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Pirckheimer-Blog

Mo, 24.12.2018

Allen Pirckheimern ein Frohes Fest

Ey
Alter!
Was geht?
Was guckstu?
Was druckst du?
Was steht zu Buche?
Was haben wir gebucht?
Wohin soll die Reise gehen?
Mit Breydenbach ins Heilige Land
oder mit dem Narrenschiff nach Utopia?
Navigatio Brendani oder Gulliver´s Travels?
Zur Insel der Glückseeligen? Zum Mittelpunkt der Erde?
___________________
Laus Stultitiae
oder
Scala intellectus?

Sa, 22.12.2018

PF 2019

Es gibt gute Gründe, (sich) auf eine Bank zu setzen.
Geld mehren, rasten, träumen, beobachten, seinen Horizont erweitern, Pläne schmieden.
Wichtig ist nur, was man daraus macht! ...

(aus einem Weihnachtswunsch und Neujahrsgruß von Katrin und Ralph Aepler)

Fr, 21.12.2018

PF 2019

Um die Vorderseite (Abb.) ranken sich zwei Geschichten, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen .• Vor einiger Zeit erhielten wir einen Anruf. Eine Dame berichtete am Telefon, die Werbeagentur, in der sie tätig war, habe ihre Arbeit eingestellt. Übrig geblieben seien nur vier, fünf Kartons mit Fachbüchern: Typographie, Schrift etc. Niemand habe Interesse daran, aber bei uns wären sie doch gut aufgehoben. Einzige Bedingung: Abholung! Die Sichtung förderte zwei Musterbücher zutage, keine Schriftmusterbücher, sondern solche für Messinglinien, herausgegeben von der Firma Berthold in Berlin (1894) und der fast unbekannten »Berliner Messinglinien-Fabrik Aktiengesellschaft« (1891), die zwei Jahre später mit Berthold vereint wurde. Welche Raritäten! • In diesem Jahr nun, und das ist die zweite Geschichte, wurde uns das Glück zuteil, diese phantasievollen Ornamente nicht nur auf Papier vor uns zu haben, sondern als reale, zum Druck verwendbare Messinglinien. Den Schatz, er präsentiert sich auch in einem richtigen »Schatzkästchen«, verdanken wir Christa Frohburg, als sie die 1842 gegründete Buchdruckerei Roßberg in Frankenberg nicht weiter fortführen wollte. Ganz lieben Dank an Frau Frohburg .• In gleicher Weise gilt unser Dank Gudrun Zapf-von Hesse für eine frühe Kniehebelpresse von Christian Dingler. Sie stand im Arbeitszimmer ihres Mannes, die sie an uns weiterreicht im Sinne der freundschaftlichen Verbundenheit mit Hermann Zapf über viele Jahrzehnte. Sie wurde eingeweiht auf dem letzten Schriftenfest mit dem Text von Beatrice Ward: » This is a Printing Office « gesetzt in der seltenen »Spectrum« .• Wie 2017 haben auch dieses Jahr Mitarbeiter der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) uns besucht, um die Atmosphäre, den typischen Duft, einer traditionellen Buchdruckerei zu erleben. 
(SchumacherGebler)

Do, 20.12.2018

Betrachtungen zu Weihnachten 2018

Was ist geschehen? Ein Engel soll Maria die Botschaft gebracht haben und die Folgen feiern wir dann Weihnachten seit gut zweitausend Jahren.

Was ist noch geschen? Sehr vieles in der kleinen Welt und bei uns zu Hause. Täglich erreichen uns mehr schlechte Botschaften als gute. Man könnte ja das Schlechte ausschalten, wegbeamen. Augen zu und durch - eben sportlich. Das ist nicht die Lösung. Welche aber dann? Wir haben ja auch gemerkt, dass nicht einmal Bildung hilft, wenn in uns "der alte Adam", Bruder Kain, das Ego je druchkommt. Und doch. Die frohe Botschaft kann nicht sein, weg mit alledem. Denn wenn wir Menschen schon mit unserer religio = "Rückbindung" und mit Bildung so sind, wie wir sind. Wie wären wir aufgestellt, hätten wir all die Kulturleistungen, die Aufklärung nicht?
Es gibt also diese "Engel" in der Welt. Und bei meinen Engelprojekten der letzten Jahre ist mir der Satz begegnet: "Einen Engel erkennt man erst, wenn er gegangen ist."  Dies zu wissen, kann doch aber helfen, positiv zu denken.

Was ist zusätzlich geschehen? Durch die digitalen Möglichkeiten sind die p.f.- Grüße mit der kleinen Originalgrafik zum Neuen Jahr in Größenordnung weggefallen. Das ist schon ein Stück Kulturverlust.

Frohe Weihnachten wünschten und auf ein gutes aufgeklärtes Jahr 2019 hoffend
grüßen
Armin und Barbara Schubert

So, 16.12.2018

Ich wollte doch eigentlich nur Maler sein

Eine Ausstellung in München zeigt Paul Renner, der als Erfinder der Schrift „Futura" bekannt ist, von anderen Seiten. Entdeckt werden kann er als Buchgestalter, als Maler oder politisch handelnder Zeitgenosse. Seine Biographie ist eng mit der Stadt München verbunden: Er studierte an der Akademie der Künste und der Debschitz-Schule, gestaltete unzählige Bücher für den Münchner Georg Müller Verlag und leitete die Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker. In den 1920er Jahren trat er mit Thomas Mann öffentlich gegen den aufkeimenden Nationalsozialismus auf. Sein kritischer Text „Kulturbolschewismus?" von 1932 führte dazu, dass seine Schriften auf die Liste der verbotenen Bücher gesetzt wurden. 

Die Ausstellung ist ein Projekt von Studierenden des Instituts für Deutsche Philologie unter der Leitung von Prof. Dr. Waldemar Fromm (Arbeitsstelle für Literatur in Bayern) und Laura Mokrohs (Zentrum für Buchwissenschaft) in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek, der UB der LMU München und der Typographischen Gesellschaft München.

Ausstellung: 15. Januar bis 26. April2019

UB der Ludwig-Maximilians-Universität München
Ausleihhalle, Geschwister-Scholl-Platz 1

Sa, 15.12.2018

Titel: Franz Stassen

Blütenlese

Präsentation der Neuerwerbung von Jugendstilbucheinbänden der Sammlung Dr. Graham Dry

Zu den bedeutendsten Erwerbungen der Staatsbibliothek zu Berlin im Jahr 2018 gehört die Sammlung von Jugendstileinbänden aus dem Besitz von Graham Dry. Der aus England kommende, in München lebende Kunsthistoriker hat jahrzehntelang intensiv die Zeit des Jugendstils, dessen Künstler und deren Ausdrucksformen erforscht und diese einzigartige Sammlung geformt. Die mehr als 11.000 von ihm zusammengetragenen Bücher geben einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt des künstlerischen Schaffens jener Jahre und sind zugleich eine wahre Fundgrube, nicht nur für Kunsthistoriker. Die Sammlung Dry ergänzt den bereits in Berlin vorhandenen hervorragenden Bestand auf trefflichste Weise, zumal die Bände von herausragender Qualität sind. Charakteristische Beispiele werden von Ingeborg Becker, der ehemaligen Direktorin des Bröhan-Museums und ausgewiesenen Jugendstil-Expertin, in Wort und Bild erläutert.

Eine Vitrinen-Präsentation zeigt Originale der Sammlung.

10. Januar 2019, 18 Uhr, Grußworte: Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin und Graham Dry, Kunsthistoriker
Vortrag: Ingeborg Becker
Um Anmeldung bis zum 7. Januar wird gebeten: events (at) sbb.spk-berlin.de

Staatsbibliothek zu Berlin - PK
Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Fr, 14.12.2018

Umschlaggestaltung für den BBA, © Edition Schwarzdruck

Jahresgabe des BBA

Heute ist der Tag der Affen. Und just am heutigen Tag lese ich in einer Rezension Über die Zucht und Pflege des Affen: "... Nur das wollen wir bemerken, daß Jedermann, der sich bisher einen Zeisig, Mops, Laubfrosch oder Ameisenlöwen gehalten hat, nach Lesung dieses Büchleins zu dem viel leichter zu erziehenden und viel mehr Unterhaltung gewährenden Affen übergehen wird." Der Rezensent ergänzt: "Für alle Herren, welche die Flasche lieben, eine Festgabe, die ihnen Thränen der Rührung in die Augen zaubern wird", wozu der Hrsg. des Büchleins anmerkt, dass hier "... in camouflierender Weise auch die Folgen der Alkoholintoxikation (veisalgia) [gemeint seien], die heutzutage gemeinhin mit dem Wort ´Kater`bezeichnet werden."

Gefunden habe ich diese in der von Ulrich Goerdten herausgegebenen Jahresgabe des BBA Bücher, die die Welt noch braucht. Anzeigen und Rezensionen des Kladderadatsch von 1872 bis 1907. Damit setzt diese Sammlung die Reihe fiktiver Bibliographien fort, die seit der frühen Neuzeit Sammler und Buchkundler erfreut haben. "Zwei Register, Anmerkungen, ein Literaturverzeichnis und ein informatives Nachwort geben dem Buch jene Seriosität, auf die seine künftigen Leser Anspruch zu erheben sich berechtigt fühlen dürfen." (Umschlagtext)

Das Buch, von Marc Berger gestaltet, gesetzt und verlegt und im Schaltungsdienst Lange gedruckt und gebunden, wurde in einer Teilauflage von 70 Exemplaren mit einem entsprechenden Eindruck und eigenem Umschlagtitel für den BBA herausgegeben, der Großteil der Auflage kann jedoch über den Buchhandel auf den Gabentisch eines jeden Bücherfreundes gelangen.

Bücher, die die Welt noch braucht
Anzeigen und Rezensionen des Kladderadatsch von 1872 bis 1907

zusammengetragen, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Ulrich Goerdten

Edition Schwarzdruck 2018, 160 Seiten
ISBN: 978-3935194952

Do, 13.12.2018

Foto © Abel Doering

Letzter Berliner Bibliophilen Abend 2018

Zum letzten Mal im Jahr 2018 traf sich der Berliner Bibliophilen Abend, schon traditionell, in der Wohnung von Ulrich Goerdten und Dr. Susanne Rothe.

Neben Kuchen, Tee und Kaffee, Häppchen und Wein, neben den üblichen Vorstellungen der schönsten Neuerwerbungen des letzten Jahres, gab es Neues. Till Schröder präsentierte die im Januar neu im Netz stehende überarbeitete Internetpräsenz des BBA, ein eindrucksvoller Neustart dieser inzwischen in die Jahre gekommenen Seite.

Ulrich Goerdten stellte die diesjährige Jahresgabe des BBA vor, den von ihm herausgegebenen Titel "Bücher, die die Welt noch braucht" mit Anzeigen und Rezensionen des Kladderadatsch von 1872 bis 1907 auf Bücher, die es nie gegeben hat, ein bibliophiler, humorvoller und vor Allem intellektueller Leckerbissen, der, in der Edition Schwarzdruck verlegt, in einer Teilauflage der Buchhandelsausgabe für den BBA mit individuellem Cover versehen wurde. Auf diesen Titel, der unter keinem Gabentisch eines Bibliophilen fehlen sollte, wird an dieser Stelle nochmals gesondert hingewiesen.

Der Kreis der Teilnehmer hielt sich in Grenzen, trotzdem konnten erst gegen Mittenacht die beiden Kerzen im Adventskranz gelöscht werden. Ein Zeichen dafür, dass sich im BBA nicht nur Liebhaber der Berliner Buchkunst, sondern Berliner Freunde im Bibliophilen zusammenfinden. 

Mo, 10.12.2018

Tagebücher 1978 - 1989

Die Tagebücher von Harald Kugler, so betont er, werden das letzte Buch aus seiner Feder sein. Angefangen im 27. Lebensjahr beschreiben sie sein Leben in einem anderen Land und behandeln eine Zeit, lange bevor er Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft wurde. Petra Liermann sagt im Vorwort zu diesem Buch: "Ein sehr zu empfehlendes Buch, in dem sich nicht nur Autoren wiederfinden werden, sondern das gerade in der heutigen Zeit die Unterschiede erklären kann, die immer noch eine scheinbar unüberwindbare Grenze zwischen Ost und West ziehen."
Leider fand sich kein Verlag für diese Publikation, ein bedauernswerter Umstand, denn sie ermöglicht einen selbstbewussten, teils recht intimen, aber auch politisch aufgeschlossenen Einblick in das Alltagsleben und das Denken eines untergegangenen Landes.

Harald Kugler - Wie einer wird, was er ist. Tagebücher 1978 - 1989
Privatdruck 2018
brosch., 382 Seiten, 7 teils farbige Abb.
 

AdA 4/2018

Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst und Abonnenten fanden heute das Heft Aus dem Antiquariat 4/2018 in ihrem Briefkasten.

Darin auch das Rundschreiben 182 der Gesellschaft mit zwei vergnüglich zu lesenden Texten aus Louis -Sébastien Mercier. Bücher, Literatur und Leser am Vorabend der Revolution, übers. von Wulf D. von Lucius.

Im Heft finden sich dann u.a. ein Bericht über eine Ausstellung mit Künstlerbüchern von Wolfgang Buchta in Wolfenbüttel und ein ausführicher Artikel von Hans Altenheim unter dem Titel "Rückkehr der Moderne: Heinz Schöffler (1921-1973)". Ein Beitrag zur Kultur der frühen Bundesrepublik. Selbstverständlich finden sich die üblichen Kategorien wie Katalogbesprechnungen, Rezensionen und Nachrichten. Unter der Rubrik Antiquariat auch ein Bericht von Björn Biester über die Rare Books & Fine Art Frankfurt, an der auch die Pirckheimer-Gesellschaft teilnahm, die mit den Worten schließt: "Ob die Veranstaltung im Oktober 2019 ... überhaupt noch einmal zustande kommt, das steht derzeit in den Sternen."

So, 09.12.2018

Marginalien # 231

Das 231. Heft der Marginalien wurde ausgeliefert. Das Inhaltsverzeichnis und einige Leseproben finden sich hier.

Die typografische Beilage sind, wie gewohnt von Matthias Gubig gestaltet, Aphorismen von Jürgen Große unter dem Titel "Diesseits der Presse".

Das Heft enthält (nur für Mitglieder) wieder eine graphische Beilage, diesmal einen von zwei Holzschnitten von Elke Rehder "An die Nachgeborenen", durch die Künstlerin in Barsbüttel bei Hamburg auf gelbem Karton gedruckt.

Neben verschiedenen Hinweisen auf bibliophile Neuerscheinungen und die BuchDruckKunst in Hamburg liegt der Sendung für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft auch des Programm der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe, sowie die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag 2019 bei.

Bergisch Gladbach 1991. Ganz links: Arthur Lamka; daneben u.a. Axel Bertram und Gerhard Bläser, sowie Kurt Schwaen und Werner Klemke (v.l.)
Arthur Lamka vor einer Lithographie von Arno Mohr (Foto © www.kultur-oa.de – dort auch mehr zu den Ausstellungen)

Arthur Lamka (1929-2018)

Arthur Lamka war nur ein Jahr lang Mitglied in der Pirckheimer-Gesellschaft – was er selbst am meisten bedauert hat. Fast war er mir böse gewesen, dass ich ihm erst nach jahrelanger Freundschaft und eher zufällig ein Heft der Marginalien gab; er war so begeistert, dass er umgehend die Beitrittserklärung unterschrieb. Leider sollte seine Mitgliedschaft nur ein Jahr dauern – auf den Tag genau; am 5. Dezember 2018 ist er von uns gegangen.

Obwohl also nur kurz ein Pirckheimer, so war er, der ehemalige Journalist beim Kölner Stadtanzeiger, doch stets ein großer Sammler und Förderer der zeitgenössischen Buchkunst. Mit zwei Schwerpunkten: „Eduard Prüssen“ und „Buchkunst aus der DDR“. Unter anderem ihm war es zu verdanken, dass schon zwei Jahre nach der Wende die erste Einzelausstellung Werner Klemkes in den alten Bundesländern, im Frühsommer 1991 in Bergisch Gladbach, stattfinden konnte. Dies wiederum war Folge einer jahrzehntelangen Freundschaft mit Axel Bertram, dem Klemke-Schüler und Gestalter u.a. der SIBYLLE und der WOCHENPOST. So startete auch seine Kontaktaufnahme mit mir, so begann sein erster Brief im April 2008: „Ihre Adresse habe ich von meinem Uralt-Freund Axel Bertram, durch den ich auch den ganzen Freundeskreis Klemke-Schwaen kennengelernt habe“.

Nach seiner Berufstätigkeit zog es ihn und seine Frau Brigitte von Köln ins Allgäu, nach Sonthofen – nicht zuletzt des Wetters wegen.

Arthur Lamka war ein großer Büchersammler; seine Liebe galt neben den bereits erwähnten Prüssen, Klemke, Bertram u.a. Thomas Mann, Hermann Hesse und Gunter Böhmer – vor allem aber war er ein leidenschaftlicher Verehrer der Werke Johann Wolfgang von Goethes. Wie er mir augenzwinkernd erzählte, war er seinen Eltern ein bisschen böse, dass er nicht am selben Tag (28. August) geboren wurde wie der Dichterfürst, sondern einen Tag „zu spät“. Immerhin teilte er seinen Geburtstag mit seiner Frau Brigitte, die er 73 Jahre lang kannte und liebte.

Ein großer Sammler also – aber einer, der seine Schätze teilte, sie immer wieder in Ausstellungen präsentierte, im letzten Jahrzehnt im „Literaturhaus“ im benachbarten Immenstadt. Die Ausstellungen waren eine Augenweide für ein fachkundiges Publikum: „Buch-Kunst von Homer bis Grieshaber“ (2009) „Buchkunst, Schriftkunst, grafische Kunst aus der ehemaligen DDR“ (2010), und „Bücherliebhabereien aus der Sammlung Arthur Lamka“ (2011).

Und ich hatte die große Ehre, dass er zu „meiner“ Klemke-Ausstellung dortselbst, im November 2012, die Laudatio hielt. In der er mich eine „prophetische Erscheinung“ nannte – viel eleganter als „der große Dicke mit dem Vollbart“, als der ich mich selbst zu bezeichnen pflege.

Dank Dir für alles, lieber Arthur.

(Matthias Haberzettl)

Fr, 07.12.2018

Graphische Kunst 2/2018

In der zweiten Ausgabe 2018 wird u.a. eine sehr rege Gruppierung von Graphikerinnen und Graphikern aus ganz Italien vorgestellt. Die „Associazione incisori contemporanei" mit ihren über 70 Mitgliedern in ihrer Vielfältigkeit darzustellen, war ein Wagnis. Vier der Künstlerinnen und Künstler sind auch mit einer Originalgraphik in den Vorzugsausgaben vertreten. 

Im zweiten Artikel erinert die Künstlerin Susanne Melchert an den „Buchornaten", der im Kunsthaus Hinter den Zäunen durch sie, Jürgen Wölbing und Robert Chariot kreiert wurde. Eine Liste (mit Abbildungen) der hierzu erschienenen „Bücher" ist beigegeben. 

Der nächste Artikel beschäftigt sich mit der bereits 2009 verstorbenen Künstlerin Luise Neupert. Ihre Scherenschnitte sind von seltener und vielfach gepriesener Qualität. 

Im letzten Artikel stellt Prof. Dr. Oehmichen die Leipziger Künstlerin Stephanie Marx vor, die aktuell an der HGB die druckgraphische Werkstatt betreut.

(Jürgen Schweitzer)

Der Ausgabe A liegt eine Radierung von Harry Jürgens ,,Mario und der Zauberer" und eine von elf Lithographien von Boris Zabirokhin zum originalgraphischen Buch "Alexander Puschkin - Die Pique Dame" bei, die Ausgaben A und B enthalten Graphiken von Eva Aulmann, Vincenzo Burlizzi, Erico Kito und Antonio Triolo.

Di, 04.12.2018

Titelblatt: Grummlinger Engel

COMMON SENSE 2018

der 30. almanach - der letzte

für 2019 und folgend planen wir zusammen mit der anhaltischen landesbücherei eine ausstellung über die buchreihe

da es etliche einzelblätter gibt - muster- probe- oder überzahldrucke
kann ein spannender block zusammengestellt werden
der gerahmt zur verfügung steht

unten eine projektskizze vom leiter der landesbücherei dr. adrian la salvia
es wird dann auch einen katalog über die 30 bücher geben mit allen bibliografien und sicher vorzug ausgabe/n
KÜNSTLERBUCH COMMON SENSE 2018
der 30. Almanach (1989 – 2018)

COMMON SENSE 1989 - 2018
30 bücher
fast 500 beteiligte
gut 2000 blatt kunst und poesie
grafiken fotos texte gedichte
hier nun das letzte buch

Martin Assig, Radierung
Herbert Brandl, 2 Zweifarbsiebdrucke
Volker Braun, Gedicht
Werner Büttner, 3 Linoldrucke
Markus Daum. Radierung Chine Colle
Felix Droese. Holzschnitt
Thomas Florschuetz, Farbfoto Pigment Print
Dieter Goltzsche, 2 Zweifarbsiebdrucke
Frieder Heinze, 2 Holzschnitte + ein Siebdruck
Franz Hohler, 3 Texte
Wulf Kirsten. Gedicht
Gustav Kluge, 2 Lochkamerafotos Digitaldruck
Uwe Kolbe, 9 Gedichte
Jörg Kowalski, Text + 4 Gedichte
Jan Kuhlbrodt, 3 Texte
Günter Kunert, 3 Gedichte
Volker Lehnert, 2 Original Offsetlithografien
Sibylle Lewitscharoff, Text
Oskar Manigk, 2 Mehrfarbsiebdrucke
Friederike Mayröcker. Text
Max Neumann, Algrafie
Osmar Osten, 2 Linoldrucke
Steffen Popp, 3 Gedichte
Klaus Prior, 3 Siebdrucke
Gerhard Rühm, Gedicht + Farbflächen
Hans Scheib, ein Dreifarbsiebdruck
Lutz Seiler, 2 Gedichte
Reinhard Stangl, 2 Zweifarbsiebdrucke
Ulrich Tarlatt, 3 Holzschnitte
Jan Wagner, 4 Gedichte
Bernd Zimmer, 2 Zweifarbholzschnitte
Heimo Zobernig, 2 Siebdrucke
alle beiträge  sind signiert

Mo, 03.12.2018

Thomas James Cobden-Sanderson: The Ideal Book or Book Beautiful. A Tract on Calligraphy, Printing and Illustration & on the Book Beautiful as a Whole. In der Übersetzung und mit einem Nachwort von Jan Tschichold. 31. Druck der ASKU-PRESSE. 2018

VON HAMMERSMITH NACH WEIMAR

DEUTSCHE PRIVATPRESSEN UND IHRE ENGLISCHEN VORBILDER

Hans Eckert, Büchersammler und Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main spricht über die Anfänge Deutsche Privatpressen 

Ich begann Bücher zu drucken in der Hoffnung, einige herzustellen, die gültigen Anspruch auf Schönheit erheben dürften.“ So beschreibt William Morris 1895 seine Intention bei der Gründung der Kelmscott Press in Hammersmith. Die Schönheit des Buches ist seitdem das Credo vieler Privatpressen geblieben. Neben den Kelmscott-Drucken waren es die Werke der Doves Press von T. J. Cobden-Sanderson und E. Walker, die in ihrer Konzentration auf rein typografische Gestaltungsmittel auch in Deutschland stilbildend wirkten. Besonders die eleganten Drucke einiger Werke Goethes, wie z.B. ‚Faust I und II‘ (1906 und 1910), fanden hierzulande Gefallen bei Bibliophilen und Buchgestaltern. Ein Text Goethes stand auch am Beginn der deutschen Privatpressenbewegung: 1907 erschienen die ‚Römischen Elegien‘ in der Leipziger Janus-Presse. Rasch folgten weitere Unternehmungen dieser Art: Die Ernst Ludwig- Presse (1907) in Darmstadt, die Bremer Presse (1911) und Harry Graf Kesslers Cranach-Presse in Weimar (1913), denen ebenfalls internationaler Erfolg beschieden war.

Vortrag: 22. Januar 2019, 19 Uhr

Goethe-Haus Frankfurt
Großer Hirschgraben 23-25, 60311 Frankfurt am Main