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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Mo, 16.07.2018

Sylke Wunderlich (l.) und Florentine Nadolni mit dem Besucher Peter Seibelt aus Neubrandenburg im Raum mit Plakaten aus der DDR und Polen in den 50er bis 80er Jahre. Foto © Elke Lang

La beauté est dans la rue

Auf der Burg Beeskow findet zur Zeit die Ausstellung von Plakaten aus Frankreich, Polen und der DDR, „La beauté est dans la rue – Die Schönheit ist auf der Straße“, statt.
Die Kuratoren Sylke Wunderlich von der Stiftung Plakat OST und Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Eisenhüttenstadt, bieten nach Anmeldung Führungen durch die Ausstellung an.
Am 26. August, 17 Uhr findet im Rahmen der Präsentation die Buchvorstellung & Lesung „Zeitenwende / Wendezeiten" statt. Der Autor Rudolf Grüttner wird dabei ein Gespräch mit dem Grafiker Hans-Eberhard Ernst führen. Am 30. August veranstaltet nach Anmeldung das Musium einen Offenen Plakatworkshop. Die Finissage mit Künstlergespräch wird am 7. Oktober, 16 Uhr sein.
(Elke Lang)

Ausstellung: noch bis 7. Oktober 2018
Galerie der Burg Beeskow
Frankfurter Str. 23, 15848 Beeskow.

Mi, 04.07.2018

Abb. Plakat: Albertine, Struwwelpeter Recoiffé, freie Arbeit, 2017

Struwwelpeter Recoiffé

Französische IllustratorInnen frisieren den Struwwelpeter neu

Frankreich war das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2017. Aus diesem Anlass baten das Struwwelpeter-Museum, Frankfurt und das Institut franco-allemand IFRA/Institut français, Frankfurt einige der besten frankophonen IllustratorInnen um eine Version der klassischen Struwwelpeter-Geschichten. Dem deutschen »Struwwelpeter«, der in Frankreich als »Pierre l´Ébouriffé« oder »Crasse-Tignasse« bekannt ist, widmeten sich bedeutende KünstlerInnen wie Albertine (CH), Blexbolex (F), Anouck Boisrobert und Louis Rigaud (F), Marc Boutavant (F), Anne Brouillard (B) Kitty Crowther (B), Claude K. Dubois (B), Marianne Dubuc (Kanada), Chen Jiang Hong (F), Emmanuelle Houdart (CH), Edouard Manceau (F), Anaïs Vaugelade (F) und Christian Voltz (F). Sie erschufen Kunstwerke als Bilder mit und ohne Text, als 3D-Illustrationen oder als Skulpturen. Insgesamt ermöglicht die Ausstellung einen aktuellen Einblick in die frankophone Illustrationsszene. Dabei wird zugleich ein historischer Rückblick sowohl auf die Geschichte des deutschen Struwwelpeters als auch auf die 1860 beginnende französische Editionsgeschichte von Heinrich Hoffmanns Bilderbuch gewährt.

Ausstellung: 8. Juli - 16. September 2018

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Do, 28.06.2018

Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Wolfgang Grätz

Graphic Novels

In der Reihe "Buch des Monats" beschäftigt sich in Offenbach Anna-Fee Neugebauer mit dem Thema "Graphic Novels – nur Bilderbücher für Erwachsene?"

Das Genre der „Graphic Novels“ boomt, nicht nur in Deutschland. Doch was sind Graphic Novels eigentlich? Wo haben sie ihren Ursprung? Gibt es Unterschiede zur Gattung Comics? Was sind ihre erzählerischen Möglichkeiten? Und nicht zuletzt: Wie spielen sie mit unserer Wahrnehmung? Anhand ausgewählter Werke aus der Sammlung des Klingspor Museums (z.B. von Helena Bochořáková-Dittrichová, Frans Masereel, Otto Nückel, Lynd Ward) und aus Privatbesitz, versucht Anna-Fee Neugebauer vom Amt für Kultur- und Sportmanagement eine Annäherung an diese noch recht junge Kunstform und ihre wachsende Bandbreite.

6. Juli 2018, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mi, 27.06.2018

Arno Mohr

In der Galerie der Berliner Graphikpresse läuft noch bis zum 20. Juli 2018 die Ausstellung "Arno Mohr - Das druckgrafische Werk".
Zur Finissage der Ausstellung wird der Pirckheimer Andreas Wessel mit dem langjährigen Drucker von Arno Mohr, Dieter Béla, das Werkverzeichnis vorstellen und eine Vorzugsausgabe dieses Werkverzeichnisses zur Subskription anbieten.
 


Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Reservierung per Telefon oder Mail gebeten.

Ausstellung: 13. Juni - 20. Juli 2018
Finissage:  20. Juli 2108, 18 Uhr

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin

So, 24.06.2018

Günter Böhme, Foto © Abel Doering

Günter Böhme in der Eremitage

Gestern eröffnete der Pirckheimer Roland Berger, der ebenfalls schon dort ausstellte, in der Eremitage Gransee eine Ausstellung mit vorwiegend Holzschnitten, aber auch Radierungen, von Günter Böhme. Beide Künstler können auf einen ähnlichen Werdegang zurückblicken, beide unterrichteten als Kunsterzieher sowohl Kinder und Jugendliche, als auch in der Lehrerbildung und selbst in der Themenwahl und Bildfindung lassen sich teilweise Gemeinsamkeiten entdecken. Roland Berger würdigte, fast schon als Laudatio auf Günter Böhme, in seinen einführenden Worten das druckgrafische Werk des Künstlers, ging aber auch kritisch und authentisch auf die Situation sowohl der bundesdeutschen Kunstszene und auch auf Mißständen in der heutigen Kunstvermittlung ein. Und Günter Böhme ergänzte, welch bedeutender Beitrag Marc Berger mit seiner Werkstatt und der Eremitage für Kunst und Kultur darstellt.

Die symbolbeladenen, meist zweifarbigen Holzschnitte der Ausstellung von Günter Böhme führen des Werk expressionistischer Holzschneider genauso fort, wie das der DDR in den späten siebziger und achtziger Jahren: die Motive greifen Themen der antiken Mythologie und des durch die Aufklärung geprägten modernen Menschenbildes genauso auf wie heutige Harlekinaden. Es sind kritische Auseinandersetzungen mit dem Menschen in Kultur und Gesellschaft und so erklärt sich auch der Titel der Ausstellung: "DRUCK MACHEN".

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Hier werden einige Fotos (© Abel Doering) von der Vernissage gezeigt.

Ausstellung: 23. Juni - 19. August 2018

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Mo, 18.06.2018

Abb. © Christine Rösch

Buchfreunde im Taunus

Unser Mitglied Christine Rösch, die in den letzten Jahrzehnten in verschiedenen Verlagen und in einer eigenen Druckerei arbeitete, sucht Freunde mit Interesse an allen Themen rund um‘s Buch und das Lesen: Neues, Geschichtliches und Geschichten über Gestaltung und Herstellung von Büchern, über Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken. Da der Weg zu anderen Regionalgruppen, die derartige Gesprächsrunden in der BRD organisieren, für diese Pirckheimerin zu weit ist, würde sie gern solche bibliophile Abende auch in Glashütten, Kelkheim, Königstein, Niedernhausen oder Wiesbaden ins Leben rufen. Dabei soll die Liebe zu Büchern und Texten, der ganz persönliche Blick im Vordergrund stehen, wie z. B. „mein Lieblingsbuch“ oder „Lieblingsleseplatz“ und Bücher, die nicht nur gelesen, sondern auch betrachtet werden wollen.

Interessenten melden sich bitte: 0151/52146557 oder chr.roesch.

Fr, 15.06.2018

Reclams Universal-Bibliothek im Wandel der Zeiten

Am 10. November 1867 erschien mit Goethes „Faust. Eine Tragödie. Erster Theil“ im Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig das erste Heft von „Reclams Universal-Bibliothek“, der ältesten noch existierenden deutschsprachigen Taschenbuchreihe. Sie wurde im vorigen Jahr 150 Jahre alt. Die Ausstellung gibt einen kleinen Überblick über die Vorgeschichte und die Geschichte dieser weltberühmten Buchreihe von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Sie dokumentiert den Wandel im äußeren Erscheinungsbild der Reihe und gibt Einblick in deren thematische Vielfalt. Auch weniger bekannte Varianten der Universal-Bibliothek und ihre Nebenreihen werden in den Blick genommen, dazu Kataloge, Werbemittel, gebundene Ausgaben und einige Besonderheiten, wie zum Beispiel Reclams tragbare Feldbücherei, sogenannte Tarnschriften (Antikriegsschriften, illegal getarnt im Reclam-Umschlag) oder die berühmten Automaten-Bücher und eine Wochenend-Bücherei in tropensicherer Blechkassette. Die Ausstellung beschreibt auch die rechtlichen Voraussetzungen zur Gründung der Universal-Bibliothek.

Kurator der Ausstellung ist der Reclam-Sammler und Vorsitzende des Reclam-Vereins „Literarisches Museum e.V.“, PD Dr. phil. habil. Hans-Jochen Marquardt (Halle / Saale). Weitere Informationen: Dr. Susanne Rothe.

Eröffnung: 25.Juni 2018, 18 Uhr
Ausstellung: 25. Juni - 24. August 2018

Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Foyer
Garystr. 39, 14195 Berlin-Dahlem

Do, 14.06.2018

Andreas Wessel, Sabine Ulber, Ilse Klein, Foto © Abel Doering
Foto © Marlene Aulich
Andreas Wessel (lks) im Gespräch mit Abel Doering, Foto © Marlene Aulich

Das druckgrafische Werk von Arno Mohr

Der Pirckheimer Andreas Wessel sprach gestern Abend in der Galerie der Berliner Graphikpresse zur Eröffnung einer Präsentation des druckgrafischen Werks von Arno Mohr über das Schaffen und den Werdegang dieses Künstlers, über den er in Kürze ein Werkverzeichnis veröffentlichen wird, einen Maler, Grafiker und "Meister" der Druckkunst, der wie wenige maßgeblich für die Bildende Kunst der DDR war. Ein Vortrag, der erhellendes zeigte über die Anfänge der Berliner Kunsthochschule Weissensee, die Formalismusdebatte, über Tragik und Erfolg von Mohr, René Graetz und auch das letztliche Scheitern anderer, wie Horst Strempel.
Diese Ausstellung in der Galerie von Sabine Ulber ergänzt hervorragend die zur Zeit die in der jw-Ladengalerie laufende und bis zum 23. Juni verängerte Ausstellung zu frühen druckgrafischen Werken von Arno Mohr, siehe hier, in welcher bislang nie gezeigte Arbeiten des Künstlers zu sehen sind.
Zur Finissage der Ausstellung wird Andreas Wessel mit dem langjährigen Drucker von Arno Mohr, Dieter Béla, das Werkverzeichnis vorstellen und eine Vorzugsausgabe dieses Werkverzeichnisses zur Subskription anbieten.
Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Reservierung per Telefon oder Mail gebeten.

Ausstellung: 13. Juni - 20. Juli 2018
Finissage:  20. Juli 2108, 18 Uhr

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin

Mi, 13.06.2018

Foto © Till Schroeder

Stadtspaziergang durch Friedenau

Berliner Pirckheimer besuchten vergangenen Sonnabend die Wohnorte zahlreicher Künstler und Literaten in Friedenau, so von Karl Schmidt-Rottluff und Max Hermann-Neiße, Max Frisch (ja, auch er lebte eine Zeitlang in Berlin), Günter Grass, Uwe Johnson und Günter Weisenborn.

Dieser grüne Stadtteil ist bis heute ein Refugium für geistig und künstlerisch tätige Menschen. Der Rundgang führte an der Kunstglaserei von Hans-Jürgen Arnsmann vorbei, der seit 40 Jahren in der Albestraße seine Werkstatt hat und die Kunstwerke von einigen Künstlern gerahmt oder auch verglaste. Den Abschluss bildete die Buchhandlung Zauberberg (ehemals Bücherei Wolff) in der Bundesallee und erinnerten an seinen Gründer Andreas Wolff, der hier vor und nach dem Krieg  eine Leihbücherei betrieben hatte. Selbst ein geheimnisvoller Keller, versteckt unterm Ladentisch, wo hinter verstaubten und abgelegten Büchern während der Nazizeit verbotene Literatur lagerte und ausgewähltem Publik zugänglich war, konnte besichtigt werden.

Im Anschluss an den Spaziergang ließen einige Teilnehmer die vielen Eindrücke in einem schwäbischen Gartenlokal am Renee-Sintenis-Platz sacken.

(Rüdiger Schütz)

Di, 12.06.2018

Druck machen

Die nächste Ausstellung in der Eremitage Gransee des Druckers und Verlegers Marc Berger zeigt Arbeiten von Günter Böhme

Ein Schwerpunkt im vielseitigen Schaffen des Kunsterziehers und Künstlers Günter Böhme sind dessen Grafiken, vor allem die Holzschnitte.
In ihnen überrascht eine erfrischend eigenwillige Bildhaftigkeit zwischen realistischen Rätseln und symbolischen Träumen mit einer bemerkenswerten Gegenwärtigkeit und Lust am Fabulieren. Weitere Informationen finden Sie unter: artboehme.de

Vernissage: 23. Juni 2018, 16 Uhr. Der Künstler ist anwesend.
Einführende Worte: Prof. Roland R. Berger
Ausstellung: 23. Juni - 19. August 2018

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Mi, 06.06.2018

Thomas Ranft, Morgen (140 Exemplare), Radierung, zweifarbig gedruckt von eigener Hand in Amtsberg bei Chemnitz

Marginalien # 229

Das 229. Heft der Marginalien wurde heute ausgeliefert.

Als typografische Beilage finden sich darin, in Form gebracht und kommentiert von Matthias Gubig, die 1933 erstmals (unvollständig) veröffentlichten Fingerzeige über den Umgang mit Autoren von Ernst Rowohlt.

Die graphische Beilage, eine zweifarbige Radierung von Thomas Ranft, erscheint diesmal in 4 Motiven. Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten mit den Marginalien eines der Blätter Roter Drache I, Roter Drache II, Morgen (Abb.) oder Berg.

Inhaltlich wird im aktuellen Heft wieder ein breites Spektrum von Themen behandelt. So beleuchtet unter anderem Matthias Biskupek das Wirken von Jens Henkel und die burgart-presse, Christoph Links beginnt eine historischen Überblick über Verlage in der DDR, Gunnar Decker würdigt den 80. Geburtstag von Nuria Quevedo und Jörg Sundermeier spricht über die Kurt Wolff Stiftung und ihre Arbeit. Das gesamte Inhaltsverzeichnis, sowie Leseproben können in Kürze im Archiv eingesehen werden.

In Heft wird die Tagesordnung der Mitgliederversammlung der Pirckheimer-Gesellschaft veröffentlicht, die im Rahmen des Jahrestreffens am 31. August 2018 um 19 Uhr in Frankfurt/O stattfinden wird.

Di, 05.06.2018

Moderation: Birgit Pomorin, rechts: Harald Kretzschmar

Bunte Bilder für ein Buch in Schwarz Weiss

Harald Kretzschmar stellte heute seinen im Quintus-Verlag erschienenen Titel „Stets erlebe ich das Falsche“ vor (siehe untenstehenden Hinweis), ohne jedoch eine Zeile daraus zu lesen und indem er nur zwei Blicke in das Buch gönnte. Darin eintauchen könne man ja auch zu Hause.

Das Falsche oder das Richtige, wahr oder unwahr, schwarz oder weiß - alles nur Wortpaare, mit denen die Wirklichkeit nur verkürzt beschrieben wird. Vermutlich stimmt wenigstens einigermaßen nur das Wortpaar ´links oder rechts`, denn die Gesellschaft lässt sich nicht in Gegensätzen beschreiben.
Harald Kretzschmar, der vorige Woche seinen 87. Geburtstag feierte, schilderte mit einer Bildpräsentation, was und wer seinen Werdegang (nach anfänglich gemeinsam mit Gerhard Richter verpatzten Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule) formte und begleitete, als Portraitzeichner und Karikaturist, als Vorsitzender der Sektion Karikatur im VBK der DDR, als Buchgestalter und Künstler. Vieles davon kommt natürlich auch in dem heute (nicht) vorgestellten Buch vor! Und Harald Kretzschmar räumte mit Klischees auf, die seit einem viertel Jahrhundert die Darstellung der DDR-Kunstszene in Feuilleton und Kunstkritik bestimmen und belegte das Gegenteil mit amüsanten Anekdoten, verwies deutlich auf die zur Oberflächlichkeit neigende heutige Karikatur und beklagte die zunehmenden Mankos in der modernen Buchproduktion, vor allem in Hinblick auf Buchgestaltung, Illustration und Satire.

Rückblickend eine Masse an Informationen, für die die zwei Stunden "Lesung" eigentlich nicht ausreichten.
Anlässlich der Lesung in der "Helle(n) Panke" konnte nicht nur das beworbene Buch, welches Pirckheimer als Jahresgabe erhalten, käuflich erworben werden, durch das angeschlossene Antiquariat wurden auch einige Titel aus dem Schaffen von Harald Kretzschmar oder mit seiner Beteiligung entstandene angeboten - in der nebenstehenden Abbildung allerdings kaum noch vorhanden.
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Fr, 01.06.2018

Bildvortrag von Harald Kretzschmar

Die Helle Panke - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin präsentiert eine Lesung mit Harald Kretzschmar, dessen aktueller Titel Stets erlebe ich das Falsche. Der alternative Künstlerreport im Quintus-Verlag erschien. 

Ein zeitlebens kritischer Zeichner nimmt hier Abstand zum Erlebten, indem er noch einmal mitten hinein taucht. Harald Kretzschmar schreibt und zeichnet heute auf, was er in der Begegnung mit namhaften, ihm nahen Künstlern erlebte.
Früh von Josef Hegenbarth, Albert Schaefer-Ast, Otto Griebel und Elisabeth Voigt beeinflusst, wuchs er an der Seite von Leo Haas und Carl Sturtzkopf, Henry Büttner und Heinz Behling, Karl Schrader und Manfred Bofinger in das publizistische Milieu der Zeitschrift Eulenspiegel hinein und prägte es mit. Als satirischer Zeitzeichner und ironischer Gesichterdarsteller orientierte er sich an Leitfiguren wie Olaf Gulbransson, George Grosz, Erich Ohser, Karl Holtz, Herbert Sandberg und Werner Klemke. Auf internationalem Terrain war er Boris Jefimow und Eryk Lipinski, Adolf Born und Herluf Bidstrup verbunden. Ost-West-Annäherungen gab es zu Loriot und Chlodwig Poth, Robert Gernhardt und F. W. Bernstein.

Wie die nebenstehenden Bilder vermuten lassen, wird den Teilnehmer mehr als nur eine Lesung erwarten - Harald Kretzschmar hat nicht umsonst einen "BildVortrag" angekündigt. Wir dürfen gespannt sein.

Bildvortrag: 5. Juni 2018, 19 - 22 Uhr

Helle Panke e.V., Kopenhagener Straße 9, 10437 Berlin

Do, 31.05.2018

Staying Alive

Bilderzählungen von Merav Salomon

Merav Salomon wurde 1967 in Tel Aviv geboren und wuchs in den 70er Jahren in Jerusalem auf. Ihr Grafikdesign-Studium absolvierte sie an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem. Hier leitet sie derzeit die Abteilung Illustration. Ihre Arbeiten erhielten zahlreiche Auszeichnungen wie den Sharet Foundation Prize sowie den Distinguished Award der Israeli Council for Art and Culture. Merav Salomons Illustrationen erschienen unter anderem in der New York Times und dem New York Magazine.
Die frühkindlichen Erfahrungen der lllustratorin prägten die Großeltern, die noch zur Zeit der Weimarer Republik nach Palästina auswanderten.
Obwohl Merav Salomon die deutsche Sprache nicht verstand, vertiefte sie sich dennoch in die Bilder von »Struwwelpeter« oder »Max und Moritz«. Bild-Geschichten blieben seither ihre große Liebe und ließen sie zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der israelischen lllustrationsszene werden. Der Stilmix aus klassischer Illustration, Karikatur und Satire ermöglicht es ihr dabei, Themen wie Tod, Krieg, Emigration und Holocaust auf eine grafisch und inhaltlich besondere Weise darzustellen. 

Zur Ausstellung erscheinen Kataloge in englischer und deutscher Sprache. 

Eröffnung: 10. Juni 2018, 11 Uhr, Einführung: Prof. Dr. Jens Thiele AusstelIungskuraor, Merov Solomon wird anwesend sein. Musikalische Begleitung:ltoy Dvori, Dozent an der Hochschule für Musik Dresden
Ausstellung: 10. Juni - 2. September 2018

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Mi, 30.05.2018

DAS IDEALE BUCH

Der Pirckheimer Sven Uftring bringt eine Legende zurück ins Jetzt: Thomas James Cobden-Sandersons The Ideal Book or Book Beautiful aus der Doves Press. Das Buch erschien im Jahre 1900 als zweite Publikation der berühmten Handpresse aus England. Ihre Gründer Thomas James Cobden-Sanderson (1840–1922) und Emery Walker (1851–1933) waren enge Weggefährten von William Morris, dem Gründer der Kelmscott Press und Erneuerer der Buchkunst. Waren die Bücher der Kelmscott Press überaus reich geschmückt, so verzichtete man bei denen der Doves Press auf jegliches Ornament. Die ASKU PRESSE von Sven Uftring initierte nun diesen originalgetreuen Neudruck des dünnen Heftchens inklusive der späteren Übersetzung Jan Tschicholds. Angesichts seiner Seltenheit – die Originalausgabe wurde in 300 Exemplaren gedruckt – ein löbliches Unterfangen.

Möglich macht dies Robert Greens Sensationsfund von 151 Original-Lettern der ›Doves‹ in der Themse vor vier Jahren. Die originale Druckletter des Buches wurde von Cobden-Sanderson selbst zerstört, damit seine Schriften nach seinem Tod »dann das Schicksal aller Welt teilen und in die Ewigkeit eingehen, unberührt von fernerem Gebrauch oder sonst etwas«, wie seine Tagebücher später preisgaben. Ab 1913 schüttete er Nacht um Nacht zuerst alle Matrizen in die Themse. In den Jahren 1916 und 1917 folgte die gegossene Schrift. Doves-Experte Green entwickelte nun eine digitale Version der Doves Type, die die Grundlage des Nachdrucks bildet. Er wurde nach der Ausgabe aus dem Jahre 1900 absolut originalgetreu nachgesetzt und um die deutsche Übersetzung sowie ein Nachwort aus dem Jahre 1963 von Jan Tschichold erweitert. Gedruckt wurde das Werk von Fotopolymer-Platten auf einem Original Heidelberg Cylinder aus dem Jahre 1954 bei den Lettertypen in Berlin.


Thomas James Cobden-Sanderson:
The Ideal Book or Book Beautiful.
A Tract on Calligraphy, Printing and Illustration & on the Book Beautiful as a Whole.
Das Ideale Buch oder Schöne Buch.
Eine Abhandlung über Kalligraphie, Druck und Illustration und über das Schöne Buch als ein Ganzes. In der Übersetzung und mit einem Nachwort von Jan Tschichold.
31. Druck der ASKU-PRESSE. 2018.
ISBN 978-3-930994-31-1

Weitere Angaben und Bestellmöglichkeit hier: Das Ideale Buch.