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SchumacherGebler

Pirckheimer-Blog

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Do, 03.10.2019

Eberhard Hartwig: Faszination Druckkunst. Holzschnitt, 29,7 x 42 cm

Druckkunstmappe 2019

Die erste Druckkunstmappe 2019 in limitierter Auflage von 19 Exemplaren ist fertig! Neun Buchdruckwerkstätten haben sich zusammengefunden, um zehn Druckwerke im Buchdruckverfahren gemeinsam zu präsentieren. Alle Werke entstanden für den bzw. am ›Tag der Druckkunst‹, dem 15. März 2019, in den jeweiligen Werkstätten.

Die Mappe im Format 50 cm × 70 cm wird vertrieben über die Manufaktur Willi Beck entweder
- gegen Rechnung für 80 Euro inkl. MwSt., Verpackung und Versand oder
- gegen eine Spende ab 60,– Euro auf das Konto des Verein für die Schwarze Kunst e.V., Ostsächsische Sparkasse Dresden, IBAN DE8005 0300 0221 0680 66.
Die Verteilung der 19 Exemplare erfolgt nach Datum der Bestell-E-Mail. Die Einnahmen werden genutzt, um noch mehr jungen Menschen mit einem Stipendium eine Walz zu unseren zwischenzeitlich 17 kooperierenden Werkstätten, die ehrenamtlich ihr Wissen weitergeben, zu ermöglichen.

Die Mappe enthält folgende Drucke (Reihenfolge vom kleinen zum großen Format):
1. Offizin Haag-Drugulin Graphischer Betrieb GmbH, Dresden: Initial aus der Zeit um 1880, Eckehart SchumacherGebler.
2. Slowtype, Ludwigshafen: Das Meer. Holzschnitt, Wolfgang Vogel.
3. Druckgraphik-Atelier, Berlin: Faszination Druckkunst. Holzschnitt, Eberhard Hartwig.
4. Manufaktur Willi Beck, Dachau: Freiheit, Willi Beck.
5. 62 zweidrittel, Mainbernheim: Formsatz zum Thema Grenzen, Conny Hügelschäffer.
6. Offizin Alpirsbach: Stärker noch als das Blei in der Flinte, Maite Kilgus.
7. The Fork and Broom Press, Stemwede-Oppenwehe: Peter Panter. Linolschnitt, Annette C. Dißlin.
8. Die Druckwerkstatt Mosbach e.V.: Der Drucker ist froh und stolz, Karl Kretschmer. Holzschnitt, Berndt Pfeifer.
9. Buchdrucklabor der Beuth Hochschule für Technik, Berlin: Einladungsplakat, Anne König.
10. The Fork and Broom Press, Stemwede-Oppenwehe: Diverse Holzlettern, Annette C. Dißlin.

Do, 23.05.2019

Eine sehr kalligraphische Kursiv, die heute als Handsatzschrift nur noch selten anzutreffen ist. Sie wurde vor rund 110 Jahren von Walter Tiemann, dem feinsinnigen Schriftkünstler, Typographen, Lehrer und, zusammen mit Carl Ernst Poeschel, Herausgeber der janus-Presse, entworfen.

7. Dresdener Schriftenfest

Inhaltlich knüpft das Schriftenfest an die Themen des Vorjahres an. Es geht um die Formen der Schriften, deren Lesbarkeit, Erkennbarkeit, aber auch deren individuellen Charakter.

Den Auftakt machen Artur Dieckhoff und Jürgen Bönig mit einem Bericht und einem Film über ihre Funde in der bereits 1632 (!) gegründeten Druckerei J. J. Augustin in Glückstadt, die wie die Offizin Haag-Drugulin ein Hort an exotischen, also nicht-lateinischen Schriften war. Einen kleinen Eindruck vermitteln Schriftproben beider Firmen in unserer Ausstellung. Gezeigt wird eine kleine Zahl seltener Proben, darunter auch solche von Jean Midolle

Zwei Persönlichkeiten, die auf den Gebieten Typographie, Schriftentwurf, Kalligraphie wie auch als Dozenten geradezu Bewundernswertes geleistet haben, wollen wir hier gedenken: Hildegard Korger und Axel Bertram

Mit Indra Kupferschmid und dem Schriftdesignerund Pirckheimer Dan Reynolds wurden zwei versierte und sehr kompetente Referenten für die Schriftvorträge gefunden. Darin geht es einmal um die >Forrna<, eine verhältnismäßig junge Grotesk, die zwischen 1966 und 1970 unter der Leitung von Aldo Novarese von einem Designerteam entworfen wurde und bei der Schriftgießerei Nebiolo als Bleisatzschrift herausgekommen ist. 

Ein weiterer Vortrag ist Jean Midolle gewidmet, diesem Tausendsassa, dessen schier unerschöpfliche Phantasie und Vorstellungsgabe die kuriosesten Alphabete hervorbrachte. Er hinterließ ein umfangreiches Schriftenwerk, das einzigartig, doch heute selbst Kennern vielfach unbekannt ist. 

Johann Gottlob Immanuel Breitkopf wurde im November vor 300 Jahren in Leipzig geboren. Anlaß, Person und Gießerei hier zum Thema zu wählen. Breitkopf war ein ideenreicher Mann, er befaßte sich mit dem Notensatz und hat Versuche unternommen, Landkarten mit typographischem Material zu erstellen. Nicht ganz spannungsfrei war das Verhältnis zu seinem Kollegen Johann Friedrich Unger in Berlin. 

Die veränderten Drucktechniken - Bleisatz und Buchdruck gibt es heute fast nicht mehr - werfen die Frage auf, wie sich die handwerklichen Berufe - Schriftgießer, Bleisetzer, Buchdrucker - erhalten lassen. Eine ausführliche Diskussion dazu am Sonntag vormittag.

Schriftenfest Dresden: 15./16. Juni 2019

Offizin Haag-Drugulin Dresden
Großenhainer Str. 11a, 01097 Dresden (im Gebäude der früheren Schriftgießerei Typoart

Formular für Anmeldung

Fr, 21.12.2018

PF 2019

Um die Vorderseite (Abb.) ranken sich zwei Geschichten, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen .• Vor einiger Zeit erhielten wir einen Anruf. Eine Dame berichtete am Telefon, die Werbeagentur, in der sie tätig war, habe ihre Arbeit eingestellt. Übrig geblieben seien nur vier, fünf Kartons mit Fachbüchern: Typographie, Schrift etc. Niemand habe Interesse daran, aber bei uns wären sie doch gut aufgehoben. Einzige Bedingung: Abholung! Die Sichtung förderte zwei Musterbücher zutage, keine Schriftmusterbücher, sondern solche für Messinglinien, herausgegeben von der Firma Berthold in Berlin (1894) und der fast unbekannten »Berliner Messinglinien-Fabrik Aktiengesellschaft« (1891), die zwei Jahre später mit Berthold vereint wurde. Welche Raritäten! • In diesem Jahr nun, und das ist die zweite Geschichte, wurde uns das Glück zuteil, diese phantasievollen Ornamente nicht nur auf Papier vor uns zu haben, sondern als reale, zum Druck verwendbare Messinglinien. Den Schatz, er präsentiert sich auch in einem richtigen »Schatzkästchen«, verdanken wir Christa Frohburg, als sie die 1842 gegründete Buchdruckerei Roßberg in Frankenberg nicht weiter fortführen wollte. Ganz lieben Dank an Frau Frohburg .• In gleicher Weise gilt unser Dank Gudrun Zapf-von Hesse für eine frühe Kniehebelpresse von Christian Dingler. Sie stand im Arbeitszimmer ihres Mannes, die sie an uns weiterreicht im Sinne der freundschaftlichen Verbundenheit mit Hermann Zapf über viele Jahrzehnte. Sie wurde eingeweiht auf dem letzten Schriftenfest mit dem Text von Beatrice Ward: » This is a Printing Office « gesetzt in der seltenen »Spectrum« .• Wie 2017 haben auch dieses Jahr Mitarbeiter der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) uns besucht, um die Atmosphäre, den typischen Duft, einer traditionellen Buchdruckerei zu erleben. 
(SchumacherGebler)

So, 20.05.2018

Schriftenfest Dresden 2018

Das nebenstehende Titelbild der Einladung zum Schriftenfest 2018 zeigt Alphabete einer Schrift, die heute im Handsatz selten anzutreffen sind. Beide gehören zur Corvinus, einer Antiqua mit klassizistischen Zügen, die von Imre Reiner entworfen wurde und 1934 bei der Bauerschen Gießerei herauskam. Reiner hat bei Ernst Schneidler studiert – gewisse Ähnlichkeiten mit dessen Schrift Kontrast sind also kein Zufall. Ebenfalls kein Zufall ist der Name der Schrift. Reiner, in Ungarn geboren, erinnert mit ihm an Matthias Corvinus, ungarischer König von 1443 bis 1490, ein kunst­sinniger Herrscher, der mit der Bibliotheca Corviniana die größte Sammlung wissenschaftlicher Schriften der damaligen Zeit schuf.

Inhaltlich setzt das Programm die Themen des Schriftfestes des Vorjahrs fort: Lesbarkeit, Erkennbarkeit der Zeichen – auch das Schriftschreiben als solches.
Erste Programmpunkte würdigen Schrift- und Plakatmaler der DDR-Zeit. Zentrum der Ausbildung war die Betriebsschule der Deutschen Werbe- und Anzeigen­gesellschaft, an der Andreas Frohloff sowohl Schüler als auch Lehrer war. Die Tätigkeit an dem Institut zu dokumentieren, hat er sich zusammen mit Fritz Grögel zum Ziel gesetzt.
Eckehart SchumacherGebler wird über »Morris, Walker, Cobden-Sanderson – und was aus der Initiative der Arts and Crafts-Bewegung wurde« sprechen. Ebenfalls um Schrift, aber auch um Grafik geht es, wenn uns Gabriele Netsch einen Blick werfen läßt in die Schatzkammer der Deutschen Nationalbibliothek und dem »Nachlaß zu Lebzeiten – drei Künstler der DDR – Axel Bertram, Egbert Herfurth und Gert Wunderlich«.
Weiterhin: Können Dyslexie-Fonts von legas­thenen Menschen schneller als Standardschriften gelesen werden? Dieser Frage ist Bettina Andresen mit der Hilfe eines Lesbarkeitstests nach­gegangen, der vom MIT entwickelt wurde. Rosalie Heinen beschäftigt zusammen mit Ulrike Borinski die Frage: Was macht einen Physiktext für sprachschwache Schüler so schwierig?

Näheres hier.

Do, 10.05.2018

Deutsche Buchkunst im frühen 20. Jahrhundert

Seit gestern ist in Heidelberg eine Ausstellung zur Buchkunst des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland zu sehen.

Im Zentrum der von Jürgen Franssen (einem neuen Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft) kuratierten Ausstellung stehen die Drucke der deutschen Privatpressen, zu der Wolfram Benda unter anderem mit der Bibel der Doves Press und dem Hamlet der Cranach-Presse wichtige Leihgaben beigesteuert hat. Auch Eckehart SchumacherGebler, der zur Eröffnung anwesend war, beteiligte sich mit Leihgaben an der Ausstellung, genau wie das Mainzer Gutenberg-Museum, welches verschiedene Drucke der Kelmscott Press zur Verfügung stellte und die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart mit Exponaten zu Ernst Schneidler.
Die Ausstellung stellt jedoch nicht nur die ›Privatpressen‹ vor, sondern beleuchtet auch deren Kontext, wie das Aufkommen der Buchkunstbewegung in den Jahren um 1900, die Diskussion um eine Erneuerung der Schrift- und Buchgestaltung sowie den Umbruch gleichsam mit Hilfe der ›Kultur-Verlage‹ wie dem Insel- und dem Eugen Diederichs Verlag.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Universitätsbibliothek und in der ›Virtuellen Ausstellung‹. Über die Hintergründe und mit der Ausstellung verbundenen Anliegen informiert auch ein mit Jürgen Franssen geführtes Interview im Blog der UB.

Ausstellung: 9. Mai 2018 – 10. Februar 2019

Universitätsbibliothek Heidelberg
Plöck 107-109, 69117 Heidelberg

So, 17.12.2017

3. Advent

Mit dem 3. Advent beginnt die Zeit, in der sich vermehrt Weihnachts und damit verbunden die ersten Neujahrsglückwünsche im Briefkasten finden, die gern in den nächsten 14 Tagen hier vorgestellt werden. Den Anfang macht ein Wunsch des Pirckheimers SchumacherGebler.
Sander Pinkse stellte dabei freundlicherweise die Vorlagen der historischen Werkzeuge und Gerätschaften des Handsetzers und Buchdruckers zur Verfügung, entnommen: >Machines en Gereedschappen< von 1912 der Lettergieterij >Amsterdam< - N. Tetterode.

Mi, 06.09.2017

Heinz Hellmis. Schrift und Buchkunst als Lebenswerk

Die Herausgeberinnen Linde Kauert und Dr. Brigitte Hammer stellen inmitten der Ausstellung ›Lose und gebundene Kunst der Edition ZWIEFACH‹ das Buch ›Heinz Hellmis. Schrift und Buchkunst als Lebenswerk‹ vor.

2007 gründete Heinz Hellmis (1935-2014) zusammen mit Linde Kauert die Edition ZWIEFACH. Drei Jahre nach seinem Tod wird jetzt das Buch ›Heinz Hellmis. Schrift und Buchkunst als Lebenswerk‹ veröffentlicht. Schon mit 16 Jahren stand der spätere Buchgestalter im Ruf eines Wunderkindes bezüglich seiner Fähigkeiten im Schriftenschreiben. Er hat mit geschriebenen und gezeichneten Alphabeten, gezeichneten und handgeschriebenen Vorlagen für Buchtitel, kalligrafischen- und typografischen Arbeiten ein vielseitiges und umfangreiches Lebenswerk geschaffen, das in diesem Gedenkbuch dargestellt wird. Es basiert weitgehend auf den Entwürfen, die Heinz Hellmis noch eigenständig entwickelt hatte und ist somit das letzte Buch in der Reihe der ›Kiebitzbücher‹ der Edition ZWIEFACH.Es enthält ca. 240 Abbildungen und Texte von Roland Berger, Gotthard Erler, Elmar Faber, Brigitte Hammer, Jürgen Jahn, Linde Kauert, Elke und Lothar Lang, Kuno Lomas, Katharina Pieper, Richard Pietraß, Ursula Popp, Günther H.W. Preuße, Astrid Priebst-Tröger, Wolfgang Rasch, Klaus Schirrmeister, Marlies Schnaibel, Eckehart SchumacherGebler, Eva Strittmatter, Hans Ticha, Silvia Werfel, Hans-Jürgen Willuhn, Carsten Wurm.

Das Buch kann hier bestellt werden.

Ausstellung: 1. September - 26. Oktober 2017
Buchvorstellung: 27. September 2017, 17.00 Uhr

Bezirkszentralbibliothek ›Mark Twain‹ | Artothek Marzahner Promenade 52-54 | 12679 Berlin (im Freizeitforum Marzahn)

So, 28.05.2017

Jikji

Nicht jeder hierzulande weiß, wem die Menschheit die Erfindung des Druckens zu verdanken hat, die unsere Welt so grundlegend veränderte. Weniger noch ist bekannt, dass bereits 200 Jahre früher in Korea mittels Sandgussverfahren Lettern hergestellt wurden, mit denen man auf ähnliche Art drucken konnte. ›Jikji‹ lautet der Titel des nur in einem einzigen Exemplar erhaltenen Buches, das im Heungdeok-Tempel in Cheongju 1377 gefertigt wurde und zum Weltkulturerbe zählt. Das Ereignis wird alle zwei Jahre im großen Stil mit dem Internationalen ›Jikji‹-Festival in Cheongju gefeiert, worüber Jung-Ja Holm aus Korea beim 5. Dresdener Schriftenfest berichten wird.

Der Schwerpunkt des diesjährigen Schriftenfestes ist Lesbarkeit, ein zentrales Thema für alle, die mit der Vermittlung von Wissen zu tun haben. Das Wort Petrarcas kommt einem in den Sinn: »Ich will nicht, dass man ohne Mühe lese, was ich nicht ohne Mühe geschrieben habe«. Diese Mühewaltung, die er einfordert, bezieht sich aber auf den textlichen Inhalt, auf die Auseinandersetzung mit seinen Gedanken und Vorstellungen, nicht auf den Prozess des Lesens als solchen. Diesen leicht und flüssig, so mühelos als nur denkbar zu gestalten ist Aufgabe der Typographie und der Typo­graphen. Konkret besteht sie in der Gliederung und Aufbereitung einer visuellen Information im Sinne unmissverständlicher und rascher Aufnahme durch den Rezipienten und, ganz wichtig, in der Einbeziehung der zu verwendenden Materialien, Schrift, Bild, Papier etc. Auch sie sind Teil der Typographie.

5. Dresdener Schriftenfest: 17./18. Juni 2017
 
Offizin Haag-Drugulin Dresden
Großenhainer Straße 11a 01097 Dresden
(im Gebäude der früheren Schriftgießerei Typoart)

Fr, 23.12.2016

Mit allen guten Wünschen ...

... für ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2017

Auf die Zukunft gesetzt hatten Eltern wie Taufpaten bei der Namensgebung der neuen Groteskschrift, die Paul Renner (1878-l9550) Mitte der zwanziger Jahre für die Bauersche Gießerei in Frankfurt entworfen hat. Ihr Optimismus sollte in Erfüllung gehen: Die ››FUTURA« zählt nicht nur zu den meistverwendeten Schriften weltweit, mit 22 Garnituren übertrifft sie an Umfang auch die Univers. - Der halbfette Schrift erschien Mitte 1927, die magere und fette Version etwas später im gleichen Jahr. 2017 können wir den neunzigsten Geburtstag der illustren Dame feiern - keineswegs als »Dinner for one«.
Das Gutenberg-Museum in Mainz widmet der Futura eine umfassende Ausstellung.
Doch werfen wir einen Blick zurück: ln der Zeit des Bauhauses setzte eine intensive Suche nach neuen Formen von Groteskschriften ein. Es entstanden die »Erbar-Grotesk« (1924) und die »Kabel« von Rudolf Koch (l927). Renner war damals Leiter der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker in München, als Robert Hegner und Siegfried Buchenau ihn 1924 in seinem Atelier besuchten. Angesichts der vorgelegten Entwürfe drängten sie ihn, eine »Schrift unserer Zeit« zu schaffen. Das ist sie noch immer.
Die Abbildung zeigt die halbfette Futura, ein Klick auf die Abb. zeigt auch die Rückseite mit der Futura Buchschrift.
(SchumacherGebler)

Do, 19.05.2016

IV. Schriftenfest Dresden 2016

Zum Schriftenfest Dresden 2016 werden wieder interessante Beiträge erwartet.
Martin Majoor beschäftigt sich seit gut dreißig Jahren mit Schriftgestaltung. Bei seiner Arbeit als Grafikdesigner am Musik Zentrum Vredenburg in Utrecht musste er 1988 feststellen, daß die Schriften auf dem Computer weder Mediävalziffern noch Kapitälchen oder Ligaturen enthielten, worauf er sich entschloss, selbst eine Schrift zu entwerfen.
Ferdinand Ulrich arbeitet an Projekten wie dem Werk von Gudrun Zapf. Mit seinem Vortrag und einer Ausstellung wird das Lebenswerk von Gudrun Zapf von Hesse einem erweiterten Kreis zugänglich machen.
Der Buchdruck und die begleitenden Techniken – Stempelschnitt etc.− haben unsere Kultur entscheidend verändert. Eine Konferenz an der Humboldt-Universität zu Berlin untersuchte, welche Relevanz der Buchdruck in einer Zeit hat, in der mit anderen Mitteln wirtschaftlicher und schneller bei gleicher Qualität gedruckt werden kann - Katharina Walter berichtet darüber.
Eckehart SchumacherGebler würdigt den tatsächlichen Urheber der irrtümlich ›Janson-Antiqua‹ genannten Schrift, die Nicholas Kis (sprich Kisch) vor über 300 Jahre in Amsterdam geschnitten hatte und stellt neue Forschungsergebnisse vor, nicht zuletzt begründet durch die Tatsache, daß die Jahrhunderte alten Matrizen bis 1919 zur Offizin Drugulin gehörten.
Friedrich Forssman widmet seinen Vortrag dem, was da manchmal bei der Buchgestaltung im Argen liegt: Die vielfach fehlende Einheit von Inhalt und Form. Statt dessen findet sich vernachlässigte Detailtypographie, sinnentstellende oder hässliche Trennungen, dazu schlechte Gliederung. Design statt Lesekomfort ...

Tagung: 18. und 19. Juni 2016

Offizin Haag-Drugulin Dresden
Großenhainer Straße 11a
01097 Dresden – (im Gebäude der früheren Schriftgießerei Typoart)

Mo, 18.04.2016

Transformationen des Buchdrucks

Tagung des Basisprojekts Matter of Typography in Kooperation mit der Buchdruckerei Offizin Haag-Drugulin und dem Verein für die Schwarze Kunst
Der Buchdruck und seine Techniken des Stempelschneidens, Schriftgießens und Bleisetzens haben unsere Kultur entscheidend verändert – Aufklärung und Demokratisierung sind ohne kostengünstige Reproduktionen kaum vorstellbar. Doch welche Relevanz hat der Buchdruck in einer Zeit, in der mit anderen Techniken schneller, kostengünstiger und dabei qualitativ hochwertig gedruckt werden kann? Haben im Buchdruck hergestellte Druckerzeugnisse spezifische Charakteristika, die es rechtfertigen nicht nur die materiellen Artefakte, sondern auch das implizite Wissen des Handwerks bewahren zu wollen? 
Die Konferenz bringt vielfältige Perspektiven aus wissenschaftlichen und praktischen Bereichen zusammen. Der Buchdruck wird dabei nicht als anachronistische Kulturtechnik verstanden, die im Zuge der digitalen Revolution als „veraltet“ im historischen Fundus verschwindet. Vielmehr wird der Blick auf seine Transformationen gelenkt und danach gefragt, inwiefern und weshalb die Praktiken und die Ästhetik der Buchdrucktechniken bis heute die Gestaltungspraxis sowohl in analogen wie digitalen Anwendungen prägen.

... weitere Informationen und Anmeldung hier.

Tagung: 9./10. Juni 2016 

Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung
Sophienstraße 22a | 10117 Berlin | Zentrallabor

Mi, 23.12.2015

Zentenar-Fraktur

Mit allen guten Wünschen für ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr 2016
(Eckehart SchumacherGebler)

Das Talent Schneidlers, die sprühende Lust am kalligraphischen Fabulieren, die überschäumende Phantasie, all das kommt erst bei den Initialen der Zentenar-Fraktur ganz zur Geltung. Schwünge werden sichtbar, die an den Formenreichtum eines Geoffroy Tory oder Robert Granjon aus dem 16.Jahrhundert erinnern.
F. H. Ernst Schneidler (er starb vor 60 Jahren am 7.1.1956) war Kalligraph, Maler und Lehrer - in erster Linie aber ein begnadeter Schriftentwerfer. Unter den zahlreichen von ihm geschaffenen Schriften zeigt die »Zentenar-Fraktur« in besonderer Weise dessen große Begabung. Das Gitterwerk der Gemeinen; es atmet »spätgotisches Formenempfinden« und die Versalien zeigen neben einfacheren auch stärker verzierte, barocke Varianten. Die Schrift ist 1937 im Jubiläumsjahr der Bauerschen Gießerei herausgekommen, das Ereignis hat ihr ihren Namen verliehen. Sie wurde als das »großartige Aufleuchten« einer langen Tradition begrüßt und gefeiert.
Die Initialen wurden in vier Graden mit je 23 Buchstaben (ohne I; X und Y) angeboten, dazu 17 Sonderfiguren. Sie sind nicht als Bleilettern gegossen; sondern von Hand in Holz gestochen worden. Von den Original-Holzstichen wurden Galvanos für den Verkauf gefertigt. - Es war ein Glück für unser Haus, diese Originale erwerben zu können.

Max Caflisch, Albert Kapr, Eckehart SchumacherGebler, Antonia Weiss und Hans Peter Willberg
»F. H. Ernst Schneidler – Schriftentwerfer, Lehrer, Kalligraph«,
SchumacherGebler 2015
Format 24 × 34 cm – 352 Seiten – Halbgewebeband.
ISBN 9783-920856-29-2

Fr, 23.10.2015

Bekenntnis zum Handwerk

Heute wurde die wunderbar kuratierte Ausstellung "Handpressen oder die Kunst handwerklicher Buchgestaltung" in der Galerie Handwerk der Handwerkskammer in München eröffnet. Geschätzt 120! Besucher weilten bei der Eröffnung, bei der sich viele bekannte Buchkünstler und das interessierte Publikum persönlich begegneten.
Viele Pirckheimer Mitglieder gehörten natürlich auch zu den Ausstellern. Benda, Henkel, SchumacherGebler oder Moosbrugger, um nur einige zu nennen, sind in München vertreten, so wie wir sie kennen, mit bibliophilen und künstlerisch anspruchsvollen Exponaten ihres Schaffens. Reinhard Grüner ist als Leihgeber vertreten und gibt mit den ausgestellten Werken einen weiteren Einblick in sein Sammler-Repertoire.
Dafür, dass angeblich niemand mehr sich für Bücher interessiert, sind erstaunlich viele junge Künstler mit ihrer Buchkunst zu sehen.
Die ausgestellten Werke und das spannende Rahmenprogramm der Ausstellung sollte nicht nur Münchner zu einem Besuch motivieren.
(Dr. Ralph Aepler)

Ausstellung: 22. Oktober - 21. November 2015

Handwerkskammer für München und Oberbayern
Galerie Handwerk

weitere Informationen hier ...
siehe auch: Edition Schwarze Seite ...

Fr, 25.09.2015

Handpressen oder die Kunst handwerklicher Buchgestaltung

Das Besondere des in kleiner Auflage gedruckten Buches findet nach wie vor und nun auch gerade im digitalen Zeitalter erneut Liebhaber. Diese schätzen den visuell-haptischen Eindruck, die Sorgfalt bei der Herstellung, die überlegte Wahl der Materialien und der Schrift. Das sich in Einband, Materialwahl und Ausstattung als ästhetische und inhaltliche Einheit präsentierende Buch vermittelt zwischen Autor, Pressenbetreiber / Gestalter / Künstler und Leser. Es bildet in der bewussten Entscheidung für eine bestimmte Type, Farbigkeit, Layout, Technik und Art der ornamentalen oder bildlichen Ausstattung zugleich auch die Interpretation des jeweils ausgewählten Textes. Das Buch fungiert damit als Kommunikationsmittel zwischen Gestalter und Leser und lädt ein, die Auffassung des Textes und die ästhetische Umsetzung nachzuvollziehen und damit auch über die eigene Stellung zu dem Text zu reflektieren.
Eine Ausstellung der Galerie Handwerk zeigt handwerklich gestaltete Bücher, in denen Typographie und Illustration eine Verbindung eingehen bzw, das Buch allein durch die Schrift gestaltet ist. Der Schwerpunkt der Ausstellung ist so gelegt, dass die vielfältigen Möglichkeiten präsentiert werden, durch Druck ein Buch zu kreieren. Das Ziel dabei ist es, die erstaunliche Breite an Möglichkeiten vorzustellen, die in diesem Bereich zurzeit vorliegt. In Hinblick auf die typographische Gestaltung soll es sich jedoch bevorzugt um solche Bücher handeln, die im Handsatz (Bleisatz) und im Handdruck entstehen.
Unikateinband des "Centaur" von Andreas Bormann, MDE (Berlin),
P.J. Moosbrugger (Pegasus-Presse)
Der Schwerpunkt wird dabei auf der aktuellen Produktion in Deutschland liegen. Die Pirckheimer Dr. Wolfram Benda (Bear Press), Jens Henkel (burgart-presse), Peter Moosbrugger (Pegasus-Presse) und Eckehart SchumacherGebler (Offizin Haag Drugulin) werden ebenso dabei sein wie Christian Ewald (Katzengraben-Presse), Sabine Golde (Carivari), Peter Rensch (Andante Handpresse), sowie Uta Schneider und Ulrike Stoltz (usus). Ergänzend sollen einige Arbeiten bedeutender Pressen aus dem Ausland gezeigt, sowie aus der Zeit um 1900 und der jüngeren Vergangenheit vorgestellt werden.

Ausstellung: 22. Oktober - 21. November 2015

Handwerkskammer für München und Oberbayern
Galerie Handwerk
weitere Informationen durch Klick auf die Abb. des Flyers ...

Sa, 16.05.2015

Ausschreibung 22. Antiquaria-Preis

Am 28. Januar 2016 wird der Antiquaria-Preis zum 22. Mal verliehen, wofür Vorschläge an den Verein für Buchkultur e.V. bis 30. Juli 2015 eingereicht werden können.

Diese Vorschläge können das gesamten Spektrum Buchkultur betreffen: besondere Leistungen aus den Bereichen Buchrestaurierung, Buchkunst, Buch- und Schriftgraphik, Buchgeschichte und buchgeschichtliche Forschungen, wissenschaftliche Arbeiten zur Buchgeschichte, Verlagswesen / verlegerische Leistungen, Ausstellungen, Pflege von Sammlungen sowie Projekte und Aktionen, die das Buch fördern. Preisträger können natürliche und juristische Personen sein.
Seit 1995 wird der jährlich vergebene Antiquaria-Preis während der Antiquaria - Antiquariatsmesse Ludwigsburg vergeben. Stifter ist der “Verein der Freunde antiquarischer Bücher“, den die ausstellenden AntiquarInnen der Messe gründeten. Sie wollen neben dem Handel mit antiquarischen Büchern, Autographen und Graphiken ihren kulturpolitischen Auftrag wahrnehmen und das Umfassende der Buchkultur bewusst machen. Seit 1997 ist die Stadt Ludwigsburg Mitstifterin des Preises.
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Bisherige Preisträger waren u.a. Albert Kapr, die Büchergilde Gutenberg, Eckehart SchumacherGebler, Herbert Jacob, Josua Reichert, Faber & Faber, Wulf D. von Lucius, Katharina Wagenbach-Wolff, Reinhard Öhlberger, Bernhard Fischer, Jürgen Holstein, Das Autorenteam des Kataloges "Geraubte Bücher. Die Österreichische Nationalbibliothek stellt sich ihrer NS-Vergangenheit". Hans Ries, D.E. Sattler und KD Wolff, Gangolf Ulbricht, Ines Geipel und Joachim Walther, Clemens-Tobias Lange, Lothar Müller.

Weitere Informationen unter antiquaria-preis.de und bei Petra Bewer, 1. Vorsitzende Buchkultur e.V.