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Jens-Fietje Dwars

Pirckheimer-Blog

Jens-Fietje Dwars

Fr, 30.04.2021

Screenshot der heutigen Online-Ausgabe

Mackensen illustriert Goethes frivolste Werke

"Mit sinnlichen Bildern hat der Sondershäuser Maler Gerd Mackensen eine Sammlung erotischer Geschichten und Gedichte von Johann Wolfgang Goethe illustriert. Mit Szenen wie bei heimlichen Blicken durch die Schlüssellöcher fremder Schlafzimmer erspäht, übersetzt Mackensen einige der rneistzensierten Texte vom meistzitierten deutschen Autoren in explizite Bildsprache. [...] in einem kunstvoll gestalteten Büchlein mit dem Titel „Erotica" [...] sind Werke versammelt, die Goethe selbst in einer verschlossenen Mappe verwahrt hielt, weil Freunde und Förderer ihm geraten hatten diese Texte nicht zu veröffentlichen", erklärt Jens-Fietje Dwars, der Herausgeber [...] „Einige der Texte wurden erst 70 Jahre nach dem Tod des Dichters erstmals gedruckt. Unverändert allerdings nur in kleinen Privatauflagen. [...] In unserer Ausgabe aber lassen wir natürlich keinen der noch so ausdrucksstarken Worte aus Goethes Originaltext weg", versichert er. Geradezu angestachelt von der mitunter derben Deutlichkeit des Dichters, habe er Zeichenstift und Pinsel ebenfalls ungehemmt freien Lauf gelassen, bekennt der Maler Gerd Mackensen. [...]"

(Timo Götz, in Thüringer Allgemeine, 30.4.2021)

Do, 22.04.2021

Goethe - Erotica
Gerd Mackensen, „Nur eine Nacht“, Lithografie auf 21 x 28 cm Büttenpapier

Außer der Reihe

Herausgegeben und gestaltet von Jens-Fietje Dwars erscheint in der Edition Ornament des quartus-Verlag "Johann Wolfgang Goethe. Erotica" mit Farbzeichnungen von Gerd Mackensen.

Goethe gehört nicht nur bis heute zu den meistzitierten, sondern war bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch einer der meistzensierten Autoren deutscher Sprache. Eben weil er als Dichterfürst und "Lehrer der Nation" galt, durfte sein Werk nichts Unschickliches enthalten. Wobei er selbst Hand an seine Texte legte: Obszönes, wie "Hanswursts Hochzeit", Invektiven gegen die Doppelmoral der frömmelnden Speichellecker in den "Venezianischen Epigrammen" und sein Bekenntnis zur Lust an der Lust in den "Römischen Elegien" und dem späten Gedicht "Das Tagebuch" - all das hatte er in einer Mappe mit dem Titel "Erotica" ausgesondert und seinem Nachlass-Herausgeber Eckermann anvertraut. Die Editionsgeschichte der Texte gleicht einem Krimi, denn unliebsame Stellen wurden im Manuskript ausradiert, weggeschabt und abgeschnitten, als Geheimdepot im Staatsarchiv gelagert und erst 1914 in den Ergänzungsbänden der Weimarer Ausgabe gedruckt, und selbst dort noch unvollständig. Die vorliegende Ausgabe bringt all diese Texte, reduziert aber Goethe nicht auf das "Verbotene". Vielmehr folgt sie der Spur des Erotikers durch sein gesamtes Werk, um die Liebe - in all ihren Facetten und abgründigen Paradoxien - als den offenbar geheimen Motor seines Lebens und Dichtens freizulegen, sichtbar zu machen. Und dies dank der expressiv kraftvollen Zeichnungen des Malers Gerd Mackensen auf die denkbar schönste Weise.

192 Seiten, 15,5 x 24,5 cm, Festeinband in Ganzleinen schwarz mit Prägeschrift in Rot und Weiß sowie handgeleimtem Deckelschild in Prägung, durchgehend ganzseitige Farbabbildungen.
ISBN 978-3-947646-28-9, 39,90 EUR

Vorzugsausgabe A: Nr. 1 bis 20 mit der signierten Lithografie "Eine Nacht nur ..." sowie einer unikalen Originalzeichnung.
Da die Litho und ein Teil der Zeichnungen größer sind als das Format des Buches, fertigt die Buchbinderin Silke Steinhagen (Weimar) eine A4-Hülle aus 350 g-Karton mit eingelegtem Buch und einer Grafik-Mappe. Es besteht auch die Möglichkeit, weitere Originalzeichnungen, die für das Buch geschaffen wurden, zu erwerben, sie werden dann in der Mappe geliefert.
Preis ab 300 €, entspr. gewählter Zeichnung(en).

Vorzugsausgabe B: Nr. 21 bis 50 mit der signierten Lithografie "Eine Nacht nur ..."
Preis: 120 €

Mo, 21.09.2020

Fotos © ad

Jahrestreffen - Tag 3


Ferdinand Puhe


Rudolf Angeli


Matthias Koloßa


Prof. Peter Arlt


Till Schröder


Gerhard Rechlin


Dr. Thilo Berkenbusch


Jutta Osterhof (Mitgliederbetreuung), Matthias Haberzettl (Mitgliederbetreuung), Dr. Thilo Berkenbusch (Schatzmeister), Dr. Ralph Aepler (Vorsitzender des Vorstandes), Ralf Wege (Presse und Medien), Till Schröder (Stellv. Vorsitzender des Vorstandes)


Matthias Haberzettl und Dr. phil. Jens-Fietje Dwars

Di, 04.08.2020

Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag - Hrg. Jens Kirsten/Ulrich Kaufmann

Jens-Fietje Dwars zum 60.

Thüringen feierte am 2. August in Jena den 60. Geburtstag Geburtstag des Pirckheimers Jens Fietje Dwars, Mitglied der Redaktionskommission der Marginalien.

Matthias Biskupek schreibt über ihn: "Weil ... gern alle Werke aufgezählt werden: bei Dwars müssen wir summarisch bleiben: eigene Bücher und Filme: zwei Dutzend. Herausgaben von Anthologien von und für Kollegen: drei Dutzend. Verlegte Bücher: vier Dutzend in seiner „Weißen Reihe“ und der „Edition Ornament“. Für das Literaturjournal PALMBAUM mit jeweils individueller grafischer Titelgestaltung ist er seit 2005 Chefredakteur. Rezensionen, Wortmeldungen, polemische Beiträge, Glossen, Ausstellungstexte – vermutlich mehrere hundert."
Und Biskupek notiert in seinem Tagebuch: "Die Gäste für Jens-Fietje Dwars zum 60. treffen ab 15:00 langsam im Schillerhof ein. Der Jenaer Buchhändler, die Ahrenshooper Urlaubs-Gastgeber, Quartus-Verleger Ignasiak, der eine PALMBAUM-Broschüre verteilt: "Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag" (Hg. Jens Kirsten/Ulrich Kaufmann). 30 Bildende Künstler und Schriftsteller. Der Jubilar selbst verteilt ein eigens produziertes Doppelblatt „VERBORGEN Dreifach“, jeder Geburtstagsgastfamilie gewidmet. Dwars erzählt einen Film, den er zur Feier einer Niederlage (Frankreich/Preußen 1806) produzierte.
Da sitzen der [Vorstands-Chef ...] der Pirckheimer-Gesellschaft
Aepler, der Meistergrafiker Kay Voigtmann, Dichter Peter Gosse und Frau. Man plaudert über Jens Henkels burgart-presse. Etwas später kommen die Scherzers, noch später Kati Zorn und Mario. Horst-Peter Meyer, Kaffee, Kuchen, kleine und große Gerichte a la cart."

Für alle die nicht da waren, das Buch zum Nachmittag "Sisyphos des schönen Buches: Jens-Fietje Dwars zum 60. Geburtstag" (12 € plus Versand - Bestellung bitte an quartus-Verlag).

Mo, 25.03.2019

klick nebenstehend Leipziger Buchmesse 2019

Impressionen von der Leipziger Buchmesse

Vier ereignisreiche Tage verbrachte die Pirckheimer-Gesellschaft in Leipzig, durch den Vorstand vertreten mit Ralph Aepler, Matthias Haberzettl, Jutta Osterhof, Ralf Wege und weiteren Pirckheimern, wie Katrin und Charlotte Aepler, Abel Doering, Jens-Fietje Dwars und Till Schröder und unterstützt durch viele Pirckheimer, die sich mit eigenen Ständen auf der Messe präsentierten. Und, obwohl die Anzahl der Neueintritte mit 10+ nicht ganz an die der letzten Jahre herankam, war der Pirckheimer-Auftritt in Leipzig erfolgreich. Wir bestritten viele Auftritte auf der Lesebühne, so u.a. mit den Bücherkindern Brandenburg, mit Hartmut Andryczuk und Jens-Fietje Dwars, mit dem Quarch-Verlag, über den in Leipzig eine Dokumentation vorgestellt werden konnte, die alle Pirckheimer in diesem Jahr als Jahresgabe erhalten werden, mit Marc Johne vom BODONI-Vielseithof, wir stellten die Marginalien einer breiten Öffentlichkeit vor und vertieften unsere Zusammenarbeit mit Kunsthochschulen.
Viele Pirckheimer und andere Freunde des gut gemachten Buches und der Druckgraphik besuchten uns, für alle, denen das verwehrt blieb, hier einige Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2019. (Fotos © Ralph Aepler, Abel Doering, Manfred Krause, Ralf Wege).

... siehe auch Renate Bojanowski und Mironde Verlag.

So, 24.02.2019

Friedenauer Presse: Gestern-Heute-Morgen

Am 21. März 2019 | 11:00 – 11:30 Uhr wird sich auf der Leipziger Buchmesse im Gespräch mit Jens-Fietje Dwars die neuen Verlegerinder Friedenauer Presse Friederike Jacob vorstellen.

Im Berliner Stadtteil Friedenau 1963 von Andreas Wolff gegründet, 1983 von der Tochter Katharina Wagenbach-Wolff übernommen, fand im 55. Jahr des Bestehens nun wieder ein Generationenwechsel statt. Die Friedenauer Presse wird seit 2017 von der Slavistin und Verlegerin Friederike Jacob geleitet.
Im Gespräch mit der Verlegerin und einem Sammler, moderiert von Jens-Fietje Dwars, stellt die Pirckheimer-Gesellschaft das neue Programm der Presse vor, blickt zurück auf die Höhepunkte der bisherigen Verlagsgeschichte und fragt, warum es auch morgen noch Sammler solch legendärer Pressendrucke geben wird, die den Leser mit Inhalt und Ausstattung gleichermaßen beglücken.

Leseinsel Sachbuch + Buchkunst, Halle 3, Stand B600

Chromosom XY. Männerkunst - Herrenkunst, Wolfgang Müller / An Paenhuysen, Broschur, 120 Seiten, Verbrecher-Verlag, ersch. 1.3.2019, ISBN: 9783957323866

Goebbels Gedichte und Hitlers Bilder

Am 22. März 2019 | 11:00 – 11:30 Uhr wird auf der Leipziger Buchmesse Hartmut Andryczuk moderiert von Jens-Fietje Dwars darüber sprechen, wohin uns artgerechte Kunst, Literatur und Wissenschaft führt.

Neorechtes Denken wird wieder salonfähig? Der Bücher- und Filmemacher Jens-Fietje Dwars liest Gedichte von Joseph Goebbels. Hartmut Robert Andryczuk stellt sein Künstlerbuch Übermalung von Adolf Hitler vor. Dieses Buch ist vom 1.−31. März 2019 in der Ausstellung „Chromosomen XY – Männerkunst, Herrenkunst“ in Berlin zu sehen, die zum Erscheinen des gleichnamigen Buches im BARBICHE stattfindet.

Leseinsel Sachbuch + Buchkunst, Halle 3, Stand B600

Edition Pirckheimer und die Marginalien

Am 21. März 2019 | 16:00 – 16:30 Uhr werden auf der Leipziger Buchmesse die Marginalien vorgestellt.

Seit drei Jahren erscheint die traditionsreiche Zeitschrift, die 1956 gegründet wurde, im kleinen Thüringer quartus-Verlag. Durch Gewinnung neuer Autoren und Künstler gelang es, wieder an beste Zeiten anzuknüpfen. Das Papier wurde verändert, gefragte Grafiker wie Strawalde, Klaus Süß, Moritz Götze und Susanne Theumer lieferten originale Beilagen und die Redaktion wurde verjüngt. 2019 beginnt mit der Herausgabe einer „Edition Pirckheimer“: einer Sammlung von Originalgrafik in A3. Zwei Blätter sollen pro Jahr erscheinen, das erste stammt von Baldwin Zettl, dem Altmeister des Kupferstichs. Erleben Sie den Künstler im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft, Dr. Ralph Aepler und dem neuen Chefredakteur Till Schröder, moderiert von Jens-F. Dwars. Anschließend Signierstunde am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft.

Leseinsel Sachbuch + Buchkunst, Halle 3, Stand B600

Di, 19.02.2019

Dr. Jens-Fietje Dwars (lks.) und Dr. Peter Labuhn, Foto © Ralf Wege

Was ist ein schönes Buch?

Die immer wieder diskutierte Frage „Was ist ein schönes Buch?“ stand während der ersten Veranstaltung 2019 im Literaturhaus Magdeburg auf dem Programm. Erhellende Antworten gaben die Pirckheimer-Mitglieder Dr. Jens-Fietje Dwars und Dr. Peter Labuhn. Sie brachten ihre Sicht zum schönen Buch den rund 50 Gästen des gemeinsamen Neujahrsempfangs des Magdeburger Literaturhaus-Vereins und des Vereins der Bibliophilen- und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt "Willibald Pirckheimer" nahe.

... weiterlesen: Was ist ein schönes Buch?

So, 04.11.2018

HOMMAGE AN SCHWITTERS

Zum ersten Todestag von Horst Hussel (18. November) erschien beim Pirckheimer Jens-Fietje Dwars in der Edition Ornament das Heft "BEGEGNUNGEN MIT KURT SCHWITTERS". 
Horst Hussel (1934-2017) war einer der letzten Dadaisten. Das Heft enthält seine Geschichten um Kurt Schwitters, der Lisbeth, Martha und anderen Damen als der fabelhafte Herr Kuwitter aus Revon erscheint. Nur zwei der neun „Doten“ sind zu Hussels Lebzeiten erschienen, alle anderen stammen aus seinem Nachlaß, ebenso die beiden Radierungen der Vorzugsausgaben sowie neun Fotografien von Dada-Objekten, von denen eine auch der Normalausgabe beiliegt.

350 num. Exemplare, 40 S., 14/20,5 cm, Handfadenheftung von Silke Steinhagen.
Eine montierte Zeichnung und neun Fotografien von Dada-Objekten.
Separat beiliegend das Hussel-Foto „100 000 000 Dada-Grüße“.
ISBN 978-3-943768-99-2
Normalausgabe: 19,90 EUR
Drei Vorzugsausgaben:
A = 10 Expl. mit beiden Radierungen und allen drei Fotografien: 170 EUR
B = 20 Expl: mit der Radierung „Herr Kuwitter“ + dem Foto „Hahn“ mit Phantasiegedicht: 80 EUR
C = 20 Expl. mit der Radierung „Lisbeth & Martha“ + dem Foto „Fisch“: 80 EUR
Die Radierungen wurden von Manfred Wolf (Berlin) gedruckt und mit Hussels Stempel versehen.

Weitere Informationen: edition-ornament.de/...

Do, 02.08.2018

Foto und Video © Ralph Aepler

25 Jahre Palmbaum

Zur Eröffnung der Ausstellung "25 Jahre Palmbaum"  im Haus Dacheröden (Erfurt) las der Hallenser Lyriker und Romancier Wilhelm Bartsch, begleitet vom Jazz-Posaunisten Frieder W. Bergner aus seinem neuen Gedichtband „Gotische Knoten“ (siehe untenstehendes Video). Selbstverständlich ließen sich das die Thüringischen Pirckheimer, darunter Matthias Koloßa, Peter Arlt mit Gattin und Ralph Aepler aus Mannheim nicht entgehen, auch Matthias Biskupek war angereist.

Auf dem nebenstehenden Foto der Chefredakteur Jens-Fietje Dwars, der die einführenden Worte sprach.

 

So, 29.07.2018

Cover mit der Zeichnung von Horst Hussel

Im Zeichen der Palme

Die Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen“ feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung der 25 Andrucke der Zeitschrifteneinbände seit 2005 und der besten ihrer originalgrafischen Vorlagen. Gezeigt werden u.a. Arbeiten von Gerhard Altenbourg, Gerd Mackensen, Walter Sachs, Moritz Götze, Ulrike Theusner, Karl-Georg Hirsch, Kay Voigtmann und Klaus Süß.

Zur Eröffnung liest der Hallenser Lyriker und Romancier Wilhelm Bartsch aus seinem neuen Gedichtband „Gotische Knoten“ – ein furioser Rundumschlag gegen den Zeitgeist mit expressiven Zeichnungen von Gerd Mackensen. Musikalisch begleitet wird er mit satten Klängen, die der Jazz-Posaunist Frieder W. Bergner einem halben Dutzend Blasinstrumenten entlockt, als spiele eine ganze Band.

Zum Abschluss der Ausstellung liest Wulf Kirsten, der wichtigste Autor Thüringens, aus seinem reichen Werk und stellt neue, noch unveröffentlichte Gedichte vor. Außerdem wird er im Gespräch mit Jens-Fietje Dwars, Chefredakteur der Zeitschrift, zu Entdeckungen in der Thüringer Literaturlandschaft einladen.

Eröffnung: 2. August 2018, 19 Uhr
Ausstellung: 2. August - 10. Oktober 2018

Haus Dacheröden | Anger 37 | 99084 Erfurt

Do, 19.07.2018

Lichtung im Unterholz

Die Rettung jener Phänomene, die Rettung verdienen, vollzieht sich mittels Ideen - so sagte es Walter Benjamin. Welche Idee zum Beispiel? Dass nicht jede Anpassung an die fragmentierten Verhältnisse als Lebenskunst zu preisen sei. Und: dass es die Schönheit gibt, die Feinheit, die Kostbarkeit. Worunter freilich sehr Verschiedenes verstanden werden darf. So meinte der Verleger Elmar Faber, an einer Autobahnraststätte in Thüringen gebe es die besten Bratwürste - während sein Autor Christoph Hein behauptete, die schmeckten ein bisschen nach Bitumen und röchen nach Diesel. Was also ist schön und fein? Immer sind es die Fragen, die uns binden - die Antworten trennen uns.

Diese Antwort allerdings schafft Einigkeit: »Marginalien«, die Zeitschrift für Buchkunst und Bibliographie, herausgegeben im Auftrag der Pirckheimer-Gesellschaft, ist ein Kleinod, das sich mit seiner Hinwendung zum schönen Buch sinn- und formbewusst weiter durch die Gegenwart des Schnelldrucks, der papiernen Billigprodukte und der Verfallsdaten rettet. Nun setzt eine verjüngte Redaktion das Werk des langjährigen Kollegiums um Carsten Wurm fort, neuer Chefredakteur ist Till Schröder. Im ersten Heft nach dem Wechsel [# 228] werden eine Ausstellung von Klaus Ensikat betrachtet, Jurek Beckers Postkartenpoesie sowie Druckgrafiken von Hélène Habbot Bautista. Die traditionelle typographische Beilage bietet acht Wald-Gedichte (so Charles Baudelaire, Oskar Loerke, Heiner Müller, Nico Bleutge), gesetzt in der Joanna italic, einer Schrift, »steil und in behutsamer Schräglage« (Matthias Gubig). Peter Gosse hält eine Laudatio auf den Grafikkünstler Karl-Georg Hirsch: »Ethos kommt nicht umhin, vom Ästhetischen hinterschimmert zu werden.«

Bewegung ist Gegenläufigkeit: Neues Redaktionsleben öffnete sich neuen Buchwelten - der Tod schlägt Lebensbücher zu. Im Heft zu lesen: die Grabrede Christoph Heins für den 2017 verstorbenen Präger des Aufbau-Verlages, Elmar Faber. Darin die anfangs erwähnte Bratwurst - die überhaupt kein Gegensatz ist zur Tiefe, mit der hier ein Verleger-Leben genau, grandios heiter und hellsichtig erzählt wird. Einen »tapferen Husaren« nennt Hein diesen Draufgänger im Zweckkostüm des listigen Kunst-und-Kultur-Diplomaten. Hermann Wiedenrot betrauert den ebenfalls 2017 verstorbenen Buchdruck-Meister Wolfgang Tiessen, und verabschiedet wird auch Horst Hussel - von Jens-Fietje Dwars, letzter, in Sorgfalt und Unermüdlichkeit so zugeneigter Verleger des Bild- und Zeichenzauberers: »Hussels Kunst bleibt Nicht-Kunst, um ihrer selbst einzugreifen, und sei es als Irritation.« »Marginalien«, 1957 ins Leben gerufen, ist seit jeher eine Art Lichtungsfreiheit im »Unterholz« des wechselnden Blätterwaldes, wie es die Redaktion betont. Ein Auftrag, der Zukunft hat: die Beharrlichkeitscourage der Büchersammler und -gestalter gegen »Bunt, Laut, Marktschreierisch«.

(Hans-Dieter Schütt in neues deutschland / 19.07.2018 / S.15)

Mo, 19.02.2018

Das Buch »Der Nix« von Pierre Sanoussi-Bliss
Das Buch »Der Nix« von Pierre Sanoussi-Bliss ist im Inselkinder Verlag erschienen.

Veranstaltungen der Pirckheimer-Gesellschaft in Leipzig

  • 15. März 2018 / 15:00 – 15:30 Uhr

Buchkunst im quartus-Verlag II: Die Marginalien – Deutschlands Zeitschrift für Buchkunst
Ralph Aepler, Jens-Fietje Dwars, Matthias Gubig, Till Schröder: Wohin steuert Deutschlands einzige Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie?
Leseinsel Halle 3 Stand H504

  • 16. März 2018 / 11:00 – 11:30 Uhr

„Stets erlebe ich das Falsche. Der alternative Künstlerreport“
(Verlag für Berlin-Brandenburg)
Harald Kretzschmar: Die künstlerische Bilanz eines zeitlebens kritischen Zeichners
Forum Literatur Halle 5 Stand K600

  • 17. März 2018 / 11:00 – 12:00 Uhr

Du liebe Hühnerkastanie – Bücherkinder Brandenburg auf den Spuren von Jurek Beckers Postkartenpoesie
Ralph Aepler, Christine Becker, Bücherkinder Brandenburg: Kinder schreiben, gewinnen Künstler und Politiker, drucken Linolschnitte und stellen nun ihr Buch vor
Moderation: Armin Schubert
Leseinsel Halle 3 Stand H504

  • 17. März 2018 / 13:00 – 13:30 Uhr

Der Nix: Eine Geschichte für Kinder und Erwachsene, gelesen von Pierre Sanoussi-Bliss
Pirckheimer-Gesellschaft in Kooperation mit dem Inselkinder Verlag/ Janet Lindemann & dem Kurznachzehn Verlag GmbH DAS MAGAZIN Die Kulturzeitschrift. Seit 1924,
Mitwirkende: Pierre Sanoussi-Bliss/ Ralph Aepler
"Der Nix" ist eine bezaubernde Geschichte für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene. Die Geschichte handelt von Kaulquappe Kauli, die in einem kleinen See in der Nähe eines Dorfes lebt. Sie möchte kein Frosch werden und träumt davon, eine aus Schaumkronen geborene Nixe zu sein. Bis eines Tages plötzlich ein Sturm über ihrem Teich aufzieht und wundersame Dinge geschehen. In dem Buch geht es um Vorurteile, um Schubladendenken und Anderssein.
Die Botschaft: Egal, wie anders man ist, zusammen ist es zu schaffen.
Anschließend Autogrammstunde auf der Leseinsel und am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. Halle 3 | Stand E 508
Halle 3, Leseinsel H 504

  • 18.03.2018 / 11.00 - 11.30 Uhr

Briefwechsel von Christa und Gerhard Wolf mit Carlfriedrich Claus
Zum 90. Geburtstag von Gerhard Wolf und zum 20. Todestag von Carlfriedrich Claus soll der Briefwechsel zwischen den beiden erscheinen. Jörg Seifert, Kunstkeller Annaberg, stellt das Projekt vor.
Halle 3, Leseinsel H 504 oder am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. Halle 3 | Stand E 508

Sa, 28.10.2017

Palmbaum #65

Am 24. August 1617 wurde in Weimar die »Fruchtbringende Gesellschaft« gegründet - die erste deutsche Literaturvereinigung. Das Erstaunliche daran: Fürsten der protestantischen Höfe erheben die Pflege der deutschen Sprache und Literatur quasi zu ihrem gemeinsamen Regierungsprogramm. Eine real gelebte Utopie? Diese wurde "Vorbild" der »Thüringischen Literaturhistorischen Gesellschaft Palmbaum« e.V.: In der Tradition der »Fruchtbringenden Gesellschaft« stehend, dient der Verein der streitbaren Erschließung des literarischen Erbes sowie der Förderung gegenwärtiger Literatur und Sprache in Thüringen.

Der Pirckheimer Jens-Fietje Dwars und der quartus Verlag geben unter dem Titel Palmbaum im Auftrag der Thüringischen Literaturhistorischen Gesellschaft  gemeinsam mit dem Thüringer Literaturrat zweimal im Jahr ein Literarisches Journal für Thüringen heraus.

Das aktuelle Heft 65 beschäftigt sich mit dem Jubiläum der Fruchtbringenden Gesellschaft. Das Cover ist genial, wie auch alle 64 davor...