfährt man mehr über die Kulturgeschichte der Dämonologie und allerlei Wissenswertes und Erstaunliches zu den Wesenheiten der versammelten Dämonen.

Für dieses Quartettspiel läuft vom 3. September - 15. Oktober 2020 unter startnext.com ein Crowdfunding, welches hiermit allen Pirckheimern und Freunden der Druckgraphik zur Unterstützung ans Herz gelegt wird.

Quartettspiel »Kleines Pandämonium«
32 Spielkarten + 1 Titelkarte + 3 Beschreibungskarte
Druck: Hochdruck auf dem Original Heidelberg Druckzylinder
Produktion: gestanzt auf dem Original Heidelberg Tiegel

Coronavirus Updates Beijing

Im Hybriden-Verlag erschien ein Text und Foto-Leporello von Christian Y. Schmidt sowie ein Aerosol (Originalzeichnung) von Hartmut Andryczuk mit dem Titel "Coronavirus Updates Beijing".

Als Christian Y. Schmidt am 12. Februar 2020 mit dem letzten Direktflug aus Peking nach Berlin zurückkehrte, um sein Buch Der kleine Herr Tod zu promoten, fühlte er sich wie auf einem fremden Planeten. Im Januar und Februar hatte er bereits die konsequenten Pandemie-Maßnahmen in Peking miterlebt. Mit diesem Wissensvorsprung versuchte er seine zahlreichen virtuellen Freunde und Follower in den sozialen Netzwerken und die Öffentlichkeit in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen vor Covid 19 zu warnen. Coronavirus Updates Beijing ist ein sehr persönlicher Bericht über die Seuchenmonate in China und enthält einen umfangreichen Epilog.

Christian Y. Schmidt - Coronavirus Updates Beijing
Edition, zweisprachig (deutsch/englisch)
140 Seiten, gebunden, Ausgabe: 100 Expl., signed & numbered
100 €, Versandkosten: 7 €

Sa, 26.09.2020

Signierstunde mit Thomas M. Müller, Foto © ad

mixtape

Heute wurde in der Brandenburgischen Gotthardtkirche von Matthias Frohl die Ausstellung der Galerie Sonnensegel "mixtape" mit Arbeiten des Prof. für Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Thomas M. Müller eröffnet.

Auf engstem Raum vorgestellt konnte man u.a. seine Illustrationen zu Wunderbare Reisen des Freiherrn von Münchhausen (Faber und Faber) und zu Ausgaben, z.B. von Raymond Chandler, Charles Bukowski und Wladimir Nabokow, den Tollen Heften der Büchergilde Gutenberg im Original bewundern und auch die Bücher betrachten, sowie zur Vernissage in der angeschlossenen Druckerei bei Sven Märkisch das Ausstellungsplakat drucken und signieren lassen.

Brandenburg-Besucher und Freunde der Illustration sollten sich diese Ausstellung, für die übrigens auch Führungen mit altersgerechten Projekten und Aktionen für Schulklassen angeboten werden, nicht entgehen lassen.

Ausstellung: 26. September 2020 - 26. Februar 2021

Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg an der Havel

Michel Fingesten

Die Cranach-Stiftung Wittenberg zeigt im Oktober und November Ex-Libris und Gelegenheitsgrafik von Michel Fingesten aus der Sammlung Klaus-Jürgen Tischer.

Michel Fingesten, 1884 in Galizien geboren, führte ein unbändiges, von Legenden umranktes Leben: Er heuerte auf Schiffen nach Amerika an, jobbte in Australien, wanderte quer durch Europa. Vermutlich studierte er im Umkreis der Wiener und Münchener Akademie Kunst. In seinen frühen Arbeiten orientierte er sich am Jugendstil und an den symbolistischen Grafiken Klingers und Stucks. 

Ab 1913 lebte Fingesten in Berlin. Seit dieser Zeit konzentrierte er sich vor allem auf die Technik der Radierung, die er virtuos beherrschte. Fingesten wurde Mitglied der Berliner Seeession und galt als einer der talentiertesten Grafiker der 192oer-Jahre. Handwerkliches Können verband sich bei ihm mit überbordender Fantasie und dem Hang zu groteskem Humor, auch in seinen erotischen Grafiken. 

1922 schuf er die Kulissen für die Stummfilme Die Schuhe einer schönen Frau und Don Juan der Vera-Filmwerke. Mit der Weltwirtschaftskrise brachen jedoch die großen Aufträge weg und Michel Fingesten zog sich auf die Gebrauchsgrafik im wirtschaftlich weniger riskanten kleinen Format zurück. Es entstanden vor allem Exlibris. Bei Fingesten sind diese Bucheignerzeichen Improvisationen im kleinen Format, in denen er die Tagesereignisse, auch den aufkommenden Nationalsozialismus, kommentierte. Die Themen Krieg und Tod kehren immer wieder. 1935 ging er mit seinem Sohn, dem Bildhauer Peter Fingesten (1916-1987), nach Italien. Es begannen produktive Jahre. Er radierte um die 500 Exlibris, viele für seinen Förderer, den italienischen Architekten Gianni Mantero. 1940 wurde Fingesten, der Sohn jüdischer Eltern, verhaftet und in Süditalien interniert. Erst nach der Befreiung durch alliierte Truppen im Jahr 1943 konnte er das Lager verlassen. Im Oktober 1943 starb Michel Fingesten an einer Infektion in der Folge eines chirurgischen Eingriffs. 

Neben Grafik aus der Sammlung Tischer werden in der Ausstellung zwei Landschaftsgemälde aus der Sammlung Deeken zu sehen sein. 

Ausstellung: 10. Oktober - 29. November 2020

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Fr, 25.09.2020

Uta Schneider (lks.) und Ulrike Stoltz, Foto © ad

<usus> stellt sich vor

„Wie wir zusammen zur See fuhren ...“ war das Thema der September-Veranstaltung der Pirckheimer-Gesellschaft Berlin/Brandenburg [...]. Angereist waren Uta Schneider [...] und Ulrike Stoltz mit ihren Arbeiten. Beide haben an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert und begreifen ihre langjährige Zusammenarbeit als Besonderheit. Es entstehen Titel in gemeinsamen Denkprozessen und auch individuell. Erster Titel bei <usus> war „DENKmal“, eine Wortcollage. [...] Schon hier zeigten sich die Intentionen der Buchgestalterinnen, das Medium Buch als Fragestellung zu sehen. Was kann das Medium, wie unterscheidet es sich von anderen Medien. Das Buch muss sich neu erfinden, experimenteller werden. Auch ein bibliophiles Buch muss nicht unbedingt edel sein. [...]
Wasser war [...] Anregung für je ein Künstlerbuch, das von einer Gestalterin allein produziert wurde. Ulrike Stoltz [...] fotografierte [...] und machte sich [...] kurze Wortnotizen. Aus diesen entstand 2006 in 10 Exemplaren das Buch „Fahrten über den Rhein“, 174 Seiten, Handsatz mit Wortprotokollen und Fotos, Palmblattbindung. Für Uta Schneider waren Aufenthalte in Ahrenshoop wichtig. „Wasserwärts“ [...] ist dort in 20 Exemplaren entstanden. Die genannten und weitere Publikationen waren zur Ansicht ausgelegt und wurden von beiden Gestalterinnen ausführlich erläutert. [...]

(Gerhard Rechlin, kompletter Text in Marginalien 239)

Do, 24.09.2020

Familiensternbilder

Das Haus des Pirckheimers Dr.-Ing. Robby Fröhlich in Dresden ist jetzt leichter zu finden, schmückt es doch seit Kurzem das Wandbild "Die Familiensternbilder" des Malers, Plastikers und Aktionskünstlers Volker Lenkeit.

Der Künstler wurde 1959 in Dresden geboren und absolvierte ab 1976 ein Abendstudium an der HfBK Dresden, ab 1982 dann im Direktstudium bei H. Giebe, J. Heisig, Prof . G. Kettner, U. Rzodeczko, wo er 1987 bei Prof. G. Kettner sein Diplom machte. Seitdem arbeitet er freischaffend als Maler/Grafiker/Plastiker und Aktionskünstler in Dresden, war 1990 Mitgründer der Musik-Performance Gruppe „Russischer Indianer“ später RuIn, 1991 Mitgründer des Kunstverein „Alte Feuerwache“ Loschwitz e.V. und baute gemeinsam mit Günter Torges die Lithographie Werkstatt im Kunstverein auf. Seit 1991 übt er eine Lehrtätigkeit an der Volkshochschule Dresden in Akt – Tanz – Zeichnen / Aquarell / Lithographie aus und zahlreche Studienreisen führten ihn nach Argentinien, Kolumbien, Ecuador, Süd-Frankreich, Griechenland, Peru, Toskana, und in die USA (Ohio, New York).

»Ich mag die Vielfalt.«

In einer Veranstaltung des Leipziger Bibliophilen-Abends spricht der Pirckheimer Matthias Haberzettl über den Gebrauchsgrafiker Werner Klemke.

Es gab in der DDR wohl keinen Haushalt, der nicht über Drucksachen aus der Feder von Werner Klemke verfügte. Von den beliebten Kinder- und Märchenbüchern über Briefmarken und das monatlich erscheinende »Magazin« mit dem ständig neuen Kater als Markenzeichen auf der Titelseite war Werner Klemke wie kaum ein anderer Grafiker omnipräsent. Doch über Illustrationen, Zeichnungen und Holzstiche für unzählige Ausgaben illustrierter Bücher hinaus war sein grafischer Kosmos viel weiter gespannt, wie auch sein Credo »Ich mag die Vielfalt« deutlich macht.
Matthias Haberzettl ist dem Werk von Werner Klemke in mehrfacher Hinsicht eng verbunden. Er ist Vorstandsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft - deren Mitbegründer Klemke 1956 war - und als einer der wichtigsten Klemke-Sammler  auch einer der besten Kenner seines Œuvres. Matthias Haberzettl bringt seinem Publikum das nahe, was viele von Werner Klemke in großen Teilen noch nicht kennen: die enorme Vielfalt.

6. Oktober 2020 / 19.30 Uhr, Eintritt frei. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Literaturhaus Leipzig e.V. /  Literaturcafé
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Mi, 23.09.2020

Reiseaquarell aus Matagalpa/Nicaragua, © Eckhard Froeschlin

ECKHARD FROESCHLIN – REISE.REISE

Reisen, freiwilliges und unfreiwilliges, ist seit vielen Jahren ein Hauptthema für Eckard Froeschlins Arbeit. Beim freiwilligen eigenen Reisen entstehen zunächst kleine Aquarelle und Fotos vor Ort, der sich oft in den USA oder in Nicaragua befindet. Im Atelier werden daraus Reisebilder, also Pastellmalereien oder Farbradierungen, die sich auf bestimmte Orte oder Landschaften beziehen. Daneben gibt es Arbeiten über das Reisen, die das Unterwegs- und Unbehaustsein angehen, die Überfahrt ins Ungewisse. Das sind oft auch Antworten auf große Bilder der Kunstgeschichte wie Géricaults ‚Floß der Medusa‘ oder das Historienbild ‚Washington Crossing The Delaware‘. Reisen ist eben auch Überfahrt, Ausgesetztsein, Emigration oder Kriegsfahrt in den Abgrund: Es ist ziemlich viel reales Leben.

Ausstellungseröffnung: 1. Oktober, 19:30 Uhr, nur mit Anmeldung
Ausstellung: 1. Oktober -  26. -november 2020

Kunstklinik Eppendorf
Martinistraße 44a, 20251 Hamburg

Di, 22.09.2020

Robert Rehfeldt, Collage (Ausschnitt) 1984, 67 x 51 cm

Die Rehfeldts – eine Künstlerfamilie aus Pankow

Der Familie Rehfeldt – Robert Rehfeldt (1931–1993), Ruth Wolf-Rehfeldt (* 1932) und ihrem gemeinsamen Sohn René (* 1956) ist die neue Ausstellung der Berliner Galerie Wolf & Galentz gewidmet – zum ersten Mal überhaupt werden hier Werke von allen drei Rehfeldts zusammen präsentiert.

Robert und Ruth sind beide besonders für ihre Bedeutung in der Mail Art bekannt; von etwa 1970 bis 1990 – kurz nach der Wende – bildeten sie einen der Knotenpunkte der Mail-Art-Szene in der DDR und – der Natur der Sache Postkunst gemäß – weltweit.

Von der Fluxus-Bewegung in den 1960er-Jahren initiiert, ist die Mail Art eine Kunstform, die etablierte Institutionen und Wertmaßstäbe der Kunstdistribution unterläuft und ihrem Wesen nach integrativ und egalitär ist. Die Kunst liegt mehr im Prozess der Verteilung, im Teilen und Mitteilen der Werke, im Netzwerk selbst als im einzelnen Werk: Die Vernetzung und der Austausch mit anderen Künstler*innen stehen im Mittelpunkt.

Im großen Raum der Galerie Wolf & Galentz werden Werke von Robert Rehfeldt gezeigt: ein großformatiges Bild (3 x 2 m) aus Malerei und Collage, das die Mail Art thematisiert; eine Auswahl von Mail Art und Stempelbildern füllt eine weitere Wand, die dritte Wand zeigt eine mittelformatige Assemblage und einige kleinere Werke; im Raum steht ein Kastenbild mit einer weiteren Assemblage.

Von Ruth Wolf-Rehfeldt sind im hinteren Raum der Galerie zwei der seltenen Gemälde der Künstlerin zu sehen, neben einer Auswahl von Typewritings, der Kunstform, für die die Künstlerin berühmt geworden ist, die schließlich auch auf der documenta 14 zu sehen waren: mit Schreibmaschine aus Lettern „gemalte“ Bilder.
Im kleinen Raum zwischen seinen beiden Eltern zeigt René Rehfeldt (* 1956) druckgrafische Arbeiten.
Ergänzt wird die Ausstellung um mehrere Skulpturen eines Freundes von Robert Rehfeldt, dem Bildhauer Rolf Winkler (1930–2001).

Joachim Pohl, ein profunder Kenner der Kunst in der DDR und der Familie Rehfeldt seit vielen Jahrzehnten freundschaftlich verbunden, hielt die Eröffnungsrede.

Ausstellung: 14. September bis 25. Oktober 2020, wegen der aktuellen Situation ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich.

Wolf & Galentz
Kunsthandlung • Sammlungsbetreuung
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin