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Pirckheimer-Blog

Do, 08.08.2019

Plakate aus Kuba

Kataloge des Roten Antiquariats sind immer mehr als nur Angebote an Liebhaber des Gedruckten, sie sind willkommene Lektüre und Nachschlagwerke für Bücher- und Graphikfreunde, bei den Schwerpunkten des Antiquariats des Pirckheimers Christian Bartsch natürlich vorrangig zur proletarischen und links-libertären künstlerischen und intellektuellen Geschichte und Kultur des 20sten und 21sten Jahrhunderts.

Der aktuelle Katalog enthält Plakate aus Kuba, angefangen aus den ersten Jahren der Revolution zur Agrarreform, der Alphabetisierungskampagne und zum Nationalfeiertag sowie weitere Plakate. Es folgen Plakate der Solidaritätsorganisation der Völker Afrikas, Asiens und Latainamerikas (OSPAAL), der Studentenorganisation (OCLAE), der Latainamerikanischen Solidaritätsorganisation (OLAS) und weiterer Verbände, sowie Che Guevara-Plakate. Die Preise der angebotenen Plakate bewegen sich zwischen 100 und 300 €. Der Katalog wird mit einem umfangreichen Apparat ergänzt.

Übrigens, die Kataloge des Roten Antiquariats sind, auch wenn die enthaltenen Titel häufig bereits vergriffen sind, z.T. online bereitgestellt. Der vorgestellte Katalog August 2019 kann über E-Mail bestellt werden.

Mi, 07.08.2019

Programm zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft

| Mainz | 6. bis 8. September 2019 |

  • Freitag, 06.09.2019
    ab 17:00 Uhr Anmeldung und Ausgabe der Tagungsunterlagen im Foyer des Gutenberg-Museums
    19:00 Uhr Abendveranstaltung im Gutenberg-Museum
    Andreas Rötzer und Pauline Altmann stellen den in Berlin ansässigen Verlag Matthes & Seitz vor.
  • Samstag, 07.09.2019
    Alternative A - 10:00 Uhr Werkstattbesuch
    Johannes Schneider führt uns durch die älteste Buchbinderei der Stadt Mainz
    Buchbinderei Gärtner-Fiederling, Goldbrunnengasse 6, 55116 Mainz
    Alternative B - 10:00 Uhr Verlagsbesuch
    Die Verleger Karin und Bertram Schmidt-Friderichs erzählen uns in den Räumlichkeiten ihres Verlages, warum sie mit ihrem kleinen, feinen Nischenprogramm so erfolgreich sind und warum ihre Bücher schön sein müssen.
    Verlag Hermann Schmidt, Gonsenheimer Straße 56, 55126 Mainz.
    13:00 Uhr gemeinsames Mittagessen in der Weinstube Rote Kopf, Rotekopfgasse 4, 55116 Mainz (im Teilnehmerbeitrag enthalten)
    15:00 Uhr Sonderführung durch das Gutenberg-Museum
    16:00 Uhr Buchvorstellung „Fontane im Gutenberg-Museum
    Christoph Wegmann stellt sein Buch „Der Bilderfex - im imaginären Museum Theodor Fontanes“ vor, soeben erschienen im Quintus-Verlag.
    19:30 Uhr Abendveranstaltung im Mainzer Schloss
    Der Papst der deutschen Literaturkritik, Denis Scheck, wird gemeinsam mit der Vorsteherin des Börsenverein des Deutschen Buchhandels Karin Schmidt-Friderichs ein Gespräch zum Thema „Die Zukunft des Buches ist schön“ führen.
    Forstersaal des Kurfürstlichen Schlosses Mainz, Peter-Altmeier-Allee 9, 55116 Mainz .
  • Sonntag, 08.09.2019
    10:00 Uhr Mitgliederversammlung im Gutenberg-Museum

Di, 06.08.2019

Dr. Hans-Georg Sehrt, Foto © Abel Doering

Hans-Georg Sehrt (1942 - 2019)

Der langjährige Vorsitzende der Pirckheimer Regionalgruppe Halle (Saale) und Umgebung und des Halleschen Kunstvereins, Dr. Hans-Georg Sehrt, ist kurz vor seinem 77. Geburtstag am 4. August verstorben.

Mit ihm verliert die Pirckheimer-Gesellschaft einen bedeutenden Sammler, Kunstkritiker und offensiven Streiter für Buchkultur und insbesondere Graphik und Illustration.

Detlef Färber schreibt in einem Nachruf der Mitteldeutsche Zeitung: „Sehrt hat die Kultur in der Region in verschiedenen Funktionen geprägt wie kaum ein anderer. Der promovierte Kunsthistoriker war vor 1990 viele Jahre stellvertretender Direktor des Landesmuseums Moritzburg, hat nach der Wende das Dezernat für Kultur im neu entstandenen Regierungspräsidium Halle geleitet, das später im Landesverwaltungsamt aufgegangen ist.“ Und der Hallesche Oberbürgermeister Bernd Wiegand schreibt: „Mit Hans-Georg Sehrt verliert die Stadt einen bedeutenden Kenner und engagierten Förderer der Bildenden Kunst

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Tag der Offenen Tür in der Neuhauser Kunstmühle

Im August gibt es in der Neuhauser Kunstmühle wieder einmal einige Tage der offenen Tür.

An diesen Tagen geben Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin Führungen durch die Werkstatt und Erläuterungen zu den verschiedenen Drucktechniken. Besucher erhalten auch Einblick in das aktuelle Schulprojekt der Kunstmühle „Das sind wir“- die Druckbögen sind fertig, und im Herbst beginnt die Arbeit mit dem Buchbinder.

Ebenso kann man auch alle bisherigen Blätter des Neuhauser Graphic-Novel Projektes „Remigio“ besichtigen, und dazu hiergleich eine Kostprobe, siehe nebenstehende Abb..
Die Glasseite der Neuhauser Kunstmühle wurde in den letzten Tagen neu gestaltet und kann hier aufgerufen werden.

Natürlich zeigen die Betreiber der Neuhauser Kunstmühle Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin auch ihr gesamtes übriges Programm und ...
es gibt auf alle Druckgrafik 20% Nachlass.

15. - 17. August 2019

Neuhauser Kunstmühle
Obere Hauptstr. 1, 3192 Hohenberg, Österreich

Mo, 05.08.2019

Bis ins Kleinste dezidiert größenwahnsinnig

„[...] Geisterwolke Quark. Betrachtungen über den Teilchenzoo'“ aus dem Jahr 2011 ist gezeichnet und geschrieben mit Lackstiften auf minderwertigem, vorzugsweise nicht lichtbeständigen Papieren, welche anschließend gescannt und auf schönem Passepartoutkarton wiederholt wurden. Erst das Bild, dann die Schrift. Die schlängelt sich oben, unten und überall drumherum. Das Lesen gerät zu einem zeitfressenden Vergnügen in Zeiten von Contentmanagement und Leichter Sprache. Die nichtvorhandene Handlung beginnt auf Sylt, in der Fußgängerzone. Die Raum-Zeit-Folge steht nicht zur Debatte. Jede Seite öffnet ein Universum, eine Theorie. Vierzehn Zeichnungen enthält die Geisterwolke, das sind eine Menge: Totenköpfe, Steuerräder, verstrahlte Meerjungfrauen, die Insektenmonstern ähneln, Insekten, die Insekten ähneln und sich auf James Joyce’s Finnegans Wake beziehen.

Und als Digestif gibt’s ein Glossar zur Elementarteilchenphysik.

Der Künstler, Autor, Verleger selbst sieht sein Werk so: „Die Energie des Anti-Andryczuk strahlt im Universum der Antimaterie; dort, wo es keine Atome mehr gibt. Keine Energie, keine Teilchen, nichts. Die Manager der Teilchenbeschleuniger müssen ihre schwarzen Löcher der Geldvernichtung schließen. Für den Gottesbeweis und den Nachweis des Higgs-Bosons werden keine Milliarden mehr bewilligt. Ende der Photonenreise vom CERN-Institut zum Neptun und zurück. Hier endet mein kurzer Ausflug in den Teilchenzoo. Wahrscheinlich gehe ich bald zum Ereignishorizont. Gute Nacht, Teilchenzoo. Auf Wiedersehen, Quark. Adieu, Supersymmetrie.
[...]
2018 wurde das Buch im Klingspor-Museum zum Thema „Das Künstlerbuch und die Naturwissenschaften“ ausgestellt. Es gibt dazu einen Katalog."

(Anna Hoffmann, mehr auf culturmag.de)

Hartmut Andryczuk: Geisterwolke Quark. Vierzehn Zeichnungen mit Textbuch und Glossar zur Elementarteilchenphysik. Limitierte Auflage, Hybriden-Verlag, Berlin 2011 (vergriffen).

Anna Hoffmann erschien zuletzt:
Leverin, MMM-Extraausgabe, Hybriden-Verlag, Berlin 2019. 
Totenmaske, Corvinus Presse Berlin, 2010. 
Mal wieder romantisch gucken?, CD, Berlin 2007. 
Und ungeküsst zurück, Corvinus Presse Berlin, 2006.

So, 04.08.2019

Christine Becker, die jetzt in London lebt, bei den Bücherkindern Brandenburg, die das Buchprojekt zu ihrem Mann ""Du liebe Hühnerkastanie - Auf den Spuren von Jurek Beckers Postkartenpoesie" vorstellen.

eine Anmerkung ...

... zum Post vom 31. Juli: Nun sag, wie hast du's mit der Kultur?

"Mit Unverständnis habe ich gelesen, daß Deinem Bücherkinder-Projekt die Unterstützung verweigert wird. Was für ein Armutszeugnis das Land Brandenburg sich selbst ausstellt. Als würde es zu viel kosten, Deine wertvolle und (wie ich denke) einzigartige Förderung von Grundschulkindern zu unterstützen. Von lokal begrenzter Wirksamkeit ist da die Rede. Aber wenn das ein Problem ist, warum dann nicht das Projekt auf andere Schulen übertragen? Du würdest doch bestimmt beratend zur Seite stehen, wenn auch andere Grundschulen Kindern die Kunst des Büchermachens nahebringen wollten.

Wenn ich mir ansehe, was an Grundschulen großzügig gefördert wird, wundere ich mich mit Dir über die Kleinlichkeit - ausgerechnet wenn es um Bücher und damit Lesen geht. Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport unterstützt zum Beispiel einzelne Grundschulen, damit sie Computer und Tablets anschaffen. Sicher ist es wichtig, daß Kindern der Umgang mit dem Computer beigebracht wird. Aber warum erscheint die Beschäftigung mit Büchern weniger wichtig?

Die Verweigerer der Unterstützung Deines Projekts scheinen sich sehr sicher zu fühlen - dabei sollten sich fragen, welche Jugendlichen wohl eher zu rechtem Gedankengut neigen: Diejenigen, die Meinungen aus dem Internet übernehmen und sie nicht selten mit Information verwechseln - oder solche, die gelernt haben, Bücher zu wertschätzen und sich mit deren Hilfe eine eigenen Meinung zu bilden."

(Christine Becker an Armin Schubert)

Sa, 03.08.2019

wiedergelesen: Gutenberg

In einem Monat trifft sich die Pirckheimer-Gesellschaft zum Jahrestreffen in der Gutenberg-Stadt Mainz, dem Sitz des Gutenberg-Museums, bekannt als Weinhauptstdt, als Ort der Minipressen-Messe und seit 2011 Träger des Titels "Stadt der Wissenschaft" .

Grund genug, sich zur Einstimmung auf den Besuch von Mainz wieder einmal mit Henne Gensfleisch zum Gutenberg, genannt Johannes Gutenberg, zu beschäftigen und so besann ich mich auf einen Titel von Klaus-Rüdiger Mai, der bei Propyläen aus Anlass des Gutenbergjahrs 2018 Ende 2016 erschien und der, wie viele Bücher, nicht allein wegen des Inhalts, sondern auch aufgrund seiner Gestaltung (Manja Hellpapp, Berlin) und seiner gediegenen Ausstattung den Weg in meine Bibliothek fand. Gesetzt aus Quaadrat, Neutraface und Lapture enthält das Buch neben Illustrationen nach zeitgenössischen Abbildungen eingebundene, im Format abweichende Bildbeigaben auf Pergament, so den Brief des heiligen Hieronymus, den Typenapparat Johannes Gutenbergs und Spielkartenmotive, sowie den Anfang der Genesis der Berliner Pergamentbibel. Der zweifarbig gedruckte Text wird ergänzt durch eine 20seitige Auswahlbibliografie und ein Zensus aller 47 erhaltenen Exemplare der 42zeiligen Gutenbergbibel.

Klaus-Rüdiger Mai: Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte
Ullstein Buchverlag (Propyläen) Berlin 2016
ISBN: 978-3-549-97467-1
28 € (Preisbindung aufgehoben: 9,99 €)

Jahrestreffen: 6. - 8. September 2019

Fr, 02.08.2019

Schöner Ring, falsche Hand

Liebe Freunde der Tabor Presse Berlin,

…Der Sommer war sehr groß…
(Rainer Maria Rilke)

Die Ferien gehen zu Ende, die Druckerpressen laufen wieder an. Den Händen auf den Lithos von Charlie Stein wächst jeweils ein Finger mehr. An einem Finger glitzert der Ring. Jede Hand hat einen anderen, sie sind gemalt, geklebt und collagiert. Die Arbeit ist somit mehrfarbig. Gedruckt wurde die Grafik auf Alt Nürnberg Bütten im Format 42x59,4cm. Die Auflage beträgt 20 Exemplare und jedes Blatt kostet nur 250,00.

Die Tabor Presse Berlin wünscht einen entspannten Restsommer!

Ich will unsterblich werden!

Margret Greiner zeichnet in einem in Kürze erscheineneden Buch das Leben der Wienerin Friederike Maria Beer nach, die sich vom Modell zur einflussreichen Galeristin hocharbeitete.  

In den 1920er Jahren betritt Friederike Maria Beer (1891-1980) die Wiener Kunstszene. Die Tochter einer Barbesitzerin arbeitet als lebendes Modell für die Kleider der „Wiener Werkstätte“. Bald verliebt sie sich in den Industriellensohn und Maler Hans Böhler, dem sie auch Modell steht. Durch ihn lernt sie Schiele, Klimt, Kokoschka und Co. kennen, von denen sie ebenfalls porträtiert wird. Es ist jedoch ein italienischer Kapitän, Emanuele Monti, der Friederikes Herz erobert und dem sie bis nach Italien folgt. Nach einer Begegnung mit Hugh Stix beschließt sie, Mitte der 1930er Jahre in die USA auszuwandern. In New York leitet sie die von Stix gegründete „Artists‘ Gallery“. Als Galeristin entdeckt und fördert sie nicht nur KünstlerInnen wie Willem de Kooning, Louise Nevelson und Ad Reinhardt, sondern unterstützt auch österreichische Kunstschaffende wie Max Oppenheimer bei der Emigration in die USA. „Ich will unsterblich werden!“ ist ein Zeitdokument und Künstlerpanorama von der Wiener Moderne bis in die 1960er Jahre.

Margret Greiner - Ich will unsterblich werden!
Kremayr & Scheriau, Wien September 2019
320 Seiten, Format 13,5 x 21,5
24,00 € inkl. MwSt.
ISBN: 978-3-218-01185-3

Do, 01.08.2019

7 x M

Die 26. Ausstellung der Galerie Eremitage in Gransee bei Berlin lädt bis Mitte September zu einer interessanten Zeitreise ein: Vor 30 Jahren endete die DDR, hinterließ jedoch ein noch immer wirksames Kunstpotential, an dessen Qualität mit Druckgraphiken aus der Sammlung des Pirckheimers Roland Berger erinnert werden soll, die von Künstlern verschiedener Generationen geschaffen wurden. "Wie der Zufall so spielt", werden ausnahmslos Graphiken der in Lexika unter M gelisteten Künstler Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes, Arno Mohr, Michael Morgner, Helmut Müller, Armin Münch und Rolf Münzer präsentiert.

Eröffnung: 10. August 2019, 16 Uhr, Roland R. Berger ist anwesend und spricht über die ausgestellten Arbeiten. Und Marc Berger erinnert : "Wie üblich: Kaffee, Getränke und Kuchen gibts mit Sicherheit, Bahn- und Autofahrer sollten sicherheitshalber vor dem Start mal ins Internet gucken, ob der Verkehr mal normal läuft."

Ausstellung: 10. August - 15. September 2019

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Gesa Elsner freut sich über das aufwendig gestaltete Buch, in dem Kunstdrucker Hendrik Liersch ihre Texte verwendet hat. Foto © Mirko Bartels

Der Dichterin Lohn ist ein Künstlerbuch

"Gesa Elsners Texte sind in einem aufwendig gestalteten Werk erschienen 

Tiefsinnige Gedichte über Beziehungen und Gefühle, dazu Frauenbilder im Linolschnitt, alles auf feinem englischen Papier und in einer Kassette: Das neue Buch „Eva“ mit acht Texten der Neustädter Dichterin Gesa Elsner und elf Drucken von Steffen Büchner kann sich sehen lassen. Erschienen ist es beim Kleinstverlag Corvinus Presse [...] Die·Auflage liegt bei 22 nummerierten und handsignierten Exempleren, die je 300 Euro kosten. 

Kunstdrucker Hendrik Liersch sei mit der Idee auf sie zugekommen, berichtet Elsner. Zuvor hatte sie.mit dem Dresdner Büchner über Facebook Texte und Bilder ausgetauscht, "Ich hatte das Gefühl, unsere Sachen passen euetnander", sagt sie. Das ging offenbar auch dem Drucker so, und er überraschte beide Beteiligte mit seiner fdee ... "Jetzt, wo.ich es in der Hand habe, fühle ich mich glücklich und geehrt", saqt Elsner lächelnd. Zusätzlich zur teuren, gebunden Ausgabe hat Liersch noch eine broschierte Volksausgabe gedruckt, in der zu den Texten als einzige Abbildung das linolqeschnittene Porträt Elsners zu finden ist. "regenatem" heißt das Werk nach einem ihrer Gedichte. 0b das latein ist? Das hebe auch ihre Tochter schon mal gefragt, sagt Elsner schmunzelnd. Nein, gemeint ist der Atem bei Regen, in dichteriIhier Freiheit eben klein geschrieben. [...]"

(Kathrin Götze, Hannoversche Allgemeine, 1.8.2019, S. 2)

siehe auch: Eva (Pirckheimer-Blog, 14.7.2019)

Mi, 31.07.2019

Auslage von Ensikat-Plakaten während einer Präsentation des aktuellen Projekts der Bücherkinder Brandenburg, Foto: Armin Schubert
Die Pirckheimer-Gesellschaft präsentiert Buchprojekte der Bücherkinder Brandenburg
Lesung der Bücherkinder Brandenburg auf der Leipziger Buchmesse

Nun sag, wie hast du's mit der Kultur?

Am 1. September ist Landtagswahl in Brandenburg. 

Dieser Hinweis prangt auf dem Briefbogen mit der Antwort des Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur auf eine Anfrage um Unterstützung der kulturellen Arbeit der Bücherkinder Brandenburg. Es heißt dort:

"Die Anträge auf Förderung der Projekte der AG „Bücherkinder" wurden im MWFK 2018 und 2019 geprüft. Dabei spielten die grundsätzliche Förderfähigkeit sowie die Zuständigkeit des Ministeriums ebenso eine Rolle wie die Erfüllung der Kriterien der Kulturpolitischen Strategie des Landes. Da die Projekte eine lokal begrenzte Wirksamkeit haben und nur in einer Schule des Landes Brandenburg stattfinden, liegt eine Förderung für den Bereich Kulturelle Bildung in der Literatur nach Einschätzung des MWFK nicht im vorrangigen Landesinteresse."

Es sei vielleicht angemerkt, dass man keineswegs, wie im Antwortschreiben geschehen, von nur "lokal begrenzte[r] Wirksamkeit" sprechen kann, da z.B. allein durch die Pirckheimer-Gesellschaft eine Wahrnehmung der Arbeit der Bücherkinder über alle Landes- und Bundesgrenzen hinaus gegeben ist, auch dass dieses sowohl kulturelle wie bildungspolitische Projekt z.B. auch im Programm der Leipziger Buchmesse Beachtung fand und dass die Arbeit der Bücherkinder Brandenburg nicht zuletzt auch das kulturelle Erscheinungsbild dieses Bundeslandes aufwertet - es ist ebenso erstaunlich, dass für das "Ministerium für [...] Kultur" eine Förderung im "Bereich Kulturelle Bildung [...] nicht im vorrangigren Landesinteresse" liegt.
Vielleicht trifft aber einfach zu, was einer der beteiligten Künstler dazu orakelt: "... ein Kultusministerium was solche Projekte ablehnt, zeigt wenig Verständnis für deutsches Geschichtsbewußtsein [...] - mir als Künstler drängt sich die Frage auf, resultiert diese Ablehnung aus mangelnder Fachkenntnis, Arroganz der Macht oder aus einer politischen Siegermentalität !?"

Wie gesagt, am 1. September ist Landtagswahl in Brandenburg.

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Der Verlust

Ein letztes Mal (sic!) hat sich Harald Kugler aufgerafft und die Bücherweisen nunmehr mit dem 12. Heft komplett gemacht. Es sei unweigerlich sein letztes Heft der Einbogendrucke, die sich nunmehr auf 24 ergänzen, meint der Autor, welches damit seine Vorliebe, über Bücher und deren Liebhaberei zu schreiben, beenden wird.

"Einmal nur hatte sich Martin entgegen seines Vorsatzes, niemals Bücher zu verleihen, dazu überreden lassen, ein Exemplar aus seiner Bibliothek aus dem Haus und in die Leseobhut seines guten Freundes Wieland zu geben. [...] Klein von Format führte das Lederbändchen „Der Einzige und sein Eigentum“ von Max Stirner, obgleich von berufenem Inhalt, ein eher bescheidenes Bücherleben in der Bibliothek des Bibliophilen Martin. Aber wie es mit abwesenden Dingen gelegentlich so geschieht, sucht man ihre Gegenwart just in den unpassendsten Augenblicken wie solchen, wenn man einen Hinweis in einem anderen Buch findet oder auf zufälligen Wegen einer zu vertiefenden Recherche über ein bestimmtes Werk bedarf. In solch einem Moment stieß Martin genau auf jene Lücke in seiner Bibliothek, wo das gesuchte Buch bislang auf diesen Augenblick geharrt hatte. Aber siehe da, eine Lücke klaffte wie zum Hohn zwischen den Bänden und versetzte Martin in eine trübselige Laune. Das Befinden, das sich in dieser Situation in der Seele von Martin einstellte, glich jenem Zustand, ..." (Seite 6f)

So erzählt "Der Verlust" von den Qualen, die ein Bibliophiler durch den Verlust eines Buches erleidet, was ihn aber letztendlich auf eine überraschende Weise gesundet.

Harald Kugler - Der Verlust (Einbogendruck # 24), Eigenverlag Pirna 2019
1. Ausgabe (30 nummerierte Expl.)
Druck: epubli GmbH Berlin, 18 Seiten, Preis 4 €

Di, 30.07.2019

Imaginäre Reise in den Orient

Goethe und der West-östliche  Divan
Eine Ausstellung von Dr. Klaus Gallas,  in Kooperation mit der Universitäts- bibliothek der Freien Universität Berlin 

Vor 200 Jahren brachte Johann Friedrich Cotta mit dem ‚West-östlichen Divan‘ Goethes nicht nur umfangreichste, sondern auch bedeutendste Lyriksammlung auf den Buchmarkt. Sie resultiert aus einer intensiven Beschäftigung Goethes mit dem Orient. Diese vor allem von der persischen Dichtkunst inspirierte Lyrik Goethes ist als Beitrag des interkulturellen Dialogs zu verstehen und fügt sich passgenau in sein, die nationalen Grenzen überwindendes Konzept der Weltliteratur. Damit ist der ‚West-östliche Divan‘ tagespolitisch hochaktuell.  Goethes Divan ist vornehmlich als Liebesdichtung erkenn- und lesbar und gerade hierin zeitlos. So verbindet sich mit Hatem und Suleika auch die kurze, aber tiefe Liebesbeziehung zwischen Goethe und Marianne von Willemer. Beide verfassten Liebesgedichte, die in die Sammlung aufgenommen wurden.  Die vielseitige und kreative Auseinandersetzung Goethes mit dem Orient wird in dieser Ausstellung anhand seiner Lektüren und Studien, besonders zum Koran, seiner Schreib- wie Dichtungsversuche nachvollzogen, die in der Summe die Voraussetzung seiner ‚Divan‘-Dichtung bilden. So begeben wir uns gleichsam wie und mit Goethe auf eine imaginäre Reise.

(Dr. Klaus Gallas)

Eröffnung und Präsentation: 9. September 2019, 17.30 Uhr, Begrüßung: Dr. Andreas Brandtner. Leitender Bibliotheksdirektor, Einführung: Dr. Klaus Gallas, West Östlicher Diwan Festival Weimar
Ausstellung: 9. September - 24.Oktober 2019

Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
Garystr. 39, 14195 Berlin

Joop Visser (1938 - 2019)

Joop Visser, Sänger, Poet und Drucker aus Easterlittens in Friesland, ist gestern nach langer schwerer Krankheit gestorben. Alle Hoffnungen, er könnte dem Krebs doch noch irgendwie von der Schippe springen, haben sich leider nicht erfüllt. Nun ist sein Leiden beendet und wir sind tieftraurig in Gedanken bei ihm und seiner Witwe Ludi.

Joop war nicht nur einer der originellsten und innovativsten Künstler innerhalb (und außerhalb) der Handpressenszene, sondern auch noch "eigentlich Musiker", Komponist, Lehrer und vor allem ein großartiger Mensch mit unglaublich viel Mitgefühl, Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Haltung und Humor. Einer, der nicht zu ersetzen ist. Wir werden ihn immer schmerzlich vermissen.

(Marc Berger)

siehe auch: Ein Freigeist der Kunst (25.10.2014)