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Pirckheimer-Blog

Fr, 05.03.2021

Ingeborg Bachmann: 5. Frankfurter Poetikvorlesung „Literatur als Utopie“, Typoskript zur Vorlesung vom 24. Februar 1960 – © Österreichische Nationalbibliothek

Große Autorinnen. Große Visionen.

Zum Internationalen Frauentag 2021 bietet die Österreichische Nationalbibliothek um 17 Uhr eine kostenlose Online-Führung durch das Literaturmuseum an: "Entdeckerinnen und Aufdeckerinnen. Ein Streifzug durch die Dauerausstellung".
Gleich danach um 18 Uhr heißt es "Frauen schreiben Zukunft". Bei diesem virtuellen Rundgang werden Autorinnen in der aktuellen Sonderausstellung "Utopien und Apokalypsen. Die Erfindung der Zukunft in der Literatur" vorgestellt.

Die Teilnahme an beiden Terminen ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt über die Website der Österreichischen Nationalbibliothek.

Virtuelle Führungen: 8. März 2021, 17 und 18 Uhr

Do, 04.03.2021

Schachwut

Die Barsbütteler Künstlerin und Pirckheimerin Elke Rehder, deren Arbeiten hier schon mehrfach vorgestellt wurden, wird auch die Graphik zum Jahrestreffen 2021 der Pirckheimer-Gesellschaft in Hamburg schaffen. Elke Rehder wurde 1953 in Hamburg geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie 1979-80 an der Heatherley School of Fine Art London, 1991 an der Bundesakademie Wolfenbüttel, u. a. bei Prof. U. Teske und 1992-93 FHS für Kunst und Gestaltung, Hamburg.

2007 erschien von ihr der nebenstehende ein Einblattdruck zur Schachnovelle mit dem Farbholzschnitt "Schachwut" mit einem in Bleibuchstaben gesetztem Zitat aus der Schachnovelle von Stefan Zweig.
Druck auf Lana Bütten. Format: 21 x 29,6 cm. 2007.
Auflage: 100 nummerierte und signierte Exemplare, Elke Rehder Presse

Weitere 360 signierte Exemplare dieses Farbholzschnitts wurden für die Edition Curt Visel, die seit 2002 vom Pirckheimer Jürgen Schweitzer herausgegeben wird, gedruckt.

Mi, 03.03.2021

Vladimír Suchánek für Ing. František Kyncl, 1976, Lithografie

Exlibris des Monats März

Das Exlibris des Monats März 2021 soll an eine bedeutende Persönlichkeit aus diesem Bereich erinnern, und zwar einen Künstler, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt. Er selbst hätte sich vielleicht eher Handwerker genannt, denn der hier gewürdigte 1796 in Boppard am Rhein geborene Sohn eines Gerbers entschied sich für den Tischlerberuf. [...]

1859 entstand der Stuhl Nr. 14: bis heute der Stuhl, an den jeder denkt, wenn er vom Thonet-Stuhl hört oder spricht. Das Patent der Thonet-Stühle beinhaltet [...] „Anfertigung von Sesseln und Tischfüssen aus gebogenem Holze, dessen Biegung durch Einwirkung von Wasserdämpfen oder siedenden Flüssigkeiten geschieht.“ [...] Der Stuhl Nr. 14 passte in ein schmales Paket, in dem 6 Holzteile, 10 Schrauben und 2 Muttern lagen. [...] Bis heute wird der lang haltbare Designklassiker in der damals erfundenen Form hergestellt und erfreut sich ungeschmälerter Wertschätzung. Die Frage, wer Michael Thonet ist, ist inzwischen längst beantwortet: Ein Handwerker, der ein Künstler war, ein Pionier des Möbeldesigns, [...] Suchánek anmailen könnte, um von ihm etwas über die Hintergründe des Exlibris‘ bzw. die spezielle Auftragsstellung des Eigners zu erfahren. Doch bevor es dazu gekommen ist, traf in der DEG die Mitteilung ein, dass der allseits geschätzte Künstler verstorben ist.

So nehme ich die Gelegenheit wahr, mich mit dem ausgewählten Exlibris auch bei Vladímir Suchánek für seinen großen Beitrag zur Entwicklung des Exlibris in der Gegenwart zu bedanken. – Meistens bevölkern schöne anmutige Damen Sucháneks lithografierte Exlibriswelt; wenn sie denn angezogen sind, dann zeigen sie sich gerne schön und geheimnisvoll im Stil und der Manier vergangener Zeiten, mit Bubikopf oder großen Hüten und mit Zigarettenspitzen und Sektflöten, auf alten bequemen Kanapees, elegant an Jugendstiltischchen gelehnt – und auch hinter dem Stuhl auf dem Exlibris für Ing. František Kyncl sähe man gerne eine von ihnen herbeischweben.

(Ulrike Ladnar)

Schönfärberei !!!

Eine Pressemitteilung von heute lautet: Jugendliche haben im Corona-Jahr 2020 mehr Zeit für das Lesen verwendet als im Vorjahr. ... "Kinder und Jugendliche fürs Lesen zu begeistern, ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft'" sagte die Expertin. 
Neben Eltern, Verwandten und Lehrern sollten sich noch mehr Vertreter und Institutionen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und Bildung an der Leseförderung beteiligen. Die Stiftung Lesen habe daher gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Nationalen Lesepakt ins Leben gerufen. Zum Auftakt findet heute als digitale Gesprächsrunde der "Nationale Lese-Summit'' statt.

Armin Schubert, Pirckheimer und "Vater" der Bücherkinder Brandenburg bezeichnet diese Meldung als "Schönfärberei !!!" und kann das begründen, denn "Die Stiftung zur Förderung des Ehrenamtes hat dieses Projekt abgelehnt. Und das Kulturminsiterium in Potsdam hat auf Anfragen zur Förderung nicht reagiert." Er schreibt dazu: "Es ist für mich als [...] erfahrener Praktiker in der kulturellen Bildung, als jemand, der sich bewusst auch mit der neusten Forschung auf dem Gebiet der Kognitionsforschung / dem Leseverhalten und der Veränderung im Rezeptions- und Sozialverhalten von uns Menschen des digitalen Zeitalters auseinandersetzt, unverständlich, wenn diese Arbeit von der Kulturpolitik so wenig wertgeschätzt und nur zufällig gefördert wird."

Di, 02.03.2021

Hartmut Andryczuk, Seniorenresidenz Hyperion mit Hölderlin, © beim Künstler

Seniorenresidenz Hyperion mit Hölderlin

"Höderlin sieht in einer Talk-Show Ingmar Hoerr, den Erfinder des mRNA-Impfstoffs Curevac. Auch der berühmte deutsche Dichter möchte mit dieser Anti-Virensoftware geimpft werden, aber das Gesundheitsamt Tübingen gibt ihm nur einen negativen Bescheid, da er ja als unsterblich gilt.

Seit der Renovierung des Turms bewohnt Hölderlin ein 200 qm Appartement mit Hantelbank, Crosstrainer, Sauna und Solarium in der Seniorenresidenz Hyperion. Jeden Mittwoch besucht ihn Tamara, die eigentlich Lena Brinckmann heisst und eine Germanistikstudentin aus Ludwigsburg ist. Ihren Master möchte sie mit einer Arbeit über den CIS-Trottel Goethe abschliessen. Sie bleibt nicht sehr lange bei Hölderlin, verdient sich durch diese kurze Sexarbeit etwas Geld hinzu und wird für ihre Dienste vom Land Baden-Württemberg bezahlt. 

Hölderlin fragt sich, was die mRNA seiner Gedichte ist und googelt nach Die Liebe. Es erscheint aber nur die Meldung ERROR 404.

Der bekannte Dichter lebt nun seit mehreren hundert Jahren im Lockdown und erinnert sich an die Turmzeit, Verrücktspielen vor Studenten, an den Psychiater Autenrieth und seine Kuren mit Kaltwasserbädern und Quecksilber. Auf dem Flur der Residenz trifft er eine ältere Dame mit Rollator, die ihn an Susette Gontard erinnert.

Der Oberbürgermeister von Tübingen informiert Hölderlin über seinen Plan, die Senioren demnächst mit Flugdrohnen zu den Impfzentren fliegen zu lassen. Er fürchtet, dass 70jährige 80jährige und 80jährige 90jährige anstecken und ihm die Corona-Inzidenz verhageln. Der verfügbare Impfstoff ist aber kein regionales Produkt.

Im Grunde ist Hölderlin aber jetzt ein sehr glücklicher Mensch, der in einem virtuellen Paradies lebt und sich nicht mehr fragen muss, ob er tot oder lebendig ist."

Zeichnungen und Text von Hartmut Andryczuk
Buch als Leporello mit beigelegtem Textheft
Hybriden-Verlag 2021
Bemalter Einband, Buch im Schuber
Auflage: 30 Exemplare
800 €

Literaturland Hessen

Hessen, Literatur und kreative Fotograf*innen - das ist der Fotowettbewerb des Literaturlandes Hessen. Hier steht die Literatur in Hessen im Fokus. Wir präsentieren Ihnen 12 Fotos in einem Kalender.

Der Fotokalender Literaturland Hessen 2021 ist ein Wandkalender mit Monatsblättern im DIN-A3-Format. Er zeigt die vier Siegerbilder aus dem letzten Wettbewerb und weitere acht schöne Fotos mit den dazugehörigen literarischen Zitaten. Der Kalender kann hier kostenfrei bestellt werden.

Aus den 30 besten von einer Jury ausgewählten Fotos können in einem Online-Voting 3 Bilder bis zum 7. April 2021 hier vorgeschlagen werden.
Am 8. April 2021 werden alle Gewinner des Fotowettbewerbs bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 29. Mai, um 17:30 Uhr,  im Großen Saal des Haus' am Dom, Domplatz 3, in Frankfurt am Main statt. Im Anschluss daran wird die von Gerd Kittel kuratierte Ausstellung mit ausgewählten Bildern aus dem Wettbewerb präsentiert.

Dieser Termin bildet den Auftakt für den hessenweiten "Tag für die Literatur und für die Musik", der in diesem Jahr am Sonntag, den 30. Mai, in vielen Städten und Gemeinden stattfindet.

Mo, 01.03.2021

Rote Wut und Schwarze Galle

Als "Bibliophiles des Monats März" wird hiermit der im Jahr der Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abend vor 30 Jahren der erste der Leipziger Drucke vorgestellt: "Eine Anthologie mit Texten zur Zeit von Ulrich von Hutten bis Volker Braun", ausgewählt von Dietmar Keller und mit 3 Holzstichen von Karl-Georg Hirsch ausgestattet. Er wurde von der Leipziger Gruppe der Pirckheimer-Gesellschaft unter Mitarbeit des Instituts für Buchgestaltung der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig herausgegeben.
In der Reihe "Leipziger Drucke" sind bislang 20 Titel, ab #2 jeweils in einer 150ger Auflage und 30 Künstler-Exemplaren erschienen.

"Die Absicht, mit der Herausgabe dieser Drucke an alte Tugenden der Bibliophilengesellschaften anzuknüpfen und gleichzeitig den guten Ruf der Leipziger Buchkunst zu stärken, entstand 1989 - gleichzeitig mit dem Wunsch nach Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends. In dieser Zeit der sich anbahnenden gesellschaftlichen Umbrüche wurden schon neue Denkansätze und Sichtweisen deutlich, welche die Gesellschaft aus der auch geistigen Erstarrung zu befreien suchten. Erst im Rückblick läßt sich ermessen, welch maßgebliche Bedeutung dabei der Rückbesinnung und Neubewertung gemeinsamer Geschichte und Kultur zukam.
Die hier vorliegende Textauswahl spiegelt diese Suche nach neuen Standpunkten, den Versuch, durch Befragung der Vergangenheit Halt auf (schon oder noch) unsicherem Grund zu finden. (Wie Sie sehen, ist auch die typographische Gestaltung »aus dem Gleichgewicht« geraten!) Insofern ist der wichtigste Vorzug dieser Anthologie ihre historische Authentizität; sie hält die geistige Befindlichkeit in der kurzen Etappe der »Erfahrung der Freiheit« (Volker Braun) fest.
Dieser Druck sollte ... bereits 1990 das Licht der Öffentlichkeit erblicken, aber die Vorfinanzierung durch unseren (nahezu mittellosen) Bibliophilenverein erwies sich als sehr schwierig, nachdem die Währungsunion unsere Bestände halbiert hatte.
"

(Herbert Kästner im Ersten Rundbrief an die Subskribenten der Leipziger Drucke, 22.12.1991)

lt. Impressum erschienen: Leipzig 1990 [tatsächlich jedoch 1991]
34 S., 6 Bl. in Blockbuchform 182 x 156 mm,
Pappe in Schuber
200 arab. num. und sign. Exemplare, sowie 60 röm. num. und sign. Künstlerexemplare
Die Nummern 1 - 10 mit einer beiliegenden Handzeichnung von Karl-Georg Hirsch
Gestaltung: Gert Wunderlich
Bleisatz: Offizin Andersen Nexö, Leipzig
Schrift: Dante-Antiqua
Druck des Textes und der Holzstiche, Schwarz auf rot und gelbem Papier, von den Originaldruckstöcken: Philipp Heinze in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Fertigung des Handeinbands: Ludwig Vater, Jena

So, 28.02.2021

Anzeigetafel des Kölner Kinos Odeon

Bigotte Sonntagsredner | Ein Wutausbruch

"Kultur, bemerkte Friedrich Dürrenmatt, sei die Petersilie auf dem Karpfen. Natürlich meinte der klügste Kopf der Schweiz das als ironische Sottise auf das Kulturverständnis seiner Zeitgenossen. Er wusste, dass Kultur etwas anderes ist als Garnitur auf Futter. Kultur ist die Erbmasse der Zivilgesellschaft, sie ist ihre DNA. Ohne sie kann die Barbarei frei wuchern. Dass Kultur derzeit Verschluss-Sache ist, scheint in der politischen Klasse niemanden zu beunruhigen. Aus den Hallen der Entscheider hören wir ebenso ignorante wie bornierte Phrasen, wenn es darum geht, sich als Freund und Wahrer der Kultur zu gerieren.
Kommen Herr Altmaier oder Herr Söder, pars pro toto, am Ausklang ihrer jeweiligen Corona-Suada noch auf den Appendix Kultur zu sprechen, stellt sich reflexartig der gönnerhafte Tonfall ein, mit dem man ein krankes Kind tröstet, ihm das Köpfchen streichelt und verspricht, dass alles wieder gut wird. Man habe die Kultur nicht vergessen, man stehe an ihrer Seite, wirklich, sie sei wichtig, bereichernd, aber ja, wir lassen euch nicht allein. Wie jetzt? Ihr lasst uns, die wir in, mit und für Kultur arbeiten, nicht allein? Das Problem ist, dass euch offensichtlich jegliche Kultur verlassen hat, sonst würdet ihr nicht ohne schamrot im Boden zu versinken das Recht auf Haarschnitt mit der Würde des Menschen begründen, während Museen, Kinos, Theater, Konzertsäle, Bibliotheken, Buchhandlungen, in denen des Menschen Würde gelebt, befragt, erneuert, wachgehalten wird, blockiert sind.

[...]
Weder über Kultur als Voraussetzung für ziviles Handeln noch über ihre Bedeutung für menschenwürdige Politik ist in den endlosen Krisenbulletins gesprochen worden. Stattdessen werden die Kulturtätigen mit dem Hülsenarsenal bigotter Sonntagsreden und gnädigen Gratifikationen ruhiggestellt.
Aber wir sind nicht ruhig. Es ist nicht unsere Bestimmung, zuzusehen, wie Politik die Lebensfunktion von Kultur nicht begreift oder fortgesetzt ignoriert. Man sehnt sich in die weiß Gott nicht schönen fünfziger Jahre, wo Politiker wie Theodor Heuss oder Carlo Schmid den Werl der Kultur nicht nur kannten, sondern sie auch selbst repräsentierten.

[...] Macht das Tor zur Kultur auf. In euren Köpfen! "

(Gert Heidenreich, Schriftsteller, in FAZ vom 27.02.2021, aus rechtlichen Gründen leider gekürzt)

Sa, 27.02.2021

Eberhard Hartwig: Faszination Druckkunst. Holzschnitt, 29,7 x 42 cm

Tag der Druckkunst

Zum Tag der Druckkunst, der aus Anlass der Aufnahme die traditionellen Drucktechniken in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission am 15. März 2018 sind auch in diesem Jahr wieder verschiedene Veranstaltungen geplant, der allgemeinen Situation geschuldet häufig nur als Schaufensterveranstaltung oder im Internet.

Das Haus der Stadtgeschichte Offenbach und das Klingspor Museum planen eine Veranstaltung, bestehend aus zwei Videoaufzeichnungen mit den renommierten Künstlern und Druckgrafikern Philipp Hennevogl und Eckhard Gehrmann.
Philipp Hennevogl wird dabei Linolschnitte an einer FAG Andruckpresse drucken. Eckhard Gehrmann, der auch Mitglied im Vorstand der Internationalen Senefelder Stiftung ist, druckt Lithographien auf einer historischen Kniehebelpresse der Leipziger Maschinenfabrik Karl Krause.
Beide Druckpressen befinden sich in der neu eingerichteten "Druckwerkstatt im Bernardbau", die ein Gemeinschaftsprojekt des Hauses der Stadtgeschichte Offenbach und des Klingspor Museums ist.
Beide Videos werden am Tag der Druckkunst veröffentlicht.

Weitere Veranstaltungen aus anderen Werkstätten werden hier angekündigt.

Tag der Druckkunst: 15. März 2021

Haus der Stadtgeschichte Offenbach
Klingspor Museum Offenbach

Fr, 26.02.2021

Die Mater ist eine Negativform im Hochdruck, die zum Guss in der Stereotypie verwendet wird. Foto © Simon Malz

Fast vergessenes Handwerk

Das Klingspor Museum hat auf seinem YouTube-Kanal fünf kleine Filme von Simon Malz gestellt, die die Schriftgießerei von Rainer Gerstenberg dokumentieren und damit einen kleinen Blick auf die untergegangene Welt der Schriftgießerei erlauben.

Diese Schriftgießerei in Darmstadt ist einer der letzten Orte, an dem Bleilettern wie vor 100 Jahren gegossen werden. In den Räumen des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren lebt (noch) ein uraltes Handwerk weiter und auch die letzten Matern (Gießformen) der Schriftgießerei Klingspor befinden sich vor Ort.

Do, 25.02.2021

Philipp Mager - Im Hotel, 2020, Linolschnitt, 50 × 70 cm, Foto ©  wolf-galentz.de

Philipp Mager – Gestalten des Himmels

Die Galerie des Pirckheimers Archi Galentz, die dieser gemeinsam mit Andreas Wolf betreibt, zeigt ab morgen in einer Einzelausstellung Malerei, Plexiglasbilder, Linolschnitte und Zeichnungen des Künstlers Philipp Mager.

Geboren wurde Philipp Mager in Köln. Nach dem Abitur absolvierte er ein zweijähriges Volontariat im Malsaal der Deutschen Oper Berlin. 1990–1997 studierte er Malerei und Grafik an der UdK Berlin und war dort Meisterschüler bei Klaus Fußmann. Er lebt und arbeitet heute in Berlin.

Mager beherrscht ungewöhnlich viele Techniken; Malerei in Öl und Acryl, Pastellkreide und Ölkreide, Hinterglasmalerei, Farbholzschnitt. Durch seine Produktivität hat er ein beachtliches Œuvre vorzuweisen. Intensiv beschäftigt er sich immer wieder phasenweise mit bestimmten künstlerischen Gattungen; seit vielen Jahren hat er im Hinblick auf Darstellungsweisen (oder künstlerische Richtungen) einen Schwerpunkt auf einer Mischung aus Neuer Sachlichkeit mit ungegenständlichen Elementen oder auch surrealistischen – die Mischung mündet in einer ganz eigenen Handschrift des Künstlers, die mit ihren kräftigen Farben und entschiedener Formgebung nicht selten auch an Comic erinnert. Dabei hält er eine feine Balance zwischen einer heiteren, auch spielerischen Leichtigkeit und einem manchmal düster satirischen Gestus.

Ausstellung: 26. Februar - 9. April 2021, pandemiebedingt momentan nur im Internet. Sobald es wieder möglich ist, die Ausstellung zu besuchen, wird das auf der Seite wolf-galentz.de angezeigt.

Galerie Wolf & Galentz
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Mi, 24.02.2021

Friedrich Rudolph | Fürstlicher Sachsen-Gothaischen Historien Beschreibung | Frankfurt/M. und Leipzig 1717

Höfische Gärten und Gewächse

Eine Ausstellung im Sommerpalais zeigt, begleitend zur BUGA 2021 – der Fürstlich Greizer Park ist einer der Außenstandorte der Bundesgartenschau –, aus dem Bestand der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz einige ausgesuchte Ansichten von Schlössern und Gärten, von Gartenarchitekturen und deren Details sowie Darstellungen höfischer Gewächse.
Erstmals seit fünf Jahren wird dabei das Monumentalgemälde einer Agave gezeigt, die 1742 durch die Pflege des Hofgärtners Tobias Gebhardt im Greizer Park erblühte.

7. März - 30. Mai 2021
Näheres zu den Möglichkeiten des Besuchs siehe hier.

Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung
Beletage des Sommerpalais Greiz

Di, 23.02.2021

Victoria Bean, Helvetia Poems, 2008

Born in the USA

Eine Hommage an die Codex Foundation, Berkeley 

Es sollte alles ganz anders kommen: 
Eine gemeinsame Ausstellung des Klingspor Museums mit dem Titel „Materialia Lumina" sollte es werden, von der Codex Foundation initiiert als Überblick über ihre 15jährige einzigartige Förderung des Künstlerbuchs. Ein gemeinsam erarbeiteter Katalog wird das Projekt festhalten. Aber die Ausstellung verzögert sich wegen der weltweiten Pandemie. Nichtsdestotrotz zeigt das Klingspor Museum zusammen mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ausgesuchte Werke, die das Genre des Künstlerbuchs vielgestaltig repräsentieren. Es kommen Künstlerinnen und Künstler zur Geltung, deren Bücher auf den CODEX-Buchmessen präsentiert wurden.

Ausstellung: 12. März - 23. Mai 2021

  • 12. März, 15 Uhr Künstlerbuch - und was geht das mich an? Anstelle einer Eröffnung interviewen Martina Weiß und Stefan Soltek Protagonistinnen. Angefragt: Susanne Padberg Galeristin in Wien, Riccarda Rau, Buchbinderin in Darmstadt, Monika Jäger, Buchkünstlerin und Doktorandin im Bereich Künstlerbuch.
  • 21. März, 18 Uhr Friedrich Hölderlin 250. Geburtstag, Erstvorführung des Films zur Künstlerbuch-Ausstellung
  • 7. Mai, 14 Uhr Diskussion über aktuelle Buchkunst mit: Dr. Elke Purpus, Kunst-und Museumsbibliothek Köln, Dr. Stephanie Jacobs, Deutsches Buch- und Schriftmuseum Leipzig, Prof. Dr. Peter Burschel, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Die Teilnahme ist abhängig von den zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Corona-Regeln. Die Veranstaltungen werden im Internet angeboten, näheres auf der Homepage.

So, 21.02.2021

Rotes Antiquariat und Galerie Meridian

Die Liste März 2021 des Pirckheimers Christian Bartsch enthält schwerpunktmäßig auf 66 Seiten Titel von Exil-Verlagen (181 Positionen), darüber hinaus 147 Bücher mit Originalgrafik, Fotobücher, Surrealismus und Design.
Die Titelabbildung zeigt die letzte Veröffentlichung von Walther Rode: Deutschland ist Caliban (Streitschriften und Pamphlete) aus dem Europa-Verlag Zürich 1934 mit der Titelillustration vom Gregor Rabinovitch, von dem auch 4 ganzseitige Illustrationen im Buch stammen.

Der Katalog kann über Rotes Antiquariat und Galerie C. Bartsch, Knesebeckstraße 13/14, 10623 Berlin-Charlottenburg, bezogen werden.

Sa, 20.02.2021

Screenshot mit einem Angebot zu Werner Klemke, leider bereits vergriffen

Vorzugsausgaben und Bücher mit Einzeichnungen

Um die Wartezeit auf die Wiedereröffnung der Galerie der Berliner Graphikpresse zu verkürzen, hat Sabine Ulber eine aktuelle Buchliste mit besonderen illustrierten Büchern, Vorzugsausgaben, interessanten und teils vergriffenen Katalogen und Monographien zusammengestellt.

Darunter unter anderem Bücher mit Einzeichnungen und eine Reihe von Katalogen des Dresdner Meisters Hermann Glöckner. 

Hier geht es zum Katalog.