Sie sind hier

Tagung/Treffen

Pirckheimer-Blog

Tagung/Treffen

Mi, 30.03.2016

Das Buch als Symbol

Ulrich Goerdten, Foto: Ralf Parkner
Am Dienstag kam der Berliner Bibliophilen Abend im Haus am Lützowplatz zu seinem monatlichen Treffen zusammen.
Nach vorangegangener Mitgliederversammlung, in der Dr. Jens Ziegler als Vorsitzender bestätigt wurde, hielt Ulrich Goerdten einen Vortrag über "Das Buch als Symbol". Er stellte verschiedene Symboltheorien von Ernst Cassirer bis Sigmund Freud vor, mit Zitaten von Goethe bis Benjamin, wobei besonders die psychoanalytische Symboltheorie berührt wurde.
Auch über Sammler mit ihren Sammlungen wurde gesprochen, mit dem Buch als Gegenstand kleptomanischer Gelüste und Fetisch, ein Thema, auf welches Ulrich Goerdten auch schon im Pirckheimer-Blog eingegangen ist, siehe hier.
Trotz ausgefallenem Beamer war der Vortrag auch so anschaulich geraten. Unter den Gästen des Abends war auch Ralf Parkner, der in seinem Profil auf Facebook einige Fotos einstellte.
(nach einer fb-Information von Ralf Parkner)

Sa, 26.03.2016

Die Schönsten Deutschen Bücher 2015

Foto: © Uwe Dettmar, Frankfurt am Main
Wie schon im vergangenen findet in der Stadtbücherei Ingolstadt eine in Zusammenarbeit mit der Pirckheimer-Gesellschaft ausgerichtete Präsentation der von der Stiftung Buchkunst gekürten "Schönsten deutschen Bücher 2015" statt. Die Leiterin der Bibliothek Heike Marx-Teykal wird die Ausstellung eröffnen, Kulturreferent Gabriel Engert hält das Grußwort. Anschließend spricht Katharina Hesse, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst über das Thema „Warum schöne Bücher schön sind und wie sie gefunden werden“. Die bayerische Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft wird am Eröffnungsabend teilnehmen und die Bücher im Dachgeschoss der Bücherei im "Herzogskasten" näher in Augenschein zu nehmen.

Voraussichtlich gibt es aus dem Augsburger Raum für diesen Abend eine Mitfahrgelegenheit bei Matthias Haberzettl – bitte hier melden.

Ausstellung: 5. - 30. April 2016

Stadtbücherei Ingolstadt
Hallstraße 2–4, 85049 Ingolstadt

Fr, 18.03.2016

neu im Archiv

Aus dem Nachlass von Renate Gollmitz erhielt ich heute einige Seiten eines Fotoalbums zu Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2002 in Herrnhut/Oberlausitz, 2004 in Altenburg/Thüringen, einzelne Fotos vom Jubiläumstreffen 2006 in Berlin, sowie einer Exkursionen der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe 2003 nach Neuruppin und einem Abend dieser Gruppe mit Reinhard Grüner 2006.
Foto: Manfred Krause
Aus dieser Sammlung stelle ich hiermit die Gruppenaufnahme aller Teilnehmer in Herrnhut vor, welche durch Klick auf die Abbildung vergrößert werden kann.
Sämtliche Fotos habe ich dem Pirckheimer-Archiv übergeben.
(ad)

Goethes Wilhelm-Meister-Dichtung

Am 17. März stellte Dr. Fritz Jüttner im Kleinen Säulensaal der Zentralen Landesbibliothek (ZLB) unter dem Motto: "Der Weg ist begonnen, vollende die Reise..." Exemplare aus seiner Sammlung zu Goethes Wilhelm-Meister-Dichtung besonders aus dem 18.und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor.
Die Herausgabe und der Druck von 'Wilhelm Meisters Lehrjahre'. Ein Roman, (Berlin 1795) bei Johann Friedrich Unger war zugleich der Beginn einer fruchtbaren verlegerischen Zusammenarbeit zwischen Goethe und dem Berliner Drucker, Schriftgießer und Verleger Unger (1753 – 1804), der für den Druck der Goethe-Bände seine eigens kreierte 'Unger-Fraktur' verwendete. Bemerkenswert, wie damals ein Buch verlegt wurde: Dem Verleger wurden in Etappen die einzelnen Manuskriptbögen vom Autor zugesandt, vom Korrektor des Verlegers gelesen, dazu eigneten sich „am besten Pedanten“, wie Unger hervorhob, und dann die Druckfahnen an den Autor geliefert. So hatte der Verleger zuvor keine Gelegenheit, den ganzen Roman zu lesen. 'Wilhelm Meisters Wanderjahre' erschienen erstmals 1821 bei Cotta. Goethe hatte bereits früher publizierte Teile eingeflochten und neue dazu verfasst, was dem Leser das Verständnis erschwerte: eine ungewohnte Struktur und unklare Zusammenhänge. Der verlegerische Erfolg der 'Wanderjahre' und die weitere Verbreitung waren gering, nicht einmal als illegale Nachdrucke. Eine Parodie auf Goethes 'Wanderjahre', verfasst von dem Pfarrer und Schriftsteller Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen (1793 – 1834), beflügelte die kritische Opposition gegen Goethe in den Jahren 1821 bis 1823. Pustkuchens 'Wanderjahre' umfassten immerhin fünf Bände (1821 – 1828) und wurden von manchen Zeitgenossen durchaus geschätzt. Spannend war der Fund des 'Ur-Meister' im Nachlass von Barbara Schulthess, geb. Wolf (1745 – 1818), eine Freundin Goethes, die in Zürich einen literarischen Zirkel bildete. Goethe hatte ihr häufig Manuskripte zukommen lassen, einiges hatte sie abgeschrieben und aufbewahrt, darunter auch 'Wilhelm Meisters Theatralische Sendung' (ab 1776). Diese Fassung wurde von einem Ururenkel aufgefunden und von dem in Bern lehrenden Germanistikprofessor Harry Maync dann auch bei der Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger Stuttgart/Berlin 1911 vollständig publiziert. So führte Herr Jüttner über eine Stunde lang anhand zahlreicher mitgebrachter Exemplare aus seiner Sammlung durch die Editionsgeschichte und wurde danach mit einem kräftigen Applaus und regen Nachfragen bedacht.
(nach einer Information von Rüdiger Schütz)


Auf Facebook hat der Pirckheimer Ralf Parkner ein Album mit einer schönen Fotostrecke dazu veröffentlicht.

So, 13.03.2016

Treffen der Berliner IB-Sammlergruppe

Am 8. März kam die Berliner Sammlergruppe der Inselbücherei zu ihrem ersten Treffen in diesem Jahr zusammen. Das Thema des Abends lautete „Beispiel einer Werksbibliothek im 1. Weltkrieg – Werksbibliothek Sprengstofffabriken Hoppecke Fabrik Würgendorf“.
Unser Mitstreiter Dirk Hähner hatte 1995 auf einem Flohmarkt in Marburg eine Kiste mit ca. 60 Inselbändchen entdeckt, die alle die gleiche Ausstattung hatten und deutlich als Bibliotheksexemplare erkenntlich waren. Leider hatte er nicht genügend Bargeld dabei und so berichtete er weiter: „20 Exemplare suchte ich nach selteneren Titeln aus, kaufte diese vom letzten Geld und bat den Verkäufer, mir den Rest kurz zurückzustellen, bis ich Geld besorgen konnte. Zehn Minuten später kam ich zurück, die restlichen Bände waren zusammen mit dem Verkäufer fort. Seitdem bin ich auf der Suche nach weiteren Exemplaren. Einzig ein Bändchen ist mir seitdem in die Hände gekommen.
Die meisten der Bändchen sind Erstauflagen, erschienen sind sie zwischen 1914 und 1917 und haben alle den VSD – Zensurstempel. Die Ausstattung der Bändchen ist einheitlich, alle haben ein über den Rücken geklebtes Signatur-Papierklebeband (ca. 60mm x 37mm), das immer in der gleichen Art schräg aufgeklebt ist. Auf dem Spiegel und dem fliegenden Vorsatz ist vorn und hinten jeweils oben (insgesamt also viermal) der ziemlich große Firmenstempel angebracht. Die Bücher wurden komplett mit Folie überklebt, vorhandene Fehlstellen wurden mit überklebt. Die Folierung erfolgte nach dem Anbringen der äußeren Signatur und der Stempelung, vermutlich erst nach dem 2.WK.
Interessant ist die Feststellung, dass die Signaturen entsprechend der Insel-Nummern vergeben wurden. Dadurch ließ sich ermitteln, um welche IB-Nummern es sich bei den in der Signaturenreihe fehlenden Bändchen handeln muss.
Über das Werk konnte Herr Hähner einiges in Erfahrung bringen, aber leider verliefen alle Bemühungen etwas über eine Bibliothek dort herauszubekommen bisher im Sande.
Da relativ eindeutig ist, dass alle vorhandenen Bände den VSD-Stempel bekamen, es aber auch schon vor 1917 Bände mit VSD-Druck gab, kann folgendes Fazit gezogen werden:
Die Betrachtung des Sammel-Themas Zensurstempel im 1.Weltkrieg muss quasi neu erfolgen. Es wurden wahrscheinlich nicht nur die Bestände für die Gefangenenlager und Lazarette komplett gestempelt, sondern auch Werksbibliotheken o.ä. aus dem „militärischen Sektor“ der Wirtschaft. Damit kann praktisch jedes zu dieser Zeit vorhandene Buch einen Stempel erhalten haben (also auch sehr viel ältere Druckschriften, obwohl eigentlich keine Bücher gestempelt wurden, die früher als 1913 gedruckt wurden).
Für die Berliner Sammlergruppe ein spannender Abend, der eine Seite des IB-Sammels beleuchtete, die für die meisten von uns neu war.
(Ninon Suckow)

Mi, 09.03.2016

MDE-Tagung 2016

Lederschnitt-Einband des 15. Jahrhunderts,
Österreichisches Museum Wien
Anfang Mai findet in Marburg die Tagung 2016 der Meister der Einbandkunst / Internationale Vereinigung e.V. statt.
Am 6. Mai wird im Rahmen der MDE-Tagung die Jahres-mitgliederversammlung stattfinden und am 7. Mai werden sich die Meister der Einbandkunst der fast vergessenen Technik des Lederschnitts widmen. Jan Camps, Buchbindermeister und -Lehrer aus Belgien, der sich seit Jahren mit dieser Technik beschäftigt wird diese in zwei Kleingruppen anschaulich demonstrieren und Antje Theise, wissenschaftliche Bibliothekarin der Staatsbibliothek Hamburg, wird einen Vortrag zum Thema "Einblicke in die historische Lederschnittkunst" halten. Die Kosten betragen einschließlich Verköstigung am 7. Mai für Mitglieder 85 €, für Nichtmitglieder 100 €. Gäste sind sowohl zur Mitgliederversammlung als auch zu den Veranstaltungen Lederschnitt herzlich willkommen.

Tagung: 5. - 7. Mai 2016

Welcome Hotel Marburg
Pilgrimstein 29, 5037 Marburg

Di, 23.02.2016

Jahresversammlung der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft

Die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft trifft sich zu ihrer Jahresversammlung 2016 am 4. und 5. Juni in Vaduz und Feldkirch.
Der Samstag in Vaduz wird mit einem gemeinsamen Gang in der Kathedrale St. Florin und einem anschließenden Orgelkonzert und dem Besuch des Landesarchivs und der Landesbibliothek beginnen und mit einen festliches Nachtessen in der Fürstlichen Hofkellerei abgeschlossen. Am Sonntag ist in Feldkirch die Besichtigung der Humanistenbibliothek mit Inkunabeln und Frühdrucken geplant, ab Mittag wird dann die Jahresversammlung stattfinden.

è Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft

Die Insel-Bücherei und ihre Entwicklung

Unter diesem Titel referierte am 18. Februar Peter Kunze vor etwa 30 Mitgliedern und ebenso vielen Gästen der Berlin/Brandenburger Pirckheimer über „die schönste aller Buchreihen“.
Einstieg war ein Rundschreiben des Insel-Verlages über die von ihm zu begründende „Insel-Bücherei“ vom Mai 1912, die dem „Börsenblatt des deutschen Buchhandels“ vom 23. Mai 1912 beilag.
In Form eines imaginären „Zeitstrahles“ zeichnete Herr Kunze dann die Entwicklung der Inselbücherei anhand der äußeren Gestaltung der Inselbändchen auf.
Sicher war vielen Hörern z.B. nicht bewusst, dass sich die uns im Bücherregal so vertraute Ansicht der Bändchen mit Rückenschild und Nummer erst im Laufe der Zeit herausbildete. Die ersten Bändchen bis Ende 1912 erschienen ganz ohne Rückenschild und bis 1915 trugen die aufgeklebten Rückenschilder zwar den Titel, aber noch keine Nummer.
Über die ersten Lederausgaben, die Kriegsausgaben des 1. Weltkriegs, die in Marmorpapier eingebundene Bändchen, die Feldpost- und Frontbuchhandelsausgaben des 2. Weltkrieges, broschierte Rest- und Nachauflagen in der Nachkriegszeit ging die Zeitreise bis zur Trennung des Verlages 1945, nun mit den Sitzen Leipzig und Wiesbaden und ab 1950 Frankfurt a.M. Absatzschwierigkeiten führten wiederum zur Veränderung des äußeren Bildes. Die Bildeinbände waren das Ergebnis dieser Entwicklung. Um 1972 wurden die sogenannten „Kaufhausausgaben“ auf den Markt geworfen. Der Frankfurter Verlag wollte seine Lagenbestände reduzieren und lies restliche Rohbogen in rote, gelbe und grüne Pappe binden und bot sie in Kaufhäusern an. Die IB-Nummern sind auf diesen Bänden nicht angegeben. Peter Kunze, der seit ca. 1968 Inselbändchen sammelt und dessen Sammlung inzwischen ca. 3800 Exemplare umfasst, hatte Beispiele für alle diese genannten (und nicht genannten) Arten von Insel-Büchern aus seiner Sammlung mitgebracht und lies sie im Säulensaal herumgehen.
Es versteht sich von selbst, dass in diesem Kreis auch auf die Bibliographien und weitere Literatur zur Inselbücherei hingewiesen wurde. So gestaltete Peter Kunze im IB-Jubiläumsjahr2012 eine Ausstellung in der Bibliothek der FU, zu der auch ein Katalog erschien, der noch in wenigen Exemplare über die Bibliothek bezogen werden kann.
Zu ihrem Sammlertreffen im Jubiläumsjahr erarbeitete die Berliner Insel-Sammlergruppe – zu der auch Herr Kunze gehört – eine Broschüre „Berlin in der Insel-Bücherei“, die den Teilnehmern des Treffens überreicht wurde. Der Text erschien in überarbeiteter Form in den „Mitteilungen für Freunde. 32“ (Abb. oben).
Auch der umfangreiche Artikel in der Wikipedia wird von einem Mitglied der Gruppe maßgeblich betreut, siehe
hier und ist über Pediapress in einer Druckfassung zu bekommen.
(Ninon Suckow)

Fr, 19.02.2016

Mitgliederversammlung der Maximilian-Gesellschaft

Die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst trifft sich zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung am 15. und 16. April 2016 in Ludwigsburg.
Am Freitag Vormittag wird es in Marbach Führungen im Schiller Nationalmuseum und durch die Magazine Deutsche Literaturarchiv geben, nachmittags findet die 93. Mitgliederversammlung der Maximilian-Gesellschaft im Literaturmuseum der Moderne statt. Anschließend wird es auch dort eine Führung geben, ein gemeinsames Abendessen beendet den Tag. Am Samstag gibt es die Möglichkeit zur geführten Besichtigung des Städtischen Museums und des Residenzschlosses Ludwigsburg.

è Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst

Di, 16.02.2016

Handpressendrucke im KEM


Am ersten Mittwoch im März findet der zweite Jour Fixe des Kunstvereins Eisenturm Mainz - KEM des Jahres 2016 an einem neuen kulturellen Ort von Format statt, dem ›Kommunikationsparadies‹ von Andreas Weber. An diesem Abend werden ›Handpressendrucke‹, Mappenwerke und Einzeldrucke, aus einer Privatsammlung präsentiert. Es wird vollendete künstlerische Arbeiten zu sehen geben. Mit einfühlsamen Erläuterungen. Fortgesetzt wird der Abend im ›Haus des deutschen Weines‹.

Jour Fixe: 2. März 2016, 18.30 Uhr

Vaue Communication AG
Walpodenstr. 1, 55116 Mainz

Nachlese: Pirckheimer-Jahrestreffen 2015

Peter Sodann, Gisela Klostermann, Peter Arlt, Ralph Aepler (von oben nach unten)
Für alle Teilnehmer am Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2015 in Meißen und Staucha und natürlich für jeden, der sich für die Aktivitäten dieser Buch- und Graphikfreunde interessiert, stellt Frau Gisela Klostermann noch einige Schnappschüsse von dieser Veranstaltung zur Verfügung, aufzurufen durch Klick auf obige Fotos.

1 Kommentar:
Ralf Wege hat gesagt …
Das sind doch schöne Erinnerungen an die Zusammenkunft in Meißen. Liebe Frau Klostermann, vielen Dank! Die Fotos machen gleich noch mehr Lust auf das Jahrestreffen in München. Vom 2. bis 4. September 2016 ist in der bayerischen Landeshauptstadt Pirckheimer-Zeit. Nicht vergessen: Anmeldeschluss für das Jahrestreffen ist der 30. Juni. Mehr dazu unter pirckheimer-gesellschaft.org
16. Februar 2016

Do, 11.02.2016

Katharina Kippenberg

Die Autorin Sabine Knopf aus Leipzig war am 10. Februar Gast der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt „Willibald Pirckheimer“ (eine der Pirckheimer-Gesellschaft nahestehende Vereinigung) und stellte im Literaturhaus Magdeburg mit Katharina Kippenberg (1876-1947) eine faszinierende und für ihre Zeit außergewöhnliche Frau vor, über die 1913 schon Oskar Kohnstamm schrieb „Im übrigen ist sie die intellectuell begabteste Frau, die mir je vorgekommen ist, auch von grossem Feingefühl und Ernst in der Ergründung der Dinge des Lebens, der Kunst und der Philosophie.“
Sabine Knopf, Foto © Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt „Willibald Pirckheimer“
Katharina Kippenberg arbeitete im Insel Verlag in Leipzig mit. 1914 engagierte sie sich im Ausstellungskomitee der von Ludwig Volkmann organisierten „Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik“ (Bugra) 1914 in Leipzig, wo sie die Unterabteilung „Buchillustration“ innerhalb der Sondergruppe „Die Frau im Buchgewerbe und in der Graphik“ leitete und sich intensiv um eine umfangreiche Beschickung der Ausstellung auf buchkünstlerisch hohem Niveau bemühte.
Während des Ersten Weltkrieges musste sie aufgrund kriegsbedingter Abwesenheit ihres Mannes sogar die Verlagsleitung übernehmen. Am 5. Mai 1918 erhielt sie für den Insel Verlag Prokura und wurde 1922 dessen Kommanditistin.
Ihr Hauptaugenmerk richtete sie auf die Förderung junger deutscher Dichter, wie ab 1916 Johannes R. Becher, mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte, und seit Anfang der 1930er Jahre Edzard Schaper. Besonders widmete sie sich dem Werk des zum Insel Verlag gestoßenen Rainer Maria Rilke, der einer der wichtigsten Autoren des Verlags wurde und der sich nicht zuletzt durch den Arbeits- und persönlichen Kontakt zu ihr dem Verlag sehr verbunden fühlte.
Indem Sabine Knopf mit ihrem Bildvortrag ein anschauliches Bild dieser Frau als eine Verlegerin mit Format zeichnete, gelang es ihr zugleich, eine besondere Blütezeit der Leipziger Verlags- und Kulturgeschichte lebendig werden zu lassen.

Mi, 03.02.2016

Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2016

Die Pirckheimer-Gesellschaft trifft sich zu ihrem Jahrestreffen mit Mitgliederversammlung 2016 vom 2. bis 4. September in München.
Das vorläufige Programm sieht nach einer Stadtrundfahrt einen Besuch im Deutschen Museum vor, welches über eine sehenswerten Bibliothek und eine Abteilung Druckereitechnik verfügt. Geplant ist weiterhin ein Abstecher zur Bayerischen Staatsbibliothek, zur Universitätsbibliothek und dem Bayerischen Staatsarchiv. München bietet den Teilnehmern am Jahrestreffen viele Ziele, die erkundet werden können, so das Lyrik Kabinett, die Fliegenkopfpresse, die Sammlungen Grüner und Kretschmer, die Vogelpresse, das Stadtmuseum und das NS-Dokumentationszentrum.
Die Mitgliederversammlung, das Festessen und die traditionelle Auktion wird am 2. September im Wappensaal des Hofbräuhauses stattfinden.
Die Anmeldung wird bis zum 30. Juni erwünscht - weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Pirckheimer-Gesellschaft.

Mi, 27.01.2016

Erinnerung an einen Pirckheimer-Abend von 1958

Im Dezember-Heft 2015 von „Aus dem Antiquariat“ erschien von Michael Eschmann ein Artikel über die Ausbildungssituation als Antiquar(in) in der DDR, auf diesen Artikel wurde hier hingewiesen.
Frau Edith Fritzsche kommt darin recht ausführlich vor, die dem Autor als Reaktion auf diesen Artikel jetzt eine Original-Einladungskarte zu einem Pirckheimer-Vortrag von 1958 schickte. Sie war damals als junge Antiquarin und Zuhörerin dabei und von der Veranstaltung recht begeistert.
Die damalige Leipziger Ortsgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft wurde 1991 als Leipziger Bibliophilen-Abend, der auf eine Tradition von 1904 bis 1933 zurückblicken kann, wiedergegründet.

Fr, 22.01.2016

Buntes Treiben in der Staatsbibliothek zu Berlin

Trotz der parallel stattfindenden Veranstaltung des „Berliner Bibliophilen Abends“ (es gibt viele Sammler, die Mitglied beider Vereinigungen sind) fanden sich am gestrigen Donnerstag gut zwanzig Pirckheimer und Gäste im Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek zu „Buntem Treiben“ ein. Unter diesem Titel stand der Abend, an dem Thomas Klaus Jacob, Referent in der Abteilung Historische Drucke, historische Buntpapiere aus dem Bestand seiner Abteilung vorstellte. Es wurden Originalbuntpapiere in und auf Bänden des 16. bis 19. Jahrhunderts präsentiert, die meist als Vorsatzpapier oder Umschlagbezug die Bände zieren. Der Referent erklärte die Herstellung der einzelnen Papierarten, wobei die Palette von Modeldruckpapieren über Marmor-, Kleister- und Bronzefirnispapiere bis hin zu den äußerst attraktiven Brokatpapieren reichte. Interessant dazu, dass es sich bei den Metallauflagen der Brokatpapiere meist nicht um Blattgold, sondern um gold-, silber- oder bronzefarbene Blattmetallfolien – wie z.B. Messing – handelt. In eindrucksvollen Beispielen wurde belegt, dass diese Metalle mit der Zeit korrodieren und dann z.T. nur noch als Reste auf den Einbänden zu erkennen sind.
Neben der Betrachtung der schönen Papiere wurde das Problem der über die Jahrhunderte entstandenen Begrifflichkeit für die einzelnen Buntpapierarten angesprochen und auch die Schwierigkeiten beim Nachweis von Buntpapieren in den Bibliotheksbeständen wurde thematisiert, denn im Mittelpunkt der bibliothekarischen Erschließung stand – die besonderen Kostbarkeiten aus den frühen Jahrhunderten ausgenommen – zunächst immer der Inhalt der Bücher, weniger ihre äußere Form.
Ergänzend zu den gezeigten historischen Bänden hatte Herr Jacob eine Auswahl von Sekundärliteratur ausgelegt, die im Raralesesaal der Staatsbibliothek ihren Platz hat und dort benutzt werden kann. Außerdem können Interessierte auf buntpapier.org Informationen zum Thema Buntpapier finden.
Selbstverständlich konnten die ausgelegten Bände nach den äußerst lebhaft vorgetragenen Ausführungen des Referenten eingehend betrachtet werden.
(Text/Fotos: Ninon Suckow)

1 Kommentar:

 Peter Verheyen hat gesagt …
Schöne Sammlung. Da kann man nur neidisch werden.
22. Januar 2016