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Pirckheimer-Blog

Do, 02.05.2019

Henning Wagenbreth, The Tobot Tower, Detail © Henning Wagenbreth

Henning Wagenbreth: Transit-Zonen

Die Kunstbibliothek hat den international renommierten Berliner Illustrator und Grafikdesigner Henning Wagenbreth eingeladen, sich anhand eines Streifzugs durch ihre Museumssammlungen mit der Frage auseinanderzusetzen "Welche Relevanz haben einstige Vorlagensammlungen in Zeiten der elektronischen Bilderflut für zeitgenössische Gestaltung?" Wagenbreth hat 40 Vorbilder und Inspirationsquellen aus den Sammlungen Architektur, Buchkunst, Fotografie, Grafikdesign und Buchkunst, ausgesucht, die er in der Ausstellung mit rund 80 eigenen Arbeiten zusammenbringt. Der Dialog lotet die Übergänge zwischen Gestern und Heute, Bild und Schrift, Überlieferung und Neuerfindung in diversen Facetten aus.

Henning Wagenbreth (geb. 1962) ist international bekannt für seine ausdrucksstarke Bildsprache und die Vielfalt seiner Arbeitsgebiete zwischen Grafikdesign, Illustration, Comic, Musik und experimentellen Projekten. Neben seiner Tätigkeit als freier Grafikdesigner und Illustrator ist er seit 1994 auch als Professor im Studiengang Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin tätig. 2000 zeichnete ihn die Stiftung Buchkunst für das „Schönste Buch der Welt“ aus; seine Plakatentwürfe werden regelmäßig prämiert. Er hat zahlreiche Ausstellungen realisiert, neben Berlin auch in Paris, New York, Istanbul, Luzern, Neapel und am Victoria and Albert Museum in London ausgestellt.

Eine Ausstellung in der Kunstbibliothek stellt Wagenbreths Werk in rund 80 Arbeiten aus drei Dekaden vor – von Briefmarken über Entwurfszeichnungen bis zu Siebdruckplakaten im Überformat. Zwischen den grafischen Arbeiten und dem „Tobot-Turm“ vermittelt eine markante, von Wagenbreth entworfene Ausstellungsarchitektur, die mit starken Farben, Wörtern und Mustern in den Raum greift. Die Idee der titelgebenden „Transit-Zonen“, die das Aufspüren von Übergängen und Schnittstellen beinhaltet, wird räumlich spürbar.

In seiner Auseinandersetzung mit historischer Populärgrafik, Literatur und Musik berührt Wagenbreth Motivisches ebenso wie Inhaltliches, oft mit einer feinen Prise Humor. An alten Ornamentstichen faszinieren ihn Kunstfertigkeit, Kreativität in der Bildfindung und die Vielfalt im Seriellen. Auf dem Gebiet der Politik ergänzen sich Aktuelles und Geschichtliches – so in der Gegenüberstellung afrikanischer Betrügerbriefe aus der Serie „Cry for Help“ mit einer Fotografie von Afrikanern, die 1931 als Exponate für Menschenschauen in Berlin begrüßt werden. Auch die Paarung des Wagenbreth-Plakats „100 Soldiers“ mit Propagandadrucken aus den Jahren des ersten Weltkriegs hat Brisanz. Die „Transit-Zonen“ zwischen Gestern und Heute, zwischen Vorlagen und gestalterischer Praxis, leben von Spannungen.

Zur Ausstellung erscheint das Künstler-Buch „Transit-Zonen: Henning Wagenbreth in der Kunstbibliothek“, ISBN-Nr. 978-3-88609-824-8, Hardcover, 128 Seiten, 120 farbige Abbildungen, 11 Euro.

Ausstellung: 17. April - 28. Juli 2019

Kunstbibliothek
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

Blick in das Arbeitszimmer von Anna Seghers, Akademie der Künste, Berlin | © Foto: Andreas Süß, 2019
Blick in das Arbeitszimmer von Anna Seghers, Akademie der Künste, Berlin | © Foto: Andreas Süß, 2019

Erlesene Bibliotheken – Artists’ Libraries

Für viele Künstlerinnen und Künstler stellt die eigene Büchersammlung eine wichtige Arbeitsumgebung und Inspirationsquelle dar. Die persönliche Bibliothek als bevorzugte Werkstatt von Kunstschaffenden steht im Fokus der Ausstellung „Erlesene Bibliotheken – Artists’ Libraries“, die ab dem 5. Mai am Pariser Platz gezeigt wird.

Ausgewählt aus über 300 persönlichen Bibliotheken, die sich im Besitz der Akademie befinden, werden wertvolle Bücher, Unikate und Rara, unter anderem aus dem Nachlass von Heinrich Mann, George Grosz, Bernhard Minetti und Christa Wolf, ausgestellt. Darunter befinden sich annotierte Exemplare, Künstlerbücher, zensierte Drucke, bibliophile Werke in Kleinstauflagen und Samisdat-Produktionen. Lesespuren wie Anstreichungen und Kommentare zeugen von intensiven Auseinandersetzungen, Widmungen lassen künstlerische Netzwerke erkennen, Bucheinlagen fungieren als Zeitkapseln. 

(Susanne Thier, Leiterin der Bibliothek)

5. Mai bis 16. Juni 2019, Di–So 11–19 Uhr,
Führungen: mittwochs 17 Uhr und sonntags 12 Uhr

Akademie der Künste
Pariser Platz 4, 10117 Berlin

© Christiane Pieper

Troisdorfer Bilderbuchpreis 2019 verliehen

Der Troisdorfer Bilderbuchpreis, der in diesem Jahr zum 22. Mal verliehen wird, geht an Christiane Pieper für ihre Illustrationen zum Buch „Hick!“ (Tara Publishing, 2017). Den zweiten Preis vergab die Jury an die Illustratorin Susanne Straßer für „Der Wal nimmt ein Bad“ (Peter Hammer Verlag, 2018). Der dritte Preis wurde schließlich an die Illustratorin Ulrike Möltgen für ihr Buch „Das Geschenk der Weisen“ (Insel Verlag, 2018) vergeben. Den Förderpreis erhält Claudia Schramke, die mit ihrem Dummy zu „Der Hund“ berzeugte. Die unabhängige Kinderjury, die sich aus Viertklässlern Troisdorfer Grundschulen zusammensetzte, wählte als ihren Favoriten das Buch „Eisbjörn. Das unglaubliche Abenteuer des tapferen Mäuserichs“ von Lev Kaplan (Thienemann, 2017). Der Troisdorfer Bilderbuchpreis ist der einzige Spezialpreis für künstlerische Bilderbuchgestaltung im deutschsprachigen Raum.

Mit der Preisverleihung, die am 7. Juli 2019 um 11 Uhr stattfinden wird, eröffnet das Museum zugleich die Ausstellung zum Troisdorfer Bilderbuchpreis. Sie zeigt eine Auswahl der eingereichten Arbeiten und damit ein abwechslungsreiches und repräsentatives Bild aktueller Bilderbuchillustration im deutschsprachigen Raum.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen sowie Texten von Rotraut Susanne Berner, Antje Ehmann, Karin Gruß, Pauline Liesen und Jennifer Walther-Hammel.

Weiter Informationen zum Troisdorfer Bilderbuchpreis 

(Dr. Pauline Liesen, Leiterin Museen Burg Wissem, Troisdorf)

Di, 30.04.2019

Albrecht von Brandenburg-Ansbach

Igor Kąkolewski, Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, stellt in der Staatsbibliothek zu Berlin Jacek Wijaczkas Biographie "Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1490-1568) – Letzter Hochmeister des Deutschen Ordens und erster Herzog in Preußen" vor.

Ende des 15. Jahrhunderts gebot der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens nur noch über einen Rest des einst mächtigen Deutschordensstaates Preußen. Hinter sich die Ostsee, vor sich das vereinigte Polen-Litauen, ohne Unterstützung aus dem fernen Reich, seine Lage war eigentlich aussichtslos. Albrecht legte das Hochmeisteramt nieder, wandelte den Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum um und führte in Preußen die Reformation ein. Das Buch zeichnet ein vielschichtiges und farbenprächtiges Lebensbild des bedeutenden Hohenzollern Albrecht von Brandenburg-Ansbach und damit eines der seltenen Kapitel wirklich gemeinsamer deutsch-polnischer Geschichte.

(Barbara Schneider-Kempf)

Buchpräsentation, 14. Mai 2019, 18 Uhr, anschließender kleiner Empfang
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 8. Mai 2019

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Harald Kretzschmar, 2009, Wo wir sind, ist die Kultur!, Tusche (Feder, Pinsel), farbige Pastellkreide | © Harald Kretzschmar
Harald Kretzschmar, 2009, Wo wir sind, ist die Kultur!, Tusche (Feder, Pinsel), farbige Pastellkreide | © Harald Kretzschmar

Der Bildwitz der Geschichte

Die Ladengalerie junge Welt stellt von Harald Kretzschmar Zeichnungen, die zwischen 1989 und 2019 entstanden sind, vor. Die Ausstellung mit dem Titel "Der Bildwitz der Geschichte" wird um 19 Uhr eröffnet.
Die Ausstellung wird eröffnet von Stefan Huth (jW), es spricht der Pirckheimer und Kurator Andreas Wessel.

Eröffnung: 7. Mai 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 7. Mai - 16. Juni 2019

Ladengalerie der jungen Welt
Torstraße 6, 10119 Berlin

So, 28.04.2019

Helmut Mayer, Foto © Hartmut Andryczuk

Helmut Mayer (1928 – 2019)

Hartmut Andryczuk erinnert sich an den Sammler Helmut Mayer

Der Sammler und Philosoph Helmut Mayer ist tot. Er starb am 18. April 2019 in Berlin. Der Pirckheimer Hartmut Andryczuk hat ihn seit mehr als 20 Jahren persönlich gut gekannt. Auf seiner Website erinnert er sich an Begegnungen mit ihm … weiterlesen

Sa, 27.04.2019

Heinz Zander (l.) im Gespräch mit Besuchern der Ausstellungseröffnung
Heinz Zander (l.) im Gespräch mit Besuchern der Ausstellungseröffnung im Kulturhistorischen Museum Mühlhausen. | © Ralf Wege
Schwangeres Sommerengelchen in einem duftigen Sommerkleidchen mit einem oft gebrauchten Sommersonnensonnenschirm
Schwangeres Sommerengelchen in einem duftigen Sommerkleidchen mit einem oft gebrauchten Sommersonnensonnenschirm, 2017, Öl auf Hartfaser. Dieses Bild ist das Motiv für den Schutzumschlag des Kataloges. | © Heinz Zander
Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung | © Ralf Wege

„Schönheiten und Ungeheuer“ in Mühlhausen

Aus Anlass des 80. Geburttages Heinz Zanders am 2. Oktober 2019 findet in Mühlhausen eine  Sonderausstellung  auf 180 Quadratmetern mit 68 Gemälde, 10 Zeichnungen sowie 3 Radierungen des Leipziger Malers und Graphikers statt.

Damit kehre Heinz Zander auch ein Stück in seine Vergangenheit zurück, sagte Mühlhausens Bürgermeisterin Beate Sill zur Eröffnung der Ausstellung am 14. April. 1980 hatte Heinz Zander bereits seine künstlerischen Spuren in Mühlhausen hinterlassen, als er für die dortige Kornmarktkirche den monumentalen Gemäldezyklus zum Deutschen Bauernkrieg schuf. Nun, 40 Jahre später, zeigt er im  Kulturhistorischen Museum vor allem Werke aus seiner jüngsten Schaffensperiode. Für die Ausstellung war Heinz Zander nicht nur bildlich nach Mühlhausen zurückgekehrt, sondern auch persönlich bei der Eröffnung anwesend. Nicht zuletzt, weil er über seine langjährige Bekanntschaft mit dem Mühlhäuser Peter Thoms auch eine persönliche Verbindung in die Region pflegt. Peter Thoms ist ganz allgemein ein Kunstliebhaber, im Besonderen jedoch ein Liebhaber der Werke von Heinz Zander, und das seit rund 30 Jahren. Heute präsentiert Peter Thoms in seiner Galerie dessen Werke und gab zur aktuellen Ausstellung den entscheidenden Anstoß.
Dem Besucher wird mit „Schönheiten und Ungeheuer“ in eine phantastisch-skurrile Welt geführt, in der Romanhelden und antike Götter auf schöne Frauen und fabelhafte Gestalten treffen. Immer wieder tauchten Themen wie Schönheit und Erotik sowie Vergänglichkeit und Verfall in den Werken auf, erläuterte zur Eröffnung Friedrich Staemmler, Kurator der Ausstellung. Jedes einzelne von Zanders Gemälden, stecke voll rätselhafter Symbolik und rege den Betrachter durch die einzigartigen Titel zu deren Entschlüsselung an. Staemmler: „Wie auch in seinem Werk „John Long Silver. Der Engel über den Meeren“ ist Zander selbst häufig Teil seiner Welt, präsentiert sich mit Hörrohr oder gebogener Brille und dabei stets mit einer gewissen Portion Ironie dem Beobachter.“
Bürgermeisterin Beate Sill stellte den Künstler als einen der wichtigsten Vertreter der „Leipziger Schule“ vor und in eine Reihe mit Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Bernhard Heisig. Friedrich Staemmler ordnete Zanders Formensprache dem fantastischen Realismus zu, inspiriert von Alten Meistern wie Matthias Grünewald, Lucas Cranach oder Hieronymus Bosch.

(Ralf Wege)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 79 Abbildungen auf 112 Seitenmit Texten von Vanessa Heitland, Gerd Lindner, Oliver Schwulst und Friedrich Staemmler, sowie biografischen Angaben zum Künstler, eine Auswahl seiner Einzelausstellungen, eine Übersicht seiner Schriften und eine Auswahl neuerer Literatur über den Künstler. Zu beziehen über die Galerie Thoms in Mühlhausen, Preis 20 €.

Ausstellung: 14. April - 21. Juli 2019

Kulturhistorischen Museum Mühlhausen

Mo, 22.04.2019

Titelzeichnung Pēteris Līdaka

Mit der Pistole auf der Brust: Daniel Defoe verteidigt sich

Als »äußerst plumpes Erzeugnis des unphilosophischsten Kopfes der Welt« beschrieb Charles Gildon (1665-1724) Daniel Defoes Jahrhundertwerk Robinson Crusoe, dessen Erscheinen sich am 25. April 2019 zum dreihundertsten Mal jährt.

Mit seinem Dramolett »Gegen Defoe - Robinson Crusoe und Freitag stellen ihren Autor zur Rede« bringt Gildon die zeitgenösische Kritik humorvoll und drastisch auf den Punkt: Der neue Erfolgsautor sei, politisch wie religiös, ein Wendehals, er drehe sein Fähnchen nach dem Wind und bediene das niedere Genre des Romans.

Sprachrohr sind Robinson Crusoe und Freitag selbst. Defoe habe sie zu Geschöpfen gemacht, die »im Widerspruch stehen zum gesunden Menschenverstand und zersetzend sind für Religion und Moral«, werfen sie ihrem Erschaffer vor. Und sie decken Ungereimtheiten auf:
»Du lässt mich enorm fleißig sein und zugleich enorm träge«, beschwert sich Crusoe und Freitag wettert: »du mich großen Dummkopf gemacht, mit viel Widerspruch: Nach ein oder zwei Monaten bisschen gut Englisch sprechen können und zwölf Jahre später nicht besser.«

Lange in Vergessenheit geraten, erscheint dieser unterhaltsame Text hier zum ersten Mal auf Deutsch - aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort von Rolf Schönlau. Das Büchlein wurde von Tom Mrazauskas gestalte.

(Friederike Jacob)

Friedenauer Presse, Berlin 2019
fadengeheftete Broschur, 24 Seiten, 12,00 €
ISBN 978-3-932109-92-8

Bestellmöglickeit

So, 21.04.2019

Frohe Ostern

Der Blogbetreiber wünscht allen Pirckheimern, Bücherfreunden, Bibliophilen und Liebhabern guter Illustration und Druckgraphik, allen, die das gedruckte Wort schätzen und auch sonst allen Menschen

F R O H E  O S T E R N !

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Zeichnungen und Graphik von Peter Schulz Leonhardt

Peter Schulz Leonhardt zeigt in der Berliner Galerie 100 mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwoltung für Kultur und Europa, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien Handzeichnungen und Druckgraphik.

"Peter Schulz Leonhardt, 1963 geboren in Prenzlau und nach einem Studium Kunsterziehung / Deutsche Sprache an der Universität Greifswald, Abendschule an der Kunsthochschule Berlin, studierte er 1991–1994 und 1998–2001 Malerei und Graphik an der Kunsthochschule Berlin u.a. bei den Professoren Christine Perthen und Dieter Goltzsche. Er lebt und arbeitet als Zeichner, Graphiker und Illustrator in Berlin, Peter Schulz Leonhardt, vielen bekannt als Zeichner und Radierer, ist ein Künstler, dem das zeichnerische Erfassen Selbstverständnis und Bedürfnis ist, so u.a. im Theater, Kabarett oder in der Natur. Aus dem unermüdlichen Beobachten und Notieren hat er eine ganz eigene, großzügige Handschrift entwickelt, geprägt von einer bezaubernden Virtuosität der dahingleitenden Linien, die seine Bilder und Grafiken unverwechselbar macht. Er arbeitet seit einigen Jahren wieder im Hochdruck, am Linolschnitt faszinieren ihn die klaren Flächensetzungen mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten sowie die schwingende weiße Linie – hier übernimmt das Messer die Aufgabe des zeichnenden Stiftes."
(Eberhard Hartwig)

Vernissage: 8. Mai 2019, 19 Uhr, Einführung: Petra Hornung, Kunstwissenschaltlerin, Musik: Jospor Libuda, Komposition, Kontroboss
Ausstellung 9.Mai bis 19.Juni 2019
Finissage: 19. Juni 2019, 19 Uhr, Alexander Bandilla liest aus „Die Monotonisierung der Welt" von Stefan Zweig 

GALERIE 100
Konrad-Wall-Sir. 99, 13055 Berlin

Fr, 19.04.2019

Bild: René Halkett (1900–1983), Frau der Zwanziger Jahre, 1972, Öl auf Presspappe, 69 cm x 54 cm © Sammlung Memoria © Yuri Brodsky (Foto)

EINGEDENKEN

Bildende Künstlerinnen und Künstler im Exil 1933–1945
Kunstwerke aus der Sammlung Memoria Thomas B. Schumanns

Etwa eine halbe Million Menschen wurde ab 1933 von den Nationalsozialisten wegen ihrer politischen Gesinnung oder jüdischen Herkunft aus Deutschland vertrieben und zur Emigration gezwungen. 

Unter den vielen Intellektuellen, die ab 1933 ins weltweite Exil vertrieben wurden, waren auch mehrere hundert bildende Künstler. Außer den wenigen Berühmten, wie Max Beckmann, Oskar Kokoschka, George Grosz, Josef Albers oder Max Ernst, gerieten die allermeisten nach 1945, als Abstraktion und Informel vorherrschten, in unverdiente Vergessenheit, obwohl sie bis 1933 durchaus eine wichtige Rolle gespielt hatten. Wie sehr zu Unrecht diese Künstler nicht mehr präsent sind, belegt die Sammlung Memoria des Verlegers Thomas B. Schumann, der seit Ende der neunziger Jahre über 750 Arbeiten von emigrierten Künstlern und Künstlerinnen zusammengetragen hat, die vor, während oder auch nach der Zeit ihres Exils entstanden sind.

Anlässlich des Jahrestags der Bücherverbrennung vom 10. Mai, dem ersten Fanal der zerstörerischen Kulturpolitik der Nationalsozialisten, zeigt die aktuelle Ausstellung im Dialograum Kreuzung an St. Helena einen Ausschnitt der Sammlung Memoria Thomas B. Schumanns in der Absicht, auf infolge der Emigration unbekannt gebliebene Künstler und Künstlerinnen, wie z. B. Eugen Spiro, Charlotte Berend Corinth, Arthur Kaufmann, Herbert Fiedler, René Halkett, Carl Rabus, Hans Tombrock oder Rudolf Jacobi, aufmerksam zu machen.

Denn sie schufen Werke, so die Kunsthistorikerin Dr. Brigitte Schad 2013, „deren Qualität erstaunen lässt“. Zugleich verbinden wir mit dieser Initiative den Wunsch, für die laut WDR und FAZ „einzigartige“ Sammlung Memoria mitsamt Archiv in Bonn ein Domizil zu finden, d. h. ein Museum inklusive Forschungsstätte für Exil-Kunst und auch Exil-Literatur zu schaffen.

Eine Initiative der Projektgruppe Museum des Exils Bonn (Jürgen Repschläger, Thomas B. Schumann, Georges Paul), kuratiert von Georges Paul, veranstaltet vom Dialograum Kreuzung an St. Helena, in Kooperation mit: Edition Memoria, Antiquariat Walter Markov, In Situ Art Society, Singularity Arts Collective und mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Bonn.

Vernissage: 10. Mai 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 10. Mai - 6. Juni 2019
Rahmenprogramm: kreuzung-helena
Finissage: 6. Juni 2019, 19 Uhr

Dialograum Kreuzung an St. Helena
Bornheimer Straße 130, 53119 Bonn

Do, 18.04.2019

3.500 Druckgänge für den "Blaubart"

Dr. Thomas Glöß ist Vorsitzender des Leipziger Bibliophilen-Abends (LBA). Als gelernter Buchdrucker, erfahrener Buchgestalter und Hochschullehrer u.a. für Typografie, Grafik, Druck- und Designgeschichte ist er zudem mit dem nötigen Fachwissen ausgestattet, um die bibliophilen Editionen des LBA anschaulich zu erklären. Warum beispielsweise für die Herstellung des Leipziger Drucks »Blaubart« 3.500 Druckgänge erforderlich waren, erfuhren von ihm kürzlich die Mitglieder des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt »Willibald Pirckheimer«. .. weiterlesen

Albrecht Dürer: 24 Kupfertiefdrucke, Reihe: Handzeichnungen großer Meister, Deutsche Buchvertriebs- und Verlagsgesellschaft, Berlin, 1926

Billige Bilder in der Kunstgeschichte

Die drucktechnische Vervielfältigung von Kunstwerken ist das Thema einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin. Die Ausstellung gibt einen historischen Überblick über den Einfluss der Reproduktion von Kunstwerken auf den Buchmarkt und über die Frage, welche bildungspolitischen und ideologischen Interessen mit der Vervielfältigung verbunden waren. Erarbeitet wurde „Billige Bilder. Populäre Kunstgeschichte in Monografien und Mappenwerken seit 1900 am Beispiel Albrecht Dürer“ von Studierenden der Universität Siegen unter der Leitung der Kunsthistoriker Prof. Dr. Joseph Imorde und Dr. Andreas Zeising. Die Ausstellung läuft vom 25. April bis 27. Juni. Der Eintritt ist frei.

Seit etwa 1890 ermöglicht das neue fotomechanische Reproduktionsverfahren der Autotypie die drucktechnische Vervielfältigung fotografischer Vorlagen von Kunstwerken in großen Auflagen. Verlagshäuser wie E. A. Seemann in Leipzig spezialisieren sich seither auf die Herstellung und Verbreitung preiswerter Künstlermonografien und Bildmappen, die berühmte Werke der Kunstgeschichte an ein breites Publikum vermitteln. Dadurch hat sich die Kunstgeschichte dem Kurator Andreas Zeising zufolge von einer bildungsbürgerlich-elitären Disziplin zu einer Populärwissenschaft gewandelt, in der die bildliche Reproduktion eine eigenständige Aussagekraft gewonnen habe. Ziel der Ausstellung ist es, diesen heute weitgehend vernachlässigten Bereich populärer Kunstvermittlung seit 1900 an Originaldokumenten zu veranschaulichen.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Werk des Malers und Grafikers Albrecht Dürer (1471–1528). Zeising zufolge gelten Werke Albrecht Dürers in Deutschland als in Monografien und Bildmappen besonders stark popularisiert. Die Volkstümlichkeit, die Dürers Bildern nachgesagt werde, sei mehr als eine geschickte Strategie der Vermarktung gewesen. „Die behauptete Volkstümlichkeit war auch Ausdruck einer allgemeinen Sehnsucht nach einer nationalen Identität jenseits von Klassengegensätzen und Bildungsbarrieren, die im Medium des massenhaft verbreiteten Bildes ihre materielle Entsprechung finden sollte“ erläutert Zeising. „Die Exponate der Ausstellung verdeutlichen, wie sehr der Anspruch, Adressaten innerlich zu einen, im Wilhelminischen Kaiserreich, in der Weimarer Republik sowie im nationalsozialistischen Deutschen Reich an das künstlerische Bild und seine kunsthistorische Vermittlung herangetragen wurde.“

Ausstellungseröffnung: 25. April 2019, 17 Uhr
Ausstellung: 25. April - 27. Juni

Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin,
Garystraße 39, 14195 Berlin

Mi, 17.04.2019

Fanzineist Vienna Art Book & Zine Fair

Fanzineist Wien findet 2019 im Herzen Europas statt, Österreich, um die Aufmerksamkeit eines breiteren Publikums im globalen Maßstab zu erreichen. An drei Tage werden Aussteller aus vielen Ländern ihre Editionen auf der Messe präsentieren.

Die Messe, die kleine Pressen und unabhängige Verlage zusammen bringt, wird die Kultur und Zugänglichkeit von Kleinauflagen und Kunstbuchherstellung durch Workshops, Veranstaltungen, Konzerte, Vorführungen und Vorträgen zeigen. Es ist eine Messe, die Künstler, Verleger und andere kreative Menschen willkommen heißt, ihre Geschichten, ihr Wissen, ihre Liebe zu Zines und Kunstbüchern zu teilen.

Fanzineist Wien ist eine gemeinnützige Kunstbuch-& Zine-Messe und wird vom Fabrikraum Kultur und Kunstverein, einem Kulturverein mit Sitz in Wien, unterstützt.

Messe: 24. bis 26. Mai 2019

Nordbahnhalle-Wien, Österreich

Mo, 15.04.2019

Ill. von Werner Klemke

Märchen - Mythen - Phantastische Welten

BILDWELTEN - NICHT NUR FÜR KINDER

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur lädt im Museum Barockscheune in Volkach unter dem Titel "Märchen - Mythen - Phantastische Welten" zu einer "Entdeckungsreise in die Illustrationskunst im Kinderbuch der DDR und der BRD" ein. Kuratiert wird die Ausstellung, die von einem Workshop und Vorträgen begleitet wird, von Prof. Dr. Karin Richter, Dr. Jana Mikota, die auch "Geführte Rundgänge" und Begleitveranstaltungen anbieten werden, aowie Bernhard Weber.

Die Ausstellung bietet Einblicke in die Illustrationskunst der Künstlerinnen und Künstler Manfred Bofinger, Klaus Ensikat, Werner Klemke und Nuria Quevedo, die in der D0R lebten und wirkten und hohe nationale und auch internationale Anerkennung erwarben.

An einzelnen Beispielen wird auf Berührungen und Unterschiede der Illustrationsstile in Ost und West verwiesen, indem gezeigt wird, wie derselbe Text bzw. dasselbe Genre mit unterschiedlichen Handschriften in Ost und West begleitet wird:

Franz FühmannsPrometheus“ mit Bildern von Nuria Quevedo und Susanne Janssen.

Christoph Heins „Das Wildpferd unterm Kachelofen“ mit Bildern von Manfred Bofinger und Rotraut Susanne Berner.

Die märchenhaften Bildwelten von Klaus Ensikat, Nikolaus Heidelbach, und Werner Klemke.

Ein ganzer Komplex ist dem Krabat-Mythos gewidmet. Neben der bekannten Fassung von Otfried Preußler werden auch die beiden sorbischen Dichtungen von Jurij Brĕzan und Mĕrćin Nowak-Njechorński mit ihren Illustrationen vorgestellt. Die originellen, ausdruckstarken Bilder von Herbert Holzing sowie von Werner Klemke und Mĕrćin Nowak-Njechorński bieten dem Betrachter einen vielschichtigen Zugang zur sorbischen Krabat-Sage, der noch verstärkt wird durch Fotos von dem Handlungsort des phantastischen Geschehens im Koselbruch von Schwarzkollm, wo noch heute die Geschichte in einem großen Museumskomplex mit Festspielen lebendig gehalten wird.

Die deutliche Präferenz der ostdeutschen Illustrationskunst folgt einer bewussten Entscheidung: Die Künstler der DDR blieben selbst dann im Westen für lange Zeit Unbekannte, als sie auf der internationalen Bühne bereits präsent waren.

Wichtig erschien den beiden Kuratorinnen, an einigen Beispielen einen reizvollen 0st-West-Vergleich anzuregen und durch uterschiedliche Blickwinkel den Text-Bild-Bezug zu betrachten. Dies ist nicht nur bei Berner und Bofinger zu Heins "Wildpferd" erhellend, sondern auch bei den Bildern von Nikolaus Heidelbach und Werner Klemke zu den Prachtausgaben von Hans Christian Andersens Märchen, die beide im Beltz Verlag erschienen sind.

Auch die so unterschiedlichen Darstellungen der „Krabat“-Sage auf der textlichen und bildlichen Ebene könnten neue Zugänge zu dieser vielschichtigen Sagenwelt anregen.

(Prof. Dr. Karin Richter, Universität Erfurt, Dr. Jana Mikota, Universität Siegen)

27. April - 9. Juni 2019

Museum Barockscheune
Weinstr. 7, 97332 Volkach