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Pirckheimer-Blog

Fr, 27.07.2018

Let’s print in Leipzig

Let’s print in Leipzig“ ist eine neuartige Kooperation dreier künstlerischer Druckwerkstätten (stein_werk. Werkstatt für Lithografie und Buchdruck / Thomas Franke, Atelier für Radierung / Maria Ondrej, atelier carpe plumbum / Thomas Siemon) aus Leipzig mit dem Museum für Druckkunst. Für zwölf Sommertage ist das Museum für Druckkunst für neun Akteure gemeinsamer Arbeits- und Schaffensraum. Zum Künstlerworkshop werden sie in an den historischen Pressen ihre grafischen Arbeiten umsetzen.

Das Besondere des Workshops ist das experimentelle Format. Nur in den historischen Werkstätten des Museums für Druckkunst können gleichzeitig drei verschiedene Drucktechniken, der Hoch-, Tief- und Flachdruck, künstlerisch genutzt werden und ermöglichen somit neue grafische Ausdrucksformen. Unterstützt werden die Künstler von den Leitern der drei Druckwerkstätten. Der Druckworkshop ist im Rahmen der 6. Tage der Industriekultur Leipzig vom 23. bis 26. August öffentlich.
Im Anschluss zeigt die korrespondierende Ausstellung „Let’s print in Leipzig“ die Arbeitsergebnisse sowie weitere grafische Arbeiten der beteiligten Künstler.

Beteiligte Künstler:
Luke Carter (Leipzig), Sebastian Gögel (Leipzig), Pascale Hémery (Paris, Frankreich), John Jacobsmeyer (New York, USA), Yvette Kießling (Leipzig), Marie Carolin Knoth (Leipzig), Ellen Möckel (Berlin), Robert Schwark (Berlin), Thomas Widmer (Winterthur, Schweiz)

Künstlerworkshop vom 20. - 31. August 2018
Ausstellung vom 2. September - 11. November 2018

Do, 26.07.2018

Revolution und Realismus, Katalog zur Ausstellung im Alten Museum (Berlin) vom 8. November 1978 bis 25. Februar 1979, Staatl. Museen zu Berlin 1978, 468 S.

George Grosz (1893 - 1959)

Heute vor 125 Jahren wurde George Grosz geboren.

Der Künstler ist mit seinen Bildern und Zeichnungen nicht nur ein Chronist der Weimarer Republik, er war auch deren Mahner und Kritiker. Er kritisierte Armut und Massenarbeitslosigkeit, Aufrüstung und Faschismus.

1959 kehrte er aus seinem amerikanischen Exil nach Deutschland zurück und starb kurz darauf mit nur 66 Jahren.

Bei der Büchergilde erscheint Anfang 2019 nicht nur eine Neuauflage seines berühmten „Spiesser-Spiegel“, sondern auch ein Band mit vollkommen unbekannten Zeichnungen.

Mehr dazu im Büchergilde Magazin I/19.

(Wolfgang Grätz)

Mi, 25.07.2018

Moritz Götze

Für alle, denen das Schwerpunktthema Albert Kapr, eines von vielen, im nächsten Heft der Marginalien noch nicht genug ist, hier ein weiterer Grund, sich auf das Heft 230 zu freuen. Exklusiv für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft (also nicht für Abonnenten ohne Mitgliedschaft) wird den Marginalien ein Siebdruck von Moritz Götze beiliegen: Der letzte Zentaur oder Der Kampf mit dem Alphabet (600 Exemplare), fünffarbig gedruckt von Hartmut Tauer, Markkleeberg.

Übrigens, wer sich jetzt noch entschließt, den Pirckheimern rückwirkend zum Jahresbeginn beizutreten, erhält selbstverstandlich die Hefte und alle bereits im Jahr erschienenen Graphiken nachgeliefert. Näheres unter Mitgliedschaft.

Di, 24.07.2018

3. BODONI open air

In der dritten Ausgabe des BODONI open air am zweiten September-Wochenende wird in Buskow WENZEL & BAND mit dem Programm Heimweh nach dem Mond auftreten. 

Die Hand am Puls, den Finger in der Wunde, das Ohr am Atem der Welt. Mit den zärtlichen Gesten der Poesie und mit derben Possen und Rhythmen, die das Herz aufbrausen lassen und den Mut entfachen, kneifen sie nicht vor den Widersprüchen.
Ein Fest für das Leben inmitten der aus den Fugen geratenen Welt.
Neue, unveröffentlichte Lieder und beinah in Vergessenheit geratene, frühe Lieder, finden in diesem besonderen Konzert zusammen.
Es entsteht am Abend wieder ein neues Wenzel-Textblatt im Blei in der Werkstatt des Bodoni-Museums gesetzt und gedruckt!
Und Bodoni? Giambattista Bodoni lebte im 18. Jahrhundert und war einer der größten Schriftentwickler, Stempelschneider und Drucker seiner Zeit in Italien. Seine gestalterische, ästhetische Wirkung reichte von Mitteleuropa über Russland bis in den Orient. Die beiden vereint eine ästhetische Haltung mit Achtung und Liebe an die Dinge zu gehen. 
Eine Begegnung zweier Wegbereiter – international und weltoffen!
Für Gäste mit Übernachtungswunsch stehen kostenlos Zeltplätze auf der Streuobstwiese zur Verfügung. Die Anzahl ist begrenzt, also schnell buchen!

Am nächsten Tag findet als Tagesauftakt ein Musikalischer Frühschoppen mit Kaffee und Kuchen, Grill und Getränken statt. Die Trommelgruppe OneBeatFamily aus Neuruppin wird spielen, anschließend gibt es Poesie von und mit der Lyrikerin Ursula Haas die ihren neuen Gedichtband "Wortfisch im grünen Aquarium" vorstellt. 
Ursula Haas ist weltgewandte Schriftstellerin und Librettistin. Im Mittelpunkt ihres Gedichtbandes stehen „Lebenszeichen.Lebenszeiten“, Leuchttürme ihres poetischen Schreibens. Gedichte über „Gartenzauber.Parkvergnügen“ und „Reiseziele“ werden in der Folge mit dem Zyklus „Tao-Gedichte.Im Flug“ durchbrochen, dem Versuch einer Weiterdichtung des ersten Buches des Daodejing von Laotse. In den „Prinzipien der Eleminierung“ werden poetische Bilder der heutigen Flüchtlingssituation mit denen der alttestamentarischen Arche in Bezug gebracht. 

Die historische Druckerei "BODONI-MUSEUM" wird geöffnet haben, der Hofimker wird köstliche Honige anbieten und Bücher und Kalender des Verlages edition bodoni werden erwerbbar sein.
Für diese Veranstaltung ist der Eintritt frei, wir freuen uns über Spenden für die Musiker. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten.

WENZEL & BAND: 8. September 2018 - 19 Uhr
Musikalischer Frühschoppen: 9. September 2018 - 11 Uhr

Bodoni-Vielseithof | Salon im Kuhstall | Bodoni-Museum
Buskower Dorfstraße 22
16816 Neuruppin OT Buskow

Mo, 23.07.2018

Entwurf: Albert Kapr

Albert Kapr 100

Albert Kapr, einer der großen Typografen des 20. Jahrhunderts, wäre am 20. Juli 2018 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet das Deutsche Buch- und Schriftmuseum dem Buchkünstler, Hochschullehrer, Rektor, Historiker und Autor eine Präsentation. Albert Kapr ist nicht nur ein herausragender Vertreter seines Faches, sondern steht zugleich für eine besonders produktive Phase in der Leipziger Typografiegeschichte.

Die präsentierten Objekte aus dem reichen Schaffen Kaprs entstammen dem Nachlass des 1995 verstorbenen Künstlers, der im Museum aufbewahrt wird. Sie können seit der Integration der Museumssammlungen in das Portal der Deutschen Nationalbibliothek Anfang 2018 auch dort recherchiert werden.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Im Rahmen der Ausstellung haben sich Studierende der Hochschule mit Kaprs Text “Die Kunst des Bücherkaufens”, der Pirckheimern mit dem nächsten Heft der Marginalien (#230) als Faksimile zur Verfügung gestellt wird, auseinandergesetzt und präsentieren ihre ganz persönliche Auswahl bester und schönster Bücher.

Eröffnung: 29. Juli 2018, 11 Uhr.
Ausstellung: 29. Juli - 30. Dezember 2018

Deutsches Buch- und Schriftmuseums / Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig

Do, 19.07.2018

Lichtung im Unterholz

Die Rettung jener Phänomene, die Rettung verdienen, vollzieht sich mittels Ideen - so sagte es Walter Benjamin. Welche Idee zum Beispiel? Dass nicht jede Anpassung an die fragmentierten Verhältnisse als Lebenskunst zu preisen sei. Und: dass es die Schönheit gibt, die Feinheit, die Kostbarkeit. Worunter freilich sehr Verschiedenes verstanden werden darf. So meinte der Verleger Elmar Faber, an einer Autobahnraststätte in Thüringen gebe es die besten Bratwürste - während sein Autor Christoph Hein behauptete, die schmeckten ein bisschen nach Bitumen und röchen nach Diesel. Was also ist schön und fein? Immer sind es die Fragen, die uns binden - die Antworten trennen uns.

Diese Antwort allerdings schafft Einigkeit: »Marginalien«, die Zeitschrift für Buchkunst und Bibliographie, herausgegeben im Auftrag der Pirckheimer-Gesellschaft, ist ein Kleinod, das sich mit seiner Hinwendung zum schönen Buch sinn- und formbewusst weiter durch die Gegenwart des Schnelldrucks, der papiernen Billigprodukte und der Verfallsdaten rettet. Nun setzt eine verjüngte Redaktion das Werk des langjährigen Kollegiums um Carsten Wurm fort, neuer Chefredakteur ist Till Schröder. Im ersten Heft nach dem Wechsel [# 228] werden eine Ausstellung von Klaus Ensikat betrachtet, Jurek Beckers Postkartenpoesie sowie Druckgrafiken von Hélène Habbot Bautista. Die traditionelle typographische Beilage bietet acht Wald-Gedichte (so Charles Baudelaire, Oskar Loerke, Heiner Müller, Nico Bleutge), gesetzt in der Joanna italic, einer Schrift, »steil und in behutsamer Schräglage« (Matthias Gubig). Peter Gosse hält eine Laudatio auf den Grafikkünstler Karl-Georg Hirsch: »Ethos kommt nicht umhin, vom Ästhetischen hinterschimmert zu werden.«

Bewegung ist Gegenläufigkeit: Neues Redaktionsleben öffnete sich neuen Buchwelten - der Tod schlägt Lebensbücher zu. Im Heft zu lesen: die Grabrede Christoph Heins für den 2017 verstorbenen Präger des Aufbau-Verlages, Elmar Faber. Darin die anfangs erwähnte Bratwurst - die überhaupt kein Gegensatz ist zur Tiefe, mit der hier ein Verleger-Leben genau, grandios heiter und hellsichtig erzählt wird. Einen »tapferen Husaren« nennt Hein diesen Draufgänger im Zweckkostüm des listigen Kunst-und-Kultur-Diplomaten. Hermann Wiedenrot betrauert den ebenfalls 2017 verstorbenen Buchdruck-Meister Wolfgang Tiessen, und verabschiedet wird auch Horst Hussel - von Jens-Fietje Dwars, letzter, in Sorgfalt und Unermüdlichkeit so zugeneigter Verleger des Bild- und Zeichenzauberers: »Hussels Kunst bleibt Nicht-Kunst, um ihrer selbst einzugreifen, und sei es als Irritation.« »Marginalien«, 1957 ins Leben gerufen, ist seit jeher eine Art Lichtungsfreiheit im »Unterholz« des wechselnden Blätterwaldes, wie es die Redaktion betont. Ein Auftrag, der Zukunft hat: die Beharrlichkeitscourage der Büchersammler und -gestalter gegen »Bunt, Laut, Marktschreierisch«.

(Hans-Dieter Schütt in neues deutschland / 19.07.2018 / S.15)

Mo, 16.07.2018

Sylke Wunderlich (l.) und Florentine Nadolni mit dem Besucher Peter Seibelt aus Neubrandenburg im Raum mit Plakaten aus der DDR und Polen in den 50er bis 80er Jahre. Foto © Elke Lang

La beauté est dans la rue

Auf der Burg Beeskow findet zur Zeit die Ausstellung von Plakaten aus Frankreich, Polen und der DDR, „La beauté est dans la rue – Die Schönheit ist auf der Straße“, statt.
Die Kuratoren Sylke Wunderlich von der Stiftung Plakat OST und Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Eisenhüttenstadt, bieten nach Anmeldung Führungen durch die Ausstellung an.
Am 26. August, 17 Uhr findet im Rahmen der Präsentation die Buchvorstellung & Lesung „Zeitenwende / Wendezeiten" statt. Der Autor Rudolf Grüttner wird dabei ein Gespräch mit dem Grafiker Hans-Eberhard Ernst führen. Am 30. August veranstaltet nach Anmeldung das Museum einen Offenen Plakatworkshop. Die Finissage mit Künstlergespräch wird am 7. Oktober, 16 Uhr sein.

(Elke Lang)

Ausstellung: noch bis 7. Oktober 2018
Galerie der Burg Beeskow
Frankfurter Str. 23, 15848 Beeskow.

Di, 10.07.2018

MDE-Mitgliederversammlung 2018

Der Vorstand der "Meister der Einbandkunst – Internationale Vereinigung e.V." (MDE) lädt herzlich zu einer Exkursion in die Herzog August Bibliothek nach Wolfenbüttel ein. Die Exkursion wird mit unserer Jahresmitgliederversammlung, Vorträgen und Workshops verbunden sein. Dazu steht in direkter Nähe zur Bibliothek das Jugendgästehaus zur Verfügung. Nähere Informationen bei Ireen Kranz, Sonja Poll oder Esther Everding.

Die Exkursion führt in die Herzog August Bibliothek, 1572 gegründet. Sie war im 17. Jahrhundert die größte Bibliothek nördlich der Alpen. Heute beherbergt sie mehr als eine Million Objekte, allein 11 800 handgeschriebene Schriften sind darunter, von denen mehr als 400 000 vor 1830 verfasst wurden – darunter das Evangeliar Heinrichs des Löwen, entstanden zwischen 1174 und 1188. Außerdem beherbergt sie umfangreiche Kunstbestände, wie die Malerbuchsammlung, historische Karten und Globen. Zu den vielen Berühmtheiten, die hier arbeiteten, gehören Leibniz und Lessing.
Am Samstagabend wird Hans-Peter Preiss, MDE-MItglied, einen Vortrag mit Präsentation von Originalen zum Thema Sonderarbeiten „Was der Buchbinder sonst noch machte …“ vorstellen. Außerdem präsentieren die Mitglieder, die im April bei Auguste Blaizot in Paris ausgestellt haben, ihre Bucheinbände.

Jahrestreffen:  15. bis 16. September 2018

Jugendgästehaus | Herzog August Bibliothek
Wolfenbüttel

Mi, 04.07.2018

Abb. Plakat: Albertine, Struwwelpeter Recoiffé, freie Arbeit, 2017

Struwwelpeter Recoiffé

Französische IllustratorInnen frisieren den Struwwelpeter neu

Frankreich war das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2017. Aus diesem Anlass baten das Struwwelpeter-Museum, Frankfurt und das Institut franco-allemand IFRA/Institut français, Frankfurt einige der besten frankophonen IllustratorInnen um eine Version der klassischen Struwwelpeter-Geschichten. Dem deutschen »Struwwelpeter«, der in Frankreich als »Pierre l´Ébouriffé« oder »Crasse-Tignasse« bekannt ist, widmeten sich bedeutende KünstlerInnen wie Albertine (CH), Blexbolex (F), Anouck Boisrobert und Louis Rigaud (F), Marc Boutavant (F), Anne Brouillard (B) Kitty Crowther (B), Claude K. Dubois (B), Marianne Dubuc (Kanada), Chen Jiang Hong (F), Emmanuelle Houdart (CH), Edouard Manceau (F), Anaïs Vaugelade (F) und Christian Voltz (F). Sie erschufen Kunstwerke als Bilder mit und ohne Text, als 3D-Illustrationen oder als Skulpturen. Insgesamt ermöglicht die Ausstellung einen aktuellen Einblick in die frankophone Illustrationsszene. Dabei wird zugleich ein historischer Rückblick sowohl auf die Geschichte des deutschen Struwwelpeters als auch auf die 1860 beginnende französische Editionsgeschichte von Heinrich Hoffmanns Bilderbuch gewährt.

Ausstellung: 8. Juli - 16. September 2018

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Do, 28.06.2018

Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Wolfgang Grätz

Graphic Novels

In der Reihe "Buch des Monats" beschäftigt sich in Offenbach Anna-Fee Neugebauer mit dem Thema "Graphic Novels – nur Bilderbücher für Erwachsene?"

Das Genre der „Graphic Novels“ boomt, nicht nur in Deutschland. Doch was sind Graphic Novels eigentlich? Wo haben sie ihren Ursprung? Gibt es Unterschiede zur Gattung Comics? Was sind ihre erzählerischen Möglichkeiten? Und nicht zuletzt: Wie spielen sie mit unserer Wahrnehmung? Anhand ausgewählter Werke aus der Sammlung des Klingspor Museums (z.B. von Helena Bochořáková-Dittrichová, Frans Masereel, Otto Nückel, Lynd Ward) und aus Privatbesitz, versucht Anna-Fee Neugebauer vom Amt für Kultur- und Sportmanagement eine Annäherung an diese noch recht junge Kunstform und ihre wachsende Bandbreite.

6. Juli 2018, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mi, 27.06.2018

Arno Mohr

In der Galerie der Berliner Graphikpresse läuft noch bis zum 20. Juli 2018 die Ausstellung "Arno Mohr - Das druckgrafische Werk".
Zur Finissage der Ausstellung wird der Pirckheimer Andreas Wessel mit dem langjährigen Drucker von Arno Mohr, Dieter Béla, das Werkverzeichnis vorstellen und eine Vorzugsausgabe dieses Werkverzeichnisses zur Subskription anbieten.
 


Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Reservierung per Telefon oder Mail gebeten.

Ausstellung: 13. Juni - 20. Juli 2018
Finissage:  20. Juli 2108, 18 Uhr

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin

Mo, 25.06.2018

Horst Hussel - Franz.

Buchpräsentation mit Lesung von Marcus Haucke und Klaus Ferentschik und Ausstellung "Horst Hussel" (1934 - 2017) in der PalmArtPress.

"Hussels Franz, ein einzigartiger Eigenbrötler, teilt seine Ein- und Ausdrücke in kurzen, kürzeren und kürzesten Geschichten bzw, Begebenheiten in literarischer Vielfalt, tun nicht zu sagen Virtuosität, mit, Er steckt voller Humor, liebt alles Absurde, ist verschmitzt, durch und durch sprachverspielt & lautmalerisch und trotzdem - oder gerade deshalb - unglaublich hintergründig und tiefsinnig.
Franz betreibt das Spiel nicht nur mit Worten und Wendungen, allein schon wie er das Waldhorn so kühn in seiner Küche einsetzt, haben es zuletzt Robert Walser, Herrmann Löns und Kurt Schwitters vor 100 Jahren gewagt."
(Catharine J. Nicely)

Lesung: 7. Juli 2018, 19 Uhr, am Klavier spielt Victor NicoaraFranz
Ausstellung: 8. Juli - 26. August 2018

PalmArtPress
Pfalzburger Str. 69, 10719 Berlin

So, 24.06.2018

Günter Böhme, Foto © Abel Doering

Günter Böhme in der Eremitage

Gestern eröffnete der Pirckheimer Roland Berger, der ebenfalls schon dort ausstellte, in der Eremitage Gransee eine Ausstellung mit vorwiegend Holzschnitten, aber auch Radierungen, von Günter Böhme. Beide Künstler können auf einen ähnlichen Werdegang zurückblicken, beide unterrichteten als Kunsterzieher sowohl Kinder und Jugendliche, als auch in der Lehrerbildung und selbst in der Themenwahl und Bildfindung lassen sich teilweise Gemeinsamkeiten entdecken. Roland Berger würdigte, fast schon als Laudatio auf Günter Böhme, in seinen einführenden Worten das druckgrafische Werk des Künstlers, ging aber auch kritisch und authentisch auf die Situation sowohl der bundesdeutschen Kunstszene und auch auf Mißständen in der heutigen Kunstvermittlung ein. Und Günter Böhme ergänzte, welch bedeutender Beitrag Marc Berger mit seiner Werkstatt und der Eremitage für Kunst und Kultur darstellt.

Die symbolbeladenen, meist zweifarbigen Holzschnitte der Ausstellung von Günter Böhme führen des Werk expressionistischer Holzschneider genauso fort, wie das der DDR in den späten siebziger und achtziger Jahren: die Motive greifen Themen der antiken Mythologie und des durch die Aufklärung geprägten modernen Menschenbildes genauso auf wie heutige Harlekinaden. Es sind kritische Auseinandersetzungen mit dem Menschen in Kultur und Gesellschaft und so erklärt sich auch der Titel der Ausstellung: "DRUCK MACHEN".

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Hier werden einige Fotos (© Abel Doering) von der Vernissage gezeigt.

Ausstellung: 23. Juni - 19. August 2018

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Do, 21.06.2018

© Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz

Gutenberg und die WM

Der Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz, der hauptsächlich museumspädagogische Veranstaltungen anbietet und einzigartige Gelegenheit für Jung und Alt ist, selbst tätig zu werden, um vielfältige handwerkliche Techniken rund um das Buch unter sachkundiger Anleitung nachzuvollziehen oder aber eigene Formen und Wege des künstlerischen Ausdrucks zu erproben, widmet einen aktuellen Druck der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Daß es dabei nur vordergründig um Fußball und die Weltmeisterschaft in Rußland geht, darauf braucht man fachkundige Leserinnen und Leser nicht eigens hinzuweisen. Es ist augenfällig, daß das kleine Gedicht von B. Engelknecht mit fachsprachlichen Bezügen durchsetzt ist - von Meister Gutenberg über Druck, Papier und Fahnen, Punkte, Linien und Fraktur sowie Fachbegriffe wie Winkelhaken, Ausgleich und Durchschuß, Umbruch, Überschlag und punktgenaue Passer bis hin zum Drucker-Fachjargon: der Schnellhase, der einen besonders flinken Schriftsetzer, und der finale Eierkuchen, der den totalen Zusammenbruch eines Schriftsatzes bezeichnet. Man beachte auch typographische Feinheiten: sowohl der Blick des Meisters auf das Werkstück als auch das linke Schußbein sind freigestellt.

 

Di, 19.06.2018

Ottohans Beier: Exlibris für Hilde Keil, 1934, Kupferstich

Anm. zu einem Marginalienartikel

Im Heft 229 der Marginalien untersuchen Ulrike Ladnar und Heinz Decker unter dem Titel „Im Geäst der Initialen“ diesmal die Beziehung zwischen „Schrift und Bild im Exlibris“ und spannen dabei einen weiten Bogen vom typografischen Bucheignerzeichen über die „bewohnte Initiale“ bis zur „Figureninitiale“.

Als Beispiele für rein typografische Blätter stellen sie u.a. Exlibris für bekannte Persönlichkeiten wie den früheren Ministerpräsidenten Israels, Menachem Begin, vor. Bedeutende Schriftkünstler widmeten sich ausgiebig dem schriftdominierten Exlibris, etwa Rudolf von Larisch, auf dessen Eigenblatt sowie auf sein Exlibris für den Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer die Autoren eingehen. Interessant sind die Beispiele, die Ladnar/Decker für eine Art Übergangslösung zeigen, bei der eine kleine bildliche Darstellung, ein nuanciert eingebautes Bildzeichen in die Schrift „als ergänzender Schmuck“ integriert wird, so durch Hermann Landshoff in seinen hier abgebildeten Exlibris für Moritz Nussbaum und Thomas Mann. Stehen bei diesem Künstler immer noch die Eigner-Initialen im Mittelpunkt, geht Marcus Behmer mit seinen von reichem Ornament-Schmuck umrahmten Buchstaben einen Schritt weiter, z.B. in seinen Exlibris für die Sängerin Claire Waldoff und den Künstlerkollegen Hermann Struck.
Der Begriff „bewohnte Initiale“ wird mittels Beispielen von Eugen Schmidt und Reinhold Nägele erläutert. Anders als bei den Vorgenannten werden die Buchstaben bei diesen nicht funktional installiert, sondern formal, „vor allem als Konstruktionselement […], um das herum weitere grafische Elemente möglichst geschickt, geistreich und originell gesetzt werden“.
Noch weiter in ihrem Spiel mit Initialen gehen Ottohans Beier und Jean Pierre Humbert – abgebildet sind herausragende Exlibris-Beispiele für Hilde Keil und Benoît Junod. Beier etwa bestückt redundant, ähnlich wie es in der älteren Bibel- und Buchkunst vorkommt, den gesamten Buchstaben.
Schließlich zeigen die Autoren ein Blatt des berühmten englischen Jugendstil-Buchkünstlers William Morris als überaus gelungenes Beispiel eines sowohl „bewohnten“ als auch figuralen Initialen-Exlibris. Es steht zudem exemplarisch für ein sogenanntes redendes Exlibris, d.h ein Eignerzeichen, auf dem der Eignername grafisch illustriert wird.
U.a. auf diese spezielle Exlibris-Variante einzugehen, stellen die Autoren für den zweiten Teil ihres Beitrags in Aussicht, der im nächsten Marginalien-Heft erscheinen wird. Man darf gespannt sein.

- Ulrike Ladnar/Heinz Decker: Im Geäst der Initialen. Schrift und Bild im Exlibris, Teil I, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 229. Heft. 2018/2, S. 77-86.

(Henry Tauber)