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Rückblick – Ausblick, Erwerbungen 2018

Berliner Gedenktafel für Conrad Felixmüller am Haus Rönnestr. 18 in Berlin Charlottenburg
Falke, Gustav: Zwei lustige Seeleute. Ill. Stewart Orr. Köln: Schaffstein-Verlag, 1905. Bilderbuch mit handkolorierten Illustrationen
Poesiealbum neu. Die besondere Edition Nr. 1. Peter Gosse zum Achtzigsten. Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. Hrsg. Ralph Grüneberger. SoAusg. in 20 Ex. mit Originalgrafiken
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Aktion

Fast 20 Pirckheimer und Gäste hatten sich zum letzten Abend des Jahres in der Buchhandlung bei Frau Binger eingefunden. Den Rückblick auf das vergangene Pirckheimer Jahr gab Rüdiger Schütz. Er schätzte die Veranstaltungen des ablaufenden Jahres als durchweg gelungen ein und wies besonders darauf hin, dass mit fünf von Pirckheimern bestrittenen Abenden ein sehr großer Anteil der Veranstaltungen aus den eigenen Reihen kam. Für ihn war das sozusagen die letzte Amtshandlung, denn er scheidet zum Jahresende aus der Leitung der Berlin-Brandenburger Gruppe aus.

Im Anschluss daran stellte Ninon Suckow das Programm für das Jahr 2019 vor, das sie gemeinsam mit Hans-Jürgen Wilke zusammengetragen hatte. Wiederum werden mehrere Abende von unseren Mitgliedern gestaltet werden. In diesem Jahr sind es drei, die im Februar, März und April aufeinanderfolgend in der ZLB stattfinden werden. Das war so nicht unbedingt gewollt, setzt nun aber einen Akzent. Hingewiesen wurde auch auf einige Neuerungen im Programmablauf und dass das Programm der Berlin-Brandenburger Pirckheimer wiederum allen Lesern der Marginalien mit dem letzten Heft des Jahres 2018 zugeht.

Nun kamen aber die Teilnehmer der Runde zum Zuge. Diesen Teil der Veranstaltung leitete Hans-Jürgen Wilke und er begann auch gleich mit einem eigenen Beitrag. Wilke konnte von verschiedenen Ehrungen für Conrad Felixmüller berichten und hatte dazu einige Materialien mitgebracht. In der Stadt Tautenhain – in der Felixmüller einige Jahre lebte – gab es ihm zu Ehren eine Kirchfeier und eine Ausstellung und an seinem ehemaligen Wohnhaus in Berlin wurde eine Berliner Ehrentafel enthüllt auf der auch die Zusammenarbeit mit Hans-Jürgen Wilke gewürdigt wird. Jutta Osterhof hatte ein handschriftliches Mitgliederverzeichnis unserer Gesellschaft mitgebracht, das sie beim Ausräumen der Lagerräume der Gesellschaft gefunden hatte und das von der Gründung der Gesellschaft bis in die Mitte der 70er Jahre reichte. Dies wurde natürlich von allen interessiert angesehen und die langjährigen Mitglieder unserer Gruppe freuten sich, wenn sie ihre Namen darin entdecken konnten.

Manfred Kujau hatte das Bilderbuch „Zwei lustige Seeleute“ von Gustav Falke mit handkolorierten Illustrationen von Stewart Orr mitgebracht, erschienen 1905 im Schaffstein-Verlag. Für den fragilen Band hieß es „nicht anfassen, nur kucken“, was den Anwesenden bekanntermaßen schwer fiel. Manfred Funke ließ zwei Bücher aus seinem Sammelgebiet Berlin Literatur herumgehen. Das kleine Berliner Adressbuch, nebst großem Plan (der aber leider fehlt) für das Winterhalbjahr 1902/03 (1902) und das 2019 von Mirela und André Stanly herausgebrachte Buch „Unnützes Wissen. Berlin. 711 erstaunliche Fakten“. Einige Zitate daraus belegten eindeutig die „Unnützheit“ des dargebotenen Wissens und die Berichterstatterin fragt sich mal wieder „wer braucht da eigentlich?“ – für den Sammler gehören solche Koriositäten natürlich auch dazu! Robert Wolf berichtete, dass er seine Grafik-Sammlung an das Museum Pasewalk übergeben hat und dass es dort aus diesem Anlass eine Ausstellung gab. Das Plakat der Ausstellung hatte er dabei.

Gerhard Rechlin hatte das neueste literarische Produkt der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. mitgebracht, nämlich „Poesiealbum neu. Die besondere Edition Nr. 1. Peter Gosse zum Achtzigsten“. 25 Autoren haben dem Jubilar Gedichte, Kurzessays, Miniaturen und Briefe gewidmet oder an ihn gerichtet. Rechlin konnte eines der 20 Exemplare der Sonderausgabe mit Originalgrafiken zu den Beiträgen und von den meisten Autoren signiert präsentieren. Carsten Wurm berichtet von seinem neuen Tätigkeitsfeld, seit er nicht mehr Redakteur der Marginalien ist. Er gehört jetzt der Redaktion des „Archivs für Geschichte des Buchwesens“ an und arbeitet an der Zeitschrift „Journal der Künste“ der Akademie der Künste mit. Mitgebracht hat er ein Sonderheft des "Journals" in dem Archiv und Bibliothek der Akademie der Künste vorgestellt werden.

Den Reigen beschloss – wie immer – Fritz Jüttner und hatte – auch wie immer – eine eine Vielzahl von Neuerwerbungen des letzten Jahres dabei. Zu Beginn seiner Präsentation erklärte Jüttner, dass er als kleinen Nebenschauplatz seiner Sammelleidenschaft Informationen/Bilder über alles was irgendwie einen Bezug zu Klopstock hat oder mit „Klopstock …“ beginnt sammelt, also z.B. zu Klopstocklinden, -eichen, -häuser usw. Als Beispiel zeigte er das Bild einer dänischen Klopstockeiche. Die wunderbaren Neuerwerbungen zu seiner Sammlung wurden bestaunt, aber der unumstrittene Höhepunkt seiner Präsentation war das Gedicht von Axel Schulze „Die Roßtrappe nach Klopstock" …

Mit einem Dank an Rüdiger Schütz für seine Mitarbeit in der Leitung der Berlin-Brandenburger Gruppe, einem Dank an Johanna Binger für die Gastfreundschaft und allseits guten Wünschen für die Festtage machte sich die versammelte Gemeinde, zur nun schon ziemlich fortgeschrittenen Stunde durch das weihnachtlich geschmückte Berlin, auf den Heimweg.

N. S.

 

Diese Veranstaltung war
Donnerstag, 6. Dezember 2018 - 20:00
Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz
Welserstraße 28
10777 Berlin