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Bruno Kaiser

Pirckheimer-Blog

Bruno Kaiser

Do, 25.07.2019

Exlibris der Pirckheimer-Gesellschaft

Die Schöpferin eines 1971 an alle Pirckheimer ausgereichten Exlibris dieser Gesellschaft, Elizabeth Shaw, verstarb bereits 1992. Sie wurde am 4. Mai 1920 in Irland geboren und war seit 1944 mit dem deutschen Bildhauer u. Maler Rene Graetz verheiratet. 1946 übersiedelte sie nach Berlin, zunächst in den westlichen Bezirk Zehlendorf, später in die DDR nach Prenzlauer Berg, wo sie als Karikaturistin für den Ulenspiegel, Frischer Wind, Vorwärts, den Aufbau Verlag und das Neue Deutschland arbeitet. Neben Illustrationen zu Brechts Gedichten porträtierte sie 1959 die Mitglieder der Akademie der Künste. Gemeinsam mit Berta Waterstradt.schrieb sie ab 1962 Reportagen zu Städtereisen in die Sowjetunion, Bulgarien, England, Irland, Italien, Spanien, USA, Tansania und Frankreich in Das Magazin. 1963 erscheint ihr Kinderbuch Der kleine Angsthase, sie verfasste und illustrierte 24 weitere Kinderbücher und illustrierte Bücher von James Krüss, Gerhard Holtz-Baumert, Heinz Kahlau und Rainer Kirsch.

Das Exlibris zeigt Prof. Dr. Dr. h.c. Bruno Kaiser (1911 - 1982), Ehrenmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Seine Büchersammlung machte ihn zu einem der bedeutendsten bibliophilen Sammler in der DDR. Besondere Verdienste erwarb er sich durch die Wiederauffindung des größten Teils der Handbibliotheken von Karl Marx und Friedrich Engels.

Mi, 18.11.2015

... es ist angerichtet!


Der erste Koffer für den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der artbook.berlin ist gepackt. Wie der Kenner unschwer erkennt, ist vieles aus der Geschichte dieser Bibliophilen-Organisation dabei: Jahresgaben, darunter die erste von 1958 und die aktuelle aus diesem Jahr, Marginalien einschließlich des Reprints des Heftes 1 und sogar einige der legendären Speisekarten zu den Jahrestreffen. Und als Namen der Autoren und Künstler sind unter anderem zu lesen: Jürgen Kuczynski, Bruno Kaiser, Horst Kunze, Hans-Georg Sehrt, Lothar Lang, Alexander Olbricht, Frans Masereel, Werner Klemke, Axel Bertram, Egbert Herfurth, Matthias Gubig,  Angela Hampel und Karl-Georg Hirsch.
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Hinweis: Die Pirckheimer-Gesellschaft ist in der Kulturfabrik am Flutgraben in der 1. Etage an Stand 23 zu finden und teilt sich den Stand mit dem Berliner Bibliophilen Abend.

So, 28.09.2014

Gedanken zum Sinn bibliophilen Wirkens

Aus den Eröffnungsworten des Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft zum Jahrestreffen 2014

Die Pirckheimer-Gesellschaft ist in der DDR gegründet worden zu einer Zeit, die geprägt war von Hoffnungen auf demokratische Erneuerungen und freiheitliche Entwicklungen, von der Hoffnung, dass Kriege Geschichte sein werden und dass das Leben der Menschen von Gemeinschaft und Kultur bestimmt sein wird. Unter dem Dach des „Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ fanden sich Sammler und Kenner der Kunst und Literatur um Bruno Kaiser, Horst Kunze und andere zusammen, die Bibliophilie noch aus der Vor-Nazizeit kannten. An dieses vergangene, sehr lebendige und auch öffentlich wirksame Geschehen wollten sie anknüpfen, von jenem alten Schwung, der vom Ende des 19. Jahrhunderts, als die Bibliophilen sich erstmals organisierten, bis in die neunzehnhundertzwanziger Jahre die Bewegung beherrschte, wollten sie etwas herübernehmen in ihre Aktivitäten. Die frühen Pirckheimer hatten hohe Ziele: sie wollten die Qualität der Buchproduktion beeinflussen, sie wollten Maßstäbe setzen und Einfluss ausüben, sie rekrutierten Mitglieder in hohen Staatsfunktionen und ernannten sie zu Ehrenmitgliedern, sie waren mit den Institutionen des Staates gut verbunden, sie wollten die gesamte Gesellschaft mit prägen und voranbringen. Und sie taten das erfolgreich. Die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft machten das Thema Bibliophilie zu einem öffentlichen, sie vergruben sich nicht in ihre vier Wände, hinter ihren Schätzen, sondern gestalteten Ausstellungen, waren beteiligt an der Wahl der Schönsten Bücher, nahmen Einfluss auf Verlagsproduktionen, wirkten in Druckereien, in Bibliotheken und kritisierten Fehlentwicklungen in der staatlichen Kulturpolitik genauso wie das schlecht gemachte und auf schlechtem Papier gedruckte Buch, das auch in der DDR leider noch zu häufig zu finden war. Dass die Bücher aus der DDR international dennoch einen ausgezeichneten Ruf genossen, die sich zunehmend durch qualitativ hochstehende Buchgestaltung, gute handwerkliche Arbeit und hervorragende Illustrationen auszeichneten und häufig zu den schönsten der Welt gekürt wurden, ist somit auch ein Verdienst der Pirckheimer-Gesellschaft.
... welchen Sinn und Zweck hat unser Tun unter den heutigen Umständen?  ...