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Pirckheimer-Blog

So, 05.05.2019

Vom Geschmack der Erinnerung

Besonders die erste Erzählung eines neuen Bändchens von Eva Masthoff erreicht jeden wahren Bibliophilen, ist es doch eine nachempfundene Begebenheit über die wahre Begegnung zweier Menschen, die durch Sammelleidenschaft, angeregt vom Interesse an Alain-Fourniers "Le Grand Meaulnes" und einem Exlibris von Andreas Raub, zusammenkamen.
Aber auch „Der Barde mit dem Weinglas“, ein ergreifendes, tief ins Herz schauende Portrait eines verstorbenen Freundes oder die Erzählung „Espresso in Haltern mit Herbert Rosendorfer“ und andere Erinnerungen sprechen an, weitere Geschichten interpretieren die im Büchlein abgebildete Exlibris der Autorin und Sammlerin dieser Bucheignerzeichen mit privatem Erlebten, was beim Leser Assoziationen zu Eigenem erweckt.
Ein lesenswertes Büchlein also mit einem feinsinnigen, poetischen „Geschmack der Erinnerung“, wie abschließend und mit einem Exlibris ihres Mannes Horstfried Masthoff illustriert, mit wenigen Worten nochmals heraufbeschworen.

(ad)

Chiliverlag 2019
Brosch., 113 Seiten, zahlr., teils farb. Abb.
ISBN 978-3-943292-77-0
12,90 €

Robert Lax in PHOTO MATCH

LAX⁵

Neu im Hybriden-Verlag: Fünf Editionen plus einer Zugabe (deutsch/englisch) von und mit Robert Lax (1915 – 2000) in einem Schuber, herausgegeben von Hartmut Geerken mit bisher unveröffentlichten Materialien, Audio-CDs, Filmen, Notizen, Briefen, Fotos und Poemen. (Auflage: 100 Exmpl., signierd & numerierd, 99,99 €)

Robert Lax wurde 1915 bei New York als Sohn jüdischer Einwanderer aus Österreich geboren. Schon früh gehörte er der literarischen Szene in New York an, arbeitete für Zeitschriften wie ‚The New Yorker‘ & ‚Time‘, beim Rundfunk & beim Film. Nach dem Krieg wohnte er ein paar Jahre in Paris. Sein Pazifismus brachte ihn dazu, eine eigene Zeitschrift herauszugeben: „PAX“. Matisse, Chagall, Léger, Breton, Genet, Kerouac, e.e. cummings, Ernesto Cardenal: ein paar Persönlichkeiten nur, die für „PAX“ Beiträge lieferten. Von einer Reise nach Griechenland ist Robert Lax dann 1961 nicht mehr nach USA zurückgekehrt: ein früher Aussteiger, dessen Beispiel bis heute immer wieder Menschen zur Nachahmung anregt.

(Sigrid Hauff)

Präsentation: 9. Mai 2019, 19 Uhr

AAP – ARCHIVE ARTIST PUBLICATIONS
Türkenstraße 60 UG, 80799 München

Vorbestellungen hybriden (at) icloud
hybriden-verlag
Hartmut Andryczuk

Daniel Pulido, Foto © Eckhard Froeschlin

Daniel Pulido im Alten Schlachthof

RADIERUNGEN, HOLZSCHNITTE, KÜNSTLERBÜCHER

Daniel Pulido ist ein Wandmaler, Graphiker, Buchkünstler und Verleger aus León in Nicaragua. Seit Anfang April arbeitet er als dreizehnter Gastkünstler für Druckgraphik in den Ateliers im Alten Schlachthof.
Er ist mit bereits begonnenen Künstlerbüchern in Sigmaringen angekommen, die er hier zu Ende gearbeitet hat. Seither arbeitet er seriell: an einer Reihe teils mehrfarbiger Radierungen, einem zusammenhängenden Großbild aus vier Radierungen, und einem Block aus 24 Holzschnitten. Es wird also einiges zu sehen geben in einer erkennbar lateinamerikanischen Bildsprache, die wuchernde Phantasie mit politisch aufklärerischer Absicht verbindet, in der Figuren und Pflanzenformen und Wörter verschmelzen, und die Tief- mit Hochdruck kombiniert.

Werkstattgespäch: 10. Mai 2019, 18.30 Uhr
Ausstellung 10. - 12. Mai 2019

Ateliers im Alten Schlachthof
Sigmaringen, Georg-Zimmerer-Str.7

Sa, 04.05.2019

Antiquaria Ludwigsburg

Antiquaria-Preisträger 2020 gesucht

Am 23. Januar 2020 wird zum 26. Mal der mit 10.000 Euro dotierte Antiquaria-Preis für Buchkultur im Rahmen der Antiquaria-Antiquariatsmesse Ludwigsburg vergeben.

Vorschläge dazu zum gesamten Spektrum Buchkultur, wie z.B. Buchrestaurierung, wissenschaftliche Arbeiten, Buchkunst, Buch- und Schriftgraphik, Verlagswesen / verlegerische Leistungen, Buchgeschichte, Ausstellungen, Pflege von Sammlungen, Projekte und Aktionen zur Förderung des Buches (siehe auch antiquaria-preis) können eingereicht werden bis zum 30. Juli 2019 an Petra Bewer.

Der Vorschlag sollte eine kurze Begründung enthalten (max eine DIN A 4 Seite). Angaben zu weiterführenden Links im Internet, über die ausführliche Informationen eingeholt werden können, sind hilfreich.

(Petra Bewer)

Graphische Kunst 1/2019

Mit der aktuellen Graphische Kunst ist Jürgen Schweitzer wieder ein sehens- und lesenswertes Heft gelungen.

Rainer Behrens spricht über die Druckgraphiken von Paul Zimmermann (1920 - 2017), Hanif Lehmann schreibt über den künstlerisch seelenverwandten Manfred Butzmann, der Sammler Wolfgang Stieglitz ist "Dem Stieglitz auf der Spur", Angeline Schube Focke ist "Im Banne der sprechenden Bilder" von Gisela Mott-Dreizler und Jürgen Schweitzer stellt "Eine Sammlung botanische Bücher" vor, der Graphischen Kunst liegt in der A- und B-Ausgabe dazu ein hervorragendes Faksimile eines Unikatblattes des Paters Johann Evangelist Elger aus dem Kloster Metten bei (siehe nebenstehende Abb. auf dem Titel).
Ein Nachruf von Dr. Dorle Meyer auf den "Virtuosen des Farbholzschnitts", den Göttinger Buchkünstler und Drucker Alfred Pohl, der am 4. Februar 2019 verstarb, beschließt leider den Reigen der Beiträge.

In der Ausgabe B finden sich ein Linolschnitt von Steffen Büchner "Zusammen", ein Holzschnitt von Gisela Griem "Vogelflug" und der Holzschnitt "An die Nachgeborenen III" von Elke Rehder, die Ausgabe A enthält zuätzlich die Radierungen von Hanif Lehmann "Manfred Butzmann", sowie von Klaus Eberlein "Stieglitz mit Disteln".

Edition Curt Visel (Graphische Kunst)
An der Mauer 9½, 87700 Memmingen

25. MMPM

In ihrem 50. Jahr feiert die Mainzer Minipressen-Messe (MMPM) Jubiläum: Bereits zum 25. Mal heißt die rheinland-
pfälzische Landeshauptstadt Mainz Kleinverlage und Buchkünstler aus über 10 Ländern willkommen.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1970 steht die MMPM vor allem für Vielfalt. Der Bogen reicht vom anspruchsvollen Pressendruck engagierter Kleinverlegerinnen und -verleger bis zum individuell gestalteten Einband, vom Kinderbuch zum Klassiker, von Kalligrafie zu Pop Art und vom liebevollen Handwerk zum digitalen Publishing der Gegenwart.

Über 250 Verlage, Künstlerinnen und Künstler, Autorinnen und Autoren und andere Buchbegeisterte brennen darauf, die Resultate ihrer hingebungsvollen Arbeit zu präsentieren und mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.
Zusätzlich haben das Gutenberg-Museum und das dort beheimatete Mainzer Minipressen-Archiv (MMPA) ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, das dem Jubiläum würdig ist: mit Lesungen, Workshops und Seminaren, einer Literaturbörse für Autorinnen und Autoren sowie einer aus dem kleinverlegerischen Umfeld besetzten Podiumsdiskussion zum Thema: „Mut statt Masse – alternatives Verlegen heute“.
Am Eröffnungstag wird der nach der bedeutenden Verlegerpersönlichkeit aus der Mitte des 20. Jahrhunderts benannte V. O. Stomps-Preis „für herausragende kleinverlegerische Leistungen“ vergeben, die erste Preisverleihung fand vor 40 Jahren statt.

Eröffnung: 30. Mai 2019, 14 Uhr 
Verleihung des 21. V. O. Stomps-Preises: 30. Mai 2019, 20 Uhr (Gutenberg-Museum)
Messe: 30. Mai - 2. Juni 2019

Mainzer Rheingoldhalle

Gerda Lepke / Christa Wolf: Assoziationen In Blau, Gotha: Edition Balance / Berlin: Janus Press, 2003. Zum Kreis der Künstlerfreundinnen und Künstlerfreunde von Christa und Gerhard Wolf zählt die Malerin und Grafikerin Gerda Lepke. Ihre Prägedrucke, ein Siebdruck und Kaltnadelradierungen zu Christa Wolfs Assoziationen In Blau, einem durch ein Gedicht Pablo Nerudas angeregten Text, sind von Hand koloriert. Die Auflage des Künstlerbuches beträgt 50 Stück. davon I-X Künstler- und Verlagsexemplare mit einer zusätzlichen Zeichnung von Gerda l.epke und einem handschriftlichen Text von Christa Wolf. "Auf der Suche nach der wirklichen Farbe des Blau in seinen möglichen Assoziationen, wie sie Gerda Lepke mit ihren Tableaus aus großzügigen, energischen Strichen entwarf und vorgab, brachte sie uns H(enry) G(lünther) wiederum in die schöne Balance des Buches." (Christa Wolf, 2006)

Henry Günther in Ausstellungen

Künstlerbücher, Holzdrucke und Papierarbeiten von BuchKunstBalance des Pirckheimers Henry Günther werden in den kommenden Wochen in folgenden Ausstellungen zu sehen sein:

- "Erlesene Bibliotheken – Artists’ Libraries“ mit Künstlerbüchern der Edtion Balance,
  Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin, 5. Mai - 16. Juni 2019 (siehe Abb.)

- Eröffnungsveranstaltung Kunst: Offen 2o19 am 7. Juni in der St. Marienkirche Jameln
- Kunst: Offen in Mecklenburg-Vorpommern, offenes Atelier 8. - 1o. Juni 2o19

- Personalausstellung 2o19:  "fra_gil" und "pina - der tanz" - gemeinsam mit Antje Rabe
   in der St. Marienkirche Ribnitz, 3o. Juni - 31. August 2o19

Super BOOKS

Mit Super BOOKS werden zum ersten Mal auch in München autonome Künstlerpublikationen in größerem Umfang präsentiert. An zwei Tagen zeigen KünstlerIinnen, GestalterInnen und alternative VerlegerInnen ihre Produktionen im Terrassensaal des Haus der Kunst.

Super BOOKS versteht sich in der Tradition unabhängiger, individueller Orte, die sich seit den 1960er Jahren im Umfeld der internationalen, postavantgardistischen Kunstszene für Künstlerpublikationen und deren Rezeption gebildet haben. Nicht zufällig sind Künstlerpublikationen auch Ausdruck der emanzipatorischen Absicht, die Kunst und ihren Markt zu demokratisieren und neue Kommunikations- und Distributionsnetze aufzubauen.

Super BOOKS wird im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Archives in Residence: AAP Archiv Künstlerpublikationen“ veranstaltet und ist ein Kooperationsprojekt zwischen Haus der Kunst, AAP Archiv Künstlerpublikationen, Akademie der Bildenden Künste München und fructa space, München.

10. & 11. Mai 2019

Haus der Kunst
München

Fr, 03.05.2019

Andreas Küchler, Und morgen kommt Hans Isegrimm, da wird’s schlimm, 1985, Mischtechnik auf Papierfaltrollo, BLMK, Foto: Archiv BLMK, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018.

Papier ist (un)geduldig

Rollomalerei, Künstlerbücher und Künstlerplakate aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK)

Ausgehend von den Sammlungsbeständen des BLMK sollen die vielschichtigen Aspekte jener seit Ende der 1970er-Jahre, oftmals quer zu den kulturellen Maßgaben in der DDR entstandenen Werke untersucht und deren Fortleben in der Kunst Ostdeutschlands punktuell vorgestellt werden. Ein Schwergewicht bilden dabei die im Bestand befindlichen Faltpapierrollos von so bekannten Künstler*innen wie Micha Brendel, E.R.N.A., Dieter Ladewig, Max Uhlig, Gudrun Trendafilov oder Hans Scheuerecker – größtenteils in den 1980er-Jahren geschaffen. Die Besonderheit dieser großformatigen Rollomalerei liegt im exemplarischen Ausdruck jenes Zeitgeistes, der im neoexpressiven Aufbruch die ostdeutsche Kunstlandschaft im letzten Jahrzehnt der DDR nachhaltig veränderte.

Das Cottbuser Kunstmuseum war eines der ersten in Ostdeutschland, das 1988 Künstlerbücher in einer Kabinettausstellung präsentierte. Die damals begonnene Sammlung birgt eine Vielzahl jener kreativen Begegnung, so zwischen Maler und Dichter in selbstverlegten Büchern oder in Form des Buchobjektes. Auch Künstlerplakate in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen bereichern seit Begründung der Plakatsammlung in Cottbus (1979) kontinuierlich die Bestände, die erstmals in umfassender Weise präsentiert werden. Hier offenbart sich ein Erfindungsreichtum, der die oftmals begrenzten Mittel spielend hinter sich läßt und vielfach mit den Drucktechniken experimentiert.

Die Ausstellung präsentiert eine erstaunliche Vielfalt ostdeutscher Positionen und verdeutlicht, wie diese unterschiedlichen Medien oftmals zusammenhingen und sich gegenseitig befruchteten.

Ausstellung: 18. Mai – 4. August 2019

Dieselkraftwerk
Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus

Bewegung ist da

Eine gemeinsame Ausstellung im Klingspor Museum und im Haus der Stadtgeschichte widmet sich unter dem Thema "Gestern im Heute mit Blick auf Offenbach" dem Jugendstil.

Die Zeit um 1900 ging mit einem Epochenwandel einher: der den Lebensrhythmus der Menschen in den Metropolen vehement beschleunigte Das führte zum Jugendstil als Reformbewegung. Die Absicht Kunst als Durchdringung des Lebens zu begreifen, manifestiert sich in Architektur, Design, Buch- und Schriftgestaltung. Die beiden städtischen Museen in Offenbach unterstreichen die aktuellen die Bedeutung des Themas „Jugendstil“ in der Stadt und werfen dabei ein Schlaglicht auf einen Ort, der sich im kunstgeschichtlichen Kanon bisher wenig mit dem Jugendstil in Zusammenhang bringen ließ. Das Klingspor Museum zeigt hochrangige Buch- und Schriftkunst des Jugendstils aus der eigenen Sammlung: Klangvolle Namen der Kunstgeschichte wie Koloman Moser, Gustav Klimt, Aubrey Beardsley, Heinrich Vogeler, Henry van de Velde und Oskar Kokoschka sind hier vertreten. Die Exponate verdeutlichen auch nationale Unterschiede eines internationalen Stils: schmeichelnde organische Formen des deutschen Jugendstils stehen geometrischen Ornamenten der Wiener Secession gegenüber und Aubrey Beardsleys Illustrationen, deren strenge schwarzweiß kontrastierende Flächen von der japanischen Holzschnittkunst beeinflusst sind, repräsentieren den englischen Jugendstil. Relativ unbekannt dürfte die Tatsache sein, dass Offenbach zu einem wichtigen Ort des Jugendstils wurde. Von hier ging die Initiative  zu einer Erneuerung der Druckschrift aus. Es war Karl Klingspor der diese maßgeblichen Impulse setzte: seine Schriften von Otto Eckmann und Peter Behrens wurden stilbildend. Neben den Schriftproben, die nicht nur die Schriften selbst zeigen, sondern mit ihren sorgfältig gestalteten Anwendungsbeispielen zu wichtigen typografischen Zeugnissen der Epoche werden, zeigt die Ausstellung  auch Originale der Schriftzeichnungen von Eckmann und Behrens.

Wie sich der Jugendstil im Alltag der Offenbacher Bevölkerung bemerkbar machte, thematisiert die Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte.Sowohl im häuslichen Bereich, als auch im öffentlichen Raum und in den Betrieben der Industriestadt, hielt der Jugendstil Einzug.  So veranschaulichen Haushaltsgegenstände, Werbeplakate, Anzeigen und Reklamemarken eindrucksvoll, den Siegeszug des Jugendstils.

Der Jugendstil mit seinem schwelgerischen Formenreichtum war eine relative kurzzeitige Erscheinung, die Idee jedoch, den Alltag durch gute Gestaltung zu verbessern, hat nichts an Aktualität verloren.

Eröffnung: Mittwoch, 12. Juni, 19 Uhr im Haus der Stadtgeschichte
Ausstellung:13. Juni - 1. September 2019

Klingspor Museum
63065 Offenbach, Herrnstr. 80
Haus der Stadtgeschichte
ebenda, Herrnstr. 61

 

Wandelhalle für Bücherfreunde

Unter der Redaktion von Silvia Werfel und gestaltet von Michael Hempel erschienen pünktlich zum Osterfest die neuesten Nachrichten der Gesellschaft der Bibliophilen, die Wandelhalle für Bücherfreunde.

Im Zentrum das 100jährige Jubiläum des Bauhauses, dem die ersten 13 der insgesamt 47 Seiten gewidmet sind. Auch ein Bericht über den Verlag der Hegenbarth-Sammlung Berlin, in welchem u.a. eine Teilauflage des Bandes 5 der Entdeckungen "Schiller/Hegenbarth: Wem die Glocke schlägt" als Jahresgabe des BBA erschien, sowie ein Bericht über den 37. FISAE-Kongress 2018 in Prag und Termine des LBA und der Pirckheimer-Gesellschaft finden sich in finden sich in der Wandelhalle. Und ein zweites Mals stoße ich auf eine Jahresgabe des BBA: unter den Büchertipps eine Rezension des Titels "Bücher, die die Welt noch braucht" von Ulrich Goerdten, dem ehemaligen Vorsitzenden der Pirckheimer, dessen Buch ebenfalls in einer Teilaufkage mit einem eigenen Einband bei der Edition Schwarzdruck Gransee als Jahresgabe des BBA erschien.

Das Heft wird nach einem Relaunch der Seite der Gesellschaft der Bibliophilen Ende März dort nachzulesen sein, bis dahin kann man hier einen Blick in die Wandelhalle für Bücherfreunde werfen.

Theophil Zwang mit einem seiner angefertigten Puzzles, welches nur an Freunde verschenkt wurde, Foto © Michael Eschmann

Theophil Zwang (1924 - 2019)

Der Bucheinbandkünstler Theophil Zwang, geboren am 12.Oktober 1924 in Dresden, ist in der Nacht zum 24. April 2019 in seinem Wohnort Ober-Roden/Rödermark verstorben.

Als Fachlehrer (Bucheinband und Papierverarbeitung) wirkte er in den Jahren 1960 - 1987 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Seine kreativen Einbandgestaltungen belegen, dass Bücher zwei untrennbare Seelen besitzen: Inhalt und Form. Hier setzte er maßgebliche Akzente und darf deshalb als „Meister der Einbandkunst“ ganz im Sinne der modernen Bibliophilie bezeichnet werden. Heute bekannte Buchkünstlerinnen, wie Anja Harms, Uta Schneider, Doris Preußner, Ines von Ketelhodt oder Ulrike Stoltz gehörten zum Kreis der Schülerinnen. Die eigene Einbandsammlung vermachte er dem Klingspor-Museum in Offenbach. Hier wurde bereits am 1. Oktober 2015 mit einer Sonderausstellung an sein berufliches Können erinnert. Ein ausführliches Porträt erschien von Ute Maria Etzold mit dem Titel „Der Buchbinder Theophil Zwang und Die Gurke“ in den Marginalien 217 (2015/1).

(Michael Eschmann) 
       
      
 

Do, 02.05.2019

Henning Wagenbreth, The Tobot Tower, Detail © Henning Wagenbreth

Henning Wagenbreth: Transit-Zonen

Die Kunstbibliothek hat den international renommierten Berliner Illustrator und Grafikdesigner Henning Wagenbreth eingeladen, sich anhand eines Streifzugs durch ihre Museumssammlungen mit der Frage auseinanderzusetzen "Welche Relevanz haben einstige Vorlagensammlungen in Zeiten der elektronischen Bilderflut für zeitgenössische Gestaltung?" Wagenbreth hat 40 Vorbilder und Inspirationsquellen aus den Sammlungen Architektur, Buchkunst, Fotografie, Grafikdesign und Buchkunst, ausgesucht, die er in der Ausstellung mit rund 80 eigenen Arbeiten zusammenbringt. Der Dialog lotet die Übergänge zwischen Gestern und Heute, Bild und Schrift, Überlieferung und Neuerfindung in diversen Facetten aus.

Henning Wagenbreth (geb. 1962) ist international bekannt für seine ausdrucksstarke Bildsprache und die Vielfalt seiner Arbeitsgebiete zwischen Grafikdesign, Illustration, Comic, Musik und experimentellen Projekten. Neben seiner Tätigkeit als freier Grafikdesigner und Illustrator ist er seit 1994 auch als Professor im Studiengang Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin tätig. 2000 zeichnete ihn die Stiftung Buchkunst für das „Schönste Buch der Welt“ aus; seine Plakatentwürfe werden regelmäßig prämiert. Er hat zahlreiche Ausstellungen realisiert, neben Berlin auch in Paris, New York, Istanbul, Luzern, Neapel und am Victoria and Albert Museum in London ausgestellt.

Eine Ausstellung in der Kunstbibliothek stellt Wagenbreths Werk in rund 80 Arbeiten aus drei Dekaden vor – von Briefmarken über Entwurfszeichnungen bis zu Siebdruckplakaten im Überformat. Zwischen den grafischen Arbeiten und dem „Tobot-Turm“ vermittelt eine markante, von Wagenbreth entworfene Ausstellungsarchitektur, die mit starken Farben, Wörtern und Mustern in den Raum greift. Die Idee der titelgebenden „Transit-Zonen“, die das Aufspüren von Übergängen und Schnittstellen beinhaltet, wird räumlich spürbar.

In seiner Auseinandersetzung mit historischer Populärgrafik, Literatur und Musik berührt Wagenbreth Motivisches ebenso wie Inhaltliches, oft mit einer feinen Prise Humor. An alten Ornamentstichen faszinieren ihn Kunstfertigkeit, Kreativität in der Bildfindung und die Vielfalt im Seriellen. Auf dem Gebiet der Politik ergänzen sich Aktuelles und Geschichtliches – so in der Gegenüberstellung afrikanischer Betrügerbriefe aus der Serie „Cry for Help“ mit einer Fotografie von Afrikanern, die 1931 als Exponate für Menschenschauen in Berlin begrüßt werden. Auch die Paarung des Wagenbreth-Plakats „100 Soldiers“ mit Propagandadrucken aus den Jahren des ersten Weltkriegs hat Brisanz. Die „Transit-Zonen“ zwischen Gestern und Heute, zwischen Vorlagen und gestalterischer Praxis, leben von Spannungen.

Zur Ausstellung erscheint das Künstler-Buch „Transit-Zonen: Henning Wagenbreth in der Kunstbibliothek“, ISBN-Nr. 978-3-88609-824-8, Hardcover, 128 Seiten, 120 farbige Abbildungen, 11 Euro.

Ausstellung: 17. April - 28. Juli 2019

Kunstbibliothek
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

Blick in das Arbeitszimmer von Anna Seghers, Akademie der Künste, Berlin | © Foto: Andreas Süß, 2019
Blick in das Arbeitszimmer von Anna Seghers, Akademie der Künste, Berlin | © Foto: Andreas Süß, 2019

Erlesene Bibliotheken – Artists’ Libraries

Für viele Künstlerinnen und Künstler stellt die eigene Büchersammlung eine wichtige Arbeitsumgebung und Inspirationsquelle dar. Die persönliche Bibliothek als bevorzugte Werkstatt von Kunstschaffenden steht im Fokus der Ausstellung „Erlesene Bibliotheken – Artists’ Libraries“, die ab dem 5. Mai am Pariser Platz gezeigt wird.

Ausgewählt aus über 300 persönlichen Bibliotheken, die sich im Besitz der Akademie befinden, werden wertvolle Bücher, Unikate und Rara, unter anderem aus dem Nachlass von Heinrich Mann, George Grosz, Bernhard Minetti und Christa Wolf, ausgestellt. Darunter befinden sich annotierte Exemplare, Künstlerbücher, zensierte Drucke, bibliophile Werke in Kleinstauflagen und Samisdat-Produktionen. Lesespuren wie Anstreichungen und Kommentare zeugen von intensiven Auseinandersetzungen, Widmungen lassen künstlerische Netzwerke erkennen, Bucheinlagen fungieren als Zeitkapseln. 

(Susanne Thier, Leiterin der Bibliothek)

5. Mai bis 16. Juni 2019, Di–So 11–19 Uhr,
Führungen: mittwochs 17 Uhr und sonntags 12 Uhr

Akademie der Künste
Pariser Platz 4, 10117 Berlin

© Christiane Pieper

Troisdorfer Bilderbuchpreis 2019 verliehen

Der Troisdorfer Bilderbuchpreis, der in diesem Jahr zum 22. Mal verliehen wird, geht an Christiane Pieper für ihre Illustrationen zum Buch „Hick!“ (Tara Publishing, 2017). Den zweiten Preis vergab die Jury an die Illustratorin Susanne Straßer für „Der Wal nimmt ein Bad“ (Peter Hammer Verlag, 2018). Der dritte Preis wurde schließlich an die Illustratorin Ulrike Möltgen für ihr Buch „Das Geschenk der Weisen“ (Insel Verlag, 2018) vergeben. Den Förderpreis erhält Claudia Schramke, die mit ihrem Dummy zu „Der Hund“ berzeugte. Die unabhängige Kinderjury, die sich aus Viertklässlern Troisdorfer Grundschulen zusammensetzte, wählte als ihren Favoriten das Buch „Eisbjörn. Das unglaubliche Abenteuer des tapferen Mäuserichs“ von Lev Kaplan (Thienemann, 2017). Der Troisdorfer Bilderbuchpreis ist der einzige Spezialpreis für künstlerische Bilderbuchgestaltung im deutschsprachigen Raum.

Mit der Preisverleihung, die am 7. Juli 2019 um 11 Uhr stattfinden wird, eröffnet das Museum zugleich die Ausstellung zum Troisdorfer Bilderbuchpreis. Sie zeigt eine Auswahl der eingereichten Arbeiten und damit ein abwechslungsreiches und repräsentatives Bild aktueller Bilderbuchillustration im deutschsprachigen Raum.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen sowie Texten von Rotraut Susanne Berner, Antje Ehmann, Karin Gruß, Pauline Liesen und Jennifer Walther-Hammel.

Weiter Informationen zum Troisdorfer Bilderbuchpreis 

(Dr. Pauline Liesen, Leiterin Museen Burg Wissem, Troisdorf)