Sie sind hier

Tagung/Treffen

Pirckheimer-Blog

Tagung/Treffen

Mo, 09.01.2017

Wandelhalle für Bücherfreunde

Silvia Werfel hat der Wandelhalle ein neues Gesicht gegeben – die Wandelhalle wandelt sich! Neues Layout, verändertes Format und mit Ringösen zum Sammeln.
Das verspätete Erscheinen oder der ein oder andere Zahlendreher bei Daten, sind online korrigiert und völlig unerheblich, angesichts der Fortschritts.
Hervorzuheben ist, dass nun auch andere bibliophile Gesellschaften Erwähnung finden, neben den Pirckheimern, auch der LBA oder unsere Freunde vom Hannoverschen Bibliophilenabend.
Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Heft.
Durch Klick auf die Abbildung des Titels der
Wandelhalle für Bücherfreunde der Gesellschaft der Bibliophilen, Herbst 2016, kann ein Bericht über das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in München aufgerufen werden.
Leser der Marginalien können diesen Beitrag von Ralf Wege, der für die Wandelhalle für Bücherfreunde gekürzt wurde, in Heft 223 in voller Länge nachlesen.

Fr, 16.12.2016

Programm der Pirckheimer Regionalgruppe Berlin-Brandenburg 2017


26. Januar 2017
Thomas Klaus Jacob: „Interesse an besonderen Sachen …“
Der Nachlass des Meisters der Einbandkunst Werner G. Kießig in der Staatsbibliothek

16. Februar 2017
Jutta Osterhof: „Gert H. Wollheim - über die Malerei hinaus“. Der schriftliche Nachlass

9. März 2017
Wieland Schütz: Werner Klemke zum 100. Geburtstag. Seine llustrationen, vorgestellt von Wieland Schütz, Graphiker und Sammler in Zehlendorf

20. April 2017
Dr. Joachim Möller: Weibs-Bilder - Illustrationen zu Shakespeares
Frauengestalten in Galeriewerken des 19. Jahrhunderts

18. Mai 2017
Andreas Wittenberg: „Sola Scriptura“. Die Luthersammlung der Staatsbibliothek

3. Juni 2017
Exkursion nach Lehnitz zum Friedrich Wolf Haus

21. September 2017
Dr. Monika Estermann: Zur Typographie der Jahrhundertwende. Rainer Maria Rilkes Ringen um die Gestaltung seiner Gedichte

19. Oktober 2017
Ullrich Wannhoff - Weltenbummler und Künstler. Ein Atelierbesuch

16. November 2017
Prof. Dr. Klaus Völker„Niemand ist sofort aus sich selbst dal“.Johannes Bobrowski und seine Dichtungen im Jahr seines 100. Geburtstags

7. Dezember 2017
Rückblick - Ausblick, Erwerbungen 2017

So, 11.12.2016

„Bruder Luther“ und eine Speisekarte zum Jahrestreffen

Viel beschäftigt. Julia und Rainer Ehrt in ihrem Atelier. Foto: Manfred Thomas
»Ein offenes Atelier zur Adventszeit, so außerhalb der regulären Anlässe? Ein Schalk, wer Grobes dabei denkt! Das Kleinmachnower Künstler-Ehepaar Julia und Rainer Ehrt öffnete am Wochenende die ihren, und das war selbstverständlich gut so, denn sie haben viel zu zeigen und zu bieten. Beide sind ja so bekannt wie auch so präsent, dass man sie nicht mehr vorstellen muss, die Dame mehr in der Welt des Holzes, der Herr mehr bei der Produktion von Bildern und kunstvoll gearbeiteten Büchern, die auch schon mal Raum für eigene Texte finden.
[...] bei Rainer Ehrt, ja was erwartet man denn – Bilder an Wänden, in Regalen, Tische mit Mappen und seiner Buchproduktion, vom fast noch druckfrischen Kalender zum Lutherjahr 2017 über seine Preußenbücher bis zu Heiner Müllers „Mommsenblock“, eine Bestellliste zu „Bruder Luther“ aus der Edition Ehrt (16 Titel seit 1994) liegt gleich daneben. Das ganze Spektrum, er ist sozusagen ein vielseitig ausgebildeter und auch vielseitig interessierter Künstler, dazu ein bekennender „Menschenmaler“ mit ungewöhnlichem Fleiß. Und hat auch Ansichten zu Politik und Weltgerechtigkeit. Dies alles sind heute beinahe schon Extratugenden, „alte Schule“ eben, er ist eben ein „Giebichensteiner“ der 80er-Jahre, das heißt immer „Qualität“. Alles in allem eine hervorragende Grundlage, beim offenen Werkatelier mit ihm zu plaudern, zu fragen, warum er Luther zum Wahlbruder nimmt, weshalb ihn der Alte Fritz einfach nicht loslässt. Warum die Welt so ist, wie sie ist. Und wie er sie in seiner gründlichen Belesenheit abbildet, vorgeformt durch Kafka, Rilke, Müller, Friederich, Brecht und eben Luther, den großen Weltveränderer, den er durchaus kritisch sieht, dessen „religiösen Rigorismus“ er aber durchaus zu schätzen versteht. Wer hat ihm die Figuren „vorgemacht“? – „Mein Kollege Cranach!“
[...] Eine Ausstellung nächstes Jahr in Potsdam wird gerade konzipiert, er ist in zwei guten Galerien Dauergast, er hat sogar aus dem Reich der Pirckheimer-Gesellschaft Aufträge bekommen, unter anderem die Gestaltung einer Speisekarte. „So so,“ sagte sein Kollege Alfred Hrdlicka „nicht, alle Kunst ginge vom Fleische aus?“ Wenn das kein „gefundenes Fressen“ ist, für einen wie Ehrt...«» «
(Gerold Paul PNN, 05.12.2016 Seite 10)

Mo, 28.11.2016

Ernst-Ludwig-Presse

Der 5. Vortrag der Initiative Buchkultur und der Pirckheimer-Gesellschaft im Rahmen der Vortragsreihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" widmet sich einem deutschen Seitenstück zu den englischen Private Presses:
Die Ernst-Ludwig-Presse im Rahmen der
Künstlerkolonie Darmstadt 1899 - 1914
Die Gebäude und Kunstwerke der Künstlerkolonie Darmstadt auf der Mathildenhöhe bilden ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, das zwischen 1900 und 1914 geschaffen wurde. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, Enkel der britischen Königin Victoria, verfolgte mit der Gründung der Künstlerkolonie Darmstadt im Jahr 1899 gleich mehrere Ziele: zum einen wollte er in Darmstadt, der Hauptstadt seines Großherzogtums, ein Zentrum des neuen modernen Stils in Architektur und Kunstgewerbe auf-bauen und zum anderen die vielen Firmen in Hessen durch die Entwürfe der Künstlerkolonie fördern. Ernst Ludwig war bereits in England mit der „Arts and Crafts”-Bewegung in Berührung gekommen und sah hierin einen Ausgangspunkt für die Hinwendung zur materialgerechten und „soliden” modernen Gestaltung. Als Wirkungsort seiner Künstlerkolonie in Darmstadt wählte der Großherzog die Mathildenhöhe, die von den insgesamt 23 Mitgliedern der Künstlerkolonie Darmstadt im Rahmen von vier großen Ausstellungen zwischen 1901 und 1914 in der heute sichtbaren Form gestaltet wurde. Im Vortrag wird die Entwicklungsgeschichte der Ernst Ludwig Presse beleuchtet werden, die 1907 von dem Großherzog als erste Privatpresse in Deutschland gegründet wurde und von den Brüdern Friedrich Wilhelm Kleukens und Christian Heinrich Kleukens geleitet wurde. In der Presse wurden nicht nur aufwendig gestaltete Bücher, sondern auch Plakate, Einladungen, Briefpapier und vieles mehr entworfen, das durch eine weltweite Verbreitung auf die Künstlerkolonie aufmerksam machte.
Dr. Philipp Gutbrod, geboren 1971 in Rochester, New York, studierte an den Universitäten in Heidelberg und München Kunstgeschichte, Öffentliches Recht und Klassische Archäologie.

29. November 2016, 19 - 21 Uhr

Museum Bassermannhaus, C 4, 9
Mannheim

Do, 24.11.2016

Max Lingner und Josef Hegenbarth

Abb. links: MONDE, 7.11.1931, Titelseite, Entwurf von Max Lingner
Abb. rechts: die neue linie, Titelseite, August 1940, Entwurf von H. F. Neuner
Die Hegenbarth Sammlung Berlin veranstaltet ein Gespräch zwischen Dr. Angelika Weißbach, Vorstand der kooperierenden Max-Lingner-Stiftung, und Katja Schöppe-Carstensen, Hegenbarth Sammlung Berlin. Die beiden Kunsthistorikerinnen erläutern anhand von Originalen und illustrierten Magazinen die Pressezeichnungen bei Josef Hegenbarth (Jugend, Simplicissimus, die neue linie) und Max Lingner (Monde, l’ Humanité). Dieses Gespräch ist Teil des Rahmenprogramms zur aktuellen AusstellungZwei auf einen Streich! Literarische Illustrationen von Max Lingner und Josef Hegenbarth“ und findet direkt im Ausstellungskabinett statt.
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Ausstellung: 7. September - 17. Dezember 2016
Gespräch: 7. Dezember 2016, 19 Uhr

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49

Bildvortrag über Michael Mathias Prechtl

M. M. Prechtl: Wolf und Schaf, Zeichnung, 1985
Buchillustration zu "Thomas Morus, Utopia"
Die Regionalgruppe Halle und Umgebung der Pirckheimer-Gesellschaft lädt zu einem Bildvortrag anlässlich des 90. Geburtstages des Nürnberger Künstlers Michael Mathias Prechtl (1926 - 2003) ein. Referentin ist Dr. Ute Willer, Schriftführerin der Regionalgruppe. Sie weiß, worauf sich die Gäste an diesem Abend freuen können:
Das Werk des Malers, Graphikers und vielschichtigen Bildsatirikers wurde vor allem durch seine Buchillustrationen, Plakate und Titelseiten so bekannter Zeitschriften wie der Spiegel oder in den USA die New York Times einem Millionenpublikum bekannt. In geistvollen und doppelbödigen Persiflagen hat er sich bis zu seinem Tode immer wieder mit den Problemen der Menschheitsgeschichte und denen seiner und unserer Zeit auseinander gesetzt.

29. November 2016, 17.30 Uhr

Artothek der Stadtbibliothek am Hallmarkt
Halle (Saale)

Fr, 18.11.2016

Lesung mit Ingo Schulze

Ingo Schulze, Ralf Parkner, Konrad Hawlitzki (von links nach rechts), Foto: Dagmar Parkner
Wie jedes Jahr im November trafen sich die Pirckheimer aus Berlin-Brandenburg und deren Gäste, darunter Prof. Dieter Goltzsche, im Antiquariat Brandel, um einem eingeladenen Schriftsteller zu lauschen.
Diesmal nahm uns am 17. November der gebürtige Dresdener Ingo Schulze auf eine amüsante Lesereise durch sein Schaffen. Seine Bücher wurden in über 30 Sprachen übersetzt.
(Ralf Parkner)

Sa, 12.11.2016

Annette Vogel

Heute konnten im Pirckheimer-Archiv die Exemplare 45 und 47 einer Graphik und die Speisekarten eingestellt werden, welche traditionsgemäß zu jedem Jahrestreffen gestaltet und die exklusiv nur an die Teilnehmer des Jahrestreffens ausgereicht werden. 2016 übernahm die Ausfertigung die Münchener Pressendruckerin Annette Vogel (Vogelpresse).
Ralf Wege schrieb zur Graphik, einem Farblinolschnitt, in den Marginalien 213: "Darauf könnte sich der typische (?) Pirckheimer entdecken: Der Sammler (Fuchs), der seinem Erzfeind (Hase) nichts tut, da er nur Augen für die »servierten« Bücher hat. Vielleicht verweist die Grafik auch hintergründig auf die Haltung der Öffentlichkeit (kläffender Hund), für die Sammler »Verrückte« sind."

Do, 10.11.2016

Die Silberbibliothek Albrechts von Preußen

Die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte veranstaltet gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Thorn/Torun (Polen) das Wissenschaftliche Kolloquium zur Silberbibliothek Albrechts von Preußen (1545 - 1562).
Das Kolloquium ist zugleich Vorbereitung auf  eine Sonderausstellung "Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Preußen und Brandenburg"
In Europa übernahm das Herzogtum Preußen 1525 als erstes Territorium den evangelischen Glauben. Markantes Zeugnis dafür ist die wertvolle Silberbibliothek Herzog Albrechts von Preußen. Zwölf der 15 überlieferten Bände befinden sich heute in der Universitätsbibliothek in Thorn/Torun. Es handelt sich um religiöse Schriften, die der Herzog um 1550 von hervorragenden Goldschmieden mit silbernen Einbänden versehen ließ, darunter z.B. Luthers Bibelübersetzung von 1534 und seine Auslegung der Briefe und Evangelien des Neuen Tes­taments von 1544; ein Silberschatz, der die Rolle der Reformation für den preußischen Staat verkörperte.
Mit der Silberbibliothek tritt ein weltweit einzigartiges Zeugnis der Renaissancekultur erstmals ins Zentrum eines interdisziplinären Forschungsgesprächs. Exemplarisch lässt sich an diesem Silberschatz die europäische Vernetzung der Welt in der Vormoderne entfalten.

Kolloquium: 8. Dezember 2016
Ausstellung: 8. September 2017 bis 21. Januar 2018

Faltblatt zum Kolloquium

Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte
Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14460 Potsdam

Mi, 09.11.2016

Ludwig Meidner

Die Regionalgruppe Rhein-Main-Neckar der Pirckheimer-Gesellschaft lädt zu einem Vortragsabend ein. Hans-Joachim Prenzel stellt den Maler und Graphiker Ludwig Meidner, einen der Meister des Expressionismus, vor.
Gäste sind herzlich willkommen.

Donnerstag, 17. November 19:00 - 22:00

Hotel Krone Hirschberg - Großsachsen
Landstraße 9-11, 69493 Großsachsen

So, 06.11.2016

21. Jahrestagung des AEB

Vom 27.-29. Oktober trafen sich ca. 80 Teilnehmer aus dem In- und Ausland zur 21. Jahrestagung des „Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände“ in Coburg.
Der Eröffnungsvortrag am Freitagabend, gehalten von der Leiterin der Landesbibliothek Coburg Dr. Silvia Pfister, stand unter dem Motto „Die Landesbibliothek Coburg - eine ernestinische Fürstenbibliothek im heutigen Bayern“. Dieser Thematik widmet sich auch die begleitende Ausstellung „Herr erhalte mich bei Deinem Wort. Dynastie und Konfession auf ernestinischen Fürsteneinbänden“. Zur Ausstellung wurde von Mitgliedern der Geschäftsführung des AEB eine Handreichung erarbeitet, die auf der Homepage des AEB zur Verfügung steht. Das weitere Programm beinhaltete Vorträge und Workshops, deren Borgen sich von Einbänden des Mittelalters bis zu modernen Einbänden des Typographen und Buchkünstlers Jan Tschichold spannte (s. Programm auf der AEB-Homepage). Eine Führung auf der Veste Coburg konzentrierte sich – passend zum kommenden Reformationsjahr – auf die dortigen Luther-Räume.
Die traditionelle Exkursion am Samstagnachmittag führte ins Thüringische Schleusingen, wo die historische Bibliothek des dortigen „Hennebergischen Gymnasiums“, die auf Schloss Bertholdsburg aufbewahrt wird, in Augenschein genommen werden konnte. Dazu passend die aktuelle Sonderausstellung „Verborgene Schätze der Hennebergischen Gymnasialbibliothek“. Diese Ausstellung läuft noch bis zum 26. Februar 2017.
Der Dedikationseinband um ein Heft der Zeitschrift Einband-Forschung, der der ausrichtenden Bibliothek inzwischen traditionell überreicht wird, wurde in diesem Jahr von der Hallenser Buchbinderin und Burg Giebichenstein- Absolventin Claudia Richter gestaltet (auf der AEB-Homepage unter Galerie, wie auch alle vorherigen Einbände). Zur Tagung erschien Heft 39 der „Einband-Forschung“, das den Teilnehmern mit den Tagungsunterlagen überreicht wurde.
(Ninon Suckow)

Sa, 05.11.2016

Friedrich-Nikolai-Sammlung

Durch eine Begegnung mit dem Verleger Dieter Beuermann, 30 Jahre Inhaber des Nicolai-Verlages in Berlin, ist der Vorsitzende des Berliner Bibliophilen Abend auf dessen Friedrich-Nicolai-Sammlung aufmerksam geworden. Herr Beuermann hat seine umfangreiche Sammlung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geschenkt, die sie seit dem 18. März 2016 in dem von ihr erworbenen und aufwändig restaurierten Nicolai-Haus präsentiert. Friedrich Nicolai (1733 – 1811), ein Vater der Aufklärung und Vorreiter des selbstbewussten Bürgertums, schuf in seinem Haus eine Begegnungsstätte für Politiker, Wissenschaftler und Intellektuelle. Das Haus zählt zu den wenigen barocken Kleinodien von Berlin und ist für sich allein schon eine Besichtigung wert.
Der BBA wird als Novemberveranstaltung eine exklusive Führung durch das barocke Nicolai-Haus mit der Friedrich-Nicolai-Sammlung von Dieter Beuermann erhalten.

24. November 2016, 18.30 Uhr

Nikolai-Haus
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Brüderstr. 13, 10178 Berlin

So, 23.10.2016

Bücher restaurieren ...

Etwa 25 Mitglieder und Gäste fanden sich am 20. Oktober zum Abend der Berlin-Brandenburger Pirckheimer im Kleinen Säulensaal der Zentral- und Landesbibliothek in der Breiten Straße ein.
Die Restauratorin Martina Dreykluft, deren Thema „Bücher und ihre Restaurierung“ war, hatte dazu keinen Vortrag vorbereitet, sondern wollte vor allem mit ihren Zuhörern ins Gespräch kommen.
Nach einigen kurzen einführenden Worten zu ihrem beruflichen Werdegang stellte sie anhand von mitgebrachten Fotos einige ihrer Restaurierungsprojekte vor. Dabei wurde klar, dass es bei ihrer Arbeit um viel mehr als nur um Bücher und deren Einbände in ihren vielfältigsten Formen geht. Das Spektrum umfasst fast alles, was aus Papier besteht, also auch Zeichnungen, Druckgrafiken, Urkunden, Plakate und Landkarten. Darüber hinaus bietet ihr Atelier auch Sonderarbeiten, wie die Restaurierung von Hutschachteln, Kassetten, Schuber, Pappmachéfiguren, dreidimensionalen Papierobjekten und Pergamenturkunden an.
Nach einigen Fragen zu den vorgestellten Objekten kamen die Sammler sehr rasch zu ganz praktischen Fragen, wie z.B. nach der Pflege von Leder- oder Pergamenteinbänden, der Entfernung von Flecken auf Papier oder Leder oder der Befestigung loser Rücken.
Quintessenz des Abends: Theorie gut und schön und interessant, besser wäre es, dies alles einmal unter der Anleitung der erfahrenen Restauratorin selbst zu versuchen.
(Ninon Suckow)

Sa, 22.10.2016

Katharina Kippenberg. Verlegerin mit Format

Rilke nannte sie „Verehrte Insel-Herrin”: Katharina Kippenberg.

Die Leipziger Verlegerin Sabine Knopf kommt nach Mannheim und wird im Rahmen der Vortragsreihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" der Initiative Buchkultur, die in Kooperation mit der Pirckheimer-Gesellschaft  stattfindet, über das Leben und Schaffen von Katharina Kippenberg (1876—1947) erzählen. Ihr Vortrag lebt nicht nur vom Wort: angereichert mit vielen Bildern führt er auch in die legendäre Ära Kippenberg der ›Insel‹ von 1905 bis 1950, in der das Profil des heute noch bestehenden Verlages nachhaltig geprägt wurde. Virtuell erleben die Gäste ebenso die Schauplätze des Wirkens von Katharina und Anton Kippenberg: das alte Verlagsgebäude in Graphischen Viertel Leipzigs und das Wohnhaus mit dem berühmten Turmzimmer, in dem Rilke seinen ›Malte Laurids Brigge‹ diktiert hat. Der anmutige Sommersitz in Weimar neben Goethes Gartenhaus und schließlich die letzte Zuflucht im hessischen Marburg gesellen sich hinzu.
Der Anteil der Kippenbergs am Verlagsgeschehen wird durch die Abgrenzung der Arbeitsgebiete sichtbar gemacht. Für Anton sind dies vor allem die Buchkunst, die Goethe-Editionen, die Insel-Bücherei und das Geschäftliche, für Katharina die moderne deutsche und ausländische Literatur sowie der Kontakt zu den Autoren. Der Vortrag basiert auf dem Buch ›Katharina Kippenberg. Herrin der Insel‹, das Sabine Knopf herausgebracht hat. Wie sie selbst sagt, war ihr Anliegen dabei nicht nur die Würdigung der Lebensleistung Katharinas sondern auch die Erinnerung an die Zeit, als die ›Insel‹ als bedeutender deutscher Literaturverlag noch das Gesicht der Buchstadt Leipzig wesentlich mitprägte.

Vortrag: 25. Oktober 2016, 19 Uhr

Museum Bassermannhaus, C4, 9
68159 Mannheim

Do, 20.10.2016

21. Jahrestagung der AEB in Coburg

Confessionschrifft. Jena: Tobias Steinmann, 1599,
Exlibris: Albrecht, Herzog von Sachsen-Coburg
Ende Oktober findet die 21. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände (AEB) statt.
Die Landesbibliothek Coburg geht zurück bis auf Herzog Johann Ernst von Sachsen (1521-1553), dem jüngeren Halbbruder Kurfürst Johann Friedrichs des Großmütigen. Sie verfügt über prachtvolle ernestinische Fürsteneinbände, die im Zuge von Erbteilungen nach Coburg kamen und wertvolle Zeugnisse des dynastischen wie konfessionellen Selbstverständnisses unmittelbar nach Martin Luther darstellen. In Ergänzung zur Thüringer Landesausstellung „Die Ernestiner“ in Gotha und Weimar 2016 sowie im Vorgriff auf die Bayerische Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ 2017 in Coburg werden diese erstmals öffentlich gezeigt.
Aus Anlass der Tagung zeigt die Bibliothek die Ausstellung "Herr erhalte mich bei Deinem Wort. Dynastie und Konfession auf ernestinischen Fürsteneinbänden".

Tagung: 27. - 29. Oktober 2016
Ausstellung: bis zum 24.02.2017 

Landesbibliothek Coburg