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Pirckheimer-Blog

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Sa, 14.10.2017

Das Bauhaus

Im Vorfeld des vielbeachteten 100jährigen Jubiläums des Bauhauses, welches im April 1919 in Weimar gegründet wurde, präsentiert das seit 15 Jahren in der Kirchgasse (Zürich) ansässige Antiquariat Biblion von Leonidas Sakellaridis und die dort neugegründete Galerie MERIDIAN von Christopher Pfleiderer und Christian Bartsch einen bemerkenswerten Gemeinschaftskatalog. Unterstützt wurde das Projekt vom Roten Antiquariat (Berlin) mit einem Angebot von seltensten Original-Publikationen und Unikaten.

Wie keine andere Kunstschule ist das Bauhaus zum Synonym für Darstellung und Gestaltung der Moderne geworden. Der Basler Architekt Hannes Meyer war von 1928 bis 1930 Direktor des seit 1925 in Dessau beheimateten Bauhauses, bevor er als Architekt und Stadtplaner in der Sowjetunion und Mexiko tätig war. Wie durch ein Wunder wurden die lange Jahre im Familienbesitz ruhenden und vor Jahren dem Vergessen anheimgefallenen Bücher und Archivalien des 1954 verstorbenen Hannes Meyer gerettet und können jetzt der interessierten Öffentlichkeit präsentiert und zum Verkauf angeboten werden.  Wir hoffen, dass dieser in der guten Tradition antiquarischer Entdeckungsarbeit und produktiver Kooperation entstandene Katalog auf wissenschaftliches und sammlerisches Interesse stoßen und den Bauhausgedanken weitertragen wird.

Die im Katalog angebotenen Objekte werden in einer Ausstellung in der Galerie MERIDIAN gezeigt.

Ausstellungseröffnung: 21. Oktober 2017, 17 Uhr
Ausstellung: 21. - 28. Oktober 2017

Di, 10.10.2017

Sabine Golde. Künstlerbücher carivari.

Das Buch als Bühne, auf der Worte inszeniert werden. Künstlerbücher als Behältnisse, um einen Kontext zwischen Text und Bild zu schaffen und als Objekt haptisch fassbar zu machen, das ist das Anliegen von Sabine Golde. Das Museum für Druckkunst zeigt in einer Einzelausstellung ausgewählte Werke der Buchkünstlerin aus über 25 Jahren.

Die Presse carivari wurde 1992 als Künstlergemeinschaft in Leipzig gegründet und seither sind Bücher und Raumarbeiten in Ausstellungen und Buchmessen im In- und Ausland zu sehen. Die Überschreitung der Grenzen des normalen Buches zeigt sich in ungewöhnlichen Ergebnissen dieses künstlerischen Mediums. Dabei werden traditionelle analoge Drucktechniken mit zeitgenössischen Digitalen kombiniert. Eine Inspiration ist die zeitgenössische Musik. Es entstanden, in kleiner Auflage, Bücher zu Texten und Kompositionen von John Cage und Erik. Andere Themen sind Lyrik – das Spektrum reicht von Hölderlin über Trakl, Bachmann bis Sandig – kurze Prosa, philosophische Essays und naturwissenschaftliche Exkurse.

Sabine Golde hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studiert und ist Professorin für Buchkunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

Eröffnung: 2. November 2017, 18 Uhr
Ausstellung: 3. November 2017 - 14. Januar 2018

Museum für Druckkunst Leipzig · Nonnenstraße 38 · 04229 Leipzig-Plagwitz

So, 08.10.2017

Moritz Götze in der Stralsunder Kulturkirche

Unter dem Titel Superstar " - Deutsche Bilder – Martin Luther bis Friedrich II" läuft noch bis zum 31. Oktober 2017 in der Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi eine faszinierende Ausstellung.
In den monumentalen Innenraum dieser gotischen Kirche platzierte der Hallenser Künstler Moritz Götze seine überwiegend großformatigen Werke. Diese phantasievollen und farbintensiven Bilder und Emaillearbeiten beleben seit Wochen diese Kulturkirche. Interessant ist, wie sich der international anerkannte Popartkünstler dem Reformationsjubiläum, vor allem Martin Luther und Lucas Cranach widmet. Außerdem befaßt er sich mit Friedrich II und verändert die herkömmliche Sichtweise auf Werke großer Malerkollegen früherer Jahrhunderte, so auch Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer.

Natürlich entdeckt der Pirckheimer-Freund auch hier bei Götze immer wieder Buch und Graphik, sowohl in seinen Arbeiten als auch in seinem Chaos-Arbeitsraum, den er unter eine gläserne Glocke steckte, unweit der Dokumentation seiner Tintenwurfaktion 2009 mit Bazon Brock auf der Wartburg (Fotos und Film).
Seit ich Anfang der 90er Jahre mit meiner Pirckheimer-Gruppe Arbeiten von Moritz Götze in der Galerie Hartwich (Sellin, damals noch in Saßnitz) entdeckte, erkenne ich seine Handschrift sofort wieder, sei es im Lichthof des Leipziger Messehauses "Specks Hof" oder im Neuen Theater Halle. Der vielseitige Künstler, der auch den Hasenverlag in seiner Heimatstadt Halle gründete und Lehraufträge zur Serigrafie auf Burg Giebichenstein und an der Pariser Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts erhielt, benennt seine Kunst Deutschen Pop, der auch die Popularisierung der deutschen Kunstgeschichte befördert.
Diese gewaltigen, nur auf den ersten Blick naiv wirkenden Bilder und Emaillen boten sommersüber in St. Jakobi vielen Veranstaltungen eine ganz besondere Kulisse. Wer das furiose Blues-Konzert der Memphis-Preisträger Georg Schroeter und Marc Breitfelder mit wechselnden Illuminationen der riesigen, aus 700 Teilen bestehenden Emailkomposition Victoria erlebte, kann sich nur wünschen, diese raumfüllenden Werke von Moritz Götze dauerhaft in der Stralsunder Kulturkirche zu wissen.
(Gisela Klostermann)

Einige Impressionen aus der Ausstellung hier.

Mo, 18.09.2017

Josef Hegenbarth, Weihung der Glocke, Aquarell und Leimfarbe, um 1922 (Ausschnitt)

Wem die Glocke schlägt - Das Lied von der Glocke

Mitte Oktober eröffnet Wem die Glocke schlägt - Das Lied von der Glocke. Gesungen von Friedrich Schiller (1799) | Gezeichnet von Josef Hegenbarth (1922) | Gezeigt von der Hegenbarth Sammlung Berlin (2017).

Die 33 reich gestalteten Blätter mit Illustrationen zu Schillers Gedicht werden erstmalig vollständig ausgestellt, begleitet von einem Band mit dem Gedichttext und allen Abbildungen. Sie präsentiert erstmals vollständig Josef Hegenbarths Folge der farbstarken, expressiven Aquarelle und Rötelzeichnungen von 1922.

Kinder und Familien werden zur beliebten Kindervernissage am Sonntag, 15. Oktober, 12- 14 Uhr eingeladen. Am Mittwoch, 8. November, 19 Uhr, wird Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Deutschen Schiller-Gesellschaft Marbach, unter dem Motto Wie klingt die Glocke heute? mit der Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Katja Schöppe-Carstensen über Rezeption und Aktualität dieses Klassikers der deutschen Literatur sprechen.

Vernissage 11. Oktober, 19 Uhr
Ausstellung: 11. Oktober 2017 - 27. Januar 2018

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin

Sa, 09.09.2017

Die Kugel - Bilder einer Ausstellung

Vorr Kurzem konnte hier eine Rezension des Pirckheimers Jörg-Heiko Bruns einer Ausstellung mit dem Titel "Die Kugel - Bruno Beye - Max Dungert – Günther Vogler und die Künstler der Magdeburger Kugel" mit Stücken aus der Sammlung Gruber vorgestellt werden, siehe hier.

Heute lieferte Gerd Gruber noch einige interessante Abbildungen, siehe hier

Do, 07.09.2017

Unbezeichneter Holzschnitt aus Die Kugel, Heft 2, Januar/Februar 1920
Bruno Beye, Café du Dome, Lithografie, 1926 / um 1960

DIE KUGEL

Bruno Beye- Max Dungert – Günther Vogler
und die Künstler der Magdeburger Kugel
Avantgarde in Mitteldeutschland um 1920

Eine Ausstellung der Cranachstiftung Wittenberg

Mitten im Luther-Getü(h)mmel der Stadt Wittenberg hat die Cranachstiftung unter Führung von Dr. Marlies Schmidt eine Ausstellung eröffnet, die außer den Rufen nach Veränderung aber auch gar nichts mit Martin Luther zu tun hat. Der in Wittenberg ansässige Sammler und Pirckheimer-Freund Dr. Gerd Gruber  hat in jahrelanger, fast kriminalistischer Forschungsarbeit neue Erkenntnisse und Dokumente über die Künstler der legendären Magdeburger Künstlervereinigung für neue Kunst und Dichtung DIE KUGEL, zu Tage gefördert. Alle in der kleinen Ausstellung gezeigten Grafiken und Dokumente stammen ausschließlich aus der Sammlung Dr. Gerd Gruber, die vom Land Sachsen-Anhalt in die Liste des national wertvollen Kulturgutes aufgenommen wurde.
Die Künstler der KUGEL traten seit der Gründung 1919 in Wort und Bild für eine Veränderung der Welt nach dem katastrophalen Ersten Weltkrieg ein und galten als eher linksgerichtet. Sie gaben, es erschienen nur zwei Hefte, die gleichnamige Zeitschrift mit Dichtung und Grafik heraus. Danach folgte eine „Nachgruppe“ mit dem Titel „Wir aber“. Erich Weinert als Mitglied und Johannes R. Becher als Gast waren für den literarischen Teil der Gruppe die bekanntesten Künstler. Die berühmte NOVEMBERGRUPPE in Berlin sah in der Kugel auch so etwas wie eine Ortsgruppe in Magdeburg.
Die Wittenberger Ausstellung, die 2018 auch im Magdeburger Literaturhaus gezeigt wird, konzentriert sich vor allem auf die Protagonisten Bruno Beye, Max Dungert und Günther Vogler. Während von Beye (1895–1976) (er war 1973 noch Gast des Pirckheimer-Jahrestreffens in Magdeburg und steuerte zur Grafik-Mappe Magdeburger Künstler für die Pirckheimer noch ein Selbstporträt bei) etwas mehr bekannt ist und auch Publikationen über ihn vorliegen, sieht das bei Max Dungert (1896–1945) und Günther Vogler (1895–1945) schon wesentlich magerer aus. Das konnte nun verändert werden, denn die Cranach-Stiftung gab einen 68-seitigen Katalog mit neuesten Erkenntnissen der Gruberschen Forschung heraus, so zum Tod von Max Dungert und Günther Vogler 1945, den Innenraumgestaltungen Dungerts für die Architekten Rosenthal und Gellhorn, das in der Nazihaft geschriebene Tagebuch Voglers und vieles andere mehr.
So schnell DIE KUGEL als maßstabsetzende Künstlergruppe in der Provinz aufblühte, so kurz war auch ihre Existenz. Nachdem die drei wichtigsten Künstler Magdeburg verlassen und nach Berlin und später ins Sauerland gingen, schleppte sich die Arbeit der Kugel auf Sparflamme bis 1923 hin. Trotz der kurzen Lebensdauer gehört die KUGEL zu den wichtigsten Impulsgebern in der Kunst nach 1918.

(Jörg-Heiko Bruns)

Zur Ausstellung erschie ein Katalog. 68 Seiten (A4-Format), Preis 10 Euro, zu beziehen über die Cranach-Stiftung Wittenberg.

Einige Bilder der Ausstellung können hier betrachtet werden, die Abb. wurden zur Verfügung gestellt von Gerd Gruber.

Ausstellung: 26. August - 15. Oktober 2017

Cranach-Stiftung Wittenberg
Markt 4 | 06886 Lutherstadt Wittenberg

Mi, 06.09.2017

entwerter/oder, Nr. 33, Berlin 1989
Numeralien

John Gerard, Uwe Warnke – neben-, mit-, füreinander

PAPIER, BUCH, ZEITSCHRIFT

Unter diesem Thema wird eine Ausstellung in Offenbach stehen.

Uwe Warnke, Autor, und Verleger, 1956 in der DDR geboren, gibt ab 1982 in Berlin im Untergrund die Künstlerzeitschrift „entwerter/oder“ heraus. Die Zeitschrift entstand in einem Biotop von Kreativen, die gegen staatliche Repressalien und geistige Einengung aufbegehrten. 1990 gründete er den Uwe Warnke-Verlag, der 1991 mit dem V.O.Stomps-Preis ausgezeichnet wurde. In intensiver Zusammenarbeit mit Künstlern wie Ottfried Zielke, Gerhild Ebel und John Gerard entstehen Bücher in kleinen Auflagen oder als Unikat, die oftmals serielle Texte des Autors Uwe Warnke zum Inhalt haben. Warnke gehört als homo politicus zu den Künstlern, die regen Anteil an politischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Prozessen nehmen und diese stets kritisch hinterfragen.

Papier ist das Medium von John Gerard (*1955). Der gebürtige Amerikaner lebt und arbeitet seit Mitte der achtziger Jahre in Deutschland. Seine handgeschöpften Papiere mit ihren farbigen Aufschöpfungen oder Einsprengungen sind nicht mehr bloße Beschreib- oder Bedruckstoffe, sondern geben seinen Büchern ihre künstlerische Ausdrucksform. Gerards Papiere spüren Inhalten nach und loten die Texte seiner Bücher aus. Neben freien Arbeiten umfasst Gerards Œuvre zahlreiche Künstlerbücher, oftmals auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, so mit Fritz Best, Bodo Korsig und Ottfried Zielke.

Nachdem sich Uwe Warnke und John Gerard 1991 auf der Minipressenmesse in Mainz kennengelernt hatten, entstand ihr erstes gemeinsames Buch „Numeralien“, seitdem entstanden etliche gemeinsame Bücher. Beide Künstler sind Netzwerker und Kommunikatoren innerhalb der heterogenen Buchkunstszene. Augenscheinlich wird ihr Zusammenspiel auch auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie seit mehr als 20 Jahren einen Doppelstand betreiben: zwei denkbar unterschiedlich in Ihrem Wirken ausgerichtete Antreiber der Szene finden sich zusammen; der eine aus den USA stammend, seit seinem Studium in Bonn in der Kunstgeschichte fast ebenso vertieft wie in seine Papierkunst; der andere in Ostberlin verlegerisch aktiv, um die Gesellschaftsverhältnisse vor wie nach der Wende kritisch zu beleuchten. Dieser Mix der politisch-territorialen Verankerung wird umspielt von Gerards frühzeitigem Arbeiten in der Künstler-Werkstatt Bethanien, Berlin, und der gezielten Orientierung Warnkes in den Westen, Deutschland wie die USA, um seinen Aktionsradius zu erweitern. Die Ausstellung zeigt einen Überblick über das langjährige Buchschaffen beider Künstler. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaftsarbeiten, zu sehen sind jedoch auch Werke, die unabhängig voneinander entstanden sind.

Ausstellung: 16. September - 5. November 2017

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 31.08.2017

Bertolt Brecht
Rainer Ehrt

Eine Ausstellung zum Pirckheimer-Jahrestreffen

Am Vorabend und aus Anlass des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft wurde heute in der Landesbibliothek Potsdam mit Grafik aus den Künstlerbüchern von Rainer Ehrt eröffnet.

Nach kurzen Eröffngsworten der Direktorin Marion Mattekat, die Ihrer Freude Ausdruck gab, diese Ausstellung und die Pirckheimer in Potsdam begrüßen zu können und einer Begrüßung durch Ralph Aepler, der u.a. auch darauf verwies, dass mit der Mitgliedschaft von Rainer Ehrt eine lange bestehende Notwendigkeit Erfüllung fand, rezitierte Rainer Ehrt eindrucksvoll Verse des 2015 verstorbenen Freundes, Schriftsteller und Lyrikers Rainer Kirsch - ein Höhepunkt der Vernissage!

Ausstellung: 31. August - 14. Oktober 2017 | Jahrestreffen: 1. - 3. September 2017

Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam | Hauptbibliothek, EG, Foyer

Für weitere Informationen und Fotos siehe hier.

 

Mo, 28.08.2017

Klaus Ferentschik - Bisquitkrümel

Das Herbstprogramm der PalmArtPress startet mit der ersten Veranstaltung am Sa. 9. September mit der Vorstellung der Neuerscheinung "Bisquitkrümel". Es wird von Klaus Ferentschik (Lesung) und Horst Hussel (Ausstellung) präsentiert. "Musica Responsa" (Heidemarie Wiesner, Klavier, und Waltraut Elvers, Bratsche) werden den Abend umrahmen - natürlich wartet hinterher wieder ein Buffet inklusiv Getränke auf die Teilnehmer.

Bei diesen Bisquitkrümeln handelt es sich um 77 literarische Miniaturen bzw. Mikroromane; so kurz, dass es kürzer kaum geht und trotzdem alles darin steht. Ohne Scheu erzählen sie – auf teils humorvolle, teils aber-, für- & irrwitzige, teils traurige, teils ironische, teils sarkastische, teils vulgäre, teils mörderische (u. v. m.) Weise – von vorstellbaren und unvorstellbaren Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der erdenklichen und unerdenklichen Art. Die sie illustrierenden Tuschezeichnungen hat Horst Hussel eigens dafür geschaffen.

ISBN: 978-3-941524-93-4 | Miniaturen | 90 Seiten | Klappenbroschur | € 20

Vorzugsausgabe mit Radierung von Horst Hussel | Auflage 33 Exemplare | € 70

PalmArtPress | Pfalzburger Str. 69, 10719 Berlin

So, 27.08.2017

Schriller Dichterfürst

Der junge Gerhart Hauptmann in der Villa Lassen, eine gedruckte Fotografie, das Klischeeraster ist zu erkennen. So ist sie im Gerhart-Hauptmann- Museum Erkner zu sehen und nun bis 3. Oktober auch noch auf der Burg Beeskow in der Ausstellung „Gerhart Hauptmann und seine Bilderwelten“. Diese ist aus dem freien Künstler- Pleinair hier vor Ort mit vier deutschen und drei polnischen Künstlern im September 2016 hervorgegangen. So kennt man den Dichter: fliehende Stirn, darüber wie ein Heiligenschein im Halbkreis der Haarkranz, der sich zu der charakteristischen Mähne entwickeln wird, ernster, bedeutungsvoller Blick. Für den 1966 in Kamienna Gora (Polen) geborenen Fotografen Janusz Jaremen war dieses Bild in der Villa Lassen in Erkner die Inspiration und das Material für ein eigenes Kunstwerk. [ ... ] So wie Janusz Jaremen versucht sich auch der Leipziger Wolfgang Böttcher, Jahrgang 1948, mit „Der Dichterfürst“ als Denkmal auf einer teilweise vergoldeten Gouache direkt der Person zu nähern. Von Erika Stürmer- Alex, der 1938 geborenen und zwischen 1992 und 2015 vielfach mit Preisen geehrten „Grand Dame“ der brandenburgischen Künstlerschaft, ist eine mit leichter Hand ausgeführte, sensible Tuschzeichnung „Porträt G. Hauptmann 2“ zu sehen. Porträts finden sich weiterhin in Gemälden bei Marchin Znamienkiewicz, geboren 1972, in „Brief“, bei Janusz Jaremen in „The man with green glasses“ und bei Janusz Konecki, 1954 geboren, in „G. Hauptmann“. [ ... ] Die 1952 geborene Brigida Böttcher zum Beispiel wartet mit „Pippa“ und „Rose B“ auf, großformatigen, dekorativen Acrylbildern mit grazilen puppenhaften Gestalten, die in ihrer Eleganz ins Heute gerückt sind. Die Ausdrucksweisen der sieben Künstler reichen von dem skurril verfremdeten Realismus bei Brigida Böttcher bis zu vollständig abstrakten Darstellungen. Thematisch geht es ebenfalls von konkreten Bezügen bis zu Verallgemeinerungen, die Stimmungen oder Grundhaltungen wiedergeben. Ein besonders ausdrucksvolles Beispiel bietet die 1947 geborene Bildhauerin Sylvia Hagen, die zwei Mal den Brandenburgischen Kunstpreis erhielt. [ ... ]

Für Burgdirektorin Florentine Nadolni ist es ganz wichtig, dass auf der Burg Beeskow nicht nur Ausstellungen gezeigt werden, sondern dass hier seit den frühen 90er-Jahren auch Kunst entsteht. „Hier ist der Ort, von dem man sich inspirieren lassen kann, zu künstlerischer Arbeit, die in Gemeinschaft mit anderen Künstlern eine eigene Dynamik erfährt, welche sich dann in den Werken widerspiegelt.“

(Elke Lang in MOZ, 17.8.2017, S. 18)

Sa, 19.08.2017

Illustration von Klaus Ensikat zum Buch »Jeder nach seiner Art«  (Text: Hoffmann von Fallersleben), Beltz & Gelberg 1991

Klaus Ensikat zum Jubiläum

Klaus Ensikat wurde 1937 in Berlin geboren und absolvierte hier Anfang der 1950er Jahre in der DDR eine Ausbildung als Dekorateur. Es folgte ein Studium an der Fachschule für Angewandte Kunst und eine Anstellung als Werbegrafiker bei der DEWAG. Bevor er sich ab 1965 als Grafiker selbständig machte, dozierte er an der Berliner Fachschule für Angewandte Kunst. Mit all diesen Erfahrungen »im Gepäck« widmete sich Klaus Ensikat schließlich der Buchkunst im umfassenden Wortsinn. Er illustrierte für zahlreiche literarische Werke (u.a. Edgar Allan Poe, Mark Twain, Jules Vernes, Lewis Carroll oder Edward Lear), gestaltete Einbände und Titelblätter und arbeitete weiterhin für Zeitschriften (u.a. »Das Magazin« und »Eulenspiegel«). Für sein illustratives Werk wurde ihm 1996 die höchste Anerkennung zuerkannt: der »Hans-Christian-Andersen-Preis«, der sogenannte »Nobelpreis für Illustration«. Im Januar 2017 wurde Klaus Ensikat achtzig Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums eines Grafikers und Illustrators, der Generationen von Bilderbuchleserinnen und -lesern visuell geprägt hat, zeigt das Bilderbuchmuseum Troisdorf eine monographische Ausstellung. Dabei wird ein umfangreicher Ein- und Überblick über das Bilderbuchoeuvre Ensikats ermöglicht.

Ausstellung: 09. September - 12. November 2017

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Do, 17.08.2017

Geschichte(n) in Bildern

Nur noch bis nächsten Freitag ist die Ausstellung "Geschichte(n) in Bildern" in der Leipziger Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz zu sehen. Neben Graphic Novels aus dem Bestand der Bibliothek sowie Flugblättern und Bilderbogen aus dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum, werden in den Vitrinen zahlreiche Objekte aus dem Museum für Druckkunst gezeigt. Diese veranschaulichen den Hoch-, Tief- und Flachdruck und zeigen wie Bilder aufs Papier gelangen können. Wer die passenden Maschinen dazu sehen möchte, muss jedoch ins Museum in die Nonnenstraße gehen.

Ausstellung: 30. März - 25. August 2017

Leipziger Stadtbibliothek | Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11 | 04107 Leipzig

Museum für Druckkunst Leipzig | Nonnenstraße 38 | 04229 Leipzig

Mi, 16.08.2017

Matthias Haberzettl (lks.) und Wolfgang Grätz, Foto: Lisa Stöhr

Klemke-SchülerInnen in Ffm

Ausstellungseinführung 5 bedeutene Klemke-SchülerInnen, gestern Abend in der Büchergilde-Buchhandlung Ffm:

Matthias Haberzettl erzählte zunächst über Werner Klemke, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Zu seinem Leben gehört nicht nur seine umfangreiche Arbeit als Buchillustrator, sondern auch seine langjährige Lehrtätigkeit. Um davon zu erzählen, waren zwei der fünf ausgestellten Klemke-SchülerInnen vor Ort: Dagmar Zemke und Hans-Joachim Behrendt.

Haberzettl erzählte aber auch davon, dass Klemke während seiner Zeit in der Wehrmacht begann, für verfolgte Juden Dokumente zu fälschen. Auf diese Weise rettete er etwa 300 Menschen das Leben, erzählte aber nach dem 2. Weltkrieg nie davon. Erst lange nach seinem Tod fand eine Dokumentarfilmerin Aufzeichnungen dazu.

Weitere Fotos hier.

Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt | An der Staufenmauer 9 | 60311 Frankfurt/M

Fr, 11.08.2017

Das Plakat zur Ausstellung.
Das Plakat zur Ausstellung.

Neueste Bilder, die Litteratur betreffend

Der Grafiker und Buchkünstler Rainer Ehrt zeigt in Kooperation und im Rahmen der Jahrestagung der Pirckheimer Gesellschaft in Potsdam unter dem Thema "Neueste Bilder, die Litteratur betreffend - Druckgraphik & Zeichnungen" Bilder seines umfangreichen buchkünstlerischen Werkes zum Thema Literatur. Am ersten Tag des Jahrestreffens  präsentieren Buchkünstler, Verlage und Antiquariate ihre Produkte im Foyer der SLB, unter anderem auch Rainer Ehrt.

Ausstellung: 31. August - 14. Oktober 2017 | Jahrestreffen: 1. - 3. September 2017

Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam | Hauptbibliothek, EG, Foyer

Sa, 05.08.2017

Up and Down – Die Avantgarde von Heute als Salonkunst von Morgen?

Zur Finissage der Ausstellung Up and Down wird vom Pirckheimer Hartmut Andryczuk eine im Hybriden-Verlag erscheinende Edition von an der Ausstellung beteiligten KünstlerInnen präsentiert. Besucher haben darüber hinaus noch einmal die Gelegenheit, die gleichnamige und von An Paenhuysen kuratierte Ausstellung zu sehen.

Sie präsentiert künstlerische Positionen, die sich im flirrenden Spannungsfeld zwischen Subkultur, Hochkultur und Mainstream bewegen. Sie stellen die ihnen zugrunde liegenden Mechanismen in Frage und erkunden den Verhandlungsraum solcher Zuschreibungen. Wann gilt etwas als Hochkultur? Und wann als Subkultur? Ist Subkultur authentischer als Kitsch, Glamour und Pop? Wo vermittelt die „Verpackung“ ihre Botschaften? Gezeigt werden künstlerische Arbeiten, die solche Kategorisierungen in Bewegung setzen, oder diese in Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten neu formieren.

Finissage mit Buchpräsentation: 6. August 2017, 16 Uhr

Kindl -Zentrum für zeitgenössische Kunst | Am Sudhaus 3, 12053 Berlin