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Pirckheimer-Blog

Di, 08.10.2019

Spanische Populärliteratur

In über 30 Jahren intensiver Suche hat der spanische Sammler Fernando Eguidazu eine einmalige, aus fast 50.000 Stücken bestehende Kollektion spanischer populärer Bücher und Romanzeitschriften aus dem Zeitraum von 1850 bis 1990 zusammengetragen. 2018 konnte sie für das Ibero-Amerikanische Institut erworben werden. Die 404 Umzugskartons sind inzwischen ausgepackt und die Bearbeitung und Erschließung hat begonnen. die Publikationen, die der Forschung so noch nicht zur Verfügung standen, werden jetzt zugänglich.

Die Sammlung umfasst die ersten spanischen Kriminalromane, Abenteuerromane sowie historischen populären Romane, aber auch erstaunliche Publikationen über Liebe, Piraten, Horror, Science Fiction, Fantasy, Wild West, Sport und Spionage. Es gibt wenige Themen, die nicht im populären spanischen Roman behandelt worden wären. Zudem  sind zahlreiche spanische Übersetzungen von Autorinnen und Autoren anderer Länder vertreten, wie Jules Verne, Emilio Salgari, Edgar Wallace oder Karl May. Von besonderer Bedeutung ist auch der argentinische Teil der Sammlung, der solch seltene Titel wie Narraciones Terrorificas (Horror-Erzählungen), Hombres Audaces (Mutige Männer) oder La Novela Deportiva (Der Sport-Roman) vollständig beinhaltet und so in keiner anderen Bibliothek zu finden ist. Die Sammlung steht auf Anfrage zur Benutzung zur Verfügung.

Ibero-Amerikanisches Institut – Preußischer Kulturbesitz
Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin

Mo, 07.10.2019

Florentine Nadolni und Angelika Weißbach begrüßten die Künstler Ingrid Hartmetz, Ingo Arnold, Horst Peter Meyer und Ursula Strozynski (v. l.), Foto © Elke Lang

Spurensuche. 1990

Spurensuche. 1990. Grafik, Fotografie und Malerei aus dem Kunstarchiv Beeskow“ heißt die Ausstellung, die am Sonnabend unter großer Publikumsbeteiligung eröffnet wurde. Im Zentrum steht eine Mappe, die anlässlich des 100. Geburtstages von Johannes R. Becher entstand. 

Was hat die 18 Künstlerinnen und Künstler 1989/90 an einem Mann interessiert, der 1891 geboren wurde, mit 19 Jahren einen Doppelselbstmord überlebte, als Wortführer des Expressionismus galt, als KPD-Mitglied nach Moskau emigrierte und Stalin verehrte, Präsident des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschland wurde und 1958 Kulturminister der DDR – Johannes R. Becher? Das fragten sich die Mitarbeiter des Kunstarchivs Beeskow unter Leitung von Angelika Weißbach, als ihnen eine Kulturbundmappe mit insgesamt 30 Werken in die Hände geriet, die zum 100. Geburtstag des Dichters 1991 vom Kulturbund herausgegeben werden sollte. Als Antwort fielen zu dem Kulturpolitiker und Poeten Becher sowohl bei dem Grußwort durch die Leiterin des Kunstarchivs Florentine Nadolni und dem Einführungsvortrag durch die Kuratorin Angelika Weißbach sowie durch Besucher immer wieder die Worte „Zerrissenheit“ und „Ambivalenz“. Das ist deutlich an den Arbeiten abzulesen und war ganz im Sinne des damaligen Auftraggebers als Mitarbeiter des Kulturbunds, Hans Peter Klausnitzer, der auch anwesend war. „Ohne mich gäbe es 90 Prozent der Mappe nicht“, ist er stolz auf seine Spurensuche, an der sich viele seiner guten Künstler-Freunde beteiligt hatten. Er nennt Uwe Pfeifers Blatt „Grünewald (Becher)“. „Wie Becher da blickt, und das Blut tropft ihm über das Gesicht vom gekreuzigten Jesus herab, das sagt alles.“ Auf ein Blatt von Joachim John deutend, zeigt er. „Becher schreibt mit zwei Händen, und Stalin hält ihm den Mund dabei zu.

Nicht nur das interessierte am Sonnabend zur Ausstellungseröffnung mit allen Blättern in Ergänzung durch zwei Plakate, einer Vitrine mit Originaldokumenten sowie Gemälden aus dem Kunstarchiv, die zur gleichen Zeit entstanden. Auf einem Blatt von Otto Möhwald liegt ein Mann, der in die leere Stadt guckt. „Damals wusste niemand, dass es keine DDR mehr geben würde“, sinniert Hans Peter Klausnitzer, „aber haben wir es heute besser, oder sind wir immer noch einsam?“ Dass die künstlerischen Werke von damals wieder hervorgeholt werden, soll nämlich auch zum Nachdenken über 30 Jahre Wiedervereinigung anregen. Im Bezug auf Johannes R. Becher bedeutet es, so der einstige Kulturbundmitarbeiter, dass „der Verfasser der DDR-Nationalhymne nicht einseitig als Staatsdichter betrachtet werden darf“. Herbert Schirmer, auf dessen Initiative das Kunstarchiv überhaupt erst entstand, war zur Zeit der Entstehung der Mappe Kulturminister der DDR unter Lothar de Maizière.  Auch er denkt an die Ambivalenz von Becher, einmal an seine Hinwendung zur expressionistischen Dichtung, andererseits an seine Dankbarkeitsbezeugungen gegen Stalin, „aber auch an seinen verzweifelten Kampf gegen die Vorurteile seiner eigenen Genossen“. Schirmers Urteil ist: „Man müsste sich heute mit ihm mehr befassen. Er ist eine schicksalhafte Figur, die kaputtgespielt wurde.

Nicht unerwähnt bleiben soll Hannes Zerbes Improvisation auf dem Klavier zu den so einfachen, aber eindringlichen Zeilen des Dichters: „Heimat meine Trauer ...war, um dich zu einen, dir ein Lied geweiht“ in der Vertonung von Hanns Eisler.

(Elke Lang)

Ausstellung: 5. Oktober 2019 - 1. März 2020

Galerie Burg Beeskow
Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow

Ùlrike Stolz, Giardino/Giordano
Uta Schneider, Satzstücke

Schöne Ansicht

Künstlerbücher & Editionen. Exklusiv.

Parallel zur Frankfurter Buchmesse findet im Offenbacher Atelier von Uta Schneider eine Werkschau mit Künstlerbüchern, Originalgrafiken und Publikationen von fünf international renommierten Editionen statt. 

Carivari Sabine Golde Leipzig
Fahrner & Fahrner Frankfurt am Main
despalles editions Paris & Mainz
Karl H. Thiel Offenbach am Main
<usus> Uta Schneider & Ulrike Stoltz Offenbach & Berlin  

17./18. Oktober 2019

Atelier Uta Schneider
Löwenstr. 10 (Hinterhaus) 63067 Offenbach am Main

So, 06.10.2019

Fotos © Abel Doering

Thomas Siemon und Stefan Körbel in der Eremitage

Seit dem 3. Oktober läuft die 27. Ausstellung der Galerie Eremitage Gransee. Präsentiert werden Arbeiten des Leipziger Druckers Thomas Siemon. Neben ambitionierten Handpressendrucken, Typo- und sonstige Grafiken und der in Blei gedruckte Literaturzeitschrift carpe plumpum hat der V. O.-Stomps-Preis-Träger, u.a. gemeinsam mit Julienne Jattiot, an diversen Gemeinschaftsproduktionen mitgewirkt, bei denen auch immer wieder Namen von Pirckheimern auftauchen.

Die Ausstellung bot 2 Tage nach der Eröffnung den Rahmen einer bemerkenswerten Buchpremiere der Edition Schwarzdruck mit der 100sten Edition dieses Verlages von Marc Berger. Der Autor Stefan Körbel, bekannt als einer von Karls Enkeln und der Bolschewistischen Kurkapelle, las und sang aus seinem ersten Roman Wendekreis oder Die Vollendung der deutschen Einheit im Südpazifik.

Ausstellung: 3. Oktober - 24. November 2019

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Stefan Körbel, Wendekreis oder Die Vollendung der deutschen Einheit im Südpazifik
Edition Schwarzdruck, Gransee 2019
13 x 21 cm, Hardcover mit Lesebändchen, 560 Seiten, 29 Euro  
ISBN 978-3-96611-002-0
 

  1. Kommentar | Abel Doering | 6.10.2019: Habe mich zum ersten Mal darüber gefreut, dass ein Regionalzug Verspätung und ich damit mehr Zeit zum Lesen hatte und trotzdem verpasste ich fast das Aussteigen, weil mich das Buch, welches genau zwischen dem 3. und dem 7. Oktober erschien, derart gefesselt hat.
    Ein Buch, das ich allen meinen Freunden empfehlen werde, denen, für die sich vor 30 Jahren das Land nach Westen öffnete und jenen, die das als Osterweiterung erlebten und bereit sind zu begreifen, was das für uns bedeutet. Ein Buch, auf das ich lange gewartet habe, es spricht mir aus der Seele.

Fr, 04.10.2019

UNTER DEM RADAR

Underground- und Selbstpublikationen 1965–1975

In einer Welt am Abgrund Nischen schaffen. »Underground« als Soziotop oder Labor, in dem mit der Erweiterung oder Rückeroberung von Wirklichkeit experimentiert wird. Die Ausstellung Unter dem Radar beschäftigt sich mit alternativen Publikationsformen seit den 1960er Jahren und der Ästhetik der Underground-Presse in analogen wie auch digitalen Zeiten. Über Kunst und linke Gegenöffentlichkeit, literarische Wunscherfüllung, dissidente Publikationsmodelle, Einkaufszettel, Wut- und Liebesbriefe.

Eröffnung: 5. Oktober 2019, 20.30 Uhr, Gäste im Salon: Die Kultur & Gespenster-Mitarbeiter, Hamburg

SALON  FÜR  KUNST  BUCH
Luftbadgasse 16, 1060 Wien

Von unterwegs

Tanja Leonhardt präsentiert ihre Arbeiten.

"Von unterwegs" erzählen ihre Künstlerbücher auf unterschiedliche Weisen. Fotografie sucht sich ihren Weg ins Buch über komplizierte Umdruckverfahren oder - ganz profan - als Fotobuch. So reicht die Materialität von zarter Pongé-Seide über grobes, handgefärbtes Bütten bis zum Glanzdruckpapier. Die Verwobenheit von Material, Bild und Text eint diese Bücher, von denen jedes auf seine Art eine Reisegeschichte birgt, entlang an bizarren Ufern in zeitlosen Traumräumen.

11. Oktober, 14 Uh

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 03.10.2019

Martha-Luise Gubig / Matthias Gubig

Martha-Luise & Matthias Gubig

Eine Ausstellung in Berlin zeigt eine Auswahl aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Künstlerpaares Martha-Luise und Matthias Gubig.

Nach gemeinsamen Studienjahren suchten sie sich die Ihnen jeweils gemäßen grafischen Arbeitsfelder.

Martha-Luise Gubig illustrierte Kinder- und Schulbücher, sowie populärwissenschaftliche und Sachbücher. Matthias Gubig, Buchgestalter, Buch- und Plakatgrafiker, ist nunmehr vor allem Herausgeber, Autor, Grafiker und Gestalter originalgrafischer Bücher.

So entsteht ein vielfältiges Bild grafischer Arbeiten aus fünf Jahrzehnten.

Ausstellungseröffnung: 11. Oktober 2019, 19 Uhr, einführende Worte: Hans-Eberhard Ernst, Grafiker, Musik: Andreas Wolter, Klavier
Ausstellung: 14. 10. bis 5. 12. 2019

Bohnsdorfer Kulturküche
Dahmestraße 33 / 12526 Berlin

Eduard Prüssen 2013 im Wohnzimmer seiner Kölner Wohnung. Foto: Matthias Haberzettl
Exlibris für die Klemke-Sammlung Matthias Haberzettl, 2011

Eduard Prüssen (1930 – 2019)

Eduard Prüssen – „ne echte kölsche Jung“, der so gar nichts für den Karneval übrig hatte, wie er einmal mir gegenüber erwähnte. Genauso wenig wie für Computer – die ihn in seiner kreativen Arbeit nur behindern und ablenken würden. Zeit seines Lebens schuf er also nur mit seinen Händen – mit Zeichenstift und Pinsel, mit (Linolschnitt-) Messer und (Radier-) Nadel ein beeindruckendes Werk.

Beginnend in den Fünfziger Jahren als angestellter Grafiker zuerst beim Rautenstrauch-Joest-Museum und dann beim Amerika-Haus in Köln riskierte er bald den Schritt in die Selbständigkeit; es folgten Presseillustrationen ab 1962 sowie erste Buchillustrationen ab 1964. Und schon im März 1962 erschien die erste Nummer der Hauszeitschrift „Donkey-Post“ – einhergehend mit der Etablierung seiner Donkey-Press, in der von 1967 („Babrios Fabeln) bis 2015 („Arlecchino und Arleccinetta“) insgesamt 61 wunderbare Pressendrucke erschienen.

Eduard Prüssen und seine Frau Illa lernte ich erst 2011 kennen, bei einer Führung durch meine Werner-Klemke-Ausstellung in Bergisch Gladbach. Von Beginn an war ich beeindruckt von seinem herz­lichen, freundlichen Wesen; schnell entwickelte sich eine Freundschaft, auf die ich immer stolz war. Noch im selben Jahr schuf er ein Exlibris für meine Klemke-Sammlung.

Kurz davor, im Jahr 2010, übergab Eduard Prüssen seinen künstlerischen Vorlass der Universitäts- und Stadtbibliothek in Köln. Dank der engagierten Mitarbeiter unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schmitz, des damaligen Direktors der USB Köln erschien ein umfassendes Werkverzeichnis: „Die Sammlung Eduard Prüssen in der Universitäts- und Stadtbibliothek in Köln. Gesamtverzeichnis Juli 2013“.

Im November 2015 stellte ich für das Literaturhaus in Immenstadt eine Ausstellung mit dem Schwerpunkt Eduard Prüssen zusammen; sein Faust-Zyklus, 2012 als 57. Druck der Donkey-Press erschienen, nahm eine komplette Längswand ein.

In den letzten Jahren widmete er sich vorwiegend großformatigen Farbstiftzeichnungen. Eine umfangreiche Auswahl davon war in der Ausstellung im November 2015 zu sehen, die die Stadt Bergisch Gladbach zu seinem 85. Geburtstag ausrichtete  Gewürdigt wurde hier auch seine Tätigkeit als „Stadtgrafiker“, die er für ein volles Vierteljahrhundert, von 1971 bis 1996, ausübte – zuständig für das gesamte grafische Erscheinungsbild der Stadt, vom Briefkopf der Amtsschreiben bis zum Theaterplakat, vom „Logo“, dem berühmten „Wollknäuel“ bis zum Stadtwappen.

Der große Kölner (Buch-) Künstler, seit dem Frühjahr 2017 ein Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, verstarb am 2. Oktober, nur vier Wochen vor seinem 89. Geburtstag, in einer Kölner Klinik; nach einem schweren Sturz wenige Tage vorher in seiner Kölner Wohnung, in der er bis zuletzt – fit an Körper und Geist – künstlerisch tätig war.

(Matthias Haberzettl)

Eberhard Hartwig: Faszination Druckkunst. Holzschnitt, 29,7 x 42 cm

Druckkunstmappe 2019

Die erste Druckkunstmappe 2019 in limitierter Auflage von 19 Exemplaren ist fertig! Neun Buchdruckwerkstätten haben sich zusammengefunden, um zehn Druckwerke im Buchdruckverfahren gemeinsam zu präsentieren. Alle Werke entstanden für den bzw. am ›Tag der Druckkunst‹, dem 15. März 2019, in den jeweiligen Werkstätten.

Die Mappe im Format 50 cm × 70 cm wird vertrieben über die Manufaktur Willi Beck entweder
- gegen Rechnung für 80 Euro inkl. MwSt., Verpackung und Versand oder
- gegen eine Spende ab 60,– Euro auf das Konto des Verein für die Schwarze Kunst e.V., Ostsächsische Sparkasse Dresden, IBAN DE8005 0300 0221 0680 66.
Die Verteilung der 19 Exemplare erfolgt nach Datum der Bestell-E-Mail. Die Einnahmen werden genutzt, um noch mehr jungen Menschen mit einem Stipendium eine Walz zu unseren zwischenzeitlich 17 kooperierenden Werkstätten, die ehrenamtlich ihr Wissen weitergeben, zu ermöglichen.

Die Mappe enthält folgende Drucke (Reihenfolge vom kleinen zum großen Format):
1. Offizin Haag-Drugulin Graphischer Betrieb GmbH, Dresden: Initial aus der Zeit um 1880, Eckehart SchumacherGebler.
2. Slowtype, Ludwigshafen: Das Meer. Holzschnitt, Wolfgang Vogel.
3. Druckgraphik-Atelier, Berlin: Faszination Druckkunst. Holzschnitt, Eberhard Hartwig.
4. Manufaktur Willi Beck, Dachau: Freiheit, Willi Beck.
5. 62 zweidrittel, Mainbernheim: Formsatz zum Thema Grenzen, Conny Hügelschäffer.
6. Offizin Alpirsbach: Stärker noch als das Blei in der Flinte, Maite Kilgus.
7. The Fork and Broom Press, Stemwede-Oppenwehe: Peter Panter. Linolschnitt, Annette C. Dißlin.
8. Die Druckwerkstatt Mosbach e.V.: Der Drucker ist froh und stolz, Karl Kretschmer. Holzschnitt, Berndt Pfeifer.
9. Buchdrucklabor der Beuth Hochschule für Technik, Berlin: Einladungsplakat, Anne König.
10. The Fork and Broom Press, Stemwede-Oppenwehe: Diverse Holzlettern, Annette C. Dißlin.

herman de vries, vegetation, 2007, getrocknete Pflanzen auf mit Papier kaschierten Platten, (40 x) 40 x 40 cm, © herman de vries

Gerhard-Altenbourg-Preis 2019

herman de vries – all all all
werke 1957–2019

Eine Ausstellung anläßlich der Verleihung des Gerhard-Altenbourg-Preis 2019 an den 1931 im niederländischen Alkmaar geborenen herman de vries.

Sein Werk umfasst Gemälde, Collagen, Grafiken, Textbilder, Skulpturen, Künstlerbücher und Installationen für den öffentlichen Raum. Zudem beschäftigt er sich als Essayist und Philosoph auch theoretisch mit der Kunst.
In den 1950er Jahren fand herman de vries über die informelle Malerei zur Kunst, gehörte in den 1960er Jahren zum Umfeld der Gruppe ZERO und arbeitete an seinen weißen Bildern (white paintings). Aus dieser radikalen Reduktion entstand die Faszination für das Spannungsfeld zwischen Natur und Kunst, die sich seither wie ein roter Faden durch sein Œuvre zieht.
Der Zufall und die Veränderung definieren und strukturieren das weitverzweigte Werk des Künstlers. Seit 1970 lebt er zurückgezogen im unterfränkischen Eschenau, wenn er nicht gerade die entlegensten Orte der Welt bereist. Auf seinen ausgedehnten Streifzügen sammelt er Naturalien, die er zuhause archiviert, katalogisiert und, ohne ihr Aussehen zu verändern, zu Bildern erhebt. Die Arbeiten von herman de vries folgen einem umfassenden Kunstbegriff, der die Sinne und den Intellekt gleichermaßen anspricht und in Anspruch nimmt.

Ausstellung: 13. Oktober 2019 – 1. Januar 2020

Lindenau-Museum Altenburg
Gabelentzstr. 5, 04600 Altenburg/Thüringen

Gera ostmodern

In diesem Herbst wird unser Mitglied Christoph Liepach in seinem Verlag „sphere publishers“ erstmals Bücher veröffentlichen, darunter den Titel "Gera ostmodern", eine Sammlung von Foto-Postkarten mit Relikten sozialistischen Bauens in Gera mit Texten von Ben Kaden.

"Christoph Liepach hat eine Sammlung von Echt-Foto-Postkarten aus den 1950er bis 1980er Jahren angelegt und damit die Neubauarchitektur, Inneneinrichtung sowie Bildkunstwerke in Gera festgehalten. Die kleinen Fotopostkarten aus der DDR bekommen in diesem Vuch eine große Bühne und verdeutlichen ihre Funktion als fotografisches Dokument in unserer Zeit."

Für das Buch wird es im Stadtmuseum Gera eine öffentliche Presse-Veranstaltung geben.

Christoph Liepach, Gera ostmodern
sphere publishers, Leipzig 2019
128 Seiten, Hardcover
15 €
ISBN 978-3-9821327-0-9

Plakate von Karl-Heinz Drescher

Eine Publikation über den Designer des BERLINER ENSEMBLEs - Karl-Heinz Drescher (1937–2011) wird zum ersten Mal die meisten von Dreschers (typografischen) Plakaten in einem umfangreichen Band zusammenfassen. Darüber hinaus  enthält es Texte und Interviews verschiedener Autoren wie Dr. Friedrich Diekmann, Dr. Sylke Wunderlich, Helmut Brade, Niklaus Troxler, Gerd Fleischmann, Jamie Murphy, Erik Spiekermann, Ferdinand Ulrich, Götz Gramlich, Peter Kammerer, Vera Tenschert, Cesarina und Alessandro Drescher.

Das Buch wird erscheinen, wenn bis zum  11. Okober 2019, 10 Uhr die die Finanzierung (16.000 €) gesichert ist, bislang konnten auf Kickstarter 13.668 € eingesammelt werden. Die Mindestsunterstützung beträgt 5 €, höhere Beträge  beinhalten viele exklusive Belohnungen wie das Buch, wie seltene Originalplakate, eine Erwähnung im Buch, ...

K.H. Drescher - Berlin Typo Posters, Texts, and Interviews
Slanted Publishers (pub.), Markus Lange (Pub., Ed., Design), Februar 2020,
Englisch + Deutsch, 195 x 265 mm, 272 Seiten,
ISBN: 978-3-948440-00-8.

Bernd Friedrich: Grafikpostkarte "BÄRLIN", Gedenkblatt zum Jahrestag des Mauerfalls in Berlin, daneben: Mail Art zum 3. Oktober 2019
Bernd Friedrich: Graphik in der Innenseite der Klappkarte

Die Graphik zum Tage

3. Oktober 2019. Ein besonderer Grund zum Feiern?

"Auf jeden Fall !", sagt der Pirckheimer und "Experimentaldrucker" Bernd Friedrich: "50 Jahre Fernsehturm !" in einer Mailart mit Klappkarten, verschickt in einem Briefumschlag, der neben der offiziellen Frankierung auch eine historische Briefmarke der DDR zum "Fernseh- und UKW-Turm Berlin" enthält und der auf der Rückseite mit einer Prägung dieses Turms versehen wurde. Jede Karte ist individuell gestaltet und im Handdruck realisiert und enthält neben der abgebildeten Grafik ein Foto des Fernsehturms vom 3. Oktober 1969, versehen mit einem gedruckten Text 

Noch sind fünf der fünfzehn Klappkarten im Umschlag .vorhanden, die auf Anfrage gegen eine Spende zugesandt werden.

Mi, 02.10.2019

Ronald Paris - Paris, Café Au Vieux Chatalet

Ronald Paris

... erlebt Paris

Eine Ausstelung in Potsdam des Brandenburgischen Kulturbunds.

„ Ronald Paris ist ein Bildermacher und lässt uns in seinen Bildern die Kraft der Visualität, den sinnlichen Genuss von gestalterischer Dichte und das geistige Vergnügen an der Zeichenfindung spüren.
Die Kunst Paris wird getragen von der Tradition der Moderne und ihren Rückgriff auf archetypische Situationen, antike Gestalten und Mythen, einer Metapher für unsere menschheitsgeschichtliche Verwurzelung" 

(Prof. Dr. Peter Arlt)

Eröffnung: 13. Oktober 2019, 15 Uhr, Begrüßung: Dr. Hinrich Enderlein, Worte zur Ausstellung: Wolfgang Lücke, Musik: Frank Viehweg / Dichtersänger
Ausstellung: 13. Oktober - 30. Dezember 2019

Museumshaus "im Güldenen Arm"
Hermann-Elflein-Straße 3, 14467 Potsdam

Di, 01.10.2019

© Deutsche Nationalbibliothek

Schmutz und Schund. Die Weimarer Republik

So lautet das Thema einer Kabinettausstellung der DNB Leipzig.

Die Weimarer Republik steht für eine Befreiung von Politik, Kultur und Gesellschaft in den Goldenen Zwanzigern. Aber eine konservative Kulturströmung hielt Heimat und Nation, Harmonie und Sittlichkeit hoch. Der Kampf um Schmutz und Schund in der Weimarer Republik ist der Kernpunkt dieser Auseinandersetzungen.

Hinter den hehren Worten der Gesetzes-Befürworter versteckte sich ein Kampf um die moralische Deutungshoheit auf kulturellem Gebiet: Bürgerliche Eliten wollten auch weiterhin bestimmen, wer was lesen darf. Umgekehrt zeigen die Urteile, dass in den billigen Heftehen durchaus emanzipative Botschaften steckten. Die Schilderung starker Frauenrollen erregte die Prüfstellen, viele Abenteuerhelden erschienen ihnen als undeutsch, Verbrecher, die ohne Reue ihr Treiben schilderten, wirkten aufrührerisch. 

Eröffnung: 10. Oktober 2019, Begrüßung: Michael Fernau, Direktor der DNB Leipzig,  Dr. Stephanie Jacobs, Leiterin des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, Einführung: Jun.-Prof. Dr. Patrick Merziger, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, Musik: Christoph Schenker, Cello
Ausstellung: 11. Oktober 2019 - 26. Januar 2020

Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig