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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Do, 01.04.2021

Gegen Verführung

Im April 2021 starten die 2. Tage des offenen Brandenburgischen Buches. Dieser Neustart für die Tage der Literatur und Buchkunst in Brandenburg, die im letzten Jahr nach einer erfolgreichen Premiere 2019 ausfallen mussten, finden vom 17. April - 2. Mai und vom 28. Mai - 20. Juni statt. Wie auch die Buchkünstlerin und Pirckheimerin Constanze Kreiser wird sich auch der Pirckheimer Rainer Ehrt an den Tagen des offenen brandenburgischen Buches beteiligen.

Aus diesem Grund wird als "Bibliophiles des Monats April" das 2017 entstandene originalgrafische Künstlerbuch des Pirckheimers Rainer Ehrt »Gegen Verführung« nach den Schlussversen aus der »Hauspostille« von 1925 von Bertolt Brecht präsentiert. In diesem Künstlerbuch werden in opulente, sinnliche Bilder die Verse voll von poetischer Energie von Provokation, Lebenslust, Todesahnung und prophetische Krisenstimmung umgesetzt.

28 x 37 cm, 24 S.
Druck: dreifarbiger Hand-Siebdruck auf schwerem Karton von corn.elius (Cornelius Brändle, Wasser im Turm, Berlin)
Einband: Siebdruck auf grobem Naturleinen
Buchbinder: Marcus Saturna, Berlin
Aufl.: 30 Expl.

Homepage Rainer Ehrt
Homepage Constanze Kreiser

Mi, 31.03.2021

Einladungskarte mit dem Motiv Nr. 198 aus dem Besitz des Klingspor Museums

Marc Chagall -DIE BIBEL

EIN MEISTERWERK DES FRANZÖSISCHEN MALERBUCHS

Die Bebilderung der Bibel lag Marc Chagall wie kaum einem anderen Künstler des 20. Jahrhunderts am Herzen. Sie begann nicht erst mit seinen farbigen Bildern und Glasfenstern in späteren Phasen seines Schaffens, sondern bereits in den 1930er Jahren. Beauftragt von dem Initiator des französischen Malerbuchs, dem Verleger Ambroise Vollard, nahm der Maler die Arbeit auf, bis er 1939 vor den Nationalsozialisten aus Paris fliehen musste. Das Werk drohte unvollendet zu bleiben, wurde aber von dem Verleger Teriade Anfang der 50er Jahre wieder aufgenommen. Chagall vollendete seinen Zyklus von 100 Radierungen. Daraus zeigt die Ausstellung die erste Hälfte. Die übrigen Blätter können im Lesesaal des Klingspor Museums eingesehen werden. Es bedeutet für Offenbach einen Glücksfall, dass das Klingspor Museum das Exemplar, Nr. 198 von 275, besitzt.
Die beiden Museen freuen sich, zum Festjahr Jüdisches Leben ein so hochrangiges Werk einbringen und an Hand der exquisiten Radierungen ihre gemeinschaftliche Bemühung um das Feld der Druckkunst erneuern können. - Die Ausstellung wird begleitet von vier Fahnen im Rathausfoyer, deren Bibel-Motive Chance und Krise der geistigpolitischen Führung veranschaulichen.
Am 14. April, 19 Uhr, hält Kerstin Appelshäuser-Walter den Vortrag: »Chagalls Lithographien zu Szenen aus dem Alten Testament«. Führungen zur Ausstellung (Rathaus und Haus der Stadtgeschichte) durch Annina Schubert werden zeitnah kommuniziert.

28. März- 23. Mai 2021, es besteht die Möglichkeit von Änderungen

Foyer im Rathaus und Haus der Stadtgeschichte
Offenbach

Marginalien 240

Pünktlich vor Ostern kam Heft 240 der Marginalien (Heft 1/2021), diesmal für Pirckheimer mit einem Faksimile aus der Sammlung Gleimhaus Halberstadt als Erinnerung an das Jahrestreffen 2020, im Heft ausführlich beschrieben von Ute Pott im Artikel "Emphase in der Briefkultur des 18. Jahrhunderts – eine Bildergeschichte von Johann Georg Jacobi für Johann Wilhelm Ludwig Gleim". Angelehnt auch die von Matthias Gubig gestaltete und kommentiert typografische Beilage Postalische Gedichte.
Till Schröder schreibt im Prolog des Heftes: "Die Marginalien tauchen in dieser Ausgabe ab in ganz unterschiedliche Sammelzusammenhänge. André Schinkel berichtet nicht nur von Coco, dem wahrscheinlich einzigen Papagei mit eigenen Exlibris, sondern auch dessen Besitzern, dem Sammlerpaar Brigitte und Gerhard Hartmann und ihren in Bibliotheken gestifteten Grafiken und Kassettenunikate. Leopold von der Gabelentz erzählt von einem Phantom der Forschung, einem Sammler, der eine der hochwertigsten Maseerel-Sammlungen der Welt besaß – und Zeit seines Lebens in der Buchhaltung eines Golf-Clubs in Beverly Hills arbeitete. Ferdinand Puhe schaut auf das buchgrafische Werk Fritz Mösers und dessen Beziehung zu einem Sammlerpaar, dem er als einzige erlaubte, seine Grafiken zu vertreiben. Ich plaudere mit Wolf von Lojewski über seine Sammelleidenschaft der Schedelschen Weltchronik von 1493, und warum er sie 40 Jahre lang aus weltweit verstreuten Einzelblättern wieder zu einem Buch zusammenfügte."
Mehr zum Inhalt und Leseproben hier.
Für Pirckheimer dürfte darüber hinaus interessant sein, neben beigelegten Schreiben des Vorstandes, dem Jahresprogramm der BB-Regionalgruppe und neuen Informationen zu unserem gemeinsam mit der BuchDruckKunst in Hamburg stattfindenden Jahrestreffen im September, dass wir auch mit diesem Heft wieder 29 neue Mitglieder in der Pirckheimer-Gesellschaft begrüßen können.

Sa, 27.03.2021

Fritz Kuhr, Radierung, 1939, Fritz und Erna (Kirchner)

kuhrkreis 6

Der kuhrkreis 6 ist erschienen

Ursprünglich trafen sich Freunde des Bauhäuslers Fritz Kuhr unter dem Namen Kuhrkreis. Nun lebt dieser Name in einer unregelmäßig erscheinenden Publikation weiter.

Heft Nr. 6 beschäftigt sich mit dem Ulenspiegel von 1947 und der Funktion von Fritz Kuhr als Typograf dieser Zeitschrift.

Stichworte sind: E. L .Lirchner, Josef Hegenbarth und Frans Masereel.

Der kuhrkreis 6 kann hier heruntergeladen werden.

Fr, 26.03.2021

MARIKA VOSS, Jahreszeiten, 3 Faltbücher mit je 3 Lithografien, Bleisatz, auf Karton kaschiert, Einband: schwarzes Leinen auf Pappelsperrholz kaschiert; 40 x 30 cm; Bronzemedaillon 9,5 cm, Aufl. 21 Expl.

Ein Künstlerbuch für die Staatsbibliothek zu Berlin

Mit der Berliner Künstlerin Marika Voss verbindet unser Mitglied Neuhauser Kunstmühle eine langjährige Zusammenarbeit. Die Neuhauser Kunstmühle hat im Jahr 2009 mit ihr ein Künstlerbuch editiert, das eigentlich das zentrale Stück Ihrer grafischen Arbeit ist.

Ein solches Buch sollte wohl in zentralen Bibliotheken vertreten sein. Die Staatsbibliothek zu Berlin hat auch großes Interesse am Erwerb eines Exemplars, verfügt aber über kein oder nur ein so minimales Budget, dass ihr ein Ankauf nicht möglich ist.

Um die Übergabe eines Exemplars des Buches an die Bibliothek zu ermöglichen, wurde ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen. Die Neuhauser Kunstmühle wendet sich nun hiermit an die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft und bittet, dieses Projekt durch einen frei gewählten Beitrag zu unterstützen. Unterstützer können unter vielen Druckgrafiken von Marika Voss als „Dankeschön“ wählen. Diese Blätter wurden aus den Beständen der Neuhauser Kunstmühle in das Projekt eingebracht. Nur wenn die gewünschte Finanzierungssumme von 3.150 € erreicht ist, werden die Beträge abgebucht.

Finanzierungszeitraum: 26. März - 25. April 2021

Unterstützen

Mi, 24.03.2021

Herbert Holzing: Krabat, Arena -Verlag, Würzburg 1971

HERBERT HOLZING

EINE SAMMLUNG VON BILDERN IM BUCH

Die erste Krabat-Ausgabe von Otfried Preußler erschien 1971 und wurde aufgrund der großen Nachfrage 1976 als Prachtausgabe neu aufgelegt. 2005 legte der Thienemann Verlag eine weitere Ausgabe des Erfolgsromans auf und setzte damit auf ein Buch, das sich bereits als Klassiker im Kinder- und Jugendbuchbereich etabliert hatte. Dabei war es nicht nur der Text, der die kleinen und großen Leser begeisterte. Vielmehr beeindruckten auch die Illustrationen, die der Künstler und Illustrator Herbert Holzing den Buchzeilen hinzugefügt hatte.

Tatsächlich hatten Otfried Preußler und Herbert Holzing schon für das Buch Die Abenteuer des starken Wanja, das 1968 publiziert wurde, zusammengearbeitet. Seit dieser Zeit verband die beiden Männer eine innige Freundschaft, aus der zahlreiche gemeinsame Buchpublikationen entstammten. Das bis heute bekannteste ist sicherlich Krabat.

Im Dezember 2008 übernahm das Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf große Teile des Bildnachlasses Herbert Holzings. Dazu zählen viele Illustrationen, die Herbert Holzing in Zusammenhang mit den Texten Otfried Preußlers schuf, aber auch zahlreiche weitere Bilder, die Texte herausragender Autoren begleiteten. Zu nennen sind hier u.a. Willi Fährmann oder Lloyd Alexander. In einer Überblicksschau werden diese Illustrationen zum ersten Mal zusammenhängend der Öffentlichkeit präsentiert.

Ausstellung: März - August 2021, Anmeldung erforderlich

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Di, 23.03.2021

OTFRIED PREUßLER - HOTZENPLOTZ & CO.

Wer kennt sie nicht? Der Räuber Hotzenplotz, Die kleine Hexe, Der kleine Wassermann oder Krabat – Bücher verfasst von Otfried Preußler, der mit seinen Figuren und Geschichten Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur schuf, die seit über einem halben Jahrhundert sehr erfolgreich auf dem Buchmarkt bestehen. Seine mehr als 35 Bücher mit einer Gesamtauflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren begeistern auch heute noch kleine und große Leserinnen und Leser weltweit.

Zu Otfried Preußler als Autor und seinem literarischen Schaffen wurde über die Jahre hinweg viel geschrieben. Die Bilder zu seinen Geschichten blieben jedoch immer im Hintergrund. Diesen widmete sich die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen erstmalig im Herbst 2020. In unmittelbarer Folge übernahm das Bilderbuchmuseum Troisdorf große Teile dieser Ausstellung.

Zu sehen sind in Europas einzigartigem Museum für künstlerische Bilderbuchillustration Originale von F.J. Tripp, der dem Räuber Hotzenplotz sein unverwechselbares Aussehen verlieh, aber auch Illustrationen zu dem Buch Das kleine Gespenst schuf. Die Zeichnerin Winnie Gebhardt ist mit Bildwerken rund um Die kleine Hexe oder Der kleine Wassermann vertreten. Moderner wird es mit den Illustrations-Kolorierungen von Daniel Napp oder Mathias Weber. Jan Peter Tripp schuf u.a. freie Arbeiten zum Thema „Hotzenplotz“ ebenso wie Julian Sonntag, der eine Street-Art- und Fotografie-Serie im Ruhrgebiet zu dem berühmten Räuber entwickelte.

Zahlreiche Mitmachstationen begleiten die Ausstellung und machen sie zu einem besonderen Erlebnis.

Ausstellung: März - August 2021, Anmeldung erforderlich

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Fr, 19.03.2021

NACHKLÄNGE zum AUSKLANG

30 Jahre Künstlerbuch
Almanach COMMON SENSE 1989 - 2018

NACHKLANG 5

Jürgen Brodwolf, Richard Pietraß, Wolfram Adalbert Scheffler, Friedemann Hahn, Thomas Florschuetz, Jan Kuhlbrodt, Volker Lehnert, Christian Lehnert, Markus Daum, Wolfgang Troschke

NACHKLANG 6

Felix Droese, André Schinkel, Max Uhlig, Michael Augustin, Thomas Rosenlöcher, CW Loth, Peter Bömmels, Reinhard Stangl, Andreas Maier, Helge Leiberg

die nachklang-hefte 5 + 6 sind fertig - auflage je 30 exemplare
es folgen noch die hefte 7 + 8  (in arbeit)
dann ist der komplex nach 33 jahren beendet …

… schlußritzeaus …

(ulrich tarlattedition augenweide)

siehe auch NACHKLANG 1 - 4

Do, 18.03.2021

Thomas Glöß, Wolfgang Zumpe und Evelin Krüger (v.l.) beim Aufbau der Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends im Literaturhaus. Ab Mittwoch kann sie nach Anmeldung besichtigt werden. © André Kempner, LVZ

Stammtisch gebildeter Spezialsten

Unter diesem etwas unglücklich gewähltem Titel veröffentlicht die Leipziger Volkszeitung einen Bericht über eine Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abend, der mit dieser Präsentation, siehe hier, den 30. Jahrestag seiner Wiedergründung feiert.
Die Leipziger Bibliophilen sehen sich keineswegs als elitären oder exklusiven Stammtisch. So heißt es auch im Artikel "Was die mehr als 200 Mitglieder des Vereins zusammenführt, sind: die Affinität für das schöne Buch, die Buchkunst, die grafische Gestaltung, für die Typografie, den exzellenten Druck, den erlesenen Einband - und das Bestreben, Buchkunst zu fördern. Das entspricht den Intentionen des ersten Leipziger-Bibliophilen-Abends", der, 1904 gegründet, nach Unterbrechung seines Bestehens während des Nationalsozialismus in der DDR als Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft existierte.

Zur Ausstellung im Literaturhaus Leipzig haben die Mitglieder "Grafik, Plastik, angewandte Kunst und natürlich Bücher ausgewählt." Darunter "eine originale Seite der Schedel´schen Weltchronik, ... Buchgrafiken von Lesenden, ... Hanna Studnitzkas Entwurf der Lesenden-Plastik, ... Frans Masereels Holzschnitt Lesender Arbeiter ...".
Jedoch, "nicht nur mit seiner Ausstellung zielt der neue LBA auf eine breite Öffentlichkeit. Auf Leipziger Buchmessen ist der Verein, der im Literaturhaus Leipzig seine Heimat hat, mit einem eigenen Stand vertreten. Mit Veranstaltungen ist er Monat für Monat präsent, sobald es wieder erlaubt ist. Geplant sin ein Gespräch in der Hochdruckwerkstatt im Leipziger Westen am 1. Juni, ein Abend zu bibliophilen Erstausgaben Friedrich Dürrenmatts in der Deutschen Nationalbibliothek am 2. September und ein Vortrag über den Leipziger Verleger Otto Spamer am 5. Oktober im Literaturhaus."

(zitiert aus LVZ, Eckehart Schulreich, 17.3.2021)

Di, 16.03.2021

ERSTER BRANDENBURGER BILDERBOGEN

Anlässlich des Tages der Druckkunst 2021 hat die Galerie „Sonnensegel“  befreundete Künstler eingeladen, den „ERSTEN BRANDENBURGER BILDERBOGEN“ mitzugestalten. Sechzehn mehrfarbige Originalgrafiken, welche den Begriff „Karambolage“ illustrieren, wurden im Gutenberg-DRUCKLADEN zu einem Bilderbogen vereint. Das Spektrum der Wortdeutung ist breit: da stoßen abstrakte auf realistische Formen, „karambolieren“ Männer, Frauen, Katzen, Fische und ja, auch das Corona-Virus, wurde druckgrafisch kommentiert.

Der Wettergott hatte wenig Erbarmen, aber die kleine Pause zwischen zwei Regenschauern reichte für ein Gruppebild unter Einhaltung der Abstandsregeln. Elf von sechzehn beteiligten Künstlern stellten den BILDERBOGEN (50 x 70 cm) mit Arbeiten von Jan Beumelburg, Dietmar Block, Marina Block, Matthias Frohl, Jeannette Goldmann, Frieder Heinze, Sabine Herrmann, Nancy Jahns, Tobias Jacob, Constanze Kreiser, Ruth Loibl, Sven Märkisch, Paul Pribbernow, Christian Radeke, Martina Stein und Gertrud Zucker vor, der ab sofort zum Preis von 35 Euro im DRUCKLADEN der Galerie Sonnensegel erhältlich ist.

Auseinandergeschnitten wären das 16 Künstler- Postkarten – aber zum Zerlegen ist der Druckbogen eigentlich viel zu schade…

(Matthias Frohl)

Sonnensegel e.V.
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a.d. Havel

Mo, 15.03.2021

Virtuell - Rund um den Tag der Druckkunst

Rund um den heutigen „Tag der Druckkunst“ zur Aufnahme der Drucktechniken als Immaterielles Kulturerbe organisieren Museen, Galerien und Druckwerkstätten in ganz Deutschland eine Vielfalt an Aktivitäten zur Vermittlung der Druckkunst.

Das Museum für Druckkunst, beteiligt sich unter dem Motto „Rund um den Tag der Druckkunst“ seit dem 12. März 2021 mit einem tollen Programm auf Facebook und YouTube.

Tag der Druckkunst: 15. März 2021

Sa, 13.03.2021

Harald Kretzschmar: »Die Bewegten«, 2021, vierfarbiger Siebdruck (Serigraphie) auf Munken Print Cream (300 g/m²), gedruckt in der Werkstatt R. Slotta (Berlin), Blatt: 29 x 20 cm

Harald Kretzschmar: »Die Bewegten«

Über die sechste Grafik der von ihm betreuten junge Welt-Kunstedition »Die Bewegten« des langjährigen Pirckheimers Harald Kretzschmar schreibt Andreas Wessel, ebenfalls Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in der heutigen Tageszeitung:

"Wer dreht am Rad? Oder: Wer wird gedreht? Wollen alle drehen, oder ist es nicht auch mal ganz schön, einfach gedreht zu werden, Rädchen im Räderwerk, der Zukunft zugewandt? Ist es Menschenwerk, oder dreht hier doch der Wind der Geschichte, dem kein noch so starker Arm Einhalt gebieten könnte? Vielleicht ist es der Sturm, der den Angelus Bovus von Paul Klee, den Engel der Geschichte, wie ihn Walter Benjamin nennt, fortbläst und von dem er 1940 schreibt: »Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.« Hauptsache, alle haben Spaß dabei."

(Andreas Wessel)

»Das Leben, ganz besonders das künstlerische Leben, das war unglaublich schöpferisch, wer wollte, konnte etwas leisten. Aber deine Generation [die des Andreas Wessel] und die noch Jüngeren haben das ja jetzt wahnsinnig schwer, überhaupt etwas zu schaffen. Irgendwie braucht diese Gesellschaft gar nichts mehr – auch künstlerisch. Das macht mir ja auch immer noch Mut, mich so viel mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, weil ich merke, dass die Gegenwart – die nun schon 30 Jahre lang anhält – von der künstlerischen Ernte her so mager ist. Aber das geht ja schon bei der Auftragsvergabe los. Dass diese Gesellschaft überhaupt keinen Ehrgeiz hat, ein künstlerisches Bild von sich zu hinterlassen!«

(Harald Kretzschmar)

Do, 11.03.2021

Das Faultier im Pop-up-Wald. Anouck Boisrobert und Louis Rigaud. Jacoby & Stuart, Berlin. Foto: © Klingspor Museum.

Das Faultier im Pop-up-Wald

Corina Bremm vom Klingspor Museum liest das Pop-up-Buch "Das Faultier im Pop-up-Wald" von Anouck Boisrobert und Louis Rigaud.

"Im Faultierwald ist alles grün, überall ist Leben." Doch leider bleibt es nicht so friedlich, denn schon bald kommt der Mensch mit Baggern und Sägen in den Wald. Wer wissen möchte, wie es mit dem Faultier weitergeht, kann sich die Lesung auf dem Youtube-Kanal des Klingspor Museums ansehen. Den Film drehte Simon Malz, das Buch erschien im Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin.

Der Link zum Video findet sich hier.

Do, 04.03.2021

Schachwut

Die Barsbütteler Künstlerin und Pirckheimerin Elke Rehder, deren Arbeiten hier schon mehrfach vorgestellt wurden, wird auch die Graphik zum Jahrestreffen 2021 der Pirckheimer-Gesellschaft in Hamburg schaffen. Elke Rehder wurde 1953 in Hamburg geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie 1979-80 an der Heatherley School of Fine Art London, 1991 an der Bundesakademie Wolfenbüttel, u. a. bei Prof. U. Teske und 1992-93 FHS für Kunst und Gestaltung, Hamburg.

2007 erschien von ihr der nebenstehende ein Einblattdruck zur Schachnovelle mit dem Farbholzschnitt "Schachwut" mit einem in Bleibuchstaben gesetztem Zitat aus der Schachnovelle von Stefan Zweig.
Druck auf Lana Bütten. Format: 21 x 29,6 cm. 2007.
Auflage: 100 nummerierte und signierte Exemplare, Elke Rehder Presse

Weitere 360 signierte Exemplare dieses Farbholzschnitts wurden für die Edition Curt Visel, die seit 2002 vom Pirckheimer Jürgen Schweitzer herausgegeben wird, gedruckt.

Mi, 03.03.2021

Schönfärberei !!!

Eine Pressemitteilung von heute lautet: Jugendliche haben im Corona-Jahr 2020 mehr Zeit für das Lesen verwendet als im Vorjahr. ... "Kinder und Jugendliche fürs Lesen zu begeistern, ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft'" sagte die Expertin. 
Neben Eltern, Verwandten und Lehrern sollten sich noch mehr Vertreter und Institutionen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und Bildung an der Leseförderung beteiligen. Die Stiftung Lesen habe daher gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Nationalen Lesepakt ins Leben gerufen. Zum Auftakt findet heute als digitale Gesprächsrunde der "Nationale Lese-Summit'' statt.

Armin Schubert, Pirckheimer und "Vater" der Bücherkinder Brandenburg bezeichnet diese Meldung als "Schönfärberei !!!" und kann das begründen, denn "Die Stiftung zur Förderung des Ehrenamtes hat dieses Projekt abgelehnt. Und das Kulturminsiterium in Potsdam hat auf Anfragen zur Förderung nicht reagiert." Er schreibt dazu: "Es ist für mich als [...] erfahrener Praktiker in der kulturellen Bildung, als jemand, der sich bewusst auch mit der neusten Forschung auf dem Gebiet der Kognitionsforschung / dem Leseverhalten und der Veränderung im Rezeptions- und Sozialverhalten von uns Menschen des digitalen Zeitalters auseinandersetzt, unverständlich, wenn diese Arbeit von der Kulturpolitik so wenig wertgeschätzt und nur zufällig gefördert wird."