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Pirckheimer-Blog

Sa, 26.05.2018

Das Buchdruck-Museum braucht Unterstützung

Der Verein Erlebniswerkstatt und Buchdruck-Museum Soltau braucht die Unterstützung der Pirckheimer-Gesellschaft und aller Freunde der Schwarzen Kunst.

Die Kreissparkasse Soltau hatte zu einem Spendenvotig aufgerufen und das "Bleilaus-Projekt" konnte sich lange Zeit Hoffnung auf die dringend benötigten Gelder machen. Nun ist das Projekt, über das nicht nur hier, sondern auch von der Stadt Mainz auf die Website des Gutenberg-Museums berichtet wurde, jedoch auf den dritten Platz zurückgefallen und damit ernsthaft gefährdet.
Die Abstimmungsphase läuft noch bis 31. Mai. und bis zu diesem Zeitpunkt können die Gelder noch für Das Projekt gerettet werden. Jeder mit einer E-Mail-Adresse kann unter dem Link voten… 

Die Bleilaus dankt allen herzlich! - Gott grüß‘ die Kunst!

Fr, 25.05.2018

artspring 2018

An diesem Wochenende findet in den Berliner Ortsteilen Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee, die zum Stadtbezirk Pankow zusammengeschlossen wurden, das artspring Festival 2018 statt.
250 Ateliers an 95 Orten vom Kollwitzplatz bis Karow halten ihre Türen offen und laden zu einem Besuch und zu Gesprächen mit den Künstlern. Außerdem gibt es im Stadtbezirk alläßlich des Festivals Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Filme Workshops und Führungen.

Die artspring findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt und erfreut sich einer stark gewachsene Beteiligung der ortsansässigen Künstler, zeigt aber trotzdem noch immer nur einen Teil der Kunstszene, die sich über den Bezirk Pankow verteilt, wie in der zum Festival erschienen Zeitung zu lesen ist. Neu in diesem Jahr ist eine vierwöchige Ausstellung von 197 der beteiligten Künstler im Museum Pankow, zu deren Finissage am 27. Mai der artspring berlin award vergeben wird, ein Publikumspreis, für den jeder Besucher seine Stimme abgeben kann.

Die gestrige Eröffnung, zu der die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot aufspielte, fand im Milchhof e.V. statt, einer, wie viele andere Orte von Gentrifizierung bedrohtem Ateliergemeinschaft, die 1991 in Mitte gegründet wurde und seit 2004 ihr Domizil mit 40 Ateliers, Proberäumen und Studios, sowie einem Ausstellungspavillon in Prenzlauer Berg hat.

Hier finden sich einige Fotos von der Eröffnung der artspring 2018.

Do, 24.05.2018

Objekt-Magazine im Kunsttempel in Kassel

Exponate aus dem Archive Artist Publications in München

Mit der Ausstellung „Objekt-Magazine“ präsentiert die Galerie Kunsttempel erstmals 40 herausragende Titel mit ca. 200 Ausgaben von Objekt-Zeitschriften, die von 1965 bis 2016 publiziert wurden. Die Ausstellung gibt mit dieser Bandbreite an Titeln aus 13 unterschiedlichen Ländern (Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien, USA, Zypern) einen repräsentativen Überblick über diese Sonderform künstlerischen Verlegens. Einige der ausgestellten Magazine sind raumgreifend und regelrechte Skulpturen, andere zeigen sich in ungewöhnlichen Verpackungen wie Dosen, Mützen, Kleidungsstücken oder Flaschen. Es werden auch Magazine gezeigt, die noch dem herkömmlichen Zeitschriftenformat ähneln, jedoch sind auch diese mit Materialien durchsetzt und zeigen oftmals auf dem Cover applizierte Gegenstände.

Die ausgestellten Objekte lassen sich den Kunstrichtungen Mail Art, Neo-Dada, Post-Fluxus und neueren Stilrichtungen zuordnen. Die Spanne der präsentierten Objekt-Magazine reicht von Klassikern wie dem Aspen Magazine (USA) von 1965, das von Künstlern wie Andy Warhol und Quentin Fiore gestaltet wurde und Produktionen von Roland Barthes, Susan Sontag, John Cage, Robert Rauschenberg, Yoko Ono und John Lennon enthält, bis zu weiteren internationalen neueren Magazinen wie zum Beispiel Tau/ma (Italien), toi et moi pour toujours (Frankreich), Achse Kassel-Bern (Deutschland und Schweiz), AXE (Belgien), La Más Bella (Spanien), Landjäger (Österreich), Normal, NO News, artfusion, Tiegel & Tumult (Deutschland) und DOOS (Niederlande).

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation als Normal- und als Sonderausgabe im icon Verlag, 244 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Texen von Rainer Resch, Jürgen O. Olbrich und Béatrice Hernad: ObjektMagazineObject

Ausstellung: 4. Mai - 10. Juni 2018
Führungen mit Jürgen O. Olbrich 25. Mai, 1. u nd 8. August 2018, 17 Uhr

Kunsttempel
Friedrich-Ebert-Straße 177, 34119 Kassel

neues von Harald Kugler

Anfang Juni erscheint im JustTales Verlag eine Anthologie unter dem Titel "... und auf einmal bist du tot", die die bislang in der Reihe Einbogendrucke als Nummer 21 erschienene Erzählung "Der Bücherwurm" enthält.

Im selben Verlag ist die Herausgabe aller Erzählungen der Einbogendrucke als Sammelband unter dem Titel "Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei" geplant, wofür bislang vorerst das Manuskript zur Prüfung eingereicht wurde. Die Einbogendrucke werden damit nicht mehr als Einzelhefte zu haben sein.

... und auf einmal bist du tot (Anthologie)
JustTales Verlag, Juni 2018
ISBN 978-3-947221-24-0

Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei
JustTales Verlag
(Erscheinungsdatum noch unbestimmt)

Behmer: Der Fischer un syne Fru
Behmer: Vorsatz in Salome

Die Delphine aus Offenbach

Das Klingspor Museum widmet seine Sommer-Ausstellung dem grandiosen Illustrator Marcus Behmer (1879 - 1958).

Behmer war als Künstler Autodidakt. Während einer Ausbildung als Dekorationsmaler in München fand er in der damaligen Kunstmetropole Anschluss an Künstlerkreise und lernte unter anderen Bruno Paul, Richard Riemerschmid und Thomas Theodor Heine kennen. Er wurde Mitarbeiter der Zeitschriften „Simplicissimus“ und „Die Insel“. 1903 wurde er mit seinen Illustrationen zu Oscar Wildes „Salome“ innerhalb kürzester Zeit zu einem äußerst gefragten Künstler des Jugendstils. Sein Markenzeichen wurde der Delphin, der in immer neuen Variationen im Werk auftaucht und häufig Portraitzüge des Künstlers selbst aufweist. Behmers Vorliebe galt dem kleinen Format, dabei zeigen seine miniaturhaften Illustrationen eine überbordende Erzählfreude. Neben seinem großen illustrativen Werk war er auch als Buchgestalter und Schriftkünstler tätig. Arbeiten für den Insel-Verlag, die Maximilian-Gesellschaft und die Officina Serpentis belegen das hohe Niveau seines typographischen Werkes. Seine Illustrationen zu Oscar Wildes „Salome“ und zu Philipp Otto Runges Märchen „Vom Fischer un syner Frau“ sind seit über hundert Jahren immer noch lieferbar. Behmer schuf ein umfangreiches graphisches Œuvre, dessen Schwerpunkt die Radierung bildet, daneben entstanden aber auch Holzschnitte und Lithographien. Durch die Präsentation aller Schaffensbereiche des Künstlers beleuchtet die Ausstellung Leben und Werk Behmers. Zu sehen sind ebenso zahlreiche Originalzeichnungen zu Buchillustrationen, darunter Arbeiten zu der nicht realisierten „Petronius“-Ausgabe der Cranach-Presse. Eine weitere Facette zeigen die homoerotischen Zeichnungen des bekennenden Homosexuellen. Eine Zäsur bildete Behmers Verhaftung wegen homosexueller Handlungen im Jahr 1936. Eine 19 Monate lange Haft und ein anschließendes Berufsverbot zerstörten die Karriere des einstmals gefragten Künstlers. Behmer konnte nach 1945 nicht wieder an alte Erfolge anknüpfen. Aufträge blieben aus und der Künstler starb 1958 völlig verarmt in Berlin.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Eröffnung: 11. Juli, 19 Uhr
Ausstellung: 12. Juli – 02. September 2018

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mi, 23.05.2018

Rencontre du 9e art, Aix-en-Provence Wagenbreth Henning Deutschland, 2016 Format: CLP (City Light Poster) Siebdruck

100 BESTE PLAKATE 17

Seit dem Jahr 2006 wird der Wettbewerb 100 BESTE PLAKATE. Deutschland Österreich Schweiz im MAK (Österreichisches Museum für angewandte Kunst /Gegenwartskunst) und an weiteren Orten präsentiert.

Von humorvollen Werbebotschaften bis zu gesellschaftskritischen Statements bietet die Ausstellung zum Wettbewerb 100 BESTE PLAKATE ein facettenreiches Spektrum an zeitgenössischem Plakatdesign. Die jährlich von einer internationalen Fachjury gekürten einhundert gleichberechtigten Gewinnerplakate reichen von studentischen Projekten bis zu Auftragsarbeiten etablierter GrafikdesignerInnen und Werbeagenturen. Im Jahr 2017 zeigt sich bei den Siegerprojekten ein starker Trend zu seriellen Plakatkombinationen und unkonventionellen grafischen Lösungsansätzen.

Der fünfköpfigen Jury des traditionellen Grafikdesignwettbewerbs lagen 2.293 Plakate von 657 Teilnehmern vor. Im Zuge des zweistufigen Auswahlverfahrens wurden 45 Sujets aus Deutschland, 50 aus der Schweiz, eine deutsch-schweizerisch Kooperation und vier Einsendungen aus Österreich prämiert.

Zur Ausstellung erscheint der Katalog 100 Beste Plakate 17. Deutschland Österreich Schweiz/100 Best Posters 17. Germany Austria Switzerland im Verlag Kettler, Dortmund 2018. 

Details zu den Ausstellungsstationen sowie zu den SiegerInnen der Jahre 2001 bis 2017 finden sich auf der Seite des Vereins Beste Plakate e.V..

Ausstellung: 27. Juni - 23. September 2018
MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst /Gegenwartskunst
Stubenring 5, 1010 Wien

Eröffnung: 14. Juni 2018, 19 Uhr
Ausstellung: 15. Juni - 8. Juli 2018
Kulturforum am Potsdamer Platz, Obere Ausstellungshalle
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

Di, 22.05.2018

Gerhard Lahr - Die Schenkung

Im Januar 2018 wäre Gerhard Lahr (1938 - 2012) achtzig Jahre alt geworden. Ende Juni wird in Reichenbach posthum "Die Schenkung. Der Kinderbuchillustrator Gerhard Lahr" vorgestellt.

Gerhard Lahr besuchte von 1944 bis 1952 die Weinholdschule in Reichenbach. Nach seiner Schulzeit begann er 1953 eine 2-jährige Lehre als Plakat- und Schriftmaler (Gebrauchswerber) in der Werbeabteilung des Kaufhauses am Graben in Reichenbach. und studierte von 1956 bis 1959 an der Fachschule für Angewandte Kunst Magdeburg/Fachrichtung Gebrauchsgrafik. 1962 folgte ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 1963 lebte er freischaffend  in Berlin und widmete sich Illustrationen, vorwiegend für Kinder- und Jugendbuchverlage, aber auch für Zeitschriften. Über 150 Kinder-, Jugend- und Schulbücher werden von ihm illustriert. In den Jahren 1969, 1972, 1973 und 1979 erhielt er den Preis „Schönstes Buch" zur Internationalen Buchkunst-Ausstellung Leipzig. 1982 nahm er den "Hans-Baltzer-Preis" des Kinderbuchverlages Berlin entgegen.

Ausstellung: 1. Juli - 9. September 2018

Neuberin-Museum Reichenbach
Johannisplatz 3 • 08468 Reichenbach 

So, 20.05.2018

Schriftenfest Dresden 2018

Das nebenstehende Titelbild der Einladung zum Schriftenfest 2018 zeigt Alphabete einer Schrift, die heute im Handsatz selten anzutreffen sind. Beide gehören zur Corvinus, einer Antiqua mit klassizistischen Zügen, die von Imre Reiner entworfen wurde und 1934 bei der Bauerschen Gießerei herauskam. Reiner hat bei Ernst Schneidler studiert – gewisse Ähnlichkeiten mit dessen Schrift Kontrast sind also kein Zufall. Ebenfalls kein Zufall ist der Name der Schrift. Reiner, in Ungarn geboren, erinnert mit ihm an Matthias Corvinus, ungarischer König von 1443 bis 1490, ein kunst­sinniger Herrscher, der mit der Bibliotheca Corviniana die größte Sammlung wissenschaftlicher Schriften der damaligen Zeit schuf.

Inhaltlich setzt das Programm die Themen des Schriftfestes des Vorjahrs fort: Lesbarkeit, Erkennbarkeit der Zeichen – auch das Schriftschreiben als solches.
Erste Programmpunkte würdigen Schrift- und Plakatmaler der DDR-Zeit. Zentrum der Ausbildung war die Betriebsschule der Deutschen Werbe- und Anzeigen­gesellschaft, an der Andreas Frohloff sowohl Schüler als auch Lehrer war. Die Tätigkeit an dem Institut zu dokumentieren, hat er sich zusammen mit Fritz Grögel zum Ziel gesetzt.
Eckehart SchumacherGebler wird über »Morris, Walker, Cobden-Sanderson – und was aus der Initiative der Arts and Crafts-Bewegung wurde« sprechen. Ebenfalls um Schrift, aber auch um Grafik geht es, wenn uns Gabriele Netsch einen Blick werfen läßt in die Schatzkammer der Deutschen Nationalbibliothek und dem »Nachlaß zu Lebzeiten – drei Künstler der DDR – Axel Bertram, Egbert Herfurth und Gert Wunderlich«.
Weiterhin: Können Dyslexie-Fonts von legas­thenen Menschen schneller als Standardschriften gelesen werden? Dieser Frage ist Bettina Andresen mit der Hilfe eines Lesbarkeitstests nach­gegangen, der vom MIT entwickelt wurde. Rosalie Heinen beschäftigt zusammen mit Ulrike Borinski die Frage: Was macht einen Physiktext für sprachschwache Schüler so schwierig?

Näheres hier.

Sa, 19.05.2018

hoch hinaus

Anläßlich des Ortstermins Moabit 2018 wird der Pirckheimer Michael Ley gemeinsam mit Martin Gietz in der Galerie Würtenberger ausstellen.

Der Turm zu Babel reichte bis in die Wolken.
(Darf denn das sein? Wie hoch bauen wir heute?)

Zur Ausstellung "hoch hinaus" werden von Martin Gietz große Holzschnitte zu sehen sein, er arbeitet u.a. mit einer Straßenwalze. Michael Ley wird Holzschnitte und Video-Intellationen zeigen.

Vernissage: 1. Juni 2018, 19 Uhr
Ortstermin: 1. - 3. Juni 2018 (Galerie Würtenberger 15 - 20 Uhr)

Galerie Würtenberger
Elberfelder 10, Berlin Moabit

Do, 17.05.2018

Stich-Wort: BABEL

Zur Vernissage und während der Pfingstfeiertage wird es zur Ausstellung "Stich-Wort: BABEL" mit Kupferstichen von Falk Geißler in Rochlitz ein spannendes Programm geben.

Eröffnung: 19. Mai 2018, 19 Uhr, Musik von Kristina und Lars Fiedler (Geige u. Gitarre), einführende Worte durch den Künstler
20. Mai 2018, 17 Uhr: Theater von Sprachwerk "The Tower Today", anschließend Tanz "Bubble on"
21. Mai 2018, 15 Uhr: mehrsprachige Lesung bei Kaffee/Kuchen
Ausstellung: 19. Mai - 31. August 2018

Vielfalter, Bismarckstr. 3, 09306 Rochlitz

Mo, 14.05.2018

RiXDORFER JAPANDRUCK

„Das schönste Buch der Welt", sei es, findet der Autor und Verleger Hermann Syzygos (al. Herbert Witzel) - und auch wenn man sich diesem stolzen Superlativ nicht ganz anschließen möchte, muß man konstatieren, daß es eines der schönsten Bücher ist, die wir in den letzten Jahren in Händen halten durften. Das liegt vor allem daran, daß es ist mit Liebe und Hingabe gemacht worden ist. Mit dem Füllfederhalter in angenehmer Handschrift verfaßt, im farbigen Druck übertragen auf leinwandähnliches, strukturiertes Feinpapier, als Blockbuch ohne Schnürung mit einem Leinenrücken gebunden, macht die Erzählung, die Hermann Syzygos um Vincent van Gogh, den Briefverkehr mit seinem Bruder Theo, den Japonismus, seine impressionistischen Kollegen, um Clasina Maria Hoornik, genannt Sein und eine Einladung der Familie Roulin zum Weihnachtsessen rankt, ungeteiltes Vergnügen.
Es gibt zahllose Bücher um und über Vincent van Gogh, seine Bilder, sein Leben wurden analysiert, kommentiert, ausgeschlachtet. Hier nun haben wir ein Buch vor uns, das geschickt und irgendwie artig Wahrheit und Fiktion ineinanderfließen läßt, womit es uns den genialen und ein wenig verrückten Maler und Menschen näher bringt. ...

(Frank Becker)

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Hermann Syzygos - ,,Ein Fest für Vincent" ( ... oder Gottes Fortsetzungsroman)
Eine handschriftliche Van-Gogh-Erzählung im RiXDORFER JAPANDRUCK
2018 worttransport.de Verlag, 75 Seiten, flexibler Halbleineneinband, japanische Blockbuchbindung - mit vielen, überwiegend farbigen Illustrationen - ISBN 978-3-944324-54-8
20 -€

Johannes Grützke zeichnet Iwan Turgenev auf einen Lithostein. Foto: Jan Pelkofer

Träume und Dramen

Am 17. Mai 2018 eröffnet die TABOR PRESSE BERLIN von 18.00 bis 22.00 Uhr eine Ausstellung mit Steindrucken, Linolschnitten, Plakaten und Zeichnungen der letzten 30 Jahre von Johannes Grützke (1937 - 2017). 

"...In hundert Jahren wird man kaum unsere zeitgenössische Kunst heranziehen, wenn man Auskunft sucht über unser Leben und Treiben. Primäre Bildquellen sind die Fotografie, der Film, die Dokumente des Fernsehens. Das Werk von Johannes Grützke bildet da eine seltene Ausnahme. Denn Grützkes Bilder sind einzigartige, freilich extravagante Beiträge zu einer Gesellschafts- und Sittengeschichte der Bundesrepublik. Sie kommentieren auf bizarre Weise gesellschaftliche Rollenspiele, Emanzipationsversuche und infantile Regressionen, Single-Kultur und zwanghaftes Gruppenverhalten, den Geschlechterkampf, Frauen-Power, sexuelle Befreiungen und sexuelle Verkrampfungen, ideologische Verrenkungen und kollektive Neurosen. Grützke ist Sensualist und Theatraliker. Sein Idiom ist die Körpersprache. Die psychische Mechanik und das konfuse Triebleben stellt er in einem Theater des Fleisches dar. ..."
(Eduard Beaucamp, FAZ vom 29.09.2007)

TABOR PRESSE BERLIN
Taborstraße 22, 10997 Berlin

© Bild: Ursula Kirchberg, CC NC-BY-SA

Buchillustrationen von Ursula Kirchberg

Im Rahmen der Reihe „Kinderbuch im Gespräch“ der Staatsbliothek zu Berlin fündet unter dem Titel "Die Lust am Gestalten. 50 Jahre Buchillustrationen von Ursula Kirchberg" die Übergabe von Skizzen und Originalillustrationen Ursula Kirchbergs an die Kinder- und Jugendbuchabteilung statt.

Ihre Devise „Illustrieren heißt, ein Herz zu haben für literarische Geisteskinder und ihre Urheber“ sowie auch die Überzeugung, dass Illustrationen zur aktiven, möglichst verbalen, Auseinandersetzung mit dem Bild und einem bestimmten Thema auffordern sollen, merkt man den Werken Ursula Kirchbergs an. Gepaart mit hohem künstlerischem Niveau begründen sie ihren Erfolg.
Zwischen 1960 und 2012 erschienen zahlreiche von Ursula Kirchberg illustrierte Werke, vor allem im Kinderbuchbereich und insbesondere Bilderbücher. Während sich die Originale zu insgesamt 14 Bilderbüchern aus der Zeit zwischen 1967 und 2003 heute im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf befinden, und die Illustratorin die Originalarbeiten zu vier Bänden mit Texten Theodor Storms dem Literaturmuseum Theodor Storm in Heiligenstadt übereignet hat, darf sich die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin über die überaus großzügige Schenkung weiterer Werke aus dem Vorlass von Ursula Kirchberg freuen. Darunter befinden sich u.a. die Skizzen und Illustrationen zu „Selim und Susanne“, ein Titel, der sich bereits 1978 dem Thema der Integration ausländischer Kinder widmete, der 1979 auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis stand und 1984 mit dem Kinderliteraturpreis der Ausländerbeauftragten der Stadt Berlin ausgezeichnet wurde, sowie auch die Skizzen zu „Isidor und Adebar“ und die Illustrationen für „Fridolin“, beide zählten, 1969 bzw. 1977, zur Auswahlliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis.

(Sigrun Putjenter)

8. Juni 2018, 18 Uhr
Anmeldung bis zum 1. Juni 2018 an kinderbuchabt@sbb.spk-berlin.de

Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin, Potsdamer Platz

Sa, 12.05.2018

Der alte Mann und die Bücher

Peter Sodann sucht Genossen, um den Weiterbetrieb seiner DDR-Bibliothek zu sichern

... Staucha in der Lommatzscher Pflege: Weite Felder oberhalb des Elbtals bei Meißen; geduckte Dörfer, knorrige Menschen. Einer von ihnen ist der Schauspieler Peter Sodann, der einst Kommissar im »Tatort« und Chef eines Theaters in Halle war und nun ein Biotop betreut: ein Refugium für die Literatur der DDR. Nach der, wie Sodann es formuliert, »Zeit ihres Seins« wurden auch die Bücher der DDR vielerorts aus den Regalen geräumt, landeten auf dem Müll oder im Ofen. »Ich wollte, dass diese Schweinerei aufhört«, sagt Sodann. Er begann, die verstoßenen Bücher aufzubewahren, musste mit den Unmengen an Kisten aber eine Odyssee antreten, weil er in Halle nicht bleiben durfte und in Merseburg auch nicht. Danach klapperte er zwei Dutzend alte Schlösser und Fabriken ab. In Staucha kam er schließlich unter. Zwei Jahre wurde umgebaut und eingeräumt, im Mai 2012 eröffnet. Es gab ein schönes Fest und viele weitere Bücherkisten als Gastgeschenke. Bürgermeister Peter Geißler, der Sodann in sein 758 Jahre altes Dorf geholt und viel Fördergeld besorgt hatte, träumte von Staucha als »Bücherdorf«.
Fünf Jahre später füllt die DDR-Literatur geschätzte zehn Regalkilometer unterm hölzernen Dachstuhl über dem alten Kuhstall. ...

(Hendrik Lasch, ND 12.Mai 2018)

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Graphische Kunst 1/2018

Das erste Heft für den Jahrgang 2018 der vom Pirckheimer Jürgen Schweitzer herausgegebenen Zeitschrift "Graphische Kunst" wurde ausgeliefert.

Eröffnet wird dieses mit einem Artikel über den Dresdner Sammler und Galeristen Wolfgang Finkbein, dessen Leib- und Magenthema der "Zirkus" ist. Ein Artikel über den Faksimile-Sammler Dr. Roland Specker folgt. Im weiteren Verlauf finden sich zwei Exlibris-Künstler, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Andreas Raub mit seinen „klassischen" Köln-Exlibris für den Sammler Prof. Dr. Werner Grebe und der italienische Serigrafie-Künstler Maurizo Rivetti. Dazwischen erfahren wir fundiert von dem Wiener Graphiker und akademischen Lehrer Maximilian Melcher, der Generationen von Künstlern ausgebildet hatte. Im Anschluss verweist ein kleiner Artikel auf die in diesem Jahr wieder stattfindenden Lithotage 2018 in München.

Der Ausgabe A liegt ein Linolschnitt von Roland R. Berger ,,Kleine Reverenz vor H.M." und eine Radierung von Reinhard Klink "Himmlicher Tropfen" bei, die Ausgaben A und B enthalten Graphiken von Giesela Mott-Dreizler, Otto Schlosser (aus dem Nachlass), Pedro Stoichita und Michael Zander.