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Wolfgang Grätz

Pirckheimer-Blog

Wolfgang Grätz

Di, 13.08.2019

Falk Geissler, Flohmarkt, Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/M

FALK GEISSLER – JUNG UND KUPFERSTECHER

Junge Kupferstecher gibt es in etwa so häufig wie weiße Raben. Falk Geißler ist so ein seltener Vogel. Da fragt man sich natürlich, warum diese alte grafische Technik nur von wenigen erlernt und ausgeübt wird. Was muss man können?

Beim Kupferstich wird eine Kupferplatte auf ein kleines rundes Lederkissen gelegt, das bei jedem Stich gedreht werden kann, denn der Künstler arbeitet immer körperabgewandt in kurzen geraden Stichen. Das Bild entsteht aus Hunderttausenden kurzer gerader Linien, die „sitzen“ müssen – die einmal aufgestochene Platte ist nicht mehr zu korrigieren. Da größere Flächen nicht aus der Metall-platte herausgestochen werden können, muss der Künstler, um z.B. eine dunkle Fläche im Kupferstich zu erzielen, unzählige Stiche dicht an dicht nebeneinander setzen oder Schraffuren stechen. Kupferstich ist wie die Radierung ein Tiefdruckverfahren, d.h., Druckfarbe wird in die Rillen der Platte gerieben und aus diesen von gefeuchtetem Büttenpapier unter dem hohen Druck der Presse aus den Vertiefungen gesogen.

Einer der berühmtesten Kupferstiche der Kunstgeschichte ist Dürers aus allen Schulbüchern bekannter Stich „Ritter, Tod und Teufel“ – und man weiß, dass er für das Stechen der entsprechenden Druckplatte mehr als ein Vierteljahr Zeit benötigte. Das allein beantwortet wohl die Frage, warum die Technik so selten ausgeübt wird...

(Wolfgang Grätz)

Im Kabinett: Kupferstich heute. Eine Übersicht
Arbeiten von Johannes Wüsten (1896 – 1943), Baldwin Zettl (*1943), Otto Rohse (1925 – 2016), Toni Torrilhon (*1931), Jürgen Czaschka (1943 – 2018) und Rolf Geissler (*1945)

Eröffnung: 16. August 2019, 19.30 Uhr, mit einer praktischen Einführung in die Kunst des Kupferstechens von Falk Geissler
Ausstellung: 16. August - 27. September 2019

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9
60311 Frankfurt/M

226. Frankfurter Grafikbrief erschienen

Der aktuelle Frankfurter Grafikbrief enthält folgende Themen:

  • Falk Geißler – Jung und Kupferstecher
    Im Kabinett: Kupferstich heute. Eine Übersicht
  • Hans Tichas Orig.-Holzschnitt-Illustrationen zu Johannes Wüstens "Semper die Mumie
  • Holzbildhauer-Katalog des Kupferstechers Tony Torrilhon 
  • Wertpapiertechniker Egbert Herfurth 75
  • Das neue Graphische Buch von Faber und Faber: Ingeborg Bachmann
  • Tolle Hefte mit dem 50. Heft beendet
  • Ausblick auf den Büchergilde/Tabor-Grafikkalender 2020
  • Der Druckstock von Klaus Süß‘ besonders schönem Beitrag zum Grafikkalender und
    Thomas Hubers Suche nach dem Unter-den-Teppich-Gekehrten als Bonusgrafik zum Grafikkalender
  • Welches Buch „muss“ man haben?

(Wolfgang Grätz)

... zum aktuellen Frankfurter Grafikbrief

Mo, 08.07.2019

neue Kalender der Büchergilde Gutenberg

Für das Jahr 2020 hat die Büchergilde Gutenberg zwei exklusive Wandkalender mit Illustrationen für Bücher aus ihrem Programm vorbereitet.

Einer davon enthält ausschließlich Illustrationen von Hans Ticha. Dieser gilt als einer der produktivsten Illustratoren Deutschlands. Er hat bereits viele Bücher für die Büchergilde illustriert, zum Beispiel von Ernst Jandl, Erich Kästner, Kurt Tucholsky und Karel Čapek. Für den "Hans Ticha Wandkalender" 2020 der Büchergilde wurden zwölf seiner Illustrationen aus Joachim Ringelnatz' "Und auf einmal steht es neben dir" ausgewählt, das 2007 bei der Büchergilde erschienen ist.

Der zweite Büchergilde Gutenberg Wandkalender 2020 zeigt 12 herausragende Illustrationen aus diesem Verlag. Zu sehen sind Drucke von Franziska Neubert, Annika Siems, Christine Nippoldt, Thomas M. Müller, Christian Schneider, Chrigel Farner, Hans Ticha und vielen mehr.

(Wolfgang Grätz)

Do, 20.06.2019

Frank Eißner, CHINAREISE: TUK TUK MIT KÜNSTLERGEPÄCK, Farbholzschnitt 2019, 32 x 29 cm, Auflage 25 Exemplare

225. Frankfurter Grafikbrief

Aus dem aktuellen Frankfurter Grafikbrief: 

"Hand auf’s Herz, wie viel wissen wir Eurozentrist/inn/en über chinesische Kultur und Geschichte? Ich jedenfalls bin so wenig sattelfest, dass ich auf die Kräuterbonbon-Frage „Weerrrr hat’s erfuuunden?“ im Zweifel immer gleich „die Chinesen“ antworten würde, weil man damit so oft richtig liegt. Ein bisschen heftig ist es schon: Die erste deutsche Papiermühle nahm etwa im Jahr 1390 ihre Arbeit in Nürnberg auf – über das chinesische Papier aber schreibt die auch in China umtriebige, in Berlin lebende Holzschneiderin Eva Pietzker: „Grundbedingung (für was wohl? Natürlich die Erfindung des Holzschnitts!) war die Entwicklung des Papiers, die auf das Jahr 105 (!) datiert wird, als der Hofbeamte Ts'ai Lun dem Kaiser das Papier vorstellte, das er aufbauend auf frühere Herstellungstechniken entscheidend verbessert hatte (…) Der Holz-schnitt als die älteste Drucktechnik wurde in China entwickelt. Vorläufer waren das Schneiden von Stempeln zur Reproduktion taoistischer und buddhistischer Bilder sowie zum Stoffdruck. Die eigentliche Geburt der Druckkunst liegt in der Tangzeit (618 – 907), vermutlich im 8. Jahrhundert…“

Schlappe 1300 Jahre später reist ein aus Leipzig stammender Holzschneider mit einem auf die Präsentation chinesischer Kunst in Deutschland spezialisierten Galeristen 3 Wochen lang  durch China, abseits der touristischen Highlights. Chinesischer Alltag, Künstlerateliers, Orte, an die man ohne den mit exzellenten Beziehungen gesegneten Reiseführer nie käme, sind die Destinationen."

(Wolfgang Grätz)

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... zum Grafikbrief

Frank Eißner – Bilder einer Chinareise
Vernissage: 28. Juni 2019, 19.30 Uhr, Frank Eißner wird anwesend sein
Ausstellung: 28. Juni - 26. August 2019

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie

Sa, 02.02.2019

© 222. Frankfurter Grafikbrief, Wolfgang Grätz

32. Deutsch-Niederländische Grafikbörse

Seit 1988 findet jedes Jahr am ersten Märzwochenende die Deutsch-Niederländische Grafikbörse statt. 

Das Spektrum der Kunst auf dieser Messe ist breit: Von serieller Druckgrafik reicht es über Künstlerbücher und Mixed Media-Arbeiten bis hin zu Fotografien.
An 70 Ausstellungsständen präsentieren Künstlerinnen und Künstler, Galerien, Kunstvereine, Buchhandlungen und Fotografinnen und Fotografen ihre Werke. Eine fachkundige Jury vergibt unter den eingegangenen Bewerbungen die Ausstellungsstände. Seit 2007 sind Studierende der Grafik- und Fotografieklassen verschiedener Universitäten dazu eingeladen, Arbeiten auf der Grafikbörse zu präsentieren und sich und ihre Kunst dadurch ins Gespräch zu bringen.

Die Grafikbörse ist nicht nur eine Verkaufsschau. Sie ist zugleich ein Forum zum Austausch für deutsche und niederländische Freunde und Aktive der Druckkunst und all jene, die Freude daran haben, auf ungezwungene Weise über die Kunst grenzüberschreitend in Kontakt zu treten.

8. März - 10. März 2019

Stadthalle Vennehof
Am Vennehof 1, 46325 Borken

Fr, 01.02.2019

Claudia Berg - KLEINE KAPELLE (ROM), Kaltnadelradierung, Auflage 11 Exemplare in einer Mappe und 11 röm. nummerierte Einzeldrucke

Claudia Berg – Radierend auf Goethes Spuren in Rom

Im Gegensatz zur Hauptausstellung in der Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie, derzeit "Klassische Druckgrafik - Erich Heckel, Karl Hofer, Hans Meid" sind die Arbeiten im Kabinett sozusagen brandaktuell – in der Qualität aber gibt es keinen Kontrast. Im Gegenteil: Was Claudia Berg – wie übrigens auch ihre Schwester Susanne Theumer – in der Kaltnadelradierung leistet, ist meines Erachtens das Beste, was in dieser Technik überhaupt jemals geschaffen wurde.

Die 1976 in Halle geborene Claudia Berg mit ihrer Liebe zur radierten Landschaft hat sich Goethes „Italienische Reise“ (1786 – 1788) zum Reiseführer erkoren und ist mit einem Stapel großer Kupferplatten nach Rom gefahren, denn sie radiert immer direkt in der Landschaft. Für die noch in Arbeit befindliche zweite Etappe auf Goethes Spuren nach Neapel hat sie die Kupferplatte sogar auf den Vesuv geschleppt, eine Dreiviertelstunde Fußmarsch steil bergauf...

(Wolfgang Grätz)

Diese und weitere interessante Informationen finden sich im soeben erschienenen 222. Frankfurter Grafikbrief.

Ausstellung: 21. Januar - 7. März 2019

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie

Di, 20.11.2018

© Büchergilde Buchhandlung & Galerie Wolfgang Grätz

Lyrik von Karl Marx?

Aber ja doch! 

Der politisch interessierte Mensch weiß natürlich, dass Karl Marx Das Kapital verfasst hat, aber Gedichte? Der Karl Marx? Ja, Karl Marx (* 5.5.1818 – † 14.3.1883) verfasste in jungen Jahren unzählige Gedichte, meist romantische Balladen von beträchtlicher Länge, einige Liebesgedichte für seine zukünftige Frau Jenny, Gedichte für seinen Vater. Aber auch einige, in denen er mit Gott und der Welt hadert. Der V.O.Stomps-Preisträger Svato Zapletal, der in Hamburg und in der Nähe von Prag lebt, hat wie schon so oft mit feinem Gespür für verborgene Schätze der deutschen Literaturgeschichte die Gedichte gefunden, ausgewählt und mit mehrfarbigen Orig.-Linolschnitten illustriert.

(Wolfgang Grätz)

KARL MARX – GEDICHTE
Mit neun eingebundenen Orig.-Farblinolschnitten, die alle einzeln signiert und nummeriert sind. 40 Seiten, Handsatz, Buchdruck 25 x 19,5 cm. Auflage 52 Expl., Handeinband, in bedrucktes Leinen gebunden.
Preis: EUR 240

Diese und weitere Informationen finden sich im 221. Frankfurter Grafikbrief.

Mo, 19.11.2018

artbook.berlin 2018

Zum siebenten Mal sind 3 Tage artbook.berlin zu Ende gegangen.

Am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft fanden sich zu dieser Künstlerbuchmesse, an der die Pirckheimer sich jetzt das sechste Mal beteiligten, Beispiele unserer Publikationen und Arbeiten unserer Mitglieder, darunter einige Jahresgaben, verschiedene Hefte der Marginalien und graphische Beilagen, Künstlerbücher von Brigitte Iseli-Neustäbler und von XAGO, die Jahresgabe von Harald Kretzschmar, Ausstellungskataloge und vieles mehr.
Der Stand wurde von Till Schröder und Abel Doering betreut und von weiteren Pirckheimern besucht, wie Sigrid und Ralf Wege, Albrecht von Bodecker, Matthias Gubig, Jutta Osterhof, Klaus Ensikat, Jürgen Wilke ... Andere Pirckheimer taten das ihre, auf das Wirken der Gesellschaft am eigenen Stand hinzuweisen, wie Hanfried Wendland, Christian Ewald, miley, Rainer Ehrt, Johanna Binger und Wolfgang Grätz, Claus Lorenzen, sowie Udo Haedicke. Nach nicht so gut besuchten ersten Tagen gab es dann doch noch einen Besucherrekord am Sonntag und natürlich kamen sie alle bei uns vorbei: Jens Ziegler, Zoppe Voskuhl, Hendik Liersch, Ulrich Goerdten, Petrus Akkordeon und und und ... Es wäre auch nicht zu verstehen, wenn sich dieser Besucherrekord nicht zu guter Letzt doch noch eingestellt hätte, denn die Messe war hochkarätig besetzt, wie man hier nochmals nachlesen kann.

Hier gehts zu einer kleinen Fotostrecke zur artbook.berlin 2018, © Abel Doering

Sa, 22.09.2018

Grundstock einer Grafiksammlung: drei signierte und nummerierte Originalgrafiken, immer in drei verschiedenen grafischen Techniken, zum Beispiel Radierung, Lithografie und Holzschnitt. Zu jeder Grafik gibt es einen „Waschzettel", in dem die Künstlerin bzw. der Künstler vorgestellt und die angewendete Technik genau beschrieben wird. Das Ganze befindet sich in einer handgefertigten Grafikmappe im Format 60 x 80 cm, in deren Deckel auf Wunsch der Name der oder des zu Beschenkenden blindgeprägt werden kann.

Einsteigerpaket für Grafiksammlerinnen und -sammler

"[...] Wie bekommt ein junger Mensch heute [...] Gelegenheit, mit der Kultur der Originalgrafik konfrontiert zu, werden? In der Schule leider in der Regel wenig oder gar nicht, und an die Bilder, die bei Eltern oder Großeltern an den Wänden hängen, hat man sich schon so gewöhnt, dass sie nicht mehr in Rede stehen. (Mal wechseln?) Die Büchergilde, die sich seit ihrer Gründung 1924 der Idee verschrieben hat, Menschen an Literatur und Kunst heranzuführen, möchte die anstehende Verschenk-Jahreszeit nutzen, um ein paar trojanische Kunstpferde in Jugendzimmer zu schmuggeln. 

Dazu stellen wir den Grundstock einer Grafiksammlung zusammen [...] 

Es spricht natürlich auch nichts dagegen, dass Sie - obschon bereits erwachsen - sich selbst mit einer Einsteigermappe für eine Grafiksammlung beschenken. Sie können dabei gern auch einen Motiv-Schwerpunkt, z.B. Landschaft oder Akt, angeben, nach dem wir versuchen, eine entsprechende Mappe zusammenzustellen." 

... kompletter Artikel hier. Bitte auch die letzte Seite beachten.

(Wolfgang Grätz im Artclub Journal 87 der Büchergilde)

Mo, 06.08.2018

Franziska Klotz - Mai (Abb. © Büchergilde artclub)

TABOR-KALENDER 2019

Der Kalender versammelt einmal mehr druckgrafische Schwergewichte wie Philip Hennevogl oder den Horst-Janssen-Preisträger Michael Wutz und geniale Bild-Erfinder/innen wie die gerade von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnete Katrin Stangl. Er spiegelt die vitale zeitgenössische deutsche Druckgrafikszene, die internationale Künstler/innen wie die in New Jersey geborene und jetzt in Berlin lebende Laura Bruce anzieht. Eine Grafik des in Paris arbeitenden Damien Deroubaix ermöglicht den Blick über den nationalen Tellerrand. Wer den Grafikkalender über die Jahre mitsammelt, verfügt über eine nachgerade museale private Sammlung der ersten Garnitur zeitgenössischer Kunst.

(Wolfgang Grätz)

Außerdem im 219. Frankfurter Grafikbrief:

  • Annika Siems – Zeichnungen zu Graham Greene Der Dritte Mann
  • Im Kabinett: Klaus Süß – Kleine Modelle für große Plastiken
  • Nachruf auf Günter Stiller, der am 3. Juli 2018 im Alter von 91 Jahren in Watzhahn im Taunus gestorben ist, er ist mit 26 Illustrationen der meistpublizierte Künstler der Büchergilde gewesen
  • Ein Konvolut von Einblattdrucken aus der Bear Press
  • Rotraut Susanne Berner
  • das neue LyrikHeft aus der Sonnenberg Presse

Do, 26.07.2018

Revolution und Realismus, Katalog zur Ausstellung im Alten Museum (Berlin) vom 8. November 1978 bis 25. Februar 1979, Staatl. Museen zu Berlin 1978, 468 S.

George Grosz (1893 - 1959)

Heute vor 125 Jahren wurde George Grosz geboren.

Der Künstler ist mit seinen Bildern und Zeichnungen nicht nur ein Chronist der Weimarer Republik, er war auch deren Mahner und Kritiker. Er kritisierte Armut und Massenarbeitslosigkeit, Aufrüstung und Faschismus.

1959 kehrte er aus seinem amerikanischen Exil nach Deutschland zurück und starb kurz darauf mit nur 66 Jahren.

Bei der Büchergilde erscheint Anfang 2019 nicht nur eine Neuauflage seines berühmten „Spiesser-Spiegel“, sondern auch ein Band mit vollkommen unbekannten Zeichnungen.

Mehr dazu im Büchergilde Magazin I/19.

(Wolfgang Grätz)

Do, 19.04.2018

BERND JENTZSCH/ INGRID JÖRG – DIE WIRKUNG DES EBERS AUF DIE SAU 24 S. mit 8, davon 5 doppelseitigen achtfarbigen Orig.-Linolschnitten, ein weitere auf dem Buchdeckel. 56. Druck 1980. 34,5 x 33,5 cm, Handsatz, Buchdruck, Hardcover, im Impressum von Ingrid Jörg signiert, nummeriert, Auflage 95 Expl.

Aus dem Grafikbrief 217

Ingrid Jörg ist als Pressendruckerin und Schöpferin wunderbarer Farblinolschnitte bekannt, aber zu ihrem Lebenswerk gehörte und gehört immer auch die Malerei, sie bevorzugt das große Format und kann auf ein bemerkenswertes Oeuvre blicken. Die Büchergilde Buchhandlung Frankfurt/M zeigt in einer Ausstellung neben den Pressendrucken und Einzelgrafiken auch diese großartige Malerei.

Die Berliner Handpresse, von Wolfgang Jörg (1934 - 2009) und Erich Schöning (1935 - 1989) 1961 gegründet, wird von Ingrid Jörg nach dem Tod der Betreiber weitergehührt mit Handpressendrucken, die von Erich Schönig, Wolfgang Jörg, Klaus Ensikat und eigenen Orig.-Farblinolschnitten ausgestattet wurden. Dies, obwohl es 17 eigenständige Drucke von Ingrid Jörg gibt – aber die waren und sind schwer zu bekommen! Denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, deren Gemeinschaftswerke meist eine Auflage von 300 Exemplaren hatten, druckte sie immer höchstens 100 Exemplare, was bei z.B. acht Farblinolschnitten pro Buch à 6 Farben gewaltige 4800 Handdruck-Vorgänge je Buchauflage ausmachte.

Ausstellung: 20. April - 9. Juni 2018

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
Frankfurt am Main, An der Staufenmauer 9

Hier geht es zum aktuellen Grafikbrief.

 

Di, 13.03.2018

Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Wolfgang Grätz

Eine neue Frans Masereel-Vorzugsausgabe

Wolfgang Grätz macht in seinem, soeben erschienenen 216. Frankfurter Grafikbrief  auf eine interessante Neuerscheinung aufmerksam:

Eine neue Frans Masereel-Vorzugsausgabe
Die rührige, in Saarbrücken (wo Masereel nach dem 2. Weltkrieg eine Professur hatte) ansässige Frans-Masereel-Stiftung hat eine neue Ausgabe des aus 100 Holzschnitten bestehenden Werks „Die Stadt“ initiiert – eine gute Idee, denn das Buch ist aktuell wie bei seinem ersten Erscheinen 1925. Masereel ist ja der eigentliche Erfinder der Graphic Novel, in seinen seit Anfang des 20. Jahr-hunderts erschienenen Holzschnittbüchern erweist er sich als kritischer Chronist seiner Zeit wie als Romancier in Bildgeschichten. Dass er „nebenher“ hunderte Bücher mit Holzschnitten illustrierte, hat ihm einen Ehrenplatz im Buchkunst-Olymp eingetragen.

Weitere Thremen des 216. Frankfurter Grafikbriefs sind 

  • Der Original-Farbholzschnitt - 400 Jahre Ebbe, jetzt die Explosion! (Ausstellung 14. Februar - 29. März 2018, Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt am Main)

  • Früh übt sich! Katrin Stangl bietet Originalgrafik für die Jüngsten

  • Ein weiterer Totentanz

  • Matthias Roloff bearbeitet auch Borchert

Di, 06.02.2018

Pirckheimer in Leipzig 2017

Zwei wichtige Termine im März

Zwei für Freunde des Bibliophilen interessante Veranstaltungen stehen im nächsten Monat auf dem Programm, die

Leipziger Buchmesse vom 15. bis 18. März und die
BuchDruckKunst Hamburg am 24. und 25. März.

An der Leipziger Buchmesse wird, bereits das zweite Mal nach 1990, die Pirckheimer-Gesellschaft mit einem eigenen Stand teilnehmen. Die Gesellschaft wird an fast derselben Stelle wie 2017 in Halle 3 an Stand E513 zu finden sein, in trauter Nachbarschaft zu den Pirckheimern Wolfgang Grätz (Büchergilde artclub) und Jürgen Schweitzer (Edition Curt Visel) und in der Nähe der Pirckheimer Hartmut Andryczuk (Hybriden-Verlag), Jens Henkel (Burgart-Presse), Fred Lautsch (Mückenschweinverlag), Henry Günther (Edition Balance) und Christian Ewald (Katzengraben-Presse). Weitere Pirckheimer sind auf der 24. Antiquariatsmesse direkt neben dem Stand der Pirckheimer-Gesellschaft und auch in anderen Hallen anzutreffen.

Und bereits eine Woche später startet in Hamburg die 13. BuchDruckKunst, ebenfalls wieder mit Beteiligung von Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft. Klaus Waschk wird im Foyer Zeichnungen zum Kapital präsentieren und als Aussteller werden wie gewohnt Henry Günther, Rainer Ehrt, Claus Lorenzen und Hanfried Wendland dort vertreten sein.

Errata: Die Standnummer der Pirckheimer-Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse ist E 508 (wird im Ausstellerverzeichnis noch nicht angezeigt)

Fr, 26.01.2018

Rainer Ehrt - FRANZ KAFKA ER, Aufl. 40 Expl., 2016

215. Frankfurter Grafikbrief

Im neuesten, von Wolggang Grätz herausgegebenen, Frankfurter Grafikbrief finden sich Hinweise auf die aktuellen Ausstellungen in der Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie "Politik gestalten! Plakate von Studierenden der UdK Berlin" und im Kabinett "Büchergilde Vorzugsausgaben – ein eigenes Kapitel Buchkunstgeschichte". 

Weitere Themen im 215. Frankfurter Grafikbrief u.a.:

  • Nachruf auf Horst Hussel
  • Elmar Faber 1934 bis 2017
    „Du fehlst!“ Wenn das inzwischen bei vielen Trauerfällen zitierte Ondit aus Grönemeyers Lied wirklich passt – dann bei Elmar Faber, freilich in der Form „Sie fehlen!“ Er fehlt – als leibhaftiger Zeuge von intellektueller Größe, Mut und Unerschrockenheit, stellvertretend für viele in der DDR – als Verleger des Aufbau Verlages: Haben Sie gewusst, dass Faber 1985 ...
  • Susanne Theumer illustriert den berühmten japanischen Schriftsteller Osamu Dazai (1909 – 1948),
  • Franz Kafka hoch geEhrt (ein Kalauer, aber Rainer Ehrts Künstlerbuch verführt dazu)
  • Mathias Roloff bearbeitet auch Borcherts „Küchenuhr“ in einem Pressendruck, wie gerade erst Andrea Lange
  • Anton Mariinsky, Student bei Henning Wagenbreth, hat sich nicht an der großen Plakataktion beteiligt hat, dafür eine ganze Mappe an Grafiken geschaffen, die an die Bildsprache des revolutionären Russland anknüpft, und es ist erstaunlich, wie aktuell das wirkt, diese Mischung aus Comic und Agitprop, die aber auch an die piktogrammatische Figuration eines Gerd Arntz (1900 – 1988) erinnert.

Ausstellungen: 23. Januar - 20. Febrhuar 2018

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie