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Klingspor-Museum

Pirckheimer-Blog

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Fr, 03.05.2019

Theophil Zwang mit einem seiner angefertigten Puzzles, welches nur an Freunde verschenkt wurde, Foto © Michael Eschmann

Theophil Zwang (1924 - 2019)

Der Bucheinbandkünstler Theophil Zwang, geboren am 12.Oktober 1924 in Dresden, ist in der Nacht zum 24. April 2019 in seinem Wohnort Ober-Roden/Rödermark verstorben.

Als Fachlehrer (Bucheinband und Papierverarbeitung) wirkte er in den Jahren 1960 - 1987 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Seine kreativen Einbandgestaltungen belegen, dass Bücher zwei untrennbare Seelen besitzen: Inhalt und Form. Hier setzte er maßgebliche Akzente und darf deshalb als „Meister der Einbandkunst“ ganz im Sinne der modernen Bibliophilie bezeichnet werden. Heute bekannte Buchkünstlerinnen, wie Anja Harms, Uta Schneider, Doris Preußner, Ines von Ketelhodt oder Ulrike Stoltz gehörten zum Kreis der Schülerinnen. Die eigene Einbandsammlung vermachte er dem Klingspor-Museum in Offenbach. Hier wurde bereits am 1. Oktober 2015 mit einer Sonderausstellung an sein berufliches Können erinnert. Ein ausführliches Porträt erschien von Ute Maria Etzold mit dem Titel „Der Buchbinder Theophil Zwang und Die Gurke“ in den Marginalien 217 (2015/1).

(Michael Eschmann) 
       
      
 

Bewegung ist da

Eine gemeinsame Ausstellung im Klingspor Museum und im Haus der Stadtgeschichte widmet sich unter dem Thema "Gestern im Heute mit Blick auf Offenbach" dem Jugendstil.

Die Zeit um 1900 ging mit einem Epochenwandel einher: der den Lebensrhythmus der Menschen in den Metropolen vehement beschleunigte Das führte zum Jugendstil als Reformbewegung. Die Absicht Kunst als Durchdringung des Lebens zu begreifen, manifestiert sich in Architektur, Design, Buch- und Schriftgestaltung. Die beiden städtischen Museen in Offenbach unterstreichen die aktuellen die Bedeutung des Themas „Jugendstil“ in der Stadt und werfen dabei ein Schlaglicht auf einen Ort, der sich im kunstgeschichtlichen Kanon bisher wenig mit dem Jugendstil in Zusammenhang bringen ließ. Das Klingspor Museum zeigt hochrangige Buch- und Schriftkunst des Jugendstils aus der eigenen Sammlung: Klangvolle Namen der Kunstgeschichte wie Koloman Moser, Gustav Klimt, Aubrey Beardsley, Heinrich Vogeler, Henry van de Velde und Oskar Kokoschka sind hier vertreten. Die Exponate verdeutlichen auch nationale Unterschiede eines internationalen Stils: schmeichelnde organische Formen des deutschen Jugendstils stehen geometrischen Ornamenten der Wiener Secession gegenüber und Aubrey Beardsleys Illustrationen, deren strenge schwarzweiß kontrastierende Flächen von der japanischen Holzschnittkunst beeinflusst sind, repräsentieren den englischen Jugendstil. Relativ unbekannt dürfte die Tatsache sein, dass Offenbach zu einem wichtigen Ort des Jugendstils wurde. Von hier ging die Initiative  zu einer Erneuerung der Druckschrift aus. Es war Karl Klingspor der diese maßgeblichen Impulse setzte: seine Schriften von Otto Eckmann und Peter Behrens wurden stilbildend. Neben den Schriftproben, die nicht nur die Schriften selbst zeigen, sondern mit ihren sorgfältig gestalteten Anwendungsbeispielen zu wichtigen typografischen Zeugnissen der Epoche werden, zeigt die Ausstellung  auch Originale der Schriftzeichnungen von Eckmann und Behrens.

Wie sich der Jugendstil im Alltag der Offenbacher Bevölkerung bemerkbar machte, thematisiert die Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte.Sowohl im häuslichen Bereich, als auch im öffentlichen Raum und in den Betrieben der Industriestadt, hielt der Jugendstil Einzug.  So veranschaulichen Haushaltsgegenstände, Werbeplakate, Anzeigen und Reklamemarken eindrucksvoll, den Siegeszug des Jugendstils.

Der Jugendstil mit seinem schwelgerischen Formenreichtum war eine relative kurzzeitige Erscheinung, die Idee jedoch, den Alltag durch gute Gestaltung zu verbessern, hat nichts an Aktualität verloren.

Eröffnung: Mittwoch, 12. Juni, 19 Uhr im Haus der Stadtgeschichte
Ausstellung:13. Juni - 1. September 2019

Klingspor Museum
63065 Offenbach, Herrnstr. 80
Haus der Stadtgeschichte
ebenda, Herrnstr. 61

 

Mo, 01.04.2019

Foto © Constanze Kreiser

Super-Illu

Unter diesem fand am 28. März 2019 in den Räumen der Hegenbarth Sammlung Berlin eine Diskussion statt, die inmitten einer Ausstellung schwarzweisser pixelähnlichen Grafiken von Corinne Laroche - Point(s) de Hasard - (Keine) Punkte des Zufalls - aus der Reihe ‚Überflogenes Weiss‘ plaziert waren. Etwa 50 Zuhörer und 6 Diskutanten versuchten die Grenzen zwischen Bild, Text und Bebilderung zu finden. In dem Wort illustrare stecke auch mostrare (= zeigen) und genau dieses Hinweisende eines Bildes wäre der Illustration zu zuordnen, wenn sie sich nicht als Kunst darstellt. Demgegenüber beschreibt sich Kunst auch in ihrem größeren Freiheitsgrad Ihrer Lesbarkeit. Die Grenzen sind fließend und je nach Bilderschatz möglicherweise auch individuell verschieden.

Vorangegangen war dieser mündlichen Auseinandersetzung eine schriftliche Stellungnahmen aller Beteiligten zum Thema Illustration. Die vierteljährlich erscheinende Zeitung «z.B. / zum Beispiel / zum Buch» #18--21 des Künstlerduos <usus>, Ulrike Stoltz, einer Typographin und Uta Schneider, einer Künstlerin mit Schwerpunkt Zeichnung, bot hierfür den Rahmen. 

Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums Offenbach, hatte gesprächshalber auf die Unschärfe der Begrifflichkeit hingewiesen «… man müsste doch einmal den Begriff der Illustration neu denken …» und trat in der Diskussion vehement für eine Qualität der Illustration trotz ihrer Abhängigkeit als angewandte Kunst ein. Kommunizieren funktioniert für ihn immer in Ergänzung von mindestens zwei Medien, mit dem Ziel, etwas ‚Lebensinhaltliches‘ zu übergeben.

Ulrike Stoltz spielte mit der These, dass Illustration mit dem Prozess der Vervielfältigung zu tun haben könnte und deshalb als Begriff erst im 19. Jhd. entstand. Allerdings ist das 19. Jhd. ohnehin die Zeit der Ausdifferenzierungen, auch der Berufe, so wurde z.B. aus dem Baumeister für alle Bauaufgaben eine Gruppe von Fachleuten.

Illumination wäre laut Grimm‘schen Wörterbuch der Vorläuferbegriff von Illustration und hat eine starke spirituelle Komponente, die der Hausherr Christopher Breu (Typograph) mit dem christlichen Farbkodex mittelalterlicher Druck- und Handschriften belegte: (papier-)weiß wie die geschundene Haut des Leibs Christi, rot wie Blut, schwarz die Nägel am Kreuz. Er erinnert an die typische frühkindliche Bildverbundenheit, die vor dem Lesenkönnen als Leseersatz und Gedächtnisstütze dient. Damals waren Bilder zudem etwas Seltenes und damit von höherer Eindringlichkeit.

Matthew Tyson, (Buch-)Künstler, Drucker in 2. Generation und Herausgeber, in England und Frankreich lebend, spürte der Sprache nach. All den Inhalten, die in ihr versteckt sind, der Kraft, die sie im Bezeichnen entwickelt. Der englische Begriff ‚Image‘ ist viel offener und umfassender als das deutsche Wort Illustration. Seine eigene künstlerische Suche gilt der Reduktion, die sowohl Sprache wie auch Bild zu mehr Eindeutigkeit verhelfen soll. Wie das Bild kann auch die Sprache Mehrfachbedeutungen und damit Unklarheiten aufweisen, die das Erkennen ihres eigentlichen Inhalts verstellt. Er betrachtet sich als Künstler, nicht als Illustrator.

Juliane Wenzl, freiberufliche Illustratorin und Dozentin, ging als Beirat im Berufsverband Illustratoren Organisation pragmatisch an das Thema heran: Auftrag und Nutzungsrechte beschreiben für sie eine komplett andere Situation als die des individuellen Antriebs eines Künstlers, etwas von seinem inneren Denken, Empfinden, Sehen zu veräußerlichen. Entsprechend wäre das Ergebnis auch anders zu bewerten.

Im Nachgespräch auf den Gängen ging es mit Uta Schneider allgemein um Übersetzungsprozesse von Sinneseindrücken: in Sprache, in Bilder oder in andere Handlungen. Etel Adnans Künstlerbuch ‚Arabische Apokalypse‘ über den libanesischen Bürgerkrieg, das sie in mehreren Sprachen unterschiedlich bildlich abfasste, ist ein wunderbares Beispiel vom Zusammenspiel aller Komponenten des Gestaltens. Kontextualisierung als ein Mittel, den Begriff Illustration zu begreifen: von allen beteiligten Künstlern gab es eigene Arbeiten im Anschluss zu betrachten. Das Gehörte ließ sich so in einen weiteren Zusammenhang einordnen.

Matthew Tysons über Jahre scheiternde Versuche, asiatische Kalligraphieprinzipien auf lateinische Buchstabenschriften zu übertragen, gehöre ebenso zu dieser Suche nach Zusammenhängen wie das sprachliche Fehlen von Tatbeständen, das Hanneke van der Hoeven beschrieb: ein so unklarer Begriff wie (Körper-)kreislauf existiere im Holländischen nicht, dort beschriebe man die einzelnen Vorkommnisse und sei damit viel genauer.

(Constanze Kreiser)

Sa, 16.03.2019

Im Licht von Raum und Zeit

Unter diesem Titel zeigt das Klingspor-Museum Fotografien und Künstlerbücher von lnes von Ketelhodt

lnes von Ketelhodt blickt auf ein über 30jähriges Buchschaffen zurück und gehört schon seit vielen Jahren zu den Protagonistinnen des zeitgenössischen Künstlerbuches. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch die Kombination von Fotografie und Typografie aus. Verfremdung, Unschärfe und Langzeitbelichtung führen zu ungewöhnlichen Seherfahrungen. Oft wirken ihre Bilder wie Traumsequenzen oder lassen Zeitabläufe erkennen. Immer stehen die Fotografien im Wechselspiel mit typografisch sorgfältig inszenierten Texten, die von der Romantik bis zur Gegenwart reichen. 

Eröffnung: 31. März 2019, 11.30 Uhr, es spricht Paul van Capelleveen, Koninklijke Bibliotheek, Den Haag, musikalische Begleitung Kerstin Fahr 
Ausstellung: 31. März - 19. Mai 2019

Klingspor Museum Offenbach
Herrnstraße 8, Büsing Palais, 63065 Offenbach am Main

Mi, 27.02.2019

Mit Illustrationen von Benjamin Lacombe, Aus dem Französischen von Edmund Jacoby, mit Seidenbezug und 14 Ausstanz-Seiten, Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, ISBN 978-3-946593-47-8

Frida Kahlo im Kinderbuch

Frida Kahlo - Illustrationen über das Leben der legendären mexikanischen Malerin in Kinderbüchern

Bekannt durch ihre ausdrucksstarken Selbstbildnisse, ist Frida Kahlo und ihr künstlerisches Schaffen bis heute noch präsent. Ihre Dynamik offenbart sich auf besondere Art und Weise in einem von Benjamin Lacombe illustrierten Bildband. Das Buch mit dem Titel „Frida“ erzählt im poetischen Stil das Leben der Künstlerin mit großformatigen besonders gestalteten Bildern und eingefügten Zitaten. Verschiedene Lebensthemen werden hier in kurzen Kapitel vorgestellt: „Die Liebe“, „Die Erde“, „Die Mutterschaft“(...). Es ist kaum verwunderlich, dass Frida Kahlo, die als Mensch und Künstlerin so stark polarisiert, eine große Inspirationsquelle für viele Illustratoren und andere Künstler darstellt.

Monica Brown befasst sich in ihrem Kinderbuch „Frida Kahlo und die Tiere“ mit der liebevollen Bindung Fridas zu den Tieren. Geprägt durch eine Reihe von Schicksalsschlägen geben ihr die Tiere als loyale Begleiter den nötigen Halt. Die Farbigkeit der Illustrationen soll an die Werke der Künstlerin erinnern.

Die Gestaltungen der Kinderbücher, die Lucia Gallo präsentiert, veranschaulichen die Vielschichtigkeit und Komplexität der Malerin und ermöglichen den Kindern eine schonende Herangehensweise, sich mit den Themen Krankheit, Schmerz, Leid, Kunst und Liebe auseinanderzusetzen.

1. März 2019, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Di, 29.01.2019

Avec quelques briques - Vincent Godeau

Raumgreifend – neue Popups

Das Buch ist ein Raum voller Möglichkeiten. Im Popup greift das Buch tatsächlich ins Dreidimensionale aus und nimmt sich Raum für Experimente. Seit einigen Jahrzehnten entstehen zahlreiche Popup-Bücher, die sich vor allem sachbezogenen Themen widmen oder von Künstlern gestaltet sind, die sich dem Papier als künstlerischem Material verschreiben. Im Buch des Monats Februar des Klingspor Museums stellt Dorothee Ader die spannendsten zeitgenössischen Popup-Bücher vor und zeigt neue Tendenzen auf. Historische Vorgänger beispielsweise aus dem Bereich Spielbilderbuch werden dabei in Beziehung gesetzt, um Themen und Techniken auf die Spur zu kommen.

1. Februar 2019, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Fr, 18.01.2019

Ines v. Ketelhodt - Times Square

Im Licht von Raum und Zeit

Ines von Ketelhodt Fotografien und Künstlerbücher

Ines von Ketelhodt blickt auf ein über 30jähriges Buchschaffen zurück und gehört seit vielen Jahren zu den Protagonistinnen des zeitgenössischen Künstlerbuches. Nach ihrem Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach gründete sie 1986 mit 5 weiteren Absolventinnen die Künstlergruppe Unica T, die bis 2001 bestand.
Die Fotografie bildete von Beginn an einen Schwerpunkt in von Ketelhodts Arbeit. Dabei ist Ihre künstlerische Position einzigartig in der Kombination von Bild und Typografie. In ihren Fotografien arbeitet sie mit Verfremdung, Unschärfe und Langzeitbelichtung und schafft so ungewöhnliche Seherfahrungen. Der Betrachter erkennt die Motive nicht sofort, sondern sie offenbaren sich durch optisches Ertasten, Suchen und Nachspüren. Oft wirken Bilder wie Traumsequenzen, andere Fotografien lassen Zeitabläufe erkennen. Immer stehen die Fotografien im Wechselspiel mit typografisch sorgfältig inszenierten Texten. Die ausgewählten Texte reichen von AutorInnen der Romantik bis zur Gegenwart.
Farbe spielt ebenfalls eine große Rolle in ihren Büchern, so spürt sie in der Werkreihe „Farbwechsel“ der Wirkung aber auch der Bedeutung der Farben in 6 monochromen Büchern nach. Daneben finden sich auch Bücher in strengem Schwarzweiß gehalten.

Die Sammlung des Klingspor Museums beherbergt zahlreiche Werke der Künstlerin von Beginn ihres Schaffens bis in die Gegenwart, darunter auch das 50 Bände umfassende Buchkunstprojekt „Zweite Enzyklopädie von Tlön“, das von Ketelhodt von 1997 – 2006 zusammen mit ihrem Mann, dem Buchkünstler Peter Malutzki, geschaffen hat.

In ihren Büchern, die in kleinsten Auflagen erscheinen, verbinden sich ausgefeilte künstlerische Konzepte mit technischer Raffinesse und typographischer Meisterschaft. Ihr buchkünstlerisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet und ist in bedeutenden Sammlungen in Europa, Asien, Australien und Amerika vertreten.

Die Ausstellung mit nahezu 60 Exponaten gibt einen umfassenden Überblick über das Buchschaffen der Künstlerin.
Zur Ausstellung erscheint ein von der Künstlerin gestalteter Katalog, in dem sie selbst über ihre Werke Auskunft gibt.

Ausstellung: 31. März – 19. Mai 2019

Klingspor Museum.
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Di, 27.11.2018

© kunstanstifter verlag

kunstanstifter

In der Reihe »Buch des Monats« gibt das Klingspor-Museum Einblicke ins Lektorat eines ungewöhnlichen Bilderbuchverlags. Der »Verlag für Illustration« wurde 2006 von Suse und Niklas Thierfelder in Mannheim gegründet. Das kunstanstifter-Programm steht für schräge, witzige, außergewöhnliche, provokante, aber intelligente Illustrationen und Texte. Die Lektorin Lena Anlauf stellt das Kinderbuchprogramm vor und gibt einen Einblick in die Programmarbeit des kleinen, unabhängigen Bilderbuchverlages.

7. Dezember 2018, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 13.09.2018

Handschrift von Christine Hartmann zu einem Text von Federico Garcia Lorca, 1991, © Klingspor Museum Offenbach

Hommage à Christine Hartmann

Am 18. September wäre die renommierte Offenbacher Schriftkünstlerin Christine Hartmann 80 Jahre alt geworden. Doch die Schriftkünstlerin, die sich so großer Bekanntheit in Offenbach und weit darüber hinaus erfreute, starb am 24. Juli 2014. An ihrem Geburtstag möchte das Klingspor Museum ihrer gedenken. Es werden Arbeiten aus ihrem umfangreichen Oeuvre im Museum ausliegen, Erläuterungen dazu gibt Museumsleiter Stefan Soltek. Christine Hartmann gehört zu jenen wenigen ProtagonistInnen ihres Faches, die aus der Meisterschaft klassischer Schriftkunst schrittweise eine ganz eigene Kunst des Schreibens von Hand entwickelt haben, durchaus unter Einbeziehung vieler Stilelemente, wie sie in der Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts sich herauskristallisiert haben. Besonders der expressive Gestus hat in Hartmanns Werk eine besondere Bedeutung, unterstützt von einer kühnen Experimentierfreude sowohl im Form- wie im Farbkompositorischen.

18. September, 17.30 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mo, 30.07.2018

Behmer: Der Fischer un syne Fru

Behmer: Von dem Fischer un syner Fru

Marcus Behmer (1879 – 1958) zählt zu den bedeutendsten Buchillustratoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Außerdem war er als Buchgestalter und Schriftkünstler tätig. Bekannt geworden durch seine Illustrationen zu Oscar Wildes Salome gestaltet er wenige Jahre später im Insel Verlag Leipzig die Ausgabe zum Fischer un syner Fru. Von den Illustrationen, über die selbst gestaltete und auch durch ihn von Hand gesetzte Schrift bis hin zum Einband gelingt Behmer das Märchen von Phillip Otto Runge als buchkünstlerisches Gesamtkunstwerk.

Allein in der Ausstellung „Delphine in Offenbach. Die Marcus Behmer Sammlung des Klingspor Museums“ können zwei kolorierte Serien der detailreichen Radierungen zu diesem sozialkritischen Märchen bewundert werden. Daneben bieten verschiedene Ausgaben der Inselbücherei vielseitige Beobachtungsmöglichkeiten dazu, wie die einzelnen Gestaltungselemente miteinander in Dialog treten.
Dieser Dialog wird von den Buchseiten Behmers ausgehend in die Sammlung des Klingspor Museums fortgesetzt. Wo schwimmen hier noch weitere Fische im Wasser?

3. August 2018, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 28.06.2018

Abb. © Büchergilde Buchhandlung & Galerie Wolfgang Grätz

Graphic Novels

In der Reihe "Buch des Monats" beschäftigt sich in Offenbach Anna-Fee Neugebauer mit dem Thema "Graphic Novels – nur Bilderbücher für Erwachsene?"

Das Genre der „Graphic Novels“ boomt, nicht nur in Deutschland. Doch was sind Graphic Novels eigentlich? Wo haben sie ihren Ursprung? Gibt es Unterschiede zur Gattung Comics? Was sind ihre erzählerischen Möglichkeiten? Und nicht zuletzt: Wie spielen sie mit unserer Wahrnehmung? Anhand ausgewählter Werke aus der Sammlung des Klingspor Museums (z.B. von Helena Bochořáková-Dittrichová, Frans Masereel, Otto Nückel, Lynd Ward) und aus Privatbesitz, versucht Anna-Fee Neugebauer vom Amt für Kultur- und Sportmanagement eine Annäherung an diese noch recht junge Kunstform und ihre wachsende Bandbreite.

6. Juli 2018, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 24.05.2018

Behmer: Der Fischer un syne Fru
Behmer: Vorsatz in Salome

Die Delphine aus Offenbach

Das Klingspor Museum widmet seine Sommer-Ausstellung dem grandiosen Illustrator Marcus Behmer (1879 - 1958).

Behmer war als Künstler Autodidakt. Während einer Ausbildung als Dekorationsmaler in München fand er in der damaligen Kunstmetropole Anschluss an Künstlerkreise und lernte unter anderen Bruno Paul, Richard Riemerschmid und Thomas Theodor Heine kennen. Er wurde Mitarbeiter der Zeitschriften „Simplicissimus“ und „Die Insel“. 1903 wurde er mit seinen Illustrationen zu Oscar Wildes „Salome“ innerhalb kürzester Zeit zu einem äußerst gefragten Künstler des Jugendstils. Sein Markenzeichen wurde der Delphin, der in immer neuen Variationen im Werk auftaucht und häufig Portraitzüge des Künstlers selbst aufweist. Behmers Vorliebe galt dem kleinen Format, dabei zeigen seine miniaturhaften Illustrationen eine überbordende Erzählfreude. Neben seinem großen illustrativen Werk war er auch als Buchgestalter und Schriftkünstler tätig. Arbeiten für den Insel-Verlag, die Maximilian-Gesellschaft und die Officina Serpentis belegen das hohe Niveau seines typographischen Werkes. Seine Illustrationen zu Oscar Wildes „Salome“ und zu Philipp Otto Runges Märchen „Vom Fischer un syner Frau“ sind seit über hundert Jahren immer noch lieferbar. Behmer schuf ein umfangreiches graphisches Œuvre, dessen Schwerpunkt die Radierung bildet, daneben entstanden aber auch Holzschnitte und Lithographien. Durch die Präsentation aller Schaffensbereiche des Künstlers beleuchtet die Ausstellung Leben und Werk Behmers. Zu sehen sind ebenso zahlreiche Originalzeichnungen zu Buchillustrationen, darunter Arbeiten zu der nicht realisierten „Petronius“-Ausgabe der Cranach-Presse. Eine weitere Facette zeigen die homoerotischen Zeichnungen des bekennenden Homosexuellen. Eine Zäsur bildete Behmers Verhaftung wegen homosexueller Handlungen im Jahr 1936. Eine 19 Monate lange Haft und ein anschließendes Berufsverbot zerstörten die Karriere des einstmals gefragten Künstlers. Behmer konnte nach 1945 nicht wieder an alte Erfolge anknüpfen. Aufträge blieben aus und der Künstler starb 1958 völlig verarmt in Berlin.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Eröffnung: 11. Juli, 19 Uhr
Ausstellung: 12. Juli – 02. September 2018

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mo, 30.04.2018

© Nina Mößle / Petra Ober

Künstlerbücher von Petra Ober

In Farben träumen – Künstlerbücher von Petra Ober

Die farbintensiven Unikat-Bücher der Künstlerin Petra Ober laden zum Träumen ein. Kaum geöffnet, taucht man mit allen Sinnen in ein Meer aus Farben ein und spürt Fragmenten lyrischer Texte nach. Farben, Papiere und Texte fügen sich in Petra Obers Büchern zu einem harmonischen Zusammen-klang, der im Auge des Betrachters sanft nachschwingt.

Das Buch des Monats findet diesmal in der SOH Offenbach statt und betrachtet Künstlerbücher von Petra Ober im Kontext ihres künstlerischen Schaffens, das neben Büchern auch Malerei, Zeichnung und Objekte umfasst. Die Künstlerin präsentiert im Dialog mit Nina Mößle einige neue Unikat-Bücher und führt anschließend durch ihre Ausstellung „Die Bilder der Buchkünstler VII“.

4. Mai 2018, 14 Uhr

Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
Offenbach, Senefelderstraße 162

Di, 27.03.2018

Karl Klingspor (Photographie von Frank Eugene, 1916)

Ein Leben für das Buch

Zum 150. Geburtstag von Karl Klingspor stellt Martina Weiß den großen Bibliophilen vor und präsentiert Highlights aus seiner Sammlung. Klingspor trug als Inhaber der Schriftgießerei Gebr. Klingspor in Offenbach maßgeblich zu einer Erneuerung der Schrift Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Seine bibliophile Leidenschaft führte zu einer beachtlichen Sammlung zeitgenössischer Buchkunst, die später den Grundstock des Klingspor Museums bildete. Er initiierte den Wettbewerb „Schönste Bücher“ und war als Mitglied mehrerer bibliophiler Vereinigungen bestens vernetzt mit anderen großen Sammlern seiner Zeit. Zahlreiche Stücke seiner Sammlung besitzen kostbare Einbände. Besonders die über 80 Einbände, die der führende Buchbinder der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Ignatz Wiemeler für Klingspor fertigte, gehören zu den besonderen Zimelien des Museums.

6. April 2018 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 01.03.2018

Emils blaue Augen

Sabine Golde und Christiane Baumgartner, heute beide arrivierte Künstlerinnen, schufen für ihre Diplomarbeit 1994 ein raumgreifendes Buchobjekt von Kurt Schwitters‘ grotesker Erzählung „Emils blaue Augen“. Die Geschichte von Verlust und Wiedererhalt des blauen Auges, in der die zänkische Ehefrau und ein bildschönes Mädchen Akzente setzen, ist als „kleiner MERZ-Raum“ inszeniert.

2. März 2018, 16 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach