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Pirckheimer-Blog

Di, 23.06.2020

Reinhard Scheuble ist am 17. Juni 2020 gestorben

Im diesjährigen Magazin zur BuchDruckKunst ist noch ein Interview mit ihm zum 35jährigen Jubiläum der "Quetsche" abgedruckt, das nun zu einem unvorhergesehenen Nachruf wird. Damit ist ein streitbarer Drucker, Buchkünstler und Verleger gegangen, der auch ein schillerndes "Urgestein" der Szene war. Schade, daß wir uns "wegen Corona" nicht in Hamburg sehen konnten und nun eine Begegnung nicht mehr möglich ist. Es bleiben viele schöne Bücher und Anekdoten von gemeinsam verbrachten Messen ...

(Klaus Raasch)

Mo, 22.06.2020

Barbara Kindermann bei den Bücherkindern Brandenburg, hier mit Ralph Aepler und Klaus Ensikat, Juni 2019, Foto © ad

Verlegerin und Autorin Barbara Kindermann ist gestorben

Die Begriffe Klassiker für Kinder und Kindermann Verlag waren fast synonym, viele Projekte hatte sie sich noch vorgenommen. Überraschend ist am 21. Juni die Verlegerin Barbara Kindermann (64) gestorben. Die Gründerin des Kindermann Verlags in Berlin erlag einer tückischen Krankheit. 

Viele Projektideen hatte sie noch im Kopf, die sie verwirklichen wollte, denn Kindermann verstand es mit Hingabe, die Weltliteratur dem Nachwuchs zugänglich zu machen. Die Vermittlung war der promovierten Germanistin ein Herzensanliegen, weshalb sie auch 1994 den Kindermann Verlag gründete: Beruf und Berufung trafen hier zusammen. Stoffe der Weltliteratur erzählte die gebürtige Züricherin mit leichter Hand nach, ohne dabei die Komplexität der Handlung außer Acht zu lassen, und sie holte sich große Illustratoren, um Bild und Text gleichermaßen sprechen zu lassen - nicht zuletzt wurden viele Illustratoren durch ihre Hilfe zu Größen. In ihren Reihen "Weltliteratur für Kinder" und "Poesie für Kinder"  sind jedes Jahr  wunderbare Ausgaben zu Klassikern von Goethe und Shakespeare über Gottfried Keller bis Rilke erschienen, die oft ihrerseits auch schon einen Klassiker-Status erreicht haben.

(Börsenblatt Online)

"Klaus Ensikat unter der Lupe"

Die Bücherkinder Brandenburg stellen ihr neuestes Projekt "Klaus Ensikat unter der Lupe" vor - in heutigen schwierigen Zeiten nicht wie geplant auf der Leipziger Buchmesse oder direkt vor den Pirckheimern, sondern virtuell.
Der Film der Bücherkinder existiert in zwei Fassungen: einem 5-minütigen Kurzporträt, welches hier angezeigt wird und einer gut halbstündigen Langfassung des Gesprächs zwischen Denis Scheck und Klaus Ensikat, das zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht wird.

So, 21.06.2020

Das erste Heft der "Romanzeitung" erschien 1949 und stellte zuerst vor allem sowjetische Literatur vor. Ab Heft 36 erschien die "Romanzeitung" im Verlag Volk und Welt, Berlin und wurde internationaler. Bis 1990 erschienen 487 (!!) Nummern - Klassiker, Gegenwartsliteratur, Krimis, Science Fiction und mehr. Darunter auch Goethe, Dostojewski, Hemingway und DDR-Autoren. Foto © Annerose Kirchner

"Groschenhefte" in der DDR

In Gera wird derzeit unter dem Titel „Geliebt, gehasst, geduldet“ eine Ausstellung zu "Groschenheften" der DDR (der Titel "in der DDR" ist etwas irreführend) gezeigt.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden die häufig in reißerischer Aufmachung und geringem literarischen Anspruch in der der BRD erscheinenden  Groschenromane auch in der DDR gern gelesen. Diese versuchte ab Mitte der 50er Jahre der Flut dieser Hefte etwas Vergleichbares entgegenzusetzen, indem DDR-Verlage vermehrt eigene Heftreihen veröffentlichten, allerdings mit dem Anspruch, anders und besser zu sein als die westdeutschen „Schmöker“. In den ersten Jahren unterschieden sich die ostdeutschen Reihen in ihrem äußeren Erscheinungsbild jedoch noch kaum vom kapitalistischen Gegenstück. Titel und grafische Gestaltung waren ähnlich aufreizend und verlockend ...
Mit rund 300 Objekten von Blaulicht, Das neue Abenteuer, kap (Krimi, Abenteuere, Phantastik), Meridian, oder der Romanzeitung wird als ein spannendes deutsch-deutsches Kapitel aus der Zeit des Kalten Krieges die Geschichte der in der DDR in Massenauflagen erschienenen Hefte, die nur in wenigen Fällen nach dem Lesen den Weg in den Bücherschrank fanden und heute begehrte, da rare Sammlerstücke sind, erzählt.

Ausstellung: 10. Juni – 18. Oktober 2020

Stadtmuseum Gera
Museumsplatz 1, 07545 Gera

Di, 16.06.2020

zur Arbeit der Bücherkinder Brandenburg

Wichtig ist doch, dass und was und wie Kinder lesen und, in unserem Fall, sogar selber schreiben, damit es andere lesen.

Das können durchaus Tolkins "Herr der Ringe sein", die Fantasy-Literatur überhaupt. Oder auch der gute Harry Potter mit dem Zauberer Newt Scamander, die ja beide auch in unserem Buch "Ensikat unter der Lupe" vorkommen.

Bei all der Übermacht der Werbung aber halte ich mit unserem kulturelllen Erbe dagegen und merke, die Kinder sind mit Schillers Räubern, dem Goethe - Faust für Kinder, dem Osterspaziergang und dem Knecht Ruprecht von Storm ebenfalls zu begeistern.  Das Beste muss den Kindern geboten werden! Ensikat gehört dazu.

Mich bewegt die Frage der Kognitionswissenschaftler: "Was wird aus den Lesern, die wir einst waren?". Damit bewegen wir uns im politischen Raum!

Sicher ist es ein intellektuelles Risiko,  jedes Jahr ein Thema zu wählen, das nicht von den Medien gehypt wird. Das können sein:

a) Themen aus der Klassik der Literatur,
b) Themen aus der ostdeutschen Moderne (Ch. Wolf, Werner Klemke, Jurek Becker, Arno Mohr, Klaus Ensikat, 2x Metzkes, Egbert Herfurth) oder auch Pablo Neruda.

Ja, wir machen mit solcher Arbeit STÖRGERÄUSCHE und versprühen wie Prometheus im Beethovenjahr auch Götterfunken und, wie Denis Scheck genau erkannt hat, wir greifen die Botschaften mit der Lupe auf und lassen uns nicht manipulieren. Das ist meine Hoffnung.

Das Buch und die Pirckheimer-Gesellschaft brauchen jugendlichen Zulauf.

(Armin Schubert, Mentor der Bücherkinder Brandenburg, Juni 2020)

LASST UNS LACHEND ESEL BOHREN

Daß hartnäckige Journalisten und kecke Dichter mit Risiko leben, ist seit vielen Jahren bekannt.

Einer, der im absolutistisch regierten Deutschland des 18. Jahrhunderts den Anfang gemacht, gegen Herrscherwillkür und Dumpfköpfigkeit angeschrieben, und dafür teuer bezahlt hat, ist seinerzeit DER eingesperrte Dichter gewesen: Christian Friedrich Daniel Schubart, der nach zehn Jahren in Kerkerhaft auf der Festung Hohenasperg ein gebrochener Mann war. Davor aber goß er listig verpackte Kritik und beißenden Kneipenwitz über seine Zeit.

In der EDITION SCHWARZE SEITE erscheint ein Künstlerbuch, das nur eines seiner Gedichte, und vor allem Fundstücke aus seiner DEUTSCHEN CHRONIK bringt. Ena Lindenbaur und Eckhard Froeschlin haben zusammen an Radierungen gearbeitet, die als begleitende Stimme zu den vom Blei handgesetzten Texten auftreten, alles gedruckt auf französisches Velin d´Arches Bütten. Das Buch ist von Roger Green in Wuppertal handgebunden, und mit einem stabilen originalgraphischen Schuber versehen.

Preis 1200 € (Subskription bis 1. August 2020 1080 €)

Eckhard Froeschlin
EDITION SCHWARZE SEITE
Alte Papierfabrik, Fabrikstr. 32-40

Mo, 15.06.2020

Ausriss aus FAZ, 14. Juni 2020

„Wenn über dem Weinberg es flammt“

Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries

Die großformatige Freiraum-Installation auf dem Rasen unterhalb des Hügels im Park der Werner Reimers Stiftung, auf dem der Hölderlin-Pavillon steht, besteht aus fünf Elementen. Die großen Objekte erinnern an aufgeschlagene Bücher. Deren Gestaltung liegt das Hölderlin-Gedicht „Wenn über dem Weinberg es flammt“ zugrunde, Textfragmente daraus wurden in QR-Codes transformiert – und weiter ins fragmentarische getrieben.
Lücken in den Formen, der weiße Bereich des QR-Codes, erlauben bei den Skulpturen den Durchblick und nehmen die Landschaft mit ins Bild. Einzelne Rahmenelemente bleiben gänzlich frei, so dass die Buchdecke dieses Panorama für die Betrachter einfasst und rahmt. Der Blick der Betrachter genießt so die Landschaftsansicht, die Hölderlin von hier aus so geschätzt hat.
Die QR-Codes auf den kleinen Schildern am Wiesenrand sind mit dem Smartphone abrufbar und stellen auf diese Weise die direkte Verbindung zu dem ausgewählten Gedicht Hölderlins her, verzeichnet für das Jahr 1802.

Ausstellung: 9. Juni bis 31. Oktober 2020

Parkgelände der Werner Reimers Stiftung
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe

So, 14.06.2020

Aus dem Flyer zur Ausstellung: Ronald Paris, Der Runde Tisch, Graphit, 1990

Ronald Paris: Bilder vom Sein

Auf Schloss Biesdorf in Berlin läuft seit heute eine Ausstellung mit Arbeiten aus sechs Jahrzehnten von Ronald Paris. Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Gerlinde Förster.

Ronald Paris (*1933) gehört zu den herausragenden Malern und Grafikern seiner Generation. Die retrospektiv angelegte Ausstellung zeigt in einem kontrastreichen räumlichen Gegenüber Malerei und Zeichnungen, die beispielhaft für das Lebenswerk des Künstlers stehen.

Das Werk des Künstlers umfasst Gemälde und Zeichnungen, Grafiken und Collagen, Glasmalerei, Gobelins, Bühnenbilder sowie baubezogene Arbeiten im öffentlichen Raum. Künstlerisch gleichrangig neben großformatigen Arbeiten an exponierten Orten sind die auf der Staffelei im Atelier geschaffenen, häufig durch Literatur, Theater und Reisen inspirierten Bilder und Grafiken.
Paris sucht den Rückgriff auf antike Gestalten und Mythen, ist von den Dramen Shakespeares bis zur Dichtung Volker Brauns inspiriert und greift dieses Material auf für seine künstlerischen Deutungen. Prometheus, Odysseus, Marsyas, Appolon, Sisyphos, Kassandra, Medea, Ikarus, Iphigenie, Sappho oder Hamlet, Lear u.a. sind für ihn Metaphern, um menschliche Grundthemen in gesellschaftliche Kontext seiner Zeit zu stellen.

Ausstellung: 14. Juni – 14. August 2020

Schloss Biesdorf
Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin

Sa, 13.06.2020

Foto: Martin Maleschka

Alle in die Kunst! - Teil 2

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts Alle in die Kunst! haben zwei Gruppen von Laienkuratoren ausgehend vom Bestand des Kunstarchivs Beeskow je eine eigene Ausstellung gestaltet. Die zweite Gruppe präsentiert nun „Durch unsere Augen ... ". Ihre Werkauswahl ist geprägt von persönlichen Erfahrungen, Vorlieben und Sichtweisen, wobei die Gruppe gemeinsam ein übergeordnetes Grundgerüst erarbeitet hat. Dieses beschreibt sie so: ,,Die Vergangenheit ist nicht vorbei. Sie ist eingeschrieben in unsere Gegenwart. Die vier zentralen Themen - Zusammenleben, urbaner Raum, Umwelt und Frau in der Gesellschaft - ermöglichen, den geltenden Normen und Werten der Vergangenheit nachzuspüren und laden dazu ein, nach Parallelen und Unterschieden zu unserer Gegenwart zu suchen. Durch die individuelle Auswahl wird jedes Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und die Vielschichtigkeit der damit aufgeworfenen Fragestellungen sichtbar. Die Ausstellung möchte keine abschließenden Antworten geben, sondern vielmehr zum Nachdenken darüber einladen, was wir aus der Vergangenheit für heute lernen können. Was soll bleiben, was kann vergehen?" 

Ein partizipatives Ausstellungsprojekt des Kunstarchivs Beeskow in Zusammenarbeit mit der Burg Beeskow. 

Eröffnung: 27. Juni 2020, 17 Uhr
Ausstellung: 28. Juni - 23. August 2020

Burg Beeskow, Galerie

Fr, 12.06.2020

30 Jahre Sonnensegel

Aus naheliegenden Gründen muss die Galerie Sonnensegel viele Aktivitäten rund um ihren 30. Geburtstag verschieben, abändern und neu denken.

Trotzdem soll an das anstehende Jubiläum in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Deshalb  haben die "Sonnensegler" einen "Plan P" (kein Schreibfehler) und zeigen in der Sommerausstellung 2020 Plakate aus drei Jahrzehnten Galeriegeschichte. Die zumeist originalgrafischen Plakate verweisen auf Ausstellungen und Projekte mit Künstlerinnen und Künstlern von A wie Atak bis Z wie Zwirnmann, Katja (augen:falter).

Letzte Exemplare der im Druckladen der Galerie entstandenen Raritäten können auch erworben werden, darunter ein Plakat mit allen Unterschriften der Künstlerfamilie Metzkes /Hann.

(Matthias Frohl)

Ausstellung: 18. Juni - 18. September 2020

Sonnensegel e.V.
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a.d. Havel

Do, 11.06.2020

Marginalien 237

Trotz des derzeitigen kulturellen Stillstands fand sich heute im Briefkasten bei den Pirckheimern und Abonenten das neueste Heft der Marginalien.

Über den Inhalt kann man sich hier informieren.

Neben einem Flyer für den 49. und letzten Druck der burgart-presse (siehe vorherigen Post) lag dem Heft eine wunderbar gemachte Einladung bei, Mitglied in der Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft eG zu werden (siehe Abb.) und die typografische Beilage, wie immer gestaltet und erläutert von Matthias Gubig widmete sich in sehenswerter Weise einer kleinen lyrischen Presse(rück)-schau.
Auf der nebenstehenden Abbildung im Vordergrund ist die graphische Beilage (die nur Mitglieder dieser Gesellschaft erhalten) zu sehen. Sie schuf der Pirckheimer und Gründer der Katzengraben-Presse Christian Ewald: Auf- und Abstieg des Kletterers CH. E. durch noch schlafende Alphabet-Rudimente zum 1.990 m hohen Gipfel des Schweigens – in 650 Exemplaren gedruckt vom Klischee von Daniel Klotz bei Die Lettertypen, natürlich mit dem Faden.

ALLES FÜR DIE KATZ

Mit dem 49. und letzter Druck der burgart-presse liefert Jens Henkel einen Überblick über "Dreißig Jahre burgart".

Der Verleger und bekennender Katzenfreund hat 24 befreundete Künstlerinnen und Künstler zu meist doppeldeutigen Darstellungen dieser reizenden Geschöpfe angeregt und die Originalgrafiken in einem Leporello vereint. Das Ganze wird begleitet von einer Dokumentation der Verlagsarbeit, die u.a. eine Bibliografie aller etwa 150 Veröffentlichungen der burgart-presse, eine Verlagschronik und ein Namensregister enthält. Herbert Kästner hat den einführenden Text verfasst. Die zweibändige Ausgabe ist im Mai 2020 erschienen.

Vorzugsausgabe:Ex. 1 - 50, Leporello und Verlagsdokumentation im Schuber, 21 x 21 cm, alle 24 Grafiken signiert, Leporello von Ludwig Vater, Jena; Buchdruck von Hahndruck Kranichfeld. Mitwirkende: M. Aly, H. Andryczuk, A. Berner, F. Eißner, Chr. Ewald, F. M. Furtwängler, M. Götze, S. Golde, B. Haller, Chr. Henkel, K.-G. Hirsch, B. Klöß, A. Lange, H. Leiberg, F. Neubert, U. Panndorf, Th. Ranft, W. Sachs, K. Süß, U. Tarlatt, K. Voigtmann, St. Volmer, U. Warnke, P. Zaumseil, 500,00 €

Normalausgabe:Verlagsdokumentation in 200 nicht nummerierten Exemplaren, 252 Seiten, ca. 223 Abbildungen, 21 x 21 cm, englische Broschur, 25,00 €

Crowdfunding für 2. Aufl. von "Gera ostmodern"

Heute erscheint es uns, als läge das Jahr 2019 in einer anderen Zeitepoche. Doch es war erst letztes Jahr, als ich mit der Herausgabe des Buches Gera ostmodern bei sphere publisher dem Verschwinden der Ostmoderne begegnete; eine Veränderung die ich in meiner Jugend in Gera mit gemischten Gefühlen verfolgte. Im Gegensatz zu meinen vergangenen zwei Büchern legte ich bei Gera ostmodern mit DDR-Ansichtskarten-Motiven den Fokus auf öffentlich zugängliche Bilderwelten. In diesem Bildband habe ich exemplarisch für Gera Echt-Postkarten in schwarz-weiß versammelt. Begleitet wird er von Texten von Ben Kaden, die in die Ansichtskartenkultur der DDR einführen oder geistreich einzelne Postkarten untersuchen.
Vor Corona-Stunde Null entschloss ich mich auch aufgrund der großen Nachfrage – inzwischen ist die erste Auflage vergriffen – , eine zweite Auflage im Herbst 2020 zu publizieren. Um farbige Ansichtskarten, neue Postkarten-Essays von Ben Kaden und einem Einführungstext von Dr. Ing Mark Escherich sollte sie erweitert werden.
Nun Juni 2020 scheint der erste Schock überwunden, trotzdem sind die Folgen für Kultur, Kunst, Wirtschaft und jeden einzelnen von uns kaum absehbar. Rückblickend litt ich, wie die meisten von uns, besonders unter der sozialen Isolation, bin aber auch finanziell betroffen. Besonders mein Buchprojekt ist gefährdet. Deshalb erprobe ich einen neuen Weg der Finanzierung, habe heute eine Crowdfunding-Aktion gestartet und packe zugleich die Chance einer Kofinanzierung durch die EGG Energieversorgung Gera beim Schopfe: Je mehr Leute mich mit einem Betrag ab 10 Euro dabei unterstützen, desto höher fällt das Sponsoring für die Druckkosten meines Buches aus. 

Auf der Projektseite könnt ihr aus verschiedenen Dankeschön-Angeboten wählen. Neben historischen Stadtführungen erwartet Sie von Hand abgezogene Ansichtskarten auf Baryt, Bücher aus meiner bisherigen Produktpalette und Fotos aus meinen Kunstprojekten – auch Martin Maleschka hat tolle Aufnahmen von Gera zur Verfügung gestellt. Wer eine Spendenquittung benötigt, erhält diese auf Anfrage. Dies ermöglicht uns der Verein Komm e.V. aus Grünau, der wunderbarer Weise hinter unserer Aktion steht.

(Christoph Liepach)

sphere publishers
Rosa-Luxemburg-Straße 50
04315 Leipzig

So, 07.06.2020

Denis Scheck im Gespräch mit Klaus Ensikat

eine virtuelle Präsentation

Da die geplante Präsentation des neuesten Buchprojekts der Bücherkinder Brandenburg unter Leitung des Pirckheimers Armin Schubert nicht wie geplant vor den Pirckheimern in der realen Welt stattfinden konnte, wurde diese Buchvorstellung jetzt virtualisiert. Zwei Tage haben die Bücherkindern mit dem Kameramann Joscka Lippelt, dem Illustrator Klaus Ensikat, dem Literaturkritiker Denis Scheck und Pirckheimern in Brandenburg und Berlin einen Beitrag zu ihrem Buch "Ensikat unter der Lupe" gedreht. 

Das Ergebnis wird hier in einigen Tagen vorgestellt.

Sa, 06.06.2020

Pirckheimer half Christo bei Reichstagsverhüllung

Er hat im Laufe der Jahre viele Prominente kennengelernt. Auch den am Pfingstsonntag im Alter von 84 Jahren gestorbenen Künstler Christo. Der Duderstädter Lyriker, Autor und Sammler Wolfgang Windhausen hat, wie er berichtet, nicht nur bei der Verhüllung des Reichstags mitgeholfen. Mit dem Tod Christos lüftet Windhausen nun auch ein seither gut gehütetes Geheimnis.

Christo und dessen Frau Jeanne-Claude hätten ihn seinerzeit gebeten, über einen Brandanschlag auf das Kunstwerk Stillschweigen zu bewahren. „Jetzt nach dem Tod von Christo darf ich nun über ein Ereignis bei der Reichstagsverhüllung sprechen“, sagt Windhausen. Und auch seine Fotos von dem Vorfall in der Nacht nach der Eröffnung der Reichstagsverhüllung am 24. Juni 1995 zeigt der Duderstädter jetzt erstmals.

Was war geschehen? Der heute 71-jährige Windhausen erinnert sich noch gut an seine Begegnungen mit dem Künstler Christo. Kennengelernt habe er ihn bei einer Ausstellungseröffnung in der Berliner Nationalgalerie. „Ich habe mir von ihm ein Plakat signieren lassen. Dabei sprachen wir auch über die anstehende Reichstagsverhüllung“, erinnert sich der Duderstädter, der damals wie heute regelmäßig in Berlin weilt. Windhausens Begeisterung für das Kunstprojekt Christos hatte zur Folge, dass der Künstler ihm angeboten habe, daran teilzunehmen.

Wenig später habe er etwa eine Woche vor der Eröffnung des Kunstwerks mit anderen die Arbeit als „Monitor“ aufgenommen. Ihre Aufgabe habe laut Vertrag mit Christo darin bestanden, erzählt Windhausen, täglich die Besucher des Reichstages über die Verhüllung zu informieren und den Besuchern kleine Proben des Verhüllungsstoffes zu übergeben.

(Eichsfelder Tageblatt, 3.6.2020)