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Klingspor-Museum

Pirckheimer-Blog

Klingspor-Museum

Fr, 11.03.2011

Petra Ober, Karin Innerling

Imagination

Die Ausstellung stellt zwei spannungsvolle Gegenpole des zeitgenössischen Künstlerbuches gegenüber, die einen überaus reizvollen Kontrast bilden.

Die Bücher der aus Oberbayern stammenden, in Frankfurt lebenden Künstlerin Petra Ober sind durchweg Einzelstücke. Ihre Ausdrucksmittel sind samtig anmutende Büttenpapiere und ein reicher Farbkanon. Die geradezu farbgetränkten Bücher wirken äußerst malerisch mit einer sehr sinnlichen Anmutung. Der Buchkörper wird zum blätterbaren Farbraum. Die Farbverläufe in den verschieden Nuancen von Hell und Dunkel sprechen ihre eigene intensive Sprache und bilden den Fond für die Texte. Oft ist es nur eine Zeile, deren Worte in dem weiten Umraum der Seite einsinken. Lesen im Farbenmeer gerinnt zur Anschauung. Petra Ober sagt über ihre buchkünstlerische Arbeiten „Buchkunst ist mir eine Angelegenheit der Resonanz. Was ich körperlich geistig erspüre, transformiere ich in den Behälter des Buches. In Farben getränkt saugt er die Eindimensionalität der Wortsprache auf und gibt sie um eine andere Dimension der Sichtbarkeit vertieft an den Leser zurück. Der liest, weil er und was er schaut.“

Die in Aachen beheimatete Karin Innerling gehört seit langen Jahren zu den Protagonistinnen der zeitgenössischen Buchkunst. Ihre Bücher entstehen in den verschiedensten Techniken: Buchdruck, Xerographien, Fotos, Collagen, eine bevorzugte Illustrationstechnik Karin Innerlings ist der Nitrodruck, der besonders zarte, verwischte Bilder entstehen läßt, die der Betrachter wie durch einen Schleier wahrnimmt. Die ausgewählten Texte sind oftmals Fragmente, Auszüge oder Zitate, die mit den Bildern eine neue Ausdeutung erfahren und zu poetischer Tiefgründigkeit verschmelzen. In aufwendig gestalteten Buchkörpern werden sie künstlerisch inszeniert. Als ausgebildete Architektin schafft Karin Innerling ihre Bücher als Raumkörper, vielfach in raffinierten Falttechniken hergestellt, können die Bücher sowohl geblättert als auch aufgestellt zum dreidimensionalen Objekt werden. Karin Innerling ist Mitglied der Künstlergruppe 13 plus, sie war an zahlreichen Ausstellungen in vielen Ländern beteiligt, ihre Werke sind in bedeutenden Buchkunstsammlungen im In- und Ausland vertreten.

Zu den Werken jeder Künstlerin erscheint ein gesonderter Katalog

Ausstellung vom 20. April bis 10. Juli 2011

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Di, 01.03.2011

Buch des Monats

Der Totentanz − ein Motiv im Wandel der Zeit 
siehe hier
Seit dem ausgehenden Mittelalter ist der Totentanz ein Sujet in der Kunst. Leitmotive waren der Vanitas-Gedanke und das memento mori. Wurden anfangs Rund- und Reihentänze der Toten dargestellt, begann mit Holbeins berühmten Totentanz die  Personifizierung des Todes, der als Gleichmacher durch alle Stände geht. Die Grafikfolge war so populär, dass zahlreiche Nachahmungen entstanden. Die meisten Totentänze entstanden zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert, Zeiten die von Seuchen, Kriegen, sozialen und geistlichen Revolten geprägt waren. In Vergessenheit geriet das Motiv jedoch nie. Im zwanzigsten Jahrhundert griffen zahlreiche Künstler das Thema unter dem Eindruck der Schrecken der Weltkriege auf. Martina Weiß gibt einen historischen Abriss des Totentanzes und zeigt Arbeiten aus dem Museumsfundus unter anderem von Alfred Kubin, Frans Masereel, Hermann Schardt und HAP Grieshaber.

4. März 2011, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Do, 25.11.2010

Kinderwelten

55. internationale Kinderbuchausstellung

Wir haben gerufen und viele sind dem Ruf gefolgt. 58 Verlage haben insgesamt 542 Kinderbücher zur Ausstellung eingesandt. Das größere Kontingent von über 300 Büchern kommt aus Deutschland, sowie Österreich und der Schweiz. Weitere gut 200 sind aus Frankreich, Italien, Ungarn, Norwegen, Japan, Marokko, Türkei und dem Iran.
Aus dem Iranischen Verlag SHABAVIZ PUBLISHING COMPANY wurden 50 zauberhaft illustrierte Kinderbücher ins Museum gesandt und sind dort in einer Sonderschau im Kabinett zu sehen. Alle Bücher liegen nochmals auf dem Lesetisch aus; die iranischen Mitbürger sind herzlich eingeladen, hier zu schmökern.
Insgesamt sind sieben neue Verlage an der Ausstellung beteiligt.



Weiterhin zu sehen: Märchenillustrationen zu Andersen, Grimm und anderen. Eine Besonderheit hierbei die Illustrationen von Gerhard Oberländer und Werner Klemke; dazu die bezaubernden Unikatbücher von Marianne Vogel. Neu bearbeitet von Christine Nöstlinger illustriert von Antonio Saura, Pinocchio, aus dem Hatje Cantz Verlag, als Pendant hierzu, Pinocchio in luxemburgisch illustriert von Anne und Pit Weyer.


Der Saal ist ganz den Büchern der vielen Verlage gewidmet. Hier tummeln sich Tiere, Monster, Pop-up-Bücher, zu sehen ist Fröhliches, Skurriles und Trauriges. Die Lesetische sind gut bestückt und laden zum Verweilen ein.
An der Wand unter Glasrahmen, zwei neue, noch nicht veröffentlichte Bücher: Pantopetel (graphische Arbeit) von Helene Deutsch, HfG Offenbach, und ein illustriertes Märchenbuch „Paula will fliegen“ von annira.

Ausstellung vom 26. November 2010 bis 13. Februar 2011

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mo, 01.11.2010

Buch des Monats

Ines von Ketelhodt und Peter Malutzki. Die Sprache der Farbe.


Ines von Ketelhodt und Peter Malutzki gehören seit vielen Jahren zu den Protagonisten der deutschen Buchkunstszene. Aus ihrem umfangreichen Schaffen, zeigen sie Bücher, in denen die Farbe als vorherrschendes künstlerisches Ausdrucksmittel agiert. Vorgestellt werden die Bände „Yellow“, „Blau“ und „Rouge“ zu den Grundfarben aus ihrem gemeinsamen über 50 Bände angelegten Buchprojekt „Zweite Enzyklopädie von Tlön“ und die „Monochromen Bücher“ von Peter Malutzki.

5. November 2010, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
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Do, 30.09.2010

Buch des Monats

Das schöne Buch in den USA. Fine Printing.

Die englische Buchkunstbewegung im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts war die Basis, auf der sich die Buchszene in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickeln konnte. Hans Eckert, Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Frankfurt, wird eine Reihe von Büchern und Buchkünstlern dieser – auch als „Renaissance des amerikanischen Buchdrucks“ bekannten – Epoche vorstellen, wie zum Beispiel Will Bradley, C. P. Rollins, W. A. Dwiggins, sowie Vertreter des West-coast printing John Henry Nash und die Brüder Robert und Edwin Grabhorn. Besonderes Augenmerk wird dem Einfluss deutscher und österreichischer Emigranten in den 30er Jahren zukommen, wobei besonders Fritz Kredel, Hugo Steiner-Prag und Victor Hammer zu nennen sind.

1. Oktober 2010, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Do, 02.09.2010

Übersetzung überflüssig

Atlanta, Braunschweig, Offenbach. Buchkunst

Auf Vermittlung der Buchkünstlerin Ulrike Stoltz, die als Professorin für Typographie an der HBK Braunschweig lehrt, kam es zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Savannah College of Art and Design (SCAD) in Atlanta. Das SCAD ist eine renommierte Universität für Design, die weltweit tätig ist mit Dependancen in Lacoste (Frankreich) und Hong Kong (China). Als hochrangig sammelnde und lehrende Einrichtung für Buchkunst ist sie dem Klingspor-Museum ein äußerst willkommener Partner für eine spannungsreiche Ausstellung, die Protagonisten der Buchkunst der Gegenwart in den USA und Deutschland präsentiert.
Gezeigt werden je 20 repräsentative Werke der letzten 20 Jahre aus den Sammlungen in Offenbach und Atlanta. Anhand der Sammlungsstücke lassen sich sowohl nationale Eigenheiten, die eher thematischer als formaler Natur sind, als auch die internationale Vernetzung der Buchkünstler ausmachen, die das Künstlerbuch als Medium im interkulturellen Dialog begreifen.
Das Projekt begann mit einem Studentenaustausch, bei dem 10 Studenten der SCAD-Standorte in Savannah und Atlanta im Sommer 2009 zu einem Studienaufenthalt nach Deutschland reisten und dort gemeinsam mit Studenten der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig eigene Bücher schufen. Die bei diesem Projekt entstandenen Bücher sind ebenfalls ausgestellt. Die Schau wurde bereits im Frühjahr mit großem Erfolg in Atlanta gezeigt.
Das ganze Projekt wurde möglich durch die großzügige Unterstützung der Halle Foundation, Atlanta.

Die Ausstellung begleitet ein Katalog

Ausstellung vom 1. Oktober – 14. November 2010

è Klingspor-Museum
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Schrift in Form

Schrift in Form möchte zum zweiten Mal ein konzentriertes Augenmerk auf aktuelle Schriftengestaltung richten. Unter dem Titel »Schriftgenuss« wird auch Nicht-Spezialisten die Begegnung mit Typografie schmackhaft gemacht werden. Schrift spielt eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Informationen und Emotionen rund um kulinarische Genüsse, ob es nun Speisekarten, Weinetiketten oder Verpackungen sind. Im Gesamtdesign übernimmt Schrift die Rolle von Gewürzen, unterstreicht die eine oder andere Richtung, gibt den richtigen Pep und ist das Salz in der Suppe.
Ein Symposium am 18. September wird zu einer zusätzlichen kulinarischtypografischen Exkursion über das Aufeinandertreffen von zweierlei Genüssen. Das daran anschließende Abendessen wird in der »weinstube« stattfinden, in deren Räumen einst die Max Dorn Presse für die Gießerei Klingspor druckte.

Ausstellung vom 8. bis 19. September 2010
Eröffnung am 7. September, um 19 Uhr

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So, 01.08.2010

Buch des Monats

Buchkunst des Jugendstils, Teil 2. 

Nachdem im letzten Jahr die deutsche Buchkunst des Jugendstils vorgestellt wurde, soll nun die Buch- und Schriftkunst um die Jahrhundertwende in England und Österreich im Fokus stehen. Martina Weiß zeigt Illustrationen des englischen Künstlers Aubrey Beardsley, Carl Otto Czeschkas berühmtes Jugendbuch „Die Nibelungen“, Plakate von Gustav Klimt und Rudolf Kalvach und Arbeiten des jungen Oskar Kokoschka.

06. August 2010, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
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Do, 01.07.2010

Buch des Monats

Wilhelm H. Deffke, Werbedrucke

In der Reihe „Buch des Monats“ präsentiert Stephanie Ehret-Pohl Werbedrucke des Gebrauchsgrafikers Wilhelm H. Deffke (1887 – 1950), zu dessen Spezialitäten moderne Firmen- und Warenzeichen gehörten. Im Mittelpunkt steht das vom Literarischen Büro der Hamburg-Amerika-Linie (HAPAG) herausgegebene und von Deffke eindrucksvoll gestaltete Buch „Imperator auf See. Gedenkblätter an die erste Ausfahrt des Dampfers Imperator am 11. Juni 1913“. Die Reederei warb damit für ihre transatlantische Schiffsverbindung. Außerdem werden dekorative Prospekte aus den Jahren 1912 – 1914 gezeigt, u.a. arbeitete Wilhelm Deffke für die AEG, HAPAG und die Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung Otto Elsner Berlin.

02. Juli 2010 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
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Mi, 23.06.2010

Das Klingspor-Museum erhält ein neues Dachgeschoss

Das Dach des Klingspor-Museums in Offenbach wird aufgestockt. Möglich wurde der Bau durch die Initiative des 2004 gegründeten Förderkreises Aufstockung, der rund 30 % der Baukosten trägt. Anfang Mai wurde mit den notwendigen Vorarbeiten im Keller begonnen. Arbeiten an der Bodenplatte und das Wegnehmen beziehungsweise Durchbrechen einzelner Wände ermöglicht die Einrichtung von neuen Toilettenanlagen und die Mauerung des Aufzugschachtes. Im Sommer folgt der Durchbruch in das Erdgeschoß, um den Fahrstuhl und das neue Treppenhaus zu installieren. Sodann wird das Dach geöffnet und das neue Mansardengeschoß errichtet. Es wird Raum geben für die Unterbringung ausgewählter grafischer Bestände, zudem für Arbeitsplätze, an denen das Schreiben und Lesen in einer anregenden Atmosphäre geübt wird. Außerdem soll das Dachgeschoß als Raum für die vielfältigen Veranstaltungen des Museums dienen. Dem Museum wird somit in mehrfacher Weise durch den attraktiven neuen Dachraum gedient. Durch einen Aufzug wird der historische Museumsbau endlich behindertengerecht werden. Das Büsingpalais erhält, in Beseitigung seines letzten Kriegsschadens, eine sehenswerte Räumlichkeit. Alle Pläne sind im Museum ausgehängt und können von den Besuchern angeschaut werden.

è Klingspor-Museum
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Di, 01.06.2010

Buch des Monats

Der ausgebüxte Engel oder Kunstbücher (nicht nur) für Kinder

Das perfekte Kunstbuch fördert nicht nur die Entdeckerlust, verabreicht Geschichte/n in kleinen Häppchen und lädt zum Staunen ein, sondern lässt den Betrachter ganz nah an die Kunst heran. Kinder brauchen Künstlergeschichten zum Weiter- und Wiedererzählen. Sonst bleibt der Petersdom nichts weiter als ein großes Haus und der wertvollste Picasso nur ein Gesicht, in dem Augen und Nase verrutscht sind. Vor allem für Kinder gilt: Man sieht nur, was man kennt, man erkennt nur, was man schon einmal gesehen hat. Helga Horschig präsentiert eine Auswahl an Kunstbüchern, die die wunderbare Welt der Farben und Formen vermitteln können.

04. Juni 2010 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mo, 31.05.2010

Überhaupt

GÜNTHER KIESER
GRAFIK PLAKAT PLASTIK


Köpfe ziehen sich als ein Grundmotiv durch das Werk des international renommierten Plakatgestalters Günther Kieser. Seit Jahrzehnten gibt Günther Kieser der Musik, vornehmlich dem Jazz, ein Gesicht im wahrsten Sinne des Wortes mit Plakaten beispielsweise für Count Basie, Oscar Peterson oder Dave Brubeck. In den 70er und 80er Jahren war er mit der Gestaltung der Plakate für die führenden Jazz Festivals in Berlin und Frankfurt betraut. Nicht nur für den Jazz, sondern auch für Opern oder Rockkonzerte war Kieser prägend, mit Postern für Jimi Hendrix und Frank Zappa schuf er Plakatgeschichte. Für den Hessischen Rundfunk übernahm Kieser viele Jahre die graphische Gestaltung. Bislang gar nicht bekannt ist Kiesers plastisches Werk, das im Fokus dieser Ausstellung steht und erstmals neben dem Gestalter den Bildenden Künstler zum Vorschein bringt, eine Entdeckung. 
Günther Kieser wurde 1930 in Kronberg geboren, er studierte an der Werkkunstschule Offenbach Grafik-Design und lehrte an der renommierten Bergischen Universität Wuppertal. Seit 1951 arbeitet er freischaffend als Graphikdesigner vornehmlich im kulturellen Bereich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, Günther Kieser ist Mitglied der Alliance Graphique Internationale.

Die Ausstellung wird von einem limitierten Leporello mit Darstellungen der Plastiken und einem Faltblatt begleitet

Ausstellung: 30. Juni bis 29. August 2010
Eintritt 2.50 €

è Klingspor-Museum
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Mi, 05.05.2010

Buch des Monats

Goethes Prometheus, ein Malerbuch von Henry Moore

Der englische Bildhauer Henry Moore zählt zu den einflußreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Neben seinen plastischen Arbeiten entstand auch ein umfangreiches graphisches Werk. 1950 schuf er auf Anregung des französischen Verlegers Henri Jonquières großformatige Illustrationen zu Goethes „Prometheus“. Der junge Goethe hatte den Stoff der griechischen Mythologie entlehnt. In seinem Dramenfragment stellte er den Menschen in den Mittelpunkt und ließ ihn den Göttern trotzen. Die literarische Vorlage war geradezu prädestiniert für Moore, stand doch auch in seinem Oeuvre der Mensch stets im Zentrum. In Zusammenarbeit mit dem Meisterdrucker Fernand Mourlot entstand ein fulminantes Malerbuch mit farbigen Lithographien von großer Plastizität. Martina Weiß führt in Leben und Werk Henry Moores ein und erläutert seine einzige große buchkünstlerische Arbeit.

07. Mai 2010 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
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Di, 13.04.2010

Helfried Hagenberg: Das Auge des Gedankens

BUCH, KUNST, GESTALTUNG, LEHRE

Künstler, Gestalter, Lehrer – Künstlerbuch, Grafiken, Plakate, Diplomarbeiten, so lässt sich das Profil der Ausstellung anreißen, die das Klingspor Museum zeigt. Helfried Hagenberg, 1940 in Hannover geboren, 1961 bis 1965 Studium der Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie, setzte und setzt mit seinen „Psaligrafischen Skulpturen“ einzigartige Akzente für die Buchkunst. Sechs von ihnen weist der Katalog zur documenta 6, Kassel 1977, auf. Seine akribischen Formdiskussionen auf der Fläche und im Raum sind Grundtenor seiner Buchkunst und grafischen Arbeiten. Während sein künstlerisches Schaffen ganz im Ungegenständlichen und außerhalb des Schriftlichen verbleibt, beherrscht die typografische Inszenierung sein Oeuvre der angewandten Grafik, im Zentrum das Plakat. Während seiner über 40 Jahre andauernden Lehrtätigkeit im Feld der visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf richtete Hagenberg in dichter Folge Ausstellungen zu Protagonisten und Aspekten des zeitgenössischen Grafikdesigns ein – alle von einem Ausstellungsplakat begleitet. Ausgewählte Beispiele der exquisiten, ausdrucksstarken typografischen Sprache Hagenbergs bilden das Herzstück dieses Teils der Ausstellung.



Neben den eigenhändigen Arbeiten, die von einer Rauminstallation aus Triangeln abgerundet werden, weist eine kleine Anzahl von Diplomarbeiten auf die Lehrtätigkeit hin. Jedes der Bücher veranschaulicht das schier grenzenlose Spektrum grafisch-bildnerischer Art. Diese Diplomarbeiten – aus einem Fundus von mehreren Hundert ihrer Art, den Hagenberg wie seine eigenen Werke hütet – sind von hoher eigener konzeptueller und gestalterischer Qualität und zugleich Ausweis des immensen Angebotes, das Helfried Hagenberg mit seinen immer neu den Codex erkundenden, ideenreichen Einlassungen zur Buchkunst und Gestaltung mitgeben kann.
Hagenberg ist Mitglied der Alliance Graphique Internationale. In diesen erlauchten Kreis werden solche Persönlichkeiten aufgenommen, die auf mehreren Ebenen ihr gestalterisches und künstlerisches Vermögen unter Beweis gestellt haben. Die Ausstellung macht deutlich, in welch hohem Maße Helfried Hagenberg dieser Prämisse entspricht.

Die Ausstellung begleitet ein Buch zu Hagenbergs Buchkunst.

Ausstellung: 9. Mai bis 20. Juni 2010
Eintritt 2.50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Do, 25.02.2010

Paul Stein - Buch geführt

Erstmals ist der komplette Nachlass der Skizzen- und Malerbücher des 2004 verstorbenen Buchkünstlers, Malers und Autors Paul Stein im Klingspor Museum in Offenbach zu sehen.

Der 1949 in Neuwied geborene Grafiker und Künstler hat über lange Zeit seines Lebens „Buch geführt“. Aus einem dichten Geflecht von Zeichnung, Malerei und Text sind Tagebücher hervorgegangen, die zugleich persönliches Zeugnis wie auch Dokument ihrer Zeit sind. Künstlerische Stile verbinden sich mit Reflexionen zu Musik, Literatur, Kunst und nicht zuletzt dem Fußballspiel, dem der Künstler ebenso wie dem Schreiben und Zeichnen zugetan war.
So erscheint das Œuvre Paul Steins unter einem ganz besonderen Licht. Als gelernter Retuscheur und studierter Grafiker hat er sich Zeit seines Lebens einen von akademischen Zwängen freien Ausdruck in Bild und Text bewahrt.
Vielseitigkeit und Eloquenz, im Wort wie im Bild, zeichnet die Buchkunst aus, die Paul Stein hinterlässt. Gleichwohl: Qualität und Reichtum seines Schaffens verdienen weit größere Aufmerksamkeit für Paul Stein. Die Ausstellung präsentiert das Herzstück seines Oeuvre: Neunzig Bücher, in denen er ein Künstlerleben lang alles aufnotierte und veranschaulichte, das ihn bewegte. Der unmittelbare Alltag mit den Menschen, die dazu gehörten; den Menschen, die er mit Vorliebe an Tisch und Theke von Wirtschaften traf ; wo er sie anhörte, ins Gespräch verwickelte und ohne sie je zu denunzieren, bald bissig bald ironisch schilderte. Tatsächliche Begebenheiten und Bonmots spinnen sich aus zu amüsanten, verblüffenden Geschichten – wie aus dem Handgelenk geschüttelt mit großer Verve und Sicherheit im Ausdruck niedergeschrieben. Dieses Schreiben kann aber auch ganz andere Wege gehen. Wenn sich unscharfe Gedanken, Empfindungen gleichsam meditativ in wie Schrift anmutende Ornament- und Strichfolgen zeilenweise mit dem wortgebundenen Schildern abwechseln.
Es erscheint zum Preis von 24 € ein Katalog.

Ausstellung 5. März bis 25. April 2010
in Kooperation mit der Goethe Universität Frankfurt am Main

Eintritt 2.50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
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