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Harald Kugler

Pirckheimer-Blog

Harald Kugler

Mi, 30.03.2016

Der Bibliotaph

Harald Kugler, von dem hier bereits "Der Bibliophilen-Abend", "Die Magie der Bücher" und "Das Vermächtnis der Bücher" vorgestellt wurden, verweist auf seiner Webseite auf sein neuestes Projekt:
In einer Reihe mit dem Namen Einbogendrucke (nicht mehr als 24 Seiten) wird in loser Folge jeweils eine Erzählung als Heft erscheinen
. Von den Heften werden die ersten 30 Exemplare vom Autor signiert und nummeriert. Jede Erzählung beginnt mit einer Initiale. Gedruckt wird als Book on Demand über die epubli GmbH Berlin in Bookman Old Style zu 14 Point und breitem Rand im Format A5. Jedes Heft erhält zudem eine andere Farbe. Der Preis der Hefte beträgt inclusive Versand 8 €.
Die erste Erzählung trägt den Titel Der Bibliotaph. Sie verrät, warum Bücher unsere geheimsten Wünschen und Sehnsüchte kennen.

Näheres unter harald-kugler.de.

Mo, 01.02.2016

wiedergelesen: hrsg. von den Pirckheimern 1957

Als ein großer Verehrer von Hermann Hesse habe ich vor Jahren eine Festschrift zu Ehren des 80. Geburtstag des Dichters erworben, die von den Radebeuler Freunden der Bibliophilie 1957 herausgegeben worden war. Verfasst ist der Text von der damals in Radebeul lebenden Autorin Jeanne Berta Semmig, die auch jede der nummerierten Ausgaben signiert hatte. Beide, die Autorin der Festschrift und der Dichter Hermann Hesse, verband nicht nur eine Brieffreundschaft, deren Zustandekommen und Pflege in einfühlsamen Worten von Manfred Altner 2002 in einem Almanach des Hellerau-Verlag Dresden beschrieben ist. Hermann Hesse besaß ein verbindendes Verhältnis zu Dresden, der Stadt, die er nie besucht, aber dort im Verlag Edgar Pierson 1898 sein Erstlingswerk unter dem Titel "Romantische Lieder" veröffentlicht hat. Auch Gunter Böhmer kam aus Dresden, der sich als Illustrator, nicht nur der Werke von Hermann Hesse, später in Montagnola nieder ließ.
Es ist immer wieder erquicklich, wenn man solcher Art Rarität aus dem Fundus einer Bibliothek vor sich liegen hat, die in ihrer Seltenheit für den Betreffenden die Worte von Goethe bestätigen: "Sammler sind glückliche Menschen".
(Harald Kugler in seinem Blog)

Mi, 27.01.2016

wiedergelesen: Der Zwiebelfisch

"Das Verlegen ist wie die Liebe: es hört nimmer auf,
auch wenn's schief geht bleibt das Herz daran hängen." 
Hans von Weber 
Wer so von seinem Beruf sprechen konnte, der bewies damit, dass er ihn nicht "ausübte" wie ein nüchterner Geschäftsmann, sondern ihm verfallen war mit seinem ganzen Sein und Denken. Dieser Satz ist im "Imprimatur" Band IX aus dem Jahre 1940 über Hans von Weber zu lesen. Neben zahlreichen mit hoher Handwerkskunst hergestellten Büchern und Liebhaberausgaben, erinnert sei nur an die Bücher der "Hundertdrucke", hat Hans von Weber in seinem Hyperion-Verlag 1909 auch eine Zeitschrift mit dem einprägsamen Titel "Der Zwiebelfisch" kreiert. Als eine bibliophile Rarität stellt sich dessen erster Jahrgang dar, der aus vier Heften besteht, von denen jedes anders in Druck, Format, Papier und Umschlag gestaltet ist. Dies war auch das ursprüngliche Ansinnen des Verlegers für dieses Vorhaben mit dem Untertitel "Eine kleine Zeitschrift für Buchwesen und Typographie." Doch bereits mit dem zweiten Jahrgang wurde das für Zeitschriften übliche Gleichmaß eingeführt. Es soll hier nicht der Ort sein, den Verlag und seine Arbeit umfänglich vorzustellen, Interessenten können dies im besagten Artikel von Heinrich F. S. Bachmair (S. 72 ff.) viel genauer erfahren. Mir geht es mit dieser kleinen bibliophilen Aufmerksamkeit um Erinnerung und Nachdenken, was die Buchkultur für Kleinode geschaffen hat, die gelegentlich wieder einer Betrachtung lohnen.
Weiteres im Bibliothekskatalog auf harald-kugler.de Nr. 501, 502.
(Harald Kugler)

Do, 21.01.2016

Der Bücherhirt

In den Gefilden meiner Bibliothek finde ich manchmal besonders liebenswerte Bücherschätze, so auch einen, auf den ich in einer meiner Erzählungen "Der Bibliophilen-Abend" schon einmal hingewiesen habe. Die Rede ist von "Der Bücherhirt", der kleinsten Zeitschrift für Bibliophilen, Bibliomanen, Bibliomisen, Bibliophoben und Bibliophagen, erschienen 1927 in nur fünf Heften zu 200 Exemplaren, herausgegeben von F. S. Bachmair und Günther Hildebrandt.
Hier ein Beitrag aus dem Allerersten Heft, in dem diese Idee auch umgesetzt wurde, was das Heftchen zu etwas Besonderem werden lässt:
"Ein Englischer Bibliomise hat gefunden, dass alle Bücher falsch paginiert sind. "Was hat man davon", meint dieser Herr, "dass man weiß, man habe so und so viel Seiten gelesen? Was einen wirklich interessiert, dass ist doch zu wissen, wieviel Seiten noch übrig bleiben." Er will also Bücher so paginieren, dass ein Buch z. B. mit Seite 300 beginnt, mit Seite 299 u. s. f. durchbeziffert wird bis zur Seite 1, die die letzte Seite des Buches ist. Auf diese Weise weiß der Leser immer, wieviel Seiten er noch zu lesen hat. Buchhändler und Verleger sollen von diesem Vorschlag nicht entzückt sein. Die Autoren auch nicht. Um unseren Lesern den englischen Vorschlag praktisch vorzuführen, haben wir das vorliegende Heft nach dem neuen Rezept paginiert."
Weiteres im Bibliothekskatalog auf harald-kugler.de unter der Nummer 498.
(Harald Kugler in seinem Blog)

Sa, 09.01.2016

neue Internetpräsenz eines Pirckheimers

Der Pirckheimer und Autor Harald Kugler stellte heute eine eigene Homepage ins Netz, aufzurufen durch Klick auf oben stehenden Screenshot oder über harald-kugler.de.

Mi, 06.01.2016

Neues aus der Feder eines Pirckheimers

"Nach Texten über die Liebe zu den Büchern (siehe hier), habe ich meine Gedanken für ein neues Buch auf die Liebe unter den Menschen gerichtet. Die Anregung dafür habe ich einem Gedicht von Christian Wagner entnommen, der lyrisch darüber nachsinnt, was es doch für ein frevles Schicksalswalten ist, Menschtum in zwei Teile zu zerspalten, um danach Männer wie Frauen auf die Suche nach ihrem passenden Partner zu schicken. In vier Geschichten werden schicksalhafte Begegnungen aufgerührt, die von diesen Mühen des Findens erzählen.
(Harald Kugler)

Die Geschlechter - Nachdenkliches über die Liebe
edition winterwork, Dezember 2015
TB, 498 Seiten, ca. 14,8 x 21,0 cm
19,80 €
ISBN: 978-3-96014-065-8

Fr, 13.11.2015

Bibliophilen-Abend als Taschenbuch erhältlich

Die an dieser Stelle bereits vorgestellten Erzählungen zum Bibliophilen-Abend des Pirckheimers Harald Kugler werden mit den beiden Teilen „Der Bibliophilen-Abend“ und „Die Magie der Bücher“ bei der edition winterwork erscheinen und im Buchhandel vertrieben, dort allerdings nur in Broschur. Die Pappband-Ausgabe kann nur noch direkt beim Autor erworben werden.
Aus dem Klappentext: " ... Bücher ... haben oft auch eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Wie vielfältig Bücher unser Leben bestimmen, davon handelt der vorliegende Band „Bibliophilen-Abend“ in zwei Teilen. Neunzehn Erzählungen beschäftigen sich mit dem Leben der Bücher und deren Besitzern. ... "
è Leseprobe

Harald Kugler
Bibliophilen-Abend in zwei Teilen
Der Bibli
ophilen-Abend / Die Magie der Bücher
Taschenbuch
November 2015
564 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-96014-043-6
19,90 €

Mi, 04.11.2015

Die Magie der Bücher in Freital

... Auch die gestrige Lesung in der Spielbühne Freital, ein skurriler Veranstaltungsort in einem ehemaligen Fabrikgebäude, war ein voller Erfolg, wenn auch nicht vor ganz so vielen Zuhörern, dafür aber bei einem jüngeren Publikum. Ich war erstaunt, wie interessiert die Zuhörer an der Bibliophilie waren und wie wenig Vorstellungen sie von unserer Leidenschaft haben. Der Frageteil im Anschluss war beinahe länger als meine Lesung „Der Magie der Bücher“.
(Harald Kugler via fb)

... siehe auch "Der Bibliophilen-Abend"

Sa, 17.10.2015

bibliophil mit Herz und Feder

Gestern las der Pirckheimer Harald Kugler zum 7. Wilsdruffer Leseherbst aus seinem Zyklus "Der Bibliophilen-Abend", dessen drei Titel an dieser Stelle bereits vorgestellt wurden. Die Lesung war ein voller Erfolg und diente nebenbei eindrucksvoll und in erfreulicher Weise unserem bibliophilen Anliegen, Kenntnisse über Geschichte und Gegenwart des Buches zu verbreiten. Vor ca. 40 Zuhörern trug der Autor zwei Geschichten vor - aus dem ersten Band „Der Bibliophilen-Abend“ die Geschichte vom Bücherleben und die Titelgeschichte des zweiten Bandes „Die Magie der Bücher“, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurden. Das wurde auch durch zahlreiche Fragen zur Bibliophilie im Allgemeinen und den Geschichten aus dem "Bücherreigen" im Besonderen deutlich, die im Anschluss an die Lesung gestellt wurden. Zum Abschluss hatten die Hörer die gern genutzte Gelegenheit, einige Bücher käuflich zu erwerben, am gefragtesten war der Sammelband „Geschichten aus der Bücherkiste“, der den ersten und zweite Band enthält (Pb., 20 €). Alle Bücher sind exklusiv über die Bücherstube Siegemund in Wilsdruff erhältlich.
Im November oder Dezember wird es in Freital eine weitere Lesung mit Harald Kugler geben.
(ad)

Do, 17.09.2015

Sächsische Zeitung / Kultur in der Region

Harald Kugler aus Pirna erzählt von merkwürdigen Dingen, die Sammlern mit ihren Büchern passieren ...
Als die Feuerwehr Simon Bärwulf findet, beschützt dieser zwei dicke Pergamentbände unter seiner Jacke vor den alles verzehrenden Flammen. Erfolgreich, die Folianten haben kaum Schaden genommen. Der Büchersammler freilich, um die vierzig Jahre alt, entkam dem Inferno in seiner Bibliothek nicht, Hitze und Rauch nahmen ihm für immer den Atem. Simon Bärwulf, von Beruf und aus Berufung Bibliothekar, gern auch Büchernarr genannt, starb, weil seine Frau Michelle ohne sein Wissen ein Buch an ihre Freundin verliehen hatte, das dann verloren ging.
Es ist ein herzzerreißendes Drama, das Christoph Reiche anlässlich eines jährlichen Treffens von Bibliophilen in Schweinfurt erzählt. Oder vielmehr ist es Harald Kugler, der den Bücherfreund in trauter Runde mit Gleichgesinnten bei Wein und Zigarren die Tragödie vortragen lässt. Der Pirnaer Autor erfand den Bibliophilen-Abend als sinnfällige Rahmenhandlung, um skurrile, schaurige, nachdenkliche, aber auch lustige Geschichten um Sammler, ihre Bücher und ihre Leidenschaften zu vereinen. Kugler, selbst Sammler und seit 2008 Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, die das besondere Buch feiert und sich an diesem Wochenende in Meißen trifft, kamen beim Katalogisieren seiner Scbätze Ideen für ein eigenes Buch rund um besondere Bücher; drei sind es schließlich geworden ...
(Thomas Morgenroth in der Sächsischen Zeitung)

Mi, 02.09.2015

7. Wilsdruffer Leseherbst 2015

Harald Kugler stellt beim diesjährigen Leseherbst in Wilsdruff seine Bücher zum Bibliophilen-Abend vor, drei Titel, die auch in einer Ausgabe als „Der Bücherreigen“ zusammengefasst wurden. Diese Trilogie beinhaltet die Bücher „Der Bibliophilen-Abend“, „Die Magie der Bücher“ und „Das Vermächtnis der Bücher“.
Der Autor, selbst Mitglied einer bibliophilen Gesellschaft, entführt für eine Stunde in die wunderbare Welt der Bücher und Bibliotheken, in denen spannende und geheimnisvolle Geschichten beheimatet sind.

Harald Kugler
- Der Bibliophilen-Abend - 22 €
Die Magie der Bücher (Der Bibliophilen-Abend 2. Band) - 20 €
Das Vermächtnis der Bücher (Der Bibliophilen-Abend 3. Band) - 15 €
Bestellung beim Autor: E-Mail.


Lesung: 16. Oktober 2015, 19:30


Sächsisch-preußischer Gewölbekeller
Drogerie Lehmann
Wilsdruff, Dresdner Straße 9

Di, 02.06.2015

Der Bücherreigen

Alle drei Bücher "Der Bibliophilen-Abend" des Pirckheimers Harald Kugler (siehe vorausgehenden Post) sind auch in einem Band zum Preis von 46 € unter dem Titel „Der Bücherreigen“ erhältlich.
Dieser Band enthält auf 930 Seiten die Titel


Der Bibliophilen-Abend
Die Magie der Bücher
  (Der Bibliophilen-Abend 2. Band)
Das Vermächtnis der Bücher
  (Der Bibliophilen-Abend 3. Band)

Diese Ausgabe kann direkt beim Autor bestellt werden: E-Mail. Alle Erzählungen sind jedoch auch weiterhin einzeln zum Gesamtpreis von 57 € erhältlich.

Mo, 01.06.2015

Das Vermächtnis der Bücher

Der Bibliophilen-Abend 3. Band
Harald Kugler hat seine Buchreihe "Der Bibliophilen-Abend" mit einem dritten Band abgeschlossen. Als "Das Vermächtnis der Bücher" schrieb er eine Erzählung eines Mitglieds der Vereinigung der Bücherfreunde mit Namen Max Rodan, die dieser als Jahresgabe für den Bibliophilen-Abend verfasste. Entsprechend dieser Vorgabe wurde das Buch auf hochwertigem Papier gedruckt und im Querformat gebunden,
Ein erster Eindruck, der zwar bislang nur aus dem flüchtigen Lesen einzelner Passagen beruht, veranlasst mich bereits zu der Überzeugung, dass mit diesem 3. Band der bisher beste Text vorgelegt wurde, womit in Ergänzung der ersten beiden Bände die Welt des Bibliophilen abgerundet beschrieben wird.
(ad)

Pbd., 114 Seiten,
nummerierte Auflage,
Selbstverlag 2015, Druck: epubli GmbH, Preis 15 €
. _________________________

Neues Format -diesmal quer-, spannender Plot und der bekannte und eingehende Stil unseres Pirckheimer Freundes Harald Kugler entführt den Leser nun schon zum dritten Male in die spannende Welt der Bücher. Diesmal ist ein Kloster weit im Wald der Tatort für einen Mord.
Nicht genug, dass angeblich die Bibliophilie in der Krise steckt, nein jetzt sterben bei Kugler auch noch deren Protagonisten. Aber die Sünden des Lebens werden eben vom lieben Gott in seiner unergründlichen Weisheit auf die eine oder andere Weise bestraft.
Ich dachte natürlich gleich an Umberto Eco, wurde aber überrascht. Kugler hat seine eigene Geschichte erfunden, Vergleiche mit dem berühmten Buch sind kaum möglich.
Sollte ich sagen ganz im Gegenteil - die Geschichte ist frisch und schlank erzählt. Man durchfliegt den schönen großen Schriftsatz und hat dennoch durch den einfühlsamen Text ständig die Bilder des Klosters und seiner Bewohner vor Augen. Trotz der Tragik der Geschichte ist das Wetter in den Bildern vor meinem geistigen Auge deutlich schöner.
Die Lebendigkeit, mit welcher Kugler die Personen zeichnet, lässt den beißenden Gestank der Ameisensäure einem in Augen und Nase steigen.
Nur das junge, verführerisch schöne Mädchen ist auch da, naja aber dass kann man auch schlecht weglassen und Umberto Eco hat diese Sünderin auch nicht erfunden …
Als treuer Kugler-Leser muss ich sagen, dass das
Vermächtnis der Bücher" ein echter Höhepunkt der bisher erschienen Trilogie von Büchern über Bücher ist.
Besser gesagt, dass ist meine neue Lieblingsgeschichte - getreu dem Motto „Das Bessere ist der Feind des Guten“!
Die 3 Bände -man muss jetzt schon von der Reihe „Der Bibliophilen-Abend" sprechen- sind allesamt direkt beim Autor zu beziehen. Email an HaraldKugler und ein signiertes und nummeriertes Exemplar ist auf dem Weg zu Ihnen!
Viel Vergnügen beim Lesen!
(Ralph Aepler)

Mi, 18.03.2015

70 Jahre Aufbau

... ein feines Büchlein, das Sie da über 70 Jahre Aufbau Verlag in den Handel gebracht haben, Herr Carsten Wurm. Seien Sie bedankt!
(Harald Kugler)


„Zum Verlegen von Büchern gehört eine gewisse Besessenheit.“
Stephan Hermlin


Nach seiner Gründung am 16. August 1945 wurde der Ostberliner Aufbau-Verlag schnell zu einem der größten belletristischen Verlage des Landes. Wichtigste Veröffentlichung dieser frühen Jahre war Anna Seghers‘ Roman „Das siebte Kreuz“, der bis heute zu den unangefochtenen Bestsellern des Verlages gehört und 2015 als Graphic Novel neu aufgelegt wird. Die bedeutendsten Autoren der Weltliteratur, aber auch der deutschen Gegenwartsliteratur fanden bei Aufbau eine verlegerische Heimat. Carsten Wurm beschreibt die turbulente Geschichte des Verlages von den Anfängen bis in die Gegenwart ebenso prägnant wie umfassend. Nach Privatisierung und Eigentümerwechsel besteht Aufbau in der gesamtdeutschen Verlagslandschaft weiter. Die Erfolge von einst sind Geschichte, eine gute Mischung aus Tradition und Aufbruch, aus Literarizität und Unterhaltung, aus Debatte und Reflexion weist den Weg in die Zukunft. (aus dem Klappentext)

Carsten Wurm: Gestern. Heute. Aufbau.
Klappenbroschur, 255 Seiten
Aufbau Verlag
978-3-351-03608-9
12,00 € / 17,90 Sfr

Mo, 23.02.2015

Oberflächlich – Nein Danke, ich habe es gelesen!

Der respektlose Umgang der Menschen miteinander nimmt immer mehr zu. Das ist ein Zeichen unserer Zeit. Anstatt die wenigen Pflänzchen persönlichen Engagements zu schützen und zu hegen, werden sie gnadenlos niedergemäht. Und zwar nicht wegen ihrer Wirkung sondern ausschließlich aufgrund der äußeren Erscheinung.
Alles atmet den Hauch von Flüchtigkeit, mangelndem Gestaltungswillen und Gedankenlosigkeit – summa summarum dies Druckwerk ist ein Zeichen unserer Zeit.“ – wenn diese Zusammenfassung für das hier in Rede stehende Buch gelten soll, dann gilt sie für seine „Rezension“ allemal.
Walther/Lehnhardt, Birgit und Andreas Eichler arbeiten nach der Ansicht von R. F. Meyer flüchtig und gedankenlos. Das ist schon starker Tobak. Denn worauf der Rezensent seine Einschätzung stützt, lässt sich der „Rezension“ nicht entnehmen. Vielmehr erkenne ich in diesen vernichtenden Zeilen ausschließlich ein Verharren in der Vergangenheit und eine Ignoranz der Gegenwart. Mit einer guten Buchrezension, welche die positiven und negativen Aspekte einer Publikation sorgfältig abwägt, haben die Zeilen R. F. Meyers m. E. nichts zu tun. Alle berühmten Raucher der Zeitgeschichte wären unter dem olfakorischen Aspekt für Nichtraucher immer unangenehm gewesen. Komischerweise kam es darauf niemals an….
Den von R. F. Meyer geäußerten Ansichten mangelt es primär an Trennschärfe zwischen der absolut berechtigten Kritik an gesellschaftlichen Entwicklungen und dem leidenschaftlichen Tun von Bücherfreuden. Soll kein Kunstbuch mehr erscheinen, nur weil sich kaum noch jemand den Lichtdruck leisten kann oder wollen wir unserem Pirckheimer Freund Kugler zurufen,: „Schreib nicht über Bücherfreunde, so lange Du Dir nur books on demand leisten kannst!“?
Ich habe die Bücher von Walther/Lehnhardt und Kugler gelesen und bin weder erblindet noch sind meine Atemwege verätzt – alles gesund! Ich habe vielmehr neue Einblicke gewonnen in mir unbekannte Sammlungen von interessanten Leuten. Meine Begeisterung für den Inhalt und meine Achtung vor dem Mut und Engagement der „Macher“ haben Fakten wie die unschönen 135 g/m2, das Lesebändchen und den Einband den rechten Platz zugewiesen – irrelevant! Diese Bücher haben bei mir ihr Ziel erreicht, mich unterhalten und mir schöne Stunden geschenkt. Einen Satten wieder hungrig gemacht.
Sicherlich das Buch richtet sich auch an Bibliophile, aber in erster Linie möchte es doch erreichen, Nichtbibliophile zu Bibliophilen zu begeistern. Das Buch will Sammler und Orte des Buches vorstellen, anregen, mehr zu erfahren und unterhalten, mehr nicht – vor allem keinen gekünstelten, bibliophilen Ansprüchen gerecht werden. Was sollen das überhaupt für Ansprüche sein?
Das Heranführen an neue Einsichten ist die Verantwortung des Wissenden, und ich habe bisher jede dieser Lektionen genossen, weil ich eingestand, es nicht zu kennen und somit die Tür öffnete, um an der Begeisterung eines anderen teilhaben zu dürfen. Nur so werden wir die Reihen der Mitglieder bibliophiler Gesellschaften verjüngen.
Wer heute lebt, sich mit der Gegenwart auseinandersetzt und dennoch das Engagement an den Tag legt, ein Buch über Büchersammler herauszubringen, verdient zuallererst Respekt! Allen Akteuren ist gemeinsam, dass sie unter persönlichen Opfern und den Zwängen der Ökonomie dennoch etwas auf die Beine gestellt haben, was für uns alle einen Mehrwert darstellt. Geht es besser? Na klar geht es immer besser. Aber sollte es deswegen unterbleiben? Nein die Welt ist bunt und besteht eben nicht nur aus „schwarzer“ Druckerschwärze!
Hilfe und Unterstützung anzubieten, Mut zu machen für weitere gleichartige Vorhaben, das wäre für mich eine wünschenswerte und gerechtfertigte Reaktion desjenigen, der mehr weiß und der mehr Erfahrung besitzt. Und ich bin mir sicher, keiner der „Macher“ wehrt sich beim nächsten Projekt gegen die Mitarbeit oder die Spende von ?0.000 € solch leidenschaftlicher Buchliebhaber wie R. F. Meyer, denn Seide, Leinwand oder Leder müssen ja finanziert werden.
Wir alle sollten uns bei unserem Handeln stets bewusst sein, dass jeder der sich aufgrund einer solchen „meyerischen Rezension“ nicht auf das Buch an sich einlässt und sich nicht seine eigene Meinung darüber bildet, ob Büchersammeln etwas für ihn wäre, schnell unwiederbringlich ein verlorener potentieller Bücherfreund und Antiquariatskunde ist. Damit schaden wir unserem Anliegen und den Werten unserer Sammlungen.
Mit der Zeit zu gehen, darf nicht bedeuten, im Gestern zu verharren oder den eigenen Anspruch aufzugeben. Seit der Erfindung des Buchdrucks wird vom Untergang des Buches gesprochen, aber es ist noch da und das bei sich stark veränderten Geschmäckern. Das Buch steht stets im Kontext der Zeit in welcher es entstanden ist! Den heutigen Machern von Büchern kann ich nur zu rufen, es ist ein schwerer Kampf aber ich glaube daran, dass es kein Kampf von einer aussichtslosen Position ist. Im Rahmen meiner Möglichkeiten und Interessen habt ihr immer einen Verbündeten.
(Dr. Ralph Aepler)

1 Kommentar:

Peter Rhein hat gesagt ...
Ich habe die Kritik von Rainer Friedrich Meyer mit großem Vergnügen gelesen, als ironische Kritik der Zeit und bemerke: Er hat Recht! Die Entgegnung ist doch sehr verbissen und bei allem Mitgefühl für den Respekt des "Wollens", Abstriche an der Solidität der künstlerisch/ handwerklichen Ergebnisse sind leider ein Zug der Zeit.
23.02.2015