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Pirckheimer-Blog

Mi, 25.03.2009

Die Graphiksammlung des Eugen Diederichs Verlags

Unser Mitglied, die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB), besitzt eine einzigartige Sammlung, die bislang nie öffentlich zu sehen war: den Bestand der Buchgestaltungsarbeit des Eugen Diederichs Verlags in seinen Leipziger (1896 - 1904) und Jenaer Jahren (1904 - 1945). Glanzpunkt dieser Sammlung sind wundervolle künstlerische Entwürfe und Reinzeichnungen bedeutender Künstler zwischen Jugendstil und Bauhaus wie Heinrich Vogeler oder E. R. Weiss. Eugen Diederichs (1867 - 1930) gilt als Bahnbrecher einer neuen Buchgestaltung in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Dies vermittelt die Ausstellung anhand einer Auswahl der kostbaren originalen Zeichnungen und der Bücher des Verlags.
Der Ausstellungsraum im Foyer ist im Rahmen der Öffnungszeiten der ThULB zu besichtigen. Die Besichtigung des Zimelienraumes ist dienstags von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie donnerstags von 16:00 bis 18:00 Uhr nach vorheriger Anmeldung an der Zentralen Infotheke, Tel. 940100 sowie per
E-Mail möglich.
15.12.2008 bis 15.05.2009

è
Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
Bibliotheksplatz 2
07743 Jena
Tel.: +49 (0) 3641 940000
Fax: +49 (0) 3641 940002

* E-Mail

Sa, 21.03.2009

Herbert Tucholski (1896-1984)

Ausstellung “Herbert Tucholski - Malerei, Zeichnung und Druckgraphik”

Herbert Tucholski gehörte mit Wilhelm Lachnit, Hans Theo Richter und Wilhelm Rudolph zu den Altmeistern der DDR-Grafik. Sein Stil zeichnete sich durch "Strenge und Kargheit des Bildbaus, durch Betonen einer geometrischen Tektonik und durch die Noblesse einer feinen Farbkultur aus" (Lothar Lang). Neben seinen wesentlichen Leistungen in der künstlerischen Technik des Hoch- und des Tiefdrucks stehen in seinem Schaffen Aquarelle und Zeichnungen. Zu seinem bevorzugten Themenkreis zählt der Zusammenklang von Architektur und Landschaft. (Internationales Biographisches Archiv)

Vernissage: Dienstag, 31. März 2009, 19 Uhr
Einführende Worte spricht Sabine Röske, es musiziert Irene Klein auf der Gambe.

31. März bis 30. April 2009

è Galerie der Berliner Graphikpresse
Gabelsbergerstr. 6
10247 Berlin

weitere Informationen è Neues Deutschland

Di, 10.03.2009

Exlibris - Die Welt im Kleinformat

Klein- und Gebrauchsgrafik aus der Blütezeit des Exlibris

Die Ausstellung mit rund 850 Exponaten gibt erstmals einen umfassenden Überblick über die Blütezeit des Exlibris im deutschsprachigen Raum in der Zeit von 1890 bis 1930. Gezeigt werden darüber hinaus ausgewählte Beispiele aus der Geschichte des Exlibris seit 1500 und zeitgenössische Exlibris, die mit den technischen Mitteln der Fotografie und des Computers gestaltet wurden. Zu den rund 180 ausgestellten Künstlern und Gebrauchsgrafikern gehören Peter Behrens, Wilhelm Busch, Albrecht Dürer, Conrad Felixmüller, Johann Wolfgang von Goethe, Ludwig Hohlwein, Max Klinger, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Emil Orlik, Hans Thoma, Heinrich Vogeler u.v.m.
Seit dem 15. Jahrhundert dienten Exlibris als Signet des Bücherfreundes. Eingeklebt in den vorderen Buchdeckel wurden sie zur Kennzeichnung von Buchbesitz genutzt. Um 1900 weckten die kleinformatigen druckgrafischen Blätter die Leidenschaft der Sammler. Damit begann die Entwicklung des Exlibris zum Kunstblatt und modernen Persönlichkeitszeichen. Symbolismus und Jugendstil bereicherten die Bildwelt und den Formenschatz der ausdrucksvollen Bildzeichen, und namhafte Künstler gestalteten im Exlibris feinsinnige Charakterporträts ihrer Auftraggeber.

Neben Werken aus dem eigenen Museumsbestand werden Leihgaben u.a. aus der Sammlung Beatrix und Axel Vater in Krefeld, dem Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld, dem Frederikshavn Kunstmuseum & Exlibrissamling, Frederikshavn (DK), dem Gutenberg Museum in Mainz, dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, der Bibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen und dem Deutschen Plakat Museum in Essen gezeigt – darunter neben Exlibris auch freie und angewandte Grafik, Buchkunst und Plakate von Exlibris-Gestaltern.

Es erscheint ein Katalog (34,90 €).

8. März bis 14. Juni 2009

è Stiftung Museum Schloss Moyland
Am Schloss 4
47551 Bedburg-Hau

Sa, 07.03.2009

Ereignis Druckgraphik

Präsentation der künstlerischen Druckwerhstätten am Stand des BBKL auf der Leipziger Buchmesse 2009, Stand H 601. Halle 3, Buch & Art


Teilnehmende Werkstätten:
Künstlerhaus Hahenossig, Reinhard Rößler (BBKL), Hohenossig
Grafikdruckwerkstatt im Werk II, Andreas Weißgerber. Leipzig
stein_werk„ Ttomas Franke (BBKL), Leipzig
Hoch & Partner, Susann Hoch (BBKL). Leipzig
Siebdruckwerkstatt, Petra Natascha Mehler (BBKL), Leipzig
lictalruckiverkstatt, Udo Schulz, Leipzig
Atelier de Gravure, Bo Halbirk. Paris
Neuhauser Kunstmühle, Elisabeth und Dr. Nikolaus Topic, Salzburg

Ausstellung in der Projektgalierie des BBKL 12. März bis 12. April 2009

Teilnehmende Künstler:
Alexej • Allik, Peeter • Altnurme, Toomas • Appel, Verena • Bahrs, Katrin • Behrens, Gunda • Bezirgiannidou, Chrysa • Bock-Dahmen, Jörg • Bonnet, Heidrun • Borcherding, Eiko • Böttcher, Wolfgang • Brühl, Renate • Bulatovic, Gabrijela • bureau Heuchel Klag • Callsen, Alexander • Dechow, Uschi • Dettmann, Marc • Drake, Claudia • Ebersbach, Christine • Eimermacher, Sibylle • Engelke, Heike • Fauck, Patrick • Feldmann, Imme • Fotini, Sotiropouloy E. • Freund, Alexander • Freyer, Achim • Gaertner, Karl-Ernst • Geißler, Falk • Gryta, Sissel • Halbirk, Bo • Henniges, Thomas • Heymans, Louise • Hilbers, Karin • Hoch, Susann • Holland, Micosh • Höritzsch, Jürgen • Huniat, Günther • Jaxy, Constantin • Kalthoff, Uta Kathleen • Karikh, Maxim • Klausch, Ruth • Klockmann, Thomas • Kolesnikov, Andrey • Landertinger, Erika • Leenen, Ben • Lobisch, Mechthild • Magens, Katrin • Markert, Albert • Marx, Wolfgang • Oberwelland, Katharina • Ogilvie, Marianne • Pape, Roswitha Josefine • Pietschmann, Karin • Pirthauer, Barbara • Popova, Milena Petrowa • Prautzsch, Erdmute • Raddatz, Jens • Ranft-Schinke, Dagmar • Rautenberg-Sturm, Birgit • Ritter, Vicky • Roth, David • Ruprecht, Jana • Saccomano, Blanca • Scannell, Aine • Schenk, Luis • Schroller, Matthias • Seemann, Antje • Sredanovic, Jelena • Sturm, Ellen • Szandala, Malgorzala • Triestram, Anya • van Duiven, Friederike • von Veh, Tim • Weißgerber, Andreas • Werdin, Susanne • Werkmeister, Wolfgang • Yxxs, Hael • Zaumseil, Uta • Zorn, Constanze

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 12.3.2009, 20:00 Uhr spricht Klaus Staeck. Präsident der Akademie der Künste (Berlin)
(Lutz Hirschmann, stellvg. Vorsitzender des Sächischen Künstlerbundes)


è Bund Bildender Künstler Leipzig e.V.
Projektgalierie des BBKL
Rosa-Luxemburg-Str. 19/21
04103 Leipzig

Fr, 06.03.2009

Die Linie

Die Suche nach der Linie nun findet im Kupferstichkabinett ihre schlechthin vollkommene Ausdrucksform. (Johannes Wüsten, 1932)

Kupferstiche von Johannes Wüsten und Ulrich Karlkurt Köhler
Ausstellung vom 19. März bis 8. Mai 2009

Eröffnung am 19. März um 18:00 Uhr,
es sprechen Thomas Wüsten und Ulrich Karlkurt Köhler
Saxophon: Hinrich Beermann

è Helle Panke e.V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Straße 76
10437 Berlin

Do, 05.03.2009

Schönste Bücher aus aller Welt 2008

Ausstellung anlässlich der Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März 2009

Seit 1963 wird in Leipzig der weltweit einzigartige internationale Buchgestaltungswettbewerb Schönste Bücher aus aller Welt / Best Book Design from all over the World durchgeführt.


Eine unabhängige, internationale Jury beurteilte die Beispiele bester Buchgestaltung und -produktion aus 36 Ländern. Als Ergebnis wurden die 14 Schönsten aus 704 Einsendungen ausgezeichnet. Dabei ging die Goldene Letter an Frankreich, die Goldmedaille an die Niederlande, Silber je einmal an die Niederlande und Österreich, Bronzemedaillen an Deutschland und Frankreich und Ehrendiplome an China, Deutschland, die Niederlande und die Schweiz.

Alle Preisträger, klick è hier

è Stiftung Buchkunst
Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main

Di, 03.03.2009

Farbtagebücher von Claudia Desgranges

Ausstellung unseres Mitglieds Bilderbuchmuseum Burg Wissem vom 15. März bis 19. April 2009

Seit 1990 beschäftigt sich die Kölner Malerin Claudia Desgranges, die an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert hat, neben ihren großformatigen Gemälden auf Leinwand bzw. ab 1999 auf Aluminium mit sogenannten Farbtagebüchern:
Am Ende eines Arbeitstages, bevor die Pinsel ausgewaschen werden, streicht sie die restliche Farbe in eigens dafür vorgesehenen Büchern – eben den Farbtagebüchern – ab. So ist die Farbgebung aller ihrer Bilder in diesen inzwischen circa 70 Bücher umfassenden Konvolut festgehalten.
Ein repräsentative Auswahl aus diesen Büchern ermöglicht in der Ausstellung eine intensive Begegnung mit der Quintessenz der Malerei von Claudia Desgranges.

Eröffnung am Sonntag, den 15. März um 11:00 Uhr

Begrüßung: Dr. Maria Linsmann, Museumsleiterin
Einführung: Dr. Maria Müller, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

è Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee
53840 Troisdorf

Mo, 02.03.2009

Bibliographie der Büchergilde Gutenberg

Bibliographie 1924 bis 1933 mit allen bekannten Auflagen und Einbandvarianten

In seinem Katalog 155 stellt unser Mitglied Frank Albrecht nicht nur eine Reihe von Büchern aus dem Nachlaß des Künstlers und Schriftstellers Rolf Schott vor - die Freunde und Sammler der Büchergilde Gutenberg finden in diesem Katalog auch eine vollständige Bibliographie der Büchergilde von 1924 bis 1933.

Dieser Katalog ist als PDF (2 MB) online abzurufen (klick
è
hier). In der Online-Variante sind viele Abbildungen farbig. Gegen eine Schutzgebühr von 5.- € kann man auch einen gedruckten Katalog beziehen, hier sind die Abbildungen jedoch schwarz/weiß.
Mozartstrasse 62
69198 Schriesheim
REZENSION

Einen Antiquariatskatalog zu rezensieren, ist schon etwas ungewöhnlich, aber vielleicht macht ein Satz aus dem Internet dieses Ansinnen verständlicher: „Antiquariatskataloge enthalten mitunter wahre Schätze, das ist hinlänglich bekannt. Es gibt aber auch Kataloge …, die sind von sich aus schon ein solcher Schatz.“ Diese Worte auf Szyllas Lesezeichen beziehen sich auf den Antiquariatskatalog 155, der weit-aus mehr ist als nur ein Angebot antiquarischer Bücher: Endlich liegt uns mit ihm eine vollständige Bibliographie der Büchergilde Gutenberg bis 1933 vor, eine längst überfällige Arbeit, die unser Mitglied, der Antiquar und Verleger Frank Albrecht, geleistet hat. Wie sehr Sammler auf diese Bibliographie gewartet haben, zeigt sich daran, daß bereits wenige Stun-den nach Veröffentlichung eines Hinweises auf den Katalog auf unserer Internetseite dazu Nachfragen eintrafen.
__ Diese Bibliographie wird für manchen Sammler Anlaß sein, sich wieder einmal näher mit der verdienstvollen Büchergilde Gutenberg zu beschäftigen, die in verlegerisch und buchkünstlerisch anspruchsvollen Ausgaben, teilweise Erstausgaben, Autoren wie Jack London, B. Traven oder Martin Andersen Nexö für Leser der unteren Bevölkerungsschichten bereitstellte. Sie enthält wertvolle Hinweise auf ungenaue Angaben zu Erscheinungsjahr und Auflage einzelner Ausgaben, auch wenn mitunter ungeklärt bleiben muß, ob es sich bei bestimmten Varianten eines Buches um eine Neuauflage oder lediglich um eine neue Bindequote handelt. Besonders verdienstvoll sind zahlreiche Hinweise auf Varianten, die bislang in einschlägigen Darstellungen, wie
Britta Friedsam, Das illustrierte literarische Gebrauchsbuch bei der Büchergilde Gutenberg (2008) oder Bernadette Scholl, Die Büchergilde Gutenberg 1924-1933 (in: Buchhan-delsgeschichte 1983, Nr. 3), noch nicht katalogisiert sind.
__ Der Katalog 155 enthält nicht nur die Bibliographie, sondern neben einem Angebot lieferbarer Titel der Büchergilde auch Bücher aus dem Nachlaß des Künstlers und Schriftstellers Rolf Schott. Damit führt Frank Albrecht eine Reihe von Katalogen fort, die sich mit Einbandgestaltung des 20. Jahrhunderts, Georg Salter, der Reihe Der jüngste Tag, russischer Avant-garde und anderen interessanten Themen beschäftigen und von denen jeder für sich eine Besprechung in den MARGINALIEN wert wäre. Die Kataloge und damit auch die Bibliographie der Büchergilde Gutenberg sind nicht nur gedruckt erhältlich, sondern kostenlos
online abrufbar, die Bibliographie ist online sogar mit Farbabbildungen zu betrachten, während die Printausgabe nur in Schwarzweiß gedruckt ist.
__ Obwohl ich weiß, daß der Autor als langjähriger Sammler, Liebhaber der Büchergilde Gutenberg und Antiquar gründlich und gewissenhaft recherchiert hat, wird es trotzdem für den Sammler eine Herausforderung sein, eine nicht in diesem Katalog beschriebene Ausgabe zu finden und sie dem Bibliographen zu präsentieren. Mit dem ersten Fundstück wäre eine zweite Ausgabe der Bibliographie begonnen, die eventuell nicht nur als Bestandteil eines Antiquariatskatalogs erscheint.
Abel Doering
(Vorabdruck aus
MARGINALIEN 194, 2/2009)

ANMERKUNG (22.4.2009)
Da mein erster Katalog zur Büchergilde hier auf einiges Interesse gestoßen ist, kurz der Hinweis, daß nun der zweite Katalog erschienen ist: "Die Büchergilde im Exil sowie Neueingänge". Diesmal enthält der Katalog jedoch nicht eine vollständige Bibliographie sondern nur meine Bestände der Büchergilde für den Zeitraum 1933 bis 1949, es sind aber immerhin wieder 217 Bände, die ausführlich beschrieben und abgebildet sind.
Sie können den Katalog wieder unter
www.antiquariat.com als Pdf kostenlos herunterladen.
(Frank Albrecht)

Do, 26.02.2009

Arno Mohr (1910 - 2001)

Ausstellung “Arno Mohr - Malerei und Druckgraphik”

Mit dieser Ausstellung möchte die Galerie der Berliner Graphikpresse, ein Jahr vor seinem 100. Geburtstag, an den bedeutenden Berliner Zeichner und Graphiker Arno Mohr erinnern, dessen Werk und Wirken als Lehrer ganze Generationen Berliner Künstler nachhaltig beeinflußt hat. Seine meist dem alltäglichen Leben entnommenen Sujets setzte er mit klaren Linien ins Bild, der nicht selten humoristische Ton seiner Arbeiten erfreut sich noch immer großer Beliebtheit beim kunstinteressierten Publikum. Seine zahlreichen Porträts von Künstlerkollegen und Freunden wie Bertolt Brecht und Helene Weigel bilden einen weiteren wichtigen Themenkreis in seinem Schaffen. Auch als Illustrator (beispielsweise für Erwin Strittmatter) machte sich Mohr einen Namen.
Es wird in der Ausstellung neben einigen Malereien (Acryl auf Leinwand) und einer Reihe von Pastellen die gesamte Bandbreite des graphischen Schaffens von Arno Mohr gezeigt, der Radierung, Lithographie und Holzschnitt gleichermaßen vollendet beherrschte.

Bücher und Kataloge können vor Ort erstanden werden.

10. Februar bis 14. März 2009

è Galerie der Berliner Graphikpresse
Gabelsbergerstr. 6
10247 Berlin

Buch des Monats

Goethes "Der Zauberlehrling" – ein Künstlerbuch von Anja Harms,
vorgestellt in der Reihe "Buch des Monats" des Klingspor Museums Offenbach.


(c) Anja Harms

Goethes Gedicht inspirierte è Anja Harms, eine der Protagonistinnen zeitgenössischer Buchkunst, zu einem "zauberhaften" Buchobjekt, das sich zu Bild-Text-Flächen und zu weißen Kammern, die hinter schwarzen Wänden Zauberzeichen verbergen, entfalten und aufstellen läßt. Die Künstlerin wird anwesend sein.

18 x 33 cm, Linolschnitt, Collage, Schlagbuchstaben in Pappe.
Handsatz, Nyloprint, Buchdruck, 44 Seiten.
Zweiseitiges Leporello aus dreifach genuteten Bögen (Altarfalz),
bedruckte Gewebedeckel, Buch in Kassette
25 Exemplare, erschienen zur Buchmesse 2008.

Buch des Monats am Freitag, 6. März 2009, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 Euro, Mitglieder: 1,50 Euro

è Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mi, 18.02.2009

Neue Bücher von Dieter Goltzsche

Neue illustrierte Bücher von Dieter Goltzsche, getrüffelt mit Aquarellierung


Unser Mitglied, der Berliner Maler und Graphiker Dieter Goltzsche illustriert seit Jahrzehnten Bücher. Schon 1973 versah er Zaubersprüche, eines der Hauptwerke von Sarah Kirsch, mit Zeichnungen. Im vergangenen Jahr erschien wiederum ein Buch von Sarah Kirsch mit Illustrationen von Goltzsche: Sommerhütchen. Göttingen: Steidl Verlag, 2008. 159 S. Halbleinen. 18 Euro. ISBN: 3-86521777-X. Ein heiter-melancholisches Tagebuch eines Sommers, den Sarah Kirsch wie eh und je in ihrem Haus an der Nordsee verbrachte. Es ist ein Buch vom Leben in Garten und norddeutscher Landschaft. Dieter Goltzsche hat dazu 23 schöne Zeichnungen gestellt, Garten- und Landschaftstücke sowie Genrehaftes mit der Dichterin vor Wanduhr, mit Katze, am Laptop, beim Spaziergehen und so weiter.

Das fast gleichzeitig erschienene zweite illustrierte Buch stammt von dem jüngeren Lyriker Ralf Meyer (Jg. 1970) – ein Zyklus erotischer Gedichte: Wiederstedter Elegien. Pappband mit Deckelillustration. Halle/S.: Mitteldeutscher Verlag, 2008. 80 S. 16 Euro. ISBN 978-3-89812-581-9. Der Titel spielt auf Goethes berühmte Römische Elegien an. Inspiriert ist das Buch aber vor allem von Novalis, der in Wiederstedt seine Kindheit verbrachte. Im Wiederstedter Park entwickelt sich ein Liebesverhältnis, das delikaterweise nur solange anhält, wie das lyrische Ich die Geliebte zu besingen weiß. Goltzsche hat dazu eine Vielzahl von Aktstudien, Stilleben und sparsam angedeutete Parkszenerien gezeichnet.

Für Freunde des schönen Buches bietet Prof. Dieter Goltzsche (Scharnweberstraße 55, 12587 Berlin) beide Bücher in Vorzugsvariante an: Sarah Kirsch mit aufwendiger Aquarellierung des Frontispizes zum Preis von 90 Euro und Meyer mit farbiger Einzeichnung für 45 Euro (jeweils zuzüglich Versandkosten).

Dieter Goltzsche begeht in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Unter mehreren Ausstellungen ist der Überblick über Arbeiten zur Literatur im Tucholsky Museum Rheinsberg hervorzuheben. Näheres wird im Mai bekanntgegeben unter: è siehe hier.

Furtwängler-Ausstellung in Berlin-Dahlem

Der Graphiker Felix Martin Furtwängler gehört zu den namenhaften Buchkünstlern Deutschlands. Herbert Kästner hat sein Werk in den Marginalien, Heft 168, 2002 ausführlich vorgestellt. Die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin veranstaltet eine Ausstellung aus seinem Gesamtwerk.
Zur Ausstellung erscheint ein sehr schönes (kostenloses) Heft mit vielen Abbildungen von Furtwängler und ein bilderloses von der Bibliothek. Ein neuer großer Katalog ist für Herbst angekündigt.

1. April bis 5. Juni 2009
Montag bis Freitag von 9 - 20 Uhr

è Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
Garystraße 39
14195 Berlin

Di, 17.02.2009

Pressendrucke nach 1945 und illustrierte Bücher

Ausstellung aus der Sammlung unseres Mitglieds Klaus Nowak

Zu meiner Jugendzeit war in Ermangelung von Fernsehen und dem nötigen Kleingeld für Kino und Kunst die Information durch ein Buch immer möglich, dazu häufig kostenlos. Verstärkt wurde meine Beziehung und Liebe zum Buch und zur Illustration während meiner ersten Lehrzeit als Buchdrucker. In der Provinz, in einem handwerklich orientierten Betrieb in dem der eine oder andere fehlende oder defekte Buchstabe der Plakatschrift aus Holz neu geschnitten werden mußte oder schnell noch eine Vignette für das Festprogramm in Linol geschnitten wurde. Nach Wanderjahren, während meines Studiums in Berlin, begann ich in den sechziger Jahren mit dem Sammeln einzelner Drucke, bei denen meistens der Preis entscheidender war, als die Qualität. Die Sammlung hat sich also nach und nach aus bescheidenen Anfängen heraus entwickelt und umfasste zunächst Holzschnitt illustrierte Bücher und Einblattdrucke. Dazu kamen sporadisch und je nach Finanzlage, Vorzugsausgaben mit beiliegender Originalgraphik aus denen sich dann eine Sammlung mit Druckgaphik verselbstständigte. Schon während meines Studiums an der Meisterschule für Graphik und Buchgewerbe war ich in Buchverlagen tätig. Somit war ich in der glücklichen Lage, fast vierzig Jahre lang mein Hobby und den Beruf annähernd zu verbinden. Hilfreich war auch die Mitgliedschaft in bibliophilen Gesellschaften, die mir häufig einen Vorsprung an Informationen beim Erwerb diverser Künstlerbücher verschafften.
Nicht zu unterschätzen beim Kauf schöner Buchausgaben ist die Büchergilde Gutenberg, schon 1924 vom Bildungsverband deutschen Buchdrucker gegründet. Sie bürgt für sorgfältige Typographie und steht für eine gediegene und individuelle Ausstattung und Qualität, wie einige Exponate beweisen mögen. Der Gang durch sechzig Jahre Buchgeschichte sollte aufzeigen, was an Ideen in der Buchproduktion in dieser Zeit verwirklicht wurde. Ich würde mich freuen, wenn das gelungen ist und Sie neugierig auf mehr „Buchkunst" geworden sind.

Klaus Nowak

Ausstellung
26. Februar bis 28. März 2009
è Kreisbibliothek Eutin
Schloßplatz 2
23704 Eutin

Max Schwimmer

Arbeiten auf Papier und Buchillustrationen

Max Schwimmer wurde 1895 als Sohn eines Buchbinders in Leipzig-Lindenau geboren. Nach der Volksschule besuchte er ein Lehrerseminar und lehrte danach wenige Jahre im Erzgebirge. 1920 ließ er sich in der Leipziger Universität als Student der Philosophie und Kunstgeschichte immatrikulieren.
__ Schon sehr früh malte und zeichnete er. Erste Prägung waren die Illustrationen von Menzel zu Franz Kuglers Geschichtswerk „Friedrich der Große". Max Schwimmer war als Autodidakt ein leidenschaftlicher Künstler. In seinen Studienjahren saugte er das Kunstleben der frühen Zwanziger Jahre in sich auf. Er malte und zeichnete fürs linke Kabarett, unterlag dem Einfluss der Expressionisten bis hin zu Dada.
__ Sein erstes illustriertes Buch von 1924 zeigt Zeichnungen im Geiste von George Grosz. Ein Aufenthalt in der Sommerakademie Ischia bei Hans Purrmann brachte ihm wichtige malerische Erkenntnisse. Manet bis Matisse waren jetzt seine Götter; als Zeichner liebte er Toulouse-Lautrec. Die Existenzversuche in Leipzig waren immer sehr schwierig. Mit seiner Frau Eva in Berlin Boden zu gewinnen, gelang nicht. 1926 konnte er - bis zu seinem Rausschmiss in der Nazizeit -an der Leipziger Kunstgewerbeschule unterrichten. Er musste noch als 50-jähriger Militärdienst tun. 1943 heiratete er Ilske. Ihre Leipziger Wohnung wird ausgebombt. Seit 1944 schon arbeitete er an Goethes „Tagebuch". Unfassbar, diese Leichtigkeit in diesen Jahren. Nach 1945 gelang es ihm, sich zu etablieren. Bei großer politischer Zukunftsbereitschaft und Hoffnung wurde er dennoch in den 1950er Jahren als Formalist gegeißelt. Seine literarischen Interessen übertrug er auf seine Freunde und Schüler. Früh erfuhren wir von Benn, Joseph Conrad und immer wieder Goethe. „Deutschland - Ein Wintermärchen" von Heinrich Heine war dann mit seinen Zeichnungen auch Kritik an den neueren deutschen Zuständen.
__ Der Charme seiner Illustrationen, die wie von Frankreich hergeweht kamen, war auch eine große Lebenshilfe in den tristen Nachkriegsjahren. Hermann Hesse schrieb ihm: „Dem schmett-lingsleichten, so graziösen, wie souveränen Linienspiel ihrer Zeichnung zu folgen, ist Freude und Trost. Möge viel von der Freude und Heiterkeit, die diese Blätter ausstrahlen, zu Ihnen zurückklingen."
__ Ein Credo, das er auch an seine Schüler weitergab, hieß „Man muss den Dummkopf in sich selbst zerschlagen, um wieder freie Sicht zu bekommen." Max Schwimmer starb 1960, hoch geehrt, in Leipzig.
(Prof. Dieter Goltzsche)

22. Februar bis 31. Mai 2009
Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
ab April Dienstag bis Sommtag 10 bis 20 Uhr

è Burg Beeskow
des Landeskreises Oder-Spree
Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow
*
E-Mail

HAP Grieshaber 100

Zeitgeschehen und Natur

HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber gilt als der bedeutendste deutsche Holzschneider der Nachkriegszeit. Am 15. Februar 2009 wäre er hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Kunstforum eine pointierte Auswahl aus dem umfangreichen Schaffen des großen Künstlers, die nach dreißig Jahren in Berlin wieder eine intensive Begegnung mit Grieshaber-Werken ermöglicht.

Grieshaber steigerte den Holzschnitt in Großformate und zu Bildwirkungen, die zuvor in dieser künstlerischen Technik und Meisterschaft nicht zu sehen waren. Die Ausstellung fokussiert das umfangreiche Werk des Künstlers zwischen den Polen der künstlerischen Subversion und der Feier der Natur. Blätter, mit denen Grieshaber auf das politische Zeitgeschehen und ökologische Fragestellung reagiert und in denen er die alte Affinität des Holzschnittes zur Botschaft und zum Bekenntnis nutzt, begegnen zeitlos schönen Naturschilderungen und mythologischen Szenerien.

15. Januar bis 19. April 2009

è
Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank
Budapester Str. 35 (gegenüber vom Zoo)
10787 Berlin