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Pirckheimer-Blog

So, 24.06.2018

Günter Böhme, Foto © Abel Doering

Günter Böhme in der Eremitage

Gestern eröffnete der Pirckheimer Roland Berger, der ebenfalls schon dort ausstellte, in der Eremitage Gransee eine Ausstellung mit vorwiegend Holzschnitten, aber auch Radierungen, von Günter Böhme. Beide Künstler können auf einen ähnlichen Werdegang zurückblicken, beide unterrichteten als Kunsterzieher sowohl Kinder und Jugendliche, als auch in der Lehrerbildung und selbst in der Themenwahl und Bildfindung lassen sich teilweise Gemeinsamkeiten entdecken. Roland Berger würdigte, fast schon als Laudatio auf Günter Böhme, in seinen einführenden Worten das druckgrafische Werk des Künstlers, ging aber auch kritisch und authentisch auf die Situation sowohl der bundesdeutschen Kunstszene und auch auf Mißständen in der heutigen Kunstvermittlung ein. Und Günter Böhme ergänzte, welch bedeutender Beitrag Marc Berger mit seiner Werkstatt und der Eremitage für Kunst und Kultur darstellt.

Die symbolbeladenen, meist zweifarbigen Holzschnitte der Ausstellung von Günter Böhme führen des Werk expressionistischer Holzschneider genauso fort, wie das der DDR in den späten siebziger und achtziger Jahren: die Motive greifen Themen der antiken Mythologie und des durch die Aufklärung geprägten modernen Menschenbildes genauso auf wie heutige Harlekinaden. Es sind kritische Auseinandersetzungen mit dem Menschen in Kultur und Gesellschaft und so erklärt sich auch der Titel der Ausstellung: "DRUCK MACHEN".

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Hier werden einige Fotos (© Abel Doering) von der Vernissage gezeigt.

Ausstellung: 23. Juni - 19. August 2018

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Do, 21.06.2018

© Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz

Gutenberg und die WM

Der Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz, der hauptsächlich museumspädagogische Veranstaltungen anbietet und einzigartige Gelegenheit für Jung und Alt ist, selbst tätig zu werden, um vielfältige handwerkliche Techniken rund um das Buch unter sachkundiger Anleitung nachzuvollziehen oder aber eigene Formen und Wege des künstlerischen Ausdrucks zu erproben, widmet einen aktuellen Druck der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Daß es dabei nur vordergründig um Fußball und die Weltmeisterschaft in Rußland geht, darauf braucht man fachkundige Leserinnen und Leser nicht eigens hinzuweisen. Es ist augenfällig, daß das kleine Gedicht von B. Engelknecht mit fachsprachlichen Bezügen durchsetzt ist - von Meister Gutenberg über Druck, Papier und Fahnen, Punkte, Linien und Fraktur sowie Fachbegriffe wie Winkelhaken, Ausgleich und Durchschuß, Umbruch, Überschlag und punktgenaue Passer bis hin zum Drucker-Fachjargon: der Schnellhase, der einen besonders flinken Schriftsetzer, und der finale Eierkuchen, der den totalen Zusammenbruch eines Schriftsatzes bezeichnet. Man beachte auch typographische Feinheiten: sowohl der Blick des Meisters auf das Werkstück als auch das linke Schußbein sind freigestellt.

 

Di, 19.06.2018

MoMA-Besuch der Ausstellung „La beauté est dans la rue – Die Schönheit ist auf der Straße. Plakate aus Frankreich, Polen und der DDR“; Florentine Nadolni erläutert die Wechselbeziehungen innerhalb der europäischen Plakatgestaltung (Foto © Mario Behnke, Pressesprecher Landkreis Oder-Spree)

Kuratoren des MoMA in Beeskow und Eisenhüttenstadt

Elf Kuratoren des New Yorker MoMA sahen sich in Beeskow, wenige Stunden vor der offiziellen Eröffnung, die Ausstellung „La beauté est dans la rue - Die Schönheit ist auf der Straße" mit Plakaten aus Frankreich, Polen und der DDR an. Aber das war nur die Zugabe ihres Aufenthalts in Beeskow. In den Osten Deutschlands gekommen sind die Mitarbeiter des weltberühmten Museums, um sich für ein Forschungsprojekt einen Überblick über Sammlungen ostdeutscher Kunst zu verschaffen. 
Nach der Begrüßung durch Arnold Bischinger, Leiter des Kultur- und Sportamtes Oder-Spree, nahmen Florentine Nadolni, die Kunstarchiv und Dokumentationszentrum leitet, und Dr. Angelika Weißbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Beeskower Bestandes, die Kuratoren des MoMA im Eilzugtempo mit auf eine Reise durch das Kunstarchiv. Florentine Nadolni erläuterte die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Sammlung: „Das 1993 entstandene Kunstarchiv Beeskow ist keine kuratorisch gewachsene Sammlung. Wir bewahren hier Kunstwerke aus dem Bestand von Parteien, Massenorganisationen und Staatsorganen der DDR, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands besitzerlos geworden waren.“ Rund 23.000 Werke aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gehören zum Bestand. In jedem Jahr gebe es etwa 300 Ausleihen für Ausstellungen, aber auch Filmproduktionen. „Jetzt, fast 30 Jahre nach dem Ende der DDR kehrt diese Kunst in die ständigen Ausstellungen der Museen zurück“, sagte Florentine Nadolni. In Beeskow habe es dagegen auch in den 1990er Jahren schon Ausstellungen zur DDR-Kunst gegeben.
Worauf dabei unter anderem zurückgegriffen werden konnte, sahen die Kuratoren des MoMA bei ihrem Abstecher ins Depot des Kunstarchivs. Besonders interessiert zeigten sie sich an den Druckgrafiken, die den größten Anteil am Bestand des Kunstarchivs ausmachen. Dr. Angelika Weißbach stellte u.a. thematische Mappen mit grafischen Arbeiten von Carlfriedrich Claus, Michael Morgner, Max Uhlig, Klaus Hähner-Springmühl vor.

La beauté est dans la rue – Die Schönheit ist auf der Straße. Plakate aus Frankreich, Polen und der DDR,
Ausstellung: noch bis 7. Oktober 2018
Galerie der Burg Beeskow
Frankfurter Str. 23, 15848 Beeskow.

Auch die zweite Besuchsstation im Landkreis Oder-Spree kann wie das Kunstarchiv von sich sagen, dass es deutschlandweit einzigartig ist – das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR. 170.000 Objekte aus dem DDR-Alltag gehören zum Fundus – alles in allem etwa „10.000 Kubikmeter Alltag“. So wird auch die nächste Sonderausstellung heißen, wie Axel Drieschner, Kurator im Dokumentationszentrum, ankündigte.
25 Jahre nach Gründung der Einrichtung wird die Ausstellung den Umgang mit den Objekten in allen seinen Schritten beleuchten – von ihrer Aufnahme, über die Dokumentation und Erforschung bis hin zur Vermittlung.

10 000 Kubikmeter Alltag. Erkundung einer Sammlung
Eröffnung: 1.7.2018, 15 Uhr;
Ausstellung: 1. Juli 2018 - 3. März 2019
Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Erich Weinert Allee 3, 15890 Eisenhüttenstadt

Besonders interessiert zeigte sich das MoMA-Team für das vom Dokumentationszentrum geplante Ausstellungsprojekt zur Bauhaus-Rezeption in der DDR, das ab April 2019 im Rahmen des 100. Bauhaus-Jubiläums gezeigt wird. Gemeinsam mit Florentine Nadolni und Steffen Schuhmann, Prof. für Visuelle Kommunikation an der weißensee kunsthochschule berlin, dem Kooperationspartner  der Bauhaus-Präsentation, wurden den New Yorkern Schwerpunkte und Objekte dieser Ausstellung vorgestellt.

Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR
Ausstellung: ab 7. April 2019
Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Erich Weinert Allee 3, 15890 Eisenhüttenstadt

Ottohans Beier: Exlibris für Hilde Keil, 1934, Kupferstich

Anm. zu einem Marginalienartikel

Im Heft 229 der Marginalien untersuchen Ulrike Ladnar und Heinz Decker unter dem Titel „Im Geäst der Initialen“ diesmal die Beziehung zwischen „Schrift und Bild im Exlibris“ und spannen dabei einen weiten Bogen vom typografischen Bucheignerzeichen über die „bewohnte Initiale“ bis zur „Figureninitiale“.

Als Beispiele für rein typografische Blätter stellen sie u.a. Exlibris für bekannte Persönlichkeiten wie den früheren Ministerpräsidenten Israels, Menachem Begin, vor. Bedeutende Schriftkünstler widmeten sich ausgiebig dem schriftdominierten Exlibris, etwa Rudolf von Larisch, auf dessen Eigenblatt sowie auf sein Exlibris für den Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer die Autoren eingehen. Interessant sind die Beispiele, die Ladnar/Decker für eine Art Übergangslösung zeigen, bei der eine kleine bildliche Darstellung, ein nuanciert eingebautes Bildzeichen in die Schrift „als ergänzender Schmuck“ integriert wird, so durch Hermann Landshoff in seinen hier abgebildeten Exlibris für Moritz Nussbaum und Thomas Mann. Stehen bei diesem Künstler immer noch die Eigner-Initialen im Mittelpunkt, geht Marcus Behmer mit seinen von reichem Ornament-Schmuck umrahmten Buchstaben einen Schritt weiter, z.B. in seinen Exlibris für die Sängerin Claire Waldoff und den Künstlerkollegen Hermann Struck.
Der Begriff „bewohnte Initiale“ wird mittels Beispielen von Eugen Schmidt und Reinhold Nägele erläutert. Anders als bei den Vorgenannten werden die Buchstaben bei diesen nicht funktional installiert, sondern formal, „vor allem als Konstruktionselement […], um das herum weitere grafische Elemente möglichst geschickt, geistreich und originell gesetzt werden“.
Noch weiter in ihrem Spiel mit Initialen gehen Ottohans Beier und Jean Pierre Humbert – abgebildet sind herausragende Exlibris-Beispiele für Hilde Keil und Benoît Junod. Beier etwa bestückt redundant, ähnlich wie es in der älteren Bibel- und Buchkunst vorkommt, den gesamten Buchstaben.
Schließlich zeigen die Autoren ein Blatt des berühmten englischen Jugendstil-Buchkünstlers William Morris als überaus gelungenes Beispiel eines sowohl „bewohnten“ als auch figuralen Initialen-Exlibris. Es steht zudem exemplarisch für ein sogenanntes redendes Exlibris, d.h ein Eignerzeichen, auf dem der Eignername grafisch illustriert wird.
U.a. auf diese spezielle Exlibris-Variante einzugehen, stellen die Autoren für den zweiten Teil ihres Beitrags in Aussicht, der im nächsten Marginalien-Heft erscheinen wird. Man darf gespannt sein.

- Ulrike Ladnar/Heinz Decker: Im Geäst der Initialen. Schrift und Bild im Exlibris, Teil I, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 229. Heft. 2018/2, S. 77-86.

(Henry Tauber)

Mo, 18.06.2018

Abb. © Christine Rösch

Buchfreunde im Taunus

Unser Mitglied Christine Rösch, die in den letzten Jahrzehnten in verschiedenen Verlagen und in einer eigenen Druckerei arbeitete, sucht Freunde mit Interesse an allen Themen rund um‘s Buch und das Lesen: Neues, Geschichtliches und Geschichten über Gestaltung und Herstellung von Büchern, über Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken. Da der Weg zu anderen Regionalgruppen, die derartige Gesprächsrunden in der BRD organisieren, für diese Pirckheimerin zu weit ist, würde sie gern solche bibliophile Abende auch in Glashütten, Kelkheim, Königstein, Niedernhausen oder Wiesbaden ins Leben rufen. Dabei soll die Liebe zu Büchern und Texten, der ganz persönliche Blick im Vordergrund stehen, wie z. B. „mein Lieblingsbuch“ oder „Lieblingsleseplatz“ und Bücher, die nicht nur gelesen, sondern auch betrachtet werden wollen.

Interessenten melden sich bitte: 0151/52146557 oder chr.roesch.

Sa, 16.06.2018

Steindruck von lrmela Ehrmann, gedruckt auf der Steindruckschnellpresse

Steindruck trifft Literatur trifft Steindruck

In der neuen Ausstellung zeigt das Kunsthaus Müller graphische Blätter im Steindruck, die zur Literatur entstanden sind, aber auch Blätter, die zuerst da waren und dann hat die Literatur zu ihnen gefunden. Es sind Einzelblatteditionen, Mappenwerke und Bücher, die präsentiert werden und bei Auflagen auch erworben werden können. In loser Reihe begegnen wir Grass, Bukowski, Christensen, Mueller-Stahl, Panizza, Schenkel, Heisig, Naumann, Ehrmann, Koch u.v.a. 

Zur Ausstellung erscheint eine Vorzugsgraphik von lrmela Ehrmann, ohne Titel, Inspirationsquelle „Das Schmetterlingstal" der Dänischen Schriftstellerin lnger Christensen ( 1935 - 2009), Steindruck, Blattgröße 53 x 37 cm, Motivgröße 33 x 24 cm, Auflagenhöhe 40 Exemplare, signiert und limitiert, Drucker Christian Müller. Vorzugspreis 60 € nach der Ausstellung 180 €. Reservierungen nehmen wir gerne entgegen. 

Am Samstag wird zu einem Literaturcafe eingeladen. Elmar Schenkel aus Leipzig liest Reisetexte von Hugo Kükelhaus, Künstler und Philosoph. Im Anschluß an die Lesung eine Führung mit dem Steindruckmeister Christian Müller durch die aktuelle sowie ständige Ausstellung des Museums erleben. 

(Christian und Bärbel Müller)

Ausstellung: 14. Juni - 29. Juli 2018
Lieraturcafe: 16. Juni 2018, 14 Uhr

Kunsthaus Müller & Galerie für zeitgenössische Kunst
Markt 6, 07343 Wurzbach/Thüringen

Fr, 15.06.2018

Reclams Universal-Bibliothek im Wandel der Zeiten

Am 10. November 1867 erschien mit Goethes „Faust. Eine Tragödie. Erster Theil“ im Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig das erste Heft von „Reclams Universal-Bibliothek“, der ältesten noch existierenden deutschsprachigen Taschenbuchreihe. Sie wurde im vorigen Jahr 150 Jahre alt. Die Ausstellung gibt einen kleinen Überblick über die Vorgeschichte und die Geschichte dieser weltberühmten Buchreihe von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Sie dokumentiert den Wandel im äußeren Erscheinungsbild der Reihe und gibt Einblick in deren thematische Vielfalt. Auch weniger bekannte Varianten der Universal-Bibliothek und ihre Nebenreihen werden in den Blick genommen, dazu Kataloge, Werbemittel, gebundene Ausgaben und einige Besonderheiten, wie zum Beispiel Reclams tragbare Feldbücherei, sogenannte Tarnschriften (Antikriegsschriften, illegal getarnt im Reclam-Umschlag) oder die berühmten Automaten-Bücher und eine Wochenend-Bücherei in tropensicherer Blechkassette. Die Ausstellung beschreibt auch die rechtlichen Voraussetzungen zur Gründung der Universal-Bibliothek.

Kurator der Ausstellung ist der Reclam-Sammler und Vorsitzende des Reclam-Vereins „Literarisches Museum e.V.“, PD Dr. phil. habil. Hans-Jochen Marquardt (Halle / Saale). Weitere Informationen: Dr. Susanne Rothe.

Eröffnung: 25.Juni 2018, 18 Uhr
Ausstellung: 25. Juni - 24. August 2018

Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Foyer
Garystr. 39, 14195 Berlin-Dahlem

Do, 14.06.2018

Andreas Wessel, Sabine Ulber, Ilse Klein, Foto © Abel Doering
Foto © Marlene Aulich
Andreas Wessel (lks) im Gespräch mit Abel Doering, Foto © Marlene Aulich

Das druckgrafische Werk von Arno Mohr

Der Pirckheimer Andreas Wessel sprach gestern Abend in der Galerie der Berliner Graphikpresse zur Eröffnung einer Präsentation des druckgrafischen Werks von Arno Mohr über das Schaffen und den Werdegang dieses Künstlers, über den er in Kürze ein Werkverzeichnis veröffentlichen wird, einen Maler, Grafiker und "Meister" der Druckkunst, der wie wenige maßgeblich für die Bildende Kunst der DDR war. Ein Vortrag, der erhellendes zeigte über die Anfänge der Berliner Kunsthochschule Weissensee, die Formalismusdebatte, über Tragik und Erfolg von Mohr, René Graetz und auch das letztliche Scheitern anderer, wie Horst Strempel.
Diese Ausstellung in der Galerie von Sabine Ulber ergänzt hervorragend die zur Zeit die in der jw-Ladengalerie laufende und bis zum 23. Juni verängerte Ausstellung zu frühen druckgrafischen Werken von Arno Mohr, siehe hier, in welcher bislang nie gezeigte Arbeiten des Künstlers zu sehen sind.
Zur Finissage der Ausstellung wird Andreas Wessel mit dem langjährigen Drucker von Arno Mohr, Dieter Béla, das Werkverzeichnis vorstellen und eine Vorzugsausgabe dieses Werkverzeichnisses zur Subskription anbieten.
Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Reservierung per Telefon oder Mail gebeten.

Ausstellung: 13. Juni - 20. Juli 2018
Finissage:  20. Juli 2108, 18 Uhr

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin

Mi, 13.06.2018

Foto © Till Schroeder

Stadtspaziergang durch Friedenau

Berliner Pirckheimer besuchten vergangenen Sonnabend die Wohnorte zahlreicher Künstler und Literaten in Friedenau, so von Karl Schmidt-Rottluff und Max Hermann-Neiße, Max Frisch (ja, auch er lebte eine Zeitlang in Berlin), Günter Grass, Uwe Johnson und Günter Weisenborn.

Dieser grüne Stadtteil ist bis heute ein Refugium für geistig und künstlerisch tätige Menschen. Der Rundgang führte an der Kunstglaserei von Hans-Jürgen Arnsmann vorbei, der seit 40 Jahren in der Albestraße seine Werkstatt hat und die Kunstwerke von einigen Künstlern gerahmt oder auch verglaste. Den Abschluss bildete die Buchhandlung Zauberberg (ehemals Bücherei Wolff) in der Bundesallee und erinnerten an seinen Gründer Andreas Wolff, der hier vor und nach dem Krieg  eine Leihbücherei betrieben hatte. Selbst ein geheimnisvoller Keller, versteckt unterm Ladentisch, wo hinter verstaubten und abgelegten Büchern während der Nazizeit verbotene Literatur lagerte und ausgewähltem Publik zugänglich war, konnte besichtigt werden.

Im Anschluss an den Spaziergang ließen einige Teilnehmer die vielen Eindrücke in einem schwäbischen Gartenlokal am Renee-Sintenis-Platz sacken.

(Rüdiger Schütz)

Di, 12.06.2018

Druck machen

Die nächste Ausstellung in der Eremitage Gransee des Druckers und Verlegers Marc Berger zeigt Arbeiten von Günter Böhme

Ein Schwerpunkt im vielseitigen Schaffen des Kunsterziehers und Künstlers Günter Böhme sind dessen Grafiken, vor allem die Holzschnitte.
In ihnen überrascht eine erfrischend eigenwillige Bildhaftigkeit zwischen realistischen Rätseln und symbolischen Träumen mit einer bemerkenswerten Gegenwärtigkeit und Lust am Fabulieren. Weitere Informationen finden Sie unter: artboehme.de

Vernissage: 23. Juni 2018, 16 Uhr. Der Künstler ist anwesend.
Einführende Worte: Prof. Roland R. Berger
Ausstellung: 23. Juni - 19. August 2018

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Mo, 11.06.2018

Platz 71. Künstlerbücher

Manuela Büchting, Marina Kampka, ‹usus› Uta Schneider & Ulrike Stoltz und Karl H. Thiel zeigen Künstlerbücher und Reise-Auf-Zeichnungen in verschiedenen konzeptionellen Ansätzen. Das Medium Buch wird als künstlerische Plattform genutzt. Es entstehen Logbücher, Flugunikate, Black Boxes, Fahrtenbücher, Reisen im Kopf und abgefahrene Zeichnungen. In den Büchern werden nicht fassbare Prozesse verortet. Protokolle von Bewegungen und von Beweggründen werden sichtbar gemacht.

Gezeigt werden sehr verschiedene Ansätze buchkünstlerischen Schaffens. Manuela Büchting stellt eine wachsende Reise-Bibliothek vor: Jeweils 5 beteiligte Künstler/innen weltweit (Kanada und Europa) füllen eine der 4 „Black Boxes“ mit Büchern im selben Format aber sehr verschiedenen Inhalten. Marina Kampka zeigt eine Reisedokumentation besonderer Art: 5 Reisen unterschiedlicher Länge nach London dokumentiert sie mit den täglichen Wetterberichten aus lokalen Zeitungen. ‹usus› Uta Schneider & Ulrike Stoltz zeigen Unikatbücher, die während der 20-stündigen Flüge nach und von Australien in dialogischem Prozess gemeinsam gezeichnet wurden. Karl H. Thiel zeigt eine Auswahl seiner mittlerweile 34 Unikatbücher, die auf Zugfahrten in Europa entstehen und je nach Länge der Fahrt unterschiedlich getaktet und mit Zeichnungen gefüllt sind.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Midissage: 14. Juni 2018, 19 Uhr: ‹Artist’s Talk›
Ausstellung: 8. - 23. Juni 2018

Bund Offenbacher Künstler
Kirchgasse 29, 63065 Offenbach

Fr, 08.06.2018

Anja Harms / Eberhard Müller-Fries

» … sind Sie die Flüstergalerie? «

Diese Zeile aus einem Text von Ernst Jandl gibt den Titel der Installation von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries im Neuen Gießener Kunstverein. Die Literatur ist der ständige Begleiter der Künstler Anja Harms und Eberhard Müller-Fries. Gedichte u. a. von Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Johannes Bobrowski, altenglische Elegien, aber auch die Gesänge aus dem finnischen Nationalepos »Kalevala« stoßen bei ihnen etwas an, was sie in Farben, Formen und Strukturen übersetzen. In ihren Werken vereinigen sie zwei Künste. Anja Harms ist Buchkünstlerin, Eberhard Müller-Fries Bildhauer. Es entstehen raumgreifende, lesbare Skulpturen, Installationen, Buchskulpturen, und Künstlerbücher. Ihre gemeinsam erschaffenen Arbeiten leben von der künstlerischen und handwerklichen Aneignung des jeweils anderen. Sie denken zusammen, was sich ausschließt und eröffnen damit neue Perspektiven.

Künstlergespräch: 7. Juli 2018, 15 Uhr. Zur Ausstellung erscheint eine Edition.

Eröffnung: 16. Juni 2018, 18 Uhr, Einführung: Erhard Waschke
Ausstellung: 16. Juni – 21. Juli 2018

NEUER KUNSTVEREIN GIESSEN e.V.
Ecke Licher Str./Nahrungsberg

Mi, 06.06.2018

Thomas Ranft, Morgen (140 Exemplare), Radierung, zweifarbig gedruckt von eigener Hand in Amtsberg bei Chemnitz

Marginalien # 229

Das 229. Heft der Marginalien wurde heute ausgeliefert.

Als typografische Beilage finden sich darin, in Form gebracht und kommentiert von Matthias Gubig, die 1933 erstmals (unvollständig) veröffentlichten Fingerzeige über den Umgang mit Autoren von Ernst Rowohlt.

Die graphische Beilage, eine zweifarbige Radierung von Thomas Ranft, erscheint diesmal in 4 Motiven. Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten mit den Marginalien eines der Blätter Roter Drache I, Roter Drache II, Morgen (Abb.) oder Berg.

Inhaltlich wird im aktuellen Heft wieder ein breites Spektrum von Themen behandelt. So beleuchtet unter anderem Matthias Biskupek das Wirken von Jens Henkel und die burgart-presse, Christoph Links beginnt eine historischen Überblick über Verlage in der DDR, Gunnar Decker würdigt den 80. Geburtstag von Nuria Quevedo und Jörg Sundermeier spricht über die Kurt Wolff Stiftung und ihre Arbeit. Das gesamte Inhaltsverzeichnis, sowie Leseproben können in Kürze im Archiv eingesehen werden.

In Heft wird die Tagesordnung der Mitgliederversammlung der Pirckheimer-Gesellschaft veröffentlicht, die im Rahmen des Jahrestreffens am 31. August 2018 um 19 Uhr in Frankfurt/O stattfinden wird.

Arno Mohr – Das druckgraphische Werk

In einer Woche wird in der Galerie der Berliner Graphikpresse eine Ausstellung mit dem druckgraphischen Werk von Arno Mohr eröffnet. Andreas Wessel spricht einführende Worte, musikalisch begleitet wird die Vernissage von Ilse Klein, Oboe.

Zur Finissage der Ausstellung lädt Sabine Ulber herzlich ein zu einem Gespräch mit Andreas Wessel, dem Herausgeber des Werkverzeichnisses der Druckgraphik, und Dieter Béla, dem langjährigen Drucker des Künstlers. Ab diesem Abend wird es dann auch die Möglichkeit geben, die Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses zu subskribieren.

Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Reservierung per Telefon oder Mail gebeten.

Vernissage: 13. Juni 2018, 19 Uhr 
Ausstellung: 13. Juni - 20. Juli 2018
Finissage:  20. Juli 2108, 18 Uhr

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6
10247 Berlin

Überflogenes Grün: Ganzleinenband mit Siebdruck, Titelbild: Überflogenes Weiß, 飛白 (fei bai), 2018

"Herr Hegenbarth" informiert

Die ersten Exemplare des Katalogbuches zur Nachlese von ‚Überflogenes Weiß (I) — Der östliche Hegenbarth‘ sind druckfrisch bei der Hegenbarth Sammlung Berlin eingetroffen.

Vorstellung heute Abend zur Preview auf die neue Ausstellung mit sommerlicher Cocktail-Party 6. Juni 2018 ab 19 Uhr, Mitnahme, solange der Vorrat reicht. (Info + Bestellung)

Morgen startet die Ausstellung Arkona. Deutsche Landschaft japanisch in zwei Zeitfenstern: von 07. Juni - 15. Juli 2018 und von 14. August - 28. September 2018 mit wechselnden Arbeiten und abwechslungsreichem Rahmenprogramm, z.B.

Kindervernissage: Sonntag, 10. Juni (12 - 14 Uhr)
Eröffnungsworkshop für Familien

Lange Nacht der Museen: Samstag, 18. August (18 - 2 Uhr)

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49, 10789 Berlin

Schriftenreihe der Hegenbarth Sammlung Berlin
Herrn Hegenbarths Entdeckungen, Band 6
72 Seiten, Fadenheftung, Ganzleinenband mit Dünndecke und Fadenheftung
Format: 21,3 × 27,3 cm, 37 farbige Abbildungen
Hg. von Jutta und Christopher Breu
ISBN 978-3-945970-06-5
26 Euro zzgl. 3 Euro Versand