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Pirckheimer-Blog

Sa, 08.09.2018
Autor und Illustratorin: Till Sailer und Gertrud Zucker präsentieren in der Bad Saarower Gemeindebibliothek ihr gemeinsames neues Kinderkunstbuch „Die Zauberflöte“. Foto: Ruth Buder
Foto: Elke Lang

Die Zauberflöte

Es ist das Buch von drei Enthusiasten: Schriftsteller Till Sailer, Illustratorin Gertrud Zucker und Elke Lang, der Herausgeberin. Mozarts berühmte Oper „Die Zauberflöte“ präsentierten sie mit ihrem gleichnamigen Buch für Kinder, um ihnen das 200 Jahre alte Werk näher zu bringen. Am Donnerstagabend stellten die Macher das Kunstbuch während einer gut besuchten und kurzweiligen Veranstaltung in der Bad Saarower Bibliothek vor. Dazu hatte Sailer, der sowohl Musik als auch Literatur studiert hat, mehrere Flöten und ein Xylophon mitgebracht, um Stücke aus der Oper zu Gehör zu bringen. Wer wusste schon, dass die Melodie von dem bekannten Kinderlied „In einem kleinen Apfel“ aus der Zauberflöte“ stammt?

Schon lange haben er sich mit dem Gedanken getragen, ein Kinderbuch über die „Zauberflöte“ zu schreiben, sagte Sailer. Illustrationen von Gertrud Zucker lagen bereits in der Schublade. Doch es scheiterte an Verlagen, die es herausbringen wollten. Elke Lang entwickelte dann ein Finanzkonzept, um ähnlich wie in der Bildenden Kunst eine limitierte, bibliophile Ausgabe – jedes der 40 Bücher ist handgemacht und ein Unikat – herauszugeben. Lediglich der Landkreis beteiligte sich mit 1500 Euro. Gedruckt wurde es von dem viel gelobten Sven Märkisch im Gutenberg-Druck-Laden der Kinder- und Jugendkunstgalerie „Sonnensegel“ Brandenburg. Jedem Buch liegt ein anderer Linolschnitt von „Sonnensegel“-Kindern“ bei. Das aber hat seinen Preis: 160 Euro. „Wir hoffen auf finanzkräftige und mildtätige Interessenten“, sagte Sailer. Mit den Einnahmen soll die Printausgabe, die wahrscheinlich zu Weihnachten herauskommen und 15 Euro kosten soll, finanziert werden.

Sailer hat das von Emanuel Schikaneder stammende Libretto von einer dramatischen in eine epische und für Kinder verständliche Form gebracht, ohne die Story zu verändern. Herausgekommen ist eine märchenhafte Liebesgeschichte mit Gutem und Bösem. Die lustigen, teils auch etwas gruseligen Illustrationen sind schwarz, wirken aufgrund der Schabtechnik wie Holzschnitte. „Es gibt schon so viel Buntes für Kinder“, sagte Till Sailer, und bei Gertrud Zucker „hat sich noch kein einziges Kind über Schwarz-Weiß-Technik beschwert“.

Elke Lang würdigte das Kunstbuch als „einen guten Einstieg für Kinder in die Welt der Oper, die heute von der Populärkultur beeinflusst sind. Ich finde es ganz wichtig, dass Kinder an solche Sachen herangeführt werden.“

(Ruth Buder in MOZ, 8./9. September 2018)

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