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Pirckheimer-Blog

So, 04.11.2018

HOMMAGE AN SCHWITTERS

Zum ersten Todestag von Horst Hussel (18. November) erschien beim Pirckheimer Jens-Fietje Dwars in der Edition Ornament das Heft "BEGEGNUNGEN MIT KURT SCHWITTERS". 
Horst Hussel (1934-2017) war einer der letzten Dadaisten. Das Heft enthält seine Geschichten um Kurt Schwitters, der Lisbeth, Martha und anderen Damen als der fabelhafte Herr Kuwitter aus Revon erscheint. Nur zwei der neun „Doten“ sind zu Hussels Lebzeiten erschienen, alle anderen stammen aus seinem Nachlaß, ebenso die beiden Radierungen der Vorzugsausgaben sowie neun Fotografien von Dada-Objekten, von denen eine auch der Normalausgabe beiliegt.

350 num. Exemplare, 40 S., 14/20,5 cm, Handfadenheftung von Silke Steinhagen.
Eine montierte Zeichnung und neun Fotografien von Dada-Objekten.
Separat beiliegend das Hussel-Foto „100 000 000 Dada-Grüße“.
ISBN 978-3-943768-99-2
Normalausgabe: 19,90 EUR
Drei Vorzugsausgaben:
A = 10 Expl. mit beiden Radierungen und allen drei Fotografien: 170 EUR
B = 20 Expl: mit der Radierung „Herr Kuwitter“ + dem Foto „Hahn“ mit Phantasiegedicht: 80 EUR
C = 20 Expl. mit der Radierung „Lisbeth & Martha“ + dem Foto „Fisch“: 80 EUR
Die Radierungen wurden von Manfred Wolf (Berlin) gedruckt und mit Hussels Stempel versehen.

Weitere Informationen: edition-ornament.de/...

überwuchert mit Worten

Bereits seit dem 5. Oktober läuft in der Galerie DAS BILDERHAUS in Frankfurt/M die Ausstellung "überwuchert mit Worten" mit Künstlerbüchern und Buchskulpturen von Anja Harms & Eberhard Müller Fries, auf die in diesem Blog aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht rechtzeitig hingewiesen werden konnte. In ihren Werken vereinigen sich zwei Künste. Anja Harms ist Buchkünstlerin, Eberhard Müller-Fries Bildhauer. Ihre gemeinsam erschaffenen Arbeiten leben von der künstlerischen und handwerklichen Aneignung des jeweils anderen. So entstehen raumgreifende, lesbare Skulpturen, Installationen und Künstlerbücher. Sie denken zusammen, was sich ausschließt und eröffnen damit neue Perspektiven.
Die Probleme bei der Betreuung des Blogs sind beseitigt, so dass jetzt wenigstens auf eine Veranstaltung innerhalb der Ausstellung verwiesen werden kann: der Schauspieler Jochen Nix wird am Mittwoch Gedichte und Texte aus den vorgestellten Künstlerbüchern und Buchskulpturen vortragen. Die Literatur ist der ständige Begleiter der Künstler Anja Harms und Eberhard Müller-Fries. Gedichte u.a. von Paul Celan, Hans Arp, Ingeborg Bachmann, Johannes Bobrowski – aber auch altenglische Elegien und die Gesänge aus dem finnischen Nationalepos "Kalavala" stoßen bei ihnen etwas an, was sie in Farben, Formen und Strukturen übersetzen. Anja Harms und Eberhard Müller-Fries werden anläßlich der Lesung ausgewählte Werke erläutern.

Ausstellung: 5. Oktober.- 17. November 2018
Lesung: 7. November 2018, 18 Uhr

Galerie DAS BILDERHAUS
Hermannstr. 41, 60318 Frankfurt am Main

Tag der Druckkunst: 15. März 2019

Der erste Jahrestag der Aufnahme künstlerischer Drucktechniken ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes durch die Deutsche UNESCO-Kommission ist Anlass, mit einer Vielzahl an Aktivitäten zur Vermittlung der Druckkunst beizutragen und so auf ihre Bedeutung für die Kultur in Deutschland aufmerksam zu machen.

Künstler*innen, Museen, Kunstvereine, Druckwerkstätten und alle anderen, die mit Druckkunst zu tun haben, können sich beteiligen: mit offenen Druckwerkstätten, Symposien, der Weitergabe dieser Technik in Kursen, Ausstellungen von Druckgrafiken, Gesprächen mit Künstler*innen, die künstlerische Drucktechniken anwenden, Vorträgen und Diskussionen zur Bedeutung der Druckkunst – der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.

Weiter Informationen BBK ... Tag der Druckkunst

Sa, 03.11.2018

Christina Pohl Ostern 2015 Kartondruck 205 x 245 cm
Peter Schulz Leonhardt Nur Mut 2016 Linoldruck auf Schmuckpapier 195 x 125 cm

aus dem Leben gegriffen

Karton- und Linoldrucke von Peter Schulz Leonhardt und Christina Pohl

Auf das Wesentliche reduzierte Kompositionen in mehrfarbigen Kartonformdrucken von Christina Pohl beziehungsweise Linolschnitten von Peter Schulz Leonhardt präsentiert die 108. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers in einem spannungsvollen Miteinander von Fläche und Linie.

Christina Pohl, 1961 in Berlin geboren und nach einem Studium Kommunikationsdesign, 1991-1996 Studium der Malerei an der Kunsthochschule Berlin sowie bis 1997 Meisterschülerin bei Prof. Werner Liebmann, lebt und arbeitet als Malerin / Graphikerin seit 1996 in einem kleinen Ort in der Uckermark. In zahlreichen Ausstellungen und Beteiligungen zeigte sie bisher ihre Malereien und Graphiken. Christina Pohl übersetzt erlebte Räume, gesehene Gegenstände wie Tische, Stühle, Wände und Tapeten oder Tiere voller Lust und Überraschungen, Fantasie, Heiterkeit, Witz und Doppelbödigkeit, Ironie und Farbenpracht in farbige, zeichenhafte Flächen in einem ästhetisch-formalen Zusammenhang gebracht. Ihre Faszination des Ornamenthaften fließt von Beginn an in ihre Arbeiten ein und wird unter strenger Regie in den Komplex von Linien, Farben und Formen eingewoben. Im gegenwärtigen druckgrafischen Schaffen – vordem Linolschnitte – dominiert der mehrfarbige Kartondruck, oft mit 7 oder mehr Farben, wofür ein genaues Farbkonzept nötig ist. Dabei wird die Form aus dem Karton geschnitten und gedruckt, die Auflage ist daher begrenzt.
Peter Schulz Leonhardt, 1963 geboren in Prenzlau und nach einem Studium Kunsterziehung / Deutsche Sprache an der Universität Greifswald, Abendschule an der Kunsthochschule Berlin, studierte er 1991–1994 und 1998–2001 Malerei und Graphik an der Kunsthochschule Berlin u.a. bei den Professoren Christine Perthen und Dieter Goltzsche. Er lebt und arbeitet als Zeichner, Graphiker und Illustrator in Berlin, hat seit 1989 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und seit 2003 Lehraufträge für Zeichnen und Druckgraphik an der Kunsthochschule Berlin, den Mediadesign Hochschulen München und Berlin sowie an der Universität der Künste Berlin. Peter Schulz Leonhardt, vielen bekannt als Zeichner und Radierer, ist ein Künstler, dem das zeichnerische Erfassen Selbstverständnis und Bedürfnis ist, so u.a. im Theater, Kabarett oder in der Natur. Aus dem unermüdlichen Beobachten und Notieren hat er eine ganz eigene, großzügige Handschrift entwickelt, geprägt von einer bezaubernden Virtuosität der dahingleitenden Linien, die seine Bilder und Grafiken unverwechselbar macht. Er arbeitet seit einigen Jahren wieder im Hochdruck, am Linolschnitt faszinieren ihn die klaren Flächensetzungen mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten sowie die schwingende weiße Linie – hier übernimmt das Messer die Aufgabe des zeichnenden Stiftes.

Eröffnung: 10. November 2018, 17-20 Uhr
Ausstellung: 10. November - 4. Dezember 2018
Finissage: 29. November 2018, 20 Uhr

Druckgraphik-Atelier
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3, 10407 Berlin

 

Jens Harder - Es lebe die Evolution!

Wenn Künstler auf ihr Publikum treffen, interessiert die Rezipienten sehr oft, wie lange der bildnerisch Tätige für sein Werk gebraucht habe. Diese Frage ist bei Malern, Grafikern und Bildhauern nicht sehr beliebt. Sagt doch die Antwort selten etwas über künstlerische Qualitäten und Inhalte aus. Im Falle des Illustrators Jens Harder, dessen Arbeiten demnächst in der Galerie „Sonnensegel“ zu sehen ist, sind derartige Angaben schon sinnvoll, um die Dimensionen seines Tuns zu begreifen.

Auch wenn man mittlerweile weiß, dass der Comic bzw. die graphic novel ein Medium ist, dass so gut wie jedes Thema erzählen und vertiefen kann, erscheint das sein Vorhaben sehr ambitioniert. Nicht weniger als 14 Milliarden Evolutionsgeschichte, vom Urknall bis zur Gegenwart, inklusive eines Ausblicks auf die Zukunft des Menschen will er in vier Comic- Bänden darstellen. Zwei Alben sind schon erschienen („Alpha“  und „Beta I“) und es zeichnet sich ab, dass der Illustrator nach Fertigstellung des Projektes mehr als 1000 Seiten mit über 7000 Panels (Einzelzeichnungen) gefüllt haben wird. 2004 hat Jens Harder sein  Magnum Opus begonnen, 2021 will er mit dieser Arbeit fertig sein, aber schon jetzt gibt es für das Brandenburger  Publikum die Gelegenheit, die (fast) gesamte Geschichte der Welt mittels Originalzeichnungen aus den Bänden „Alpha“ und „Beta I“ zu erleben. Ergänzt wird die Bilderschau durch Zeichnungen aus zwei weiteren Veröffentlichungen des Berliner Künstlers. Zu sehen sind Bleistiftzeichnungen  zum jüngst erschienenem „Gilgamesch“- Epos und Blätter aus dem Album „Leviathan“. 

Die ausgestellten Illustrationen aus den mit mehreren internationalen Preisen bedachten Büchern dokumentieren nicht nur den handwerklich eindrucksvollen Zeichenstil des Grafikers, sondern zeigen auch die lange Entstehungsphase eines Comicalbums vom handflächengroßen Layout- Skript bis zur digital kolorierten fertigen Buchseite.

(Matthias Frohl)

Ausstellung: 13. Oktober 2018 - 22. Februar 2019

Galerie Sonnensegel
Gotthardtkirchplatz, Brandenburg

Fr, 02.11.2018

10. RUHR.Antiquaria 2018

Am Sonntag findet in der zum 10. Mal die RUHR.Antiquaria statt. Es haben sich 33 Antiquariate aus dem gesamten Bundesgebiet als Aussteller angemeldet.

Auch in diesem Jahr wartet ein umfangreiches und vielfältiges Angebot antiquarischer Bücher aus allen thematischen Bereichen auf die Besucher. Für Sammler, Buchliebhaber und Händler eine optimale Gelegenheit zum Stöbern und für Ankäufe, Kontakte und den fachlichen Austausch. Der Eintritt beträgt unverändert 3 €.
Veranstalter ist auch in diesem Jahr das Steeler Antiquariat aus Essen.

Antiquariatsmesse: 11. November 2018

Stadthalle Wattenscheid, Bochum

Die Zauberflöte

Mozarts Oper hat mich immer wieder fasziniert.

Drei unterschiedliche künstlerische Entwürfe für ein Buch sind entstanden und wieder verworfen worden. Erst nach eine Aufführung in der Staatsoper Unter den Linden erschien mir die dort entdeckte Publikation mit unterschiedlichen Aufsätzen, Interpretationen sowie historischen Abbildungen von Kulissen und Kostümen zur Mozart Oper, das adäquate Ausgangsmaterial für die Gestaltung meines Buches.

Die Bearbeitung des Buches dauerte mehrere Wochen, wobei angesetzte weiße Leimfarbe, Aquarell- und Gouachefarben, Tusche, Filzschreiber sowie Bleistift  zum Einsatz kamen.

Nicht ein durchgängiger Illustrationsstil bestimmte die Gestaltung, sondern unterschiedliche Umsetzungen von Szenen aus der Oper, die mich besonders bezaubert haben. (Sie spiegelt gleichfalls die über Jahrzehnte unterschiedliche Aufführungspraxis).

Das hiermit entstandene Unikat war auch Ausgangsmaterial für die Auflage im Digitaldruck.

(Helmut Schulze)

Unikat, kolorierte Bleistift -Tuschzeichnungen, Aquarelle und Gouachen
Format 125 x 190 mm, Digitaldruck, Format 180 x 280 mm
88 Seiten 150,00 €

Reinhard Grüner, Foto © Stephan Rumpf

Zeitgenössische Buchkunst im Lyrik Kabinett

Längst ist sie ein Insider-Tipp für alle in München, die kunstvoll gestaltete Druckerzeugnisse lieben: Zum sechsten Mal lockt die Messe zeitgenössischer Buchkunst in die Räume des Lyrik Kabinetts mit einer großen gestalterischen Vielfalt und erstaunlichen Raritäten: Buchkünstlerinnen und Pressendrucker zeigen ihre aktuellen Werke, die auch zu erwerben sind. Die äußere Form ist hier meist unabdingbarer Bestandteil der ästhetischen Aussage des Werkes. Das Spektrum der entfalteten Phantasie reicht von Arbeiten, die noch zwischen zwei Buchdeckel gefasst sind – gemalt, gezeichnet, handgeschrieben, im Bleisatz oder mit Originalgrafk, in Papier geschnitten und vieles mehr – bis hin zu solchen, die die Buchform gänzlich verlassen. Zur Eröffnung gibt der Buchkunstkenner Reinhard Grüner Einblick in diese eigenständige und faszinierende Welt der Buchkunst.

Eröffnung:9. November 2018

Lyrik-Kabinett
Amalienstraße 83 a, 80799 München

Einband-Forschung #43

Pünktlich zur 23. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände (AEB) erschien Heft 43 der vom Arbeitskreis herausgegebenen Zeitschrift „Einband-Forschung“. Die Bandbreite der vorgestellten Einbände umfasst die Zeit vom Mittelalter bis in die Gegenwart, das Spektrum reicht von „Verschließbaren Einbänden“ bis zum Dedikationseinband, der traditionell dem Gastgeber der Tagung – 2018 die Universitätsbibliothek Rostock – überreicht wird. In diesem Jahr ein Handeinband, für den sich der Berliner Buchbinder Christian Klünder von den Farben des Rostocker Stadtwappens inspirieren ließ.

Neben verschiedenen historischen Einbänden, deren Bindern und Besitzern,  werden auch zwei Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin vorgestellt, die diese in jüngster Zeit erwerben konnte. Die eine davon – die sogenannte Prinzessinnen-Bibliothek – konnten die Berlin-Brandenburger Pirckheimer im Januar dieses Jahres bewundern, die andere wird Gegenstand des ersten Pirckheimer-Abends im neuen Jahr sein.

Die Inhaltsverzeichnisse der bisher erschienenen Hefte der Zeitschrift sind auf der Homepage des AEB zu finden. Dort werden in einer Galerie auch die weitere Dedikationseinbände vorgestellt.

(Ninon Suckow)

Oleksandra Sysa für Heinz Decker, Radierung, 2018, 135 x 110 mm

Oleksandra Sysa - Heinz Decker

November ist der Monat, in dem wir am Totensonntag der Toten gedenken, ein Monat, der uns auch mit dem Vergehen in der Natur die Endlichkeit alles Lebendigen vor Augen führt. Für manchen Exlibrissammler ist die Erinnerung an diese Sterblichkeit, das Memento Mori zu einem Thema für sein Exlibris geworden oder gar ein Sammelschwerpunkt.
Die junge ukrainische Künstlerin Oleksandra Sysa hat auf ihrem Exlibris für mich das Thema in einer einfühlsamen Radierung poetisch-symbolisch dargestellt. Der menschliche Torso hinter der Brüstung presst mit der rechten Hand ein Bündel Pflanzen bewahrend gegen seinen oder ihren Körper, während der linken Hand, die über die Brüstung ragt, eine einzelne Pflanze zu entgleiten droht, um ins Nirgendwo jenseits der Mauerbrüstung zu fallen. Allein mit der Darstellung der Hände vermittelt Oleksandra Sysa unser Bemühen, Leben festhalten zu wollen.

Man wird beim Betrachten des Exlibris an die Stelle im Brahms-Requiem erinnert, in der es heißt:

Denn alles Fleisch
es ist wie Gras
und alle Herrlichkeit des Menschen
wie des Grases Blumen.
Das Gras ist verdorret
und die Blume abgefallen.

(Heinz Decker)

1. Brandenburger Buchmarkt

Bücher aus Brandenburg sind anders. Und der Brandenburger Buchmarkt ist damit keine Messe der Massenware, aber es ist eine, die sehr Feines und Eigenes zeigt, nämlich schöne Bücher von Verlagen, Autorinnen und Autoren aus dem Brandenburger Flächenland. Das ist Literatur und Buchkunst, die Zeit für Wahrnehmung einfordert und einen Rahmen, der diesen besonderen Blick ermöglicht. Ein besonderes Schaufenster sozusagen und das an keinem Ort besser, als in der Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek zu jener Jahreszeit, in der wir alle mit besonderer Lust in Schaufenstern nach Schönem Ausschau halten.
Fünfzehn außergewöhnliche Brandenburger Verlage, Autorinnen und Autoren, darunter die Edition Ehrt, die Edition Schwarzdruck und die Edition Zwiefach laden herzlich ein.

Buchmarkt: 1. Dezember zwischen 10 und 16 Uhr

Stadt- und Landesbibliothek Potsdam

Angela Hampel - Kassandra, mit einem Zitat aus der gleichnamigen Erzählung von Crista Wolf, Aufl. 70 Exemplare

40. Radebeuler Grafikmarkt

Graphikmärkte waren zu DDR-Zeiten ein fester Bestandteil des Wirkens der Pirckheimer-Gesellschaft in der Öffentlichkeit. Einige haben das Ende der DDR überlebt, dazu gehört auch der Radebeuler Graphikmarkt, der am kommenden Samstag 40-jähriges Jubiläum feiert. Fritz Treu (1908 - 2009), der von 1960 bis 1981 die Ortsgruppe Radebeul und Dresden, eine der ersten Pirckheimer-Regionalgruppen, leitete, hatte die Idee zu diesem Grafikmarkt in Radebeul, der neben dem Dresdener, dem Hallenser, dem Magdeburger und dem Berliner Graphikmarkt zu den bedeutendsten gehörte.

Nachdem in der Galerie Nord in Radebeul im Mai 1976 der 1. Dresdener Graphikmarkt stattfand, präsentierten im Oktober 1979 dann 24 Künstlern im Festsaal des Rathauses Radebeul auf dem 1. Radebeuler Graphikmarkt ihre Werke. Das wurden von Jahr zu Jahr mehr, bis sich die Regionalgruppe der Pirckheimer 1990 auflöste Zum Glück erklärte sich die Stadtgalerie bereit, die Veranstaltungsorganisation zu übernehmen, obwohl die Galeristin Karin Baum, die bis heute federführend bei der Organisation des Graphikmarktes ist, seinerzeit feststellten musste, dass "das Kaufinteresse an Kunst in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs gegen Null tendiert". Beim 40. Radebeuler Graphikmarkt werden nunmehr wieder über 100 Künstler ihre Arbeiten vorstellen und es werden darüber hinaus 14 Sonderstände beteiligt sein.

Grafikmarkt: 4. November 2018

Elbsporthalle, Radebeul

Do, 01.11.2018

IB-Treffen in Leipzig

Schon zum 20. Mal haben die Freunde der Insel-Bücherei am 22./23.9.2018 ihr nationales Treffen abgehalten. Über 90 Teilnehmer folgten der Einladung nach Leipzig, dessen Rolle als Musikstadt den Veranstaltungsschwerpunkt setzte. Dr. Herbert Kästner referierte zu den Leipziger Musikverlagen, Dr. Michael Maul zu Aspekten von Bachs Wirken in Leipzig. Nach einer Lesung der renommierten Insel-Autorin Sigrid Damm (Goethes letzte Reise), die auch in der IB mit mehreren Titeln vertreten ist, rundete ein Besuch des Schillerhauses in Gohlis (Entstehungsort der "Oder an die Freude") den ersten Veranstaltungstag ab. Am Sonntag führte die Sammlergemeinde noch ein Rundgang durch die DNB mit dem angeschlossenen Deutschen Buch- und Schriftmuseum. Traditionell wurde zum Treffen wieder eine IB-Sonderausgabe (R. Walser: Der Spaziergang, Illustrationen: Christian Thanhäuser) gefertigt, deren Ledervariante ein Originalholzschnitt beilag. Eine Fortsetzung der Treffen ist geplant.

(Gerd Zimmermann)

Michael Bienert – Brechts Berlin

In der Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz unseres Mitglieds Johanna Binger stellt Michael Bienert sein neuestes Buch vor. Nach den Spaziergängen mit Erich Kästner, E.T.A. Hoffmann und Döblin begeben wir uns mit dem Autor auf die Spuren von Berthold Brecht.

Seit 1920 versuchte Brecht im Literatur- und Theaterbetrieb der Metropole Fuß zu fassen. Nach etlichen Rückschlägen wurde er hier zum Starautor, der sich unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise politisch radikalisierte. Vor den Nationalsozialisten geflohen, schrieb Brecht im Exil poetische Satiren auf das braune Berlin. Als „Schutthaufen bei Potsdam“ erlebte er die Stadt nach seiner Rückkehr im Oktober 1948. Brecht hat sich intensiv am Wiederaufbau des Kulturlebens in Ost-Berlin beteiligt und gemeinsam mit Helene Weigel das Berliner Ensemble zu Weltruhm geführt. Begraben liegt er neben vielen Weggefährten auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, unweit seiner letzten Wohnung in der Chausseestraße 125. Dort ist heute ein Museum, es gibt sein Archiv, das Denkmal und Brecht-Verse an Häusern der ehemaligen Stalinallee.
In der Reihe Literarische Schauplätze legt Bienert nun einen reich illustrierten Band vor, der den ganzen Facettenreichtum des Themas vor Augen führt.

Lesung: 29. November 2018, 20 Uhr

Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz
Welserstr. 28, 10777 Berlin

Do, 18.10.2018

Einladung zur deutschen Erstaufführung des Films "Die Würdigung" von Annet Betsalel.
Einladung zur deutschen Erstaufführung des Films "Die Würdigung" von Annet Betsalel.

Die Würdigung

Ein Dokumentarfilm von Annet Betsalel

Vor drei Jahren brachte die holländische Dokumentarfilmerin Annet Betsalel mit dem Dokumentarfilm „Treffpunkt Erasmus – die Kriegsjahre von Werner Klemke“ eine bis dahin unbekannte Seite des unvergessenen Berliner Grafikers und Buchkünstlers (und unseres Gründungsmitglieds) an die Öffentlichkeit. Seine Unterstützung verfolgter Juden während des II. Weltkriegs im besetzten Holland, sein aktives Mitwirken in einem weitgespannten Netzwerk von Helfern und Unterstützern – für ihn eine Selbstverständlichkeit, ungeachtet des persönlichen Risikos.

Viele Pirckheimer haben damals dieses Filmprojekt mit ihren Spenden unterstützt, und etliche werden den Film auch gesehen haben.

Grundlage der Recherchen von Annet Betsalel in jenen Jahren waren Funde in der Synagoge in Bussum (nahe Amsterdam) – Dokumente der Jüdischen Gemeinde, die erste Hinweise auf die Geschehnisse gaben. Sie wurde dabei tatkräftig von Paul Joseph, dem Vorsitzenden der Gemeinde unterstützt.

Nun hat Annet Betsalel einen weiteren Film fertiggestellt:
„Die Würdigung“ – die Geschichte des genannten Paul Joseph und seiner Eltern, gebürtig aus Mannheim bzw. Eppingen – die Geschichte ihrer Flucht aus Deutschland nach Holland und dann in die Schweiz.
 

Deutsche Erstaufführung in Heidelberg

Die deutsche Erstaufführung des Films findet statt am
Sonntag, den 11. November 2018, um 20 Uhr,
in der Jüdischen Kultusgemeinde Heidelberg,
Häusserstraße 10-12, 69115 Heidelberg.

Der Eintritt ist frei.