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Bayerische Staatsbibliothek

Pirckheimer-Blog

Bayerische Staatsbibliothek

Do, 25.01.2018

Ausschnitt aus dem Nibelungenlied | Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Handschriften gehen online

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt ein nationales Web-Portal für Buchhandschriften des Mittelalters und der Neuzeit in deutschen Kultureinrichtungen. Unter Projektleitung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz wirken die Universitätsbibliothek Leipzig, die Bayerische Staatsbibliothek und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel zusammen.

Seit dem frühen Mittelalter wurden handschriftliche Texte zunehmend als gebundene Bücher überliefert. Etwa 60.000 dieser Unikate allein aus der Zeit bis um 1500 werden in deutschen Bibliotheken und Archiven aufbewahrt. Zu den prominentesten Vertretern gehören Handschriften des Nibelungenliedes (13. Jh.), die Carmina Burana (um 1230) oder ein Autograph des Decamerone von Giovanni Boccaccio (1370).

Innerhalb der bibliothekarisch-wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur wird sich mit dem Handschriftenportal die zentrale Instanz für digitale Informationen zu Buchhandschriften deutscher Kultureinrichtungen etablieren. Während der Entwicklung der Open-Source-Anwendung werden die verschiedenen User-Communities kontinuierlich eingebunden sein.

Auch die breite Öffentlichkeit wird ohne Schranken auf das Web-Portal zugreifen und sich mit dem ältesten schriftlichen Kulturerbe in Deutschland befassen können. Die Freischaltung einer Beta-Version ist für Sommer 2020 vorgesehen.

Do, 09.11.2017

v.l.n.r.: Béatrice Hernad, Claudia Fabian, Reinhard Grüner, Hubert Kretschmer

We keep on fighting... - zwei Sammler, zwei Konzepte zum wahren Künstlerbuch

Als Begleitveranstaltung im Rahmen der Künstlerbuchausstellung SHOWCASE, die noch bis zum 7. Januar 2018 in den „Schatzkammern“ der Bayerische Staatsbibliothek läuft, lieferten sich die beiden Münchner Pirckheimer Reinhard Grüner und Hubert Kretschmer am 7. November ein Wortduell um das „wahre Künstlerbuch“. Beide sind sowohl Sammler von Künstlerbüchern – aber nicht nur deswegen ausgewiesene Experten, wie zahlreiche Veröffentlichungen (zuletzt R. Grüner in den Marginalien 226) und Ausstellungen bezeugen. Sehenswert sowohl die Homepage von Kretschmers „Archive Artist Publications“ wie auch Grüners „Moderne Buchkunst seit 1960 - Eine private Sicht“.

Große Gemeinsamkeiten also bei beiden Sammlern – aber noch größere Unterschiede, ja Gegensätze, was ihre Auffassung vom „Künstlerbuch“ betrifft. Ist für den einen (R.G.) auch, ja vorrangig das Äußere (Papier, Abbildungen, Herstellung) ausschlaggebend, oft nur im Unikatbuch oder in kleinster Auflage zu verwirklichen, so ist für den anderen (H.K.) allein die Aussage des Künstlers wichtig, durchaus auch einfachste Fotokopien zur weitreichenden Verbreitung.

Aber es führt zu weit, den fast zweistündigen Diskurs, souverän moderiert von der Leiterin der Abteilung Handschriften und Alte Drucke, Dr. Claudia Fabian, und unterstützt von Dr. Béatrice Hernad, in der Abteilung verantwortlich für die Sammlung der Künstler- und Malerbücher, Pressendrucke, die auch die Ausstellung SHOWCASE kuratiert hat, hier auch nur ansatzweise wiederzugeben. Und das ist auch unnötig, denn über den Twitter-Account der BSB kann die gesamte Veranstaltung angeschaut und miterlebt werden.

Erst vor sechs Wochen wurde übrigens Claudia Fabian die Karl-Preusker-Medaille verliehen, und damit ihre (und der Bayerischen Staatsbibliothek) „herausragenden Verdienste für die Erschließung, Erforschung und Sichtbarmachung des schriftlichen Kulturguts vom Mittelalter bis in die neueste Zeit“ gewürdigt.

(Matthias Haberzettl)

Do, 08.09.2016

3 Tage im September

 
Fotos von Ralf Wege und Ralf Parkner auf Facebook durch Klick auf die Vorschau
Drei anstrengende, aber vor allem erlebnisreiche Tage liegen hinter den rund 100 Büchersammlern und Grafikfreunden, die sich am ersten September-Wochenende in München zur Jahrestagung der Pirckheimer-Gesellschaft getroffen haben. Dafür sorgten die Hauptorganisatoren Reinhard Grüner, Ernst Reif und Matthias Haberzettl. Sie hatten ein voll gepacktes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Los ging es am Nachmittag des 2. Septembers mit Führungen durch das Deutsche Museum. Am Abend fand in der Juristischen Bibliothek im Neuen Rathaus die Mitgliederversammlung statt, und die Pirckheimer lauschten dem Festvortrag von Dr. Claudia Fabian. Sie hatte das Thema „Sammelleidenschaft - wissenschaftliche Bibliotheken und ihr Blick auf Sammlungen“ gewählt. Am Sonnabendvormittag trafen sich die Pirckheimer in der Bayerischen Staatsbibliothek. Dort besuchten sie die AusstellungBilderwelten: Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“ und besichtigten das Magazin. Dr. Beatrice Hernad präsentierte ausgewählte Exemplare aus der Sammlung von Künstlerbüchern. Nach einer kurzen Mittagspause hieß es Füße ausruhen und genießen, denn während der Stadtrundfahrt galt es, viele unterschiedliche Seiten Münchens zu entdecken. Am Abend ging es ins Hofbräuhaus. Bevor im dortigen Wappensaal das Festessen serviert wurde, gab es buchkünstlerische Kost der Münchner Pressendruckerinnen Christa Schwarztrauber, Annette Vogel und Traute Langner-Geißler. Am Sonntag konnten die Pirckheimer zwischen einer Führung im Museum Brandhorst oder einem Besuch bei den Münchner Sammlern Reinhard Grüner, Hubert Kretschmer und der Pressendruckerin Christa Schwarztrauber wählen. Danach hieß es für die meisten der Teilnehmer von einem bibliophilen Wochenende mit Gleichgesinnten Abschied nehmen und den Blick nach Potsdam zu richten, wo das Pirckheimer-Jahrestreffen 2017 stattfinden wird.
(Ralf Wege)

Fr, 02.09.2016

Pirckheimer-Jahrestreffen 2016

Heute begann das Jahrestreffen 2016 der Pirckheimer-Gesellschaft in München. Fast 100 Sammler von Büchern und Grafiken und weitere Gäste haben sich angemeldet.
Die Tagungsunterlagen wurden im Motel One beim Deutschen Museum ausgegeben. Fotos: Ralph Aepler
Dr. phil. Winfrid Glocker, Historiker, zeigte im Deutschen Museum, wie Papier von Hand geschöpft wird. Andere erfreuten sich an Büchern aus der RaRa-Abteilung der Bibliothek. Später Mitgliederversammlung in der Juristische Bibliothek im Neuen Rathaus und anschließender Festvortrag von Dr. Claudia Fabian, Ltrn. der Abt. Handschriften und alte Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek. Fotos: Ralf Wege

Fr, 29.07.2016

Jahrestreffen 2016 der Pirckheimer-Gesellschaft

Das Programm für das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in München am ersten September-Wochenende steht jetzt fest. Die Organisatoren Reinhard Grüner, Ernst Reif und Matthias Haberzettl haben in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek, die ebenfalls Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft ist, abwechslungsreiche und interessante Veranstaltungen zusammengestellt. Dazu gehören unter anderem der Festvortrag, die Vorstellung von Pressendruckern im Rahmen des Festessens im Hofbräuhaus und der Besuch bei Sammlern in München.
Weitere Informationen hier oder auf der Homepage der Pirckheimer-Gesellschaft.

Mo, 11.07.2016

Pirckheimer-Abend in der Bayerischen Staatsbibliothek

Am vergangenen Sonntag, dem 3. Juli 2016, trafen sich knapp 10 „Pirckheimer in Bayern“ vor den Schatzkammern der Bayerischen Staatsbibliothek in München zur Besichtigung der Ausstellung „Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“.
In einem dreiteiligen Ausstellungszyklus zeigt die Bayerische Staatsbibliothek 2016/2017 einen repräsentativen Querschnitt ihrer reichen Schätze deutscher Buchmalerei des Spätmittelalters und der frühen Renaissance. Hochkarätige Exponate, die zum Teil erstmals öffentlich zu sehen sind, geben faszinierende Einblicke in vergangene Welten. Auf die Eröffnungsausstellung mit prachtvollen ‚Luxusbüchern‘ folgt im zweiten Teil ‚Ewiges und Irdisches‘ mit prächtigen bunten Turnierbüchern, intimen Andachts-, reich illustrierten Rechtsbüchern und Chroniken“ – so die BSB auf Ihrer Homepage.
In einer Führung durch die beiden Schatzkammern (kostenlos an jedem ersten Samstag des Monats) wurden uns diese „reichen Schätze“ ausführlich erläutert, etwa gleich zu Beginn der „Astronomisch-astrologische Codex König Wenzels“ (Prag um 1400) oder ein prachtvoller Band des insgesamt fünfbändigen „Salzburger Missale“ (um 1470) mit einer ganzseitigen Miniatur von Berthold Furtmeyr, den „Baum des Todes und des Lebens“ darstellend (soweit man bei einer Buchgröße von 38 x 28 cm noch von einer „Miniatur“ sprechen kann – sie gleicht eher einem ausgewachsenen Tafelbild).
„Salzburger Missale“
(Abbildung aus dem Katalog „Bilderwelten“ © 2016 Quaternio Verlag Luzern)
Wir freuen uns jedenfalls schon auf den zweiten Teil der Ausstellung mit nicht weniger prachtvollen „Gebetbüchern, Psaltern, Erbauungs- und Andachtsbüchern“: In den Genuss einer Sonderführung werden am 3. September alle Teilnehmer des Jahrestreffens in München kommen; ein entsprechender Flyer der BSB lag den letzten Marginalien bei.
Aber auch diejenigen Liebhaber der mittelalterlicher Buchmalerei, die nicht nach München kommen können, haben die Möglichkeit eines „virtuellen“ Rundgangs durch die Ausstellung.
Nach der Ausstellung gingen wir gemeinsam etwa 500 Meter in die Türkenstraße: unser Pirckheimer-Freund Hubert Kretschmer hatte uns zur Besichtigung seines „Archive Artist Publications – Archiv Künstlerbücher“ eingeladen.
Seit 1980 sammelt, archiviert und dokumentiert [er] KünstlerPublikationen: Zeitschriften, Flugblätter, Künstlerbücher, Zines, Multiples, Plakate und vieles mehr.“ (siehe hier)
Vor den eindrucksvollen Wänden mit über 600 DIN A4-Archivkartons erläuterte uns der Sammler die Prinzipien und den Aufbau seines Archivs – s. a. auf seiner oben genannten Homepage.
Foto © Lisa Fuhr
Auch hier werden zum Jahrestreffen im September, am Sonntag, einige Teilnehmer in den Genuss einer Führung kommen.
Parallel dazu zeigte mir Kretschmers Frau, Lisa Fuhr ihr Foto- und Interviewbuch „Tiflis. Tbilissi – Leben in einer neuen Zeit“ (s.a. hier). Das Thema Georgien, Gastland der Frankfurter Buchmesse 2018, spielt ja auch in den Planungen der Pirckheimer für nächstes Jahr eine wichtige Rolle.
Ein rundum gelungener Tag für alle Teilnehmer.
(Matthias Haberzettl)

Do, 16.06.2016

Bibliotheksmagazin der Münchner und Berliner Staatsbibliotheken

Hier kann die neue Ausgabe des Bibliotheksmagazins der Münchner und Berliner Staatsbibliotheken online gelesen werden! Unter anderem mit einem Bericht über die aktuelle Ausstellung Bilderwelten an der Bayerischen Staatsbibliothek von Peter Schnitzlein, einem Bericht über den Weg der „Magdeburger Halbkugeln“ Otto von Guerickes von der Churfürstlichen Bibliothek zu Cölln an der Spree nach München ins Deutsche Museum von Martin Hollende und Claudia Götze-Sam schreibt über die Thailand-, Laos- und Kambodscha-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin.

Fr, 03.06.2016

Bilderwelten - Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit

Großer dreiteiliger Ausstellungszyklus in der BSB

Motiv des 1. Ausstellungsplakats
Belial, Jakob von Theramo
Umgebung Speyer 1461
© Bayerische Staatsbibliothek
"Luxusbücher" lautet der Titel der ersten Ausstellung vom 13. April bis 15. Juli 2016, die goldglänzende Auftragswerke für die politischen und kirchlichen Eliten präsentiert. Zu sehen sind u.a. der um 1400 entstandene Astrologische Codex des böhmisch-deutschen Königs Wenzel mit seinen monumentalen Sternzeichen oder die reich illustrierte deutsche Belial-Handschrift, ein vielgelesenes juristisches Werk der damaligen Zeit. Die Handschritten geben vielfältige Einblicke in die Zeit der letzten Ritter und des Humanismus, die Welt des Spätmittelalters und ihre Veränderungen. Weitere Glanzstücke der Schau sind die zu den aufwendigsten religiösen Werken dieser Zeit zählende großformatige Grillinger-Bibel, die Ottheinrich-Bibel, die um 143.0/40 in Regensburg entstanden ist und italienische Motive mit neuen realistischen Tendenzen verbindet, oder die von Ulrich Schreier und Berthold Furtmeyr üppig illustrierten Messtexte des Salzburger Missales.
Im zweiten Teil der Ausstellung folgt vom 25. Juli bis 6. November 2016 "
Ewiges und Irdisches" mit Andachts- und Erbauungsbüchern, Chroniken, reich illustrierten Rechtsbüchern und prächtigen Turnierbüchern.
Der dritte Teil "
Aufbruch zu neuen Ufern" widmet sich vom 14. November 2016 bis 24. Februar 2017 dem Übergang in die Neuzeit sowie - aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums - der Bibel von Karl dem Großen bis Martin Luther.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Eine hervorragende virtuelle Präsentation der Ausstellung findet sich unter bilderwelten2016.

Ausstellung Luxusbücher: 13. April - 15. Juli 216

è Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstr. 16, 80539 München

Mi, 03.02.2016

Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2016

Die Pirckheimer-Gesellschaft trifft sich zu ihrem Jahrestreffen mit Mitgliederversammlung 2016 vom 2. bis 4. September in München.
Das vorläufige Programm sieht nach einer Stadtrundfahrt einen Besuch im Deutschen Museum vor, welches über eine sehenswerten Bibliothek und eine Abteilung Druckereitechnik verfügt. Geplant ist weiterhin ein Abstecher zur Bayerischen Staatsbibliothek, zur Universitätsbibliothek und dem Bayerischen Staatsarchiv. München bietet den Teilnehmern am Jahrestreffen viele Ziele, die erkundet werden können, so das Lyrik Kabinett, die Fliegenkopfpresse, die Sammlungen Grüner und Kretschmer, die Vogelpresse, das Stadtmuseum und das NS-Dokumentationszentrum.
Die Mitgliederversammlung, das Festessen und die traditionelle Auktion wird am 2. September im Wappensaal des Hofbräuhauses stattfinden.
Die Anmeldung wird bis zum 30. Juni erwünscht - weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Pirckheimer-Gesellschaft.

Mo, 06.02.2012

Vom ABC bis zur Apokalypse

Leben, Glauben und Sterben in spätmittelalterlichen Blockbüchern

Symbolum apostolicum, Süddeutschland, vor 1470
Blockbücher, also von Holztafeln gedruckte Bücher, dienten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vor allem zur Verbreitung von Werken, bei denen Bild und Text eine enge, nahezu untrennbare Verbindung eingegangen waren. Die meisten dieser xylographischen Drucke vermittelten dem Betrachter Wissen über die Bibel oder unterwiesen ihn in der christlichen Glaubenspraxis. Manche Blockbücher behandeln aber auch weltlichere Themen. Für Lateinschüler wurden Grammatiklehrbücher und für Pilger Reiseführer angeboten; an breite Leserkreise richteten sich Kalender und eine Handlesekunst. In der Ausstellung sind fünfzehn Blockbücher zu unterschiedlichen Themen zu sehen. Um die Vielfalt der Medientypen des 15. Jahrhunderts zu veranschaulichen, werden auch Handschriften und typographische Drucke der jeweiligen Werke gezeigt.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter, broschierter Katalog zum Preis von ca. 19 Euro.
In der Ausstellung steht ein kostenloser Audioguide in deutscher Sprache zur Verfügung.

Ausstellung von 17. Februar bis 6. Mai 2012
Eintritt frei

è Bayerische Staatsbibliothek
Schatzkammer,1. Stock
Ludwigstr. 16
80539 München

Mo, 14.03.2011

Gemalt mit lebendiger Farbe

Illuminierte Prachtpsalterien vom 11. bis zum 16. Jahrhundert

In ihrer Schatzkammer präsentiert die Bayerische Staatsbibliothek eine Ausstellung mit einer erlesenen Auswahl bedeutender illuminierter Psalterhandschriften aus den eigenen Beständen.
Der Psalter, die 150 Psalmen des Alten Testaments, eine Sammlung von Hymnen und Gebeten, ist das Gebetbuch von Judentum und Christentum. War der Psalter bereits in frühchristlicher Zeit eines der meist gelesenen Werke, erreichte dessen Beliebtheit und Verbreitung im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. In dieser Zeit entstand der in seinem Bilderreichtum unübertroffene Goldene Münchner Psalter, der im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Prachtvolle Bilderzyklen erzählen vor einem leuchtend goldenen Hintergrund die Geschichten des Alten und Neuen Testaments. So besticht das opulente Werk durch seinen Reichtum an Initialzierseiten, farbigem Zeilenschmuck sowie zahlreichen Miniaturen, die das Gebetbuch zu einer regelrechten Bilderbibel machen.

Daneben zeugen 12 weitere Exponate aus Deutschland und England von der imposanten Buchmalerei der mittelalterlichen Prachtpsalterien. Neben bedeutende Zeugnisse der bayerischen Buchmalerei treten fünf reich illuminierte Psalterhandschriften, die hier erstmals in einer Münchner Ausstellung zu bewundern sind.

Anlass der Ausstellung ist das Erscheinen einer kostbaren Faksimile-Edition des ‚Goldenen Münchner Psalters’ im Quaternio Verlag Luzern.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog zum Preis von 16,00 Euro. Der ‚Goldene Münchner Psalter’ kann als Faksimile-Edition beim Quaternio Verlag Luzern erworben werden.

Ausstellung von 23. März bis 26. Juni 2011
Montag bis Freitag 10-17 Uhr
Donnerstag 10-19 Uhr
Samstag und Sonntag 13-17 Uhr
Eintritt frei

è Bayerische Staatsbibliothek
Schatzkammer,1. Stock
Ludwigstr. 16
80539 München

Do, 02.09.2010

Das Wunder der Schöpfung

Islamische Prachthandschriften


Die Bayerische Staatsbibliothek gewährt einmal mehr interessante Einblicke in ihren reichhaltigen Bestand. Thema der diesjährigen Jahresausstellung „Die Wunder der Schöpfung“ sind 82 Handschriften aus dem islamischen Kulturkreis, die im Fürstensaal und in der Schatzkammer der Bibliothek präsentiert werden.
Die Schau ist eingebettet in das München-weite Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm Changing views: 100 Jahre nach der Ausstellung „Meisterwerke muhammedanischer Kunst“. Zahlreiche Münchner Einrichtungen erinnern von September 2010 bis Februar 2011 an die legendäre Ausstellung, darunter auch die Bayerische Staatsbibliothek, die sich 1910 mit einer Präsentation ihrer islamischen Handschriften an dem Großereignis beteiligte.
Im Fürstensaal der Bibliothek werden wertvolle Objekte ausgestellt, die 1910 im selben Raum der Öffentlichkeit präsentiert wurden. In der Schatzkammer sind kostbare Neuerwerbungen der letzten 100 Jahre zu sehen. Zu den insgesamt 82 Exponaten zählen prachtvolle Koranhandschriften und Gebetbücher, berühmte illustrierte arabische Handschriften, herausragende persische und türkische Miniaturhandschriften, hochwertige Kalligraphien und erlesene Beispiele besonderer Papier- und Buchtechniken.
Seit ihrer Gründung im Jahre 1558 hat die Bayerische Staatsbibliothek eine umfangreiche Sammlung von 17.000 orientalischen Handschriften aufgebaut, in der sich an die 4.200 Manuskripte aus dem islamischen Kulturkreis befinden – darunter 3.000 arabische, 550 persische und 600 türkische Kodizes. Sie entstanden zwischen dem achten und frühen 20. Jahrhundert, ihre geographische Herkunft reicht vom islamischen Spanien bis nach Java. Inhaltlich repräsentieren sie alle traditionellen Wissensgebiete. Die islamischen Handschriften der Bibliothek zählen heute zu den hochrangigen Sammlungen Europas.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog (dt./engl.) zum Preis von 24 €.

Ausstellung: 16. September bis 5. Dezember 2010

è Bayerische Staatsbibliothek, Fürstensaal und Schatzkammer
Ludwigstr. 16, 80539 München

Fr, 09.07.2010

Bayerische Staatsbibliothek ersteigert eine wertvolle Handschrift

Die Bayerischen Staatsbibliothek konnte eine wichtige, bebilderte deutschsprachige Handschrift Kemptener Provenienz aus dem Jahr 1499 ersteigern.
Dieser Kodex enthält als wesentlichen Bestandteil einen Text, der den Titel Stifftung des Gotzhaus Kempten und Sant Hyltgarten Leben trägt. Zentrales Thema ist die Geschichte der Benediktinerabtei Kempten.
Dabei wird auch das Leben von Karl dem Großen (747/748-814) und seiner Frau Hildegard (758-783), die große Förderer dieses Klosters waren, ausführlich geschildert. Das Werk gehört zu einer Reihe von Chroniken, die im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts entstanden sind. Als Verfasser gilt Johannes Birk von Biberach, der in Kempten Leiter der Stiftsschule war. Die Handschrift wurde 1499, sehr wahrscheinlich in Kempten selbst, geschrieben. Sie ist als einzige der Handschriften, die diesen Text überliefern, mit 59 ausdrucksstarken kolorierten Federzeichnungen versehen. Die Handschrift ist wegen ihres engen Bezuges zu Kempten ein wichtiges Dokument zur Erforschung der Geschichte der Stadt. Die Erforschung der Federzeichnungen und des Verhältnisses der unter dem Titel ‚Kemptener Chroniken’ zusammengefassten Texte erhalten durch diese Neuerwerbung wertvolle Anstöße.
Der Kodex befand sich bis 1802 im Besitz der Abtei Kempten, danach in Privatbesitz. Er ergänzt aufs Schönste zwei weitere, nicht illustrierte Kemptener Chroniken der Bayerischen Staatsbibliothek, von denen jedoch ein Kodex stark restaurierungsbedürftig ist.
Die Bayerische Staatsbibliothek wird die Handschrift nach ihrem Eintreffen in München digitalisieren und mit den zwei Texthandschriften im Internet präsentieren. Eine Präsentation des Originals für die Öffentlichkeit wird es 2011 geben.

Mi, 09.09.2009

Prachteinbände eines Jahrtausends


Die Staatsbibliothek Bamberg zeigt aus Anlaß der 14. Jahrestagung des è Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung Historischer Bucheinbände eine kaleidoskopische Auslese herausragender Bucheinbände des 10. bis 20. Jahrhunderts. Den Auftakt bilden kostbar ausgestattete Einbände liturgischer Handschriften aus dem vormaligen Domschatz, die im Zuge der Bistumsgründung ab 1007 durch Heinrich II. nach Bamberg gestiftet wurden. Weitere Schwerpunktbereiche sind kunstvoll verzierte Bände aus gotischer Zeit - darunter Beispiele der einzigartigen Sammlung rarer Lederschnittbände - sowie luxuriöse Prachteinbände einer wittelsbachischen Fürstenbibliothek vom Vorabend der Französischen Revolution: Die Hofbibliothek des Herzogs Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken (1775 - 1795) wurde 1808 der heutigen Staatsbibliothek Bamberg durch dessen Bruder, den ersten bayerischen König Max I. Joseph, zugewiesen. Goldenen Glanz verleihen diesem Bestand herausragende Beispiele deutscher und französischer Einbandkunst von der Barockzeit bis zum Klassizismus. Meisterliche Zeugnisse neuzeitlicher Buchbinderarbeit aus der Spezialsammlung der Staatsbibliothek Bamberg zu E. T. A. Hoffmann beschließen die Ausstellung.

Ausstellung: 24.9.2009 - 23.12.2009
Eintritt frei

è
Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz, Domplatz 8
96049 Bamberg

Di, 18.11.2008

Gold und Glanz der Weihnacht in mittelalterlichen Handschriften

Ausstellung unseres Mitglieds Bayrische Staatsbibliothek20.11.-23.12.2008, zusätzlich: 7.1.-1.2.2009


In prachtvollen Handschriften und mit zunehmender Erzählfreude wurden im Mittelalter die Geschehnisse um das Weihnachtsfest von der Verkündigung über die Geburt des Kindes bis zur Flucht nach Ägypten in Bildern dargestellt. Die Ausstellung zeigt in thematischem Aufbau kostbare Miniaturen von hohem künstlerischen Wert aus verschiedenen Ländern und Epochen, die im Laufe der Jahrhunderte nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben und unsere weihnachtlichen Festbräuche wesentlich prägen. Ungewöhnliche, komplexe Bildinhalte bietet die älteste Handschrift, ein ottonisches Evangelistar aus Salzburg um 1020 (Clm 15713), dessen Einband mit zwölf älteren Elfenbeintäfelchen mit christologischen Szenen geschmückt ist. Beherrschen im 12. und 13. Jahrhundert abstrakte, satte Goldgründe die gemalten Darstellungen, inszeniert die deutsche Weltchronik aus dem bayerischen/österreichischen Raum (Cgm 5) um 1370 die Geburt in einer bunten Landschaft. Für eine der Verkündigungsszene gegenüberliegende Textseite schuf ein niederländischer Maler um 1500 einen seltenen, erlesenen Hintergrund aus fein gemalten Pfauenfedern (Clm 28345).

Die 16 Handschriften aus den Tresoren der Bayerischen Staatsbibliothek laden den Besucher zum Abschluss des Jubiläumsjahrs zu einer glanzvollen, ästhetisch reizvollen und auch emotionalen Begegnung mit Weihnachten ein, die mit deutschen Miniaturen des 11. Jahrhunderts beginnt, quer durch das Mittelalter in Deutschland, Frankreich, England und den Niederlanden führt, um in einer französischen Darstellung des 16./17. Jahrhunderts zu enden.

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 9.00 bis 17.00 Uhr
Donnerstag 9.00 bis 20.00 Uhr
Samstag und Sonntag 13.00 bis 17.00 Uhr
An Feiertagen geschlossen.

Eintritt frei

è
Bayerische Staatsbibliothek, Schatzkammer, 1. Stock
Ludwigstr. 16
80539 München
U3/U6, Bus 154, Haltestelle Universität