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Marginalien

Pirckheimer-Blog

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Fr, 15.03.2019

Kay Voigtmann - Lederdämon, Siebdruck 2019, Beilage zu Marginalien # 232

Freikarten für die Leipziger Buchmesse

Das richtige Lösungswort für unser Gewinnspiel wurde von allen Teilnehmern genannt. Die Originalgraphik, die alle Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft mit dem ebenfalls kostenlosen Heft der Marginalien erhielten, wurde für die Nummer 232 von Kay Voigtmann gestaltet.

Eine Tageskarte haben u.a. gewonnen:
Gabriele A., Markranstädt
Nora D., Berlin
Lena H., Weimar
Udo H., Berlin
Sabine K., Leipzig
Sabine M., Altenburg
Christian S., Neumünster
Michael Sch., Saalfelder Höhe
Ralf W., Magdeburg
Sigrid W., Magdeburg
Die Gewinner erhalten ihren Code zum Freischalten der Tageskarte per E-Mail.

Selbstverständlich würden wir uns über einen Besuch der Gewinner an unserem Stand auf der Leipziger Buchmesse freuen, Halle 3, Stand E 519.

Sa, 09.03.2019

Heinrich Stieglitz, ein Denkmal

Bernd-Ingo Friedrich veröffentlichte jetzt bei Arnshaugk, Neustadt den zweiten Teil seiner Forschung zu Heinrich Stieglitz.

Heinrich Stieglitz (1801-1849) gehört zu den Persönlichkeiten, deren Bild sich durch interessengeleitete Wahrnehmung, Deutung und Bewertung schon zu Lebzeiten weitgehend verfestigt hat. Ein solches auf verschlungenen Pfaden tradiertes und durch die Macht steter Wiederholung erstarrtes Bild infrage zu stellen, gehört zu den vorrangigen Aufgaben biographischer Forschung, wie sie sich der Pirckheimer Bernd-Ingo Friedrich bereits zu Gottlob Leopold Immanuel Schefer (1784–1862) und Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) verschrieb.

Der zweite Band des Denkmals für Heinrich Stieglitz ist seinem Werk gewidmet.
In einem ersten Teil werden „Der Dichter Heinrich Stieglitz“, seine Bilder des Orients und die im vierten Band derselben enthaltene Tragikomödie „China“ in Beziehung zur Gesamtheit der deutsch-orientalischen Dichtung des 19. Jahrhunderts gesetzt. Ein Verzeichnis der Publikationen und nachgelassenen Produktionen runden die Bestandsaufnahme ab. Dem Anhang „Heinrich Stieglitz als Texter“ folgt eine ausführlich kommentierte Bibliographie der Vertonungen seiner Gedichte. Der zweite Teil besteht aus rund 90 „Nachklängen“, also „einer kritischen Sichtung und Neubewertung überlieferter Interpretationen und bekannter Quellen“, sowie einer kurzen Zusammenfassung. Ein dritter Teil enthält die Register für beide Bände der Monographie.

Eine Rezension on U.E.G. Schrock erschien in Marginalien, # 229, S. 96f

Friedrich, Bernd-Ingo: Heinrich Stieglitz, ein Denkmal.
Erster Teil: Biographie und Exkurse. Arnshaugk Verlag 2018. ISBN 3-944064-88-7. 58,– €
Zweiter Teil: Anhänge, Nachklänge und Register. Arnshaugk Verlag 2019. ISBN 3-944064-89-5. 58,– €

So, 24.02.2019

Edition Pirckheimer und die Marginalien

Am 21. März 2019 | 16:00 – 16:30 Uhr werden auf der Leipziger Buchmesse die Marginalien vorgestellt.

Seit drei Jahren erscheint die traditionsreiche Zeitschrift, die 1956 gegründet wurde, im kleinen Thüringer quartus-Verlag. Durch Gewinnung neuer Autoren und Künstler gelang es, wieder an beste Zeiten anzuknüpfen. Das Papier wurde verändert, gefragte Grafiker wie Strawalde, Klaus Süß, Moritz Götze und Susanne Theumer lieferten originale Beilagen und die Redaktion wurde verjüngt. 2019 beginnt mit der Herausgabe einer „Edition Pirckheimer“: einer Sammlung von Originalgrafik in A3. Zwei Blätter sollen pro Jahr erscheinen, das erste stammt von Baldwin Zettl, dem Altmeister des Kupferstichs. Erleben Sie den Künstler im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft, Dr. Ralph Aepler und dem neuen Chefredakteur Till Schröder, moderiert von Jens-F. Dwars. Anschließend Signierstunde am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft.

Leseinsel Sachbuch + Buchkunst, Halle 3, Stand B600

Mo, 07.01.2019

Eine Besprechung ...

... der Marginalien im Feuilleton des Mironde Verlages (Inh.Birgit und Dr. Andreas Eichler und des Freundeskreis Gerd Hofmann:

Die Pirckheimer-Gesellschaft e.V. gibt die Zeitschrift »Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie« heraus. Eben erschien Heft 4/218 (Heft 231).
Im Vorab-Wort benennt Till Schröder Anzeichen für den wachsenden Bedeutungsverlust von Büchern, zieht sich aber auf eine Art von Selbsttröstung zurück: »Alte Medien werden von den neuen nie vollständig verdrängt … Die Marginalien suchen daher lieber in den Nischen von Gegenwart und Vergangenheit nach Best Practic, wie es die Managementkurse so gerne predigen.« (S. 3)
Es folgen 13 Artikel, ein Debattenbeitrag, drei Rezensionen und Nachrichten aus der Pirckheimer Gesellschaft.
Besonders beeindruckte uns der Beitrag des promovierten Historikers Christoph Links über das Schicksal von Kinderbuchverlagen in der DDR (S. 27ff). In vorbildlich nüchterner Weise schildert Links die oft dramatischen Geschichten ausgewählter Verlage. Der Jurist und Buchhändler Paul Zahl erhielt am 12. Dezember 1946 die Lizenz der Besatzungsmacht zur Gründung des Peter-Paul-Verlages in der Feldberger Bahnhofstraße 1a. Die Bücher des Verlages waren in der geistigen Nachkriegssituation begehrt. Dem Amt für Literatur und Verlagswesen, schwebte dem Anschein nach aber eine Verstaatlichung der Verlage vor. Man verweigerte dem Peter-Paul-Verlag 1951 die Neulizenzierung. Paul Zahl fühlte sich bedroht und verließ mit seiner Familie 1953 die DDR. Doch er konnte in der Bundesrepublik nie wieder Fuß fassen. In der DDR ging der zurückgelassene Verlag 1955 in die Liquidation.
Der Verlagsbuchhändler und das KPD-Mitglied Alfred Holz erhielt am 28. August 1946, dem Geburtstag Goethes, innerhalb einer Verlagsgemeinschaft eine Lizenz der SMAD. Die Geschäftstätigkeit des Verlages wurde immer wieder durch fehlende Papierzuteilungen behindert. So konnten keine effizienten Auflagengrößen erreicht werden. Daraus ergaben sich finanzielle Engpässe, die durch zusätzliche Kreditaufnahmen und Rechnungsstundungen der Druckerei abgfangen werden mussten. Die Hauptverwaltung Verlagswesen bot Alfred Holz eine staatliche Beteiligung an, doch dieser wollte seinen Verlag vollständig in Staatseigentum überführen. Nach einer schweren Erkrankung stimmte Holz 1961 der Überführung seines Verlages als Imprint in den SED-eigenen Kinderbuchverlag zu.
Der Verlag Ernst Wunderlich wurde 1876 in Leipzig gegründet. Der Enkel des Verlagsgründers Hans Wunderlich, erhielt 1947 eine Verlagslizenz in Leipzig. 1948 ging Hans Wunderlich aber nach Worms und gründerte dort eine Verlagsbuchhandlung. 1955 erfolgte die Trennung der beiden Firmenteile. 1957 wurde der Leipziger Wunderlich-Verlag in Prisma-Verlag umbenannt. Der Kinder- und Jugendbuchbereich wurde aufgegeben. Kulturgeschichte prägte das Verlagsprofil. 1984 verkauften die Inhaber den Verlag an den LDPD-Buchverlag »Der Morgen«. Dort wurde der Prisma-Verlag bis 1991 als Imprint weitergeführt.
1933 gründeten Karlfriedrich Knabe und seine Ehefrau Helene Knabe die Weimarer Druck- und Verlagsanstalt mit Druckerei, Buchbinderei, Buchhandlung und Antiquariat. Im Jahre 1947 erhielten der Verlag eine Lizenz der Besatzungsmacht. 1948 wandelten Karlfriedrich Knabe und sein Sohn Gerhard das Unternehmen in eine OHG um und änderte den Namen in »Gebr. Knabe Verlag«. Von da an wurden vor allem Kinderbücher verlegt. Bei der Neulizenzierung wurde die Lizenz ausschließlich auf Gerhard Knabe vergeben, jedoch einer Erweiterung des Verlagsspektrums (Jugendliteratur, Romane, Erzählungen, historische Biographien) zugestimmt. 1972 wurde die Druckerei verstaatlicht. 1983 lief die Verlags-Lizenz aus. Der Verlag wurde 1984 abgewickelt. Mit dem 1. Januar 1985 ging das Verlagsvermögen an den Postreiter-Verlag in Halle über. In der Folge der Wiedervereinigung ging 2002 der Postreiter-Verlag in den Besitz des Beltz-Verlage in Weinheim über. Im Jahre 2006 gründete der Urenkel des Verlagsgründers Steffen Knabe den Verlag unter dem Namen »Gebr. Knabe« in Weimar neu.
1903 gründete Rudolf Arnold seinen Verlag in Leipzig. 1948 erhielt sein Erbe Viktor Emanuel Johannes Arnold eine Lizenz der SMAD als Jugendbuchverlag. Mit der Neulizenzierzung 1951 musste sich der Verlag auf Kindernbücher spezialisieren. Zunächst erschienen vier bis fünf Titel im Jahr, Anfang der 1960er Jahre10–15 und in den 1970er Jahren 20–25 Titel. Nach dem altersbedingten Ausscheiden des Lizenzinhabers wurde der Verlag ab 1. Januar 1989 als eine Art Imprint dem SED-eigenen Urania Verlag Leipzig angegliedert. Beim Verkauf der Urania-Gruppe durch die Treuhand-Anstalt hatte die Dornier-Gruppe kein Interess am Arnold Verlag. Dieser stellte Ende 1990 seine Produktion ein. 1994 wurde er aus dem Handelsregister gelöscht. Das Archiv des Arnold Verlages gelangte mit dem Urania-Bestand zur Dornier-Gruppe.
Vielleicht erscheint dem einen oder anderen Leser diese Beschreibung der Verlagsschicksale zu aufwändig? Aber Christoph Links macht sich die Mühe, um auf die Besonderheit jedes einzelnen Verlagsschicksales aufmerksam zu machen. Jeder Verlag hatte eine etwas andere Geschichte. Gerade um die Besonderheiten geht es in der historischen Forschung, nicht um Durchschnittsvergleiche.

Ein Porträt der Buchillustratorin Gertrud Zucker aus der Feder von Elke Lang (S. 38ff) liest sich sehr interessant. Die junge Frau nahm 1954 ein Studium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee auf. Besonders beeindruckt war sie von Professor Werner Klemke, der ihr eine völlig neue Sehweise vermittelte: »Wir sollten nicht nur die bildliche Darstellung im Auge haben, sondern mit der Grafik die Typografie und die Seitengestaltung mitdenken.« Ausführlich wird in Abbildungen und Erläuterungen das Lebenswerk von Getrud Zucker vorgestellt.

Klaus Walther, ein promovierter Germanist, Autor, Journalist, Lektor, Herausgeber, Verleger und Buchhändler, plaudert im hinteren Teil des Heftes (S. 103ff) über seine 62jährige Suche nach einem Holzschnitt des Straßburger Münsters. Eigentlich gab es vier Auflagen zu je 1000 Exemplaren, die im Leipziger Insel-Verlag erschienen. Doch der Schnitt war sehr begehrt und selten zu erstehen. 1933 hatte Rudolf Koch die Zeichnung gefertigt, Fritz Kredel und Lisa Hampe schnitten diese in Holz. Die vierte Auflage des Holzschnittes erschien 1954 in Leipzig.
Der Student Klaus Walther sah ein letztes Exemplar im Leipziger Antiquariat Engewald, schreckte aber zunächst vor dem Preis zurück. Als er sich besonnen hatte, war es bereits zu spät. Der Schriftsteller und Lektor Eberhard Panitz hatte es erworben und wollte es nicht abgeben. (Dem Anschein nach war der Schnitt für Panitz so wichtig, dass er ihn sogar in der, nach seinem Buch verfilmten Geschichte »Die sieben Affären der Dona Juanita« in einer Rolle »mitspielten« ließ.)
Wir wissen, dass es Klaus Walther versteht Geschichten zu erzählen. Diese Geschichte hat etwas Sinnbildliches: der Autor nimmt uns mit auf sein nahezu lebenslanges Suchen.

(Johannes Eichenthal)

So, 09.12.2018

Marginalien # 231

Das 231. Heft der Marginalien wurde ausgeliefert. Das Inhaltsverzeichnis und einige Leseproben finden sich hier.

Die typografische Beilage sind, wie gewohnt von Matthias Gubig gestaltet, Aphorismen von Jürgen Große unter dem Titel "Diesseits der Presse".

Das Heft enthält (nur für Mitglieder) wieder eine graphische Beilage, diesmal einen von zwei Holzschnitten von Elke Rehder "An die Nachgeborenen", durch die Künstlerin in Barsbüttel bei Hamburg auf gelbem Karton gedruckt.

Neben verschiedenen Hinweisen auf bibliophile Neuerscheinungen und die BuchDruckKunst in Hamburg liegt der Sendung für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft auch des Programm der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe, sowie die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag 2019 bei.

Mi, 25.07.2018

Moritz Götze

Für alle, denen das Schwerpunktthema Albert Kapr, eines von vielen, im nächsten Heft der Marginalien noch nicht genug ist, hier ein weiterer Grund, sich auf das Heft 230 zu freuen. Exklusiv für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft (also nicht für Abonnenten ohne Mitgliedschaft) wird den Marginalien ein Siebdruck von Moritz Götze beiliegen: Der letzte Zentaur oder Der Kampf mit dem Alphabet (600 Exemplare), fünffarbig gedruckt von Hartmut Tauer, Markkleeberg.

Übrigens, wer sich jetzt noch entschließt, den Pirckheimern rückwirkend zum Jahresbeginn beizutreten, erhält selbstverstandlich die Hefte und alle bereits im Jahr erschienenen Graphiken nachgeliefert. Näheres unter Mitgliedschaft.

Mo, 23.07.2018

Entwurf: Albert Kapr

Albert Kapr 100

Albert Kapr, einer der großen Typografen des 20. Jahrhunderts, wäre am 20. Juli 2018 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet das Deutsche Buch- und Schriftmuseum dem Buchkünstler, Hochschullehrer, Rektor, Historiker und Autor eine Präsentation. Albert Kapr ist nicht nur ein herausragender Vertreter seines Faches, sondern steht zugleich für eine besonders produktive Phase in der Leipziger Typografiegeschichte.

Die präsentierten Objekte aus dem reichen Schaffen Kaprs entstammen dem Nachlass des 1995 verstorbenen Künstlers, der im Museum aufbewahrt wird. Sie können seit der Integration der Museumssammlungen in das Portal der Deutschen Nationalbibliothek Anfang 2018 auch dort recherchiert werden.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Im Rahmen der Ausstellung haben sich Studierende der Hochschule mit Kaprs Text “Die Kunst des Bücherkaufens”, der Pirckheimern mit dem nächsten Heft der Marginalien (#230) als Faksimile zur Verfügung gestellt wird, auseinandergesetzt und präsentieren ihre ganz persönliche Auswahl bester und schönster Bücher.

Eröffnung: 29. Juli 2018, 11 Uhr.
Ausstellung: 29. Juli - 30. Dezember 2018

Deutsches Buch- und Schriftmuseums / Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig

Do, 19.07.2018

Lichtung im Unterholz

Die Rettung jener Phänomene, die Rettung verdienen, vollzieht sich mittels Ideen - so sagte es Walter Benjamin. Welche Idee zum Beispiel? Dass nicht jede Anpassung an die fragmentierten Verhältnisse als Lebenskunst zu preisen sei. Und: dass es die Schönheit gibt, die Feinheit, die Kostbarkeit. Worunter freilich sehr Verschiedenes verstanden werden darf. So meinte der Verleger Elmar Faber, an einer Autobahnraststätte in Thüringen gebe es die besten Bratwürste - während sein Autor Christoph Hein behauptete, die schmeckten ein bisschen nach Bitumen und röchen nach Diesel. Was also ist schön und fein? Immer sind es die Fragen, die uns binden - die Antworten trennen uns.

Diese Antwort allerdings schafft Einigkeit: »Marginalien«, die Zeitschrift für Buchkunst und Bibliographie, herausgegeben im Auftrag der Pirckheimer-Gesellschaft, ist ein Kleinod, das sich mit seiner Hinwendung zum schönen Buch sinn- und formbewusst weiter durch die Gegenwart des Schnelldrucks, der papiernen Billigprodukte und der Verfallsdaten rettet. Nun setzt eine verjüngte Redaktion das Werk des langjährigen Kollegiums um Carsten Wurm fort, neuer Chefredakteur ist Till Schröder. Im ersten Heft nach dem Wechsel [# 228] werden eine Ausstellung von Klaus Ensikat betrachtet, Jurek Beckers Postkartenpoesie sowie Druckgrafiken von Hélène Habbot Bautista. Die traditionelle typographische Beilage bietet acht Wald-Gedichte (so Charles Baudelaire, Oskar Loerke, Heiner Müller, Nico Bleutge), gesetzt in der Joanna italic, einer Schrift, »steil und in behutsamer Schräglage« (Matthias Gubig). Peter Gosse hält eine Laudatio auf den Grafikkünstler Karl-Georg Hirsch: »Ethos kommt nicht umhin, vom Ästhetischen hinterschimmert zu werden.«

Bewegung ist Gegenläufigkeit: Neues Redaktionsleben öffnete sich neuen Buchwelten - der Tod schlägt Lebensbücher zu. Im Heft zu lesen: die Grabrede Christoph Heins für den 2017 verstorbenen Präger des Aufbau-Verlages, Elmar Faber. Darin die anfangs erwähnte Bratwurst - die überhaupt kein Gegensatz ist zur Tiefe, mit der hier ein Verleger-Leben genau, grandios heiter und hellsichtig erzählt wird. Einen »tapferen Husaren« nennt Hein diesen Draufgänger im Zweckkostüm des listigen Kunst-und-Kultur-Diplomaten. Hermann Wiedenrot betrauert den ebenfalls 2017 verstorbenen Buchdruck-Meister Wolfgang Tiessen, und verabschiedet wird auch Horst Hussel - von Jens-Fietje Dwars, letzter, in Sorgfalt und Unermüdlichkeit so zugeneigter Verleger des Bild- und Zeichenzauberers: »Hussels Kunst bleibt Nicht-Kunst, um ihrer selbst einzugreifen, und sei es als Irritation.« »Marginalien«, 1957 ins Leben gerufen, ist seit jeher eine Art Lichtungsfreiheit im »Unterholz« des wechselnden Blätterwaldes, wie es die Redaktion betont. Ein Auftrag, der Zukunft hat: die Beharrlichkeitscourage der Büchersammler und -gestalter gegen »Bunt, Laut, Marktschreierisch«.

(Hans-Dieter Schütt in neues deutschland / 19.07.2018 / S.15)

Mi, 06.06.2018

Thomas Ranft, Morgen (140 Exemplare), Radierung, zweifarbig gedruckt von eigener Hand in Amtsberg bei Chemnitz

Marginalien # 229

Das 229. Heft der Marginalien wurde heute ausgeliefert.

Als typografische Beilage finden sich darin, in Form gebracht und kommentiert von Matthias Gubig, die 1933 erstmals (unvollständig) veröffentlichten Fingerzeige über den Umgang mit Autoren von Ernst Rowohlt.

Die graphische Beilage, eine zweifarbige Radierung von Thomas Ranft, erscheint diesmal in 4 Motiven. Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten mit den Marginalien eines der Blätter Roter Drache I, Roter Drache II, Morgen (Abb.) oder Berg.

Inhaltlich wird im aktuellen Heft wieder ein breites Spektrum von Themen behandelt. So beleuchtet unter anderem Matthias Biskupek das Wirken von Jens Henkel und die burgart-presse, Christoph Links beginnt eine historischen Überblick über Verlage in der DDR, Gunnar Decker würdigt den 80. Geburtstag von Nuria Quevedo und Jörg Sundermeier spricht über die Kurt Wolff Stiftung und ihre Arbeit. Das gesamte Inhaltsverzeichnis, sowie Leseproben können in Kürze im Archiv eingesehen werden.

In Heft wird die Tagesordnung der Mitgliederversammlung der Pirckheimer-Gesellschaft veröffentlicht, die im Rahmen des Jahrestreffens am 31. August 2018 um 19 Uhr in Frankfurt/O stattfinden wird.

Sa, 28.04.2018

Heute in der Zeitung ...

... ein Hinweis auf das aktuelle Heft der Marginalien mit Nennung einiger Artikel. Da nicht jeder diese Zeitung liest, hier für den Sammler eine Information über die Ausgabe: Es handelt sich um eine Anzeige zu den Marginalien im ND vom 28./29.04.2018 auf Seite 10 in der Rubrik Feuillleton.

Fr, 06.04.2018

Marginalien # 228

Lang erwartet, häufig nachgefragt und heute endlich im Briefkasten: Heft 228 der Marginalien, welches hier bereits seit der Leipziger Buchmesse mit einigen Leseproben vorgestellt wird und welches Messebesucher am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft schon mal in einer kleinen Teilauflage in die Hand nehmen konnten. Die Auslieferung der gesamten Auflage verzögerte sich leider durch eine Krankheitswelle in unserer Buchbinderei, so dass die beiliegende Information zur 13. BuchDruckKunst in Hamburg keine Vorfreude, sondern nur noch angenehme Erinnerungen hervorrufen kann. Da Bücherfreunde sich jedoch nicht dem Nachteiligen, sondern dem Schönen verschrieben haben bleibt der Trost, dass man dieses Heft nun auf einer Parkbank oder im Garten bei endlich frühlingshaftem Sonnenschein lesen kann.

Do, 29.03.2018

Graphik-Abo von Christophe Carbenay

Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten bekanntlich vierteljährlich eine Originalgraphik, die den Marginalien beiliegt - das in Kürze ausgelieferte Heft 218 enthält z.B. einen Linolschnitt von Hélène Habbot Bautista. Aber auch Pirckheimer bieten Graphiken an, die regelmäßig geliefert werden, so z.B. Jürgen Schweitzer mit der Zeitschrift Graphische Kunst.

Bereits seit 2009 bietet auch der Pirckheimer Christophe Carbenay ein Graphik-Abo mit eigenen Arbeiten an, mit welchem de Abonnent ein Jahr lang 12 mal eine "Graphik des Monats" erhält. Die Graphiken stehen unter keinem übergeordneten Thema, haben eine Größe von 20 x 30 cm bei variierender Plattengröße und werden in einer 20er Auflage auf Bütten gedruckt. Als Zugabe gibt es eine Sammelmappe auf Bütten. 

Der Einstieg ist jederzeit möglich und das Abo für 12 Monate kostet 250 € (einschließlich Versand). Interessenten können sich per E-Mail an den Künstler wenden.

Mo, 19.02.2018

Das Buch »Der Nix« von Pierre Sanoussi-Bliss
Das Buch »Der Nix« von Pierre Sanoussi-Bliss ist im Inselkinder Verlag erschienen.

Veranstaltungen der Pirckheimer-Gesellschaft in Leipzig

  • 15. März 2018 / 15:00 – 15:30 Uhr

Buchkunst im quartus-Verlag II: Die Marginalien – Deutschlands Zeitschrift für Buchkunst
Ralph Aepler, Jens-Fietje Dwars, Matthias Gubig, Till Schröder: Wohin steuert Deutschlands einzige Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie?
Leseinsel Halle 3 Stand H504

  • 16. März 2018 / 11:00 – 11:30 Uhr

„Stets erlebe ich das Falsche. Der alternative Künstlerreport“
(Verlag für Berlin-Brandenburg)
Harald Kretzschmar: Die künstlerische Bilanz eines zeitlebens kritischen Zeichners
Forum Literatur Halle 5 Stand K600

  • 17. März 2018 / 11:00 – 12:00 Uhr

Du liebe Hühnerkastanie – Bücherkinder Brandenburg auf den Spuren von Jurek Beckers Postkartenpoesie
Ralph Aepler, Christine Becker, Bücherkinder Brandenburg: Kinder schreiben, gewinnen Künstler und Politiker, drucken Linolschnitte und stellen nun ihr Buch vor
Moderation: Armin Schubert
Leseinsel Halle 3 Stand H504

  • 17. März 2018 / 13:00 – 13:30 Uhr

Der Nix: Eine Geschichte für Kinder und Erwachsene, gelesen von Pierre Sanoussi-Bliss
Pirckheimer-Gesellschaft in Kooperation mit dem Inselkinder Verlag/ Janet Lindemann & dem Kurznachzehn Verlag GmbH DAS MAGAZIN Die Kulturzeitschrift. Seit 1924,
Mitwirkende: Pierre Sanoussi-Bliss/ Ralph Aepler
"Der Nix" ist eine bezaubernde Geschichte für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene. Die Geschichte handelt von Kaulquappe Kauli, die in einem kleinen See in der Nähe eines Dorfes lebt. Sie möchte kein Frosch werden und träumt davon, eine aus Schaumkronen geborene Nixe zu sein. Bis eines Tages plötzlich ein Sturm über ihrem Teich aufzieht und wundersame Dinge geschehen. In dem Buch geht es um Vorurteile, um Schubladendenken und Anderssein.
Die Botschaft: Egal, wie anders man ist, zusammen ist es zu schaffen.
Anschließend Autogrammstunde auf der Leseinsel und am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. Halle 3 | Stand E 508
Halle 3, Leseinsel H 504

  • 18.03.2018 / 11.00 - 11.30 Uhr

Briefwechsel von Christa und Gerhard Wolf mit Carlfriedrich Claus
Zum 90. Geburtstag von Gerhard Wolf und zum 20. Todestag von Carlfriedrich Claus soll der Briefwechsel zwischen den beiden erscheinen. Jörg Seifert, Kunstkeller Annaberg, stellt das Projekt vor.
Halle 3, Leseinsel H 504 oder am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. Halle 3 | Stand E 508

Do, 28.12.2017

Hélene Habbot Bautista

Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft können sich auf die graphische Beilage zum Heft 228 der Marginalien freuen, welche diesmal von der französischen Graphikerin Hélene Habbot Bautista geschaffen wurde.

Für das gerade erschienene Body & Soul 29 (Landscape with), welches 13 signierte Gedichte. 4 Originalzeichnungen / Aquarelle. eine Radierung. 11 mehrfarbige Druckgraphiken und 6 einfarbige Graphiken, sowie eine Collage enthält, gestaltete Hélene Habbot Bautista die Titelgraphik (Abb. oben). Nach derzeitigem Stand sind noch 2 Exemplare bei der Corvinus Presse zu haben.

Mitte Januar gibt es dann in Halle eine Buchpremiere des Titels von Andreas Montag "Paradies" (Abb. unten) in der Ausstellungseröffnung von Hélene Habbot Bautista mit Lesung des Autors.

Vernissage mit Lesung: 19 Januar 2018 in Halle/Saale 
Lesung: 20. Januar 2018 in Berlin (geschlossene Veranstaltung)

ZEITKUNSTGALERIE
Jutta Wittenbecher
Kleine Marktstraße 4 | 06108 Halle (Saale)

Mi, 20.12.2017

Marginalien # 227

Das 227. Heft der Marginalien wurde heute ausgeliefert.

Es enthält als typografische Beilage einen Beitrag von Karl Wolfskehl mit dem Titel Bücherfreuden aus dem 51. Buch der Rupprecht-Presse zu München 1932.
Ausschließlich für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt dem Heft ein, in einer Auflage von 550 numerierten Exemplaren erschienener und von Harald Weller gedruckter, zweifarbiger Linolschnitt von Ullrich Wannhoff "Stellerische Seekuh (nach W. G. Seebald)" bei.
Mitglieder erhielten außerdem mit diesem Heft das Programm der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe und die Rechnung über den Mitgliedsbeitrag 2018.

Wichtig für alle Mitglieder und Freunde der Pirckheimer-Gesellschaft: Auf Seite 108 findet sich ein Hinweis zum Jahrestreffen 2018, welches vom 31. August bis zum 2. September in Frankfurt an der Oder stattfindet. 

Das Inhaltsverzeichnis des Heftes kann im Archiv eingesehen werden.