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Dan Reynolds

Pirckheimer-Blog

Dan Reynolds

Fr, 08.01.2021

Pamphlet 4

In den Poem Pamphlets, einer unabhängige Verlagsinitiative zu Text, Typografie und Typografie, erschien vom Pirckheimer Dan Reynolds das Essay „Louis Hoell and the making of the Eckmannschrift”. 

Louis Hoell schnitt die Stempel für die einzige veröffentlichte Schrift, die Otto Eckmann je entworfen hat. Die Entstehungsgeschichte der Eckmannschrift wurde oft erzählt. Rückblickend war es diese Schrift, die Karl Klingspors Ruf als Schriftgießer begründete. Doch anstatt die Eckmannschrift aus Klingspors oder Eckmanns Sicht zu betrachten, lenkt Dan Reynolds Essay mit seltenem und unveröffentlichtem Material aus dem Klingspor-Archiv den Fokus auf das, was Hoells Gestaltbeiträge zu dem Projekt gewesen sein könnten.

In der von Jérôme Knebusch und Alice Savoie herausgegebenen Reihe Poem Pamphlet erschienen bislang „About the Blumenbuch” von Jérôme Knebusch, „Robert Thorne and the origin of the ´modern´ fat face” von Sébastien Morlighem und „Ratdolt´s Index characterum, the earliest know type specimen” von Riccardo Olocco.

Dan Reynolds, Louis Hoell and the making of the Eckmannschrift, engl. 
Poem-Editions, Frankfurt a.M., 2020
brosch., 20 Seiten, 12 × 20 cm, Klammerheftung
Offsetdruck auf unbeschichtetem Papier
8 €

Do, 23.05.2019

Eine sehr kalligraphische Kursiv, die heute als Handsatzschrift nur noch selten anzutreffen ist. Sie wurde vor rund 110 Jahren von Walter Tiemann, dem feinsinnigen Schriftkünstler, Typographen, Lehrer und, zusammen mit Carl Ernst Poeschel, Herausgeber der janus-Presse, entworfen.

7. Dresdener Schriftenfest

Inhaltlich knüpft das Schriftenfest an die Themen des Vorjahres an. Es geht um die Formen der Schriften, deren Lesbarkeit, Erkennbarkeit, aber auch deren individuellen Charakter.

Den Auftakt machen Artur Dieckhoff und Jürgen Bönig mit einem Bericht und einem Film über ihre Funde in der bereits 1632 (!) gegründeten Druckerei J. J. Augustin in Glückstadt, die wie die Offizin Haag-Drugulin ein Hort an exotischen, also nicht-lateinischen Schriften war. Einen kleinen Eindruck vermitteln Schriftproben beider Firmen in unserer Ausstellung. Gezeigt wird eine kleine Zahl seltener Proben, darunter auch solche von Jean Midolle

Zwei Persönlichkeiten, die auf den Gebieten Typographie, Schriftentwurf, Kalligraphie wie auch als Dozenten geradezu Bewundernswertes geleistet haben, wollen wir hier gedenken: Hildegard Korger und Axel Bertram

Mit Indra Kupferschmid und dem Schriftdesignerund Pirckheimer Dan Reynolds wurden zwei versierte und sehr kompetente Referenten für die Schriftvorträge gefunden. Darin geht es einmal um die >Forrna<, eine verhältnismäßig junge Grotesk, die zwischen 1966 und 1970 unter der Leitung von Aldo Novarese von einem Designerteam entworfen wurde und bei der Schriftgießerei Nebiolo als Bleisatzschrift herausgekommen ist. 

Ein weiterer Vortrag ist Jean Midolle gewidmet, diesem Tausendsassa, dessen schier unerschöpfliche Phantasie und Vorstellungsgabe die kuriosesten Alphabete hervorbrachte. Er hinterließ ein umfangreiches Schriftenwerk, das einzigartig, doch heute selbst Kennern vielfach unbekannt ist. 

Johann Gottlob Immanuel Breitkopf wurde im November vor 300 Jahren in Leipzig geboren. Anlaß, Person und Gießerei hier zum Thema zu wählen. Breitkopf war ein ideenreicher Mann, er befaßte sich mit dem Notensatz und hat Versuche unternommen, Landkarten mit typographischem Material zu erstellen. Nicht ganz spannungsfrei war das Verhältnis zu seinem Kollegen Johann Friedrich Unger in Berlin. 

Die veränderten Drucktechniken - Bleisatz und Buchdruck gibt es heute fast nicht mehr - werfen die Frage auf, wie sich die handwerklichen Berufe - Schriftgießer, Bleisetzer, Buchdrucker - erhalten lassen. Eine ausführliche Diskussion dazu am Sonntag vormittag.

Schriftenfest Dresden: 15./16. Juni 2019

Offizin Haag-Drugulin Dresden
Großenhainer Str. 11a, 01097 Dresden (im Gebäude der früheren Schriftgießerei Typoart

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