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Harald Kugler

Pirckheimer-Blog

Harald Kugler

Mi, 21.07.2021

Harald Kugler, Foto: privat

Bücherkisten,

in Gestalt von Schränken, Telefonzellen oder anderweitig überdachten Behältnissen, verbreiten sich auf angenehme Weise für die Freunde/innen der Bücher als einen Ort, wo man ohne Zwang und Beeinflussung eine Leidenschaft unterstützt und durch Unbekannt gefördert bekommt. Stets kostenfrei und ohne Verpflichtungen können hier Leseratten oder Bibliophile ihren Neigungen nachgehen. Was andere an Lesestoff nicht mehr benötigen, findet in den Bücherkisten Platz zum Auswählen, Stöbern aber auch Entdecken, wenn sich plötzlich die Erstausgabe eines Werkes findet, dass man schon lange für seine Sammlung gesucht hat oder man ein Buch entdeckt, dass selbst in Antiquariaten vergriffen ist. Diese neue Form der Öffentlichkeit im Umgang mit Büchern ist ein erfreulicher Beweis dafür, dass es unter den Menschen doch etwas gibt, dass von einer uneigennützigen Form der Bereicherung gekennzeichnet ist und eine Gemeinschaftlichkeit charakterisiert, die dem Leben eine soziale Form verleiht. Eine Form, deren Gesetzlichkeit, wenn man überhaupt davon sprechen kann, auf Freiwilligkeit ohne irgendwelche Besitzansprüche beruht, ganz so, wie man sich ein Leben auf diesem Erdenrund erträumen würde. Man stelle sich vor, es gäbe kein privates Eigentum, weder an Produktionsmitteln, noch an Grund und Boden oder Menschen. Für uns Heutige unvorstellbar, weil unsere Altvordern dem Nachbarn, in Wald und Flur, Platz zum Leben streitig gemacht hatten und beizeiten um die Aufteilung der Welt bemüht waren. Doch lassen wir Geschichte Ergebnis sein, die Leseratten und Büchersammler waren schon immer ein eigenes und manchmal seltsames Völkchen, die mit ihrer Leidenschaft eigene Gesetze schufen. Und so bleibt auch die Bücherkiste eine gesellschaftliche Rarität, über die wir uns freuen, dass sie durch ihre Vielfalt unser Leben bereichert.

(Harald Kugler)

Mo, 05.07.2021

aus "Parallelwelt"

"Mein lieber Bork, sind Bücher nicht unbedingt zum Lesen da, denn es gibt wie bei den Frauen auch Dinge, die man mit ihnen anstellen kann, die sich ein Autor des Buches bei seinem Niederschreiben nicht hat vorstellen wollen.“ Und noch ehe Onkel Toby weiter ausführen konnte, fragte Bork, was das denn sei, das man mit Frauen anstellen konnte. Onkel Toby sah sich ob seiner Unbedachtheit augenblicklich in eine Bredouille geraten, ließ den Jungen aber nach kurzem Bedenken wissen, dass er mit „anstellen“ wohl das falsche Wort verwandt habe, und verbesserte sogleich, er meine natürlich „benutzen“, „gebrauchen“ oder „sammeln“. Dann fuhr er schnell fort, damit sich Bork nicht weiter auf die genannten Tätigkeitsworte besinnen möge, und erklärte, es sei eine falsche Vorstellung von Betrachtern einer Bibliothek, dass ihr Inhaber das alles gelesen haben musste. Der Besitz mancher Bücher bereite einfach Freude und verleihe Genugtuung oder Befriedigung, dass man ihrer nur aus diesem Grund habhaft werden wollte. Aber wenn Onkel Toby glaubte, Bork hätte nun alles verstanden, wurde er sogleich eines Besseren belehrt, als er vernahm, was sein Neffe weiter fragte: „Aber wie kann das gehen mit dem Befriedigen und der Freude, wenn ich deine Bücher betrachte, fühle ich nichts davon. Sie sind einfach nur da und glotzen mich stumm an.“ Obwohl Onkel Toby von seiner Antwort nicht ganz überzeugt war, sagte er lapidar zu Bork: „Dazu musst du erst ein Liebhaber werden, dann wirst du mich verstehen.“ Und um seiner Antwort noch mehr Gewicht zu verleihen, fügte er noch hinzu: „Nicht jeder kann mit Büchern solch ein Verhältnis eingehen und da ist es wieder wie mit den Frauen: Sie ziehen einen an oder sie sind uns gleichgültig.“

„Onkel Toby“, widersprach Bork, „da bist du einem Irrtum erlegen. Im Gegensatz zu deinen stummen Büchern plappern die Weiber beinahe unaufhörlich.“ Mit einem breiten Schmunzeln begegnete Onkel Toby dem Blick seines Neffen und sagte: „Vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb sich vor allem ältere eheerprobte Männer der Bücherliebhaberei widmen.“

Harald Kugler: Die Parallelwelt, Eine Erzählung aus der Welt der Bücher
(Reihe: Einbogendrucke #23), Pirna April 2019
36 Seiten, Klammerheftung

Do, 29.10.2020

Keine tolldreisten Geschichten

Die vor Monatsfrist hier angekündigte Lesung "Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei" des Pirckheimers Harald Kugler in der Stadtbibliothek in Pirna am 4. November wurde Corona bedingt abgesagt.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass Kunst und Kultur im Gegensatz zu Gottesdiensten, unwirtschaftlichen Fluggesellschaften oder Reisen auf Kreuzfahrtschiffen nicht als systemrelevant gelten und schon deshalb ein Verlust an Kultur, weil in den letzten Tagen erfreulicher Weise die Nachfrage nach Karten, anders als bei früheren Lesungen des Autors, gestiegen ist.

Di, 06.10.2020

Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei

Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft sind in ihrem Selbstverständnis nicht nur Sammler und Bewahrer des Buches, sondern sehen sich auch dazu bestimmt, die Liebe zum Buch zu befördern.

So wird z.B. Harald Kugler im November in der Stadtbibliothek Pirna aus seinen Geschichten lesen, in denen vornehmlich von den vielfältigen Einflüssen der Bücher auf seine Leser und Liebhaber die Rede ist. Ein Kaleidoskop der Leidenschaften zu den Büchern wird mit den kleinen Erzählungen entblättert, die darüber fabulieren, dass mit Büchern Schutzbedürftigkeit, Narretei aber auch Ängste und Frohsinn einhergehen. Ein kleinen Ausflug in die Welt der Bücher, über die Hermann Hesse sagt, dass es die beste ist, die sich die Menschheit erschaffen hat.

In der Lesung werden aus seinen Einbogendrucken die Erzählungen "Was willst", "Abschied", "Gutenbergensis" und, falls noch Zeit sein sollte, "Bücherdreieck" vorgestellt.

4. November 2020, 19 Uhr

Stadtbibliothek Pirna
Gotischer Saal
Dohnaische Straße 76, 01796 Pirna

So, 09.08.2020

Bibliophilie und Bibliomanie von Harald Kugler

Die bunte Vielfalt der Einbogendrucke und weiteren Schriften von Harald Kugler, über die an dieser Stelle mehrfach informiert wurde und die zum großen Teil vergriffen sind, wurde auf der Homepage des Autors jetzt durch die Vorstellung seiner im Selbstverlag erschienenen Werksausgabe ersetzt.
Bislang können aus dem noch nicht beendeten Projekt 9 Titel bestellt werden, darunter auch Bibliophilen-Abend, Die Magie der Bücher, Das Vermächtnis der Bücher und Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei - Bestellung bitte direkt beim Autor.

Für die Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft vom 18. - 20. September 2020 in Halberstadt, Aschersleben und Quedlinburg stellt Harald Kugler die Bände 1-3, 7 und 9 der Werkausgabe für die traditionelle Auktion zur Finanzierung der Arbeit der Gesellschaft zur Verfügung.

Mi, 03.06.2020

Sonderheft der Einbogendrucke

Die Einbogendrucke des Pirckheimers Harald Kugler wurden erstmals um ein Sonderheft als Zeitzeugnis erweitert, welches beim Autor zum Preis von 4 € zu erwerben ist, siehe nebenstehende Abbildung.

Und für den Sammler dieser Reihe mit Erzählungen und Betrachtungen zu bibliophilen Themen ist es bestimmt interessant zu erfahren, dass von der Kassette mit den Heften 1-12, sowie von den anderen Einbogendrucken bis zur Nummer 24 noch Einzelexemplare zu beziehen sind, näheres findet sich auf der Homepage des Autors.

Harald Kugler
01796 Pirna, Gartenstr. 3

Mi, 31.07.2019

Der Verlust

Ein letztes Mal (sic!) hat sich Harald Kugler aufgerafft und die Bücherweisen nunmehr mit dem 12. Heft komplett gemacht. Es sei unweigerlich sein letztes Heft der Einbogendrucke, die sich nunmehr auf 24 ergänzen, meint der Autor, welches damit seine Vorliebe, über Bücher und deren Liebhaberei zu schreiben, beenden wird.

"Einmal nur hatte sich Martin entgegen seines Vorsatzes, niemals Bücher zu verleihen, dazu überreden lassen, ein Exemplar aus seiner Bibliothek aus dem Haus und in die Leseobhut seines guten Freundes Wieland zu geben. [...] Klein von Format führte das Lederbändchen „Der Einzige und sein Eigentum“ von Max Stirner, obgleich von berufenem Inhalt, ein eher bescheidenes Bücherleben in der Bibliothek des Bibliophilen Martin. Aber wie es mit abwesenden Dingen gelegentlich so geschieht, sucht man ihre Gegenwart just in den unpassendsten Augenblicken wie solchen, wenn man einen Hinweis in einem anderen Buch findet oder auf zufälligen Wegen einer zu vertiefenden Recherche über ein bestimmtes Werk bedarf. In solch einem Moment stieß Martin genau auf jene Lücke in seiner Bibliothek, wo das gesuchte Buch bislang auf diesen Augenblick geharrt hatte. Aber siehe da, eine Lücke klaffte wie zum Hohn zwischen den Bänden und versetzte Martin in eine trübselige Laune. Das Befinden, das sich in dieser Situation in der Seele von Martin einstellte, glich jenem Zustand, ..." (Seite 6f)

So erzählt "Der Verlust" von den Qualen, die ein Bibliophiler durch den Verlust eines Buches erleidet, was ihn aber letztendlich auf eine überraschende Weise gesundet.

Harald Kugler - Der Verlust (Einbogendruck # 24), Eigenverlag Pirna 2019
1. Ausgabe (30 nummerierte Expl.)
Druck: epubli GmbH Berlin, 18 Seiten, Preis 4 €

Di, 07.05.2019

Er kann es nicht lassen ...

... und das ist gut so. 

Mehrfach hörte man von Harald Kugler, er würde seine Leidenschaft zu schreiben aufgeben, folgerichtig hieß das Heft 22 seiner Einbogendrucke "Das letzte Heft".

Aber wie das mit Vorsätzen so ist, man hält sie selten ein. Ein Glücksfall, wenn man das Heft 23 der Einbogendrucke von Harald Kugler mit dem Titel " Die Parallelwelt" in den Händen hält. Für mich der bisher beste Text aus der Feder des Pirckheimers und Autors, dessen Themen sich zumeist an Bibliophilem und an Klassikern der Belletristik reiben. So auch in der "Parallelwelt", die laut Klappentext offenbart, "was sich hinter den Büchern der Bibliothek eines Bibliophilen abspielt", die aber tatsächlich einen Blick in die Seele eines Liebhabers und Sammlers des Gedruckten erlauben.

Mit 32 Textseiten ist die Erzählung wie geschaffen zum Lesen in der Straßen- oder S-Bahn, wer das  tut, wird das Heft mit Sicherheit auf der Rückfahrt wieder zur Hand nehmen und ein weiteres mal genießen.

(ad)

Harald Kugler: Die Parallelwelt, Eine Erzählung aus der Welt der Bücher
(Reihe: Einbogendrucke #23), Pirna April 2019
36 Seiten, Klammerheftung

Mo, 10.12.2018

Tagebücher 1978 - 1989

Die Tagebücher von Harald Kugler, so betont er, werden das letzte Buch aus seiner Feder sein. Angefangen im 27. Lebensjahr beschreiben sie sein Leben in einem anderen Land und behandeln eine Zeit, lange bevor er Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft wurde. Petra Liermann sagt im Vorwort zu diesem Buch: "Ein sehr zu empfehlendes Buch, in dem sich nicht nur Autoren wiederfinden werden, sondern das gerade in der heutigen Zeit die Unterschiede erklären kann, die immer noch eine scheinbar unüberwindbare Grenze zwischen Ost und West ziehen."
Leider fand sich kein Verlag für diese Publikation, ein bedauernswerter Umstand, denn sie ermöglicht einen selbstbewussten, teils recht intimen, aber auch politisch aufgeschlossenen Einblick in das Alltagsleben und das Denken eines untergegangenen Landes.

Harald Kugler - Wie einer wird, was er ist. Tagebücher 1978 - 1989
Privatdruck 2018
brosch., 382 Seiten, 7 teils farbige Abb.
 

Do, 24.05.2018

neues von Harald Kugler

Anfang Juni erscheint im JustTales Verlag eine Anthologie unter dem Titel "... und auf einmal bist du tot", die die bislang in der Reihe Einbogendrucke als Nummer 21 erschienene Erzählung "Der Bücherwurm" enthält.

Im selben Verlag ist die Herausgabe aller Erzählungen der Einbogendrucke als Sammelband unter dem Titel "Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei" geplant, wofür bislang vorerst das Manuskript zur Prüfung eingereicht wurde. Die Einbogendrucke werden damit nicht mehr als Einzelhefte zu haben sein.

... und auf einmal bist du tot (Anthologie)
JustTales Verlag, Juni 2018
ISBN 978-3-947221-24-0

Tolldreiste Geschichten zur Bücherliebhaberei
JustTales Verlag
(Erscheinungsdatum noch unbestimmt)

Mi, 28.03.2018

"Das letzte Heft" erscheint mit Originalgraphik

Das aktuelle und damit "Das letzte Heft" der Einbogendrucke mit Erzählungen aus der Welt der Bücher von Harald Kugler wird auf Wunsch mit einer beiliegenden Originalgraphik von Anne Kern geliefert Es handelt sich um die links abgebildete Kaltnadelradierung "Spiegelung" in einer Aufage von 10 Exemplaren.

Das Heft mit beiliegender Graphik kann zum Preis von 12 € per E-Mail beim Autor bestellt werden.

Di, 20.03.2018

Erzählungen aus der Welt der Bücher

Der Autor und Pirckheimer Harald Kugler wird in Pirna aus seinen "Erzählungen aus der Welt der Bücher" lesen.

Die Veranstaltung unter dem Titel "Büchersammler und andere Verrückte in der Pirckheimer-Gesellschaft" wird begleitet durch eine Vitrinenausstellung mit ausgewählten Objekten aus der Sammlung des Pirckheimers.

Ralph Aepler wird in seinen einführenden Worten die Pirckheimer-Gesellschaft und das Wirken ihrer Mitglieder vorstellen.

Lesung: 18. April 2018, 19 Uhr

Pirnaer Stadtmuseum

Mo, 05.02.2018

Neue Einbogendrucke

Die Abonnenten der Einbogendrucke des Pirckheimers Harald Kugler konnten sich heute über zwei neue Hefte der Erzälungen aus der Welt der Bücher in ihrem Briefkasten freuen. Ausgeliefert wurden 

# 15 - Gutenbergensis
# 17 - Ein alter Antiquar erzählt

Alle bisher erschienenen Hefte können, sofern vorhanden, über die Seite Harald Kugler zum Preis von 4 € bestellt werden.

Di, 23.01.2018

Ein alter Antiquar erzählt

... Doch noch immer hielt sich mein Freund mit Vorkehrungen zu seinem Bericht auf, stopfte sich ein Pfeifchen und füllte zwei Gläser mit funkenrotem Wein, was der Situation etwas feierlich Romantisches und zugleich Einmaliges verlieh.
Dann schließlich rückte er sich wie ein Märchenerzähler in seinem Sessel zurecht und begann.
„Es war spät geworden, als ich noch bei Recherchen zu meinem neuesten Katalog saß. Ich hatte die Tür zu meinem Laden schon vor Stunden verriegelt, war noch einmal wegen der Suche nach einem Buch in den Laden hinübergegangen, als ich plötzlich einen brenzligen Geruch in meinem Arbeitszimmer vernahm. Der Raum wurde nur von meiner Stehlampe erhellt, sodass ich nicht gleich bemerkte, was sich in einer Ecke des Raumes verändert hatte. Erst ein leises Räuspern, das mir wie ein Blitz in die Glieder fuhr, ließ mich meinen Lampenschirm in die Ecke des Raumes drehen. ... "

Dieser kleine Ausschnitt soll die Lust des Lesens für den in Kürze in einer Auflage von 30 Exemplaren erscheinenden 17. Einbogendruck des Pirckheimers Harald Kugler wecken! Das Heft kann, wie das bereits erschienene Heft 15 (Gutenbergensis) und vorangegangene Drucke zum Subskriptionspreis von 4 € beim Autor bestellt werden.

Sa, 23.12.2017

Schildbürger

Der 14. Einbogendruck von Harald Kugler "Schildbürger. Eine Erzählung aus der Welt der Bücher" geht in Kürze in Druck.

Ausgehend vom Tod eines Freundes und die Kenntnisnahme dessen problematischen Geheimnisses, sowie mit der Schilderung des Ansinnens von Schildbürgern, eine Bibliothek zu schaffen, was interessante Analogien zur Gegenwart provoziert, kommt der Autor zur Erkenntnis: "Sammler sind besondere Menschen, die mitunter über Umwege mit ihren Liebhabereien einen gesellschaftlichen Zweck erfüllen." Ein Satz, der einen Pirckheimer nicht besser beschreiben kann.

Die Erzählung wird in einer ersten Ausgabe von 30 Exemplaren herausgegeben. Der Druck erfolgt durch die epubli GmbH Berlin in Sitka Small, 14 pt und Old English Text MT. Der 14. Einbogendruck kann zum Subskriptionspreis von 4 € beim Autor bestellt werden.