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Axel Bertram

Pirckheimer-Blog

Axel Bertram

So, 17.03.2019

Axel Bertram, Grafisches Gestalten in fünf Jahrzehnten, Lehmstedt Verlag 2012, ISBN 978-3-942473-38-5

Axel Bertram (1936 - 2019)

Axel Bertram ist nach langer Krankheit am 16. März 2019 in Berlin gestorben.

"Axel Bertram war der vielseitigste und einflussreichste Gebrauchsgrafiker der DDR. Seinen Namen kennen nur Spezialisten, seine Werke kennt jeder, der in der DDR gelebt hat", heißt es in einer Pressemitteilung des Leipziger Lehmstedt Verlags.

Bertram wurde am 26. März 1936 in eine Dresdner Kaufmanns-Familie hineingeboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Freital. Nach seinem Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee war er 1960 als freiberuflicher Grafiker Mitbegründer der einflussriechen Ateliergemeinschaft „Gruppe 4“, der er bis 1970 die Treue hielt. Seit 1965 war eir Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Von 1977 bis 1992 lehrte er als Professor für Schrift und gebrauchsgrafisches Gestalten an der Berliner Kunsthochschule. Axel Bertram gestaltete zahlreiche Bücher und Plakate, schuf das Logo zu den Weltfestspielen 1973 und entwarf das Layout der legendären Zeitschriften „Sibylle“ und „Wochenpost“.
Von 1982 bis 1990 war Bertram überdies Leiter des künstlerischen Beirates der Staatsbank der DDR und gestaltete Umlauf- und Gedenkmünzen. Für die Pirckheimer-Gesellschaft schuf er zum 25-jährigen Bestehen eine Medaille, die als Jahresgabe 1981 ausgereicht wurde. Auch zahlreiche Briefmarken gehen auf seine gestalterischen Ideen zurück. Als Schriftgestalter entwickelte er die spezielle Fernsehschrift Videtur sowie den OpenType-Font Rabenau Pro.

In der Mitteilung des Lehmstadt-Verlags heißt es: „Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift. Er sah sich vielmehr als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers und suchte stets aufs Neue nach der perfekten Lösung einer konkreten Aufgabe.

So, 09.12.2018

Bergisch Gladbach 1991. Ganz links: Arthur Lamka; daneben u.a. Axel Bertram und Gerhard Bläser, sowie Kurt Schwaen und Werner Klemke (v.l.)
Arthur Lamka vor einer Lithographie von Arno Mohr (Foto © www.kultur-oa.de – dort auch mehr zu den Ausstellungen)

Arthur Lamka (1929-2018)

Arthur Lamka war nur ein Jahr lang Mitglied in der Pirckheimer-Gesellschaft – was er selbst am meisten bedauert hat. Fast war er mir böse gewesen, dass ich ihm erst nach jahrelanger Freundschaft und eher zufällig ein Heft der Marginalien gab; er war so begeistert, dass er umgehend die Beitrittserklärung unterschrieb. Leider sollte seine Mitgliedschaft nur ein Jahr dauern – auf den Tag genau; am 5. Dezember 2018 ist er von uns gegangen.

Obwohl also nur kurz ein Pirckheimer, so war er, der ehemalige Journalist beim Kölner Stadtanzeiger, doch stets ein großer Sammler und Förderer der zeitgenössischen Buchkunst. Mit zwei Schwerpunkten: „Eduard Prüssen“ und „Buchkunst aus der DDR“. Unter anderem ihm war es zu verdanken, dass schon zwei Jahre nach der Wende die erste Einzelausstellung Werner Klemkes in den alten Bundesländern, im Frühsommer 1991 in Bergisch Gladbach, stattfinden konnte. Dies wiederum war Folge einer jahrzehntelangen Freundschaft mit Axel Bertram, dem Klemke-Schüler und Gestalter u.a. der SIBYLLE und der WOCHENPOST. So startete auch seine Kontaktaufnahme mit mir, so begann sein erster Brief im April 2008: „Ihre Adresse habe ich von meinem Uralt-Freund Axel Bertram, durch den ich auch den ganzen Freundeskreis Klemke-Schwaen kennengelernt habe“.

Nach seiner Berufstätigkeit zog es ihn und seine Frau Brigitte von Köln ins Allgäu, nach Sonthofen – nicht zuletzt des Wetters wegen.

Arthur Lamka war ein großer Büchersammler; seine Liebe galt neben den bereits erwähnten Prüssen, Klemke, Bertram u.a. Thomas Mann, Hermann Hesse und Gunter Böhmer – vor allem aber war er ein leidenschaftlicher Verehrer der Werke Johann Wolfgang von Goethes. Wie er mir augenzwinkernd erzählte, war er seinen Eltern ein bisschen böse, dass er nicht am selben Tag (28. August) geboren wurde wie der Dichterfürst, sondern einen Tag „zu spät“. Immerhin teilte er seinen Geburtstag mit seiner Frau Brigitte, die er 73 Jahre lang kannte und liebte.

Ein großer Sammler also – aber einer, der seine Schätze teilte, sie immer wieder in Ausstellungen präsentierte, im letzten Jahrzehnt im „Literaturhaus“ im benachbarten Immenstadt. Die Ausstellungen waren eine Augenweide für ein fachkundiges Publikum: „Buch-Kunst von Homer bis Grieshaber“ (2009) „Buchkunst, Schriftkunst, grafische Kunst aus der ehemaligen DDR“ (2010), und „Bücherliebhabereien aus der Sammlung Arthur Lamka“ (2011).

Und ich hatte die große Ehre, dass er zu „meiner“ Klemke-Ausstellung dortselbst, im November 2012, die Laudatio hielt. In der er mich eine „prophetische Erscheinung“ nannte – viel eleganter als „der große Dicke mit dem Vollbart“, als der ich mich selbst zu bezeichnen pflege.

Dank Dir für alles, lieber Arthur.

(Matthias Haberzettl)

Sa, 26.03.2016

Herzlichen Glückwunsch zum 80sten

Foto © Robert Lindhoff / Lehmstedt Verlag, 2015
Am 26. März 2016 feiert der international renommierte Grafikdesigner, Buch- und Schriftgestalter Axel Bertram in Berlin seinen 80. Geburtstag. Axel Bertram (geb. 1936) studierte Gebrauchsgrafik an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee und ist seit 1960 freiberuflich tätig. Er war Mitbegründer der Ateliergemeinschaft Gruppe 4, 1972 - 1986 und 1989 - 1992 zunächst Dozent, dann Professor für Typografie und grafisches Gestalten an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Mit seinem außergewöhnlich vielseitigen Werk gehört er zu den einflußreichsten deutschen Grafikdesignern der letzten fünf Jahrzehnte. Legendären Ruf genießen bis heute seine Gestaltungen von Zeitschriften wie der »Sibylle« und der »Wochenpost«, der Entwurf der 20-Pfennig-Münze der DDR und der speziell für das Fernsehen entwickelten Schrift. Sein Name findet sich auf Hunderten Buchumschlägen, Plakaten, Briefmarken und Signets, die er stets mit dem Selbstverständnis eines Künstlers schuf, der nicht für das Museum, sondern für den Alltag arbeitet.

Einen Überblick über alle Aspekte seines Schaffens bietet der Band: Axel Bertram. Grafisches Gestalten in fünf JahrzehntenLehmstedt Verlag, Leipzig, ISBN 978-3-942473-38-5
Diese überwältigend reiche Monografie ist ein Bilderbuch für Leser, ein Almanach für Historiker, ein Album für Kunstfreunde, ein Coffee-table-book für Design-Connaiseure, ein Lehrbuch für Typografen und Grafiker, die das Lernen nicht aufgeben.“ (Martin Z. Schröder, Süddeutsche Zeitung) „Das Buch präsentiert einen Werk-Kosmos, dessen Vielseitigkeit schier atemberaubend ist. Mit dem üppig ausgestatteten Band erfährt nicht nur das singuläre Schaffen Axel Bertrams die längst fällige Würdigung. Er gewährt darüber hinaus spannende Einblicke in die Entwicklung der visuellen Kultur im Osten Deutschlands.
(Nils Kahlefendt, Deutschlandfunk, Büchermarkt)

Do, 19.06.2014

Matthias Gubig - Typograf & Grafotyp

Grafik und Typografie aus fünf Jahrzehnten
 
Buchdruckerlehrling, Schriftsetzer, Typografiker, Buch- und Plakatgestalter, Illustrator, Hochschullehrer, Druckgrafiker und Pressendrucker – mit diesen Bezeichnungen ist ein Berufsleben skizziert, welches in einer Zeit radikaler Veränderungen stattfindet. Ein altes Handwerk wandelte sich in kurzer Zeit zur Industrie, das Handwerkzeug wurde digitalisiert.
In dem reich bebilderten Buch lassen Matthias Gubigs grafische Arbeitsproben aus fünf Jahrzehnten diese gestalterischen und künstlerischen Entwicklungen nachvollziehen.
Vom typografischen Begleiten / Vom Suchen, Finden und Montieren / Vom Handdruck und vom Massendruck / Von großen und von kleinen Formaten / Vom spät Drucken / Vom Beobachten und Kommentieren – Gubig führt in seinen einführenden Texten Leser und Betrachter in die Bleisetzerei, in Verlage, zur Druckmaschine und an den Computer.
Textbeiträge von Prof. Axel Bertram, Dr. Jürgen Engler, Hans-Eberhard Ernst, Dr. Anita Kühnel, Prof. Nanne Meyer, Dr. Sylke Wunderlich und Dr. Carsten Wurm gelten verschiedenen Aspekten der Arbeiten Matthias Gubigs.
Das Buch erscheint im vacat verlag potsdam.
Es wird herausgegeben im Auftrag der Pirckheimer Gesellschaft und der Stiftung Plakat Ost.
30 Exemplare werden als nummerierte und signierte Vorzugsausgaben im Futteral mit einem beigefügten Leporello angeboten. Darauf befinden sich zwei originale Holzstich-Bleisatz-Grafiken und ein Text von Pablo Neruda aus seiner Ode an die Typografie.
Deren Preis beträgt 120,– Euro.
Der Normalpreis beträgt 48,– Euro.
Für die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft und Leser der MARGINALIEN gilt der Subskriptionspreis von 38,– Euro, wenn die Bestellung bis zum 15. Juli eintrifft. Die Auslieferung geschieht in der Reihenfolge der Bestellungen. Bitte versehen Sie die Bestellung mit dem Kennwort ›Pirckheimer‹.

Bestellungen nehmen entgegen :
vacat verlag potsdam, Sauerbruchstraße 6
14482 Potsdam, E-Mail
Telefon: 0331 70 59 98 Fax: 0331 70 54 66
Matthias Gubig, Bayrischer-Wald-Straße 13,
15827 Blankenfelde, Telefon 033 79/37 23 44, E-Mail

So, 18.11.2012

Axel Bertram

Bereits am 15. Oktober erschien im Lehmstedt Verlag, Leipzig ein Titel zum graphischen Schaffen Axel Bertrams.
Axel Bertram gehört zu den einflußreichsten und vielseitigsten deutschen Grafikdesignern. Mit einem an der Tradition geschulten Formbewußtsein und dem Selbstverständnis eines Künstlers, der nicht für das Museum, sondern für den Alltag arbeiten will, nimmt er seit 50 Jahren jede Gelegenheit wahr, Neues auszuprobieren. Der reich illustrierte Überblick über sein Werk belegt seine Meisterschaft auf allen Gebieten grafischen Schaffens, sei es bei der Gestaltung zahlreicher Bücher, dem Entwurf von Plakaten, Briefmarken, Signets und Münzen, als Designer legendärer Zeitschriften wie der "Sibylle" und der "Wochenpost" oder als exzellenter Schriftgestalter. Begleitet von Zitaten, Erläuterungen und Kommentaren gibt die Sammlung zugleich aufschlußreiche Einblicke in die Geschichte der visuellen Kultur.
224 S., 540 fargige Abb.
Ln, SchU
ISBN 978-3-942473-38-5
39,90 €

Di, 07.09.2010

Bücher und Graphiken

Matthias Gubig

Die Ladengalerie Annett und Axel Schauß lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 10. September 2010, 19 Uhr.

Der Pirckheimer-Freund Professor Axel Bertram spricht.
Andreas Borchert musiziert auf der Gitarre.

Die Ausstellung zeigt vor allem die Pressendruck-Bücher der Edition ›Spätdruck‹. Diese werden seit 2003 von unserem Mitglied Matthias Gubig herausgegeben, mit Originalgrafiken versehen und typografisch gestaltet. Auch Schriftsatz und Druck führt er bei den meisten Büchern selbst aus.
Bücher dieser Reihe sind unter anderem in den Sammlungen der Kunstbibliothek Berlin, des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, im Museum van het Boek, Den Haag und in Privatsammlungen vertreten.

Ausstellung: 10. September bis 6. November 2010
Mittwoch von 10 bis 18 Uhr,
Sonnabend 10 bis 13 Uhr
sowie nach Vereinbarung

* Ladengalerie Annett und Axel Schauß
Brauerstraße 4

16321 Bernau
Telefon 03338 768927

* Matthias Gubig
Bayrischer-Wald-Straße 13
15827 Blankenfelde