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Wolfgang Schmitz

Pirckheimer-Blog

Wolfgang Schmitz

Fr, 13.03.2020

Marginalien #236

Mitglieder haben in diesen Tagen die neuen MARGINALIEN in ihrem Briefkasten und können einen zweifarbigen Holzschnitt der verlorenen Form von Volker Pfüller, gedruckt von Thomas Siemon  im atelier carpe plumbum, Leipzig, ihrer Sammlung von Originalgraphiken beifügen.

Aber auch Nichtmitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft, die diese Zeitschrift im Abonnement beziehen und die Marginalien damit ohne Graphik bekommen, werden begeistert sein vom aktuellen Heft: "Die Marginalien spannen in dieser Ausgabe den Bogen weit. Als  Auftakt einer neuen Rubrik – Berühmte Bücher – erklärt uns Wolfgang Schmitz, warum das Neue Gebetbuch Kaiser Maximilians an der  Schwelle des Umbruchs im Jahr 1513 ähnliche Fragen wie heute zu  beantworten suchte: Wie verbindet man alte und neue Technologien? Helmut Kronthaler stellt uns einen Pionier des »grafischen  Romans« vor, den Amerikaner Lynd Ward. Angeregt von Masereel und Nückel schuf er während des Art Dèco beeindruckende  Holzschnitt-Romane ohne Worte, die in Zeiten der Graphic Novel wiederentdeckt werden. Michael Töteberg schlägt ein kurzes  Kapitel in der Geschichte des Rowohlt-Verlags auf, als der seine  Rotationsdruck-Romane  auch  aus  der  Berliner  Friedrichstraße  der frühen DDR in die Welt trug. Klaus Raasch fragt sich, warum  Künstler der letzten 40 Jahre den Buchdruck dem Flachdruck beim  Büchermachen so lange vorgezogen haben, obwohl letzterer weniger materialintensiv herzustellen sei. Wir erinnern an Gerhard  Kurt Müller, Mitbegründer der Leipziger Schule, der nebenbei  als Anreger die beinahe verlorenen Drucktechniken des Holz- und  Kupferstichs  in  die  nächste  Künstlergeneration  trug. Wolfgang  Grätz  berichtet  von  den  Talenten  des  diesjährigen  Grafiknachwuchspreises der Leipziger Buchmesse, und in unserer Reihe ABC der Druckkunst gewährt uns das atelier carpe plumbum Einblick in  seine Werkstatt ..."
(Till Schröder)

Übrigens: dem Heft lag ein Flyer zur BuchDruckKunst bei, der inzwischen seine Berechtigung verloren hat. Klaus Raasch musste am 14. März mitteilen: "Die Messe fällt leider aus! Durch den Beschluß des Hamburger Senats am Freitag, den 13. März, stellen ab dem 14. März alle staatlichen Kultureinrichtungen ihren Betrieb ein."

So, 22.01.2017

Mit der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft nach Rom

Die Kölnischen Bibliotheksgesellschaft bietet allen Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft die Teilnahme am Besuch von Rom am 8. bis 12. Mai 2017 an. Die Reiseleitung übernimmt Prof. Dr. Wolfgang Schmitz und André Welters, M.A.
Es geht los am Montag, den 8. Mai um 06.25 Uhr in Düsseldorf. In der Nähe der Hotelunterkunft in Rom befinden sich viele Sehenswürdigkeiten, wie der Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe und die Via Veneto.
Geplant ist der Besuch der Bibliotheca Hertziana, in dem am Monte Pincio gelegenen Palazzo Zuccari, oberhalb der Spanischen Treppe. Diese beherbergt eine Büchersammlung zur italienischen Kunst. Am Dienstag Besuch der Biblioteca Vallicelliana in Rom und eventuell der Biblioteca Casanatense. Am Mittwoch Besuch der Bibliothek der École française de Rome, und des Archivio Segreto – dem Vatikanischen Geheimarchiv. Am folgenden Tag steht die Biblioteca Nazionale Centrale di Roma auf dem Programm und nachmittags die Biblioteca Apostolica Vaticana, die Bibliothek des Heiligen Stuhles. Am Freitag folgt der letzte Besuchspunkt, die Casa di Goethe.
Rückflug am 12. Mai 2017 um 20.40 Uhr – Ankunft in Düsseldorf 22.45 Uhr.
DZ: € 975 pro Person, EZ-Zuschlag: € 304 pro Person.

Nähere Informationen
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Anmeldeformular
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Fr, 20.03.2015

Marginalien 217

Heute wird das erste Heft des Jahres 2015 der von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegebenen Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie ausgeliefert.
Die Gestaltung und den Satz übernahm mit diesem Heft Matthias Gubig und das zeigt sich nicht nur in einem moderneren, jungen Titel, sondern auch bei der Satzgestaltung, wobei neben einer neuen Darstellung der Überschriften insbesondere die graphisch ansprechende Anordnung der Angaben zu den Abbildungen hervorzuheben ist. Aber überzeugen Sie sich selbst! Auch die Zusammensetzung des Redaktionskollegium hat sich leicht geändert. Ihm gehören jetzt neben Carsten Wurm als Chefredakteur an: Ulrich Goerdten, Herbert Kästner, Wolfram Körner, Wolfgang Schmitz und Hans-Georg Sehrt.
Neben bewegenden Worten des Abschieds von Heinz Hellmis durch Gotthard Erler, Richard Pietraß und Hans-Jürgen Willuhn und einem Text von Wolfgang Schmitz In memoriam Friedhilde Krause berichtet Jürgen Engler über 30 Jahre Die Andere Bibliothek und Hans-Rudolf Landbecker findet Worte der Würdigung zum 70. Geburtstag von Giesela Klostermann. Weitere Themen sind Paul Burghardt und der Schieferstich (Sebastian Hennig), Der Buchbinder Theophil Zwang und Die Gurke (Ute Maria Etzold) und Dieter Gleisberg schreibt Zu meinen Briefen von Karl-Georg Hirsch. Selbstverständlich fehlen die bekannten Rubriken Rezensionen und Nachrichten nicht.
Die von Matthias Gubig gestaltete typografische Beilage widmet sich unter dem Titel Schall und Rauch dem Lob der Buchstaben mit Gedichten von Arthur Rimbaud (dtsch. Stefan George), Josef Weinheber und Karl Kraus.
(ad)

Di, 06.05.2014

Herzlichen Glückwunsch zum 65sten

Die Pirckheimer-Gesellschaft gratuliert Prof. Dr. Wolfgang Schmitz zu seinem heutigen 65. Geburtstag. Wolfgang Schmitz ist seit 1999 Direktor der Universitäts- und Stadtbibliothk in seiner Geburtsstadt Köln, in welcher er u.a. 2008 das Pirckheimer-Jahrestreffen ausrichtete. Neben zahlreichen weiteren Publikationen erschien von ihm 2010 im Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte ein Artikel über den Ehrenvorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft "Horst Kunze – Bibliothekar, Buchwissenschaftler und Bibliophiler im Sozialismus". Schmitz ist sowohl Vorsitzender der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft als auch des Wolfenbüttler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte, er ist Mitglied in der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst und engagiert sich im Nachfolger der Bibliophilen-Gesellschaft in Köln, dem Studienkreis Buchkultur innerhalb der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft, sowie in der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Sa, 29.03.2014

Mit kritischem Blick und beflügeltem Geist

Graphik von Eduard Prüssen

Die Pirckheimer-Freunde, die am Jahrestreffen 2008 in Köln teilgenommen und die Einladung zu einem Atelierbesuch bei Eduard Prüssen in der Thieboldsgasse wahrgenommen haben, erinnern sich sicher noch an ihr persönliches Treffen mit dem mittlerweile 83-jährigen renommierten Buchkünstler und Graphiker.
Jetzt wurde eine Ausstellung aus den Beständen des Künstlers und der USB Köln, der Prüssen im Jahr 2010 einen Großteil seines künstlerisches Lebenswerkes als Vorlass übergeben hatte, zusammengestellt.
Näheres unter „Die Sammlung Eduard Prüssen in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Buch- und Presse-Illustrationen“; dort ist auch ein Werkverzeichnis online zu finden. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft und dem Stadt- und Kreisarchiv Düren.
(Matthias Haberzettl)

Eröffnung: 1. April 2014, 19 Uhr
Es sprechen: Uwe Willner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Düren,
Paul Larua, Bürgermeister der Stadt Düren,
Dr. Horst Wallraff, Stadt- und Kreisarchiv Düren,
Prof. Dr. Wolfgang Schmitz, Direktor der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln,
Eduard Prüssen

Austellung: 1. bis 25. April 2014

Kundenzentrum der Sparkasse Düren
Schenkel-/Zehnthofstraße
52349 Düren

So, 07.03.2010

Horst Kunze – Bibliothekar, Buchwissenschaftler und Bibliophiler

Vortrag in der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften der Leibniz-Sozietät, 12. November 2009

Horst Kunze (22. September 1909 bis 18. Juli 2000) hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Er war einer der bedeutendsten, international hoch angesehenen Bibliothekare der DDR. Neben einer jahrzehntelangen Leitung der Deutschen Staatsbibliothek, die er nach den verheerenden Kriegsfolgen wieder zu einer anerkannten Größe im internationalen Kontext machte, hat er sich besonders als Vordenker des Bibliothekswesens und als Buchwissenschaftler hervorgetan.

Eine vielseitige und umfängliche Vorbildung durch bedeutende Lehrer wie Witkowski, Bollert und Bockwitz hat seinen beruflichen Lebensweg entscheidend geprägt und die Grundlegung eines umfangreichen OEuvre im Buch, das ihm Lebenselexier war, mit veranlasst. Die Mitwirkung bei der optimalen Gestaltung des Buches, seiner Gliederung, typographischen Präsentation, Illustration, Register und Einbandgestaltung war ihm zur Erzielung eines bestmöglichen Nutzens ein wichtiges Anliegen für den bibliothekarischen Berufsstand. Von hier erklären sich seine vielen Beiträge, die nie nur antiquarischem Interesse, sondern vor allem einem gesellschaftlichen dienten, ebenso die Beschäftigung mit dem Kinder und Jugendbuch. Intensiv waren seine Bemühungen um die bibliothekarische Ausbildung und um die theoretische Fundierung einer sozialistischen Bibliothekswissenschaft, für die er sich auf vielen internationalen Tagungen engagierte. Seine „Bibliothekslehre“ war über Jahrzehnte in vielen Auflagen ein grundlegendes Lehrbuch in der bibliothekarischen Ausbildung im gesamten deutschen Sprachgebiet. Selbst kleinere Studien wie die „Über das Registermachen“ wurden zu bahnbrechenden Standardwerken und zeigen in den verschiedenen Auflagen immer wieder Kunzes Fähigkeit, neue Entwicklungen einzubeziehen und klug zu verarbeiten.

Das gilt natürlich in besonderem Maße für seine groß angelegte Geschichte der Buchillustration im 15. bis 17. Jahrhundert, die zu einem unerlässlichen Standardwerk geworden ist. Der Bibliophilie, die anfangs in der DDR als bürgerliche Reminiszenz apostrophiert wurde, gab er eine neue theoretische Fundierung durch Ausweitung auf Werke des internationalen kulturellen Erbes unter Einbeziehung der Literatur der Arbeiterbewegung und der Propagierung des exzellent ausgestatteten Massenbuches für alle. Bemerkenswert ist seine frühe Einsicht in die Bedeutung und die Auswirkungen der Datenverarbeitung im bibliothekarischen Bereich.

Seine Tätigkeit war geprägt von seiner unerschütterlichen, aber keineswegs engstirnigen sozialistischen Grundüberzeugung. Er wollte mit der Pflege des Buches und der Bibliotheken, nicht zuletzt auch der Bibliophilie, am Aufbau einer besseren Welt mitwirken.

(Wolfgang Schmitz)

Anschrift des Vortragenden:
Franzstraße 7, 50931 Köln
* E-Mail

Quelle: LEIBNIZ INTERN
Nr. 46 vom 23. Februar 2010