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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Di, 19.03.2019

Wo gibt´s denn sowas?

Den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse verlässt man nicht mit leeren Händen. In diesem Jahr liegt dort das nebenstehende Blatt (hier als pdf) mit den Abbildungen der graphischen Beilagen der letzten Jahre bereit, die alle Mitglieder dieser Bibliophilen-Organsation kostenlos mit den für sie ebenfalls kostenlosen Marginalien erhalten.
Eine schöne Übersicht, die einem wieder ins Gedächtnis ruft, wie anspruchsvoll diese Beilagen sind - jeweils originale Graphiken, in der Regel signiert, teils in nummerierten Auflagen in unterschiedlichsten Techniken, die, über einige Jahre hinweg gesammelt, einen repräsentativen Querschnitt des zeitgenössischen Graphikschaffens darstellen.

21. - 24. März 2019

Leipziger Buchmesse
Halle 3 (Buchkunst und Graphik), Stand E 519

Mo, 18.03.2019

Mona Höke vor zwei Arbeiten zu Ingeborg Bachmann. Hoyerswerda 2019. © Bernd-Ingo Friedrich

Mona Höke in Hoyerswerda

Mona Hökes Kunst lebt von dem urkindlichen Verlangen nach Stift und Farbe …“ (Jörg Sperling). Die Cottbuserin hat – außer Katalogen – leider noch kein „richtiges“ Buch gemacht. Sie könnte aber. Wie die winzigen Sprachblätter von Carlfriedrich Claus die Vergrößerung gut vertragen, wären Mona Hökes Arbeiten auf Leinwand und Papier auch prädestiniert für die Verkleinerung zur Buchillustration. Oder -bebilderung. Denn seit vielen Jahren experimentiert Mona Höke mit Schrift, Zeichen und kalligraphischen Elementen. Ihre großformatigen und dennoch grazilen Arbeiten lassen sich partiell lesen wie Palimpseste. Mona Hökes Palette reicht dabei von Schwarz-Weiß über Schwarz-Weiß-Rot bis verhalten farbig. Für jeden etwas. Literarisch von Ingeborg Bachmanns Lyrik oder wortmächtigen Zeit- und Raumgenossen wie Hans Scheuerecker (ihrem langjährigen Mentor, vorgestellt in „Hans Scheuereckers Bücher“ von Bernd-Ingo Friedrich im Heft 211 der Marginalien), Kai-Uwe Kohlschmidt und Steve Sabor oder den auswärtigen Seelenverwandten Elke Erb, Johannes Jansen, Bert Papenfuß, Kai Grehn und Kiev Stringl inspirierte Werke sind derzeit in der Hoyerswerdaer Kulturfabrik zu sehen. Zu den ausgestellten Arbeiten auf Papier gehört die von Mona Höke im künstlerischen Dialog mit den oben Genannten erarbeitete Grafik-Lyrik-Mappe „die gunst der woge ist gischt“, bestehend aus 18 Siebdrucken im Format 50 mal 70 Zentimeter, die Thomas „Trümmel“ Lehmann (vgl. ebenfalls Marginalien 211) besorgte. Sie setzen sich in einem „bibliophilen Kopf“ von selbst zu einem Buch zusammen. Japanische Fadenheftung …

(Bernd-Ingo Friedrich.)

Kunstraum XII: Mona Höke (Cottbus): 16.März - 6.Mai 2019

Kulturfabrik Hoyerswerda

Faber & Faber startet neu

Auf boersenblatt.net fand sich heute eine, vermutlich nicht nur für Pirckheimer, sondern für alle Freunde des gut gemachten Buches, erfreuliche Nachricht:

"Nach fünf Jahren Pause meldet sich der Leipziger Verlag Faber & Faber zurück. Im Herbst erscheint das erste Programm des wiedergegründeten Hauses.
Der 1990 von Elmar Faber und seinem Sohn Michael gegründete Verlag Faber & Faber gehörte zu den wenigen Nachwende-Gründungen, die die gebeutelte Buchstadt auch überregional im Gespräch hielten. Nachdem Michael Faber ins Amt des Leipziger Kulturbürgermeisters gewechselt war (von 2009 bis 2016), und sich kein geeigneter Mehrheitseigner finden ließ, wurde die Verlagsproduktion 2014 eingestellt; im Dezember 2017 verstarb der Verlagsgründer Elmar Faber.
Im kommenden Herbst wird sich der wiedererweckte Verlag nun mit neuen Büchern unterm alten Namen zurückmelden. Michael Faber hat den Verlag mit seinem älteren Bruder, dem Arzt Renaldo Faber und einem weiteren stillen Gesellschafter neu gegründet. [...]
Das neue Programm, das 16 Titel umfassen soll, wird in vielen Belangen auch das alte sein: Belletristik, Kulturgeschichte und Kunst, vor allem aber hochwertig illustrierte Literatur. „In die Lücke, die wir da hinterlassen haben“, so Faber, „ist kein Verlag wirklich reingezogen“. [...]
Deutlich stärker als bislang will sich Faber auf dem Feld der zeitgenössischen Literatur engagieren. Quasi als „Türöffner“ für das neue Programm und als Verbeugung vor Alt-Verleger Elmar Faber wird bereits im Sommer dessen Briefwechsel mit Christoph Hein ausgeliefert („Ich habe einen Anschlag auf Sie vor“). Hein, der im April seinen 75. Geburtstag begeht, hat über 37 Jahre mit Elmar Faber korrespondiert, sagt Michael Faber, der den Briefband ediert hat
[...Die Reihe „Graphischen Bücher“ wird mit Texten] von Ingeborg Bachmann und Carl Einstein [...] fortgeführt. [...]
Michael Faber weiß, dass er sich auf ein ehrgeiziges Unternehmen eingelassen hat. In den Jahren, in denen er im Leipziger Rathaus saß, haben ein verändertes Leseverhalten, der Strukturwandel der Medien und die Digitalisierung die Branche ziemlich nachhaltig umgekrempelt. Rezepte, die gestern noch funktionierten, müssen für morgen und übermorgen nicht unbedingt taugen. Michael Faber gibt sich zuversichtlich: „Wir hoffen, in den kommenden zwei, drei Jahren den Platz, den wir verlassen haben, wieder besetzen zu können.“

 (Nils Kahlefend)

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So, 17.03.2019

Mit Winkelhaken und Bleisatz

Mit einer Finissage endet am kommenden Sonnabend die Winterausstellung der EREMITAGE GRANSEE „Bernd Friedrich: Mit Winkelhaken und Bleisatz, Druckexperimente und Mail-Art“.

Die Grafiken des Berliner Künstlers Bernd Friedrich Schulz, Mitglied der Pirckheimer Gesellschaft, sind meist gegenwartsbezogen. Unter anderem lassen sich dort Arbeiten zum diesjährigen 100. Geburtstag von „Anna Blume“, dem bekanntesten Gedicht Kurt Schwitters, sowie zum Bauhaus-Jubiläums entdecken. Ein ganz besonderer Reiz dieser auf einer Handpresse angefertigten Blätter liegt darin, dass Friedrich historische Lettern und weitere Materialien jener Zeit verwendete.  

Während dieser Finissage zeigt er einige seiner Künstlerbücher und gewährt in dem Zusammenhang auch Einblick in seine Arbeitsweise.

Umrandet wird das wie immer mit Kaffee und Kuchen - außerdem erhält jeder Besucher eine kleine aktuelle Grafik des Künstlers.

Ausstellung: 11. Dezember 2018 - 23. März 2019
Finissage: 23. März 2019, 16 Uhr

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Axel Bertram, Grafisches Gestalten in fünf Jahrzehnten, Lehmstedt Verlag 2012, ISBN 978-3-942473-38-5

Axel Bertram (1936 - 2019)

Axel Bertram ist nach langer Krankheit am 16. März 2019 in Berlin gestorben.

"Axel Bertram war der vielseitigste und einflussreichste Gebrauchsgrafiker der DDR. Seinen Namen kennen nur Spezialisten, seine Werke kennt jeder, der in der DDR gelebt hat", heißt es in einer Pressemitteilung des Leipziger Lehmstedt Verlags.

Bertram wurde am 26. März 1936 in eine Dresdner Kaufmanns-Familie hineingeboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Freital. Nach seinem Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee war er 1960 als freiberuflicher Grafiker Mitbegründer der einflussriechen Ateliergemeinschaft „Gruppe 4“, der er bis 1970 die Treue hielt. Seit 1965 war eir Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Von 1977 bis 1992 lehrte er als Professor für Schrift und gebrauchsgrafisches Gestalten an der Berliner Kunsthochschule. Axel Bertram gestaltete zahlreiche Bücher und Plakate, schuf das Logo zu den Weltfestspielen 1973 und entwarf das Layout der legendären Zeitschriften „Sibylle“ und „Wochenpost“.
Von 1982 bis 1990 war Bertram überdies Leiter des künstlerischen Beirates der Staatsbank der DDR und gestaltete Umlauf- und Gedenkmünzen. Für die Pirckheimer-Gesellschaft schuf er zum 25-jährigen Bestehen eine Medaille, die als Jahresgabe 1981 ausgereicht wurde. Auch zahlreiche Briefmarken gehen auf seine gestalterischen Ideen zurück. Als Schriftgestalter entwickelte er die spezielle Fernsehschrift Videtur sowie den OpenType-Font Rabenau Pro.

In der Mitteilung des Lehmstadt-Verlags heißt es: „Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift. Er sah sich vielmehr als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers und suchte stets aufs Neue nach der perfekten Lösung einer konkreten Aufgabe.

Sa, 16.03.2019

Im Licht von Raum und Zeit

Unter diesem Titel zeigt das Klingspor-Museum Fotografien und Künstlerbücher von lnes von Ketelhodt

lnes von Ketelhodt blickt auf ein über 30jähriges Buchschaffen zurück und gehört schon seit vielen Jahren zu den Protagonistinnen des zeitgenössischen Künstlerbuches. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch die Kombination von Fotografie und Typografie aus. Verfremdung, Unschärfe und Langzeitbelichtung führen zu ungewöhnlichen Seherfahrungen. Oft wirken ihre Bilder wie Traumsequenzen oder lassen Zeitabläufe erkennen. Immer stehen die Fotografien im Wechselspiel mit typografisch sorgfältig inszenierten Texten, die von der Romantik bis zur Gegenwart reichen. 

Eröffnung: 31. März 2019, 11.30 Uhr, es spricht Paul van Capelleveen, Koninklijke Bibliotheek, Den Haag, musikalische Begleitung Kerstin Fahr 
Ausstellung: 31. März - 19. Mai 2019

Klingspor Museum Offenbach
Herrnstraße 8, Büsing Palais, 63065 Offenbach am Main

Do, 14.03.2019

Hokkei, Stillleben: Ukifune, Abbn. © MKG Hamburg

Surimono?

Surimono (japanisch „Drucksachen“) stellen eine besondere Form des japanischen Farbholzschnitts dar. Der Begriff bezeichnet Grußkarten mit kurzen Dichtungen wie Haiku oder Kyoka, die von Einzelpersonen, Dichtervereinigungen, Unternehmen wie Restaurants oder Theatern in Auftrag gegeben und zu verschiedenen Anlässen an Freunde und Bekannte verschenkt wurden. Im Unterschied zu den handelsüblichen Farbholzschnitten waren Surimono nicht für den Verkauf bestimmt. Produziert wurden sie über einen Zeitraum von annähernd 150 Jahren zwischen 1730 und 1880.

Die Formate der Drucke reichen von kleinen Blättern mit den Maßen 6 x 8 cm bis hin zu Großformaten mit den Abmessungen 36 x 58 cm. Viele der heute noch erhaltenen Surimono wurden in aufwendigen und kostenintensiven Druckverfahren hergestellt, die auch Prägungen, Gold- und Silbereffekte einschließen konnten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie bei Sammlern japanischer Farbholzschnitte aus Europa und den USA zu begehrten Objekten, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden sie auch in Japan hoch geschätzt. (Nach: Wikipedia.)

Zu den Künstlern, die sich dieser intimen Graphik widmeten, gehörten beispielsweise Katsushika Hokusai (1760–1849), dessen Einfluß auf europäische Künstler wie Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Egon Schiele und Gustav Klimt allgemein bekannt ist; sein Schüler Totoya Hokkei (1780–1850), oder der hier mit einem „in seiner graphischen Gestaltung und seinen Farbkontrasten besonders exquisiten Blatt“ vorgestellte Hokuga Yamadera, von dem man wohl nur weiß, daß er um 1830 bis 1853 tätig war.

Mit dem dreibändigen, im OSTASIEN Verlag in Gossenberg erschienenen Katalog Warten auf das Neujahrslicht werden alle bis einschließlich 2006 in den Bestand des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKGH) gekommenen Surimono vorgelegt. Er führt dem Leser jedes der 173 Einzelblätter und ein Album der Sammlung mit farbigen Abbildungen sowie Übersetzungen und Interpretationen der Gedichte in deutscher und japanischer Sprache vor Augen, erklärt die angewandten Drucktechniken und bettet die Surimono in ihren kulturellen Hintergrund ein. Detailaufnahmen bieten Einblicke in bemerkenswerte Techniken und Arbeitsweisen.

Ein ausführliches Glossar, in dem für das Verständnis der Graphiken und Gedichte wichtige Begriffe aus der japanischen Geschichte, dem Theater, der Fauna und Flora oder anderen Bereichen erläutert werden; Verzeichnisse der Surimono-Künstler und ihrer Siegel; der Dichter sowie der Dichterclubs, in deren Auftrag viele der Surimono entstanden, und deren Marken und Embleme runden die Darstellung ab.

Die Katalogbände werden auf der entsprechenden, informativ verlinkten Webseite des OSTASIEN Verlags in Text und 17 Bildern anschaulich vor- und dargestellt. Hervorhebenswert ist die Rezension in den Hamburger China-Notizen.

Der in dieser Ausführlichkeit und opulenten Bebilderung seinesgleichen suchende Katalog dürfte nicht nur die Liebhaber von Japonica, sondern auch Bibliophile begeistern, die sich dem Sammeln von Gelegenheitsgraphik verschrieben haben.

(Bernd-Ingo Friedrich)

Warten auf das Neujahrslicht. Japanische Grußblätter (Surimono) aus dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Herausgegeben von Ursula Lienert, Hannelore Dreves und Mizuki Wildenhahn. Gossenberg: OSTASIEN Verlag 2011. (Deutsche Ostasienstudien 5.)

Thomas Ranft, Till Sailer und Gregor Torsten Kozik vor Gemälde von Kozik

Landschaftssicht = Weltsicht?

Clara-Mosch-Ausstellung auf der Burg Beeskow

Gleich zwei Ausstellungen auf einmal wurden am Sonnabend auf der Burg Beeskow eröffnet. Das ist ungewöhnlich, zumal die Präsentation im Erdgeschoss das Wirken einer Künstlergruppe unter dem Namen Clara Mosch betraf, die von 1977 bis 1982 bestand. In der oberen Etage aber waren Arbeiten zu sehen, die im vorigen Jahr bei einem dreiwöchigen Symposium mit Teilnahme von Künstlern aus Sachsen und Brandenburg in Lübbenau entstanden. Die Berührungspunkte zwischen beiden Expositionen erklärte Burgchef Arnold Bischingen in seiner Begrüßung der rund 50 Gäste der Vernissage so: „Damals wie heute setzen sich Künstler im Verlauf ihres künstlerischen Zusammenseins mit kollektiven und individuellen Perspektiven, Befindlichkeiten und Sehnsüchten und mit gesellschaftlichen Modellvorstellungen auseinander.“ Verbindend ist auch, dass zwei Künstler der Karl-Marx-Städter (heute Chemnitz) Gruppe bei dem von Herbert Schirmer einberufenen Lübbenauer Symposium auch dabei waren: Thomas Ranft, das Haupt von Clara Mosch, der Gruppe, die den Namen nach den Anfangsbuchstaben ihrer fünf Mitglieder gewählt hatte, und Gregor Torsten Schade, seit 1980 Kozik.

Clara Mosch, bestehend aus Carlfriedrich Claus, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor Torsten Schade, konnten in der DDR künstlerisch nur in einer politischen Grauzone an die Öffentlichkeit treten, denn „die Künstler setzten sich bewusst ab vom vorgegebenen Stil des sozialistischen Realismus und entwickelten unabhängig ihre eigenen Kunstformen“, so Arnold Bischinger. Herbert Schirmer hat nun gemeinsam mit Thomas Ranft versucht, die Landart-Aktionen der Clara-Mosch-Künstler unter den gegenwärtigen Bedingungen wiederzubeleben. Das Thema der zweiten Ausstellung, „Landschaftssicht = Weltsicht?“ stellt die Landschaft des Spreewaldes in den Fokus der aktuellen Weltsicht, ob es die abgelegene Wasserlandschaft der Lausitz ist oder das Besucherbergwerk „Abraumförderbrücke F60“ am Bergheider See. Und damals wie heute kommt es „im ungestümen Malprozess zu spannungsvollen Bildfindungen“, wie Herbert Schirmer bezüglich Gregor Torsten Kozik feststellt, als auch wie bei Thomas Ranft zu „filigranhaften, transparenten Geweben aus ungezählten Linien und Punkten, die den Charakter von meditativen Niederschriften aufweisen“.

Ilona Weser, frühere Leiterin des Beeskower Kunstarchivs, freut sich über die interessante Ausstellungskonzeption und besonders auch, dass viele Blätter von Clara Mosch aus dem Kunstarchiv stammen.

(Elke Lang)

Ausstellung: bis 26. Mai 2019
12. April 2019, 19 Uhr Gespräch mit Christiane Bergelt, Micha Brendel und Herbert Schirmer

Burg Beeskow

Di, 12.03.2019

Die Neuhauser Kunstmühle präsentiert Remigio

Die Neuhauser Kunstmühle präsentiert an gewohnter Stelle auf der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr vor allem ihr Projekt „Remigio“ (Näheres auch auf facebook) und die Tapete von Markus Krön (die nebenstehende Abb. zeigt einen Ausschnitt). Und wie alljährlich zeigt die Neuhauser Kunstmühle mit Thomas Franke an der Steindruck-Presse, wie eine Lithografie entsteht!

21. - 24. März 2019

Leipziger Buchmesse
Halle 3, Stand H 402

Thomas Reinecke "Entdeckerfreuden - Der Wehrhahn Verlag", Marginalien #232, S. 41ff

Der Wehrhahn Verlag kommt nach Leipzig

Aufmerksamen Lesern der Marginalien wird nicht entgangen sein, dass der Wehrhahn Verlag aus Hannover in der Vergangenheit nicht auf den Messen in Leipzig und Frankfurt vertreten war. Diese Information von Thomas Reinecke in den Marginalien wurde, kaum erschienen, von der Realität eingeholt: In wenigen Tagen werden wir Matthias Wehrhahn auf der Leipziger Buchmesse an seinem Verlagsstand in Halle 5, E 405a. finden.

So, 10.03.2019

Jan Tschichold – ein Jahrhunderttypograf?

Blicke in den Nachlass

Obwohl selbst nie am Bauhaus tätig gewesen, gilt der in Leipzig geborene Typograf, Plakatdesigner und Buchgestalter Jan Tschichold (1902–1974) als einer der wichtigsten Vertreter der funktionalen Typografie. Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in seiner neuen Wechselausstellung die Meilensteine seines typografischen Lebenswerkes.

Der 176 Kisten umfassende Nachlass Tschicholds gewährt Einblick in alle Schaffensperioden und Meilensteine seiner typografischen Arbeit: Beginnend mit den ersten Skizzenbüchern des 16-Jährigen über zahlreichen Schriftentwürfe, Studien zu Buchcovern und Arbeiten im Umfeld der „Neuen Typographie“ bis hin zu seinen pädagogischen Schriften und den Arbeiten für die gestalterischen Gesamtauftritte großer Unternehmen. Anhand einer Auswahl von ca. 200 Objekten führt die Ausstellung durch die Biografie dieses Jahrhunderttypografen, dessen Leben von zahlreichen, auch exilbedingten Brüchen und Neuanfängen geprägt ist. Dieses „Zick-Zack“ durch das Jahrhundert der Typografie bettet Tschicholds berühmte Arbeiten aus den 1920er-Jahren in den Kontext seines Gesamtwerkes. Dass die „Neue Typographie“ im Umfeld des Bauhauses, die Tschicholds Ruhm begründet hat, dabei nur eine Facette des Werkes darstellt, wirft auch ein neues Licht auf 100 Jahre Rezeption des Bauhauses.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch, knapp 400 Seiten, Wallstein Verlag, 24,00 Euro.

Ausstellungseröffnung: 18. März 2019, 19:30 Uhr
Ausstellung: 19. März - 8. September 2019

Deutsches Buch- und Schriftmuseums / Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig
in Kooperation mit der Universität Erfurt

Sa, 09.03.2019

Janosch - zurück im Bilderbuchmuseum

Endlich ist es soweit! Nach langen Reisen zu unterschiedlichen Ausstellungshäusern und -orten sind die Originalarbeiten von Janosch wieder im Bilderbuchmuseum Burg Wissem eingetroffen.

Ein guter Grund, den „Vater der Tigerente“ mit einer großen Schau willkommen zu heißen. Lieblinge wie Tiger und Bär, die nach Panama reisen, werden dabei ebenso zu sehen sein wie Märchenillustrationen, Originale zu Kasper Mütze oder Postkartenentwürfe.

Janosch, sowohl Maler, Zeichner als auch Autor, ist einer der erfolgreichsten deutschen Bilderbuchillustratoren, der seit 1960 Kinder wie Eltern begeistert. Er veröffentlichte bis heute fast 400 Bücher, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden. Das Bilderbuchmuseum in Troisdorf verfügt über den weltweit größten Bestand an Janosch-Illustrationen aus der Dauerleihgabe der Janosch-Film & Medien AG Berlin.

Ausstellung: 17. März - 30. Juni 2019

Heinrich Stieglitz, ein Denkmal

Bernd-Ingo Friedrich veröffentlichte jetzt bei Arnshaugk, Neustadt den zweiten Teil seiner Forschung zu Heinrich Stieglitz.

Heinrich Stieglitz (1801-1849) gehört zu den Persönlichkeiten, deren Bild sich durch interessengeleitete Wahrnehmung, Deutung und Bewertung schon zu Lebzeiten weitgehend verfestigt hat. Ein solches auf verschlungenen Pfaden tradiertes und durch die Macht steter Wiederholung erstarrtes Bild infrage zu stellen, gehört zu den vorrangigen Aufgaben biographischer Forschung, wie sie sich der Pirckheimer Bernd-Ingo Friedrich bereits zu Gottlob Leopold Immanuel Schefer (1784–1862) und Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) verschrieb.

Der zweite Band des Denkmals für Heinrich Stieglitz ist seinem Werk gewidmet.
In einem ersten Teil werden „Der Dichter Heinrich Stieglitz“, seine Bilder des Orients und die im vierten Band derselben enthaltene Tragikomödie „China“ in Beziehung zur Gesamtheit der deutsch-orientalischen Dichtung des 19. Jahrhunderts gesetzt. Ein Verzeichnis der Publikationen und nachgelassenen Produktionen runden die Bestandsaufnahme ab. Dem Anhang „Heinrich Stieglitz als Texter“ folgt eine ausführlich kommentierte Bibliographie der Vertonungen seiner Gedichte. Der zweite Teil besteht aus rund 90 „Nachklängen“, also „einer kritischen Sichtung und Neubewertung überlieferter Interpretationen und bekannter Quellen“, sowie einer kurzen Zusammenfassung. Ein dritter Teil enthält die Register für beide Bände der Monographie.

Eine Rezension on U.E.G. Schrock erschien in Marginalien, # 229, S. 96f

Friedrich, Bernd-Ingo: Heinrich Stieglitz, ein Denkmal.
Erster Teil: Biographie und Exkurse. Arnshaugk Verlag 2018. ISBN 3-944064-88-7. 58,– €
Zweiter Teil: Anhänge, Nachklänge und Register. Arnshaugk Verlag 2019. ISBN 3-944064-89-5. 58,– €

Fr, 08.03.2019

FRIEDER HEINZE – Arbeiten auf Papier

Mystisch und geheimnisvoll wirken die Malereien und Grafiken des in Leipzig geborenen Künstlers Frieder Heinze. Der Schüler von Bernhard Heisig und Werner Tübke, Mitinitiator und -gestalter des 1. Leipziger Herbstsalons (1984)  kehrte sich schon früh von einer Darstellungsart ab, für die u.a. seine Lehrer exemplarische Gestaltungskonzeptionen entwickelten. Frieder Heinze verwarf die figürlich-illusionistische Malerei mit einem starken narrativen Bezug und entwickelte einen formel- und flächenhaften Malstil. Ornamenthafte Zeichen, kalligraphische Elemente, urtümliche Gestalten, auch Zitate mittelalterlicher religiöser Kunst verbreiten sich labyrinthartig über die Fläche, bevölkern in großer Dichte die gemalten bzw. gezeichneten Bildteppiche. Nicht von ungefähr wurde oft und richtig auf die Nähe der Bildsprache des Künstlers zu prähistorischen Darstellungen verwiesen. Frieder Heinze gefällt das Diktum von Picasso, der nach Besichtigung neu entdeckter Höhlenmalereien der Steinzeitmenschen mit Blick auf die eindrucksvollen Tierdarstellungen gesagt haben soll, dass die Künstler nichts dazugelernt hätten. Aber nicht nur Prähistorisches bzw. die sogenannte Kunst der Naturvölker bieten Inspirationsquellen. Die ausgestellten Lithografien, die in Teilen handkoloriert wurden, weisen auch deutliche Bezüge zu surrealistischen Strömungen auf. Der schier unerschöpfliche Erfindungsreichtum Frieder Heinzes schlägt eine Brücke von den phantastischen und seltsam verstörenden Figuren eines Hieronymus Bosch hin zu Bildschöpfungen von Klassikern der Moderne wie Paul Klee und Miró.

(Matthias Frohl)

Ausstellungseröffnung: 16. März 2019, 16.00 Uhr, Frieder Heinze wird mit den Ausstellungsgästen ein originalgrafisches  Ausstellungsplakat drucken und auf Wunsch signieren.
Ausstellung: 16. März - 31. Mai 2019

Galerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a.d. Havel

Di, 05.03.2019

Hits! No.2 – Präsentation zur Leipziger Buchmesse

Zehn Lieder – Zehn Drucker*innen – Zehn Einblattdrucke

Annegret Frauenlob präsentiert die zweite Ausgabe der Hitbox – ein musikalisch-grafisches Gemeinschaftsprojekt – am Messestand von Friederike von Hellermann.

Die Top Ten der Buchdrucker*innen 2018 wurden gedruckt von Alexandra Frohloff, Julienne Jattiot (carpe plumbum), Thomas Siemon (carpe plumbum), Marc Berger (edition schwarzdruck), Nadine Respondek (augen.falter), Thomas Konietschke (kaefertalpresse), Annegret Frauenlob, Friederike von Hellermann, Markus Färber und Sven Märkisch (edition sand)

Marktplatz Druckgrafik, Halle 3 – Stand C525