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Klingspor-Museum

Pirckheimer-Blog

Klingspor-Museum

Di, 31.01.2012

Märchenhaft: Rotkäppchen und andere Ungeheuerlichkeiten


Vor 200 Jahren veröffentlichten die Brüder Grimm ihre Sammlung deutscher „Kinder- und Hausmärchen“. In alle Kultursprachen übersetzt, prägen sie bis heute das romantische Bild Deutschlands in der Welt. Sie sind Klassiker in den Kinderzimmern. Auch illustrierte Bücher für den erwachsenen Buchliebhaber oder Künstlerbücher haben Grimm’sche Märchen zum Thema. Im Fokus der Ausstellung steht das Märchen vom Rotkäppchen, das in zahlreichen freien Bearbeitungen von Künstlern wie Warja Honegger-Lavater, Barbara Fahrner oder Ottfried Zielke zu sehen ist.

Ausstellung: 24. Februar bis 3. April 2012

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Virulent - Hartmut Andryczuk

Aufrühren, in Wort und Bezeichnungen.

Hartmut Andryczuk, 1957 in Barsinghausen bei Hannover geboren, arbeitet interdisziplinär mit zahlreichen Text- wie Bildkünstlern zusammen, denen er sich als unverwechselbarer Zeichner oder Autor zur Seite stellt. Als Protagonist der Gruppe Solypse (1981- 85) gründet der Autor, Künstler und Verleger 1993 seinen Hybridenverlag. Der Name des Verlages ist gleichzeitig Programm: Bild, Schrift und Zeichen verschmelzen in seinen Produktionen zu Mischwesen.

Ausstellung: 24. Februar bis 8. April 2012

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 30.11.2011

Buch des Monats

Empedokles von Agrigent, Über die Natur der Seelen.

Der Vorsokratiker Empedokles von Agrigent (ca. 483 – 425 v. Chr.) prägte mit seiner physikalischen und biologischen Theorie das naturwissenschaftliche Weltbild der Antike. Seine Vier-Elemente-Lehre besagt, dass es das Werden und Vergehen an sich nicht gebe, sondern nur Verbindungen und Trennungen von Feuer, Wasser, Luft und Erde – vergänglich seien also nur die Elementkombinationen, nicht die Elemente an sich. Im 20. Druck seiner Methusalem-Presse (1988) setzte Wilhelm Neufeld Zitate des Empedokles und Kommentare antiker Autoren in großen, eindrucksvollen Lettern und kombinierte sie mit eigenen Holzschnitten. Die in gedeckten Farben gehaltenen ausdrucksstarken Bilder machen die Lehrsätze des Philosophen sinnlich erfahrbar.

Freitag, den 2. Dezember 2011, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

So, 30.10.2011

Buch des Monats

Cornelia Groß „Epilogos“


Dr. Stefan Soltek stellt das 2010 vom Klingspor-Museum neu erworbene, großformatige Malerbuch aus dem Jahr 2009 von Cornelia Groß zu "Epilogos", einem lyrischen Text der dänischen Autorin Inger Christensen, vor. Der faszinierenden Intensität ihrer an Litaneien erinnernden Formulierungskunst halten die vielschichtigen, raumsuggestiven Malereien der Berliner Künstlerin die Waage. Ihre Bilder sind ZeitZeichen, im Aggregat Buch als ein Vor- und Zurückblättern in Vergangenheit und Zukunft wirksam.

Freitag, den 4. November 2011, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Fr, 28.10.2011

Japanisches Buchdesign der Gegenwart

Die Kunst Japans, ästhetisch anspruchsvollste Werke zu schaffen, zeigt sich nicht nur in der Architektur und dem Kunsthandwerk, sondern auch in der Ausgestaltung und Ausstattung des Buches. Das Japanische Kulturinstitut in Köln (Japan Foundation) hat eine Ausstellung aktueller Arbeiten der Buchgestaltung zusammengetragen, kuratiert von Minako Teramoto, Printing Museum Tokyo.
Sie gewährt den Besuchern des Klingspor-Museums, das schon vielfach als Forum japanischer Schrift- und Buchkunst fungierte, Einblicke in eine Welt des Buches, die höchsten internationalen Ansprüchen gerecht wird. Die japanische Buchkultur zeichnet sich durch eine sehr eigenständige, vielfältige und höchst professionelle Buchgestaltung aus. Die herausragende Qualität der Typografie, die faszinierende Tradition der Illustration, das bestechende Niveau des zeitgenössischen Designs und die Besonderheiten in Buchbindung und Material sind in der Ausstellung an rund 100 ausgewählten Büchern anschaulich nachzuvollziehen. Gezeigt werden teils prämiierte Titel verschiedenster Bereiche wie Literatur, Kunst- und Fotobände, Manga, Sachbücher, Ratgeber und Publikationen kleiner Verlage.

Eröffnung: Mittwoch, 30.11.2011, 19.00 Uhr
Ausstellung: 1. November 2011 bis 12. Februar 2012


è Klingspor Museum Offenbach
Herrnstraße 80
63065 Offenbach am Main

Do, 27.10.2011

Kinderwelten

56. internationale Kinderbuchausstellung

Auch in diesem Jahr beschließt das Klingspor-Museum seinen Ausstellungsreigen mit der Internationalen Kinderbuchausstellung. Verlage aus vielen Ländern haben dem Museum ihre Neuerscheinungen geschickt. In Vitrinen werden farbenprächtige Bilderbücher gezeigt, daneben lädt ein wohlbestückter Lesetisch große und kleine Bilderbuchliebhaber zum Blättern und Lesen ein.
Dass Bücher nicht unbedingt vieler Worte bedürfen, zeigt eine Sonderschau, die Büchern ohne Worte gewidmet ist. Zu sehen sind raffinierte Bildgeschichten für Kinder, wie zum Beispiel Imela Maris „Ein Baum geht durch das Jahr“, das anhand eines einzigen Motivs den Jahresrhythmus der Natur zeigt. Eine zauberhaft poetische Geschichte erzählt die französische Illustratorin Laetitia Devernay in ihrem 2011 erschienenen Buch „Applaus“. Der japanische Künstler Katsumi Komagata überrascht mit kleinen Faltobjekten, die je nach Blickwinkel unterschiedliche Bildmotive zeigen. Sind Komogatas Kunstwerke für Kinder konzipiert, so zeigt die Ausstellung jedoch auch einige Künstlerbücher, die sich ebenso an den erwachsenen Betrachter richten, wie Warja Lavaters Märchenbücher, die bekannte Märchen in einer ausgeklügelten Zeichensprache erzählen.

Ausstellung: 26. November 2011 bis 12. Februar 2012

è
Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Fr, 14.10.2011

Künstlerbücher: ihre Entwicklung und ihre Bedeutung

Vorlesungsreihe | Prof. Dr. Viola Hildebrand-Schat
Das Künstlerbuch als Medium der Grenzerweiterung

Das Künstlerbuch hat der Geschichte des bebilderten Buchs im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein umfangreiches und anspruchsvolles, indes immer noch wenig bekanntes Kapitel hinzugefügt.
Als Grenzphänomen zwischen Buch und Kunst, Literatur und Kunstgeschichte sperrt es sich gegen einfache, eindeutige Zuordnungen. Die klassischen Merkmale des bibliophilen Buchs: gediegene Materialien und Verarbeitung, gepflegter Handsatzes und originalgrafische Illustrationen zum etablierten literarischen Text haben sich im Künstlerbuch der letzten Jahrzehnte gewandelt. Es wurde und wird von Künstlerinnen und Künstlern als Plattform entwickelt, Umgewichtungen nach eigenen Vorstellungen vorzunehmen, gedankliche und formale Konzepte zu realisieren, die erkundet sein wollen; Ausdrucksweisen dominieren, die einen Leser und Betrachter voraussetzten, der seine Lektüre gleichsam als Nach- und Miterfinden des Vorgestellten begreift.
Die Vorlesung berührt dabei ein zentrales Feld der Sammlungsgeschichte der letzten Jahrzehnte, wie sie sich im Klingspor Museum und in den maßgeblichen Bibliotheken und Museen national und international zugetragen hat. Die Kenntnisse im Umgang mit der komplexen Materie zu erweitern, setzt sich die Vorlesung zum Ziel. Sie richtet sich an die bestehenden und künftigen Besucher des Museums, an Studierende der Kunstgeschichte, der Gestaltung wie der Literaturwissenschaft, an alle Interessierten, die der Aussagevielfalt des Buchs aufgeschlossen entgegen blättern.
Viola Hildebrand-Schat hat, nach ihrer Arbeit im Verlagswesen und dem Studium der Kunstgeschichte, mehrfach auf dem Feld des Künstlerbuchs geforscht und Ausstellungen kuratiert. Sie hat soeben ihre Habilitation an der Frankfurter Goethe Universität erfolgreich beendet und stellt sich im kommenden Semster dem Klingspor Museum zur Verfügung.

jeweils Dienstag von 19-20 Uhr
Eintritt frei

18.10. Einführung: Was ist ein Künstlerbuch
25.10. Das Künstlerbuch avant la lettre: William Blake
  1.11. Französische Verleger und ihre Künstler
15.11. Formen der Auflösung, Aufhebung tradierter Gepflogenheiten
22.11. Formen der Destruktion und Reduktion der Zugänglichkeit
29.11. Das Künstlerbuch in der DDR
  6.12. Formen der Ausweitung und der Ablösung vom Buchkörper
10.  1. Boxen und Buchobjekte
17.  1. Visualisierung von Erzählstrukturen
24.  1. Enzyklopädische Ansätze

è Klingspor-Museum

Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Do, 06.10.2011

„Arc editions. Den Bogen schlagen …“

Den Bogen schlagen… vom Buch ins Objekt, von der Schrift ins Typogramm, vom Text ins Buch…
ARC, das sind Karen Beitz, Victoria Bean und Sam Winston. Sie sind in der legendären Circle Press von Ron King, London, groß geworden und haben von dort die Idee mitgenommen, bewegliche Formen der Darstellung von Texten zu finden, deren geist- und oft trickreichen Inszenierungen das Auge anregen, ja provozieren.
Die drei Künstler ergänzen sich in ihrer Arbeit: Während Sam Winston im weitesten Sinne das groß und dicht angelegte Textfeld inszeniert und das Strukturierte der buchstäblichen Botschaft an den Rand seiner Wahrnehmbarkeit führt, betreibt Victoria Bean geradezu umgekehrt Reduktion und Konzentration von Gedanken auf wenige Begriffe. Sie zu verbergen, zu verändern, ist ihrer Arbeit zu Eigen, so dass ein Hin-und-Her-Bedenken des Vorgezeigten für den Betrachter unausweichlich wird. Karen Beitz verfolgt Themen aus dem gesellschaftlichen Leben. Die Rolle der Frau, speziell in der Pornographie, das Phänomen des Klonens sind beispielhaft für ihre Anfragen an den Mensch und die Natur; den Menschen und seine Natur…
In ihren Schöpfungen wird am unmittelbarsten die Anknüpfung an Ron Kings Circle Press deutlich. Die Idee des haptischen Erlebens des Codex lebt fort, seine Ausstattung mit beweglichen Elementen regt das Entdecken und Erkunden des Lesenden und das Buchwerk Berührenden. Spielerisches und Tiefsinn – in den Arbeiten von ARC herrscht eine tiefe Überzeugung, dass Buch und Text von bewegender Natur sind.

Ausstellung: 14. Oktober bis 13. November 2011

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 28.09.2011

Buch des Monats

Buchkunst in Vollendung. Das Werk von Otto Rohse
Vortrag von Dr. Eva-Maria Hanebutt-Benz


Otto Rohse (geb. 1925) gehört zu den Protagonisten des Pressendrucks nach dem Zweiten Weltkrieg, er griff die große Tradition des deutschen Pressendrucks, die Pressen wie die Cranach-Presse oder die Bremer Presse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begründet hatten, wieder auf. Rohse war Schüler von Richard von Sichowsky, später dessen Assistent an der Landeskunstschule in Hamburg. Nach einem Intermezzo als Leiter der Klasse für Typographie und Buchgestaltung an der Werkkunstschule Offenbach, gründete er 1962 in Hamburg seine Otto-Rohse-Presse. Dort entstanden über Jahrzehnte perfekt gesetzte Drucke, meisterhaft illustriert mit Kupfer- oder Holzstichen. Beide grafischen Techniken beherrscht Otto Rohse virtuos. Das Klingspor-Museum besitzt eine umfangreiche Kollektion seiner bei Sammlern hochgeschätzten Bücher und Mappenwerke.
Mit Dr. Eva-Maria Hanebutt-Benz präsentiert ein äußerst willkommener Gast das Buch des Monats. Sie war langjährige Direktorin des Gutenberg-Museums in Mainz und ist eine profunde Kennerin von Otto Rohses Werk.
 
Freitag, den 7. Oktober 2011, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Do, 01.09.2011

Hoch hinaus

Eröffnung des neuen Dachgeschosses
 
Das Klingspor-Museum in Offenbach kann seine Bestände der Buch- und Schriftkunst ab September 2011 in einem wunderschönen, neuen Raum präsentieren: Der klassizistische Dreiflügelbau, der im letzten Krieg zerstört wurde, ist nun nach Ausbau des Dachgeschosses des Südflügels am Büsingpalais wieder vollständig. Der OB Horst Schneider merkte an: „Hier ist ein Juwel noch mal richtig geschliffen worden.“
Die Neue Philharmonie Frankfurt wird die Eröffnung mit festliche Musik einstimmen, moderiert von Dr. Ralph Ziegler. Außerdem spielen auf: Moritz Schlömer & friends. Führungen durch das Klingspor-Museum geben Erklärungen zu Architektur und den laufenden Ausstellungen.

Samstag, 3. September 2011, 18:00 Uhr

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Do, 23.06.2011

Abgründe

Kunst zu Kafka

Mit einer Ausstellung, die Buchkunst zu Franz Kafka zeigt, ehrt das Klingspor-Museum nicht nur einen der größten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts, sondern zeigt auch die immense Bandbreite künstlerischer Interpretationen seines Werkes.

Rainer Henze. Labyrinth. Unikatbuch 19921
Kafka wurde 1883 in Prag geboren, kurz vor Vollendung seines 41. Lebensjahres starb er an Lungentuberkulose. Zu seinen Lebzeiten war sein Werk nur einem kleinen Kreis bekannt, da er nur wenig veröffentlichte. 
Eine weltweite Kafka-Rezeption setzte nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Die Eindrücke, die die Schrecken des Krieges und der industrialisierte Mord an Millionen hinterließen, hatten die Menschen für Kafkas düstere Bilder empfänglich gemacht.
Kafka hat mit seiner beklemmenden, hermetischen Welt die Literaturwissenschaft wie kein anderer beschäftigt, da er auf eine einzigartige Weise die metaphysischen Nöte des Menschen im modernen Zeitalter schildert. Ebenso hat er zahlreiche Künstler zur Auseinandersetzung und Interpretation gereizt. Handelt es sich doch bei den zentralen Themen in Kafkas Werk Schuld, Verwundung und Isolation um die Auslotung der nackten menschlichen Existenz. Kafka gehört neben Brecht und Goethe zu den deutschsprachigen Autoren, die am meisten illustriert wurden. Seine Texte evozieren das Bild geradezu. Die künstlerischen Annäherungen an Kafka sind jedoch äußerst vielfältig und beschränken sich nicht nur auf die bildliche Darstellung, sondern finden auch im Schriftbildlichen statt. Die Ausstellung zeigt zahlreiche illustrierte Kafkaausgaben und Graphikfolgen zu verschiedenen Kafkatexten aber auch handschriftliche und typographische Interpretationen, unter anderem Arbeiten von Hans Fronius, Kai Pfankuch, Herbert Gutsch und Hans Peter Willberg. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet der Roman „Der Prozeß“.

Ausstellung vom 4. August bis 30. September 2011

Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Di, 21.06.2011

Im Glauben an das Exquisite

Siegfried Guggenheim (1873-1961) - Ein jüdischer Mäzen der Buch- und Schriftkunst

Der Rechtsanwalt und Notar Dr. Siegfried Guggenheim (1873 – 1961) hat in Offenbach am Main der Kulturgeschichte in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zu bedeutenden Leistungen verholfen.
Eng befreundet mit Rudolf Koch, einem der führenden Schrift- und Buchkünstler seiner Zeit, und anderen Künstlern in dessen Umfeld, unterstützte er deren Schaffen finanziell. Die Künstler würdigten dies mit regelmäßigen Gaben von Proben ihrer Arbeit an den Mäzen. In besonders schlechten Zeiten beauftragte Guggenheim Koch und seinen Kreis mit der Schaffung einzelner Werke. Die auf diese Weise entstandene Sammlung von Unikatwerken zeigt das gesamte Spektrum des Schaffens von Koch und seiner Offenbacher Werkstatt, zu der Künstler wie Karl Vollmer, Friedrich Heinrichsen, Fritz Kredel und andere zählten. In Einzel- wie Gemeinschaftsarbeiten verschmelzen Handschrift und Illumination im Dialog mit der Buchkunst des Mittelalters zu einer Kunst, die ihre spezifischen Merkmale der 20er Jahre gleichwohl hervorbringt.
Ebenfalls als Auftragsarbeiten, jedoch vor anderem Hintergrund, entstanden die dekorativen und plastischen Objekte in der Sammlung. Sie beziehen sich alle auf den Sederabend am Pessachfest. Das Pessachfest ist das Fest im jüdischen Kalender, das an den Auszug der Kinder Israels aus der Sklaverei in Ägypten und der anschließenden Volkwerdung erinnert.
Der Auftrag für die Gestaltung der liturgischen Gerätschaften wie Sederschüssel und Handwaschbecken aber auch die dekorativen Wandteppiche mit Segens- und Psalmtexten, zum Teil in Hebräisch, bestickt, geht zurück auf eine Entwicklung Guggenheims, die nach dem Ersten Weltkrieg einsetzte. Sein Judentum rückte nun mehr in den Vordergrund als bisher, und mündete in Guggenheims intensivem Bemühen um die Vermittlung einer modernen jüdischen Identität verbunden mit einer modernen Ästhetik an die nächste Generation. In diesem Bemühen wurde er Teil einer unter den deutschen Juden seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert entstandenen Bewegung der Rückbesinnung auf ihr Judentum, „Jüdische Renaissance“ bezeichnet, die besonders nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Aufblühen jüdischer Kultur in Deutschland führte.
Ausstellung vom 4. August bis 30. September 2011

Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 01.06.2011

Buch des Monats

Minne, Märtyrer und Manneskraft

Kaiser Heinrich
Tapfere Ritter, die um Burgfräuleins buhlen, Zwerge, die den Nibelungenschatz hüten, prunkvolle Burgfeste mit Speis und Trank und Minnesänger zwischen Gottesdienst und Frauendienst.
Über der Literatur des hohen Mittelalters liegt ein glorifizierender Schleier des Geheimnisvollen, des Prächtigen, aber auch des Unheimlichen. Für was steht eigentlich die Minne? Wie baut sich ein Artusroman auf? Welche Konflikte thematisieren die mittelalterlichen Autoren?
Diese und andere Fragen sollen bei diesem „Buch des Monats“ geklärt werden.
In dem Vortrag von Christine Euler werden bekannte Texte des Mittelalters vorgestellt und anhand von besonderen Werkausgaben der Sammlung präsentiert. Höfische Epik, Heldendichtung und natürlich die Minne werden Themenkomplexe der einzelnen Werke sein.
Neben illustrierten Büchern aus den 40er Jahren des 20.Jahrhunderts werden auch Malerbücher und moderne Künstlerbücher vorgestellt.

3. Juni 2011, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

So, 01.05.2011

Buch des Monats

Sterne haben seit jeher die Phantasie der Menschen beflügelt: sie leuchten am Nachthimmel, gruppieren sich zu Sternbildern, weisen uns den Weg und lassen uns in ihrer kalten Schönheit die Unendlichkeit des Alls erahnen. Sie gelten als Symbole des Lichts und der Hoffnung, aber auch als Symbol des Unerreichbaren.
In dem 1985 in Mainz erschienenen Buch „Abendland“ fängt Robert Schwarz die Schönheit des Sternenhimmels in farbenprächtigen Lithographien ein.
Die Sternbilder schimmern durch transparente Textseiten, auf die das berühmte, hier titelgebende Gedicht Georg Trakls zweisprachig gedruckt wurde – deutsch und in einer neuen französischen Übersetzung. Den einzelnen Strophen wurden Johannes Strugallas Typogramme vorangestellt, in denen er die jeweils tonangebenden Worte in verschiedenen Schriften und Farben kombiniert.
Außerdem werden Karin Innerlings dreiteiliges Buchobjekt „Sterntagebücher“ und das Unikatbuch „Light from a star“ der amerikanischen Künstlergruppe Organik vorgestellt.

6. Mai 2011, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 23.03.2011

Avtandil Berdnishvili

Georgische Schrift in der Malerei


Die Schriftzeichen des Georgischen sind in vielerlei Hinsicht rätselhaft. Bis heute ist ihr Ursprung nicht geklärt, zudem muten sie auch in gedruckter Form äußerst kalligraphisch an. Diese Zeichen legt der Städelschüler Avtandil Berdnishvili einer Serie seiner Gemälde und Zeichnungen zugrunde. Mit den konkreten Zeichen der Sprache seines Herkunftslandes inskribiert er hier, was er andernorts in die verkürzte Form einer Bildsprache überträgt, aus der Schiffe, Brücken, Ballons entstehen.

Führung durch Dr. Viola Hildebrand-Schat: Dienstag, 27. 3.2011, 19:00 Uhr

Ausstellung vom 27. Februar bis 10. April 2011

Herrnstr. 80
63065 Offenbach