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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

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Mi, 16.01.2019

Karl-Georg Hirsch "Aufforderung zum Tanz" / Egbert Herfurth "Sündenfall", vom Künstler handkoloriert

Jahresgabe des LBA 2018/19

Als Jahresgabe 2018/19 erhielten alle Mitglieder des Leipziger Bibliophilen-Abends ein grafisches Doppelblatt mit einem Holzstich von Karl-Georg Hirsch und von Egbert Herfurth.
Damit werden die beiden Künstler geehrt, die dem Verein seit vielen Jahren sehr eng verbunden sind. Karl-Georg Hirsch beging 2018 seinen 80. Geburtstag. Eghert Herfurth 2019 seinen 75. Geburtstag.
Das Blatt wurde 2018 von Bettina Haller gedruckt und erschien in einer Auflage von 250 nummerierten und signierten Exemplaren.

Mo, 14.01.2019

2. Vitrine: Künstlerpublikationen mit Bezug zu München

1-Stundenvisite in der Archiv Galerie

Eine Stunde das tun, was im Museum gewöhnlich nicht erlaubt ist: Vitrinen öffnen, Exponate in die Hand nehmen. Für die aktuelle Ausstellung in der Archiv Galerie „Archives in Residence: AAP Archiv Künstlerpublikationen“ brechen wir mit den gängigen Konventionen und laden Sie ein, in den ausgestellten Publikationen zu blättern und zu lesen.
Hubert Kretschmer, Gründer des Archivs Künstlerpublikationen, und Sabine Brantl, Kuratorin der Ausstellung, erzählen Ihnen Geschichten zu den Exponaten. 

Anmeldung auf der Webseite des Haus der Kunst - Teilnahmegebühr 5.- €

15. Januar 2019, 18 Uhr

Haus der Kunst, München

So, 13.01.2019

Kleine Galerien - ganz groß

In Bad Saarow wird in einer Ausstellung mit Einlaungen zu Kunstausstellungen aus dem Nachlass von Lothar Lang das von Elke Lang in der edition burgart herausgegebene Buch "Vom Briefkasten in den Papierkorb" mit einem Vortrag des Kunstwissenschftlers Jörg-Heiko Bruns vorgestellt. Es moderiert Till Sailer.

Vortrag: 24. Januar 2019, 19:30 Uhr

Gemeindebibliothek Bad Saarow
Ulmenstr. 15, 15526 Bad Saarow

Eine kleine Kostbarkeit aus China

Die Verlagsphilosophie des in Gossenberg in Oberfranken ansässigen OSTASIEN Verlags „besteht darin, Bücher herauszubringen, die wissenschaftlich fundiert und daher für Spezialisten von Wert, zugleich aber auch für einen allgemeineren Leserkreis von Interesse sind.“ Eine der zehn Reihen, mit denen die promovierten Sinologen und Verleger Martin Hanke und Dorothee Schaab-Hanke diesem Anspruch gerecht zu werden versuchen, ist die Reihe mit dem programmatischen Titel „Phoenixfeder“ (RPF). Man macht nicht viel falsch, wenn man sie eine bibliophile Reihe nennt, denn mit ihr widmen sich die Verleger trotz bescheidener Mittel auf hohem wissenschaftlichem und ästhetischem Niveau der Veröffentlichung von kulturhistorischen Schätzen aus über 3000 Jahren ostasiatischer Schriftgeschichte und der Gegenwart.

Das vorjüngste, 44. Kind der „RPF“ trägt den Namen Fünfzehn Schnüre Käsch. Eine Novelle aus der Ming-Zeit; nacherzählt von Wang Zhaoqi (geboren 1936), mit Illustrationen von He Youzhi (1922–2016), aus dem Chinesischen übertragen von Jessica Aicher unter Mitarbeit von Rupprecht Mayer. (Weitere Angaben kann die Verlagswebseite vermitteln.) Das Aparte an dieser Ausgabe ist ihre Erscheinungsform, denn die kommentierte, nur 9,2 x 12,5 cm große Übersetzung erschien „im Bundle mit dem [gleich großen] chinesischen Original“.

Das selten gewordene, von den Verlegern auf Umwegen in kleiner Stückzahl erworbene Heft war 1979 im Shanghaier Kunstverlag des Volkes erschienen. Die Verlagsangabe „mit Illustrationen“ ist allerdings etwas irreführend, weil es sich bei den 142 ganzseitigen Zeichnungen um eine Art Comic mit Untertiteln handelt. – Mehr sei hier, an dieser Stelle, über die 159 Jahre vor Schillers Kriminalbericht „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ für eine Anthologie mit dem beziehungsreichen Titel „Sentenzen zur Aufrüttlung der Welt“ niedergeschriebene Kriminalerzählung nicht vorweggenommen. Die beiden (inhaltlich) gewichtigen Bände kosten ja nur 14,80 Euro …

(Bernd-Ingo Friedrich)

Fr, 11.01.2019

55. Antiquariatsmesse 2016, © Ursula Saile-Haedicke

58. Stuttgarter Antiquariatsmesse

Antiquare aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz garantieren auf der 58. Stuttgarter Antiquariatsmesse Ende Januar ein hochkarätiges und vielfältiges Angebot. Es umfasst alte Handschriften und ausgefallene Bücher zu jedem erdenklichen Thema, Grafiken, Zeichnungen, Fotografien – kurz: Alles, was das Herz bibliophiler Sammler begehrt.

Die Sonderausstellung ist in diesem Jahr der »Auswanderung nach Brasilien im 19. Jahrhundert« gewidmet, in der 70 außergewöhnliche Bände aus den Beständen der Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH mit Beteiligung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart gezeigt werden. Kuratiert wird sie von Susanne Koppel, Antiquarin in Hamburg und seit über 40 Jahren wissenschaftliche Betreuerin der Brasilien-Bibliothek.

Antiquariatsmesse: 25. - 27. Januar 2019

Württembergischen Kunstverein
Stuttgart, Schloss­platz 2

Wer kann helfen?

Ich suche schon länger nach Sammlern, die Grafiken des Illustratoren-Ehepaars Elfriede und Eberhard Binder Staßfurt (er ist 1998 in Magdeburg verstorben) besitzen bzw. wissen, wo der künstlerische Nachlass abgeblieben ist.

Konkretes Interesse besteht an den Linolschnitten zu Fühmanns "Das hölzerne Pferd" (siehe nebenstehend) und "Nibelungenlied", weil Thema und Technik (Hochdruck) gut zu Projekten im "Sonnensegel"-Haus passen würden.

Wer kennt eine Spur?

Hinweise bitte an Sonnensegel e.V..

(Matthias Frohl, Galerie "Sonnensegel")

Do, 10.01.2019

Theodor Fontane: Der alte Wilhelm, 66. Druck der Edition Tiessen. 1991. Mit 5 Radierungen von Horst Hussel. Handsatz aus der 14p Original-Janson-Antiqua. Fadengehefteter Pappband (von Theophil Zwang) in Schuber. Auflage 135 Expl. (Foto © ASKU Sven Uftring)

Stadtbibliothek aufgeschlossen

Die Stadtbibliothek Hannover schließt einmal im Monat ihre Magazine und Tresore auf, um ein besonderes Buch aus der 575-jährigen Geschichte vorzustellen. Im Februar wird der Pirckheimer, Antiquar und Verleger Hermann Wiedenroth in "Stadtbibliothek aufgeschlossen 73" einen Vortag über den 66. Druck der Edition Tiessen halten: Theodor Fontane - Der alte Wilhelm, mit Illustrationen von Horst Hussel.

1962 gründete Wolfgang Tiessen (1930–2017) seine Versandbuchhandlung, die auf illustrierte Bücher, Pressendrucke und Buchkunst seit 1945 spezialisiert war. Sein Rundbrief für Freunde moderner Buchkunst und Graphik (1962–1987, 35 Ausgaben) verschaffte ihm bei Sammlern und Museumskuratoren einen guten Ruf. Die Tätigkeit als Herausgeber und Verleger begann 1968 mit den ersten beiden Bänden des Handbuchs Die Buchillustration in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1945, das bis 1989 auf 6 Bände anwuchs, ein Standardwerk des Antiquariatsbuchhandels.
Die ersten drei Drucke der Edition Tiessen erschienen 1977; stets vom Verleger von Hand aus der Janson-Antiqua gesetzt und gestaltet. Nach und nach entstanden 80 Pressendrucke und 27 Sonderdrucke mit Originalgraphik von 47 Künstlern aus 14 Ländern.
Mit der Herausgabe des Roten Buches, einer ausführlichen Dokumentation der Edition Tiessen, endete 1996 seine aktive Zeit als Verleger, Herausgeber und Gestalter schöner Bücher.
Horst Hussel (1934–2017), „einer der poetischsten Zeichner und Buchgraphiker überhaupt” (Kerstin Decker) hat zwischen 1977 und 1991 neben dem vorzustellenden Fontane-Band noch 2 weitere Drucke und zwei Sonderdrucke der Edition Tiessen illustriert.

4. Februar 2019

Stadtbibliothek Hannover
Hildesheimer Straße 12, 30169 Hannover

 

Henry Günther, Foto: Gisela Klostermann
Gisela Klostermann und Fred Lautsch (Mückenschweinverlag), Foto: Henning Klostermann
Martin Kliefert - Fischer am Strand vor Kap Arkona

Impressionen vom kunstMARKT in Stralsund

Als wir uns am letzten Adventssamstag auf den Weg zum 14. kunstMARKT am Katharinenberg begeben, freuen wir uns auch auf das Wiedersehen mit zwei dort agierenden Pirckheimern. Im Erdgeschoß der Spielkartenfabrik (Jugendkunst e.V.) begrüßen uns wunderbare Punschdüfte, auf die wir verzichten, um uns rasch an den Druckmaschinen und den vielen Besuchern vorbei zu Fred Lautsch durchzudrängeln. Der Initiator und jahrzehntelange Ideengeber des Hauses ist gerade dabei, eine Grafik von Martin Kliefert (1893 - 1994) vom Originaldruckstock zu drucken, den dessen Enkelin Sabine zur Verfügung gestellt hatte. Der Charme dieser alten Werkstattdruckerei begeistert nicht nur die Bibliophilen. Der in Adventslicht getauchte Raum wirkt anheimelnd und lädt zum Stöbern an den Tischen der vielen Künstler und Kunsthandwerker ein. Gutenberg würde sich freuen, daß auch zwei Tage vor Heiligabend hier noch mit historischen Druckmaschinen hantiert wird. In der 1. Etage stoßen wir später auf den gutbestückten Stand von Henry Günther aus Ribnitz-Damgarten (Edition Balance), der gerade lächelnd einem erfreuten Kunden einen großen Farbholzdruck einpackt. Während die Kinder in den Nebenräumen basteln und Plätzchen backen können, blättern die Eltern begeistert in den ansprechenden, originellen Büchern des hauseigenen Mückenschweinverlags und werden mit diesen so manchen Gabentisch bereichern. Zu den Künstlern, die alljährlich hier teilnehmen, gehören mit ihren wunderbaren Arbeiten (zählen) auch Volkmar Herre (edition herre) und Jorinde Gustavs (Textil & Buch). Von der großen Treppenstiege aus genießen wir den Blick auf das quirlige Treiben im Erdgeschoß und steigen zu Fred Lautsch hinab, der noch immer eifrig die Kurbel dreht und auch uns ein Blatt ausdruckt. Mit dem Kliefertschen Blick auf die Rügensche Kreideküste vor Kap Arkona grüßen wir alle Pirckheimer mit guten Wünschen für 2019!

(Gisela und Henning Klostermann, Stralsund)

Di, 08.01.2019

4. Braunschweiger Antiquariatsmarkt

Braunschweig mit seiner jahrhundertelangen Druck-, Buchhandels- und Verlagstradition bietet Literaturfreunden, Sammlern und Bibliophilen eine lebendige Antiquariatsszene mit großer Angebotsvielfalt in sieben Ladengeschäften und vier Versandantiquariaten.
Diese traten mit Jahresbeginn mit einer neuen Webseite an die Öffentlichkeit, gestaltet und betreut von Ursula Saile-Haedicke. Auf der Seite braunschweiger-antiquariate.de wird neben diesen  Geschäfte auch der alljährliche Braunschweiger Antiquariatsmark vorgestellt.

Auf dem diesjährigen Antiquariatsmarkt präsentieren neun Antiquariate aus Braunschweig und vier Gastaussteller aus Hannover, Hildesheim, Bargfeld und Wernigerode am 9. März eine Auswahl aus ihren vielfältigen Schätzen. Bücher aus mehreren Jahrhunderten, wertvoll durch Ausstattung, Seltenheit oder inhaltliche Bedeutung, werden hier den Sammlern, Bibliophilen, wissenschaftlich Interessierten und Literaturfreunden präsentiert. Dazu laden Antiquariate der Löwenstadt und ihre auswärtigen Kollegen mit ihrem vielfältigen Angebot, das alte und neuere Druckwerke aus vielen Gebieten, Karten und Graphik umfasst, alle Buchliebhaber herzlich ein. Auch der Pirckheimer Hermann Wiedenroth ist wieder mit einem Stand vertreten.
Im neu eingerichteten Vieweg-Salon gibt es Kaffee und Kuchen. Außerdem kann die interessante Sonderausstellung "Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern" besucht werden. Der Eintritt ist frei.

9. März 2019, 10 bis 17 Uhr

Braunschweigisches Landesmuseum im Vieweg-Haus
Burgplatz 1, 38100 Braunschweig

Mo, 07.01.2019

Botschaften der Vergänglichkeit

Diese Druckprodukte bilden schnell wachsende Stapel auf dem Schreibtisch. Irgendwann entschließt man sich dann doch, sie mit leichtem Bedauern in den Papierkorb zu entsorgen. Die Rede ist von Ausstellungseinladungen. Elke Lang hat 72 Stück aus einem offenbar enormen Konvolut aus dem Nachlass ihre Mannes Lothar Lang herausgefischt, klug sortiert und für einen hübschen Band zusammengestellt. Der erschien bei der edition burgart, die der langjährige Kustos des Thüringischen Landesmuseums Heidecksburg Jens Henkel herausgibt. Die Herausgeberin schrieb für das Buch einen einleitenden Essay, der ein Plädoyer für eine zunehmend von virtualisierter Langeweile verdrängte Kunstform darstellt. So ganz nebenbei entstand damit auch ein sehr persönlicher Blick in eine lebendige Kunstlandschaft beider Deutschlands, die beim Kundigen schmerzliche Erinnerungen hervorruft – und beim Nichtwissenden hoffentlich Erstaunen darüber, dass es im Osten eben doch mehr gab als nur „Staatskunst“ und im Westen auch anderes als nur eine sich in Permanenz selbst lobende „Moderne“.

Beim Blättern fällt die hohe Qualität der den Einladungskarten zugrunde liegenden grafischen Arbeiten von „A“ (Alfred Ahner) bis „Z“ (Baldwin Zettl) auf. Das verwundert nicht. In der DDR wurden die Techniken der Druckgrafik mit großer Leidenschaft gepflegt, sie waren auch für weniger Betuchte – und das waren wohl die meisten Sammler – erschwinglich und somit für die Künstler eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle. Elke Lang hat einige schöne Beispiele von Künstlern ausgewählt, die mit dem offiziellen Kunstbetrieb nichts oder wenig am Hut hatten, und sich auch mit solchen Drucken, zumeist in Kleinst-Auflagen, über Wasser hielten: Bodo Müller, Wolfgang Lehmann („Dottore“), Ute Hünniger („Viola Blum“) zum Beispiel – aber auch die Künstler der von den dortigen Kunstfunktionären heftig befehdeten Karl-Marx-Städter Produzentengalerie „Clara Mosch“.
Langs bedeutende Grafiksammlung existiert nicht mehr. Geblieben sind die Neue Galerie auf Schloss Burgk (nebst dem dortigen Pirckheimer-Kabinett), seine Bücher, seine Artikel für die Weltbühne und die Marginalien – und diese sehr vergänglichen Botschaften aus der Vergangenheit, die Lust auf mehr bereiten.

(Wolfgang Brauer in Das Blättchen, Nr. 1 1/2019)

Elke Lang (Herausgeberin): Vom Briefkasten in den Papierkorb. 72 Einladungen zu Kunstausstellungen zwischen 1964 und 1989 aus dem Nachlass von Lothar Lang, edition burgart, Rudolstadt 2018, 108 Seiten, Aufl. 250 Expl., 24,50 Euro.

Eine Besprechung ...

... der Marginalien im Feuilleton des Mironde Verlages (Inh.Birgit und Dr. Andreas Eichler und des Freundeskreis Gerd Hofmann:

Die Pirckheimer-Gesellschaft e.V. gibt die Zeitschrift »Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie« heraus. Eben erschien Heft 4/218 (Heft 231).
Im Vorab-Wort benennt Till Schröder Anzeichen für den wachsenden Bedeutungsverlust von Büchern, zieht sich aber auf eine Art von Selbsttröstung zurück: »Alte Medien werden von den neuen nie vollständig verdrängt … Die Marginalien suchen daher lieber in den Nischen von Gegenwart und Vergangenheit nach Best Practic, wie es die Managementkurse so gerne predigen.« (S. 3)
Es folgen 13 Artikel, ein Debattenbeitrag, drei Rezensionen und Nachrichten aus der Pirckheimer Gesellschaft.
Besonders beeindruckte uns der Beitrag des promovierten Historikers Christoph Links über das Schicksal von Kinderbuchverlagen in der DDR (S. 27ff). In vorbildlich nüchterner Weise schildert Links die oft dramatischen Geschichten ausgewählter Verlage. Der Jurist und Buchhändler Paul Zahl erhielt am 12. Dezember 1946 die Lizenz der Besatzungsmacht zur Gründung des Peter-Paul-Verlages in der Feldberger Bahnhofstraße 1a. Die Bücher des Verlages waren in der geistigen Nachkriegssituation begehrt. Dem Amt für Literatur und Verlagswesen, schwebte dem Anschein nach aber eine Verstaatlichung der Verlage vor. Man verweigerte dem Peter-Paul-Verlag 1951 die Neulizenzierung. Paul Zahl fühlte sich bedroht und verließ mit seiner Familie 1953 die DDR. Doch er konnte in der Bundesrepublik nie wieder Fuß fassen. In der DDR ging der zurückgelassene Verlag 1955 in die Liquidation.
Der Verlagsbuchhändler und das KPD-Mitglied Alfred Holz erhielt am 28. August 1946, dem Geburtstag Goethes, innerhalb einer Verlagsgemeinschaft eine Lizenz der SMAD. Die Geschäftstätigkeit des Verlages wurde immer wieder durch fehlende Papierzuteilungen behindert. So konnten keine effizienten Auflagengrößen erreicht werden. Daraus ergaben sich finanzielle Engpässe, die durch zusätzliche Kreditaufnahmen und Rechnungsstundungen der Druckerei abgfangen werden mussten. Die Hauptverwaltung Verlagswesen bot Alfred Holz eine staatliche Beteiligung an, doch dieser wollte seinen Verlag vollständig in Staatseigentum überführen. Nach einer schweren Erkrankung stimmte Holz 1961 der Überführung seines Verlages als Imprint in den SED-eigenen Kinderbuchverlag zu.
Der Verlag Ernst Wunderlich wurde 1876 in Leipzig gegründet. Der Enkel des Verlagsgründers Hans Wunderlich, erhielt 1947 eine Verlagslizenz in Leipzig. 1948 ging Hans Wunderlich aber nach Worms und gründerte dort eine Verlagsbuchhandlung. 1955 erfolgte die Trennung der beiden Firmenteile. 1957 wurde der Leipziger Wunderlich-Verlag in Prisma-Verlag umbenannt. Der Kinder- und Jugendbuchbereich wurde aufgegeben. Kulturgeschichte prägte das Verlagsprofil. 1984 verkauften die Inhaber den Verlag an den LDPD-Buchverlag »Der Morgen«. Dort wurde der Prisma-Verlag bis 1991 als Imprint weitergeführt.
1933 gründeten Karlfriedrich Knabe und seine Ehefrau Helene Knabe die Weimarer Druck- und Verlagsanstalt mit Druckerei, Buchbinderei, Buchhandlung und Antiquariat. Im Jahre 1947 erhielten der Verlag eine Lizenz der Besatzungsmacht. 1948 wandelten Karlfriedrich Knabe und sein Sohn Gerhard das Unternehmen in eine OHG um und änderte den Namen in »Gebr. Knabe Verlag«. Von da an wurden vor allem Kinderbücher verlegt. Bei der Neulizenzierung wurde die Lizenz ausschließlich auf Gerhard Knabe vergeben, jedoch einer Erweiterung des Verlagsspektrums (Jugendliteratur, Romane, Erzählungen, historische Biographien) zugestimmt. 1972 wurde die Druckerei verstaatlicht. 1983 lief die Verlags-Lizenz aus. Der Verlag wurde 1984 abgewickelt. Mit dem 1. Januar 1985 ging das Verlagsvermögen an den Postreiter-Verlag in Halle über. In der Folge der Wiedervereinigung ging 2002 der Postreiter-Verlag in den Besitz des Beltz-Verlage in Weinheim über. Im Jahre 2006 gründete der Urenkel des Verlagsgründers Steffen Knabe den Verlag unter dem Namen »Gebr. Knabe« in Weimar neu.
1903 gründete Rudolf Arnold seinen Verlag in Leipzig. 1948 erhielt sein Erbe Viktor Emanuel Johannes Arnold eine Lizenz der SMAD als Jugendbuchverlag. Mit der Neulizenzierzung 1951 musste sich der Verlag auf Kindernbücher spezialisieren. Zunächst erschienen vier bis fünf Titel im Jahr, Anfang der 1960er Jahre10–15 und in den 1970er Jahren 20–25 Titel. Nach dem altersbedingten Ausscheiden des Lizenzinhabers wurde der Verlag ab 1. Januar 1989 als eine Art Imprint dem SED-eigenen Urania Verlag Leipzig angegliedert. Beim Verkauf der Urania-Gruppe durch die Treuhand-Anstalt hatte die Dornier-Gruppe kein Interess am Arnold Verlag. Dieser stellte Ende 1990 seine Produktion ein. 1994 wurde er aus dem Handelsregister gelöscht. Das Archiv des Arnold Verlages gelangte mit dem Urania-Bestand zur Dornier-Gruppe.
Vielleicht erscheint dem einen oder anderen Leser diese Beschreibung der Verlagsschicksale zu aufwändig? Aber Christoph Links macht sich die Mühe, um auf die Besonderheit jedes einzelnen Verlagsschicksales aufmerksam zu machen. Jeder Verlag hatte eine etwas andere Geschichte. Gerade um die Besonderheiten geht es in der historischen Forschung, nicht um Durchschnittsvergleiche.

Ein Porträt der Buchillustratorin Gertrud Zucker aus der Feder von Elke Lang (S. 38ff) liest sich sehr interessant. Die junge Frau nahm 1954 ein Studium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee auf. Besonders beeindruckt war sie von Professor Werner Klemke, der ihr eine völlig neue Sehweise vermittelte: »Wir sollten nicht nur die bildliche Darstellung im Auge haben, sondern mit der Grafik die Typografie und die Seitengestaltung mitdenken.« Ausführlich wird in Abbildungen und Erläuterungen das Lebenswerk von Getrud Zucker vorgestellt.

Klaus Walther, ein promovierter Germanist, Autor, Journalist, Lektor, Herausgeber, Verleger und Buchhändler, plaudert im hinteren Teil des Heftes (S. 103ff) über seine 62jährige Suche nach einem Holzschnitt des Straßburger Münsters. Eigentlich gab es vier Auflagen zu je 1000 Exemplaren, die im Leipziger Insel-Verlag erschienen. Doch der Schnitt war sehr begehrt und selten zu erstehen. 1933 hatte Rudolf Koch die Zeichnung gefertigt, Fritz Kredel und Lisa Hampe schnitten diese in Holz. Die vierte Auflage des Holzschnittes erschien 1954 in Leipzig.
Der Student Klaus Walther sah ein letztes Exemplar im Leipziger Antiquariat Engewald, schreckte aber zunächst vor dem Preis zurück. Als er sich besonnen hatte, war es bereits zu spät. Der Schriftsteller und Lektor Eberhard Panitz hatte es erworben und wollte es nicht abgeben. (Dem Anschein nach war der Schnitt für Panitz so wichtig, dass er ihn sogar in der, nach seinem Buch verfilmten Geschichte »Die sieben Affären der Dona Juanita« in einer Rolle »mitspielten« ließ.)
Wir wissen, dass es Klaus Walther versteht Geschichten zu erzählen. Diese Geschichte hat etwas Sinnbildliches: der Autor nimmt uns mit auf sein nahezu lebenslanges Suchen.

(Johannes Eichenthal)

Fr, 04.01.2019

Wandelhalle 2018-2

Das 2. Heft der Wandelhalle für Bücherfreunde der Gesellschaft der Bibliophillen 2018 wird morgen ausgeliefert. Neben einem umfangreichen Bericht über das Jahrestreffen dieser Gesellschaft 2018 in Freiburg enthät das Heftchen auch einen Bericht über das Treffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Frankfurt/O von Ralf Wege und die Jahrbücher der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, sowie einen interessanten Exkurs in die Welt der Exlibris "Zeichen, die die Welt verändern" von Daniel Theveßen, Mönchengladbach.

Die Wandelhalle ist ab sofort auch für Nichtmitglieder erhältlich. Das kleine Jahresabo (Frühjahrs- und Herbstausgabe) kostet inkl. Versand insgesamt 10 € (Schutzgebühr). Bestellbar hier:

Gesellschaft der Bibliophilen e.V.
Geschäftsstelle
Rindermarkt 17
80331 München
Telefon: 089 / 54 50 42 10
E-Mail

Do, 03.01.2019

pf 2019

Frohes Neues Jahr. 2019 ist das Jahr des Erdschweines.
Toleranz, Lebensmut, Ehrlichkeit, Mut und Optimismus stehen für dieses Tierkreiszeichen.
Beste Voraussetzungen für das kommende Jahr.
Wir wünschen von Herzen
ein erfolgreiches und gutes Neues Jahr

(Brigitte Iseli-Neustäbler & Hans-Peter Iseli)

PF MMXIX

Schon so weit
zur nächsten Heißzeit
bereit?!

Ein angenehmes 2019
wünscht
Roland Berger

Mo, 31.12.2018

pf 2019

kommen Meisen, Eulen, Spechte :
            gewähre ihnen Landerechte,
       denn hast Du Vögel zur Genüge,
              gibts muntere Gedankenflüge

            Gute Wünsche
              für 2019 sendet
                 Matthias Gubig