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Pirckheimer-Blog

So, 01.03.2020

Unsere Gewinner

Die Lösung für unser Preisauschreiben zur Verlosung con Freikarten für die Leipziger Buchmesse lautet UK, United Kingdom oder England - die Graphikbeilage der Marginalien 135 von OttoGraphic für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft wurde eigenhändig vom Künstler in Marshfield gedruckt. Die Lösung konnte man hier auf unserer Seite nachlesen.

Als Gewinner unserer Verlosung wurden per Losentscheid aus 62 richtigen Einsendungen ermittelt:

Dagmar Alter, Cottbus
Nora Doering, Berlin
Lena Hauber, Weimar
Wolfgang Hennig, Leipzig
Andreas Kalwak, Dresden
Peter Meinfelder, Saalfeld
Siegfried Möbus, Leipzig
Sabine Müller, Altenburg
Nadine Schulz, Berlin
Michael Schütterle, Saalfeld

Selbstverständlich würden wir uns auch über einen Besuch bei den Pirckheimern von den Teilnehmern des Preisausschreibens, die nicht unter den Gewinnern sind und von allen anderen Besuchern der Leipziger Buchmesse freuen, es lohnt immer, bei uns vorbeizuschauen!

Schach in der Graphik

Von der Pirckheimerin Elke Rehder, Barsbüttel bei Hamburg, deren Graphiken u.a. den Marginalien 156 und 231 für Mitglieder beilagen, wurden bereits häufig Graphiken zum Schach vorgestellt.

Dieser mehrfarbigen Holzschnitt ( 21 × 29,7) von Elke Rehder entstand bereits 2006 zu einem Brief von Heinrich Heine an Christian Sethe vom 27. Okt. 1816.

... Ich bin ein wahnsinniger Schachspieler.
Schon beim ersten Stein habe ich die Königin
verloren, und doch spiele ich noch und spiele -
um die Königin. Soll ich weiterspielen? ... 

Sa, 29.02.2020

Claudia Grasse, Buchstaben muss man erst einmal brechen, ehe man daraus Gedichte machen kann, Holzschnitt

29. Jahresschrift für Künstlerbücher und Handpressendrucke

Zur 29. Internationalen Ausstellung für Künstlerbuecher und Handpressendrucke auf der Leipziger Buchmesse 2020 erscheint die 29. Jahresschrift fuer Künstlerbuecher und Handpressendrucke.

Bis zur Buchmesse wird die Zeitschrift mit Aufsätzen und Essays zu Buchkunst, Buchhandwerk, über Sammlungen, Künstler und Verlage, die in kleiner Auflage erscheint,  zur Subskription angeboten.

Die Zeitschrift enthält u.a. einen Artikel über Hugo Steiner-Prag und seine Bedeutung für die Buchstadt Leipzig (Julia Blume), sowie den Aretikel Rainer Maria Rilke in Leipzig (Gabriele Netsch), Die originalgraphischen Beigaben der 29. Jahresschrift fuer Künstlerbuecher (Jost Braun), Der Meister des Totentanzes. Herwig Zens 1943-2019 (Verena Kienast), Immer bei Abschieden (Gedicht von Ingo Cesaro aus Heft 8 der Reihe Totentänze),
Die Zeitschrift erscheint im Format A5 und enthält viele Abbildungen, originalgraphische Beigaben, mehrere Ausgabe-Varianten mit 2 bis 3 sign. Originalgraphiken: in wechselnder Kombination jeweils von Claudia Grasse, siehe Abb., Frank Eckhardt (Fine Art Print: "Totentanz"), Steffen Braumann (Radierung: „Tod mit fallender Maske - zu gross“, "You know what you are?", "7.4.2019")

Subskription bis 11.03.2020 ein Exemplar 59 Euro,
jedes weitere Exemplar 64 Euro,
Restexemplare danach je Variante ab 64 Euro bis ca. 110 Euro am Stand der IAKH (Halle 3, Stand H 501)

Fr, 28.02.2020

Wozu Literaturzeitschriften heute?

Auf Leipziger Buchmesse werden, moderiert von Denis Scheck, in einer Veranstaltung der Pirckheimer-Gesellschaft Matthias Weichelt (SINN UND FORM), Till Schröder (Marginalien), Kathrin Jira (Edit) und Jens-Fietje Dwars (Palmbaum) diskutieren.

"Die Literaturgeschichte weiß von berühmten Literaturzeitschriften zu berichten: Wieland eröffnete mit dem „Merkur“ deutschlandweite Debatten, Schiller hat mit den „Horen“ die besten Autoren seiner Zeit vereint und das „Athenäum“ der Gebrüder Schlegel war ein Avantgarde-Journal. Die Literatur der frühen Bundesrepublik wäre nicht denkbar ohne die „Akzente“, die der DDR nicht ohne „Sinn und Form“. Heute gibt es eine Fülle regionaler Zeitschriften, die überregional kaum wahrgenommen werden. Welche Zukunft hat das Format?

Literaturzeitschriften sind nicht Fisch, nicht Fleisch: für Zeitungsleser nicht aktuell genug, für Buchleser zu sehr dem Augenblick verhaftet. Den einen sind ihre Beiträge zu ausführlich, den anderen zu kurz. Sind Literaturzeitschrifte also ein Auslaufmodell oder Fundgruben für Neugierige? Dass sie nur Auszüge aus entstehenden Werken bringen können, kurze Einblicke in die Kochtöpfe der Literatur gewähren – ist diese Not ihre Tugend? Zeigt sich hier die Literatur als offener Prozess, der in den fertigen Werken zur Warenform auf dem Buchmarkt erstarrt? Welche Tendenzen werden kenntlich, welche Talente tauchen auf? Und wie verändert sich das Buch als Gesamtkunstwerk aus Text und Bild?"

(aus der Veranstaltungs-Ankündigung von Sinn und Form)

12. März 2020, 14 - 15 Uhr

Leipziger Buchmesse
Forum Literatur 'buch aktuell', Halle 3, Stand E401

Do, 27.02.2020

Liste Kunst und Literatur März 2020 - Abb. auf dem Umschlag nach "Die vier Fräulein von Waloff (Slavische Seelen)", Drei Masken Verlag München, 1924

Antiquariate auf der Leipziger Buchmesse

Parallel zur Leipziger Buchmesse findet auch in diesem Jahr in Halle 3 (Buchkunst und Graphik), in der auch die Pirckheimer-Gesellschaft am Stand E519 zu finden ist, die Leipziger Antiquariatsmesse statt, 2020 ist es die 26.
Unter den 49 Antiquariaten und und an einem Infostand der Genossenschaft der Internetantiquare zu ihrer Plattform antiquariat.de finden sich natürlich auch wieder Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft, so Dr. Wolfram Benda mit der Bear-Press, Christian Bartsch mit dem Roten Antiquariat und der Galerie Meridian, Kurt-Georg Zeisig aus Berlin, Olaf Drescher aus Schweinfurt, Riewert Q. Tode mit seinem Buch- und Kunstantiquariat, Wolfgang Neubert aus Thalheim und Michael Schleicher mit dem Stader Kunst-Buch-Kabinett.

12. - 15. März 2020

26. Leipziger Antiquariatsmesse
Messegelände, Halle 3

Wolfgang Neubert aus Thalheim, und
Michael Schleicher, Stader Kunst-Buch-Kabinett, 21682 Hansestadt Stade

 

Mi, 26.02.2020

Franz von Gaudy

Zum 200sten Geburtstag von Franz von Gaudy und aus Anlass des zum Erscheinens des ersten Bandes seiner Ausgewählten Werke veranstaltet die Universitätsbibliothek der FU Berlin eine Ausstellung unter dem Thema "Venetianische Novellen und italienische Erzählungen".

Im Band 1 der neuen Ausgewählten Werke des Dichters und Novellisten Franz von Gaudy (1800 - 1840) erscheinen Venetianische Novellen und italienische Erzählungen erstmals vereint in einer kritischen Studienausgabe.

Franz von Gaudy, geboren in Frankfurt (Oder) am 19.4.1800, bis 1833 Leutnant in der preußischen Armee, lebte von 1834 bis 1840 als freier Schriftsteller in Berlin. Er gehörte zu den von Italien begeisterten Künstlern und Dichtern, die Sehnsucht nach dem Süden begleitete ihn schon seit Schulzeiten: „Rom ward sein Feldgeschrei, das alleinige Ziel seines Lebens, seines Träumens.“ So beschreibt er es poetisch in der Brieferzählung Der Deutsche in Trastevere.

1835 gelang die erste Reise nach Rom, von der Mein Römerzug berichtet. Dabei entstanden die Venetianischen Novellen, die rasch Beachtung fanden und im literarischen Gedächtnis blieben. Die große zweite Italienreise 1838/39 von Turin über Neapel nach Sizilien und wieder nach Rom finanzierte er durch Artikel und Novellen in Cottas Morgenblatt für gebildete Leser, wodurch er deutschlandweit bekannt wurde. Gaudy starb über der Herausgabe dieser seiner letzten italienischen Werke am 5. Februar 1840 mit 39 Jahren in Berlin.

Neben einem kurzen Lebensbild werden die Erstausgabe von 1838 (Widmungsexemplar an seinen Freund Franz Kugler) und viele spätere Ausgaben zu sehen sein, sodann ausgewählte einzelne Novellen mit Text und Illustrationen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Doris Fouquet-Plümacher.

Achtung: die ursprünglich vom 16. März - 15. Mai 2020 geplante Ausstellung muss wegen eines Unfalls der Kuratorin Dr. Doris Fouquet-Plümacher auf den Mai verschoben werden. Die Pirckheimer wünschen Gute Besserung!

Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
14195 Berlin-Dahlem, Garystr. 39

Di, 25.02.2020

Fasching

Eine neue bibliophile Reihe aus dem Quintus-Verlag hat heute Abend im Gerhart-Hauptmann-Museum in Erkner nahe Berlin Premiere. Wolfgang de Bruyn wird im Gespräch mit Stefan Rohlfs und André Foerster den ersten Titel der Gerhard-Hauptmann-Reihe "Fasching" vorstelen, es liest die Schauspielerin Kerstin Reimann.
Mit den Zeichnungen des Grafikers Alfred Kubin (1877–1959), die 1925 eine Ausgabe des S. Fischer-Verlages illustrierten, bildet die Novelle den Auftakt zu einer Reihe mit hochwertig ausgestatteten und illustrierten Hauptmann-Werken, die in loser Folge fortgesetzt wird.

Das südöstlich von Berlin gelegene Erkner war von 1885 bis 1889 Wohnsitz Gerhart Hauptmanns. „Mit der märkischen Landschaft aufs innigste verbunden, schrieb ich dort ‚Fasching‘, ‚Bahnwärter Thiel‘ und mein erstes Drama ‚Vor Sonnenaufgang‘. Die vier Jahre sind sozusagen die Ecksteine für mein Werk geworden“, resümierte Hauptmann später. Ort und Menschen gaben den Hintergrund für viele seiner Werke. So liegt auch der Novelle Fasching (1887) ein Unglücksfall zugrunde, bei dem im Februar 1887 eine dreiköpfige Familie im Flakensee ertrank.

Lesung: 25. Februar 2020, 19 Uhr

Gerhart Hauptmann Museum
Gerhart-Hauptmann-Str. 1–2, 15537 Erkner

Gerhart Hauptmann, Fasching
Zeichnungen: Alfred Kubin, Nachwort: Stefan Rohlfs
56 Seiten, 15 Abbildungen, Hardcover, Format: 12,5 x 20,5 cm, € 12
ISBN: 978-3-947215-60-7

Vitali Konstantinov, Es steht geschrieben - Von der Keilschrift zum Emoji, Gerstenberg, ISBN 978-3-8369-5943-8

Vitali Konstantinov - Es steht geschrieben…

Als "Buch des Monats" wählte das Klingspor-Museum Offenbach für den März Vitali Konstantinovs "Es steht geschrieben… Von der Keilschrift zum Emoji". In seinem 2019 erschienenen Sachbuch für Kinder ab 10 Jahre erarbeitet Vitali Konstantinov die unterschiedlichsten Zeichen menschlicher Kommunikation und zeigt auf äußerst unterhaltsame Weise der Vielfalt der Schrift. Die Schrift entspricht einem urmenschlichen Bedürfnis nach Verständigung, auch über Zeit und Raum hinweg. In der Art einer Graphic Novel stellt Vitali Konstantinov äußerst sachverständig zahlreiche Schriftsysteme der Menschheitsgeschichte vor bis hin zu Klingonisch.

6. März 2020, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mo, 24.02.2020

Eva Pietzcker, Winter, Japanischer Farbholzschnitt, 33 x 23 cm, Auflage 20 Exemplare

33. Grafikbörse in Borken

Ab Freitag findet in Borken die 33. Deutsch-Niederländischen Grafikbörse statt.

Die traditionsreiche Grafikbörse ist bedeutendste deutsche Messe für Druckgrafik. Gegründet wurde sie 1987, weil man gerade in der deutsch-holländischen Grenzregion das Zusammenwachsen Europas auch selbst durch Kennenlernen der jeweils anderen Kultur befördern wollte. Aus zahlreichen Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstler, Editionen und Galerien aus Holland und Deutschland  wählt eine Jury die etwa 60 Aussteller/innen der Grafikbörse aus.

Auch der Büchergilde artclub wird in diesem Jahr wieder dabei sein und präsentiert an seinem Stand neben den Grafiken des artclub Farbholzschnitte der in Berlin lebenden Großmeisterin in dieser Technik, Eva Pietzcker.

28. Februar  - 1. März 2020

Borken

So, 23.02.2020

Entführung in die Antike

Am kommenden Samstag stellt Catharine J. Nicely den kürzlich bei PalmArtPress erschienenen Band "Entführung in die Antike - Neue Geschichten um griechische Mythen" vor. Die Moderation übernimmt der Herausgeber und Mitautor Steffen Marciniak.

Es lesen: Carmen-Francesca Banciu
Maria Ioanna Fakitsa
Ulrich Grasnick
Harald Gröhler
Margarete Hamm
Patrick Hattenbergund
Rolf Hochhuth
Norbert Hummelt
Slavica Klimkowsky
Heidi Ramlow
Boris Schapiro
Hans-Christian Tappe

Die Lesung wird an der Violine musikalisch begleitet von David Yonan.

29. Februar 2020, 19:30 Uhr

Literaturhaus Berlin (Großer Saal)
Fasanen Str. 23, 10719 Berlin

Fr, 21.02.2020

Moritz Götze, Der letzte Zentaur oder Der Kampf mit dem Alphabet, Siebdruck 2018

Moritz Götze in der Leipzig

Die Leipziger Galerie Irrgang präsentiert in einer Ausstellung unter dem Titel „Was war, was ist“ Arbeiten des Hallenser Malers, Grafikers und Objektkünstlers Moritz Götze, allen Pirckheimern sicher nicht erst durch die originalgraphische Beilage zu den Marginalien #230 (siehe nebenstehende Abb.) bekannt.
Neben farbenfrohen Öl- und Emaillemalereien werden Installationen sowie die Originalentwürfe zu seinem Keramikfries im Leipziger Geschäftshaus Specks Hof zu sehen sein.

Anlässlich der Eröffnung spricht Friedhelm Haak.

Vernissage: 6. März 2020 um 19.30 Uhr
Ausstellung: 6. März - 18. April 2020

Galerie Irrgang Leipzig
Dittrichring 6, 04109 Leipzig

Do, 20.02.2020

Buch- und Kunstantiquariat Tode, Berlin (Foto © Riewert Q. Tode)

Antiquariate in Berlin 2020

Das vom Landesverband Berlin-Brandenburg des Börsenvereins herausgegebene Verzeichnis "Antiquariate in Berlin" erschien in der Fassung für 2020 und kann in dieser aktualisierten Form ab sofort unter der bekannte Adresse antiquariateinberlin.de online durchstöbert werden.

Die Schließung von Berliner Antiquariaten mit Ladengeschäft hält an, das Angebot schrumpft seit 3 Jahren wieder jährlich um ca. 10%. Enthielt das Verzeichnis 2018 noch 70 Geschäfte, 2019 noch 61, so sind es im aktuellen, von Kathrin Schwarz und Tim Holland redaktionell betreuten Verzeichniss nur noch 54 Einträge (online 55).
Das Verzeichnis erscheint in einer Auflage von 9.000 Exemplaren (2013 wurden noch 13.500 Exemplare gedruckt) und kann gegen eine Schutzgebühr von € 3,50 beim Landesverband des Börsenvereins oder online bestellt werden.

Mi, 19.02.2020

Grillenkäfig und Wasserpfeife

Großereignisse, die China in diesem Jahr nach Leipzig holen - der EU-China-Gipfel und die Konferenz der European Association for Chinese Studies - dazu zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek eine Kabinettausstellung, die sich einem seltenen Kulturexport aus Südostasien um 1900 widmet: dem Chinesischen Gelehrtenhaus, das 1914 auf der Weltausstellung des Buches in Leipzig präsentiert wurde. Ob Wasserpfeife, Schreibgerät oder Bildrolle, Grillenkäfig oder Zierkachel: Das Gelehrtenhaus gibt einen Einblick in die Arbeitsweise des Gelehrten und erzählt von Inspiration, Kalligrafie und Drucktechnik. Auf der internationalen Ausstellung war es ein Publikumsmagnet und spiegelt die kulturelle Neugier und die Lebhaftigkeit des internationalen Kulturtransfers am Anfang des 20. Jahrhunderts wider. 

Die Universitätsbibliothek gibt unter dem Titel »China in Leipzig« einen gemeinsamen Katalog heraus. 

Ausstellung: 4. März - 15. September 2020

Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Di, 18.02.2020

Wahrlich! Es ist ein Himmelsvorgenuss.*

* Gedicht: Der Lorbeer, 1788

Eine Ausstellung im Klingspor-Museum wird sich der Buch- und Schriftkunst zu Friedrich Hölderlin widmen.

1770 wurde Friedrich Hölderlin geboren und beendete sein bewegtes Dichterleben 1843. In seiner ganz eigenen Position zwischen Klassik und Romantik war Friedrich Hölderlin um die Anerkennung der Dichterfürsten Goethe und Schiller bemüht. Dem Ideal des antiken Griechenlands verpflichtet, fühlte sich der Dichter verkannt, sein Leben endete in geistiger Zerrüttung und Einsamkeit. Heute zählt Hölderlin zum Kanon der deutschen Literatur und fasziniert Künstler und reizt sie vielleicht gerade wegen seiner inneren Zerrissenheit zur Auseinandersetzung mit seinem Werk.
In das Programm „Hölderlin 2020" eingebunden, zeigt die Ausstellung Werke der Buch- und Schriftkunst aus den letzten 30 Jahren. Beteiligt sind: 

Anja Harms, Eberhard Müller-Fries,
Corinna Krebber,
Peter Malutzki,
Petra Ober,
Robert Schwarz,
Til Verclas.

Eröffnung: 17. März 2020,19 Uhr
Ausstellung: 18. März - 11. Juni 2020

Klingspor Museum Offenbach
Büsing Palais
Herrnstrasse 8, 63065 Offenbach am Main

Mo, 17.02.2020

Monika Geilsdorf: Selbstbildnis, 1976, Öl und Tempera auf Hartfaserplatte, Foto © Mausolf/VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Der sachliche Blick

"Als Begrüßungsbild gedacht, empfängt den Besucher in der Rathaushalle Frankfurt (Oder) das „Selbstporträt mit Arbeiter“ (1983) von Norbert Wagenbrett [...] Ein Doppelporträt, wo der eine den anderen mit prüfendem Blick in Augenschein nimmt. Oder mit kritischem Blick kontrolliert der Maler das von ihm geschaffene Bild des jungen Arbeiters und nimmt wahr, wie der ihn wohl einschätzt. [...] Zwei von den Leuten des ganzen Landes, zu denen der Dichter Volker Braun bekennt: „Und mitten / Unter ihnen gehe ich, wie sie“. Vom Ich zum Wir, einem landesweiten Kollektiv, das den Sozialismus in der DDR aufbauen wollte. Zwischen Künstlern und Arbeitern bestand wechselseitige Anerkennung. Jeder zwölfte bewies ein starkes Interesse an der Kunst, wollte unbedingt die IX. und X. Kunstausstellung der DDR sehen. So stellte Bernd Lindner die „Herausbildung eines eigenständigen Kunstpublikums in der DDR“ fest. [...] „Seit Jahrhunderten ist der Realismus ein Mittel der Selbstverständigung des Menschen“, betont Wagenbrett seine Haltung und setzt fort: „Solange Künstler zu möglichst realen Mitteilungen über ihre Welt und die Menschen herausgefordert werden, solange wird es Realismus geben.“
Solche Herausforderung gibt es vom bürgerlichen Mitte-Staat nicht. [...]
Aus der wohl größten Sammlung von Kunst aus der DDR (42.000 Werke im BLMK) sind in würdiger Weise 80 Gemälde und Plastiken von 46 Künstlerinnen und Künstlern ausgestellt, die mit aufgeschlossenem und unabhängigem Blick sachliche Bilder gestalteten, die natürlich nicht objektiv sein können, aber dem Betrachter mehr Freiheiten bei der Einschätzung lassen. Sie stammen überwiegend aus den 60er und 70er Jahren.[...]
In den folgenden Abschnitten wurde aus dem „staatlich oktroyierten Kunstdogma“ (Lothar Lang) ausgebrochen und soziale Probleme wurden kritisch reflektiert. Weil diese Kunstwerke Lebensfragen voller konfliktgeladener gesellschaftlicher Widersprüche aufwarfen, gelang es, ein Massenpublikum ästhetisch-geistig zu mobilisieren. In den 70er Jahren gab es nicht nur in Leipzig und in der DDR, sondern ebenso in der Sowjetunion und weltweit einen ähnlich gerichteten Realismus, gleichfalls in der BRD. Mit Fotorealismus, Hyperrealismus oder Super-Realismus im Westen, vor allem in den USA, gab es eine Wechselwirkung, eine herausfordernde Ästhetik des Widerstands. Im Katalog wird richtigerweise auf analoge Entwicklungen im Osten wie im Westen hingewiesen. So gelingt es, feindliche Gegenüberstellungen zu überwinden. [...]
Erst unter Berücksichtigung aller Stilrichtungen und damit der Zusammenfassung aller empirisch subjektiven Wahrhaftigkeiten, wie sie das BLMK nach und nach in Ausstellungen in Frankfurt und Cottbus („Kollektive Signaturen“, Michael Morgner) entfaltet, kann das komplexe Phänomen der Kunst aus der DDR eine kunsthistorische Wahrheit finden."

(Peter Arlt in Das Blättchen, 23. Jahrgang | Nummer 4)

Es erscheint ein Katalog (108 Seiten) 15,00 Euro.

Ausstellung, 26. Januar - 3. Mai 2020,

Rathaushalle
Marktplatz 1, 15230 Frankfurt (Oder)