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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

So, 30.05.2021

Rainer Ehrt
Julia Ehrt, Fotos: ad

Pirckheimer bei Julia & Rainer Ehrt

Nach Monaten der Abstinenz fand heute endlich wieder ein Pirckheimer-Treffen der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg statt, für alle Teilnehmer ein Hoffnungsschimmer, dass die kontaktlosen und vor allem kulturarmen Zeiten langsam ein Ende finden.

Rainer und Julia Ehrt hatten eingeladen zu einem Atelierbesuch und stellten jeweils für kleine, wechselnde Gruppen ihre Arbeiten vor, Julia Ehrt Holzobjekte, Collagen und Designspielzeug, Rainer Ehrt, Graphiker, Maler und Autor, zeigte Künstlerbücher, mitunter Unikate, sowie Illustrationen, zwischendurch gab es eine Kaffeetafel mit mitgebrachtem, in der Regel selbstgebackenen Kuchen, nette Gespräche mit anderen Bücherfreunden, worauf wir so lange verzichten mussten und später bei einem Glas Wein eine Lesung von Kurzgeschichten Rainer Ehrts, die im Herbst in der Katzengraben Presse bei Christian Ewald erscheinen werden.

Weitere Fotos von Ralf Parkner und Abel Doering hier.

Fr, 28.05.2021

Vorbereitung von Kurt Löffler zum 1. Dresdner Graphikmarkt 1976, Quelle: Martin Dänhardt

45 Jahre Dresdener Graphikmarkt

Nach dem Erfolg des 1. Berliner Graphikmarktes 1975 der Pirckheimer-Gesellschaft wurde unter maßgeblicher Initiative des Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Fritz Löffler vor 45 Jahren der Dresdner Graphikmarkt in Leben gerufen.

Er hatte wie in Berlin das Ziel, zeitgenössische graphische Kunst für jeden Interessenten zu erschwinglichen Preisen anzubieten und ist einer der vielen, von der Pirckheimer-Gesellschaft veranstalteten Graphikmärkte in der DDR.

Seit 1976 und dann ab 1984 alljährlich ist dieser Wunsch dann auch in Dresden Wirklichkeit geworden und dieser Graphikmarkt hat, wie leider nur wenige, das Jahr 1990 überlebt.
Von Anfang an wählten die Organisatoren die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler aus. Bedingung war damals die Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR, später wurden auch weitere Künstler zur Teilnahme eingeladen. Seit 2012 entscheiden die Mitglieder des neu gegründeten Dresdener Graphikmarkt e.V. über die Künstlerinnen und Künstler, die eine Einladung zum Graphikmarkt erhalten.

Geblieben sind die Ziele des Dresdner Graphikmarktes: Vielfalt, hohe Qualität der Arbeiten bei moderaten Preisen.

40. Dresdener Graphikmarkt: 13./14. November 2021

Deutschen Hygiene-Museums Dresden
Konferenzzentrum

Mi, 26.05.2021

Schriftenfest wird verschoben

Das diesjähriges Schriftenfest der Offizin Haag Drugulin, für Mitte Juni geplant, fällt aus, allerdings nicht wegen Corona!

Dabei hatten sich die Veranstalter ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht: Premiere der von den Mitarbeitern gestalteten »Typo-Spiele« mit phantasievollen Schriftzeichen. Alles von Hand gesetzt und Original-Buchdruck. Weiter: Vorträge kompetenter Persönlichkeiten. Typographisch reizvolle Schriftenplakate waren vorbereitet, von denen sich jeder sein eigenes Exemplar drucken kann. Also: Selbst Hand-mit-anlegen, am Setzkasten, an der Druckpresse. Und vieles andere mehr.

Doch die Räume, in denen der größte Teil der Schriften untergebracht ist, sind nun zum Jahresende gekündigt worden. Alle Bemühungen um eine Verlängerung waren vergebens. Und Ersatz im Umfeld leider nicht zu bekommen. Der einzige Ausweg – unseren Keller großflächig auszubauen und zu erweitern. Und beides - Baustelle und Schriftenfest - das ließ sich beim besten Willen nicht verbinden.

Einen kleinen Einblick vermittelt die aktualisierte Website der OHD. Sie zeigt einige interessante Details des geplanten Programms. Auch die frisch gedruckten »Typo-Spiele«, ein Kleinod, das nach Hause geholt werden kann. Viel Freude beim Anschauen.

(Eckehart SchumacherGebler)

Di, 25.05.2021

z.B. [zum Beispiel] [zum Buch]

Im Rahmen der Ausstellung "Best of 2020 - Beste Neuzugänge des alten Jahres" der Galerie Druck & Buch, Wien, findet ein Künstlerinnengespräch mit den Pirckheimernn Uta Schneider und Ulrike Stoltz von <usus> mit dem Thema "z.B. - zum Beispiel / zum Buch" statt.

z.B. [zum Beispiel] [zum Buch] ist eine Zeitung, die von ‹usus› initiiert und von 2014 - 2020 herausgegeben wurde.
Das Spektrum der Texte reicht von Definitionen, Vermittlungen und Erklärungen über Erfahrungsberichte und grundlegende Gedanken bis hin zu künstlerischen Statements. Jede Ausgabe hat 4 Seiten: Je 2 Seiten Text (meist deutsch und englisch) und Bild und erscheint in einer Auflage von 200 nummerierten und signierten Exemplaren.
Uta Schneider (Offenbach) und Ulrike Stoltz (Berlin) sind Autorinnen, Gestalterinnen, Künstlerinnen, Verlegerinnen und Organisatorinnen dieser Publikation. Sowohl für Text wie auch für Bild werden gelegentlich Gäste eingeladen. Wissenschaftliche Beirätin ist PD Dr. Viola Hildebrand-Schat.

online: 27. Mai 2021, 19 Uhr
Zugang, Meeting-ID: 661 3696 2252, Code: 095060

Mo, 24.05.2021

Russel Maret, Interstices & Intersections or, An Autodidact Comprehens a Cube, © Russel Naret

BORN IN THE USA

Zu den exquisiten Leihgaben der Herzog August Bibliothek an der aktuellen, leider geschlossenen Ausstellung BORN IN THE USA des Klingspor-Museums in Offenbach gehört das Buch des Amerikaners Russel Maret.
Es inszeniert die Betrachtungen des antiken Wissenschaftlers Euklid zu Abständen und Zwischenräumen im physikalischen Raum - ein Sachverhalt, das der Gestaltung von Schrift und Buchkunst ja durchaus geläufig ist. Anhäufung und Ausbreitung, Gedränge und geometrisch gefügte Weite - immer aufs Neue sind es Gegensätze, die ein Phänomen umso deutlicher hervortreten lasen.

Trübes Grau gegen abwechslungsreiche Farbe, das steht auch für die Herausforderungen, die uns das Leben mit Abstand, mit viel Zwischenraum dieser Tage bietet.
Die grüne Schrift möchte Hoffnung machen auf Zuversicht und auf Nähe, auf mehr Begegnung in naher Zeit. Bitte behalten Sie, behaltet Ihr alle unser Mitglied, das Klingspor Museum als Ziel dieser Hoffnung im Herzen und im Auge.

(Stefan Soltek)

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

So, 23.05.2021

Ausriss aus junge Welt vom 22./23./24. Mai, Screenshot von www.neues-deutschland.de vom 21.Mai, Ausriss aus "Der Freitag" vom 20. Mai und "Berliner Zeitung" vom 19. Mai 2021

Nichts hat sich erledigt

Mit diesem Titel von Michael Hameter ist einer der vielen Artikel überschrieben, mit denen der Pirckheimer Harald Kretzschmar zu seinem heutigen 90. Geburtstag gewürdigt wird. Ein anderer Artikel in neues deutschland zum langjährigen Zeichners dieser Zeitung bis zur »­Verjüngung« im letzten Jahr, diesmal von Hans-Dieter Schütt, titelt: "Er trifft, aber erledigt nicht". Schütt begründet das: "Dieser Künstler schaut nicht herab, sondern hin, nicht von oben, sondern eher von der Seite, die ihm niemals bloß Bilderbuch- oder Kehrseite ist. Heimlich schauen, ohne zu stören? Respekt nennt man das. Sezieren, ohne ins Fleisch zu schneiden. [...] Kretzschmars Witz trifft, aber erledigt nicht."

"Harald Kretzschmar, der sich seit 1955 zu den freien Mitarbeitern der Satirezeitschrift Eulenspiegel rechnen durfte und bis 1991 zum festen Stamm der Zeichner dort gehörte, bleibt beim Wikipedia-Eintrag vom Eulenspiegel unerwähnt." konstatiert Michael Hameter in Der Freitag (20. Mai 2021) resignierend, gleichzeitig mit der Feststellung, mit seinem Artikel Harald Kretzschmar als einen "der prominentesten, profiliertesten, potentesten Porträtkarikaturisten Deutschlands" zu würdigen. Er schreibt: "Die DDR war nur ein Teil seines Lebens, gut, sie war der Mittelteil. Es bleiben 30 Jahre bis heute mit Stapeln von Karikaturen und literarischen Porträts in einer Handvoll Bücher."
Für Ingeborg Ruthe (Berliner Zeitung, 19. Mai) ist für den "Mienen- und Posen-Leser", den Eulenspiegel-Karikaturisten, Graphiker und Feuilletonisten Harald Kretzschmar auch erwähnenswert, dass er als einstiger Leiter der Sektion Karikatur im VBK der DDR Mitbegründer des Satiricum Greiz war, "zu DDR-Zeiten eine mutige Instanz der stillen kulturellen Auflehnung" - Kretzschmar selbst sieht diese Auflehnung vielleicht etwas differenzierter: In Der Freitag wird die Würdigung seiner Person mit dem Aufmacher angekündigt: "Harald Kretzschmar kennt sich mit Zensur aus" (S. 17) um ihn dann zu zitieren: er nennt Zensur eine "Irrtumsvokabel" (S. 19).
Harald Kretzschmar stellt klar: "Karikieren heißt Charakterisieren! Viele denken: Karikieren habe etwas mit Verzerren zu tun. Je größer die Nase, je besser das Porträt." Er sieht sich im Spiegel eines Kollegen, wenn er über den berühmten E. O. Plauen schreibt: „Erstens geht es um das skizzenhafte Aufspüren von Wesentlichem mittels Strich und Linie und zweitens um das abstrahierende Auf-den-Punkt-Bringen."
Hameter schreibt weiter: Harald Kretzschmar "hat über die, die seinen Weg gekreuzt haben, Bücher gemacht. Jetzt kam ihm zugute, dass er seit den 70er Jahren seine Karikaturen selbst mit Unterschriften versehen hatte: kleine Porträts. Anfangs zehn Zeilen. langsam entwickelten sich daraus literarische Porträts. In Buchform lauten ihre Titel: »Wem die Nase passt« (2001), »Paradies der Begegnungen« (2010), »Mimen und Mienen« (2011), »Treff der Originale« (2016) und zuletzt [der allen Pirckheimern als Jahresgabe bekannte Titel] »Stets erlebe ich das Falsche« (2017). Der Pirckheimer Andreas Wessel bemerkt dazu in der gestrigen Wochenendausgabe der Zeitung junge Welt: "Harald Kretzschmar [hat uns] mit seinem »alternativen Künstlerreport« [...], in dessen Biographien sich immer auch sein eigenes Künstlerleben spiegelt, vielleicht ein paar Körnchen der Wahrheit geschenkt, welche öffentlich besoldete Geschichtsdeuter so mühsam zu verdecken bemüht sind. Wer nachzudenken (oder auch einfach nur zu denken) bereit ist, findet hier eine heiter-ernste und unbedingt ehrliche Selbstbefragung über die Möglichkeiten und Grenzen von Kunst und Künstlern im Wandel der Gesellschaft." Hameter ergänzt: "Zum genauen Strich setzt er das präzise Wort. Er hat mit seinen »nachgerufenen Hinterherbemerkungen« etwas Großartiges geschaffen: ein Archiv der Originale. Für Originale besitzt er einen Nerv. Ist er doch selbst eines."

Schließen wir uns den Wünschen von Hans-Dieter Schütt an unser Mitglied an: "Harald, herzlichen Glückwunsch! Kraft! Für weitere Übertreibungen - in Richtung der Wahrheit."

(ad)

Sa, 22.05.2021

Carlfriedrich Claus / Lothar Lang - Der Briefwechsel 

Bei Faber & Faber erscheint im September 2021 der von Elke Lang herausgegebene Briefwechsel zwischen 1966 und 1990 von Carlfriedrich Claus und Lothar Lang, eine Auswahl der Korrespondenz zweier »ungleicher Brüder«, die viel über die Kunstrezeption und die Schwierigkeiten der Vermittlung von Kunst in der DDR zum Ausdruck bringt.

Carlfriedrich Claus (1930 - 1998) war ein avantgardistischer Künstler auf den Gebieten der Schriftgrafk, der Visuellen und konkreten Poesie. Er schuf ein umfangreiches Werk. Sein Nachlass steht unter Kulturschutz. Claus beginnt sich schon früh für andere Sprachen zu interessieren. Seit 1951 entstehen erste Gedichte. Er nennt seine Gedichte Klanggebilde. Es entstehen »Phasenmodelle«, »Letternfelder« und »Sprachblätter«. 1977 gründet er zusammen u. a. mit Michael Morgner und Thomas Ranft die Produzentengalerie Clara Mosch in Karl-Marx-Stadt.
Er begriff sich zeitlebens als Kommunist, dennoch wurde er von der Staatssicherheit der DDR überwacht. Er blieb in seinen Gedanken und Handlungen frei und widersetzte sich jeglichen Ideologien. Sein Werk ist transmedial. Obgleich viele seiner Werke sehr grafisch aussehen, hat er sich selbst stets als Literat begriffen.

Lothar Lang (1928 – 2013), der viele Jahre im Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft mitgearbeitet hat und als Chefredakteur maßgeblich daran beteiligt war, dass die MARGINALIEN zur heute wichtigsten bibliophilen Zeitschrift Deutschlands wurden, war Kunsthistoriker, Kurator und Kunstkritiker. Er förderte so unterschiedliche Künstler wie etwa Gerhard Altenbourg, Harald Metzkes, Wieland Förster und eben Carlfriedrich Claus. Von bleibender Bedeutung war die Herausgabe von 20 Grafikmappen der Kabinett-Presse von 1965 bis 1974.
Auskunft über sein Denken und Wirken gibt er in seinem Erinnerungsband Ein Leben für die Kunst, Faber & Faber, 2009, welches in einer Teilauflage mit einer beigelegten Graphik von Andreas Dress als Jahresgabe 2009 an die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft ausgereicht wurde.

Carlfriedrich Claus / Lothar Lang - Der Briefwechsel
herausgegeben von Elke Lang und mit einem Essay von Brigitta Milde
Faber & Faber, Leipzig (September) 2021
mit Abbildungen, ca. 192 S., 16,5 x 23,5 cm, Hardcover
ca. 30 €
ISBN 978-3-86730-220-3

Do, 20.05.2021

Abb. © Hartmut Andryczuk

Planetenschreiber 3

Im Hybriden-Verlag, Berlin, erschien die dritte Folge des Planetenschreibers von Ulrich Woelk (diesmal auf dem Neptunmond Triton mit Zeichnungen von Hartmut Andryczuk).

"Ich selbst kann zwar nicht Skifahren, aber vielleicht würde ich die Gelegenheit nutzen und auf Triton ein paar Anfängerstunden nehmen. Da die Gravitation dort weniger als ein Zehntel der irdischen beträgt, kann man, wie ich gehört habe, schon nach wenigen Tagen steilste Pisten hinunterfahren – ein Grund für die enorme Beliebtheit des Low-g-Skiings. Während auf der Erde nur Wahnsinnige fast senkrechte Hänge und Felsabbrüche hinabfahren, kriegt das auf Triton oder dem mondänen Saturnmond Enceladus (0,01g – das absolute Rentnerparadies) nahezu jeder mittelmäßige Skifahrer oder Snowboarder hin. Skiflugweiten von einem Kilometer – auf Enceladus sogar bis zu zehn! – sind keine Seltenheit, und beim Rodeln sind Schrauben und Loopings in den Eisbahnen Standard.

Aber die Hauptattraktion sind natürlich schon seit Jahren die Sky-Jets, diese skibobähnlichen Düsenfahrzeuge, mit denen es bei der geringen Triton-Gravitation möglich ist, mehr als hundert Meter über die Oberfläche aufzusteigen und sich von dort die spektakulären Ausbrüche der Kryogeysire und -vulkane anzusehen oder beim Überfliegen der Nacht-Tag-Grenze den berühmten Sonnenaufgang über den Stickstoffgletschern der äquatorialen Gebirgsketten zu bestaunen. Meine Vorbehalte gegenüber dem Sky-riding, das mag sein, entspringen vielleicht einer typischen irdischen Spaßskepsis, weil ich dabei nur an die nervigen Jet-Skis an den Luxusstränden der Schickmicki-Urlaubshochburgen in Sierra Leone, Gabun oder der Elfenbeinküste denke."

30 Expl, signiert und mummeriert,
600 €

Fr, 14.05.2021

Blick in die Ausstellung mit den Heftumschlägen des "Magazin" von Werner Klemke und den E.T.A. Hoffmannschen "Kater Murr" von Wolfgang Würfel, Foto: Agnes Kunze

Diese Katze ist die Sonne selbst

Eine neue Sonderausstellung „Diese Katze ist die Sonne selbst – Am Anfang gegenseitiger Begegnung“ wurde im Winckelmann-Museum eröffnet und ist, wie derzeit leider Vieles, nur virtuell zu besuchen.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum in Vaduz.

In dieser Katzenausstellung sind neben dem „Magazinkater“ von Werner Klemke auch Wolfgang Würfels „Kater Murr“ vertreten, sowie Katzenbilder von Rainer Ehrt und Manfred Bofinger .

Mi, 12.05.2021

Einzeichnung von Arno Mohr für seinen Nachbarn, den Pirckheimer Wolfram Körner

Arno Mohr zum 111. Geburtstag

Die diesjährige Sonderauktion der Galerie der Berliner Graphikpresse ist zum einen dem graphischen Schaffen des Berliner Alt-Meisters Arno Mohr gewidmet, dessen 111. Geburtstag im Sommer bevorsteht. Es sind sehr gute und bekannte Blätter aus der privaten Sammlung Arendt im Angebot, darunter zahlreiche Klassiker aus der Folge „Mein Lebenslauf".
Im zweiten Teil geht es um einen spannenden Teil der ostdeutschen Kunstgeschichte: die originalgraphischen Künstlerplakate. Diese sind neben ihrer Eigenschaft als wertvolle, teils unikate Graphiken gesuchte Zeitdokumente. Verschiedenste künstlerische Handschriften und graphische Techniken im Tief-, Flach- und Hochdruck kommen hier zusammen, der zeitliche Rahmen reicht von den 60ern bis in die Wendezeit der frühen 90er Jahre. Zahlreiche unikate Blätter sind im Auktionsangebot, ob von Ursula Strozynski, Ellen Fuhr oder Dagmar Ranft-Schinke. Ein besonderes Exponat sind die zehn Ausstellungsplakate zu den X. Weltfestspielen 1973, mit Blättern von Wolfgang Mattheuer, Arno Mohr und Manfred Butzmann, von allen Künstlern handsigniert.

Der komplette Katalog und alle Informationen sind auf derHomepage der Galerie erreichbar.

Ausstellung: 12. Mai - 18. Juni 2021, nur mit Termin und aktueller Negativtest oder Impfbescheinigung
Auktion: 19. Juni 2021, 11 Uhr, nur per Fern- oder Telefongebot sowie online

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str, 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

Di, 11.05.2021

Goldene, silberne und bronzene Nägel sind die Auszeichnungen, die im ADC-Wettbewerb für kreative Leistungen verliehen werden. | © ADC/Instagram

BRONZE-NAGEL FÜR DIE „MARGINALIEN“

Die »Marginalien – Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie« wurde im diesjährigen Wettbewerb des Art Directors Club für Deutschland (ADC) mit einem Bronze-Nagel in der Kategorie »Editorial: Magazin/Jahrgang« ausgezeichnet. Insgesamt wurden in dieser Kategorie drei Bronze-Nägel vergeben. Die beiden anderen Preisträger sind die Design-Zeitschrift »form« und das Magazin der Wochenzeitung »ZEIT«.

Die »Marginalien« werden von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegeben und beleuchten die unterschiedlichsten Bereiche der Buchkunst und Bibliophilie aus Geschichte und Gegenwart. Sie erscheinen viermal im Jahr. Jedem Heft ist eine typografische Beilage eingebunden. Diese enthält – mitunter selten publizierte – Texte in anspruchsvoller typografischer und drucktechnischer Gestaltung. Einer Teilauflage liegt eine Originalgrafik verschiedenster Techniken bei.

Chefredakteur ist der Journalist und Autor Till Schröder. Die Gestaltung der Zeitschrift liegt in den Händen von Prof. Matthias Gubig, Buchgestalter, Grafiker und Herausgeber eigener Pressendrucke.

»Wunderbar, dass in der großen bunten Medienwelt unsere bescheiden vorgetragenen ›Randbemerkungen‹ ob ihrer inhaltlichen und gestalterischen Qualität bemerkt und ausgezeichnet werden. Danke auch für die ideenreiche, konsequente, geduldige und freundliche Zusammenarbeit mit Till Schröder«, sagt Matthias Gubig.
Auch Till Schröder freut die Anerkennung durch die Jury: »Angesichts der hohen Qualität der anderen Einreicher freut unsere kleine Redaktion der ADC-Preis sehr. Zeigt er doch, dass, wenn relevante Inhalte durch gestalterische Konsequenz an Schärfe gewinnen – egal ob Indie oder Mainstream – sie auch ihr Publikum finden. Ich danke allen Autorinnen und Autoren für den pointierten Blick auf solche Themen buchkünstlerischer Relevanz von damals wie heute. Und Matthias Gubig im besonderen, der allem feintypografierend das markante Gesicht gibt.«

So, 09.05.2021

Die Unendliche Bibliothek

... aus der Post an den Pirckheimer-Blog:

"ich bin zufällig auf eine Rubrik bei You Tube gestoßen [...] "Literatur ist alles". [... Sie wird vom] Literaturwissenschaftler/Bibliophilen Markus Gasser betrieben, der u. a. in dem Beitrag "Die unendliche Bibliothek" einen Einblick in sein Bücherhaus gibt. Die Auswahl der in den Beiträgen behandelten Schriftsteller und Bücher ist überwiegend auf Westeuropa und die anglo-amerikanische Literatur bezogen, aber jeder Buchfreund findet aufklärerisches und erbauliches Material für sich."

(Klaus Bartel)

Mi, 05.05.2021

Neuzugänge der Galerie DRUCK & BUCH

In der Galerie in der Wiener Berggasse und online werden die besten Neuzugänge des alten Jahres vorzugestellt.
Wie immer verbirgt sich hinter jedem Bild ein Video in dem das Künstlerbuch von der ersten bis zur letzten Seite geblättert wird, einfach anklicken.

Arbeiten von Bartleby & Co, Wolfgang Buchta, Daniela Deeg, Stefan Gunnesch, Anja Harms, Kurt Johannessen, Burgi Kühnemann, Eberhard Müller-Fries, Raffaella della Olga, Robbin Silverberg, Ulrich Wagner, Carola Willbrand u.a. 

Begleitend zur Ausstellung finden online unsere Donnerstagsgespräche statt:
DO, 20. Mai, 19 Uhr: Rosa Lachenmeier "New York Bridges"
DO, 27. Mai, 19 Uhr: Uta Schneider & Ulrike Stolz <usus>: z.B. / zum Beispiel / zum Buch
Es folgen Gespräche mit Stefan Gunnesch, Sian Bowen, Wolfgang Buchta, Robbin Silverberg, Carola Willbrand, Veronika Schäpers.

Galerie DRUCK & BUCH
Susanne Padberg
Berggasse 21/2, 1090 Wien

Di, 04.05.2021

Titel: Annette Fritsch "Melodie - zu Robert Schumann", zweifarbiger Holzschnitt 2017

Graphische Kunst 1/2021

"Gleich im ersten Artikel [... würdigt Annika Weise] die Arbeiten der Zwickauer Illustratorin und Holzschneiderin Annette Fritzsch [...]. Ihre Arbeiten sind von einer eindringlichen Art und tragen eine ganz eigene Handschrift. Der A-Ausgabe ist ein Original-Holzschnitt beigelegt. [...]

Eva Masthoff schaut wie so oft für uns über den deutschsprachigen Bereich hinaus. Diesmal stellt sie uns den in Bulgarien geborenen und in China lebenden - in vielen Techniken versiert arbeitenden - Künstler Peter Lazarov vor.

Einer der Künstler, der in der GK oft vertreten war, gibt uns einen Einblick in seine persönliche Sammlung. Wolfgang Werkmeister zeigt sich als der sammelnde Künstler. Für ihn ist der Rückblick auf die vor ihm künstlerische tätig Gewordenen essentiell. Zwei Ausstellungen würdigen den Künstler zu seinem 80. Geburtstag. Der Künstler als Sammler" ist der Titel einer Ausstellung im Jänischhaus (Altonaer Museum) vom 22. März bis zum 18. Oktober 2021. Auf diese Ausstellung bezieht sich der Artikel in dieser Ausgabe der GK. Ein Katalog dazu ist erschienen. [In einer zweiten Ausstellung in Ahrenshoop sollten im Mai Beispiele aus 50 Jahren Radierkunst - zum 80. Geburtstag von Wolfgang Werkmeister" gezeigt werden....]

Im letzten Artikel gibt nun der Sammler Wolfgang Stieglitz (s. GK 1/2019) einen Blick in seine Kubin-Sammlung. In einem langen Sammler-Leben wurde einiges zusammen getragen. Ergänzt werden die Werke von Kubin durch zeitgenössische Arbeiten, die sich mit Kubin beschäftigen. In diesem Zusammenhang finden die Abonnenten der A-Ausgabe eine Radierung des Amberger Künstlers Achim Hüttner."

(Jürgen Schweitzer)

Der Ausgabe B liegen jeweils im Original ein Linolschnitt von Klaus Eberlein, ein zweifarbiger Holzschnitt von H.D. Gölzenleuchter und ein Linolschnitt von Leander Morgener bei.

Edition Curt Visel (Graphische Kunst)
An der Mauer 9½, 87700 Memmingen

Fr, 30.04.2021

Alle Galgenlieder, illustriert von Hans Ticha

Exklusiv für ihre Mitglieder gibt die Büchergilde Gutenberg zu seinem 150. Geburtstag "Alle Galgenlieder" von Christian Morgenstern in einer opulenten von Hans Ticha kongenial illustrierten Ausgabe heraus.

Die Galgenpoesie ist ein Stück Weltanschauung. Es ist die skrupellose Freiheit des Ausgeschalteten, Entmaterialisierten, die sich in ihr ausspricht. Man weiß, was ein mulus ist: Die beneidenswerte Zwischenstufe zwischen Schulbank und Universität. Nun wohl: ein Galgenbruder ist die beneidenswerte Zwischenstufe zwischen Mensch und Universum. Nichts weiter. Man sieht vom Galgen die Welt anders an und man sieht andre Dinge als Andre“, so der Autor im Vorwort. Die Galgenlieder wurden zunächst 1895 im kleinen privaten Freundeskreis, dem Bund der „Galgenbrüder“, bei Ausflügen zum Galgenberg in Werder bei Potsdam vorgetragen. Man traf sich in Kneipen, zelebrierte auf ironische Weise schön-schaurige Rituale und sang Morgensterns dazu verfasste Texte: die Galgen-Lieder. Erst später, nämlich 1905, kamen die Galgenlieder dann in Buchform heraus und begründeten den literarischen Ruhm Morgensterns.

Christian Morgenstern, Alle Galgenlieder
Galgenlieder. Palmström. Palma Kunkel. Der Gingganz
farbig, Leinen, geprägt und bedruckt, mit 63 farbigen Illustrationen von Hans Ticha, 14,0 x 21,0 cm, Farbschnitt, 368  S.
Preis für Mitglieder 28 €