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Arthur Lamka

Pirckheimer-Blog

Arthur Lamka

So, 09.12.2018

Bergisch Gladbach 1991. Ganz links: Arthur Lamka; daneben u.a. Axel Bertram und Gerhard Bläser, sowie Kurt Schwaen und Werner Klemke (v.l.)
Arthur Lamka vor einer Lithographie von Arno Mohr (Foto © www.kultur-oa.de – dort auch mehr zu den Ausstellungen)

Arthur Lamka (1929-2018)

Arthur Lamka war nur ein Jahr lang Mitglied in der Pirckheimer-Gesellschaft – was er selbst am meisten bedauert hat. Fast war er mir böse gewesen, dass ich ihm erst nach jahrelanger Freundschaft und eher zufällig ein Heft der Marginalien gab; er war so begeistert, dass er umgehend die Beitrittserklärung unterschrieb. Leider sollte seine Mitgliedschaft nur ein Jahr dauern – auf den Tag genau; am 5. Dezember 2018 ist er von uns gegangen.

Obwohl also nur kurz ein Pirckheimer, so war er, der ehemalige Journalist beim Kölner Stadtanzeiger, doch stets ein großer Sammler und Förderer der zeitgenössischen Buchkunst. Mit zwei Schwerpunkten: „Eduard Prüssen“ und „Buchkunst aus der DDR“. Unter anderem ihm war es zu verdanken, dass schon zwei Jahre nach der Wende die erste Einzelausstellung Werner Klemkes in den alten Bundesländern, im Frühsommer 1991 in Bergisch Gladbach, stattfinden konnte. Dies wiederum war Folge einer jahrzehntelangen Freundschaft mit Axel Bertram, dem Klemke-Schüler und Gestalter u.a. der SIBYLLE und der WOCHENPOST. So startete auch seine Kontaktaufnahme mit mir, so begann sein erster Brief im April 2008: „Ihre Adresse habe ich von meinem Uralt-Freund Axel Bertram, durch den ich auch den ganzen Freundeskreis Klemke-Schwaen kennengelernt habe“.

Nach seiner Berufstätigkeit zog es ihn und seine Frau Brigitte von Köln ins Allgäu, nach Sonthofen – nicht zuletzt des Wetters wegen.

Arthur Lamka war ein großer Büchersammler; seine Liebe galt neben den bereits erwähnten Prüssen, Klemke, Bertram u.a. Thomas Mann, Hermann Hesse und Gunter Böhmer – vor allem aber war er ein leidenschaftlicher Verehrer der Werke Johann Wolfgang von Goethes. Wie er mir augenzwinkernd erzählte, war er seinen Eltern ein bisschen böse, dass er nicht am selben Tag (28. August) geboren wurde wie der Dichterfürst, sondern einen Tag „zu spät“. Immerhin teilte er seinen Geburtstag mit seiner Frau Brigitte, die er 73 Jahre lang kannte und liebte.

Ein großer Sammler also – aber einer, der seine Schätze teilte, sie immer wieder in Ausstellungen präsentierte, im letzten Jahrzehnt im „Literaturhaus“ im benachbarten Immenstadt. Die Ausstellungen waren eine Augenweide für ein fachkundiges Publikum: „Buch-Kunst von Homer bis Grieshaber“ (2009) „Buchkunst, Schriftkunst, grafische Kunst aus der ehemaligen DDR“ (2010), und „Bücherliebhabereien aus der Sammlung Arthur Lamka“ (2011).

Und ich hatte die große Ehre, dass er zu „meiner“ Klemke-Ausstellung dortselbst, im November 2012, die Laudatio hielt. In der er mich eine „prophetische Erscheinung“ nannte – viel eleganter als „der große Dicke mit dem Vollbart“, als der ich mich selbst zu bezeichnen pflege.

Dank Dir für alles, lieber Arthur.

(Matthias Haberzettl)