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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

So, 09.08.2020

Bibliophilie und Bibliomanie von Harald Kugler

Die bunte Vielfalt der Einbogendrucke und weiteren Schriften von Harald Kugler, über die an dieser Stelle mehrfach informiert wurde und die zum großen Teil vergriffen sind, wurde auf der Homepage des Autors jetzt durch die Vorstellung seiner im Selbstverlag erschienenen Werksausgabe ersetzt.
Bislang können aus dem noch nicht beendeten Projekt 9 Titel bestellt werden, darunter auch Bibliophilen-Abend, Die Magie der Bücher, Das Vermächtnis der Bücher und Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei - Bestellung bitte direkt beim Autor.

Für die Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft vom 18. - 20. September 2020 in Halberstadt, Aschersleben und Quedlinburg stellt Harald Kugler die Bände 1-3, 7 und 9 der Werkausgabe für die traditionelle Auktion zur Finanzierung der Arbeit der Gesellschaft zur Verfügung.

Fr, 07.08.2020

Dunkel Grün, © Constanze Kreiser 2020
Kleistkreise, © Constanze Kreiser 2020
Winter Poems, © Constanze Kreiser 2019

3 Künstlerbücher von Constanze Kreiser

DUNKEL GRÜN

Eine 2019 begonnene Textsammlung zu Einsamkeiten, die sich 2020 zur Isolation rundete. Aus Hell-Dunkel-Kontrasten konstruiert, kreuzen sich die Lebensfäden, beginnen und enden außerhalb unserer Wahrnehmungsspanne, verlaufen über geprägte Flächen. Es handelt es sich trotz allem um einen natürlichen Wachstumsvorgang, deshalb die lichtgelbgrünen Farben im Inneren des dunkelblauen Raumes.
Unikatbuch mit Texten von Fr. Nietzsche, Bei Dao, Maurice Blanchot, Harold Pinter, Simone Lappert, Virginia Woolf, K. Frostenson, W. Wordworth

Doppelbuch um zentrale Achse, 11*4 Seiten 21/8 cm
Linoldruck, Holzschnitt, Monotypien, handschriftliche Texte,
6 gefaltete genähte Trägerseiten
52/52/35 cm geöffnet als Rondell, 26/35/2 cm gefaltet in Mappe

KLEISTKREISE

Dieses Unikatbuch zeigt das Kreisen um Lebensthemen, wie es Heinrich von Kleist in seinen Briefen immer wieder versuchte.
Die 10 transparenten Seiten mit Zitaten sind kreisförmig angeordneten aufgebaut wie die Jahresringe eines Baumes. Es entsteht ein Eindruck von Wachsen und Verfestigung der Ansichten Kleists.
Handmarmorierte Seiten wirken dieser etwas starren Ordnung entgegen. Eine Klappe aus Stoffgitter läßt sich spielerisch zwischen die Seiten legen. Das schwarz-weisse Marmoriermuster dient als Andeutung von Zufall und Chaos.

21/30 cm, Leineneinband mit 10 Seiten Text
Netzklappe als Textzwischenlage

WINTER POEMS

Bei diesem Unikat dreht sich alles um den Winter, seine Gestimmtheit aus Grau, Weiss und Gold, eingefasst in viel Nachtblau. Eine runde Vielfalt englischsprachiger Lyrik aus verschiedenen Jahrhunderten: Baderoon, Crowe, Frost, Robinson, Yankelevich.
Handgeschrieben auf Kopien japanischer Architekturzeitschriften der 70ziger Jahre, die zuvor teilweise handmarmoriert wurden. Ein Spiel aus Schwarz-weisstönen entsteht. Das Schriftbild klappt zwischen Inhalt und Form. Klischee und Linoldruck ergänzen die vier Faltbüchlein.

18/18/0,5 cm, Steckform mit 4 Einblattbüchern
Handmarmoriert und handgeschrieben

Do, 06.08.2020

Titelabb.: Erhard Beitz, 2020, Radierung/Kupferstich, Porträt einer jungen Frau, frei nach Domenico Veneziano (mit Corona-Maske)

DEG-Mitteilungen

Die Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft # 2/2020 beginnen mit einem Bericht von Anke Polenz unter der Überschrift "Eine Tagung geht baden ..." über die seit Anfang 2019 laufenden Bemühungen zur Organisation der für Mai 2020 geplanten DEG-Tagung - über den vorsorglichen Maskenkauf Anfang März 2020 und dem endgültigen Canceln der Tagung auch zum gewählten Ausweichtermin 19. - 22. November 2020.
Die Tagung wird nunmehr vom 6. - 9. Mai 2021 in Gelsenkirchen stattfinden.

In einem weiteren Beitrag beschäftigt sich Henry Tauber mit dem Bestand der Arbeiten von Fidus, d.i. Hugo Höppener, im DEG-Archiv und Heinz Neumaier schreibt über Carl Orff und seine Carmina Burana im Exlibris, sowie zum Mythos von Sisyphos und zu Julius Diez und seinen Künstler-Exlibris.
Vom kürzlich verstorbene Peter Labuhn kann man noch zwei letzte Beiträge zu Neujahrsgrüßen von Lembit Löhmus lesen und zu Neujahrsglückwünschen von Jaroslav Lukavsky und Gerhard Stauf.

Die Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft # 2/2020 wurden gemeinsam mit der Sonderpublikation "Exlibris und Gelegenheitsgrafik unter dem Hakenkreuz" von Henry Tauber ausgeliefert, ergänzt durch den von Heinz Decker ins Englische übersetzten Text.
Diese bietet erstmalig nach Ende der NS-Diktatur eine umfassende Übersicht zu diesem Thema anhand der Großen Deutschen Kunstausstellung 1937 - 1944 sowie Werke des Widerstands und der Verfolgung.

Di, 04.08.2020

Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag - Hrg. Jens Kirsten/Ulrich Kaufmann

Jens-Fietje Dwars zum 60.

Thüringen feierte am 2. August in Jena den 60. Geburtstag Geburtstag des Pirckheimers Jens Fietje Dwars, Mitglied der Redaktionskommission der Marginalien.

Matthias Biskupek schreibt über ihn: "Weil ... gern alle Werke aufgezählt werden: bei Dwars müssen wir summarisch bleiben: eigene Bücher und Filme: zwei Dutzend. Herausgaben von Anthologien von und für Kollegen: drei Dutzend. Verlegte Bücher: vier Dutzend in seiner „Weißen Reihe“ und der „Edition Ornament“. Für das Literaturjournal PALMBAUM mit jeweils individueller grafischer Titelgestaltung ist er seit 2005 Chefredakteur. Rezensionen, Wortmeldungen, polemische Beiträge, Glossen, Ausstellungstexte – vermutlich mehrere hundert."
Und Biskupek notiert in seinem Tagebuch: "Die Gäste für Jens-Fietje Dwars zum 60. treffen ab 15:00 langsam im Schillerhof ein. Der Jenaer Buchhändler, die Ahrenshooper Urlaubs-Gastgeber, Quartus-Verleger Ignasiak, der eine PALMBAUM-Broschüre verteilt: "Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag" (Hg. Jens Kirsten/Ulrich Kaufmann). 30 Bildende Künstler und Schriftsteller. Der Jubilar selbst verteilt ein eigens produziertes Doppelblatt „VERBORGEN Dreifach“, jeder Geburtstagsgastfamilie gewidmet. Dwars erzählt einen Film, den er zur Feier einer Niederlage (Frankreich/Preußen 1806) produzierte.
Da sitzen der [Vorstands-Chef ...] der Pirckheimer-Gesellschaft
Aepler, der Meistergrafiker Kay Voigtmann, Dichter Peter Gosse und Frau. Man plaudert über Jens Henkels burgart-presse. Etwas später kommen die Scherzers, noch später Kati Zorn und Mario. Horst-Peter Meyer, Kaffee, Kuchen, kleine und große Gerichte a la cart."

Für alle die nicht da waren, das Buch zum Nachmittag "Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag" (10 € - einfach Adresse an pirckheimer-gesellschaft, kommt per Post).

Mo, 03.08.2020

Abb. auf dem Titel: Михаил Михайлович Тарханов, Fußball, Stempeldruck für Textildesign (Auszug)

Antiquatriatsliste Juli 2020

Die neue Liste des Roten Antiquariats des Pirckheimers Christian Bartsch ist erschienen. Sie enthält 214 Positionen aus den Bereichen Kunst, Künstlerbücher, Originalgraphik und Zeichnungen, Literatur, Exil, Autographen und signierte Kunstdokumentationen, darunter Gerhard Altenbourg: Ich-Gestein, Die Aktion, Heft 10/12, die erste Ausgabe von Jan TschicoldDie Neue Typographie oder Michael Faber: Die ersten Fünf. Die Graphischen Bücher mit originalgrahischen Blättern von Klaus Süß, Ingo Regel, Hermann Naumann, Fritz Hitzler und Felix Furtwängler.

Rotes Antiquariat
Knesebeckstr. 13/14, 10623 Berlin

Fr, 31.07.2020

miley - Notizbuch, verschiedene Papiere, teilweise Offset oder mit Holzschnitten bedruckt, 11,5 x 10,3 cm, 2020

16. Ortstermin Moabit

Es beginnen sich die Meldungen zu wieder stattfindenden kulturellen Veranstaltungen zu mehren. So erreichte mich, gestaltet als Unikatbuch, eine Einladung zum Ortstermin 20 Kunstfestival in Moabit.

Fast 200 Künstler und Kulturschaffende, darunter auch die Pirckheimer miley, Würtenberger und Noske, die hier als Künstlerkollektiv Drittbrett vorgestellt wurden, sind dem Aufruf zur Teilnahme trotz aller Unsicherheiten gefolgt. Sie öffnen Ateliers, Werkstätten und Privatwohnungen, präsentieren kuratierte Ausstellungen und Musikperformances und laden zu Veranstaltungen und Gesprächen ein, die weit über die Festivalthematik hinausreichen.
In der Galerie Nord (Turmstraße) haben die Künstler der Ausstellung bis hierher und nicht weiter . this far and no further bereits seit Juli einen thematischen Raum für das Festival geöffnet. Ihre Beiträge loten Fragestellungen zu Aus- und Abgrenzungen im physischen, sozialen und politischen Raum, die Komplexität und Verzahnung gesellschaftspolitisch relevanter Prozesse und aus ihnen resultierende Ambivalenzen aus. Hier entwickelt sich aus einer Rauminstallation eine Festivalzentrale als Ort der Begegnung für Künstler und Besucher und Plattform für Diskussionen, Performances und Konzerte. Das beliebte Videoscreening In between entsendet anlässlich der Festivaleröffnung neun künstlerische Kurzfilme in den nächtlichen städtischen Raum der Turmstraße und am Wochenende finden moderierte Kunst-Rundgänge durch Moabit statt.

28. - 30. August 2020

Berlin Moabit
Kunstverein Tiergarten

Do, 30.07.2020

Lesung, Musik und Gespräch

Der Pirckheimer Gisbert Amm teilt erfreut mit, dass er endlich wieder eine Veranstaltung ankündigen kann.

Gleich acht Dichterinnen und Dichter des ELIF-Verlages aus Nettetal bei Krefeld einschließlich Verlagsgründer Dinçer Güçyeter kommen nach Joachimsthal. Ein poetisches Sommerfest mit Özlem Özgül Dündar, Wolfgang Schiffer, Julia Dathe, Monika Vasik, Anke Glasmacher, Thorsten Krämer, Jonis Hartmann und Dinçer Güçyeter im Rahmen des Programms Und seitab liegt die Stadt des Literarischen Colloqiums Berlin. Musik: Zhenja Oks und Elisabeth Ruhe.

Infolge der Corona-Einschränkungen wird darum gebeten, Tickets (15 Euro) vorab online zu kaufen

22. August 2020

Lyrikhaus
Glockenstraße 23, 16247 Joachimsthal
(bei schlechtem Wetter im Heidekrug, Brunoldstraße 1)

Mi, 29.07.2020

Das Pfeifen im Walde

Auch zu Zeiten von Corona arbeiten die Künstler in ihren Ateliers weiter, nur ihre Themen haben sich mitunter geändert oder zumindest um ein C erweitert. Und sie warten wie derzeit jeder auf das Abflauen der Infektionen.

Der Pirckheimer miley sagt jedoch selbst zu seinem zweifarbigen Holzschnitt "C.: eine globale Pandemie löst sich auf", seine Graphik sei für ihn so etwas wie das Pfeifen im Walde.

Di, 28.07.2020

The Booksellers

Am 29. Oktober 2020 kommt der, bereits in den USA erfolgreiche, 99 minütige Dokumentarfilm von D. W. Young "THE BOOKSELLERS" in die deutschen Kinos.

Dieser Film bietet einen lebendigen Blick hinter die Kulissen der  Welt der seltenen Bücher und jener faszinierenden Menschen in New York, die in ihr zu Hause sind, eine Reise in eine kleine, faszinierende Welt voller träumender, exzentrischer, intellektueller und besessener Bibliophilen, die niemals aufgeben bei der unerbittlichen Suche nach dem nächsten großen Fund. Dabei zeigen sich Buchhändlerinnen und -händler als Gelehrte, Detektiv:innen und Geschäftsleute in einem, und ihre Persönlichkeiten und ihr Wissen sind so divers wie die Bücher, mit denen sie arbeiten. Sie spielen eine unterschätzte, aber essenzielle Rolle bei der Aufgabe des Bewahrens von kulturellem Wissen und menschlicher Geschichte.

Doch trotz aller Leidenschaft sieht der Buchmarkt sich zeitgleich mit einem stetigen Rückgang kleiner Buchhandlungen konfrontiert. Welchen Einfluss haben neue Technologien auf den Buchmarkt? Wie wichtig sind Bücher als haptische Objekte?

Kooperationspartner des Films sind „Rare Books & Fine Art Frankfurt“, GIAQ , das Zentrum für Buchwissenschaft, die Initiative „Jetzt ein Buch“, die Meister der Einbandkunst, die Gesellschaft der Bibliophilen und natürlich die Pirckheimer-Gesellschaft.

Am 29. Oktober 2020, 19 Uhr, findet im Magdeburger Moritzhof eine Sonderveranstaltung mit dem Dokumentarfilm in Kooperation mit dem Literaturhaus Magdeburg statt.

Fr, 24.07.2020

LINDE BISCHOF – DUCK DICH ... (RÜCKSEITE: HAIKU VON LINDE, ZEICHNUNG), Acryl auf Bütten 2017, 28 x 38 cm
INKA GREBNER – BLÜTEN, Orig.-Holz- und Linolschnitt, 24,5 x 13,5 cm / 40 x 30 cm, Auflage 15 Exemplare

AUSNAHMEZUSTAND II Und Normalitäten

Unsere letzte, etwas „andere“ Ausstellung, die helfen sollte, den wirtschaftlichen Kollateralschäden der Pandemie für Künstlerinnen und Künstler zu mildern, war sehr erfolgreich. Da wir im ersten Teil „nur“ 26 Teilnehmer/Innen präsentieren konnten, folgt nun der zweite Teil der Ausstellung, denn sosehr wir lernen, mit den Einschränkungen des Gesundheitsschutzes zu leben und die vielzitierte „neue Normalität“ zu akzeptieren, so wenig dürfen wir uns daran gewöhnen, die Not der in ihrer Existenz bedrohten Künstler als ebenfalls normal anzusehen.

Künstler aller Sparten, Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und Bildende Künstler leben oft schon ohne Lockdown in prekären materiellen Umständen, die durch den medialen Glanz der wenigen „Stars“ der jeweiligen Genres und deren Wohlstand gern übertüncht werden. Aber jetzt sind den wenig Verdienenden auch noch die Neben-Broterwerbsmöglichkeiten abhandengekommen. Es bleibt Aufgabe der ganzen Gesellschaft, unsere eigene Kultur und deren Produzentinnen und Produzenten vor Verarmung zu bewahren, soweit wir selbst die Möglichkeit dazu haben! Der Staat hat teilweise schnell und unbürokratisch geholfen, oft aber waren die Fördertöpfe für Künstler ausgeschöpft, bevor auch nur die Antragsfrist verstrichen war.

Für alle, die den Grafikbrief zur ersten Ausnahmezustand-Ausstellung nicht lesen konnten, das Konzept knapp zusammengefasst: Wir haben die teilnehmenden Künstler/innen gebeten, wenn möglich etwas Rares, Unterschätztes oder überraschend Entdecktes aus dem eigenen Bestand für diese Ausstellung auszuwählen, und als Zeichen der persönlichen Verbundenheit mit den jetzt Kaufenden jedem Exponat ein Autograf beizugeben, einen selbst ausgewählten und von Hand geschriebenen Text, Aphorismus oder ein Gedicht. Das gibt es auch dann, wenn während der Ausstellungsdauer eine andere als die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten teilnehmender Künstler gekauft wird.

Zudem haben wir mit allen Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten im ersten Ausstellungsteil bis zum 5. Juli gezeigt wurden, vereinbart, dass die Autograf-Beigabe zu einem Kauf bis zum Ende dieses zweiten Ausstellungsteils am 27.8.2020 verlängert wird.

Es ist wunderbar zu sehen, wie sich nun auch diese zweite Gruppenausstellung in schwieriger Situation aus viel Kommunikation zwischen uns und den Künstlern aufgebaut hat zu einer Augenlust voll handwerklicher Brillanz und thematischem Engagement, eine aus der Not geborene Ausstellung, die aber den Betrachtern zu einem sonst kaum zu bietenden Überblick über die Vielfältigkeit von künstlerischen Möglichkeiten und Lösungen verhilft. Die beiden Ausstellungen stellen zusammen Arbeiten von fast 50 Künstlerinnen und Künstlern vor und es wäre kein Problem, die Reihe auf diesem hohen Niveau fortzusetzen, allein, der Plan ist anders (siehe „Hans Ticha“).

(Wolfgang Grätz)

20. Juli - 27. August 2020

Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt am Main

Do, 23.07.2020

Covergestaltung: © Klaus Ensikat

Schauplatz der Künste

Als Festgabe zum 60. Geburtstag von Carola Pohlmann erschien "Schauplatz der Künste - Bild und Text im Kinderbuch".

In dieser Festschrift gehen "namhafte Vertreter der Kinder- und Jugendliteraturforschung Fragen der Text-Bild-Relation in unterschiedlichesten Kontexten nach und tragen damit dem aktuellen Forschungsdesiderat Rechnung" (Klappentext).
Herausgegeben wurde das Buch von Julia Benner, Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin und Sigrun Putjenter, Stellv. Leiterin der dortigen Kinder- und Jugendbuchabteilung. Einer der Arbeitsschwerpunkte von Julia Benner besteht im Bereich »Kinder- und Jugendliteratur (und -medien) des 19., 20. und 21. Jahrhunderts«. Barbara Schneider-Kempf verbindet mit der Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung Carola Pohlmann etliche gemeinsame, erfolgreiche Projekte und Sigrun Putjenter arbeitet seit 2008 im wissenschaftlichen Dienst in der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin –Preußischer Kulturbesitz, seit 2014 als Stellvertreterin von Carola Pohlmann.
Die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin stellten den Beiträgen ein Grußwort  voran, der ehemalige Leiter der Kinder- und Jugendbuchabteilung Heinz Wegehaupt schrieb der Jubilarin einen Persönlicher Gruß und Klaus Ensikat widmete ihr ein Bild als Gruß.

Hrsg.: Benner, Julia / Schneider-Kempf, Barbara / Putjenter, Sigrun - Schauplatz der Künste, Bild und Text im Kinderbuch
Königshausen & Neumann, Würzburg 2020
brosch., 21 x 28 cm, 192 Seiten, € 44,80
ISBN: 978-3-8260-6799-0

Mi, 22.07.2020

Ricardo Henriques, André LetriaDas Meer – eintauchen, abtauchen, entdecken, ISBN 978-3-95728-290-3, © Knesebeck Verlag

André Letria in der Staatsbibliothek zu Berlin

 

Nach einer länger, den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie geschuldeten Pause, lädt die Staatsbibliothek wieder zu einer Veranstaltung mit dem 1973 in Lissa on geborene portugiesischen Illustrator André Letria ein.

Der Künstler arbeitet seit 1992 als Illustrator. Für seine Illustrationen wurd er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem portugiesischen llustrationspreis, dem Gulbenkian-Preis und dem renommierten Award of Excellence for lllustration by the Society for News Design (USA). Neben seiner Tätigkeit als Illustrator hat er Animationsfilme inszeniert und Theaterkulissen entworfen. 2010 gründete er seinen eigenen Verlag Pato Lógico, in dem sein auch in Deutschland verlegtes Kindersachbuch „Das Meer - eintauchen, abtauchen, entdecken" mit Texten von Ricardo Henriques erschienen ist. 

Das Gespräch von Carola Pohlmann mit Andre Letria findet im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin" statt. Eine kleine Ausstellung mit Büchern von André Letria ergänzt den Abend. 
Da die Anzahl der Plätze im Dietrich-Bonhoeffer-Saal aufgrund der aktuellen behördlichen Hygiene-Vorschriften auf 60 begrenzt ist, wird um Voranmeldung bis zum 1. September 2020 unter kinderbuchabt(at)sbb.spk-berlin.de gebeten.

14. September 2020, 18.00 Uhr

Dietrich-Bonhfeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin
Potsdamer Straße 33, Berlin Tiergarten

Di, 21.07.2020

Zeichnung Tabea Blumenschein

Neu im Hybriden-Verlag

Im Hybriden-Verlag des Pirckheimers Hartmut Andryczuk sind zwei neue Künstlereditionen erschienen:

MEDEA MANTRA
POEM: Anna Hoffmann
ZEICHNUNGEN: Hartmut Andryczuk

MMM-Extraausgabe Nr. 37
Number of copies: 30, 350 €
Endlospoem von Anna Hoffmann mit sechs Zeichnungen von Hartmut Andryczuk
Seitenzahl: 26, bestempelt mit Nummeralien.
Davon sechs Originalzeichnungen von Hartmut Andryczuk, fünf eingebunden und eines beiliegend, signiert und nummeriert
Weitere Informationen / Bestellung hier.

WOLFGANG MÜLLER - LITTLE PAUL
10 music lectures
Mit der Walther von Goethe Foundation, Reykjavík – Berlin

Musikunterricht der Walther von Goethe Foundation: Mit Nachtigallen- und Froschgesang, Kranichrufen, einem Phantasiegesang von Ahmad Hamad, einem Lied von Tabea Blumenschein, einer Spieluhr und einem tanzenden Vibrator.

Reihe Elektronikengel
100 copies, 24 pages, DVD-Video
Signed, numbered and stamped, 20 €
Fadengebundenes Heft, DVD-Video
Weitere Informationen / Bestellung hier.

Do, 09.07.2020

Foto: Büchergilde Buchhandlung und Galerie Ffm

50 Jahre Maro-Verlag

Toll, neu und geheftet: Die nigelnagelneuen „MaroHefte“ bebildern spannende Essays und setzen die Tradition der „Tollen Hefte“ fort!

Zu seinem 50. Jubiläum setzt der wundervolle, unabhängige MaroVerlag die „Tollen Hefte“ mit erstklassig illustrierten Essays als „MaroHefte“ fort: im gleichen Format, sorgfältig knotengeheftet und originalgrafisch gedruckt treffen hier Essays auf Illustrationen: spannend, aktuell – und aufregend bebildert (inkl. Plakat oder Lesezeichen)!

Als MaroHeft #1 gibt es eine Konsumkritik: Jörn Schulz / Marcus Gruber: Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe das erste Quinoabällchen – ein käufliches Heft`.

"Hört auf zu fliegen! Kauft Äpfel aus deutschen Landen! Boykottiert die Currywurst! Die Idee, dass ein »nachhaltiges« Konsumverhalten die Welt rettet, prägt die Diskussion über die Klimakrise. Der Appell, die »Macht der Verbraucher« zu nutzen, gerinnt jedoch zu einer Ideologie, die auf falschen Annahmen beruht. Denn auch die neue deutsche Hoffnung des »Grünen Kapitalismus« trägt die Logik der bestehenden Ökonomie weiter. Der Glaube an die Wirksamkeit des »nachhaltigen« Konsumverhaltens rettet nicht das Klima, sondern den Kapitalismus."
(
Klappentext)

Und in MaroHeft #2 wird ein quatschiger Mythos verworfen, der die Menschen seit Jahrhunderten verwirrt: Olivia Hälterlein / Aisha Franz: Das Jungfernhäutchen gibt es nicht – ein breitbeiniges Heft.

Wie schön! Und was für eine Freude, dass es wieder so etwas wie die Tollen Hefte gibt, deren erste Ausgaben auch schon im Maro Verlag erschienen waren!
Lieber Maro-Verlag, alles Gute zum 50., danke für die neuen tollen MaroHefte und macht bitte weiter so!

(Wolfgang Grätz)

Mo, 06.07.2020

Gera ostmodern zwei

Das enge Verständnis sieht Kultur hingegen nur dort, wo es um Wert geht. … Kultur und Wert hängen untrennbar miteinander zusammen. Im Feld der Kultur wird bestimmten Dingen ein Wert zugeschrieben, sie werden mit Wert aufgeladen und anderen wird Wert abgesprochen.
(Andreas Reckwitz)

Von solchen Prozessen der Wertzuschreibung oder Entwertung sind Projekte, die sich der Nische und der Erinnerungskultur verschrieben haben, wie das Buch „Gera ostmodern“ – das in zweiter Auflage erscheinen soll – in verschiedener Weise betroffen. So muss es sich in Zeiten der Krise nicht nur wie alle Kunst und Kultur gegen die Sphäre des Nützlichen durchsetzen, die zum Beispiel der Automobilindustrie zugesprochen wird, sondern auch gegen die Vorstellung einer am klassischen Kanon orientierten Hochkultur behaupten. Zudem wendet sich „Gera ostmodern“ dem Profanen, Alltäglichen zu. Jedoch anstatt zu entzaubern, bringt es Überraschendes über Ansichtskarten aus der DDR und deren kulturgeschichtliche Bedeutung zutage und rekonstruiert im weitesten Sinne ostmoderne Stadträume – obwohl für viele Menschen identitätsstiftend, steht eine kritische Neubewertung des Umgangs mit der Nachkriegsarchitektur der DDR durch eine größere Öffentlichkeit hier noch aus. 

„Gera ostmodern zwei“ ist in vielerlei Hinsicht ambitioniert: Ausgehend von der Idee der Nische und der von Christoph Liepach zusammengetragenen Sammlung von DDR-Ansichtskarten soll es zwar einen multiperspektivischen Blick – den persönlichen inbegriffen – auf die Ostmoderne in Gera werfen. Aber auch das Typische der Umgestaltung der DDR, der Architektur und Bildsprache vermitteln sowie an verschwundene Architekturen und vergessene Fotograf*innen erinnern. Die Ansprüche an das Buchdesign sind ebenso hoch wie an die begleitenden, kritisch einordnenden Texte, die keine Geringeren als der Publizist Ben Kaden und Denkmalpfleger Dr. Ing. Mark Escherich beisteuern. 
Um die zweite Auflage realisieren zu können, haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, die noch bis zum 15. Juli 2020 aktiv ist. Weitere Informationen zum Buch und Ablauf der Kampagne hier: Spendenaufruf.

(Christoph Aurora Liepach und Bea Nielsen)