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Pirckheimer-Gesellschaft

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So, 15.05.2016

Wolfram Benda - William Morris und die Kelmscott Press

Am 26. April 2016 fand die im letzten Jahr durch die Initiative Buchkultur, Ludwigshafen und die Pirckheimer-Gesellschaft e.V. initiierte Veranstaltungsreihe „Buch, Kultur und Gesellschaft“ ihre Fortsetzung.
Im Museum Bassermannhaus für Musik und Kunst, einem der vielen Museen des REM hier in Mannheim, starteten wir in 2016 mit dem Bayreuther Pirckheimer-Mitglied Dr. Wolfram Benda, Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Verleger (The Bear Press).
Es war eine fulminante Auftaktveranstaltung, denn unser Gast gab nicht nur Einblicke in das Leben und die Werke des William Morris, den Begründer der modernen Buchkunst, sondern faszinierte das fachkundige Publikum mit vielen Anekdoten aus seinem Verlags- und Sammlerleben. Aber nicht nur unser Intellekt wurde an diesem Abend in unterhaltsamer Weise angesprochen. Als Höhepunkt durften alle Gäste einen Blick auf die Kostbarkeiten werfen, die unser Referent eigens für die Veranstaltung mitgebracht hatte. Buchkunststücke, von denen wir mit Fug und Recht behaupten können, dass man sie selten so nah sehen und förmlich anfassen kann. Darunter Geoffrey Chauser, Kelmscott Press 1896, - eine wahre Kostbarkeit nicht nur unter Buchkunstliebhabern.
Aber auch die ganz in Handarbeit und in der Tradition eines Morris hergestellten Pressendrucke der Bear Press zogen das Publikum in ihren Bann. Hier wird der „harmonische Zusammenklang von literarischem Gehalt, geistiger Durchdringung und künstlerischer Ausformung in jeder Edition aufs neue erstrebt“ (Zitat der Bear Press) und nach einhelliger Sicht des Publikums sichtbar. Nach zwei Stunden konnten sich die Gäste nur schwer von unserem Referenten und den wunderschönen Werken trennen.
Herr Benda erhielt als kleines Geschenk für sein Kommen von der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. die Nr.002/300 der DVD von unserem Klemke Film „Treffpunkt Erasmus“.

Mi, 11.05.2016

Periodika für Bibliophile

Der Lexikasammler und Liebhaber von Periodika bibliophiler Art Ralph Aepler wird die Periodika der drei überregionalen bibliophilen Gesellschaften von ihren Anfängen bis in die Gegenwart näher vorstellen. In der Veranstaltung der Regionalgruppe Rhein-Main-Neckar der Pirckheimer-Gesellschaft werden das legendäre Philobilon, die Imprimatur und natürlich die Marginalien – die Zeitschrift der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. – im Mittelpunkt stehen.
Gerade die frühen Anfänge und Veränderungen der Zeitschriften im Laufe der Zeit werden Gegenstand des Vortrages sein. Die mitunter seltenen Exemplare, gerade aus den Kriegszeiten, können in Augenschein genommen werden. Dabei sind auch Beigaben berühmter Künstler zu sehen. Künstler, die sich immer schon zu Arbeiten in diesen Periodika verpflichtet gefühlt haben und von Bücherfreunden zur Mitarbeit gewonnen werden konnten. Die Periodika sind ein Spiegelbild unserer gesellschaftlichen Entwicklung. Der Vortrag wird zeigen, dass sich die „Probleme“ und „Fragestellungen“ der bibliophilen Gesellschaften eigentlich seit 100 Jahren nicht wirklich verändert haben, nur die Antworten auf die damit einhergehenden Herausforderungen.

Vortrag: 12. Mai 2916

Wintergarten des Hotels Krone
Hirschberg-Großsachsen
Landstraße 9-11

Fr, 29.04.2016

Osteuropa in der Staatsbibliothek - die Staatsbibliothek in Osteuropa

Osteuropa in der Staatsbibliothek – die Staatsbibliothek in Osteuropa – unter diesem Titel stand der Vortrag des Leiters der Osteuropaabteilung der Staatsbibliothek, Olaf Hamann, vor ca. 20 Mitgliedern und Gästen der Berlin-Brandenburger Pirckheimer am 21. April im Simon-Bolivar-Saal des Hauses Potsdamer Straße der Staatsbibliothek. Die Anwesenden erfuhren interessante Details über osteuropäische Literatur in der Staatsbibliothek, die nicht erst seit der Gründung der Abteilung gesammelt wird. Bereits bei der Gründung der Churfürstlichen Bibliothek zu Cölln an der Spree 1661 gab es eine Osteuropa-Sammlung, die u.a. durch Ankauf verschiedener privater Sammlungen ergänzt wurde. Ab 1923 gab es Tauschbeziehungen mit Sowjetrussland, ab 1949 dann in der späteren DSB Tauschbeziehungen mit allen osteuropäischen Staaten auf der Basis von Regierungsabkommen und in der SPK in Marburg bzw. West-Berlin wurde ab 1950 die Osteuropaabteilung aufgebaut. Bemerkenswert ist, dass sich die osteuropäischen Bestände der beiden nach 1990 vereinigten Bibliotheken zur SBBPK durch die unterschiedlichen Erwerbungsschwerpunkte gut ergänzen.
Die Osteuropaabteilung ist für die Erwerbung sowie Katalogisierung der Literatur aus den osteuropäischen Ländern zuständig und organisiert die Informationsvermittlung über einen eigenen Lesesaal. Die einschlägigen Bestände werden aber in den allgemeinen Magazinen bzw. in den zuständigen Sonderabteilungen aufbewahrt und für die Benutzung bereitgestellt. Einige Beispiele dafür zeigt die Abbildung (oben). Seit 2016 ist die Abteilung verantwortlich für den Fachinformationsdienst Slawistik, der aus dem von 1998 bis 2015 bearbeiteten Sondersammelgebiet hervorging, und betreut die virtuelle Fachbibliothek Slavistik-Portal.
Enge Arbeitsbeziehungen unterhält die Abteilung zu den Nationalbibliotheken und zu weiteren wissenschaftlichen Bibliotheken in Osteuropa und sie arbeitet in zahlreichen Vereinigungen und verschiedenen Gremien mit, u.a. organisiert sie in Kooperation mit der Allrussischen Staatsbibliothek für ausländische Literatur in Moskau den Deutsch-Russischen Bibliotheksdialog.
Ergänzend zu seinem Vortrag hatte Herr Hamann eine Reihe von Büchern in osteuropäischen Sprachen ausgelegt, die mit großem Interesse begutachtet wurden.
(Ninon Suckow)

Do, 28.04.2016

Exkursion nach Gransee und Bergsdorf

Anfang Juli unternimmt die Regionalgruppe der Berlin-Brandenburger Pirckheimer ihre jährliche Exkursion - diesmal ist neben einer Stadtführung in Gransee ein Besuch in der dortigen Eremitage (Abb.) und Druckwerkstatt des Pirckheimers Marc Berger und ein Besuch der Saalpresse von Jürgen Zeidler und dem Pirckheimer-Mitglied Angela Schröder in Bergsdorf geplant.
Für weitere Auskünfte steht Rüdiger Schützzur Verfügung.

Exkursion: 2. Juli 2016

Gransee und Bergsdorf

Sa, 02.04.2016

April, Apr...

Selbstverständlich war der gestrige Post über die Fusion von Pirckheimer- und Maximilian-Gesellschaft ein Aprilscherz, bei dem nichts stimmte, bis auf die Tatsache, dass sich die Pirckheimer-Gesellschaft am 15. Februar 1990, fast nicht mehr existent, über ihre Perspektive verständigte und im März eine, bereits vor der Wende geplante, gemeinsame Veranstaltung mit der Maximilian-Gesellschaft durchführte. Inzwischen haben die Pirckheimer wieder fast 500 Mitglieder und sind natürlich wie von Anbeginn der Maximilian-Gesellschaft, bei der es viele Doppelmitgliedschaften gibt, eng zugetan. Und richtig ist, dass sich die Pirckheimer alternierend in den alten und neuen Bundesländern zum Jahrestreffen zusammen finden und dass alle Mitglieder die Marginalien und in der Regel eine bibliophil gestaltete Jahresgabe erhalten.
Richtig ist auch die Höhe des Mitgliedsbeitrages, der beträgt derzeit für Mitglieder aus dem Inland 90 € (und bei der Maximilian-Gesellschaft 120 €). Die Pirckheimer bestehen also als eigenständige bibliophile Gesellschaft weiter und wir treten wie die Maximilian-Gesellschaft und die Gesellschaft der Bibliophilen gemeinsam für das Bibliophile, die Druckkunst und die Graphik ein!
(ad)

Fr, 01.04.2016

Spätes Ende einer Annäherung ist erreicht!

Mit dem Beschluss einer vorläufiger Satzung, die allen Mitgliedern beider Gesellschaften in den nächsten Tagen zugeht, fand der lange Prozess der Annäherung zwischen der Maximilian-Gesellschaft und der Pirckheimer-Gesellschaft seinen Abschluss in der Gründung der gemeinsamen

Gesellschaft für alte und neue Buchkunst, Druck und Graphik e.V.

(GBDG), wie mit heutigem Datum in einer Pressemitteilung bekannt gegeben wird. "Mit dieser Fusion wird eine Idee Wirklichkeit," so die PM, "die sich bereits in ersten Kontakten beider Gesellschaften im Jahre 1990 am 15. Februar bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung der Pirckheimer-Gesellschaft in Berlin andeutete, wo über deren Zukunft beraten wurde. Anläßlich einer Tagung der Maximilian-Gesellschaft am 30. und 31. März 1990 in Berlin fand dann eine, bereits vor der Wende geplante, gemeinsame Veranstaltung mit der Pirckheimer-Gesellschaft statt" und die Maximilianer empfingen die Pirckheimer zu ihrem Festessen.
Zur Wahrung der Tradition beider Gesellschaften wird das neue (vorläufige) Signet der GBDG eine Zusammenführung beider bisherigen Logos der Gesellschaften sein, siehe Abbildung.
Der Zusammenschluss zur GBDG bringt, so die PM, "neben Synergieeffekten für die Verwirklichung der bibliophile Idee und der Aufhebung letzter, nach der Wiedervereinigung noch bestehender Unterschiede zwischen alten und neuen Ländern, auch ganz konkrete Vorteile für alle Mitglieder: Durch häufige Doppelmitgliedschaft zahlen diese Mitglieder derzeit einen Beitrag von 210 € (für inländische Mitglieder), dieser wird dann nur noch 125 € betragen. [...] Mitglieder der Gesellschaft für alte und neue Buchkunst, Druck und Graphik erhalten künftig sowohl die Zeitschrift AdA, als auch die Marginalien kostenlos".
Es wird für alle Mitglieder (wie bisher nur bei Doppelmitgliedschaft) 2 Treffen der Gesellschaft im Jahr geben, wobei vorläufig festgelegt wurde, dass diese jeweils im alten und im neuen Bundesgebiet stattfinden, bislang tagte die Pirckheimer-Gesellschaft einmal jährlich alternierend in den alten und neuen Bundesländern.
Jährlich wird es eine Jahresgabe geben (statt wie bei Doppelmitgliedschaft bislang zwei), die auch künftig höchsten bibliophilen Ansprüchen genügen wird.
Die vorläufige Satzung sieht eine Doppelspitze vor, wobei für die nächsten 3 Legislaturperioden jeweils ein Vorsitzender durch Mitglieder der bisherigen Maximilian-Gesellschaft und der bisherigen Pirckheimer-Gesellschaft gestellt wird.
(ad)


... neue Satzung und PM können hier angefordert werden.

Mo, 14.03.2016

Pirckheimer-Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse

Die Pirckheimer-Gesellschaft präsentiert sich auf der Leipziger Buchmesse mit dem ersten Heft 2016 der „Marginalien“. Zu finden sind die Pirckheimer an allen vier Messetagen am Stand des quartus-Verlages, der seit diesem Jahr die „Marginalien“ editiert.
Alle Freunde des Buches sind zum Podiums-Gespräch eingeladen, wenn der Pirckheimer und Büchermacher Jens-Fietje Dwars und Ralph Aepler, Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, dem Messe-Publikum die Faszination Bibliophilie und die Marginalien als deren greifbaren Ausdruck näher bringen. Das Gespräch findet statt am


Freitag, 18. März, 11.30 Uhr
im Literaturforum Halle 3, E 211


Die Aussteller freuen sich, wenn viele Bücherfreunde beim Podiums-Gespräch zu Gast sind und beim quartus-Verlag vorbeischauen. Man kann dort die aktuelle Ausgabe der „Marginalien“ durchblättern und mit Jens-Fietje Dwars, der die Zeitschrift verlagsseitig betreut und Ralph Aepler ins Gespräch kommen.

Messe: 17. - 20. März 2016


Leipzig, Messegelände
quartus-Verlag
Halle 5, Stand F 305

Mi, 09.03.2016

kein Antiquarischer Büchermarkt 2016 in Essen

Der 3. Büchermarkt in Essen-Werden sollte im Rahmen des "Festes der Sinne", einem musikalischen, verkaufsoffenen Sonntag am 29. Mai 2016, stattfinden, musste aber aufgrund mangelnder Beteiligung jetzt abgesagt werden.
Das ist auch deshalb schade, weil 2016 erstmals auch die Pirckheimer-Gesellschaft dort offiziell teilnehmen wollte, was beim 2. Büchermarkt leider noch nicht geklappt hat. Das Projekt Antiquarischer Büchermarkt soll aber nach dem Scheitern 2016 noch nicht völlig aufgegeben werden, so der Initiator Rolf Sachtleben.

Mi, 24.02.2016

Zum Sechzigsten der „Pirckheimer“

In der neuesten Nummer des Blättchens findet sich ein kurzer, aber lesenswerter Abriss der Geschichte der Pirckheimer-Gesellschaft:
"Die Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, am 29. Januar 1956 in Berlin gegründet, gehört zu den wenigen kulturellen Vereinigungen aus der Deutschen Demokratischen Republik, die über das Jahr 1990/91 hinweg gekommen sind. Als eingetragener Verein (e.V.) nimmt die Gesellschaft der Bücherfreunde, benannt nach dem Humanisten Willibald Pirckheimer (1470-1530), einem Freund Albrecht Dürers, heute im Verhältnis zur Gesellschaft der Bibliophilen (gegründet 1899) und der Maximilian-Gesellschaft (gegründet 1911) aufgrund ihrer Mitgliederzahl einen Mittelplatz ein. [...]
Vom Deutschen Kulturbund auf vielfältige Weise gefördert und der „Bibliophilie im Sozialismus“ verpflichtet, zählte die Gesellschaft 1970 rund 500 Mitglieder, deren Zahl wuchs bis 1990 auf etwa 1200. Bücher, Graphik und Exlibris gehörten zu den bevorzugten Sammelgebieten.
[...] Sowohl durch die Jahrestreffen die seit 1971 an unterschiedlichen Orten stattfanden – zur Internationalen Buchkunstausstellung alle fünf Jahre selbstverständlich in Leipzig – als auch durch die Zunahme regionaler Aktivitäten, vor allem in Bezirksgruppen, nahm die Gesellschaft einen bemerkenswerten Aufschwung. Ausgangs- und Mittelpunkt des bibliophilen Lebens in der DDR war jedoch Berlin. Mit etwa 335 Mitgliedern waren hier 1989 rund ein Drittel der Pirckheimer zu Hause. Die Abende der Gesellschaft waren gut besucht: HAP Grieshaber, Werner Klemke oder auch Mario Offenberg von Adass Jisroel waren zu hören. [...] Die beliebten Jahrestreffen finden seit 1991 wieder statt, alternierend im traditionellen Bewegungsraum der Pirckheimer und in Orten der alten Bundesrepublik, doch die Zahl der Mitglieder schwand auf etwa 400. [...]"
(Leo Piotracha)

... gesamten è Artikel lesen in
Das Blättchen | 19. Jahrgang | Nummer 4 | 15. Februar 2016

Di, 16.02.2016

Nachlese: Pirckheimer-Jahrestreffen 2015

Peter Sodann, Gisela Klostermann, Peter Arlt, Ralph Aepler (von oben nach unten)
Für alle Teilnehmer am Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2015 in Meißen und Staucha und natürlich für jeden, der sich für die Aktivitäten dieser Buch- und Graphikfreunde interessiert, stellt Frau Gisela Klostermann noch einige Schnappschüsse von dieser Veranstaltung zur Verfügung, aufzurufen durch Klick auf obige Fotos.

1 Kommentar:
Ralf Wege hat gesagt …
Das sind doch schöne Erinnerungen an die Zusammenkunft in Meißen. Liebe Frau Klostermann, vielen Dank! Die Fotos machen gleich noch mehr Lust auf das Jahrestreffen in München. Vom 2. bis 4. September 2016 ist in der bayerischen Landeshauptstadt Pirckheimer-Zeit. Nicht vergessen: Anmeldeschluss für das Jahrestreffen ist der 30. Juni. Mehr dazu unter pirckheimer-gesellschaft.org
16. Februar 2016

Mi, 03.02.2016

Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2016

Die Pirckheimer-Gesellschaft trifft sich zu ihrem Jahrestreffen mit Mitgliederversammlung 2016 vom 2. bis 4. September in München.
Das vorläufige Programm sieht nach einer Stadtrundfahrt einen Besuch im Deutschen Museum vor, welches über eine sehenswerten Bibliothek und eine Abteilung Druckereitechnik verfügt. Geplant ist weiterhin ein Abstecher zur Bayerischen Staatsbibliothek, zur Universitätsbibliothek und dem Bayerischen Staatsarchiv. München bietet den Teilnehmern am Jahrestreffen viele Ziele, die erkundet werden können, so das Lyrik Kabinett, die Fliegenkopfpresse, die Sammlungen Grüner und Kretschmer, die Vogelpresse, das Stadtmuseum und das NS-Dokumentationszentrum.
Die Mitgliederversammlung, das Festessen und die traditionelle Auktion wird am 2. September im Wappensaal des Hofbräuhauses stattfinden.
Die Anmeldung wird bis zum 30. Juni erwünscht - weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Pirckheimer-Gesellschaft.

Mi, 27.01.2016

Erinnerung an einen Pirckheimer-Abend von 1958

Im Dezember-Heft 2015 von „Aus dem Antiquariat“ erschien von Michael Eschmann ein Artikel über die Ausbildungssituation als Antiquar(in) in der DDR, auf diesen Artikel wurde hier hingewiesen.
Frau Edith Fritzsche kommt darin recht ausführlich vor, die dem Autor als Reaktion auf diesen Artikel jetzt eine Original-Einladungskarte zu einem Pirckheimer-Vortrag von 1958 schickte. Sie war damals als junge Antiquarin und Zuhörerin dabei und von der Veranstaltung recht begeistert.
Die damalige Leipziger Ortsgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft wurde 1991 als Leipziger Bibliophilen-Abend, der auf eine Tradition von 1904 bis 1933 zurückblicken kann, wiedergegründet.

Fr, 22.01.2016

Buntes Treiben in der Staatsbibliothek zu Berlin

Trotz der parallel stattfindenden Veranstaltung des „Berliner Bibliophilen Abends“ (es gibt viele Sammler, die Mitglied beider Vereinigungen sind) fanden sich am gestrigen Donnerstag gut zwanzig Pirckheimer und Gäste im Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek zu „Buntem Treiben“ ein. Unter diesem Titel stand der Abend, an dem Thomas Klaus Jacob, Referent in der Abteilung Historische Drucke, historische Buntpapiere aus dem Bestand seiner Abteilung vorstellte. Es wurden Originalbuntpapiere in und auf Bänden des 16. bis 19. Jahrhunderts präsentiert, die meist als Vorsatzpapier oder Umschlagbezug die Bände zieren. Der Referent erklärte die Herstellung der einzelnen Papierarten, wobei die Palette von Modeldruckpapieren über Marmor-, Kleister- und Bronzefirnispapiere bis hin zu den äußerst attraktiven Brokatpapieren reichte. Interessant dazu, dass es sich bei den Metallauflagen der Brokatpapiere meist nicht um Blattgold, sondern um gold-, silber- oder bronzefarbene Blattmetallfolien – wie z.B. Messing – handelt. In eindrucksvollen Beispielen wurde belegt, dass diese Metalle mit der Zeit korrodieren und dann z.T. nur noch als Reste auf den Einbänden zu erkennen sind.
Neben der Betrachtung der schönen Papiere wurde das Problem der über die Jahrhunderte entstandenen Begrifflichkeit für die einzelnen Buntpapierarten angesprochen und auch die Schwierigkeiten beim Nachweis von Buntpapieren in den Bibliotheksbeständen wurde thematisiert, denn im Mittelpunkt der bibliothekarischen Erschließung stand – die besonderen Kostbarkeiten aus den frühen Jahrhunderten ausgenommen – zunächst immer der Inhalt der Bücher, weniger ihre äußere Form.
Ergänzend zu den gezeigten historischen Bänden hatte Herr Jacob eine Auswahl von Sekundärliteratur ausgelegt, die im Raralesesaal der Staatsbibliothek ihren Platz hat und dort benutzt werden kann. Außerdem können Interessierte auf buntpapier.org Informationen zum Thema Buntpapier finden.
Selbstverständlich konnten die ausgelegten Bände nach den äußerst lebhaft vorgetragenen Ausführungen des Referenten eingehend betrachtet werden.
(Text/Fotos: Ninon Suckow)

1 Kommentar:

 Peter Verheyen hat gesagt …
Schöne Sammlung. Da kann man nur neidisch werden.
22. Januar 2016

Do, 14.01.2016

"Weltreise" oder Buntpapiere?

Zur selben Zeit wie sich der Berliner Bibliophilen Abend zu seiner monatlichen Zusammenkunft in der Staatsbibliothek zu Berlin zu einer Führung von Dr. Jutta Weber durch die Ausstellung "Weltreise - Forster – Humboldt – Chamisso - Ottinger" trifft, wird sich auch die Regionalgruppe Berlin/Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft im Haus unter den Linden treffen, um den Vortrag von Thomas Klaus Jacob zum Thema "Buntes Treiben - Historische Buntpapiere in und auf Büchern des 16. bis 19. Jahrhunderts" zu hören.
Rogerius Josephus Boscovich:
Philosophiæ Naturalis Theoria.
Viennae Austriae : Bernardi, 1759.
Signatur: Bibl. Diez. qu. 1933
(Bibliothek Diez)
Die Staatsbibliothek besitzt in ihrem reichen historischen Buchbestand, der aus unterschiedlichsten Provenienzen in die Berliner Bibliothek kam, einen großen Fundus von handgefertigten Buntpapieren ab dem 16. Jahrhundert. Da es sich um verarbeitete Bögen in Form von Einbänden, Vorsatzpapieren oder Schmuckseiten handelt, sind die Hersteller der Papiere nur noch selten auf den Blättern erkennbar. Somit rückt die Erfassung von Details der Gestaltung, des Materials sowie von Fertigungstechniken in den Vordergrund. Inzwischen wurde mit der Erfassung und Beschreibung dieser oft äußerst seltenen historischen Buntpapiere begonnen.
Sicher wird es zumindest den Mitgliedern beider Vereinigungen schwer fallen, sich für eine der bibliophilen Abende zu entscheiden - für gewöhnlich finden die Veranstaltungen des BBA an einem Montag und die Abende der Pirckheimer an einem Donnerstag statt, was allen Mitgliedern und Gästen dieser Bibliophilen Gesellschaften eine Teilnahme an beiden Abenden erlaubt.

Vortrag der Pirckheimer-Gesellschaft: 21. Januar 2016, 19.00 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden
Treffpunkt Rotunde, Dorotheenstraße 27

Ausstellungsführung des BBA: 21. Januar 2016, 19:00 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Str.
Treffpunkt Foyer, Potsdamer Str. 33

Di, 24.11.2015

Marginalien 219

Heute wurde das letzte Heft der Marginalien für 2015 ausgeliefert. Für Mitglieder liegt dem Heft der Holzschnitt Legende (1974) von Klaus Rosenspieß bei, Robert Wolf liefert dazu den Artikel Wider den Zeitgeist zur Bilderwelt dieses Künstlers. Matthias Haberzettl berichtet über seine Begegnungen mit Eduard Prüssen und Ferdinand Puhe schreibt über Peter Zitzmann und die schPeZi Presse mit dem 2. Teil einer Bibliografie. Weitere Artikel beschäftigen sich mit dem Dichter und Ethnologen Heinrich Stieglitz (Bernd-Ingo Friedrich), dem Antiquar Martin Breslauer (Thomas Reinecke) oder dem Pirckheimer Marc Berger (Marlies Schnaibel). Die Typographische Beilage widmet sich unter dem Titel Im Büchersaal der Bibliothek im Gedicht, gestaltet und gesetzt in der Fleischmann-Antiqua von Matthias Gubig.