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Pirckheimer-Blog

Fr, 12.04.2019

Frühjahrskatalog des Roten Antiquariats

Der Frühjarskatalog "Avantgarde" des Roten Antiquariats enthält auf 56 Seiten wieder 49 bedeutende, ausführlich beschriebene, Positionen mit aus den Bereichen Expressionismus, Futorismus, Dada, Bauhaus, Konstruktivismus (neben Deutschland auch Tschechischer und Russischer) und Klassische Moderne, darunter der komplette VII. Jahrgang Die Aktion, beide Kataloge zu den Ausstellungen "Der Sturm", Dada Heft 4 und 5, Dada 6 (Bulletin Dada), Staatliches Bauhaus 1919 - 1923, die erste Veröffentlichung des Weimarer Bauhaus, Fotopostkarten von Feininger, Kandinsky, Klee, Moholy-Nagy, diverse a bis z, organ der gruppe progressiver künstler ...

zu beziehen über
Rotes Antiquariat und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14, 10623 Berlin-Charlottenburg

Do, 11.04.2019

Würde, Stempel-, Moosgummidruck, Holzschnitt, 2016

Hinter verschlossenen Lidern

Der Name Andrea Lange ist vielen Pirckheimern vertraut. Nicht zuletzt seit Dr. Peter Labuhn über die Reihe LyrikHefte in den Marginalien (Heft 228) geschrieben hat. Diese Reihe wird seit 2005 gemeinsam von Bettina Haller und Andrea Lange in der Sonnenberg-Presse ediert.

Nächste Woche wird eine Ausstellung mit Grafiken von Andrea Lange in Magdeburg eröffnet. Dazu laden die Magdeburger Bibliophilen in das Literaturhaus ein. Zu sehen sind unter dem Titel „Hinter verschlossenen Lidern“ Drucke, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind: Holzschnitte, Farbholzschnitte, Radierungen und Kombinationen wie Holzschnitt und Radierung oder Holzschnitt mit Stempel-, Papp- und Materialdruck.
(Sigrid und Ralf Wege)

Vernissage: 17. April 2019, 19 Uhr, Andrea Lange wird anwesend sein.

Literaturhaus Magdeburg, Thiemstraße 7

Mi, 10.04.2019

fleißige Bienchen

Angesichts der fleißigen Bienchen an den Blumenkästen vor meinem Fenster kam mir die Idee, hier eine Serie von Linolschnitten vorzustellen, an denen der Dresdener Pirckheimer Steffen Büchner gerade arbeitet.
Die Serie passt einfach in die heutige Zeit, weshalb ich mich für diese Arbeiten entschieden habe, obwohl es vielleicht im Pirckheimer-Blog treffender gewesen wäre, seine ebenfalls kürzlich begonnene Folge zum Thema "Lesen" vorzustellen. Die Arbeiten "Bienen" existieren bislang nur als Druckplatten, weshalb hier noch nicht die endgültigen Drucke gezeigt werden können.
Beide Serien von Linolschnitten und auch mehr "Bienen" findet man jedoch auch auf Facebook.
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Di, 09.04.2019

Gutenberg-Gesellschaft zu Gast bei Münchener Verlagen

Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft lädt ihre Mitglieder und alle Interessierte zu einem Gespräch mit sieben Münchner Indie-Verlagen ein, die Anfang Dezember 2018 in der bayerischen Großstadt einen vorübergehenden Pop-Up-Store eröffneten. In dessen Regalen präsentieren sich die Verlage von Bettina Deininger (austernbank Verlag), Thomas Endl (edition tingeltangel), Thomas Peters (Morisken Verlag), Thomas und Sophie Schillo (Schillo Verlag), Susanna Rieder (Susanna Rieder Verlag), Franz Schiermeier (Franz Schiermeier Verlag) und Martin Arz (Hirschkäfer Verlag) mit ihrem buntgemischten Programm den Lesern.
Wie es dazu kam und wie es damit weitergeht, erfahren die Besucher in einem gemeinsamen Gespräch mit den Verlegern.

Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft in Mainz selbst wurde 1901 gegründet und ist eine der traditionsreichsten wissenschaftlichen Gesellschaften in Mainz. Zusammen mit der Stadt Mainz und im jährlichen Wechsel mit der Druckstadt Leipzig vergibt sie den Gutenberg-Preis für eine hervorragende künstlerische, technische oder wissenschaftliche Leistung auf dem Gebiet der Druckkunst. Neben der Förderung der Erforschung des Druck- und Buchwesens unterstützt sie ideell und materiell das Gutenberg-Museum Mainz. Seit 1926 gibt die Gesellschft das Gutenberg-Jahrbuch heraus.

10. April 2019, 17 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail oder unter 06131-226420

Pop-Up-Store
Marienplatz 8, München

Ralf Hentrich - „o.T.“, Strichätzung/Aquatinta, 2017, 113 x 122 mm

SÜDLICH VON KOPENHAGEN

Der Verein Kulturlandschaft Nord widmet dem Künstler Ralf Hentrich posthum eine Ausstellung mit Druckgrafiken und Buchobjekten aus den letzten Schaffensjahren.

Der 1965 in Zehdenick geborene und und zuletzt in Altglobsow tätig gewesene, große, zeitgenössische Grafiker, der vor allem Landschaftsradierer war, ist Träger zahlreicher Preise und Stipendien. Auf seine eigene konsequente Art, sich auf unkonventionelle, experimentelle, dennoch traditionelle Weise, mit dem Thema der Landschaftsradierung zu befassen, sind unverwechselbare Grafiken entstanden. Für die meist klein- mitunter aber auch großformatigen Arbeiten waren oft nordische Landschaften, von Brandenburg über die kurische Nehrung bis Dänemark mit ihren Regionen und Küsten Inspirationsquelle, mitgebracht von Reisen übers Land.

Hentrichs nordische Momentaufnahmen mit Küstenstreifen, Wetter, Wind und Wolken sind aufs Papier gebrachte Kleinode, meisterhafte Radierungen, in dieser Ausstellung zu sehen.

Zur Ausstellung wird der Katalog „Südlich von Kopenhagen“ im pictus Verlag, Husum-Schobüll-Halebüll, Hrsg. Hans Heinrich Lüth erscheinen.

Zeitgleich wird in der Galerie Eremitage Gransee, eine Kabinettausstellung mit Holzschnitten des Künstlers zu sehen sein.

Ausstellung Radierungen und Buchobjekte *: 19. Mai - 30. Juni 2019
Ausstellung Holzschnitte **: 19. Mai - 6. Juli 2019

* Klostergalerie Zehdenick
Am Kloster,16762 Zehdenick

** Eremitage Gransee
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Mo, 08.04.2019

Abb. auf dem Faltblatt zur Ausstellung: Wassily Kandinsky, Komposition (Detail), 1922, Lithografie

Grafische Meisterwerke von Klee bis Kandinsky

Im Herbst 1921 präsentierte Walter Gropius mit Lyonel Feininger, dem Leiter der druckgrafischen Werkstatt am Bauhaus Weimar, eines der wichtigsten transnationalen Kunstprojekte nach dem Ersten Weltkrieg: Unter dem Titel „Neue Europäische Graphik“ luden sie die künstlerische Avantgarde Europas ein, je eine Druckgrafik zu einer fünf Mappen umfassenden Werkschau aktueller Grafik beizusteuern. Dem national ausgerichteten Kulturbegriff sollte die Idee eines kosmopolitischen Künstlerbundes entgegengehalten werden.

Dabei entstanden bis 1924 die Mappen I, III, IV und V mit Druckgrafiken deutscher, italienischer und russischer Künstler. Mappe II mit Arbeiten französischer Künstler blieb Fragment. Das Lindenau-Museum ist eines der wenigen Museen, das in Besitz aller vier edierten Mappen ist.

Als Beitrag zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ werden alle grafischen Blätter der „Neuen Europäischen Graphik“ in einer Ausstellung präsentiert, darunter Arbeiten von Max Beckmann, Marc Chagall, Giorgio de Chirico, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner und Paul Klee. Daneben werden einige seltene Druckserien der Bauhauslehrer Feininger, Gerhard Marcks und Georg Muche zu sehen sein, die am Bauhaus entstanden sind.

Ausstellung: 24. Februar – 19. Mai 2019

Lindenau-Museum Altenburg
Altenburg/Thür., Gabelentzstr. 5

Sa, 06.04.2019

Einführende Worte durch den Künstler
Reverenz an Malewitsch "Schwarzes Quadrat auf weißem Grund", hier als "Schwarzes Quadrat auf schwarzem Grund", daneben Reverenz an Andy Warhol

Ein Pirckheimer in der Eremitage

Eine interessante Ausstellung, die einen Blick auf einige bedeutende malende Künstler erlaubt, wurde heute in der Eremitage Gransee von Marc Berger eröffnet.
Dessen Vater, der Pirckheimer Prof. Roland Berger erweist Größen der Malerei wie Michelangelo, Dürer, Kandinsky, Bill, Malewitsch, Warhol, Mattheuer, Metzkes und anderen seine "Reverenz" (so der Titel der Ausstellung) und deutet seit nunmehr gut 50 Jahren mit Graphiken, zumeist als Linolschnitt, das Werk dieser Künstler neu. Einfühlsam nahm und nimmt er, teilweise mit neuem gesellschaftlichen Hintergrund und auch einem humorvollen Ernst, Bezug auf das Werk dieser Künstler, wenn etwa der "Sklave" von Michelangelo hinter der Windschutzscheibe eines verunfallten Luxusautos verreckt oder Warholds blecherne "Soup-Büchsen" zu Pfandflaschen einer DDR-Marke werden: Berger interpretierte Themen, künstlerische Aussagen, Linienführung und Bildaufbau in seiner eigenen Art neu.

Ausstellung: 6. April - 22. Mai 2019

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Do, 04.04.2019

Briefe an Freunde

Zur Leipziger Buchmesse konnten wir u.a. auch PalmArtPress als neues Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft begrüßen.

Die Inhaberin dieses Verlags, Catharine J. Nicely, kündigte jetzt eine besondere Ausstellung mit Buchpräsentation an: "Gerda Lepke - Briefe an Freunde". Die heute in Gera lebende Künstlerin Gerda Lepke, Lebensgefährtin von Max Uhlig, ist eine der Mitbegründerinnen der Dresdner Sezession 89 und deren Ehrenmitglied.

Vernissage: 6. April 2019, 18. 
Ausstellung: 6. April - 18. Mai 2019

PalmArtPress
Pfalzburger Str. 69, 10719 Berlin

Vienna Comix

Am kommenden Wochenende, wird die Neuhauser Kunstmühle auf der Vienna  Comix zu finden sein. Dort präsentierst Elisabeth und Nikolaus Topic - Matutin wie schon zuvor auf der Leipziger Buchmesse Remigio (und Eduardo wird dort auch zeichnen). Einige Fotos und Videos aus Leipzig findet man auf den Facebook-Seiten von Remigio und der Neuhauser Kunstmühle.

Die Neuhauser Kunstmühle hat ihre Präsentationen etwas überarbeitet und einige Originale aus dem Lager hervorgeholt. Und wie immer gibt es 20 % Frühlingsnachlass auf Druckgrafik und Bücher. Zum Beispiel auch für die nebenstehende wunderbare Tuschlithografie von Christiane Pott –Schlager.

6. und 7. April 2019

Vienna  Comix
Modecenterstr. 22, 1030 Wien

Mi, 03.04.2019

"Reframing Worlds" in der Galerie im Körnerpark 2017/18, Foto © Nihad Nino Pusija

DRUCK DRUCK DRUCK

Das Projekt DRUCK DRUCK DRUCK bringt die Druckwerkstatt in die Galerie und schafft Raum für unabhängige Print-Gemeinschaften aus Berlin und darüber hinaus. Die interdisziplinäre, multi-formatige Ausstellung erforscht, wie Printmethoden verwendet werden können, um radikale Ziele in der Kunst, der Bildung und der Gemeinschaft zu erreichen.

Risograph, Siebdruck, Mimeograph, Hochdruck, Xerox; Drucke, Zines, Kunstbücher; Ausstellungen, Installationen, Workshops, Diskussionen, Präsentationen und Leseräume: Über vier Monate werden verschiedene Künstler und Projekte eingeladen, Räume für das Lernen, Kreieren, Teilen, Lesen, Verlegen und Tauschen zu generieren. Die Galerie im Körnerpark verwandelt sich in ein Zentrum für Gemeinschaft, die Ausstellung wächst und wandelt sich in dieser Zeit. Ein Fest für Generationen von Print- und digitalen Leser vor und nach dem Internet.

Mit: Schikkimikki Zinedistro & Library, Czentrifuga kollektiv, Penthaus für schöne Formate, Lucky Punch Press, Archiv der Jugendkulturen, Hopscotch Reading Room, Deniz Beser/Heyt be! Fanzin, Salt and Cedar Press, Erwin Blok, Petra Schulze-Wollgast, Colorama, Lady Liberty Press, Paul Paetzel, Drucken 3000, Gloria Glitzer / We Make It, Luca Bogoni, Outer Space Press / Pogo Books, BAÇOY KOOP, Lucky Punch Press, Aisha Franz, Viktor Vejvoda, Paper News, u.a.

Kuratiert von Nina Prader and John Z. Komurki

Ausstellungseröffnung: Freitag, 12. April 2019, 18 Uhr
Ausstellung vom 13. April - 14. August 2019

GALERIE IM KÖRNERPARK
Schierker Str. 8, 12051 Berlin

Di, 02.04.2019

April, April - aber nur zu 50 %

Selbstverständlich war die Meldung vom gestrigen Tag ein Aprilscherz, die Pirckheimer böten mit der Sektion "E-Book und Video" auch den Sammlern eine Mitgliedschaft an, denen das Buch als Kulturgut, denen die Buchkunst und das gedruckte graphische Blatt egal ist. Auch wenn die Pirckheimer-Gesellschaft in den Anfangsjahren dem Dachverband zugeordnet wurde, der auch den Guppy-Züchtern und Schrebergärtnern eine Heimat bot.

Richtig an der Meldung bleibt jedoch, dass ein reges "Interesse an einer Mitgliedschaft in den letzten Jahren und vor allem wieder auf der kürzlich zu Ende gegangenen Leipziger Buchmesse zu bemerken war" und dass die Mitgliedschaft "für Personen unter 27 Jahren oder in Ausbildung befindlich bis zum 30. Lebensjahr zum Jahresbeitrag von 30 €" möglich ist, sowie, dass alle Mitglieder "die Marginalien mit Originalgraphik und eine Jahresgabe" erhalten.
Übrigens, das Foto stammt von mir ("Launing" ist eine alter Name für den April) und die Zahl der Pro- und Gegenstimmen zum Beschluss verwies auf den 1. April.

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Mo, 01.04.2019

Foto © Launing

Pirckheimer offen für neue Medien

Bislang sah sich die Pirckheimer-Gesellschaft lediglich als eine Vereinigung von Freunden oder Sammlern des Gedruckten in Form des gut gestalteten Buches und der Graphik, in letzter Zeit entdecken ihre Mitglieder auch stärker den Comic und Graphic Novel für sich. Es mehrten sich jedoch in den letzten Jahren auch Anfragen aus dem Bereich neuer Medien - diesen Sammlern möchte sich die Pirckheimer-Gesellschaft öffnen.

Das rege Interesse an einer Mitgliedschaft, wie es in den letzten Jahren und vor allem wieder auf der kürzlich zu Ende gegangenen Leipziger Buchmesse zu bemerken war, hat der Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft bewogen, die Möglichkeit einer Mitgliedschaft für Freunde neuer Medien zu erweitern und damit auch auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe einzugehen. Dabei wurde auch der Tatsache Rechnung getragen, dass auch in Öffentlichen Bibliotheken die DVD und das E-Book Einzug gehalten hat.
So erging (mit 1 Gegenstimme und 4 Ja-Stimmen) der Beschluss, dass mit heutigem Datum jed*er Interessierte in der neu gegründeten Sektion „E-Book und Video“ Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft werden kann. Diese Mitgliedschaft kann zu den gleichen Bedingungen wie auch für Freunde des Buches oder der Graphik beantragt werden: für Personen unter 27 Jahren oder in Ausbildung befindlich bis zum 30. Lebensjahr zum Jahresbeitrag von 30 €, darüber hinaus zum Beitrag von 90 €. Diese Mitglieder erhalten wie alle anderen die Marginalien mit Originalgraphik und dieselben Jahresgabe, wobei die Zeitschrift Marginalien um eine Rubrik mit Ankündigungen von E-Books und gut gestalteten DVD-Editionen erweitert wird.

Als Mitglied "E-Book und Video" hier anmelden

Foto © Constanze Kreiser

Super-Illu

Unter diesem fand am 28. März 2019 in den Räumen der Hegenbarth Sammlung Berlin eine Diskussion statt, die inmitten einer Ausstellung schwarzweisser pixelähnlichen Grafiken von Corinne Laroche - Point(s) de Hasard - (Keine) Punkte des Zufalls - aus der Reihe ‚Überflogenes Weiss‘ plaziert waren. Etwa 50 Zuhörer und 6 Diskutanten versuchten die Grenzen zwischen Bild, Text und Bebilderung zu finden. In dem Wort illustrare stecke auch mostrare (= zeigen) und genau dieses Hinweisende eines Bildes wäre der Illustration zu zuordnen, wenn sie sich nicht als Kunst darstellt. Demgegenüber beschreibt sich Kunst auch in ihrem größeren Freiheitsgrad Ihrer Lesbarkeit. Die Grenzen sind fließend und je nach Bilderschatz möglicherweise auch individuell verschieden.

Vorangegangen war dieser mündlichen Auseinandersetzung eine schriftliche Stellungnahmen aller Beteiligten zum Thema Illustration. Die vierteljährlich erscheinende Zeitung «z.B. / zum Beispiel / zum Buch» #18--21 des Künstlerduos <usus>, Ulrike Stoltz, einer Typographin und Uta Schneider, einer Künstlerin mit Schwerpunkt Zeichnung, bot hierfür den Rahmen. 

Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums Offenbach, hatte gesprächshalber auf die Unschärfe der Begrifflichkeit hingewiesen «… man müsste doch einmal den Begriff der Illustration neu denken …» und trat in der Diskussion vehement für eine Qualität der Illustration trotz ihrer Abhängigkeit als angewandte Kunst ein. Kommunizieren funktioniert für ihn immer in Ergänzung von mindestens zwei Medien, mit dem Ziel, etwas ‚Lebensinhaltliches‘ zu übergeben.

Ulrike Stoltz spielte mit der These, dass Illustration mit dem Prozess der Vervielfältigung zu tun haben könnte und deshalb als Begriff erst im 19. Jhd. entstand. Allerdings ist das 19. Jhd. ohnehin die Zeit der Ausdifferenzierungen, auch der Berufe, so wurde z.B. aus dem Baumeister für alle Bauaufgaben eine Gruppe von Fachleuten.

Illumination wäre laut Grimm‘schen Wörterbuch der Vorläuferbegriff von Illustration und hat eine starke spirituelle Komponente, die der Hausherr Christopher Breu (Typograph) mit dem christlichen Farbkodex mittelalterlicher Druck- und Handschriften belegte: (papier-)weiß wie die geschundene Haut des Leibs Christi, rot wie Blut, schwarz die Nägel am Kreuz. Er erinnert an die typische frühkindliche Bildverbundenheit, die vor dem Lesenkönnen als Leseersatz und Gedächtnisstütze dient. Damals waren Bilder zudem etwas Seltenes und damit von höherer Eindringlichkeit.

Matthew Tyson, (Buch-)Künstler, Drucker in 2. Generation und Herausgeber, in England und Frankreich lebend, spürte der Sprache nach. All den Inhalten, die in ihr versteckt sind, der Kraft, die sie im Bezeichnen entwickelt. Der englische Begriff ‚Image‘ ist viel offener und umfassender als das deutsche Wort Illustration. Seine eigene künstlerische Suche gilt der Reduktion, die sowohl Sprache wie auch Bild zu mehr Eindeutigkeit verhelfen soll. Wie das Bild kann auch die Sprache Mehrfachbedeutungen und damit Unklarheiten aufweisen, die das Erkennen ihres eigentlichen Inhalts verstellt. Er betrachtet sich als Künstler, nicht als Illustrator.

Juliane Wenzl, freiberufliche Illustratorin und Dozentin, ging als Beirat im Berufsverband Illustratoren Organisation pragmatisch an das Thema heran: Auftrag und Nutzungsrechte beschreiben für sie eine komplett andere Situation als die des individuellen Antriebs eines Künstlers, etwas von seinem inneren Denken, Empfinden, Sehen zu veräußerlichen. Entsprechend wäre das Ergebnis auch anders zu bewerten.

Im Nachgespräch auf den Gängen ging es mit Uta Schneider allgemein um Übersetzungsprozesse von Sinneseindrücken: in Sprache, in Bilder oder in andere Handlungen. Etel Adnans Künstlerbuch ‚Arabische Apokalypse‘ über den libanesischen Bürgerkrieg, das sie in mehreren Sprachen unterschiedlich bildlich abfasste, ist ein wunderbares Beispiel vom Zusammenspiel aller Komponenten des Gestaltens. Kontextualisierung als ein Mittel, den Begriff Illustration zu begreifen: von allen beteiligten Künstlern gab es eigene Arbeiten im Anschluss zu betrachten. Das Gehörte ließ sich so in einen weiteren Zusammenhang einordnen.

Matthew Tysons über Jahre scheiternde Versuche, asiatische Kalligraphieprinzipien auf lateinische Buchstabenschriften zu übertragen, gehöre ebenso zu dieser Suche nach Zusammenhängen wie das sprachliche Fehlen von Tatbeständen, das Hanneke van der Hoeven beschrieb: ein so unklarer Begriff wie (Körper-)kreislauf existiere im Holländischen nicht, dort beschriebe man die einzelnen Vorkommnisse und sei damit viel genauer.

(Constanze Kreiser)

Friederike Jacob wird unterstützt mit dem Akkordeon, mit Gesang und Zwischenfragen von ihrer Schwester, der Sängerin und Schauspielerin Pauline Jacob

Friedenauer Presse stellt sich in Hamburg vor

Die neue Verlegerin der Friedenauer Presse, Friederike Jacob, stellt den von ihr 2017 übernommenen Verlag vor.

Der Verlag Friedenauer Presse, Berlin, wurde 1963 gegründet, seither sind rund 200 Bücher mit dem Signet des Verlags erschienen. Romane und Erzählungen der Weltliteratur, Gedichte, Briefwechsel und Essays, literarische Entdeckungen aus der Vergangenheit und Gegenwart, übersetzt aus vielen Sprachen. Friederike Jacob will die Verlagsgeschichte und Bücher aus dem aktuellen Programm in Lesung und Gespräch vorstellen.

12. April 2019, 20 Uhr

Lesesaal Buchhandlung
Stadthausbrücke 6, 20355 Hamburg

So, 31.03.2019

Frank Kühne (Carlsen Verlag) gratuliert Ulrike Jänichen, Foto © Catalina Langer

Premiere des Hamburger Bilderbuchpreises

Die Hallenser Illustratorin Ulrike Jänichen erhielt den Hamburger Bilderbuchpreis, der erstmals vom Verein Neues Bilderbuch in Hamburg verliehen wurde, für ihr Bilderbuchkonzept "Zug der Fische", welches in Anlehnung an die Erzählung einer ukrainischen Autorin entstanden ist. Die Erstveröffentlichung des Buches soll in Zusammenarbeit mit dem Carlsen Verlag erfolgen.

Der Hamburger Bilderbuchpreis wird künftig alle zwei Jahre für ein zuvor nicht veröffentlichtes zeitgenössisches Buchkonzept ausgelobt. Das Preisgeld beträgt 12.000 Euro.
Die Preisverleihung erfolgte in der Fabrik der Künste in Anwesenheit des Schirmherren und Senators für Kultur und Medien, Carsten Brosda. Eine Auswahl der Einsendungen wird vom 1. bis 14. April 2019 in der Fabrik der Künste in einer Ausstellung präsentiert, gefolgt von einer Wanderausstellung der Shortlist, die am 22. August 2019 im Kinderbuchhaus im Altonaer Museum beginnt.