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Klingspor-Museum

Pirckheimer-Blog

Klingspor-Museum

Di, 27.03.2018

Karl Klingspor (Photographie von Frank Eugene, 1916)

Ein Leben für das Buch

Zum 150. Geburtstag von Karl Klingspor stellt Martina Weiß den großen Bibliophilen vor und präsentiert Highlights aus seiner Sammlung. Klingspor trug als Inhaber der Schriftgießerei Gebr. Klingspor in Offenbach maßgeblich zu einer Erneuerung der Schrift Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Seine bibliophile Leidenschaft führte zu einer beachtlichen Sammlung zeitgenössischer Buchkunst, die später den Grundstock des Klingspor Museums bildete. Er initiierte den Wettbewerb „Schönste Bücher“ und war als Mitglied mehrerer bibliophiler Vereinigungen bestens vernetzt mit anderen großen Sammlern seiner Zeit. Zahlreiche Stücke seiner Sammlung besitzen kostbare Einbände. Besonders die über 80 Einbände, die der führende Buchbinder der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Ignatz Wiemeler für Klingspor fertigte, gehören zu den besonderen Zimelien des Museums.

6. April 2018 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 01.03.2018

Emils blaue Augen

Sabine Golde und Christiane Baumgartner, heute beide arrivierte Künstlerinnen, schufen für ihre Diplomarbeit 1994 ein raumgreifendes Buchobjekt von Kurt Schwitters‘ grotesker Erzählung „Emils blaue Augen“. Die Geschichte von Verlust und Wiedererhalt des blauen Auges, in der die zänkische Ehefrau und ein bildschönes Mädchen Akzente setzen, ist als „kleiner MERZ-Raum“ inszeniert.

2. März 2018, 16 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mi, 21.02.2018

Paul Stein, SkizzBuch 50, Moselkern 2000 © Klingspor Museum Offenbach

Paul Stein - SkizzBücher

Paul Stein (1949 bis 2004) ist mit 90 SkizzBüchern im Klingspor Museum zugegen – einer der wichtigsten Erwerbungen des Museums für Buch und Schrift der vergangenen Jahre.

Die Universitätsbibliothek Gießen hat, dank des Zuspruchs ihres Direktors Peter Reuter, dieses einzigartige Konvolut vollständig digitalisiert. Zudem wurde unter der Regie der Germanistik-Dozentin Kirsten Prinz eine Ausstellung im Internet „Zwischen Seiten und Pfosten“ (Stein war auch Torwart!) erarbeitet. Und von einem neuen Textbuch, das Martina Helffenstein mit Auszügen aus den SkizzBüchern bestückt hat, ist zu berichten.

All das ist Grund genug, im Klingspor Museum die neuen Errungenschaften und die Werke des Künstlers selber in Augenschein zu nehmen, Ausstellung und Buchseiten anzuschauen, Geschichten zu hören ... Blättern erlaubt!

4. März 2018, 16 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Sa, 27.01.2018

Mots d´animaux. Virginia Arraga de Malherbe. Lyon 2015 © Klingspor Museum Offenbach

Das erzählende Material

PARATEXTUALITÄT IM AKTUELLEN KINDERBUCH

Das Bilderbuch nutzt die verschiedensten Arten der Mitteilung. Oft ist etwas zu lesen, daneben ist aber auch ebenso viel zu schauen, zu fühlen, zu bewegen oder gar zu riechen. Viele Ebenen der Rezeption spielen zusammen zu einem Verständnis des Ganzen. Die Gesamtheit der Signale, die einen literarischen Text begleiten, bezeichnet Gèrard Genette in seiner Publikation ‚Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe‘ (1982) als Paratext. Damit sind verbale Begleiterscheinungen wie Titel, Fußnoten, Anmerkungen ebenso gemeint wie nonverbale, also Illustration, Typografie und Materialität eines Buches. Am Beispiel neuer Bilderbücher zeigt Dorothee Ader im Buch des Monats Februar die vielgestaltigen Möglichkeiten auf, paratextuelle Elemente als Schlüssel zum Verständnis zu begreifen. In einer bunten Auswahl aktueller Bilderbücher wird die Freude am Material und der Gestaltung aufgezeigt, die das Kinderbuch auf unterschiedlichsten Ebenen des Verstehens zugänglich macht.

2. Februar 2018, 14 Uhr

Klingspor Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 10.01.2018

Irene Wedell. Maria Sybilla Merian © Klingspor-Museum

Quantensprung

Naturwissenschaftliches im Künstlerbuch

Naturwissenschaft und Künstlerbuch – wie geht das zusammen? Sehr gut, wie die Ausstellung des Klingspor Museums beweist. Dazu sind entsprechende Werke aus dem Bestand ausgewählt. Sie zeigen auf, wie Künstler Aspekte der Naturwissenschaft aus ihrem Blickwinkel zu Gunsten visueller und inhaltlicher Aussagen zur Darstellung bringen. Es sind Bücher gänzlich eigener Art.

Biologie, Physik, Astronomie, Medizin, die Mathematik als naturwissenschaftliche Hilfswissenschaft aber auch fachübergreifende wissenschaftliche Themen - all dies findet seinen Niederschlag im Künstlerbuch. Nicht nur als Themenstellung finden naturwissenschaftliche Erkenntnisse ihren Eingang in die Buchkunst, auch künstlerische Konzepte bedienen sich ihrer: chemische Prozesse, die das Kunstwerk geplant verändern, z. B. durch dauerhafte Belichtung verschwinden lassen.

Die Exponate stammen alle aus dem reichhaltigen Fundus des Museums. Die Zusammenstellung der Ausstellung versteht sich exemplarisch. Sie zeigt beispielhaft die dem Künstlerbuch eigene Lesart auf, Sachverhalte in Augenschein zu nehmen und sie auszuloten auf den beiden Standbeinen des Wissen schaffenden Mediums Buch einer- und der visuell-gestalterischen Einlassung des Künstlerischen andererseits.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Eröffnung 15. März 2018, 19 Uhr
Ausstellung: 16. März – 20. Juni 2018

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80 | 63065 Offenbach

Di, 09.01.2018

Stuttgarter Antiquariatsmesse 2018

64 An­ti­qua­re aus Deutsch­land, Großbri­tan­ni­en, Ita­li­en, Ös­ter­reich, den Nie­der­lan­den und der Schweiz werden ein hochka­rä­ti­ges und viel­fäl­ti­ges An­ge­bot bei die­ser be­deu­tends­ten an­ti­qua­ri­schen Ver­an­stal­tung in Deutsch­land garantieren: al­te Hand­schrif­ten und aus­ge­fal­le­ne Bü­cher zu je­dem er­denk­li­chen The­ma, Gra­fi­ken, Zeich­nun­gen, Fo­to­gra­fi­en – kurz: Al­les, was das Herz bi­blio­phi­ler Samm­ler be­gehrt.

Die Son­der­aus­stel­lung ist in die­sem Jahr Pe­ter Paul Ru­bens als Buch­künst­ler ge­wid­met: »Sinn­bild – Bild­sinn«.

Zur ge­mein­sa­men Auf­takt­ver­an­stal­tung der 57. Stutt­gar­ter An­ti­qua­ri­ats­mes­se und der An­ti­qua­ria Lud­wigs­burg spricht der Lei­ter des Kling­spor Mu­se­ums Of­fen­bach, Ste­fan Sol­tek, am 22. Ja­nu­ar, 20 Uhr im Li­te­ra­tur­haus zum The­ma »Was taugt dem Künst­ler das Buch? Sle­vogt, Pi­cas­so, Gries­ha­ber …«.

Messe: 26. - 28. Januar 2018

Württembergischer Kunstverein
Schloss­platz 2  •  70173 Stutt­gart 

Do, 21.12.2017

Lederkassette von Ignatz Wiemeler, Foto © Rosita Nenno

Ignatz Wiemeler, Meister der Einbandkunst

Ein Schatzkästlein. Vortrag von Helga Horschig

Ignatz Wiemeler (1885 – 1952) war einer der großen Meister der Einbandkunst. 1921 wurde er an die Kunstgewerbeschule Offenbach berufen. Er gehörte zu den Begründern der Vereinigung Meister der Einbandkunst und hatte von 1925 - 1945 eine Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig inne, im Anschluss wechselte er an die Landeskunstschule Hamburg, wo er bis zu seinem Tod blieb. Zu den besonderen Preziosen gehört eine Lederkassette mit Beiträgen der Lehrkräfte der Leipziger Hochschule zum 50. Geburtstag von Walter Tiemann.

5. Januar 2018, 14 Uhr

Klingspor Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Fr, 15.12.2017

Das Klingspor-Museum ist Pirckheimer

Das Klingspor-Museum in Offenbach am Main, einer der wichtigsten Deutschen Sammlungs- und Ausstellungsorte der internationalen Buch- und Schriftkunst des 20. und 21. Jahrhunderts, ist Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft - für viele Pirckheimer ein lange erwarteter Schritt!

Am 7. November 1953 öffnete das Klingspor-Museum zum ersten Mal für seine Besucher die Türen. Die Stadt Offenbach am Main hatte in den Nachkriegsjahren ein kleines Museum zur modernen Buch- und Schriftkunst gegründet. Den Grundstock dieses Museums bildete die kostbare Privatsammlung von Dr. h.c. Karl Klingspor (1868 - 1950), der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Offenbach am Main mit seinem Bruder eine Schriftgießerei betrieb. Nur kurze Zeit nach der Museumsgründung kamen die ersten bedeutenden Schenkungen ins Haus. Auch Werner Klemke übergab sein gesamtes künstlerisches Lebenswerk mit allen Büchern, seinen originalen Zeichnungen bis hin zu seinem umfangreichen Briefwechsel dem Museum.

Die Pirckheimer-Gesellschaft unterstützte das Wirken des Klingspor-Museums, seit sich 1990 die Möglichkeiten einer besseren Zusammenarbeit eröffneten, eine Zusammenarbeit, die mit Darstellungen in den Marginalien begann und sich später durch stärkere Vernetzung über die modernen Medien fortsetzte.

Mi, 22.11.2017

Petra Ober, © Mina Lößle / Petra Ober

Die Bilder der Buchkünstler VII – Petra Ober

Eine Ausstellung des Klingspor-Museums Offenbach stellt die Buchkünstlerin Petra Ober vor.

Geboren in Oberbayern, studierte sie Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit den 1980er Jahren gestaltet sie farbintensive Unikatbücher mit ausgesprochen sinnlicher Anmutung, einige davon sind in die Sammlung des Klingspor Museums Offenbach eingegangen. Die Eigenschaften des Buches – Blätterabfolge, Doppelseite, räumliche Entfaltung – prägen die Bilder der Künstlerin, die oftmals seriell angelegt sind und dem Betrachter ihren Entstehungsprozess vor Augen führen. Die Ausstellung bei der SOH präsentiert erstmals Arbeiten, in denen Selbstbegegnung und Spurenziehen ihren Ausgang in der Handschrift finden. Bei der Eröffnung ist auch eine Buchpräsentation der Künstlerin zu erleben.

Mit der Ausstellungsreihe "Die Bilder der Buchkünstler" richten die Stadtwerke und das Klingspor Museum den Blick auf die Malerei, Grafik und Druckgrafik von Künstlerinnen und Künstlern, deren hochkarätige Buchkunst das Klingspor Museum sammelt.

Vernissage: 22. November 2017, 18 Uhr
Die Ausstellung ist ein Jahr zu sehen.

Stadtwerke Offenbach Holding GmbH | Senefelderstraße 162 | Offenbach

Mo, 30.10.2017

Kinderbücher, ill. von Werner Klemke, © Klingspor Museum Offenbach

Kinderwelten

62. internationale Kinderbuchausstellung

Die Ausstellung internationaler Kinderbücher am Jahresende in Offebnbach ist bereits zur festen Institution geworden. Die Vielfalt der Themen und Bildsprachen fasziniert kleine und große Bilderbuchliebhaber in jedem Jahr aufs Neue. Einen Schwerpunkt der diesjährigen Kinderwelten bilden Bücher aus Frankreich, eine Sonderschau ist dem Illustrator Werner Klemke zum 100. Geburtstag gewidmet. Ein umfangreiches Begleitprogramm rundet die Ausstellung ab.

Eröffnung der Ausstellung mit Musik und Kinderaktion:.25. November, 15 Uhr
Ausstellung vom 26. November 2017 - 04. Februar 2018

Klingspor Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mo, 02.10.2017

Gottfried August Bürger: Wunderbare Reisen … des Freiherrn von Münchhausen. Mit Illustrationen von Bernhard Jäger. Büchergilde Gutenberg, 1994. Foto: Klingspor Museum Offenbach

Von abenteuerlichen Fischen und Kreaturen der Tiefsee

Am Freitag gibt es Fisch – so ist das auch im Klingspor Museum und so handelt das Buch des Monats am kommenden Freitag von einem Butt, einer Flunder und anderen abenteuerlustigen Fischen.

Eine Präsentation von Stephanie Ehret-Pohl. Vorgestellt werden ein abenteuerlustiger Hecht aus dem wunderbaren Buch „Le brochet“ (Robert Desnos, Daniel Levigoureux), „Pet, der Fisch“, eine Bildgeschichte mit Holzstichen von Otto Rohse, „Die gebratene Flunder“ des Patio Verlags und der Butt aus Philipp Otto Runges Märchen „Von dem Fischer un syner Fru“, zauberhaft illustriert von Marcus Behmer. Mit dem Pop-up-Buch „Tout au fond“ von Philippe Ug gibt es außerdem einen Ausblick auf die kommende Kinderbuchausstellung, deren Schwerpunktthema französische Kinderbücher sind.

Übrigens findet man das Klingspor-Museum und die Freunde des Museums auch wieder auf der Frankfurter Buchmesse: vom 11. bis 15. Oktober in Halle 4.1 am Stand N14.

6. Oktober 2017, 14 Uhr

Klingspor Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 06.09.2017

entwerter/oder, Nr. 33, Berlin 1989
Numeralien

John Gerard, Uwe Warnke – neben-, mit-, füreinander

PAPIER, BUCH, ZEITSCHRIFT

Unter diesem Thema wird eine Ausstellung in Offenbach stehen.

Uwe Warnke, Autor, und Verleger, 1956 in der DDR geboren, gibt ab 1982 in Berlin im Untergrund die Künstlerzeitschrift „entwerter/oder“ heraus. Die Zeitschrift entstand in einem Biotop von Kreativen, die gegen staatliche Repressalien und geistige Einengung aufbegehrten. 1990 gründete er den Uwe Warnke-Verlag, der 1991 mit dem V.O.Stomps-Preis ausgezeichnet wurde. In intensiver Zusammenarbeit mit Künstlern wie Ottfried Zielke, Gerhild Ebel und John Gerard entstehen Bücher in kleinen Auflagen oder als Unikat, die oftmals serielle Texte des Autors Uwe Warnke zum Inhalt haben. Warnke gehört als homo politicus zu den Künstlern, die regen Anteil an politischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Prozessen nehmen und diese stets kritisch hinterfragen.

Papier ist das Medium von John Gerard (*1955). Der gebürtige Amerikaner lebt und arbeitet seit Mitte der achtziger Jahre in Deutschland. Seine handgeschöpften Papiere mit ihren farbigen Aufschöpfungen oder Einsprengungen sind nicht mehr bloße Beschreib- oder Bedruckstoffe, sondern geben seinen Büchern ihre künstlerische Ausdrucksform. Gerards Papiere spüren Inhalten nach und loten die Texte seiner Bücher aus. Neben freien Arbeiten umfasst Gerards Œuvre zahlreiche Künstlerbücher, oftmals auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, so mit Fritz Best, Bodo Korsig und Ottfried Zielke.

Nachdem sich Uwe Warnke und John Gerard 1991 auf der Minipressenmesse in Mainz kennengelernt hatten, entstand ihr erstes gemeinsames Buch „Numeralien“, seitdem entstanden etliche gemeinsame Bücher. Beide Künstler sind Netzwerker und Kommunikatoren innerhalb der heterogenen Buchkunstszene. Augenscheinlich wird ihr Zusammenspiel auch auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie seit mehr als 20 Jahren einen Doppelstand betreiben: zwei denkbar unterschiedlich in Ihrem Wirken ausgerichtete Antreiber der Szene finden sich zusammen; der eine aus den USA stammend, seit seinem Studium in Bonn in der Kunstgeschichte fast ebenso vertieft wie in seine Papierkunst; der andere in Ostberlin verlegerisch aktiv, um die Gesellschaftsverhältnisse vor wie nach der Wende kritisch zu beleuchten. Dieser Mix der politisch-territorialen Verankerung wird umspielt von Gerards frühzeitigem Arbeiten in der Künstler-Werkstatt Bethanien, Berlin, und der gezielten Orientierung Warnkes in den Westen, Deutschland wie die USA, um seinen Aktionsradius zu erweitern. Die Ausstellung zeigt einen Überblick über das langjährige Buchschaffen beider Künstler. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaftsarbeiten, zu sehen sind jedoch auch Werke, die unabhängig voneinander entstanden sind.

Ausstellung: 16. September - 5. November 2017

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 13.07.2017

Über Bienen. Essay von Gerhard Roth. Künstlerbuch von Sabine Golde. Foto © Sabine Golde

Musik für die Augen | Außenansichten

Eine Ausstellung im Klingspor-Museum zeigt Buchkunst und typografische Installationen der Künstlerin Sabine Golde.
1992 gründen Sabine Golde und Christiane Baumgartner, beide Studentinnen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, die Künstlergemeinschaft Carivari. Ihre Diplomarbeit war „Emils blaue Augen“ – ein raumgreifendes, überraschendes Buchobjekt, das dem Klingspor Museum übereignet wurde. Später trennen sich ihre künstlerischen Wege, Baumgartner setzt Akzente im großen Holzschnitt, Golde bleibt beim Buch als Künstlerin und erste Dozentin, auf der Burg Giebichenstein, die das Künstlerbuch zum Inhalt ihrer Lehre macht. Viele ihrer Bücher nehmen Bezug auf Komponisten des 20. Jahrhunderts, auch Aspekte des Zeitlichen kommen vor. Typografische Entdeckungen geben den Takt an.

Gleichzeitig wird, wie hier bereits berichtet, die Ausstellung AUẞENANSICHTEN gezeigt mit 37 Entwürfe von Studierenden der Bereiche Buchgestaltung, Künstlerbuch, Grafikdesign, alle als Vorschläge zum Äußeren eines Bandes mit Gedichten des Lyrikers Wolfgang Hilbig. Zu dessen 60. Geburtstag 2001 war der Band „Bilder vom Erzählen“ mit Illustrationen von Horst Hussel erschienen. 2007 starb der mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor Wolfgang Hilbig. Nicht gebundene Exemplare des Buchs stellte nun der S. Fischer Verlag – Betreuung durch Lektor Jürgen Hosemann – für den Wettbewerb der Studierenden zur Verfügung. Ausgebildet an unterschiedlichen Hochschulen, der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, der Hochschule der Medien Stuttgart und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, zeigen die Wettbewerbsentwürfe beispielhaft, welche Qualität grafischer Gestaltung mit welchem Spektrum an ein und derselben Aufgabenstellung verwirklicht werden konnte. Dem Klingspor Museum kommt die Möglichkeit zu, aktuelle Arbeit für das in der Sammlung des Museums prominent verankerte Themenfeld vorzustellen.: Außen Ansichten. Einbandentwürfe im Wettbewerb.

Ausstellung: 22. Juli - 3. September 2017

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Sa, 01.07.2017

Paul Stein, Roman © Klingspor Museum Offenbach

Schreiben – Zeichen von Macht und Ohnmacht

„Was auf dieser blauen Tafel Gott mit seinem Finger schrieb… “ . Von dieser Passage aus Calderons (1600-1681) „Das Leben ist ein Traum“ sollen alte und ganz neue Werke der Sammlung des Klingspor Museums angeschaut und erörtert werden. Beweggründe des Schreibens werden deutlich, die weiter reichen als eine Sequenz lesbarer Sätze. Die Einheit (Nikolaus von Kues) gegensätzlicher Äußerungsformen von Wort und Bild stimuliert die Wahrnehmung von Inhalt und Form, von IN_FORM_ation. Angesehen werden Werke von Christine Hartmann, Eva Aschoff, Jean Dubuffet, Georges Braque, Rudo Spemann, Daniel Ben Hur, Pablo Picasso, Paul Stein.

7. Juli 2017, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 31.05.2017

Antoni Tàpies und die Lithographie

Antoni Tapies, Pere Gimferrer, La Clau del foc © Simon Zirkunow
Vier blutig rote Striche auf gelbem Grund, ein Handabdruck mit Kraft auf die Druckvorlage gepresst, ein rotes Kreuz auf gerissenem Papier – der Ausdruckskraft und Experimentierfreude des katalanischen Malers Antoni Tàpies (1923 – 2012) sind kaum Grenzen gesetzt. Drei seiner Künstlerbücher, die geprägt sind von unbändiger Freude an reliefartigen Oberflächen und haptisch interessanten Materialien und die dabei die Möglichkeiten der lithographischen Technik ausreizen, werden von Dr. Dorothee Ader vorgestellt. Die zum Teil politisch motivierten Arbeiten klagen daneben die Unterdrückung der katalanische Identität, Sprache und Kultur unter der Diktatur Francos an.

2. Juni 2017
Eintritt: 4 €, Mtgl. 2 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach