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Pirckheimer-Blog

Di, 08.06.2010

Neue Jubelrufe aus Bücherstapeln

Angebot von Vorzugsexemplaren des Almanachs Neue Jubelrufe aus Bücherstapeln

   Nach der allgemein positiven Aufnahme des Almanachs zum Jubiläum 50 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft Jubelrufe aus Bücherstapeln hat der Vorstand die Herausgabe eines Folgebandes beschlossen. Er beschäftigt sich ausschließlich mit Widmungsexemplaren im Besitz von Sammlern, teils erworben auf dem Antiquariatsmarkt, teils empfangen aus der Hand von Autoren oder Illustratoren. Beteiligt sind 33 Pirckheimer-Freunde, die ihre Bücherregale durchforstet haben, sich an den Erwerb der Widmungsexemplare erinnern und schildern, warum ihnen diese Bücher wichtig sind. Dabei kommt Anekdotisches nicht zu kurz, die Interessen der Sammler werden sichtbar und da und dort wird der Aufbau der Sammlung erläutert. Es fehlt auch nicht an kritischen Einwänden gegen die Jagd nach Widmungsexemplaren. Das Buch ist mit über 50 Abbildungen reich illustriert. Die Fertigstellung ist für den Sommer dieses Jahres geplant. Alle Pirckheimer erhalten ein Exemplar als Gabe. Wie beim letzten Mal kann auch alternativ ein Exemplar der Vorzugsausgaben bestellt werden. Bezahlt wird dann nur der Aufpreis, den die beigegebenen Graphiken kosten. Das Buch ist ähnlich gestaltet wie der Jubiläumsalmanach:
   Neue Jubelrufe aus Bücherstapeln. Widmungsexemplare aus dem Besitz von Sammlern. Ein Almanach. Hrsg. im Auftrag der Pirckheimer-Gesellschaft v. Carsten Wurm. Gestaltet v. Heinz Hellmis. Wiesbaden: Harrassowitz-Verlag, 2010. ca. 180 S., 53 Abb. 4°. Pp.
   Normalausgabe: Mit einem originalgraphischen Lesezeichen von Gerhard Lahr, Holzschnitt (Druck: Schwarzdruck Marc Berger, Berlin). Auflage: 520 Exemplare. / Vorzugsausgabe A: Mit zwei zusätzlichen Originalgraphiken: Radierung von Kurt Löb, Amsterdam, Serigraphie von Dieter Goltzsche. Auflage: 118 Exemplare. Preis 130 Euro; für Pirckheimer (statt Gabe): 65 Euro. / Vorzugsausgabe B: Mit einer lose beiliegenden Originalzeichnung von Dieter Goltzsche. Auflage: 18 Exemplare. Preis: 250 Euro, für Pirckheimer (statt Gabe): 130 Euro.
   Bestellungen sind zu richten an: Abel Doering, Driesener Str. 13, 10439 Berlin, E-Mail.

Bernd Zeller "125 Top Thüringer"

Satirische Porträts von prominenten, bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten, deren Leben oder Wirken mit Thüringen in Verbindung stehen, hat Karikaturist Bernd Zeller zusammengestellt.
In gewohnt spitzer, aber nie verletzender Manier bildet der Zeichner, der unter anderem für die Thüringer Allgemeine regelmäßig Cartoons liefert, die Gesichter seiner Thüringer ab. Die Personen scheinen zur Kenntlichkeit entstellt, sie werden Zellers humoristischem Blick unterzogen, doch behalten sie gerade dadurch ihre Individualität und ihr eigenes, spezielles Charisma.
So entsteht eine ungewöhnliche Mischung porträtierter Thüringer aus Geschichte, Kunst, Medien, Politik und anderen Bereichen.

Ausstellung vom 21. Mai bis 15. August 2010
è Sommerpalais Greiz
Greizer Park Postfach 1146, 07961 Greiz
Tel. (0 36 61) 70 58-0 Fax (0 36 61) 70 58-25
*
E-Mail

Fr, 04.06.2010

Grafikbrief relaunched


Wie die Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/Main mitteilt, wird der Webauftritt des Frankfurter Grafikbrief überarbeitet. Deutlich wurde die Struktur und damit die Menüführung verbessert, wobei der Betreiber Wolfgang Grätz ausdrücklich darum bittet, mit Kritik und Vorschlägen zur Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit beizutragen. Neben dem aktuellen Grafikbrief findet man auf der Seite ein umfangreiches, informatives und gut bebildertes Verzeichnis von Künstlern und Verlagen, sowie zu Themen von A - Z, wodurch die Seite fast zu einem Nachschlagwerk zur aktuellen Buchkunst und Grafik wird, wie sie von der Büchergilde angeboten wird. Ebenso findet sich ein Archiv zu vegangenen Ausstellungen. Als "Bonbon" wird der Besucher alle 10 Tage ein neues, besonderes Bild auf der Startseite finden, im Moment ist es die Carborundum-Radierung von Pierre Marie Brisson mit dem Titel Trois.

Erhard Holley

Pastelle und Aquarelle


Fast 15 Jahre lang hat Erhard Holley zusammen mit seiner Frau Gudrun originalgrafische Bücher, Einblattdrucke und Grafiken in der MEG art Presse verlegt, nun hat er diese Tätigkeit beendet, um sich ganz der eigenen künstlerischen Arbeit widmen zu können.
So bedauerlich das Ende so ilustrer Reihen wie die der "Erotischen Märchen" ist, so erfreulich sind die neuesten Arbeiten Holleys, der, von Haus Pysiker, nach 1989 an der Burg Giebichensteinin Halle seine in der DDR begonnene Ausbildung vervollkommnete.
Auf jahrhundertealte Papiere, Briefe, Landkarten oder Kassenbuchseiten zaubert er seine in pikanter Farbigkeit meisterhaft gemalte und gezeichnete Pflanzenwelt. Holley, geboren 1947, lebt und arbeitet in Karow/Sachsen-Anhalt.
(Wolfgang Grätz)

Ausstellung im Kabinett  bis 15. Juli 2010

è
Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt
An der Staufenmauer 9
60311 Frankfurt/M

Di, 01.06.2010

Buch des Monats

Der ausgebüxte Engel oder Kunstbücher (nicht nur) für Kinder

Das perfekte Kunstbuch fördert nicht nur die Entdeckerlust, verabreicht Geschichte/n in kleinen Häppchen und lädt zum Staunen ein, sondern lässt den Betrachter ganz nah an die Kunst heran. Kinder brauchen Künstlergeschichten zum Weiter- und Wiedererzählen. Sonst bleibt der Petersdom nichts weiter als ein großes Haus und der wertvollste Picasso nur ein Gesicht, in dem Augen und Nase verrutscht sind. Vor allem für Kinder gilt: Man sieht nur, was man kennt, man erkennt nur, was man schon einmal gesehen hat. Helga Horschig präsentiert eine Auswahl an Kunstbüchern, die die wunderbare Welt der Farben und Formen vermitteln können.

04. Juni 2010 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Gemeinschaftskatalog der Antiquare 2010

Heute erscheint der diesjährige "Gemeinschaftskatalog der Antiquare":
78 Antiquariate und 9 Inserenten aus 6 europäischen Ländern offerieren auf 2?4 Seiten ausgesuchte Stücke aus den Bereichen Autographen, Bücher, Fotographie, Graphik, Handschriften, Skulpturen und Werbegraphik.
Das breite Spektrum des Angebots erstreckt sich vom Frühdruck bis zur Avantgarde der Moderne. Preislich bewegen sich die Angebote im 2- bis 5-stelligen, vorwiegend aber im 3-stelligen Euro-Bereich, um außer den arrivierten auch jüngeren Sammlern die Möglichkeit zum Erwerb eines seit langem begehrten Objekts zu geben.
Der Katalog kann gegen eine Schutzgebühr von 5 € über die Geschäftsstelle der Genossenschaft der Internet-Antiquare eG in 13353 Berlin, Luxemburger Str. 31, Fax 030 - 46 60 49 36 oder per E-Mail bestellt werden.
weitere Informationen è
siehe hier.

Mo, 31.05.2010

Überhaupt

GÜNTHER KIESER
GRAFIK PLAKAT PLASTIK


Köpfe ziehen sich als ein Grundmotiv durch das Werk des international renommierten Plakatgestalters Günther Kieser. Seit Jahrzehnten gibt Günther Kieser der Musik, vornehmlich dem Jazz, ein Gesicht im wahrsten Sinne des Wortes mit Plakaten beispielsweise für Count Basie, Oscar Peterson oder Dave Brubeck. In den 70er und 80er Jahren war er mit der Gestaltung der Plakate für die führenden Jazz Festivals in Berlin und Frankfurt betraut. Nicht nur für den Jazz, sondern auch für Opern oder Rockkonzerte war Kieser prägend, mit Postern für Jimi Hendrix und Frank Zappa schuf er Plakatgeschichte. Für den Hessischen Rundfunk übernahm Kieser viele Jahre die graphische Gestaltung. Bislang gar nicht bekannt ist Kiesers plastisches Werk, das im Fokus dieser Ausstellung steht und erstmals neben dem Gestalter den Bildenden Künstler zum Vorschein bringt, eine Entdeckung. 
Günther Kieser wurde 1930 in Kronberg geboren, er studierte an der Werkkunstschule Offenbach Grafik-Design und lehrte an der renommierten Bergischen Universität Wuppertal. Seit 1951 arbeitet er freischaffend als Graphikdesigner vornehmlich im kulturellen Bereich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, Günther Kieser ist Mitglied der Alliance Graphique Internationale.

Die Ausstellung wird von einem limitierten Leporello mit Darstellungen der Plastiken und einem Faltblatt begleitet

Ausstellung: 30. Juni bis 29. August 2010
Eintritt 2.50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mi, 26.05.2010

Schrift- und Buchkunst als Lebensaufgabe

Ein Leben in rasanter Geschwindigkeit und die Dynamik bleibt


Heinz Hellmis, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, wurde durch seine Arbeit mit Schrift zum bekannten Büchermacher und Literaturfreund. Er war viele Jahre Künstlerischer Leiter des Aufbau-Verlages, ist der Gestalter der MARGINALIEN und Gutenberg-Preisträger der Stadt Leipzig. Die Austellung zeigt aus der Zeit von 1949 bis 2010 Schriftblätter, Kalligraphie, Entwürfe für Satzschriften, Buchgestaltungen, Schutzumschläge, Einbände und Schriftplakate, sowie alle neuen Gestaltungen der Edition ZWIEFACH.

Ausstellung: 4. Juni bis 4. Juli 2010

è Künstlerhof Roofensee, Stechlin, OT Menz
è Einladung zur Vernissage

è Edition ZWIEFACH

Di, 25.05.2010

Stimmen aus dem Wüstensand

Briefkultur im griechisch-römischen Ägypten

Die Ausstellung präsentiert außergewöhnliche, amüsante, aber auch berührende Beispiele sowohl von Privatbriefen als auch offizieller Korrespondenz. Neben griechischen und lateinischen Briefen zeigen koptische und arabische Schreiben die multilinguale Kultur des antiken Ägypten und demonstrieren die Entwicklung der Kommunikation über einen Zeitraum vom 3. Jh. v. Chr. bis zum 8. Jh. n. Chr.
Privatbriefe auf Papyrus stellen im Rahmen der antiken Überlieferung aufgrund ihres unmittelbaren und persönlichen Charakters eine besonders faszinierende Textgattung dar. Die zumeist unmittelbar verständliche Situation der Briefe und etliche Nachrichten allgemein-menschlichen bzw. allzu menschlichen Inhalts geben vielfältige Einblicke in das Alltagsleben. Zu solchen Privatbriefen tritt als zweite Gruppe die offizielle Korrespondenz. Im Schriftverkehr zwischen Amtsträgern, aber auch in Verlautbarungen der Regierung und Verwaltung an die Bevölkerung manifestieren sich Herrschafts­stil und hierarchische Strukturen.

Ausstellung: 10. Juni 2010 – 15. Januar 2011


Josefsplatz 1
1010 Wien
Tel. (+43 1) 534 10-270

Mo, 24.05.2010

ein Ort zum Lesen

Im Netz finden Sie jetzt einen kleinen Eindruck von der Aktion am 10.05.2010 im Gedenken an die Bücherverbrennung.
Die Veranstalter der Aktion waren in der Zeit von 11- 19 Uhr mit 50 Stühlen und 50 Büchern vor Ort auf dem Bebelplatz. Es gab viele interessante und spannende Gespräche mit Besuchern und Passanten aller Altersgruppen.
Es wird bereits überlegt, wie sich "ein Ort zum Lesen" mit Blick auf das kommende Jahr weiterentwickeln könnte, um dann auch das Ziel der 100 Stühle und 100 Bücher, wie wir es für dieses Jahr vorgesehen war, erreichen zu können.

è ein Ort zum lesen

Fr, 21.05.2010

BBA - relaunched



Der Webauftritt des è Berliner Bibliophilen Abend wurde in die Hände von Abel Doering gelegt. Dieser übernahm vorsichtig das bisherige Design und Konzept der Seite, verbesserte die Optik etwas und entfernte veraltete Scripts, so dass das Seite schnelle geladen wird. Das Erscheinungsbild sollte jetzt wieder so sein, wie ursprünglich gedacht. Hinzugefügt wurden einige Informationen, vor Allem zu Publikationen der letzten Jahre, sowie eine lange vermisste Suchfunktion.

siehe auch è Börsenblatt

1 Kommentar:
Die geringfügigen bibliographischen Korrekturen zu den BBA-Publikationen sind zu loben.
Wesentliche Teile der Publikationen des BBA konnten durch die rechtzeitige Emigration von Dr. Abraham Horodisch [1898-1987] und Dr. Emil F. Tuchmann [1885-1963] im Jahre 1933 ins Ausland verbracht werden.
Dazu gehörten auch die vollständigen Druckerzeugnisse von Aldus-Druck, Berlin. Die Brüder Erich und Reinhold Scholem hatten diese Möglichkeit 1937-38 nicht mehr.
(Hartmut Erlemann)

Do, 20.05.2010

Antiquariatsliste Mai 2010

Die neue Antiquariatsliste unseres Mitglieds Christian Bartsch konzentriert sich diesmal thematisch auf den gesamten Socialistica-Bereich. Aufgrund des geringen Umfangs von 33 Seiten beschränkt sich die Liste auf eine nur knappe Beschreibung der jeweiligen Titel, von denen immerhin 367 enthalten sind.

è Rotes Antiquariat
und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14
10623 Berlin

Mi, 19.05.2010

Neuer Katalog des Antiquariats Keune

Unser Mitglied, die Duisburger Antiquarin Sabine Keune hat ihren 44. Katalog "Eine Galerie künstlerischer Bilderbücher herausgegeben.
Der Katalog mit 256 Posten ist in zwei Abteilungen unterteilt: "Eine Galerie künstlerischer Bilderbücher" (Teil I, Nrn. 1 bis 60) und "Noch mehr Kunst für Kinder" (Teil II, Nrn. 61 bis 256), jeweils mit einem eigenen Register versehen.
Das Originelle an diesem Katalog ist, dass im ersten Teil künstlerisch wertvollen Bilderbüchern von dem Kinderbuchforscher und -bibliografen Friedrich C. Heller aus den Beständen des Antiquariats von Sabine Keune zusammengestellt wurden.
Der farbig illustrierte Katalog kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro bei * Sabine Keune bestellt werden.

è
Antiquariat Sabine Keune
Friedrich-Alfred-Straße 79
47226 Duisburg

einladung von schwarzdruck

liebe freunde, leser und neugierige,
wer wissen will, was ein "typoerotischer briefwechsel" ist, muss zur premiere unserer neuveröffentlichung "durch die buchstabenwüste" kommen: am 26. mai im cafe oberwasser in der zionskirchstr. 6. matthias biskupek und ingrid annel werden lesen und signieren, schwarzdruck verkauft, alle können reden ...
Ihr/Sie seid/sind alle hiermit herzlich eingeladen!


Schöne Grüße von Schwarzdruck
marc berger

è Edition Schwarzdruck
*
Marc Berger
Brunnenstraße 163
10119 Berlin
Fernsprechanschluß: 030 - 48 62 53 15

So, 16.05.2010

Nürnberger Pakete

Der Autor und Altverleger Elmar Faber wird auf Burg Storkow aus seinem 2009 im Verlag „Das Neue Berlin“ erschienenen Buch „Nürnberger Pakete“ lesen.
Elmar Faber begibt sich in seinem Werk zurück in die wildromantischen Landschaften Thüringens, wo er dem Leser eigensinnige Menschen und ihre sonderbaren Lebensgeschichten vorstellt. Zum Beispiel Charlott, die vierzig Jahre lang besessen die monatlich eintreffenden Westpakete ihres entlaufenen Ehemannes zu einem Warenlager aufstapelt. Oder Otto Graf, dessen Schlosserwerkstatt vor allem für die weibliche Kundschaft ein Umschlagplatz für neue Hoffnung ist. Angesiedelt in der (ost)-deutschen Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts erzählen die Geschichten von kuriosen Schicksalen, in denen der Banalität des Alltags ein Schnippchen geschlagen wird – und in denen zugleich die Frage nach dem Wert des menschlichen Lebens überhaupt gestellt wird.
Der Autor. Mitglied der Pirckheimer-Gesllschaft, wurde 1934 in Deesbach/Thüringen geboren. Nach dem Germanistikstudium betreute er die Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Leipzig und war in verschiedenen Verlagen als Lektor tätig, bevor er 1983 Verlagsleiter beim Aufbau Verlag wurde. Anfang der Neunziger gründete er den Verlag Faber & Faber. Unter anderem ist er Vorsitzender des Verlegerausschusses des Leipziger Börsenvereins, Mitglied des Redaktionskollegiums der è
MARGINALIEN und Verfasser zahlreicher Aufsätze über Buchkunst, Buch- und Verlagsgeschichte.

Freitag, 11. Juni 2010, 19.00 Uhr

Storkow (Mark), Schloßstraße 6, kleiner Burgsaal Burg-Salon

Eintritt:
Vorverkauf: 6,00 Euro, Abendkasse: 8,00 Euro
Informationen und Tickets:
Tourist-Information
Schloßstraße 6
Tel.: 033678 73108
E-Mail

Veranstalter:
Burg-Kultur e.V.
Tel.: 033678 73228
E-Mail

1 Kommentar:
Wenn am 11. Juni Elmar Faber aus Leipzig nach Storkow kommt, um aus seinem 2009 erschienenen Buch „Nürnberger Pakete“ zu lesen, hat der Burg-Salon des Burg-Kultur-Vereins wieder einmal einen Prominenten zu Gast: einen der erfolgreichsten und bekanntesten Verleger, dem sogar Wikipedia eine Seite widmet. Dort ist zu lesen, dass er 2007 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten hat. Nur mit einem Link allerdings wird auf die schriftstellerische Leistung des 76-jährigen verwiesen, die sich bis jetzt fast ausschließlich um das Buch herum bewegte.
Mit den Erzählungen in „Nürnberger Pakete“ aber geht der in Deesbach/Thüringen geborene Autor thematisch zurück in die Erlebniswelt seine Kindheit, die nicht nur durch die Nachkriegszeit geprägt war, sondern in der allzeit die Geschichten der davorliegenden Generationen präsent waren.
Deesbach ist heute ein idyllischer Erholungsort mit rund 440 Einwohnern, gelegen zwischen Saalfeld und Neuhaus am Rennweg. Von seiner wirtschaftlichen Vergangenheit, in der neben Landwirtschaft Glasbläserei, Porzellanmalerei, Vogelstellerei und Olitätenhandel eine besondere Rolle spielten, ist der berühmte Kräuterlikör KUEMMERLING übriggeblieben. Stolz wirbt der Ort mit dem Slogan „Deesbach im Thüringer Kräutergarten“.

Von den zehn auf 189 Seiten vereinten Erzählungen sollte man allerdings keine Autobiographie erwarten. Nur zweimal wendet Faber die literarische Ich-Form an. Was aber von ihm selbst deutlich wird, ist seine Liebe zur Natur und seine Sympathie zu den einfachen, tüchtigen Menschen, die bis zur Selbstaufgabe ihre Würde bewahren gegen Lüge, Betrug, Zwang, Verleumdung, Ungerechtigkeit.

Das Buch hält den Leser von der ersten bis zur letzen Zeile in seinem Bann durch seine detaillierten Naturbilder und seine Beschreibungen von Menschen und deren Leben in oder außerhalb der Dorfgemeinschaft. Da ist Else Meisel, krumm gebeugt, einst eine mädchenhafte Schönheit, die zur einsiedlerischen Selbstversorgerin geworden war aus Protest gegen ihren Vater, einen sozialen Aufsteiger, „der sich frech durch die Hitlerzeit mogelte“. Die verlassene Charlotte wiederum gibt sich der Illusion hin, die per Dauerauftrag regelmäßig bei ihr eintreffenden Pakete aus Nürnberg kämen von ihrem geschiedenen Mann. Und der feingeistige Lateiner Dr. August Aegidius des Fröbel-Gymnasiums wird von einem proletarischen Neulehrer gemobbt und flieht in den Westen.

Der Skrupellosigkeit der Erfolgreichen und Wohlhabenden stehen die Armen und Schwachen wehrlos gegenüber. Soziale Zustände werden an Charakteren festgemacht. Das politische Umfeld, wie Naziherrschaft, Krieg und Nachkriegszeit in der sowjetischen Besatzungszone, tritt nur ganz am Rande in Erscheinung. Nach der „Wende“ spielt lediglich eine Erzählung. Das Hauptspannungsfeld ergibt sich aus dem Gegensatz von ländlicher Naturschönheit und tragischen Schicksalen, welche tief berühren..

(Elke Lang)