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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Sa, 24.10.2020

Volker Pfüller (1939 - 2020)

Der Graphiker, Bühnenbildner und Illustrator Volker Pfüller ist gestern nach langer Krankheit in Rudolstadt gestorben.

Volker Pfüller, geboren 1939 in Leipzig, war einer der wichtigsten deutschen Plakatgestalter, Bühnenbildner und Illustratoren. Als Professor für Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und für Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig hat er - selbst Schüler von Werner Klemke, Klaus Wittkugel und Arno Mohr - Generationen von Studenten geprägt.

Die Liste der Verlage, für die Volker Pfüller gearbeitet hat, beinhaltet viele bekannte Namen, darunter Eulenspiegel Verlag, Kinderbuchverlag Berlin, Aufbau Verlag, MaroVerlag, Büchergilde Gutenberg und Lubok Verlag. Volker Pfüllers Bücher wurden mehrfach prämiert, u. a. bei den Wettbewerben »Schönste Bücher der DDR« und »Die Schönsten Deutschen Bücher« der Stiftung Buchkunst.

Der nebenstehende Druck entstammt einer Einladung des LBA im Haus des Buches Ende 2019 zu einer Ausstellung mit Illustrationen des Künstlers. Als eine seiner letzten Arbeiten hielten die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft seinen Holzschnitt der verlorenen Form in der Hand, der den Marginalien #236 als Originalgraphik beilag.

Do, 22.10.2020

Fotos © Johannes Häfner

Frankfurter Buchmesse Extra

Die Frankfurter Buchmesse, die 2020 in Wirklichkeit gar nicht stattfand, "ist erfolgreich zu Ende gegangen" und die Pirckheimer haben, ohne dort gewesen zu sein, wieder daran teilgenommen.

Und zu dieser nicht stattgefundenen Messe erschien inmitten des Corona-Wirrwarrs, ganz real und "unverzichtbar für Gläubige, Agnostiker und Atheisten" das Frankfurter Buchmessen Buch Extra 2020.
Rechnet man 2 Sonderausgaben dazu, ist es das 20. erschienene Buch, das der Pirckheimer, Verleger und Buchkünstler Johannes Häfner gemeinsam mit dem Autor Ingo Cesaro aus diesem Anlass herausgab. Die Künstler ließen sich durch Corona und den faktischen Ausfall der Frankfurter Buchmesse auch 2020 nicht davon abbringen.
Das 20seitige Buch in der Größe 30 x 21,5 cm enthält eine eingebundene doppelseitig bedruckte ausklappbare Grafik mit einem Bildzitat aus Dürers Holzschnittfolge "Apokalypse", zwei Transparentblätter und zwei Engel-Gedichte von Cesaro, die zu Corona-Gedichten wurden, ins Englische wieder übertragen von Lawrence Guntner.

Ingo Cesaro, Johannes Häfner, Frankfurter Buchmessen Buch Extra 2020
Ich-Verlag Häfner + Häfner, Nürnberg 2020
Buchdruck, Fine Art Print, Handgebunden, Schutzumschlag,
einmalige Auflage 90 Exemplare, num. + signiert.
30 € (incl. Versand)

Sa, 17.10.2020

<usus>, Foto © DRUCK & BUCH

CO / CO - cooperate / collaborate 

Kooperation ist ein Gegenentwurf zu Isolation und 1 + 1 ist hier weit mehr als 2!

In der Wiener Galerie DRUCK & BUCH widmet sich eine Ausstellung Künstlerbüchern, die entstanden sind durch die Zusammenarbeit zweier (und mehr) Künstler, die sonst weitgehend alleine arbeiten - hier nun mit dem Mehrwert des gemeinsamen Tuns, und das auf ganz unterschiedliche Weise.
Darunter sind Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries, Dialogische Collagen von Wolfgang Buchta und Susanne Nickel und die Künstlerzeitschrift "z.B. zum Buch! " und Künstlerbücher im Dialog <usus>, Uta Schneider und Ulrike Stoltz.

Ausstellung: noch bis 6. November 2020

Galerie DRUCK & BUCH
Susanne Padberg
Berggasse 21/2
A - 1090 Wien

Do, 15.10.2020

Bernd Friedrich Schulz, Foto © ad
Leonhard Fuchs - New Kreüterbuch/ in welchem nit allein die gantz histori/ das ist/ namen/ gestalt/ statt und zeit der wachsung/ natur/ krafft vnd würckung/ des meysten theyls der kreüter so in Teütschen vnnd andern Landen wachsen..., Basel Michael Isingrin, 1543, Foto © ad
Druckplatte aus Zinnfolie, Foto © Bernd Friedrich Schulz

EIN KLEINER GARTEN EDEN

Die heutige Veranstaltung der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft war den Spitzenstücken der Botanischen Illustration vom 15. bis zum 19. Jahrhundert vorbehalten, vorgestellt in einem Vortrag durch den Pirckheimer Bernd Friedrich Schulz, unterstützt von seinem Sohn Johannes, mit Exponaten aus seiner Sammlung.

Und dieser Vortrag, der nicht nur mit projizierten Fotos, sondern auch mit ausgelegten Originalen, für jeden individuell anzuschauen, illustriert wurde, ging nicht nur auf die Entstehung seiner Sammlung und ihre bemerkenswerten Stücke ein, sondern auch anhand der botanischen Illustration auf die Geschichte der Drucktechnik, beginnend bei Inkunabeln mit Holzschnitten, in den Text gedruckt, teilweise und mit immer besserer Kunstfertigkeit koloriert. Später dann, technisch bedingt, da Text im Hochdruck und Illustration imTiefdruck nicht zugleich gedruckt werden kann, erfolgt ein seperater Druck zum späteren Zufügen/Ergänzen des Textteils, als Kupferstich (so wie Dürer) bzw. als Radierung (so wie bei Rembrandt) von Kupferplatten, dann Radierungen, bis hin zum Naturselbstdruck, unter anderen mit Hilfe von Zinnfolien, eingebunden als Bildtafeln in das separat gedruckte Werk.

Hier sprach nicht nur ein Drucker und Graphiker, der diese frühen Techniken auch selbst, teilweise experimentell, anwendet, hier sprach auch ein kenntnisreicher Sammler, der diese alten bibliophilen Kostbarkeiten restauriert, immer auf der Jagd nach fehlenden Blättern und unwiederbringlich Verlorenes mit Kunstfertigkeit ersetzend.

Wer wünschte, konnte eines der Ergebnisse seiner Auslotung einer vergangener Techniken, den Zinndruck, am Ende der Veranstaltung mit nach Hause nehmen, eine schöne Erinnerung an diesen, vermutlich lange im Gedächtnis bleibenden, Vortrag.

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Mo, 12.10.2020

Den Trümmern abgetrotzt

„Den Trümmern abgetrotzt – Bücher der Stunde Null“ (Die Sammlung Lothar Lang)

Am Donnerstag, 22. Oktober, wird die aktuelle Ausstellung im Bad Saarower Literatur-Kabinett mit einer Finissage beendet.  “Den Trümmern abgetrotzt”, unter diesem Titel stellte Elke Lang 2015 in einem im Harrassowitz Verlag erschienenen Buch den Teil der Sammlung illustrierter Bücher des Kunstwissenschaftlers und Buchfreundes Lothar Lang (1928 – 2013) vor, den er selbst “Bücher der Stunde Null” nannte. Es handelt sich um Literatur, die unmittelbar nach Kriegsende 1945 bis 1950 erschienen ist. Einige prägnante Beispiele der Sammlung, die seit Juni in Bad Saarow zu sehen sind, dokumentieren die ersten, schwierigen Bemühungen von Verlagen, Autoren und Illustratoren in dem gespaltenen Deutschland, wieder dem humanistischen Gedankengut seinen Platz zu geben. Ehe die Bücher zurück ins Archiv wandern, liest Elke Lang aus der Begleitpublikation der Sammlung. Anschließend zitiert Till Sailer Auszüge aus einem Tagebuch seines Vaters Herbert Sailer (1912 – 1945) aus dem Zweiten Weltkrieg und stellt eine Passage aus seinem Roman “Das Haus mit der Madonna” vor, der in den Nachkriegsjahren spielt.

Bei einem Glas Wein kann der Abend mit Gesprächen locker ausklingen.

Wegen der Corona-Beschränkungen wird um Anmeldung gebeten: Gemeindebibliothek Bad Saarow, Tel, 033631-868124.

Finissage: 22. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Bad Saarow
Gemeinde-Bibliothek, Literatur-Kabinett

Di, 06.10.2020

Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei

Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft sind in ihrem Selbstverständnis nicht nur Sammler und Bewahrer des Buches, sondern sehen sich auch dazu bestimmt, die Liebe zum Buch zu befördern.

So wird z.B. Harald Kugler im November in der Stadtbibliothek Pirna aus seinen Geschichten lesen, in denen vornehmlich von den vielfältigen Einflüssen der Bücher auf seine Leser und Liebhaber die Rede ist. Ein Kaleidoskop der Leidenschaften zu den Büchern wird mit den kleinen Erzählungen entblättert, die darüber fabulieren, dass mit Büchern Schutzbedürftigkeit, Narretei aber auch Ängste und Frohsinn einhergehen. Ein kleinen Ausflug in die Welt der Bücher, über die Hermann Hesse sagt, dass es die beste ist, die sich die Menschheit erschaffen hat.

In der Lesung werden aus seinen Einbogendrucken die Erzählungen "Was willst", "Abschied", "Gutenbergensis" und, falls noch Zeit sein sollte, "Bücherdreieck" vorgestellt.

4. November 2020, 19 Uhr

Stadtbibliothek Pirna
Gotischer Saal
Dohnaische Straße 76, 01796 Pirna

Fr, 02.10.2020

Gedankenbuch. © Karl H. Thiel. VG Bild-Kunst. Foto: Klingspor Museum

Karl H. Thiel: Bücher ErLeben…

Karl H. Thiel ist ein seit vielen Jahren etablierter Künstler mit Wohn- und Arbeitsort in Offenbach. Er gehört zu jenen Protagonisten, die das Buch zum Terrain einer Arbeitsweise machen, die abseits der klassischen Lektüre liegt. Farbe steht im Mittelpunkt, dabei verleiht der Gestus dieser Farbe ein vielgestaltiges Erscheinungsbild. Was bewegt und was treibt ihn an? Woher erwachsen seine Inhalte und Inspirationen? Das Gespräch mit dem Künstler soll Einblicke in sein Schaffen ermöglichen.

Buch des Monats: 2. Oktober 2020, 14 Uhr

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach,

Mo, 28.09.2020

© Museum für Druckkunst Leipzig

From Futura to the Future

In Leipzig zeigt die Ausstellung „From Futura to the Future. International Letterpress Workers“ rund 300 Werke von internationalen Typografen, Grafikdesignern, Kalligrafen und Steindruckern, die in der Tradition des Bauhaus die Typografie als Mittel der Information, des Designs und der Kunst verwenden. Erstmals wird hier ein Überblick zu acht Jahren intensiver druckgrafischer Zusammenarbeit der internationalen Künstlergruppe präsentiert. Zusätzlich werden unabhängige typografische Arbeiten gezeigt, die in den Werkstätten der Letterpress Workers sowie während eines Workshops im Museum für Druckkunst unter Verwendung historischer Blei- und Holzlettern entstanden sind.

Die „International Letterpress Workers" treffen sich seit 2012 jährlich zu einem Workshop in Mailand. Dabei entstanden u.a. Arbeiten zu den Themen „A World without Electricity" (2012), „Let's dence" (2015), .Borders" (2014) oder „ True/False" (2019). Mit den Mitteln des klassischen Buchdrucks und einem Fundus an historischen Bleilettern, Holzbuchstaben und Bildklischees geben sie aktuellen Themen ein zeitgenössisches Gesicht.

Eröffnung: 1. und 2. Oktober, jeweils 17 Uhr, in Anwesenheit zahlreicher Letterpress Workers
Ausstellung: 4. Oktober - 5. November 2020

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

So, 27.09.2020

Coronavirus Updates Beijing

Im Hybriden-Verlag erschien ein Text und Foto-Leporello von Christian Y. Schmidt sowie ein Aerosol (Originalzeichnung) von Hartmut Andryczuk mit dem Titel "Coronavirus Updates Beijing".

Als Christian Y. Schmidt am 12. Februar 2020 mit dem letzten Direktflug aus Peking nach Berlin zurückkehrte, um sein Buch Der kleine Herr Tod zu promoten, fühlte er sich wie auf einem fremden Planeten. Im Januar und Februar hatte er bereits die konsequenten Pandemie-Maßnahmen in Peking miterlebt. Mit diesem Wissensvorsprung versuchte er seine zahlreichen virtuellen Freunde und Follower in den sozialen Netzwerken und die Öffentlichkeit in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen vor Covid 19 zu warnen. Coronavirus Updates Beijing ist ein sehr persönlicher Bericht über die Seuchenmonate in China und enthält einen umfangreichen Epilog.

Christian Y. Schmidt - Coronavirus Updates Beijing
Edition, zweisprachig (deutsch/englisch)
140 Seiten, gebunden, Ausgabe: 100 Expl., signed & numbered
100 €, Versandkosten: 7 €

Sa, 26.09.2020

Michel Fingesten

Die Cranach-Stiftung Wittenberg zeigt im Oktober und November Ex-Libris und Gelegenheitsgrafik von Michel Fingesten aus der Sammlung Klaus-Jürgen Tischer.

Michel Fingesten, 1884 in Galizien geboren, führte ein unbändiges, von Legenden umranktes Leben: Er heuerte auf Schiffen nach Amerika an, jobbte in Australien, wanderte quer durch Europa. Vermutlich studierte er im Umkreis der Wiener und Münchener Akademie Kunst. In seinen frühen Arbeiten orientierte er sich am Jugendstil und an den symbolistischen Grafiken Klingers und Stucks. 

Ab 1913 lebte Fingesten in Berlin. Seit dieser Zeit konzentrierte er sich vor allem auf die Technik der Radierung, die er virtuos beherrschte. Fingesten wurde Mitglied der Berliner Seeession und galt als einer der talentiertesten Grafiker der 192oer-Jahre. Handwerkliches Können verband sich bei ihm mit überbordender Fantasie und dem Hang zu groteskem Humor, auch in seinen erotischen Grafiken. 

1922 schuf er die Kulissen für die Stummfilme Die Schuhe einer schönen Frau und Don Juan der Vera-Filmwerke. Mit der Weltwirtschaftskrise brachen jedoch die großen Aufträge weg und Michel Fingesten zog sich auf die Gebrauchsgrafik im wirtschaftlich weniger riskanten kleinen Format zurück. Es entstanden vor allem Exlibris. Bei Fingesten sind diese Bucheignerzeichen Improvisationen im kleinen Format, in denen er die Tagesereignisse, auch den aufkommenden Nationalsozialismus, kommentierte. Die Themen Krieg und Tod kehren immer wieder. 1935 ging er mit seinem Sohn, dem Bildhauer Peter Fingesten (1916-1987), nach Italien. Es begannen produktive Jahre. Er radierte um die 500 Exlibris, viele für seinen Förderer, den italienischen Architekten Gianni Mantero. 1940 wurde Fingesten, der Sohn jüdischer Eltern, verhaftet und in Süditalien interniert. Erst nach der Befreiung durch alliierte Truppen im Jahr 1943 konnte er das Lager verlassen. Im Oktober 1943 starb Michel Fingesten an einer Infektion in der Folge eines chirurgischen Eingriffs. 

Neben Grafik aus der Sammlung Tischer werden in der Ausstellung zwei Landschaftsgemälde aus der Sammlung Deeken zu sehen sein. 

Ausstellung: 10. Oktober - 29. November 2020

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Signierstunde mit Thomas M. Müller, Foto © ad

mixtape

Heute wurde in der Brandenburgischen Gotthardtkirche von Matthias Frohl die Ausstellung der Galerie Sonnensegel "mixtape" mit Arbeiten des Prof. für Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Thomas M. Müller eröffnet.

Auf engstem Raum vorgestellt konnte man u.a. seine Illustrationen zu Wunderbare Reisen des Freiherrn von Münchhausen (Faber und Faber) und zu Ausgaben, z.B. von Raymond Chandler, Charles Bukowski und Wladimir Nabokow, den Tollen Heften der Büchergilde Gutenberg im Original bewundern und auch die Bücher betrachten, sowie zur Vernissage in der angeschlossenen Druckerei bei Sven Märkisch das Ausstellungsplakat drucken und signieren lassen.

Brandenburg-Besucher und Freunde der Illustration sollten sich diese Ausstellung, für die übrigens auch Führungen mit altersgerechten Projekten und Aktionen für Schulklassen angeboten werden, nicht entgehen lassen.

Ausstellung: 26. September 2020 - 26. Februar 2021

Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg an der Havel

Fr, 25.09.2020

Uta Schneider (lks.) und Ulrike Stoltz, Foto © ad

<usus> stellt sich vor

„Wie wir zusammen zur See fuhren ...“ war das Thema der September-Veranstaltung der Pirckheimer-Gesellschaft Berlin/Brandenburg [...]. Angereist waren Uta Schneider [...] und Ulrike Stoltz mit ihren Arbeiten. Beide haben an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert und begreifen ihre langjährige Zusammenarbeit als Besonderheit. Es entstehen Titel in gemeinsamen Denkprozessen und auch individuell. Erster Titel bei <usus> war „DENKmal“, eine Wortcollage. [...] Schon hier zeigten sich die Intentionen der Buchgestalterinnen, das Medium Buch als Fragestellung zu sehen. Was kann das Medium, wie unterscheidet es sich von anderen Medien. Das Buch muss sich neu erfinden, experimenteller werden. Auch ein bibliophiles Buch muss nicht unbedingt edel sein. [...]
Wasser war [...] Anregung für je ein Künstlerbuch, das von einer Gestalterin allein produziert wurde. Ulrike Stoltz [...] fotografierte [...] und machte sich [...] kurze Wortnotizen. Aus diesen entstand 2006 in 10 Exemplaren das Buch „Fahrten über den Rhein“, 174 Seiten, Handsatz mit Wortprotokollen und Fotos, Palmblattbindung. Für Uta Schneider waren Aufenthalte in Ahrenshoop wichtig. „Wasserwärts“ [...] ist dort in 20 Exemplaren entstanden. Die genannten und weitere Publikationen waren zur Ansicht ausgelegt und wurden von beiden Gestalterinnen ausführlich erläutert. [...]

(Gerhard Rechlin, kompletter Text in Marginalien 239)

Do, 24.09.2020

Familiensternbilder

Das Haus des Pirckheimers Dr.-Ing. Robby Fröhlich in Dresden ist jetzt leichter zu finden, schmückt es doch seit Kurzem das Wandbild "Die Familiensternbilder" des Malers, Plastikers und Aktionskünstlers Volker Lenkeit.

Der Künstler wurde 1959 in Dresden geboren und absolvierte ab 1976 ein Abendstudium an der HfBK Dresden, ab 1982 dann im Direktstudium bei H. Giebe, J. Heisig, Prof . G. Kettner, U. Rzodeczko, wo er 1987 bei Prof. G. Kettner sein Diplom machte. Seitdem arbeitet er freischaffend als Maler/Grafiker/Plastiker und Aktionskünstler in Dresden, war 1990 Mitgründer der Musik-Performance Gruppe „Russischer Indianer“ später RuIn, 1991 Mitgründer des Kunstverein „Alte Feuerwache“ Loschwitz e.V. und baute gemeinsam mit Günter Torges die Lithographie Werkstatt im Kunstverein auf. Seit 1991 übt er eine Lehrtätigkeit an der Volkshochschule Dresden in Akt – Tanz – Zeichnen / Aquarell / Lithographie aus und zahlreche Studienreisen führten ihn nach Argentinien, Kolumbien, Ecuador, Süd-Frankreich, Griechenland, Peru, Toskana, und in die USA (Ohio, New York).

»Ich mag die Vielfalt.«

In einer Veranstaltung des Leipziger Bibliophilen-Abends spricht der Pirckheimer Matthias Haberzettl über den Gebrauchsgrafiker Werner Klemke.

Es gab in der DDR wohl keinen Haushalt, der nicht über Drucksachen aus der Feder von Werner Klemke verfügte. Von den beliebten Kinder- und Märchenbüchern über Briefmarken und das monatlich erscheinende »Magazin« mit dem ständig neuen Kater als Markenzeichen auf der Titelseite war Werner Klemke wie kaum ein anderer Grafiker omnipräsent. Doch über Illustrationen, Zeichnungen und Holzstiche für unzählige Ausgaben illustrierter Bücher hinaus war sein grafischer Kosmos viel weiter gespannt, wie auch sein Credo »Ich mag die Vielfalt« deutlich macht.
Matthias Haberzettl ist dem Werk von Werner Klemke in mehrfacher Hinsicht eng verbunden. Er ist Vorstandsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft - deren Mitbegründer Klemke 1956 war - und als einer der wichtigsten Klemke-Sammler  auch einer der besten Kenner seines Œuvres. Matthias Haberzettl bringt seinem Publikum das nahe, was viele von Werner Klemke in großen Teilen noch nicht kennen: die enorme Vielfalt.

6. Oktober 2020 / 19.30 Uhr, Eintritt frei. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Literaturhaus Leipzig e.V. /  Literaturcafé
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Di, 22.09.2020

Robert Rehfeldt, Collage (Ausschnitt) 1984, 67 x 51 cm

Die Rehfeldts – eine Künstlerfamilie aus Pankow

Der Familie Rehfeldt – Robert Rehfeldt (1931–1993), Ruth Wolf-Rehfeldt (* 1932) und ihrem gemeinsamen Sohn René (* 1956) ist die neue Ausstellung der Berliner Galerie Wolf & Galentz gewidmet – zum ersten Mal überhaupt werden hier Werke von allen drei Rehfeldts zusammen präsentiert.

Robert und Ruth sind beide besonders für ihre Bedeutung in der Mail Art bekannt; von etwa 1970 bis 1990 – kurz nach der Wende – bildeten sie einen der Knotenpunkte der Mail-Art-Szene in der DDR und – der Natur der Sache Postkunst gemäß – weltweit.

Von der Fluxus-Bewegung in den 1960er-Jahren initiiert, ist die Mail Art eine Kunstform, die etablierte Institutionen und Wertmaßstäbe der Kunstdistribution unterläuft und ihrem Wesen nach integrativ und egalitär ist. Die Kunst liegt mehr im Prozess der Verteilung, im Teilen und Mitteilen der Werke, im Netzwerk selbst als im einzelnen Werk: Die Vernetzung und der Austausch mit anderen Künstler*innen stehen im Mittelpunkt.

Im großen Raum der Galerie Wolf & Galentz werden Werke von Robert Rehfeldt gezeigt: ein großformatiges Bild (3 x 2 m) aus Malerei und Collage, das die Mail Art thematisiert; eine Auswahl von Mail Art und Stempelbildern füllt eine weitere Wand, die dritte Wand zeigt eine mittelformatige Assemblage und einige kleinere Werke; im Raum steht ein Kastenbild mit einer weiteren Assemblage.

Von Ruth Wolf-Rehfeldt sind im hinteren Raum der Galerie zwei der seltenen Gemälde der Künstlerin zu sehen, neben einer Auswahl von Typewritings, der Kunstform, für die die Künstlerin berühmt geworden ist, die schließlich auch auf der documenta 14 zu sehen waren: mit Schreibmaschine aus Lettern „gemalte“ Bilder.
Im kleinen Raum zwischen seinen beiden Eltern zeigt René Rehfeldt (* 1956) druckgrafische Arbeiten.
Ergänzt wird die Ausstellung um mehrere Skulpturen eines Freundes von Robert Rehfeldt, dem Bildhauer Rolf Winkler (1930–2001).

Joachim Pohl, ein profunder Kenner der Kunst in der DDR und der Familie Rehfeldt seit vielen Jahrzehnten freundschaftlich verbunden, hielt die Eröffnungsrede.

Ausstellung: 14. September bis 25. Oktober 2020, wegen der aktuellen Situation ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich.

Wolf & Galentz
Kunsthandlung • Sammlungsbetreuung
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin