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Pirckheimer-Blog

Do, 08.10.2009

Einladung zur Subskription

»Lexikon der Illustration«

Seit dem 19. Jahrhundert spielt die Illustration von Büchern und Zeitschriften eine bedeutende Rolle im Grenzbereich von angewandter und freier Kunst. Gerade im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Kunstschaffende, deren illustrative Arbeiten sowohl qualitativ als auch kunst- bzw. literaturhistorisch herausragende, oft international beachtete und stilbildende Standards setzen. Ihrem Werk ist das von der Stiftung Illustration herausgegebene »Lexikon der Illustration im deutschsprachigen Raum seit 1945 (LdI)« gewidmet. Es versammelt Artikel über Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen 60 Jahren wesentliche Beiträge zur Buchillustration für den deutschsprachigen Buchmarkt geschaffen haben.
Waren sie auch in Bereichen wie dem Cartoon, den Comics, der Plakatgestaltung oder der Werbegrafik tätig, so wird dies auch berücksichtigt. Der den jeweiligen Artikel begleitende Bildteil zeigt eine repräsentative Auswahl des Schaffens. Die vollständigen Bibliografien der illustrierten Bücher, die biografischen Angaben und die das Gesamtwerk analysierenden, von ausgewiesenen Fachautoren verfassten Essays werden regelmäßig aktualisiert. Die jährlichen Nachlieferungen umfassen außerdem acht bis zehn neue Beiträge.
Das Lexikon versteht sich als Arbeits- und Informationsmedium für alle, die sich professionell mit der Kunst der Illustration beschäftigen, also vor allem Bibliotheken, Hochschulen, Museen, Illustratoren, Kunsthändler, Antiquare, Buchhändler, Verlage, Werbeagenturen, Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften, Journalisten und Sammler.

è Stiftung Illustration (Hg.)
Lexikon der Illustration im deutschsprachigen Raum seit 1945
Redaktion: Helmut Kronthaler
Loseblattwerk
Grundwerk, etwa 600 Seiten in einem Ordner
zahlreiche farbige und s/w-Abbildungen
€ 78,– (Subskriptionspreis, gültig bis 31.12.2009;
danach gilt der reguläre Preis von € 95,–)
ISBN 978-3-86916-024-5

Mi, 07.10.2009

Jahrestreffen 2010

Das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft wird vom 17. bis 19. September 2010 in Hannover stattfinden. Die Organisation liegt in den Händen von Norbert Köppe. Am 17. September sind alle Mitglieder zur Mitgliederversammlung unserer Gesellschaft eingeladen.

Tagungshotel ist das bahnhofsnahe und verkehrsgünstige è »
City Hotel Hannover« (Thielenplatz 2, 30159 Hannover, Tel.: 0511-327691. Dreisternehotel, zur Stadtmitte ca. 5 Minuten Fußweg). Im Hotel wird auch die Mitgliederversammlung stattfinden. Das Doppelzimmer kostet je Nacht inklusive Frühstück 79 Euro, das Einzelzimmer 60 Euro. Wir empfehlen, frühzeitig zu buchen (Stichwort: bitte per * E-Mail erfragen - abrufbar bis 30.03.2010). Der Tagungsbeitrag wird 65 Euro betragen. Das vollständige Programm wird voraussichtlich im Dezember vorliegen. Wir bitten um eine zeitige Anmeldung bis 28. Februar bei * Norbert Köppe , Große Pranke 13 A, 30419 Hannover. Sie wird durch die Zahlung des Tagungsbeitrages auf das Konto der Gesellschaft mit dem Stichwort »Hannover 2010« verbindlich. Bitte beachten Sie, dass die Kosten auch bei nachträglicher Absage anfallen, deshalb kann die Gebühr bei Nichtteilnahme nicht erstattet werden. Der verhinderte Teilnehmer erhält jedoch den kompletten Inhalt der Tagungsmappe.

Da auch wieder eine Buch- und Graphikauktion zugunsten der Pirckheimer-Kasse vorgesehen ist, bitten wir im Vorfeld um geeignete Spenden, die, wenn sie nicht nach Hannover mitgebracht werden können, an den Vorstand zu richten sind.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Der Vorstand

Fr, 02.10.2009

Kinderfilmplakate der DDR

Warum nur sollte sich ein bibliophiler Mensch für Filmplakate interessieren, bewerben diese doch ein Medium, das dem Buchfreund so ganz fremd zu sein scheint? Doch schaut man bei alten Plakaten genauer hin, so entdeckt man dort oft Namen, die auch bei Liebhabern und Sammlern von illustrierten Büchern einen guten Klang haben, wie Werner Klemke, Paul Rosié oder Hans Baltzer. Ähnlich den bibliophilen Kostbarkeiten sind sie selten, wurden meist zerstört durch Aushang oder vernichtet, sobald der Film abgelaufen war. Gründe genug also auch für einen Bibliophilen, zu schauen, zu stöbern und zu sammeln.
Es begann mit einem Plakat von Werner Klemke, Der Zauberer aus der Flasche von 1957, ein größerer Posten DIN A 4 Plakate folgte, ein emsiger Händler aus Berlin sorgte für Nachschub und ließ den Bestand auf zirka 600 Stück anwachsen. Erste Kontakte zu Plakatsammlern ergaben sich, man tauschte Plakate und Geschichten von zerstörerischen Wasserrohrbrüchen und legendären Sammlungen aus, und manchmal wechselte auch ein besonders schönes Exemplar für einen Geldschein den Besitzer. Ein Sammler, Heinrich Kumfert aus Chemnitz, ließ sich überreden, mir einige sehr schöne Kinderfilmplakate zu überlassen. Diese bilden nun den Kern einer kleinen Ausstellung in der Galerie der Kinderklinik Freiburg, Mathildenstraße 1, 79106 Freiburg i. Br. 20 Plakate im Format DIN A 2, darunter 13 von Werner Klemke, vier von Paul Rosié und drei von Kurt Geffers, ergänzt um einige Plakate in DIN A 4 von Hans Baltzer und anderen, erfreuen nun vom 16. Oktober bis 30. Dezember 2009 die Patienten, Besucher und das Personal.
(* Peter Nöllke)

Galerie in der Universitätskinderklinik Freiburg
Mathildenstr. 1
79106 Freiburg

è weitere Bilder

Do, 01.10.2009

Jugendschatz und Wunderscherlein

Buchkunst für Kinder in Wien 1890-1938

Die Ausstellung soll die Entwicklung des Kinderbuchs in Wien vom Ausgang des 19. Jahrhunderts bis 1938 veranschaulichen und die buchkünstlerischen Entwicklungen in ihren politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Kontext bringen. Die mannigfaltigen Gestaltungsmöglichkeiten von Kinderbüchern werden in einer Zeit dokumentiert, in der sich Kindern der Blick auf die Welt noch mit Hilfe des „Bilder-Buches“ erschloss. Die Ausstellung zeigt Exponate aus der MAK-Sammlung und Objekte der Privatsammlung Friedrich C. Heller.

07.10.2009 - 07.02.2010

è MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
Stubenring 5
A-1010 Wien

è
Ausstellung: Die bunte Welt im Bilderbuchmuseum Troisdorf

Theophil Zwang – Bucheinbände aus 60 Jahren

Theophil Zwang ist von Kindesbeinen an mit dem Buch vertraut, sein Handwerk lernte er im elterlichen Betrieb, sein Vater Friedrich Zwang war Schüler des berühmten Buchbinders Paul Kersten. Es folgte ein Studium für Bucheinband bei Kurt Londenberg an der Staatlichen Kunsthochschule Dresden. Lange Jahre arbeitete er in der väterlichen Werkstatt, die letzten Jahre freischaffend. 1955 übersiedelte er nach Hamburg und gründete dort zusammen mit seinem Bruder Christian eine eigene Werkstatt, verließ die Werkstatt jedoch nach zwei Jahren wieder, um an den Kölner Werkschulen eine Lehrtätigkeit aufzunehmen. Von 1960 bis 1987 lehrte er Bucheinband und Papierverarbeitung an der Werkkunstschule Offenbach, der späteren Hochschule für Gestaltung. Sein ganzheitliches Verständnis des Buches, das Inhalt und künstlerische Form untrennbar miteinander verbunden sieht, setzte hier maßgebliche Impulse; renommierte BuchkünstlerInnen, wie Anja Harms, Uta Schneider, Doris Preußner, Ines von Ketelhodt oder Ulrike Stoltz studierten bei ihm. 1978 gründete er seine Werkstatt in Ober-Roden. Dort entstehen Einbände, die sein hohes handwerkliches Können bezeugen gepaart mit seiner künstlerischen Formgebung, die Einstimmung und Ergänzung der Buchinhalte bildet. Mit der Ausstellung ausgewählter Arbeiten, die er seit seiner Meisterprüfung in Dresden 1949 geschaffen hat, darunter auch Arbeiten für Wolfgang Tiessen, Hans Schmidt und bis heute für Volker Huber, verbindet Theophil Zwang die Aussicht auf die Schenkung seiner Einbände an das Museum. Am Eröffnungstag der Ausstellung begeht Theophil Zwang seinen 85. Geburtstag. Eintritt frei.

Ausstellungseröffnung: 12.10.2009


è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Booklyn/Organik und Stohead – write now

Die Buchkunst von Booklyn lebt von der poetischen Kraft, mit der sie Papier lebendig machen, durch Farbe und Reliefierung mit Naturmaterialien, Sand, Gewürzen u.a. Die selbstgeschriebenen Texte, meist in Gedichtform, bringen sie in ausufernder, fließender Schreibweise auf die besagten Papiere – so entstehen Bücher und Blätter von großer Ausdrucksfülle. Die New Yorker Künstlergruppe engagiert sich für das Buch als aktuelle, Austausch stiftende Kunstform, die Handschrift, aber auch neue Medien und innovative Techniken umfasst. Die Ausstellung legt ein Schwergewicht auf die handgemachten Einzelbücher (organics) und Einzelblattgrafiken. Der andere Teil der Ausstellung wird von Stohead, einem arrivierten Graffitikünstler aus Berlin bestritten. Seine großen Leinwände bersten von der Intensität seiner Schriftbilder. Wortgewalt findet hier eine ganz eigene visuelle Bedeutung. Die Schrift, besser das Schreiben, wird in den Werken der Künstler vielgestaltig ansichtig. Handschrift als lebendiges Ausdrucksmittel der Kunst unserer Zeit. Die in kraftvollem schwarz-weiß gehaltenen Schriftgemälde Stoheads sind auch Appelle an das gesellschaftliche Bewusstsein. Marlon Mathis, Offenbach, und seinen intensiven Kontakten zur Graffitiszene verdankt das Museum den Kontakt zu Christoph Hässler (Stohead).

Ausstellung 1.10. - 15.11.2009

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Di, 29.09.2009

Shaun Tan

Bilder und Bücher

Der australische Zeichner, Illustrator und Autor Shaun Tan, geboren 1974, gehört in seiner Heimat, aber auch in Amerika zu den renommiertesten Vertretern seiner Zunft. Nachdem er 2008 auf der Comic-Messe in Angouleme mit einem der wichtigsten Preise der Comicwelt ausgezeichnet wurde, sind nun auch in Deutschland zwei seiner Bücher erschienen: Die Graphic Novel »Ein neues Land« und das Kinderbuch »Geschichten aus der Vorstadt des Universums«. Im Herbst 2009 folgt sein Bilderbuch »Die Fundsache«.
Die Ausstellung stellt den Künstler erstmalig im deutschsprachigen Raum mit einer repräsentativen Auswahl von Originalillustrationen vor. Sie zeigt Shaun Tan als einen Künstler, dessen Werk sich im Grenzbereich zwischen Comic, Graphic Novel, Illustration und freier Zeichnung bewegt und der erwachsene wie kindliche Betrachter gleichermaßen zu faszinieren vermag.

Ausstellung vom 11.10. - 22.11.2009

è Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee
53840 Troisdorf

So ein Glück

Kunst im Kinderzimmer

Was ist Glück? Mit dieser Frage haben sich Philosophen seit der Antike beschäftigt. Eine allseits gültige Antwort haben selbst die großen Denker nicht geben können. Denn das Glück ist vielgestaltig, für jeden kann es etwas anderes bedeuten. Es ist viel gesucht und heiß begehrt und doch weiß man oft um einen glücklichen Augenblick erst, wenn er vorüber ist. Kostbarer ist das Glück, der Moment unvergesslich und mit allen Sinnen wahrnehmbar, wenn man sich erinnert. Nicht selten sind es Empfindungen aus der Kindheit, mit denen Glück verbunden wird, große Ereignisse, aber auch winzig kleine, die einem ganz allein gehören.
Zwölf Augenblicke Glück-festgehalten von großen Illustratoren der Reihe Hanser im dtv. Die Studioausstellung präsentiert Originale von Rotraut Susanne Berner, Quint Buchholz, Wolf Erlbruch, Almud Kunert, Ute Martens, Reinhard Michl, Hildegard Müller, Thomas M. Müller, Peter Schössow, Dieter Wiesmüller, Sabine Wilharm und Henrike Wilson.

Ausstellung vom 15.09. - 1.11.2009

è Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee
53840 Troisdorf

Anna-Seghers-Preis 2009

Der Anna-Seghers-Preis, der seit 1986 vergeben wird, geht 2009 an die Schriftstellerinnen Daniela Dröscher und Guadalupe Nettel. Dröscher lebt in Berlin und hat mit "Die Lichter des George Psalmanazar" gerade ihren ersten Roman veröffentlicht. Nettel kommt aus Mexiko-Stadt und schrieb u. a. den Roman "El Huésped". In Erinnerung an Anna Seghers wird der Preis (ursprünglich zur Hälfte an eine DDR-Autorin) heute an eine deutschsprachige Autorin und eine Schriftstellerin aus Lateinamerika verliehen. Seghers (1900-1983) war vor den Nazis nach Mexiko geflüchtet.

Falk Geißler

literatur.unheimlich.illustriert

Falk Geißler (Leipzig)
präsentiert intensive
Kupferstiche

nach Erzählungen von
Samuel Beckett,
Frank Wedekind und
W.G. Sebald

3. Oktober - 19. Dezember 2009

è
Kulturkneipe Süd
Eichendorffstr. 14
04277 Leipzig

Mo, 28.09.2009

Technik und Entwicklung des Mezzotintos

Die also genannte Schwarze Kunst in Kupfer zu arbeiten

In einer gemeinsamen Ausstellung des Gutenberg-Museums und des Landesmuseums Mainz werden Technik und Entwicklung des Mezzotintos von den Anfängen bis zur Gegenwart gezeigt. Mit einzelnen Graphiken Ludwig von Siegens, des Prinzen Ruprecht von der Pfalz, Wallerant Vaillants und Abraham Blootelings wird die stetige Perfektionierung des Verfahrens verdeutlicht. Den Schwerpunkt bildet die Entwicklung vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit Künstlern wie Max Klinger, Alfred Hrdlicka und Johannes Grützke.
Das Landesmuseum widmet sich schwerpunktmäßig dem Erfinder der Technik – Ludwig von Siegen –, seinen Nachfolgern in Mainz (Dietrich Caspar von Fürstenberg, Jodocus Bickart) sowie der weiteren Verbreitung in Deutschland und den Niederlanden im 17. und 18. Jahrhundert.
Inkunabeln des Mezzotintos werden in einer bisher noch nicht gesehenen Dichte präsentiert. Eine Auswahl kapitaler englischer Schabkunstblätter des 18. Jahrhunderts wird in beiden Museen ausgestellt.

4.10. bis 29.11.2009
gemeinsame Ausstellung des
è Gutenberg-Museums und des
è
Landesmuseums Mainz

Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz
Telefon 0 61 31 / 12 26 40

Mi, 23.09.2009

Jürgen Höritzsch - NEON

Radierungen und originalgrafische Bücher
"Bei kaum einem anderen Bereich des Bildnerischen Schaffens dringt der Künstler so tief in das Wesen des Materials, ist so abhängig von handwerklicher Erfahrung und der Gunst des Augenblicks, wie in der druckgrafischen Kunst." (Jürgen Höritzsch)

Ausstellung: 01. - 14. 10. 2009

Galerie Emil
Keskustori 4
Tampere - Finnland

Weitere Informationen zum Künstler:
è
Jürgen Höritzsch
è
printmaking-art

Mo, 21.09.2009

Gerhard Hentrich (1924 - 2009)

Am 6. Mai 1924 geboren und in Berlin aufgewachsen, wollte Gerhard Hentrich Jura studieren. Das war ihm verwehrt, weil seine Mutter im seinerzeitigen Jargon eine „Halbjüdin“ war. Sein Vater mußte Zwangsarbeit leisten. Er selbst wurde nach dem Abitur zum Militär einberufen und ein Jahr vor Kriegsende schwer verwundet; er hatte deshalb lebenslang unter Phantomschmerzen zu leiden.
Nach Kriegsende eröffnete er gemeinsam mit seinem Vater in Steglitz eine kleine Druckerei, die Mitte der fünfziger Jahre erweitert werden konnte und in die Westberliner Albrechtstraße umzog. 1981 wurde dort die Edition Hentrich geboren, die er Anfang der neunziger Jahre verkaufen mußte. Im Herbst 1998 gründet er gemeinsam mit seinem Sohn Harald Hentrich den Verlag Hentrich & Hentrich, heute im Brandenburgischen Teetz ansässig. Gerhard Hentrich, dessen Engagment man bereits seit 1982 als Verleger der Reihe Bücher gegen Vergessen und Verdrängen kannte, widmete sich nunmehr mit einem kleinen Stab engagierter Mitarbeiter in seiner verlegerischen Tätigkeit verstärkt dem Thema der nationalsozialistische Verfolgung und dem Schicksal deutscher Juden. Es entstanden unter seiner Federführung die Reihen Jüdische Miniaturen mit Biographien von Albert Einstein, Max Liebermann, Victor Klemperer und Friedrich Wolf sowie Jüdische Memoiren, und er verlegte die Schriftenreihe des Centrum Judaicum. Die von ihm herausgebrachten Erinnerungen des KZ-Häftlings Adolf Burger Des Teufels Werkstatt über die Geldfälscherwerkstatt der Nazis im KZ Sachsenhausen wurde in Österreich von Stefan Ruzowitzky unter dem Titel Die Fälscher verfilmt.
Obwohl Gerhard Hentrich häufig feststellen mußte, daß in der heutigen Gesellschaft sein Engagement allzu oft ins Leere lief, gab er nie auf. Nun wird er das Erscheinen des 100. Bands der Jüdischen Miniaturen nicht mehr erleben. Gerhard Hentrich starb am 19. September 2009 im Alter von 85 Jahren in Berlin. Den Kennern seines Verlags und allen, die seinen Einsatz gegen das Verschweigen erlebten, wird Gerhard Hentrich in Erinnerung bleiben.
(A.D.)

è 50 Jüdische Miniaturen beim BBA
è Jüdische Miniaturen: Friedrich Wolf

Mi, 09.09.2009

Prachteinbände eines Jahrtausends


Die Staatsbibliothek Bamberg zeigt aus Anlaß der 14. Jahrestagung des è Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung Historischer Bucheinbände eine kaleidoskopische Auslese herausragender Bucheinbände des 10. bis 20. Jahrhunderts. Den Auftakt bilden kostbar ausgestattete Einbände liturgischer Handschriften aus dem vormaligen Domschatz, die im Zuge der Bistumsgründung ab 1007 durch Heinrich II. nach Bamberg gestiftet wurden. Weitere Schwerpunktbereiche sind kunstvoll verzierte Bände aus gotischer Zeit - darunter Beispiele der einzigartigen Sammlung rarer Lederschnittbände - sowie luxuriöse Prachteinbände einer wittelsbachischen Fürstenbibliothek vom Vorabend der Französischen Revolution: Die Hofbibliothek des Herzogs Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken (1775 - 1795) wurde 1808 der heutigen Staatsbibliothek Bamberg durch dessen Bruder, den ersten bayerischen König Max I. Joseph, zugewiesen. Goldenen Glanz verleihen diesem Bestand herausragende Beispiele deutscher und französischer Einbandkunst von der Barockzeit bis zum Klassizismus. Meisterliche Zeugnisse neuzeitlicher Buchbinderarbeit aus der Spezialsammlung der Staatsbibliothek Bamberg zu E. T. A. Hoffmann beschließen die Ausstellung.

Ausstellung: 24.9.2009 - 23.12.2009
Eintritt frei

è
Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz, Domplatz 8
96049 Bamberg

75. Geburtstag von Dieter Hoffmann und Wulf Kirsten

Zum 75. Geburtstag unseres Mitglieds Dieter Hoffmann veranstaltet das KulturHaus Loschwitz Dresden von August bis Oktober 2009 die Ausstellung Dieter Hoffmann: Dank an den Elbhang, zu der ein schöner Katalog erschienen ist. Darin erzählt Hoffmann von zwei ihm am Herzen liegenden Landschaften an der Elbe, der Lößnitz und Loschwitz, von Künstlern, die hier lebten und leben und wie er ihnen begegnet ist. Der vom Verein Literarisches Dresden e.V. herausgegebene Broschurband ist reich mit farbigen Kunstreproduktionen von Hans Jüchser, Joseph Hegenbarth bis zu Veit Hofmann und Hubertus Giebe illustriert. – Schon im Juli publizierte die Zeitschrift Signum aus Anlaß des 75. Geburtstages von Dieter Hoffmann und von Wulf Kirsten ein Sonderheft. Beide sind in Sachsen geboren und kommen in ihrer Dichtung immer wieder auf die Landschaft ihrer Kindheit und Jugend zu sprechen. Das gut bebilderte Heft enthält neben Texten auch umfangreiche Interviews zu Leben und Werk. – Aus Anlaß des 75. ist weiterhin in Kirstens Hausverlag Ammann (Zürich) eine Sammlung von Essays aus den letzten 10 Jahren erschienen. Unter den 25 Texten finden sich auch einige über die Landschaften des Dichters, das Land bei Meißen und das bei Weimar.