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Pirckheimer-Blog

So, 19.05.2019
Am John-Heartfield-Haus, Foto © Abel Doering
Krejsa, Michael: John Heartfield in Waldsieversdorf (1953 bis 1968), Frankfurter Buntbücher 52, © verlag berlin-brandenburg
Gustav Seitz Museum, Foto © Abel Doering
Gustav Seitz: Bertolt Brecht, Bronze, 1967, Foto © Abel Doering

Exkursion zu John Heartfield und Gustav Seitz

Bei strahlendem Sonnenschein, also bestem "Pirckheimer-Wetter", begab sich die Berlin-Brandenburger Regionalgruppe gestern in das östlich von Berlin in der Märkischen Schweiz gelegene Waldsieversdorf und Trebnitz zu einem Besuch des John-Heartfield-Hauses und des Gustav Seitz Museums.

John Heartfield, bekannt als Gründer, gemeinsam mit seinem Bruder Wieland Herzfelde, des Malik-Verlages und einer der Initiatoren der Berliner Dada-Bewegung, der u.a. an der Reinhardt-Bühne für Erwin Piscator arbeitete, gab 1929 gemeinsam mit Kurt Tucholsky das viel beachtete Buch "Deutschland, Deutschland über alles" heraus und war seit 1956 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste (in der DDR).
Heartfield, der auf Anraten von Bertolt Brecht seit 1953 seine freien Wochenenden in der Märkischen Schweiz verbrachte, pachtete 1957 in Waldsieversdorf ein Waldgrundstück, auf dem er ein Sommerhaus errichtete und bis zu seinem Tod im Frühjahr 1968 gemeinsam mit seiner Frau Gertrud die Sommermonate verbrachte.

Bevor der Busausflug weiterführte nach Trebnitz, konnten sich die Pirckheimer an einem umfangreichen warmen und kalten Buffet stärken, ausgerichtet vom Freundeskreis John Heartfield Waldsieversdorf e.V.

Gustav Seitz, gemeinsam mit Bertolt Brecht und Heinrich Mann Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste (in der DDR) übersiedelte 1958 nach Hamburg, ohne jedoch seinem Leben in der DDR, wie von der Adenauer-Regierung gewünscht, abzuschwören. Als Grenzgänger zwischen den Welten erhielt er den Nationalpreis in Weimar, den Großen Niedersächsischen Kunstpreis und war 1968 einer der drei Vertreter der BRD auf der Biennale in Venedig. 1961 wurde in Prenzlauer Berg auf dem gleichnamigen Platz sein Denkmal "Käthe Kollwitz" aufgestellt.

Zu sehen bekamen die Pirckheimer nicht nur die aktuelle Ausstellung im Museum mit Reisezeichnungen, die insbesondere 1952 in Paris und in Südfrankreich entstanden sind, sondern erlebten auch eine sachkundige Führung durch den 25 ha großen Schlosspark, abgerundet mit einer Kaffeetafel im internationalen Juniorcafé.

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