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Ninon Suckow

Pirckheimer-Blog

Ninon Suckow

Fr, 27.11.2020

Sammlerfreuden 2020

Beim Berlin-Brandenburger Pirckheimer-Abend im Dezember letzten Jahres kam die Bezeichnung "Mein Buch des Jahres" auf - im Gegensatz dazu hatte auch jemand sein "Unbuch des Jahres" dabei und es wurde auch über "Mein Nichtbuch des Jahres" berichtet. Da nun in diesem Jahr der Sammlerabend ausfallen muss, hat der Vorstand beschlossen, die "Bücher des Jahres" wenigstens virtuell zu präsentieren: Jeder, der am 3. Dezember etwas zum traditionellen Sammlerabend mitgebracht hätte, schreibt ein paar Sätze auf über das Objekt und warum gerade dies sein Buch (oder seine Grafik usw.) des Jahres ist, dazu eins, zwei Bilder.
Damit können Pirckheimer und Freunde wenigstens auf diese Weise teilhaben an den Sammlerfreudendes letzten Jahres unserer Mitglieder.

Mehr als zehn Beiträge zu den Büchern des Jahres sind bereits eingetroffen und hier zu lesen und zu bewundern. Die Aktion ist damit aber keineswegs abgeschlossen, Beiträge sind weiterhin willkommen.

Mo, 23.11.2020

Birgit Haustedt: Im Alten Land, limitierte Sonderedition zum Sammlertreffen

Treffen der Inselbuch-Sammler

Die Sammler der Inselbücherei konnten als eine der wenigen Interessengemeinschaften im coronageplagten Jahr 2020 ihr Jahrestreffen abhalten. Gut 50 Sammlerinnen und Sammler fanden sich an einem Wochenende im September im großen Saal des wunderschönen Logenhaus der Johannisloge „Zur Goldenen Kugel“ und im übrigen Hamburg zu einem vielfältiges Programm zusammen.

Zum Sammlertreffen erschien eine Vorzugsausgabe mit Original-Kleisterpapier von Gisela Reschke in einer Auflage von 43 Exemplaren des Insel-Bändchen „Im Alten Land“ von Birgit Haustedt (siehe nebenstehende Abb.).

Hier kann ein ausführlicher Bericht von Ninon Suckow über das Treffen nachgelesen werden.

Mi, 18.03.2020

Wie geht es weiter in der BB-Regionalgruppe

Fast müßig, auf Veranstaltungsausfall hinzuweisen, aber trotzdem: 

Der Berliner Senat hat angewiesen, alle nicht notwendigen Veranstaltungen vorerst bis zum 19. April auszusetzen, dazu zählen auch kulturelle Veranstaltungen. Aus diesem Grund fällt auch der für den 16. April geplante Besuch der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe im Digizentrum der Staatsbibliothek aus.

Optimismus besteht noch, was die Busexkursion nach Schiffmühle und zum Kunersdorfer Musenhof am 16. Mai betrifft. Der Bus ist reserviert  Bislang haben sich zwar erst wenige Pirckheimer für die Fahrt angemeldet, was vermutlich auch daran liegt, dass kaum Gelegenheit war die Anmeldeliste auszulegen. Deshalb die Bitte, sich möglichst zeitnah bei Frau Ninon Suckow zu melden, generell ein Interesse an der Exkursion besteht. Es ist geplant, 8:30 Uhr ab Alexanderplatz nach Schiffmühle zum Fontanehaus zu fahren, eventuell den Friedhof (eine Fußstunde entfernt) zu besuchen, dann auf der Carlsburg Mittag zu essen, um machmittags in Kunersdorf den Musenhof mit dem Chamisso-Museum, der Grabanlage und der Rundkirche zu besuchen und Kaffee zu trinken. Gegen 18.30 soll die Exkursion am Alexanderplatz enden.

Mo, 25.02.2019

Buntpapier und Verlage

In diesem Jahr traf sich der Arbeitskreis Buntpapier – wie immer am letzten Februar-Wochenende – in Berlin. Zum Auftakt waren die Teilnehmer in die Staatsbibliothek Unter den Linden eingeladen, wo Thomas Klaus Jacob Bücher mit historischen Buntpapieren aus dem Bestand der Bibliothek zeigte.

Die eigentliche Tagung fand dann im Kunsthistorischen Institut der Freien Universität in Dahlem statt. Dem Schwerpunktthema „Buntpapier und Verlage“ entsprechend standen Vorträge zu bekannten oder weniger bekannten Reihen auf dem Programm, z.B. die Insel-Bücherei, die andere Bibliothek und die Frankfurter Buntbücher, die aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wurden und es wurden „Verlagseinbände und ihre künstlerische Gestaltung“ behandelt. Eine andere Interpretation des Themas bot die vorgestellte Fachliteratur zur Buntpapierherstellung im Verlag von Bernhard Friedrich Voigt in Ilmenau bzw. Weimar. Auch in Fachkreisen bisher eher unbekannt ist die „Historische Büchersammlung von Maximilian von Günderode“ in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, in der eine Vielzahl von Buntpapieren enthalten ist und die jetzt in einem umfangreichen Projekt erschlossen werden soll. Schließlich war auch die Herstellung und Gestaltung von Buntpapieren bis hin zum „Kunstobjekt  Buntpapier“ Thema der Vorträge. Im Anschluss an die Tagung bestand dann noch die Möglichkeit das Atelier von Philip Wiegard, der zuvor seine Arbeiten ebenfalls in einem Vortrag vorgestellt hatte, zu besuchen.

Wie immer wurde ein interessantes und vielfältiges Programm geboten und die Möglichkeiten zum fachlichen Gespräch und Austausch wurden ausgiebig genutzt. Die nächste Tagung wird Ende Februar 2020 in Weimar stattfinden.

(Ninon Suckow)

Fr, 02.11.2018

Einband-Forschung #43

Pünktlich zur 23. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände (AEB) erschien Heft 43 der vom Arbeitskreis herausgegebenen Zeitschrift „Einband-Forschung“. Die Bandbreite der vorgestellten Einbände umfasst die Zeit vom Mittelalter bis in die Gegenwart, das Spektrum reicht von „Verschließbaren Einbänden“ bis zum Dedikationseinband, der traditionell dem Gastgeber der Tagung – 2018 die Universitätsbibliothek Rostock – überreicht wird. In diesem Jahr ein Handeinband, für den sich der Berliner Buchbinder Christian Klünder von den Farben des Rostocker Stadtwappens inspirieren ließ.

Neben verschiedenen historischen Einbänden, deren Bindern und Besitzern,  werden auch zwei Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin vorgestellt, die diese in jüngster Zeit erwerben konnte. Die eine davon – die sogenannte Prinzessinnen-Bibliothek – konnten die Berlin-Brandenburger Pirckheimer im Januar dieses Jahres bewundern, die andere wird Gegenstand des ersten Pirckheimer-Abends im neuen Jahr sein.

Die Inhaltsverzeichnisse der bisher erschienenen Hefte der Zeitschrift sind auf der Homepage des AEB zu finden. Dort werden in einer Galerie auch die weitere Dedikationseinbände vorgestellt.

(Ninon Suckow)

So, 11.06.2017

© Hartmut Beßerdich

Verzeiht, dass ich ein Mensch bin

Gut 20 Pirckheimer und Gäste trafen sich am 3. Juni zur diesjährigen Exkursion der Berlin-Brandenburger Gruppe. Ziel war das Friedrich Wolf Haus in Lehnitz, wo Friedrich Wolf seit 1948 bis zu seinem Tod 1953 mit seiner Frau Else lebte.
Nach der freundlichen Begrüßung durch die Leiterin der Gedenkstätte Tatjana Trögel und den Vorsitzenden der Friedrich-Wolf-Gesellschaft Paul Werner Wagner stand als erster Punkt die Filmdokumentation über Friedrich Wolf: »Verzeiht, dass ich ein Mensch bin« auf dem Programm. Der Film von Lew Hohmann zeichnet das Leben und Wirken Friedrich Wolfs vor allem aus sehr persönlicher Sicht nach. In Gesprächen mit fünf seinen sieben Kinder, mit Zeitzeugen und anhand von Briefen (gelesen von Jutta Wachowiak und Thomas Langhoff) kommt man der Person Friedrich Wolf und seiner Lebensgeschichte ziemlich nahe.
Nach den sehr anregenden 90 Minuten brauchte wohl fast jeder erst einmal eine kleine Atempause. Im Garten war eine Tafel gedeckt, der Grill vorbereitet, die Getränke kalt gestellt. Bei einem sehr wohlschmeckenden „Imbiss“ konnte man das Gesehene etwas sacken lassen, sich dann aber auch schon dazu austauschen. Danach führte Tatjana Trögel, eine Enkeltochter Friedrich Wolfs, durch das Haus in dem Else Wolf nach dem Tod ihres Mannes weiterhin lebte und wo sie dessen Nachlass gehütet und bewahrt hat. Das Haus strahlt noch immer ganz stark die Atmosphäre seiner ehemaligen Bewohner aus und man hatte beim Rundgang das Gefühl, sie sind gerade mal zu einem Spaziergang an den nahen Lehnitzsee aufgebrochen.
Bei der anschließenden Kaffeetafel im Garten bei Kaffee, Tee und Blechkuchen vom ortsansässigen Bäcker und bei guten Gesprächen klang der Tag aus.
(Ninon Suckow)
 
Hier können weitere Fotos betrachtet werden.

Mo, 22.05.2017

Sola scriptura

Die Berlin-Brandenburger Pirckheimer trafen sich am 18. Mai zum zweiten Mal in diesem Jahr im Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek. Unter dem Motto „Sola scriptura – allein durch die Schrift“ stellte Andreas Wittenberg, Referatsleiter in der Abteilung Historische Drucke, die Luther-Sammlung der Bibliothek vor. Erstmalig traf man sich im neuen Konferenzsaal 4, der in dem Bereich des Hauses liegt, der nach umfangreichen Baumaßnahmen nun schrittweise wieder zur Verfügung stehen wird. Die Geschichte der Sammlung geht weit zurück in die Vergangenheit. Schon der Gründungsbestand der „Churfürstlichen Bibliothek zu Cöln an der Spree“ (1661) enthielt eine kleine Büchersammlung, die aus dem Nachlass von Martin Luther stammte. Im Laufe der Zeit kamen weitere Lutherdrucke in die Bibliothek. Entscheidend für den weiteren Aufbau der Sammlung wurden zahlreiche große Erwerbungen im 19. Jahrhundert. Die nun „Königliche Bibliothek“ (seit 1701) galt bereits um die Mitte des Jahrhunderts als die weltweit vollständigste an zeitgenössischen Luther-Drucken und als ab 1841 der Gesamtbestand der Bibliothek neu katalogisiert und neu aufgestellt wurde entschloss man sich, im „großen Realkatalog“ im Fach Theologie eine eigene Signaturengruppe einzurichten und die Ausgaben dort chronologisch zu verzeichnen. Die Luthersammlung bildete fortan eine eigenständige Sondersammlung.
Die „Hure Babylon“ aus dem September-
und dem Dezembertestament (Holzschnitt
aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä.).
Abb. aus einem Beitrag der Staats-
bibliothek zu Berlin, Andreas Wittenberg
Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch die Lutherdrucke ausgelagert. Wir müssen davon ausgehen, dass diese einmalige Sammlung in den Wirren der letzten Kriegswochen vollständig vernichtet wurde. Einzig der Plakatdruck der 95 Thesen war nicht ausgelagert worden und entging so dem Schicksal der übrigen Drucke. Alle zeitgenössischen Lutherdrucke, die heute wieder im Bestand der Staatsbibliothek vorhanden sind, sind Nachkriegserwerbungen. Im OPAC sind nun wieder über 900 verzeichnet.
Auch wenn die Spitzenstücke - wegen der nochmaligen Präsentation der Ausstellung „Bibel, Thesen, Propaganda“ zum Kirchentag - nicht gezeigt werden konnten, präsentierte Herr Wittenberg eine erstaunliche Auswahl. Der Bogen spannte sich von den eigentlichen Reformationsschriften bis hin zu Luthers Schriften in denen er sich mit anderen religiösen Bewegungen und dem Bauernkrieg auseinandersetzte. Den krönenden Abschluss bildeten die Bibeldrucke, darunter das berühmte „Septembertestament“ und das nicht weniger berühmte „Dezembertestament“ mit den Holzschnitten aus der Cranach-Werkstatt.
(Ninon Suckow)

Mo, 08.05.2017

Lust auf Bibliophiles?

Wer die Pirckheimer-Gesellschaft bislang nur virtuell kennt, hat an den ersten drei Tagen des September die Möglichkeit, mit ihren Mitgliedern auch persönlich ins Gespräch zu kommen. Denn zum Jahrestreffen 2017 in Potsdam sind nicht nur die Mitglieder, sondern alle Freunde von Bibliophilie, Buchkunst und Graphik willkommen und man kann sich trotz eigentlich verstrichener Deadline noch anmelden.
Es wird den Teilnehmern ein umfangreiches Programm geboten, so eine Führung durch die Ausstellung »Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne« im neueröffneten Museum Barberini. Diese Führung am Sonntagvormittag ist sicherlich ein Höhepunkt des Jahrestreffen, aber bei weitem nicht der einzige. Andere werden das traditionelle Festessen und ein Buchmarkt sein, die Uni-Bibliothek Golm, die Judaica-Sammlung Aschkenasy, das Fontane-Archiv und der Festvortrag von Michaela Scheibe über die Privatpresse des »Alten Fritzen«. Die Teilnehmer können sich natürlich auch wieder auf eine limitierte Graphik und eine individuell zum Festessen gestaltete originalgraphische Speisekarte freuen, die exklusiv nur den Teilnehmenden überreicht wird, diesmal gestaltet von Rainer Ehrt.
Rainer Ehrt - FRANZ KAFKA ER, Aufl. 40 Expl., 2016
Der Teilnehmerbeitrag beträgt 70 Euro pro Person, worin neben allen Eintrittspreisen auch das Festessen und eine Stadtrundfahrt enthalten sind. Wer mit dabei sein will, schreibt eine E-Mail an Frau Ninon Suckow oder ruft an unter 030 5414751.

Jahrestreffen: 1. 3. September 2017
Potsdam

Weitere Informationen auf pirckheimer-gesellschaft.org.

Fr, 05.05.2017

Ein Illustrator und Gebrauchsgraphiker aus Leidenschaft

Heute wurde in der "Hellen Panke" eine Ausstellung mit Holzstichen, Illustrationen und weiteren Graphiken, Theaterplakaten, Briefmarken und Schallplattenhüllen von Werner Klemke eröffnet. Die Exponate stammen aus Sammlungen von Andre Eckardt, Hans Hübner und dem Pirckheimer Roland Berger. Die Ausstellung enthält auch zwei Informationstafeln zum Film "Treffpunkt Erasmus" von Annet Betsalel, der dort am 28. Juni gezeigt wird.
Die Laudatio (die zentralen Worte waren "Leidenschaft" und "Lust") stammte aus der Feder von Herbert Kretzschmar, der leider seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen absagen musste und die Vernissage wurde durch Musik von Frank-Paul Schubert am Saxophon begleitet.
Die Pirckheimer-Gesellschaft war ständig präsent, sowohl in den Begrüßungsworten und der Laudatio, wie auch persönlich durch viele ihrer Mitglieder.
Einige Fotos von der Vernissage, aufgenommen von Abel Doering, können hier betrachtet werden.


Ausstellung: 4. Mai - 1. September 2017

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Fr, 21.04.2017

Exkursion zur Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz

Die diesjährige Exkursion der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft wird nach Oranienburg gehen und Friedrich Wolf gewidmet sein.
Ablauf:
10.35 Uhr: Treffpunkt am S-Bahnhof Lehnitz (Linie 1)
11.00 Uhr: Begrüßung in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, danach Filmdokumentation über Friedrich Wolf: "Verzeiht, dass ich ein Mensch bin". (Regie Lew Hohmann)
12.30 Uhr: Mittagspause mit Imbiss (Getränke auf eigene Kosten)
13.00 Uhr: Führung durch das Haus, in dem Friedrich Wolf von 1948-1953 lebte und das auch seine Bibliothek beherbergt
15.00 Uhr: Kaffee-Pause
Anschließend Rückfahrt oder auch ein Spaziergang durch die Waldsiedlung Lehnitz oder an den nahegelegen Lehnitzsee.

Anmeldungen werden bis 30. April erbeten: per E-Mail bei Frau Suckow, persönlich während der Veranstaltungen der Regionalgruppe am 18. Mai. Unkostenbeitrag (Mittagsimbiss; Kaffee u. Kuchen) ca. 15 bis 20 Euro.
Weitere Informationen durch Klick auf die Abb.

Alter Kiefernweg 5 | 16515 Oranienburg OT Lehnitz

Fr, 03.03.2017

Tagung des Arbeitskreises Buntpapier

Wie seit seit mehr als 10 Jahren am letzten Wochenende im Februar traf sich auch in diesem Jahr der Kreis am Buntpapier Interessierter im Haus der Deutschen Bücherei in Leipzig. Etwa 40 Teilnehmer verschiedenster Profession hatten sich zusammengefunden, um den Vorträgen zu lauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Unter der bewährten Leitung von Frieder Schmidt, Leiter der Kultur- und Papierhistorischen Sammlung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek, wurden die unterschiedlichsten Aspekte thematisiert. Der Bogen spannte sich dabei vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Die Tagung begann entsprechend ihrem Schwerpunkthema „Entwerfer und Gestalter – Handwerker, Drucker, Verleger“ mit vorträgen zu Vertretern dieser Zunft. Frieder Schmidt stellte ein Musterbuch der Buntpapierfabrik Ness in Aschaffenburg vor, Ilse Mühbacher sprach über Michael Spörlin und seine Aktivitäten in Wien, Ilona Hesse konnte interessante Details zur Einführung serieller Arbeitstechniken zur Herstellung von Modeldruckpapieren in der Werkstatt ihrer Vorfahren in Leipzig präsentieren. Einen weiteren Aspekt brachte Adelheid Schönborn ein, die anhand ihrer Sammlung von Brokatpapieren die unterschiedlichen Formen von Signaturen der Hersteller auf den Papieren zeigte. Zum Abschluss des ersten Tagungstages stellte Gisela Reschke den Augsburger Buchführer und Buntpapierverleger Georg Christoph Stoy und seine Musterkarten vor. Beim gemeinsamen Abendessen in der Cafeteria des Hauses gab es dann die Gelegenheit sich zu stärken und den Tag im Gespräch Revue passieren zu lassen.
Der zweite Tag startete mit einem Vortrag von Dirk Lange, der von seiner Zusammenarbeit mit der Malerin Kerstin Brätsch bei der Marmorierung großformatiger Blätter berichtete. Er war dazu mehrfach in New York und arbeitete mit der Künstlerin in deren Atelier dort. Bilder von den Ergebnissen dieser gemeinsamen Arbeit rundeten den Bericht ab.
Dem folgte gleich der nächste Augenschmaus, Gülhan Efkar machte mit der Ebru-Malkunst bekannt und zeigte Beispiele für diese traditionelle türkische Art der Buntpapiergestaltung.
Anschließend berichtete Jana Wichmann sehr persönlichen darüber, wie sie - gelernte Restauratorin - zum Buntpapier gekommen ist und zeigte Beispiele aus ihrer Sammlung. Den Vormittag beschloss Gisela Möller, die in einem Werkstattbericht den Stand ihrer Forschungen zu Lilli Behrens, der Ehefrau des Jugendstil-Künstlers Peter Behrens vorstellte.
Fotos: Julia Rinck
Nach der Mittagspause sprach Julia Rinck über die Kleisterbilder und Kleisterpapiere des Strandwanderers, Grafikers, Buchgestalters und Fotokünstlers Theodor Schulze-Jasmer, dessen Nachlass sich in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden befindet.
Die Papiere schmücken den Umschlag und die Seiten von Kristine von Sodens Buch „Tetje der Windflüchter“, das natürlich auch betrachtet werden konnte. Schließlich berichtete Henk Porck über die gemeinsame Arbeit mit Frieder Schmidt, Ida Schrijver, Julia Rinck und Susanne Krause an der überarbeiteten Neuauflage von „Buntpapier – ein Bestimmungsbuch“. Die höchst interessante Tagung, die vor allem auch von den Gesprächen und der gemeinsamen Betrachtung der themenbezogenen Materialien - den Buntpapieren, Büchern und Objekten - lebt, endete mit der zusammenfassenden Betrachtung der Tagungsergebnisse.
Dem scheidenden Spiritus Rector, Frieder Schmidt, der im Herbst dieses Jahres in den wohlverdienten Ruhestand eintritt, wurde zum Ende der Tagung mit Blumen und einem langanhaltenden Beifall herzlich gedankt. Bleibt zu hoffen, dass es trotzdem auch im nächsten Jahr Ende Februar wieder eine Buntpapiertagung geben wird.
(Ninon Suckow)

So, 29.01.2017

Interesse an besonderen Sachen …

Nun schon fast traditionell trafen sich die Berlin-Brandenburger Pirckheimer am 26. Januar zum ersten Abend in diesem Jahr wieder im Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin. Thomas-Klaus Jacob, Referent in der Abteilung Historische Drucke, stellte unter dem Motto „Interesse an besonderen Sachen …“ den Nachlass des 2014 verstorbenen Meisters der Einbandkunst (und Pirckheimers) Werner G. Kießig vor, den die Staatsbibliothek im Jahr 2015 übernehmen konnte. Der kleine Konferenzsaal konnte die fast 40 Mitglieder und Gäste kaum fassen und die Tische bogen sich beinahe unter der Last der vielen Bücher mit Handeinbänden Kießigs die Herr Jacob für die Präsentation ausgewählt hatte. Neben den gebundenen Büchern enthält der Nachlass u.a. auch eine große Anzahl von Entwurfszeichnungen und Einbanddecken ohne Buchblock. Auch davon lag eine kleine Auswahl aus.
Nach einführenden Worten zur Biographie Werner Kießigs stellte Thomas-Klaus Jacob die einzelnen Einbände in Wort und Bild vor, wobei in wunderbarem Zusammenspiel von Referent und Zuhörern die angesprochenen Bände jeweils in die Höhe gehalten für alle Anwesenden gut sichtbar gemacht wurden. Besonders herzlich begrüßen konnten wir Frau Christine Kießig, die ebenfalls Buch-binderin ist und viele Jahre mit Werner Kießig auch in gemeinsamer Arbeit verbunden war. Ihre Hinweise zur Herstellungstechnik der Einbände und zur Arbeitsweise ihres Mannes waren das „Tüpfelchen auf dem i“ dieses anregenden Abends.
Werner G. Kießig war auch dem „Arbeitskreis für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände (AEB)“ seit seiner Gründung eng verbunden. Von ihm stammte die Idee, den jeweiligen Gastgebern der Jahrestagungen als Dank einen Dedikationsband zu überreichen. Den ersten Band dieser Reihe für die Tagung in Würzburg 2004 fertigte der Altmeister Werner G. Kießig im Jahr seines 80. Geburtstages.
(Ninon Suckow)

So, 06.11.2016

21. Jahrestagung des AEB

Vom 27.-29. Oktober trafen sich ca. 80 Teilnehmer aus dem In- und Ausland zur 21. Jahrestagung des „Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände“ in Coburg.
Der Eröffnungsvortrag am Freitagabend, gehalten von der Leiterin der Landesbibliothek Coburg Dr. Silvia Pfister, stand unter dem Motto „Die Landesbibliothek Coburg - eine ernestinische Fürstenbibliothek im heutigen Bayern“. Dieser Thematik widmet sich auch die begleitende Ausstellung „Herr erhalte mich bei Deinem Wort. Dynastie und Konfession auf ernestinischen Fürsteneinbänden“. Zur Ausstellung wurde von Mitgliedern der Geschäftsführung des AEB eine Handreichung erarbeitet, die auf der Homepage des AEB zur Verfügung steht. Das weitere Programm beinhaltete Vorträge und Workshops, deren Borgen sich von Einbänden des Mittelalters bis zu modernen Einbänden des Typographen und Buchkünstlers Jan Tschichold spannte (s. Programm auf der AEB-Homepage). Eine Führung auf der Veste Coburg konzentrierte sich – passend zum kommenden Reformationsjahr – auf die dortigen Luther-Räume.
Die traditionelle Exkursion am Samstagnachmittag führte ins Thüringische Schleusingen, wo die historische Bibliothek des dortigen „Hennebergischen Gymnasiums“, die auf Schloss Bertholdsburg aufbewahrt wird, in Augenschein genommen werden konnte. Dazu passend die aktuelle Sonderausstellung „Verborgene Schätze der Hennebergischen Gymnasialbibliothek“. Diese Ausstellung läuft noch bis zum 26. Februar 2017.
Der Dedikationseinband um ein Heft der Zeitschrift Einband-Forschung, der der ausrichtenden Bibliothek inzwischen traditionell überreicht wird, wurde in diesem Jahr von der Hallenser Buchbinderin und Burg Giebichenstein- Absolventin Claudia Richter gestaltet (auf der AEB-Homepage unter Galerie, wie auch alle vorherigen Einbände). Zur Tagung erschien Heft 39 der „Einband-Forschung“, das den Teilnehmern mit den Tagungsunterlagen überreicht wurde.
(Ninon Suckow)

So, 23.10.2016

Bücher restaurieren ...

Etwa 25 Mitglieder und Gäste fanden sich am 20. Oktober zum Abend der Berlin-Brandenburger Pirckheimer im Kleinen Säulensaal der Zentral- und Landesbibliothek in der Breiten Straße ein.
Die Restauratorin Martina Dreykluft, deren Thema „Bücher und ihre Restaurierung“ war, hatte dazu keinen Vortrag vorbereitet, sondern wollte vor allem mit ihren Zuhörern ins Gespräch kommen.
Nach einigen kurzen einführenden Worten zu ihrem beruflichen Werdegang stellte sie anhand von mitgebrachten Fotos einige ihrer Restaurierungsprojekte vor. Dabei wurde klar, dass es bei ihrer Arbeit um viel mehr als nur um Bücher und deren Einbände in ihren vielfältigsten Formen geht. Das Spektrum umfasst fast alles, was aus Papier besteht, also auch Zeichnungen, Druckgrafiken, Urkunden, Plakate und Landkarten. Darüber hinaus bietet ihr Atelier auch Sonderarbeiten, wie die Restaurierung von Hutschachteln, Kassetten, Schuber, Pappmachéfiguren, dreidimensionalen Papierobjekten und Pergamenturkunden an.
Nach einigen Fragen zu den vorgestellten Objekten kamen die Sammler sehr rasch zu ganz praktischen Fragen, wie z.B. nach der Pflege von Leder- oder Pergamenteinbänden, der Entfernung von Flecken auf Papier oder Leder oder der Befestigung loser Rücken.
Quintessenz des Abends: Theorie gut und schön und interessant, besser wäre es, dies alles einmal unter der Anleitung der erfahrenen Restauratorin selbst zu versuchen.
(Ninon Suckow)

So, 11.09.2016

artbook.berlin 2016

Die artbook.berlin öffnet 2016 zum fünften Mal ihre Pforten. Seit 2012 organisieren der Künstler, Siebdrucker und Verleger Corn.elius Brändle (edition wasser im turm.berlin) und die holländische Künstlerin und Künstlerbuchautorin Hanneke van der Hoeven am 3. Novemberwochenende diese Künstlerbuchmesse in Berlin. Die artbook.berlin 2016 ist Messe, Buchkunst-Ausstellung und Plattform für etwa 100 internationale Buchkünstler, Kunstdrucker und Verleger. Das Begleitprogramm enthält Vorträge, Buchpräsentationen und Lesungen.
Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der artbook.berlin 2015, Foto: Abel Doering
Die Pirckheimer-Gesellschaft und der BBA wird wie bereits 2014 und 2015 mit einem eigenen Stand vertreten sein.

Messe: 18. - 20. November 2016

Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin