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Wolfgang Grätz

Pirckheimer-Blog

Wolfgang Grätz

Sa, 22.09.2018

Grundstock einer Grafiksammlung: drei signierte und nummerierte Originalgrafiken, immer in drei verschiedenen grafischen Techniken, zum Beispiel Radierung, Lithografie und Holzschnitt. Zu jeder Grafik gibt es einen „Waschzettel", in dem die Künstlerin bzw. der Künstler vorgestellt und die angewendete Technik genau beschrieben wird. Das Ganze befindet sich in einer handgefertigten Grafikmappe im Format 60 x 80 cm, in deren Deckel auf Wunsch der Name der oder des zu Beschenkenden blindgeprägt werden kann.

Einsteigerpaket für Grafiksammlerinnen und -sammler

"[...] Wie bekommt ein junger Mensch heute [...] Gelegenheit, mit der Kultur der Originalgrafik konfrontiert zu, werden? In der Schule leider in der Regel wenig oder gar nicht, und an die Bilder, die bei Eltern oder Großeltern an den Wänden hängen, hat man sich schon so gewöhnt, dass sie nicht mehr in Rede stehen. (Mal wechseln?) Die Büchergilde, die sich seit ihrer Gründung 1924 der Idee verschrieben hat, Menschen an Literatur und Kunst heranzuführen, möchte die anstehende Verschenk-Jahreszeit nutzen, um ein paar trojanische Kunstpferde in Jugendzimmer zu schmuggeln. 

Dazu stellen wir den Grundstock einer Grafiksammlung zusammen [...] 

Es spricht natürlich auch nichts dagegen, dass Sie - obschon bereits erwachsen - sich selbst mit einer Einsteigermappe für eine Grafiksammlung beschenken. Sie können dabei gern auch einen Motiv-Schwerpunkt, z.B. Landschaft oder Akt, angeben, nach dem wir versuchen, eine entsprechende Mappe zusammenzustellen." 

... kompletter Artikel hier. Bitte auch die letzte Seite beachten.

(Wolfgang Grätz im Artclub Journal 87 der Büchergilde)

Mo, 06.08.2018

Franziska Klotz - Mai (Abb. © Büchergilde artclub)

TABOR-KALENDER 2019

Der Kalender versammelt einmal mehr druckgrafische Schwergewichte wie Philip Hennevogl oder den Horst-Janssen-Preisträger Michael Wutz und geniale Bild-Erfinder/innen wie die gerade von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnete Katrin Stangl. Er spiegelt die vitale zeitgenössische deutsche Druckgrafikszene, die internationale Künstler/innen wie die in New Jersey geborene und jetzt in Berlin lebende Laura Bruce anzieht. Eine Grafik des in Paris arbeitenden Damien Deroubaix ermöglicht den Blick über den nationalen Tellerrand. Wer den Grafikkalender über die Jahre mitsammelt, verfügt über eine nachgerade museale private Sammlung der ersten Garnitur zeitgenössischer Kunst.

(Wolfgang Grätz)

Außerdem im 219. Frankfurter Grafikbrief:

  • Annika Siems – Zeichnungen zu Graham Greene Der Dritte Mann
  • Im Kabinett: Klaus Süß – Kleine Modelle für große Plastiken
  • Nachruf auf Günter Stiller, der am 3. Juli 2018 im Alter von 91 Jahren in Watzhahn im Taunus gestorben ist, er ist mit 26 Illustrationen der meistpublizierte Künstler der Büchergilde gewesen
  • Ein Konvolut von Einblattdrucken aus der Bear Press
  • Rotraut Susanne Berner
  • das neue LyrikHeft aus der Sonnenberg Presse

Do, 26.07.2018

Revolution und Realismus, Katalog zur Ausstellung im Alten Museum (Berlin) vom 8. November 1978 bis 25. Februar 1979, Staatl. Museen zu Berlin 1978, 468 S.

George Grosz (1893 - 1959)

Heute vor 125 Jahren wurde George Grosz geboren.

Der Künstler ist mit seinen Bildern und Zeichnungen nicht nur ein Chronist der Weimarer Republik, er war auch deren Mahner und Kritiker. Er kritisierte Armut und Massenarbeitslosigkeit, Aufrüstung und Faschismus.

1959 kehrte er aus seinem amerikanischen Exil nach Deutschland zurück und starb kurz darauf mit nur 66 Jahren.

Bei der Büchergilde erscheint Anfang 2019 nicht nur eine Neuauflage seines berühmten „Spiesser-Spiegel“, sondern auch ein Band mit vollkommen unbekannten Zeichnungen.

Mehr dazu im Büchergilde Magazin I/19.

(Wolfgang Grätz)

Do, 19.04.2018

BERND JENTZSCH/ INGRID JÖRG – DIE WIRKUNG DES EBERS AUF DIE SAU 24 S. mit 8, davon 5 doppelseitigen achtfarbigen Orig.-Linolschnitten, ein weitere auf dem Buchdeckel. 56. Druck 1980. 34,5 x 33,5 cm, Handsatz, Buchdruck, Hardcover, im Impressum von Ingrid Jörg signiert, nummeriert, Auflage 95 Expl.

Aus dem Grafikbrief 217

Ingrid Jörg ist als Pressendruckerin und Schöpferin wunderbarer Farblinolschnitte bekannt, aber zu ihrem Lebenswerk gehörte und gehört immer auch die Malerei, sie bevorzugt das große Format und kann auf ein bemerkenswertes Oeuvre blicken. Die Büchergilde Buchhandlung Frankfurt/M zeigt in einer Ausstellung neben den Pressendrucken und Einzelgrafiken auch diese großartige Malerei.

Die Berliner Handpresse, von Wolfgang Jörg (1934 - 2009) und Erich Schöning (1935 - 1989) 1961 gegründet, wird von Ingrid Jörg nach dem Tod der Betreiber weitergehührt mit Handpressendrucken, die von Erich Schönig, Wolfgang Jörg, Klaus Ensikat und eigenen Orig.-Farblinolschnitten ausgestattet wurden. Dies, obwohl es 17 eigenständige Drucke von Ingrid Jörg gibt – aber die waren und sind schwer zu bekommen! Denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, deren Gemeinschaftswerke meist eine Auflage von 300 Exemplaren hatten, druckte sie immer höchstens 100 Exemplare, was bei z.B. acht Farblinolschnitten pro Buch à 6 Farben gewaltige 4800 Handdruck-Vorgänge je Buchauflage ausmachte.

Ausstellung: 20. April - 9. Juni 2018

Büchergilde Buchhandlung & Galerie
Frankfurt am Main, An der Staufenmauer 9

Hier geht es zum aktuellen Grafikbrief.

 

Di, 13.03.2018

Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Wolfgang Grätz

Eine neue Frans Masereel-Vorzugsausgabe

Wolfgang Grätz macht in seinem, soeben erschienenen 216. Frankfurter Grafikbrief  auf eine interessante Neuerscheinung aufmerksam:

Eine neue Frans Masereel-Vorzugsausgabe
Die rührige, in Saarbrücken (wo Masereel nach dem 2. Weltkrieg eine Professur hatte) ansässige Frans-Masereel-Stiftung hat eine neue Ausgabe des aus 100 Holzschnitten bestehenden Werks „Die Stadt“ initiiert – eine gute Idee, denn das Buch ist aktuell wie bei seinem ersten Erscheinen 1925. Masereel ist ja der eigentliche Erfinder der Graphic Novel, in seinen seit Anfang des 20. Jahr-hunderts erschienenen Holzschnittbüchern erweist er sich als kritischer Chronist seiner Zeit wie als Romancier in Bildgeschichten. Dass er „nebenher“ hunderte Bücher mit Holzschnitten illustrierte, hat ihm einen Ehrenplatz im Buchkunst-Olymp eingetragen.

Weitere Thremen des 216. Frankfurter Grafikbriefs sind 

  • Der Original-Farbholzschnitt - 400 Jahre Ebbe, jetzt die Explosion! (Ausstellung 14. Februar - 29. März 2018, Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt am Main)

  • Früh übt sich! Katrin Stangl bietet Originalgrafik für die Jüngsten

  • Ein weiterer Totentanz

  • Matthias Roloff bearbeitet auch Borchert

Di, 06.02.2018

Pirckheimer in Leipzig 2017

Zwei wichtige Termine im März

Zwei für Freunde des Bibliophilen interessante Veranstaltungen stehen im nächsten Monat auf dem Programm, die

Leipziger Buchmesse vom 15. bis 18. März und die
BuchDruckKunst Hamburg am 24. und 25. März.

An der Leipziger Buchmesse wird, bereits das zweite Mal nach 1990, die Pirckheimer-Gesellschaft mit einem eigenen Stand teilnehmen. Die Gesellschaft wird an fast derselben Stelle wie 2017 in Halle 3 an Stand E513 zu finden sein, in trauter Nachbarschaft zu den Pirckheimern Wolfgang Grätz (Büchergilde artclub) und Jürgen Schweitzer (Edition Curt Visel) und in der Nähe der Pirckheimer Hartmut Andryczuk (Hybriden-Verlag), Jens Henkel (Burgart-Presse), Fred Lautsch (Mückenschweinverlag), Henry Günther (Edition Balance) und Christian Ewald (Katzengraben-Presse). Weitere Pirckheimer sind auf der 24. Antiquariatsmesse direkt neben dem Stand der Pirckheimer-Gesellschaft und auch in anderen Hallen anzutreffen.

Und bereits eine Woche später startet in Hamburg die 13. BuchDruckKunst, ebenfalls wieder mit Beteiligung von Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft. Klaus Waschk wird im Foyer Zeichnungen zum Kapital präsentieren und als Aussteller werden wie gewohnt Henry Günther, Rainer Ehrt, Claus Lorenzen und Hanfried Wendland dort vertreten sein.

Errata: Die Standnummer der Pirckheimer-Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse ist E 508 (wird im Ausstellerverzeichnis noch nicht angezeigt)

Fr, 26.01.2018

Rainer Ehrt - FRANZ KAFKA ER, Aufl. 40 Expl., 2016

215. Frankfurter Grafikbrief

Im neuesten, von Wolggang Grätz herausgegebenen, Frankfurter Grafikbrief finden sich Hinweise auf die aktuellen Ausstellungen in der Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie "Politik gestalten! Plakate von Studierenden der UdK Berlin" und im Kabinett "Büchergilde Vorzugsausgaben – ein eigenes Kapitel Buchkunstgeschichte". 

Weitere Themen im 215. Frankfurter Grafikbrief u.a.:

  • Nachruf auf Horst Hussel
  • Elmar Faber 1934 bis 2017
    „Du fehlst!“ Wenn das inzwischen bei vielen Trauerfällen zitierte Ondit aus Grönemeyers Lied wirklich passt – dann bei Elmar Faber, freilich in der Form „Sie fehlen!“ Er fehlt – als leibhaftiger Zeuge von intellektueller Größe, Mut und Unerschrockenheit, stellvertretend für viele in der DDR – als Verleger des Aufbau Verlages: Haben Sie gewusst, dass Faber 1985 ...
  • Susanne Theumer illustriert den berühmten japanischen Schriftsteller Osamu Dazai (1909 – 1948),
  • Franz Kafka hoch geEhrt (ein Kalauer, aber Rainer Ehrts Künstlerbuch verführt dazu)
  • Mathias Roloff bearbeitet auch Borcherts „Küchenuhr“ in einem Pressendruck, wie gerade erst Andrea Lange
  • Anton Mariinsky, Student bei Henning Wagenbreth, hat sich nicht an der großen Plakataktion beteiligt hat, dafür eine ganze Mappe an Grafiken geschaffen, die an die Bildsprache des revolutionären Russland anknüpft, und es ist erstaunlich, wie aktuell das wirkt, diese Mischung aus Comic und Agitprop, die aber auch an die piktogrammatische Figuration eines Gerd Arntz (1900 – 1988) erinnert.

Ausstellungen: 23. Januar - 20. Febrhuar 2018

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie

Di, 23.01.2018

Deutsch-Niederländische Grafikbörse

Die Corvinus Presse mit Hendrik Liersch wird an der 31. Deutsch-Niederländischen Grafikbörse teilnehmen, genau wie der Pirckheimer Wolfgang Grätz mit dem Artclub der Büchergilde und Inka Grebner wird die augen:falter präsentieren - nur drei der 70 Aussteller, darunter Studierende aus Bochum und Osnabrück, Galerien, aber auch Fotografen und Antiquariate. Die Börse ist schon lange ein wichtiger Treffpunkt für Grafikkünstler und -freunde aus ganz Deutschland und den Niederlanden, die in Borken am ersten Märzwochenende wieder die gesamte Bandbreite serieller Drucktechniken zeigen werden. Neu in diesem Jahr ist die Vorstellung eines grenzüberschreitendes Grafiknetzwerkes, welches sich aus der Zusammenarbeit der Künstler entwickelte.

Messe: 2. - 4. März 2018

Stadthalle | Am Vennehof 2 | 46325 Borken, Nordrhein-Westfalen

Fr, 08.12.2017

Büchergilde-Magazin

Das Magazin der Büchergilde für das erste Quartal 2018 ist erschienen und kann hier durchgeblättert werden. Zu finden in dieser Ausgabe auch wieder ein Beitrag des Pirckheimers Wolfgang Grätz über den Sinn von Vorzugsausgaben (S. 134) und die Vorstellung einer solchen Vorzugsausgabe des Mitglieds Roland Berger, gedruck von Marc Berger (S. 136). 

Do, 16.11.2017

Die Koffer für die artbook.berlin 2017 sind gepackt ...

Pirckheimer auf der artbook.berlin

Morgen startet die artbook.berlin nunmehr zum fünften Mal und die Pirckheimer werden wieder dabei sein ...

... waren von der ersten Stunde an bei dieser Buchkunstmesse dabei. Bei der ersten artbook.berlin waren wir vertreten durch unsere Mitglieder, bei der zweiten darüber hinaus mit einem Informationsstand der Pirckheimer-Gesellschaft und bei der vierten bereits durch Beteiligung am Programm. Die Koffer für die artbook.berlin 2017 sind gepackt und wir haben wieder Proben unserer Jahresgaben, der Graphischen Beilagen zu den Marginalien und viele Probehefte dieser Zeitschrift, originalgraphische Speisekarten und bibliophile Gaben zu Jahrestreffen und natürlich Aufnahmeanträge im Gepäck.

Auch viele Mitglieder unserer Gesellschaft sind 2017 mit eigenen Präsentationen auf der artbook vertreten, so u.a. Rainer Ehrt, Wolfgang Grätz, Christian Ewald und und und - näheres hier: artbook.berlin 2017. Also: ein Besuch lohnt!

17. November 2017, 16 - 20 Uhr
18. November 2017, 12 - 20 Uhr
19. November 2017, 11 - 17 Uhr

Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2 | 10779 Berlin

Do, 21.09.2017

... aus dem 213. Frankfurter Grafikbrief

MATTHIAS GUBIG DOKUMENTIERT ZUM ZWEITEN MAL DAS „BESTDEUTSCH“

Im Jahre 2004 erschien „Bestdeutsch 1990 bis 2003“ als einer von Gubigs vorzüglich ausgestatteten und originalgrafisch illustrierten „Spätdrucken“. Nun haben sich genügend neue „Wörter und Unwörter“ angesammelt, um den Band 2 erscheinen zu lassen. Die zwischen 2004 und 2016 von der Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden zu Wörtern des Jahres gekürten Begriffe, ergänzt um ausgewählte „Unwörter“, die eine unabhängige Jury aus Sprachwissenschaftlern jährlich anprangert, sind in diversen Schrifttypen groß über die Buchseiten gestreut, ohne Kommentar, illustriert mit farbigen Originalgrafiken, bei denen erneut Gubigs Bilderfindungsgabe zu bewundern ist. Der Druck dokumentiert in hochwertigster Form deutsche Zeitgeschichte.

Der von Wolfgang Grätz herausgegebene Frankfurter Grafikbrief kann hier gelesen werden. Als eine von einhundert inhabergeführten Buchhandlungen Deutschlands hat die von Wolfgang Grätz geführte Büchergilde Buchhandlung von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters gestifteten Deutschen Buchhandlungs-preis 2017 zuerkannt bekommen.

Mi, 16.08.2017

Matthias Haberzettl (lks.) und Wolfgang Grätz, Foto: Lisa Stöhr

Klemke-SchülerInnen in Ffm

Ausstellungseinführung 5 bedeutene Klemke-SchülerInnen, gestern Abend in der Büchergilde-Buchhandlung Ffm:

Matthias Haberzettl erzählte zunächst über Werner Klemke, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Zu seinem Leben gehört nicht nur seine umfangreiche Arbeit als Buchillustrator, sondern auch seine langjährige Lehrtätigkeit. Um davon zu erzählen, waren zwei der fünf ausgestellten Klemke-SchülerInnen vor Ort: Dagmar Zemke und Hans-Joachim Behrendt.

Haberzettl erzählte aber auch davon, dass Klemke während seiner Zeit in der Wehrmacht begann, für verfolgte Juden Dokumente zu fälschen. Auf diese Weise rettete er etwa 300 Menschen das Leben, erzählte aber nach dem 2. Weltkrieg nie davon. Erst lange nach seinem Tod fand eine Dokumentarfilmerin Aufzeichnungen dazu.

Weitere Fotos hier.

Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt | An der Staufenmauer 9 | 60311 Frankfurt/M

Sa, 12.08.2017

Arno Waldschmidt: K. Mühlenhaupt, aus einem Buch der Corvinus Presse, gedruckt von Hendrik Liersch

Aus dem 212. Frankfurter Grafikbrief

EINE ÄRA DER WESTBERLINER KUNST GEHT ZU ENDE

DER RIXDORFER ARNO WALDSCHMIDT IST TOT

Die 1960er und 1970er-Jahre waren in Westberlin eine Blütezeit für eine Melange aus Holzschnitt, Bier, Anarchie, Buchgrafik, Sex, anzügliche Lyrik, Druck, Trödel und Aktion. V.O. Stomps war 1967 nach Westberlin zurückgekehrt, leider nur noch drei Lebensjahre waren ihm und seiner Neuen Rabenpresse vergönnt. Auch der spirituelle Kopf dieser politischen und poetischen Holzschnitt-Massenbewegung, der Dichter und Grafiker Günther Bruno Fuchs, wurde nicht alt, 1977 starb der nur knapp 49 Jahre alte Gründungsanreger und spritus rector der Werkstatt Rixdorfer Drucke, so nannte sich das Künstlerkollektiv, dem neben Fuchs (bis 1969) Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt angehörten, die ab 1963 neben den individuellen Arbeiten zahlreiche gemeinsame Publikationen erstellten. 

Am 2. März dieses Jahres ist Arno Waldschmidt, der 1936 in Kassel geboren wurde und nach einer Schaufenstergestalterlehre bei Karstadt an der Kasseler Werkkunstschule studierte, im Alter von 80 Jahren in Berlin gestorben. Sein letztes originalgrafisches Buch „Behauptungen“ erschien 2008 bei der Büchergilde – und Hugo Hoffmans Atelier Handpresse.

HUGO HOFFMANN HAT DIE ATELIER-HANDPRESSE GESCHLOSSEN

Hugo Hoffmann wurde 1947 in Berlin geboren. Schon im Internat Insel Scharfenberg leitete er die Internatsdruckerei. Das 1968 begonnene Studium der Politologie und Publizistik gab er schnell auf – zugunsten einer Stelle als Mädchen für alles beim Kreuzberger Leierkastenmann, Trödelhändler und Kunstakademieabsolventen Kurt Mühlenhaupt, dem er als Drucker, Setzer, Lektor und Adlatus diente. 1972 gründete er seine eigene Edition „Atelier-Handpresse“, die zu einer Kreuzberger Institution wurde. Unzählige originalgrafische Bücher und Holzschnitte hat Hoffmann gedruckt, vor allem lebenslang für Mühlenhaupt, aber auch zahlreiche andere Künstler, so eben auch Arno Waldschmidts letztes Buch. Nun hat Hoffmann seine Druckpressen ins Museum gebracht und die Werkstatt ausgekehrt. Es bleiben – die von ihm verlegten und gedruckten Bücher.

(Wolfgang Grätz)

Frankfurter Grafikbrief

Do, 27.07.2017

Dagmar Zemke, "Eva und Lilith". Holzschnitt auf Japanpapier, Unikat. 228,- Euro

Fünf bedeutene Klemke-Schüler/innen

Am 15. August beginnt in der Büchergilde Buchhandlung Ffm die Ausstellung "Werner Klemke zum 100. Geburtstag: Fünf bedeutende Klemke-SchülerInnen"
Werner Klemke war der wohl wichtigste Buchillustrator der DDR, aber auch Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Gezeigt werden Arbeiten von Inge Jastram (*1934), Wolfgang Würfel (*1932), Hans-Joachim Behrendt (*1937), Dietrich Lusici (*1942) und Dagmar Zemke (*1958), die bei Klemke studiert haben.
Matthias Haberzettl (Klemke-Sammler und bester Kenner des Künstlers) führt am Dienstag, den 15.8.2017 um 19.30 Uhr in das Werk von Klemke ein.

Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt | An der Staufenmauer 9 | 60311 Frankfurt/M

Mi, 28.06.2017

Svato Zapletal, Stomps-Preisträger 2017

Bis Anfang August findet in der Büchergilde-Buchhandlung in Frankfurt/M unseres Mitglieds Wolfgang Grätz eine Ausstellung des diesjährigen V.O. Stomp-Preisträgers Svato Zapletal statt, wie dem aktuellen Grafikbrief zu entnehmen ist.

1946 in Prag geboren, legte Zapletal 1964 das Fachabitur ab, um dann als Maschinenbautechniker, Beifahrer und beim Zirkus zu arbeiten. Seine Flexibilität kam ihm nach seiner Übersiedlung in die BRD 1969 sehr zupass, und sie zeichnet auch sein buchkünstlerisches Werk aus: Im Studium belegte er nicht nur die Kurse in freier Malerei bei dem Bauhaus-Schüler Hans Thiemann, sondern auch Typografie und Schriftgrafik bei Gerhard Rühm und Werner Bunz. So verschieden seine Lehrer waren, so variantenreich sind nun seine künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten als Büchermacher und freischaffender Künstler.
Während sein Studium erst 1977 endete, erschien bereits 1975 sein erstes originalgrafisches Buch, ein Jahr später, noch als Student, gab er seiner künstlerischen Zukunft die organisatorische Form des Svato Verlags.
Svato gestaltet seine Bücher von A bis Z selbst: Angefangen von der Auswahl der Texte, schafft er, meist in der Technik des Original-Farblinolschnittes und von 6 oder 7 Platten gedruckt, auch die Illustrationen. Die typografische Gestaltung im Bleisatz übernimmt er ebenso (das Setzen selbst nicht unbedingt) wie den Druck der Grafiken von Hand auf einer Andruckpresse. Es entstehen Bücher von klassischer Schönheit und Lesehunger erzeugender Bildpracht.

Ausstellung: 27. Juni - 3. August 2017

Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt
An der Staufenmauer 9
60311 Frankfurt/M