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Pirckheimer-Blog

Fr, 23.01.2009

Gerhard Altenbourg - Graphik

Ausstellung mit Unterstützung der Galerie am Sachsenplatz Leipzig

Abbildung: "Zwischen Wahn und Rausch", 1980
Farbholzschnitt, Komposition aus 7 Drucken auf Bütten
21,5 x 41,0 cm, Exemplar 1/1


1. Februar bis 17. Mai 2009
Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
ab April Dienstag bis Sommtag 10 bis 20 Uhr

èBurg Beeskow
des Landeskreises Oder-Spree
Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow

Altenbourg-Ausstellung auf der Burg Beeskow. Auf den populären Dresdner Kunstausstellungen der DDR war Gerhard Altenbourg (1926-1989), mit bürgerlichem Namen Gerhard Ströch, nicht vertreten. Die Verweigerung kam von beiden Seiten, und so ging der überwiegende Teil des äußerst produktiven Künstlers von 1951 bis 1961 zur Westberliner Galerie Springer und danach zur Galerie Brusberg (erst Hannover, jetzt Berlin). Im Osten Deutschlands blieb der Künstler bis heute weitgehend Insidern vorbehalten. Um so verdienstvoller ist es, daß sich die Burg Beeskow von Februar bis 17. Mai eine Sammlung von Druckgraphik Altenbourgs aus der Galerie am Sachsenplatz Leipzig ins Haus geholt hat. Das dem Umfang nach bescheidene Konvolut von über 60 Arbeiten aus rund 1400 im Umlauf befindlichen Graphiken kann zwar nicht repräsentativ sein, aber es bietet mit charakteristischen Werken ein interessantes und eindrückliches Bild vom kreativen Gestaltungswillen und der sublimen Ästhetik dieses Künstlers. In der Ausstellung befinden sich einige Spitzenstücke seines Œuvres, dessen Werkverzeichnis, erarbeitet von Annegret Janda, seit 2004 in drei Bänden durch das Lindenau-Museum Altenburg publiziert wird. Zu den Hauptblättern gehören die großformatigen Farbholzschnitte Ariadne (1973) sowie Das sind die Wege wurzelentlang (1974). Für Kenner besonders beachtenswert sind die Holzschnitt-Unikate Aus dem Wurzelgrund (1979) und Aus dem Quellengrund (1980).
Die Ausstellung in vier Räumen ist chronologisch, beginnend beim Frühwerk, und didaktisch aufgebaut und verzeichnet die Œuvrenummern. Zustandsdrucke und farbliche Varianten gewähren Einblicke in Arbeitsprozesse. Besonders aufschlußreich ist die Zuordnung der 1986 entstandenen Plastik Vater – Sohn – eine vergrößerte Eichenholzfassung einer Plastik von 1957 – zu der gleichnamigen Zeichnung von 1950. Inhaltlich sind die Exponate überwiegend der Auseinandersetzung mit der thüringischen Landschaft zuzuordnen sowie einer mit feinem Humor ironisierenden Weltbetrachtung. Diese äußert sich besonders in den achtziger Jahren in solchen skurrilen Bildtiteln wie Singen sollen wir zusammen einen Choral Süßkleine (Lithographie, 1985) oder zu den Radierungen Schlendrian, spaßphallosophisch (1988) und Kitzel-Glatzen mit Kainmal der Doppelflöhung (1984). Während auf zahlreichen Holzschnitten großflächige Figuren mit feiner Binnenzeichnung dominieren und die Zufälligkeiten der Maserungen in die Gestaltung einbezogen wurden, sind die Lithographien und die wenigen ausgestellten, überaus zarten Radierungen mit leichtem, wie gehauchtem Strich ausgearbeitet. Eine große Gruppe von Lithographien zeigt, wie der Künstler beeindruckend mit der Breitseite der Kreide experimentierte.

Elke Lang
(Vorabdruck aus MARGINALIEN 194, 2/2009)

Behauptungen

Lesung und Buchpremiere



Texte & Holzschnitte von Arno Waldschmidt
in der Atellier-Handpresse
Vorrede: Hugo Hoffmann

Freitag, 23. Januar 2009, 20 Uhr

BÜCHERGILDE :
è Buchhandlung am Wittenbergplatz
Kleiststr. 19-21, 10787 Berlin
Tel.: 030 2181750
Mo-Fr 10-20 Uhr Sa 10-16 Uhr

Fr, 16.01.2009

Die Köpfe des Harald Kretzschmar

Ausstellung unseres Mitglieds Harald Kretzschmar in der Neuen Galerie der Bücherstadt Wünsdorf

17 Januar bis 3. März 2009
Do. bis So. 10:00 bis 17:00 Uhr

è Bücherstadt Wünsdorf/Waldstadt
Neue Galerie
Gutenbergstr. 1

Di, 13.01.2009

Handschriften aus fünf Jahrhunderten

Autographen aus der Sammlung Otto Kallir
Ausstellung vom 15. Januar bis 5. April 2009


Die Wienbibliothek im Rathaus durfte 2008 eine sehr wertvolle und in ihrer Zusammensetzung und Vielfalt einmalige Autographenkollektion als Geschenk empfangen:
Die Sammlung von Otto Kallir, des legendären Wiener Kunsthändlers, die vor allem wichtige Quellen der österreichischen Geschichte der Neuzeit, daneben aber auch literarische und musikalische Zeugnisse des 19. und 20. Jahrhunderts enthält, wird nun in einer Intervention im Wien Museum Karlsplatz vom 15. Jänner bis zum 5. April 2009 mit fünfzig ausgewählten Exponaten vorgestellt.
Der Bogen dieser einzigartigen Schriftzeugnisse spannt sich von Briefen Kaiser Karls V., über Johann Sobieski, dem Befreier Wiens von den Türken, zu Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz Joseph. Briefe Andreas Hofers sind ebenso enthalten wie solche Napoleons I., Friedrich II., der legendären "Sissi" und des in Sarajewo ermordeten Kronprinzen Franz Ferdinand.
Der dazu erscheinende Begleitband (ISBN 978-3-902053-18-3, Euro 19,50) zeigt diese kostbaren Unikate in Farbabbildungen, versehen mit kurzen Kommentaren und auszugsweisen Transkriptionen. Ein Interview mit Otto Kallirs Sohn, John Kallir, versucht, die vielfältigen Facetten und Passionen eines Sammlerlebens nachzuzeichnen.

Öffnungszeiten
Di bis So, Feiertag 9–18 Uhr
An Sonntagen ist der Besuch dieser Präsentation gratis!

è
Wien Museum
Karlsplatz (1040 Wien)

Fr, 09.01.2009

KONKRETER DRUCK

WERKSTATT-AUSSTELLUNGin der Buchdruckerei Lutz Nessing · Berlin-Adlershof:

Bislang verborgene Elemente der «Schwarzen Kunst»

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Trotz alledem ... mein 30. Werkstattjubiläum!

Zur Eröffnung der Ausstellung,
am Sonnabend, dem 17. Januar 2009, um 19.00 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Einführende Worte von Prof. Dr. Reinhard Krüger
(Stuttgart/Berlin).

In freundlicher Zusammenarbeit mit dem Kulturamt des
Bezirksamtes Berlin-Treptow/Köpenick.

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Gezeigt werden Drucke von – hier erstmals –
sichtbar gemachten Segmenten der «Schwarzen Kunst».

Berliner Premiere
(nach der Ausstellung im Kunsthaus Rehau + ikkp,
bei Prof. Eugen Gomringer, Mai/Juni 2008):


Lutz Nessing: Konkreter Druck.
Spuren in Blei-Stegen, Regletten, Quadraten, Gevierten


Konstruktive und konkrete Original-Druckgraphiken
von typographischem Blindmaterial; dazu entstandene
bibliophile Bücher und Graphikkassetten.

Klopfholzbezüge

Farbflächen aus verdichtet abgeklopften Schrifttypen,
gesammelt von 1988 bis 2008.

Was sich sonst noch in den Druckpressen ereignet:
Über-Gedrucktes: geplante Fehldrucke – verbesserte Makulatur
Nessings Buntpapiere: mehrfach eingefärbte Farbwalzenbogen

è Buchdruckerei Lutz Nessing
Büchnerweg 92 · Eingang Anna-Seghers-Straße
Tel./Fax 030 - 6 77 00 11

So, 14.12.2008

Arno Waldschmidt: K. Mühlenhaupt, aus einem Buch der Corvinus Presse, gedruckt von Hendrik Liersch

Corvinus Presse

soeben erschienen:
Arno Waldschmidt
Herr Gott, Frau Engel und der Mann mit dem Hut
Ein Kunstmärchen (Hommage an C. Mühlenhaupt)
50 numerierte und signierte Exemplare, Handsatz
Buchdruck in drei Farben,
mit einem Holzschnitt (Porträt-Leporello)
50 ,- Euro

Buchpremiere mit Lesung von Arno Waldschmidt
Musikalische Begleitung: Niels Unbehagen

Büchertisch der è Corvinus Presse Hendrik Liersch
12587 Berlin Bölschestr. 59
Fax: 030 64488571

Freitag, der 13. Februar ab 19 Uhr
è Die kleine Weltlaterne
Nestorstraße 22 in 10709 Berlin-Wilmersdorf

Fr, 12.12.2008

Binzer Schatzbrief


Richard Pietraß
BINZER SCHATZBRIEF
Liebesgedichte

Wolfgang Leber
Graphik
Bibliophiler Druck der Edition Rothahndruck / Berlin
in einer einmaligen numerierten Auflage von 60 Exemplaren,
gedruckt im Handsiebdruck von Rainer Slotta,
gesetzt in der Bauer Bodoni
Format 33,5 x 26 cm, Halbleinen im Schuber
Mit dreifarbiger Umschlagvignette, Frontispiz
und neun ganzseitigen, teils zweifarbigen Original-Graphiken
32 Seiten, gebunden in Blockbuchbindung
Im Impressum signiert von Richard Pietraß
und Wolfgang Leber
Preis 260 Eüro
Bestellung und Versand
Marlene Gaßmann, Wollankstraße 133, 13187 Berlin

Fr, 05.12.2008

Der Sandmann

Zeitgenössische Künstler interpretieren E.T.A. Hoffmann
Bibliophile Bücher und Grafiken
der Edition Serapion vom See
unseres Mitglieds Michael Duske

es liest Hans-Jürgen Schatz

Michael Duske, Dr. Renate Haas und Hans Höfler würden sich freuen,
Sie und Ihre Freunde am

Sonntag, den 14. Dezember, um 15:00 Uhr

in der Remise begrüßen zu dürfen

Remise für Handwerk, Kunst und Wissenschaft
Wintersteinstr. 16, 2. Hof, 10857 Berlin
U-Bhf. Richard-Wagner-Platz

Neuer Pressendruck von Matthias Gubig

Giordano Bruno - Vom unendlichen All und den Welten

Mit 10 Grafiken unseres Mitglieds Matthias Gubig,
in denen Acrylstiche und Linolschnitte kombiniert sind.

Der Text voller visionärer Kraft und heiterer Klarheit wird begleitet von den ironisch kommentierenden Bildern.
Diese wurden von den Originaldruckstöcken auf ein
30 g Chinapapier gedruckt. Harald Weller setzte die Texte aus den Schriften Sabon und Akzidenz-Grotesk auf einer Linotype-Zeilengießmaschine. Der Textdruck erfolgte auf ein 115 g Büttenpapier Somerset. Michael Knop band das Buch von Hand in asiatischer Bindung in einen Festeinband mit original-graphischem Bezug.

Dieses Buch erscheint in einer einmaligen, signierten Auflage von 33 Exemplaren. 8 Bücher werden als Verlegerexemplare römisch nummeriert, 25 Bücher tragen eine arabische Ziffer. Der Umfang beträgt 36 Seiten, das Format 218 x 330 mm.
Preis 250 Euro.

Sie können das Buch beim Autor bestellen:
* Matthias Gubig
Bayrischer-Wald-Straße 13
15827 Blankenfelde

Schönste deutsche Bücher 2008

Die Ergebnisse des Wettbewerbs stehen fest.

»Die schönsten deutschen Bücher 2008« sind vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und technischer Verarbeitung. Die besondere Gestaltung und Qualität des Buches wird mit »Prämiierungen« sowie »Anerkennungen« honoriert. Alle Auszeichnungen sind undotiert.

Dieses Jahr lagen so viele Bücher zum Vergleich vor wie nie zuvor: 1.072 Bücher von 468 Einsendern.
Die sieben Juroren der ersten Jury gaben noch 326 Bücher an die acht Juroren der zweiten Jury zur Beurteilung weiter, dabei schieden 746 Bücher in der ersten Runde aus. Die Zweite Jury urteilte nach viertägiger Arbeit am 29. November über die diesjährigen »Schönsten«: 52 Bücher erhalten eine »Prämiierung«, 10 Bücher eine »Anerkennung«. Die 62 Auszeichnungen verteilen sich auf 51 Verlage/Einsender.

Die Liste aller ausgezeichneten Bücher finden Sie unter è
Stiftung Buchkunst > Aktuell. 50 Bücher verfehlten nur knapp eine Prämiierung. Sie konnten in der letzten Abstimmungsrunde nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erzielen. Diese Bücher werden mit der Short-List gewürdigt.

è Stiftung Buchkunst
Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main

Mi, 03.12.2008

Brecht-Briefmarke

Von unserem Mitglied * Volkmar Häußler, Sammler von Bertolt Brecht, herausgegeben erschien bei der Österreichischen Post die zweite Briefmarke mit einem Motiv aus seiner Sammlung. Die Marke zeigt ein von Egbert Herfurth gestaltetes Exlibris von Volkmar Häußler, dieses Motiv lag auch der Einladung zur Ausstellung im Unteren Schloss Greiz bei (siehe è hier).

Die Auflage dieser Marke beträgt 100 Stück.

In gleicher Auflagenhöhe erschien im Juni 2006 anläßlich der Ausstellung seiner Sammlung in Augsburg eine von Volkmar Häußler herausgegebene Briefmarke, auf der eine Federzeichnung von Hans Ticha mit dem Porträt Bertolt Brechts abgebildet ist.

Sa, 29.11.2008

COMMON SENSE 2008

Künstlerbuch – Almanach für Kunst und Literatur



raymond waydelich - poesietüte
ottmar hörl - digitaldruck
peter angermann - farbsiebdruck doppelblatt
emil siemeister - 2 x siebdruck + zeichnung, einband – siebdruck auf leinwand
klaus zylla - 2 farbsiebdrucke
felix droese - holzschnitt
walter dahn - foto
jürgen brodwolf - 2 offsetblätter
friedemann hahn - 3 holzschnitte, 2 gedichte
franz hitzler - 2 radierungen
christiane baumgartner - farbsiebdruck-doppelblatt
gudrun weckel - 2 siebdrucke
hans scheib - radierung
gil schlesinger- 2 siebdrucke
max uhlig - radierung
ottfried zielke - 2 zeichnungen
klaus killisch - 2 farbsiebdrucke
ulrich tarlatt - 3 holzschitte, titelvignette

franz mon - 3 wortbilder
robert menasse - tagebuchtexte
c w aigner - poesie-seiten
friederike mayröcker - 3 gedichte
michael lentz - 6 gedichte
josef haslinger - erzählung
arno geiger - 4 texte
durs grünbein - gedicht
katharina ponnier - 3 gedichte, 1 erzählung
ilija trojanow - text
swiad ratiani - 4 gedichte

alle beiträge grafik wie literatur wurden für den almanach geschaffen und sind signiert
auflage 85

è
EDITION AUGENWEIDE
*
heidi bouton
dürerring 12
06406 bernburg

Do, 27.11.2008

Handbuch für den Buch- und Grafiksammler

von Arnulf Liebing

Ausgehend von seiner langen Erfahrung als Sammler und Antiquar untersucht der Autor kritisch, welche Vor- und Nachteile für den Sammler aus der Wandlung des Marktes in den letzten Jahren entstanden sind. Dabei verliert er die eigentlichen Objekte, die Bücher und Grafiken, nicht aus den Augen, sondern beschreibt liebevoll viele Details. Nur hat sich eben teilweise der Blickwinkel etwas geändert. So wird beispielsweise gezeigt, wie moderne Computersatzprogramme Techniken anwenden, die Gutenberg erfand - und die scheinbar längst vergessen waren. Oder es wird einer Betrachtung unterzogen, wie durch den Internethandel ein neues Recht für Käufe entstand. Der Autor versucht, bei aller Liebe zum konservativen Sammeln, die neuen elektronischen Techniken dem Sammler näher zu bringen und aufzuzeigen, dass man sich deren Komplexität kaum entziehen kann.

è Königshausen u. Neumann
168 Seiten mit zahlreichen Abbildungen,
16 Farbtafeln und Begleit-CD.
Hardcover-Pappband m. Fadenheftung,
€ 34,80 CHF 60,90
ISBN 978-3-8260-3751-1


è Bücher-Sammler

REZENSION

Wahrscheinlich geht den meisten Bücherfreunden zuerst der Gedanke durch den Kopf: Wieder eine Anleitung zum Sammeln von Büchern und Graphik! Wer seit Jahrzehnten als Bibliophile in Antiquariaten oder Auktionshäusern, auf Trödelmärkten und Graphikmärkten unterwegs ist, wird denken, solch ein Handbuch kann eigentlich nicht viel Neues bringen. Man hat seine Erfahrungen gemacht oder machen müssen und kennt die einschlägigen Bücher, in denen alles gesagt ist.
__ Daß man sich hier im Irrtum befindet, wird einem schnell bewußt. Der Computer hat eben nicht nur traditionelle Techniken der Buchherstellung abgelöst (das Objekt der Begierde ist, wenn es heute entsteht, nicht mehr dasselbe wie früher), sondern das Internet hat in den letzten Jahren auch das Sammeln stark beeinflußt und „vielleicht trivialer gemacht“, wie der Autor bereits im Vorwort feststellt (S. 7). Diesen Aspekt aus dem Auge zu lassen, wäre für das Sammeln genauso schädlich wie die Vernachlässigung von modernen Recherchemethoden oder das Ignorieren von Rechtsfragen.
__ Der Autor Arnulf Liebing ist selbst Sammler und hat als Antiquar in langjähriger Praxis Erfahrungen mit dem Wandel des von ihm beschriebenen Metiers gemacht. Der Inhalt des Handbuches erstreckt sich von ausführlichen Hinweisen zu Typographie, Illustration, Papier und Einband über Sammelobjekte, wie Pressendrucke und Exlibris, Untersuchungen über den Antiquariatsmarkt und das Internet bis hin zu Fragen des Rechts. Neben einem Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe im Anhang ist auch der gesamte Inhalt übersichtlich gegliedert, so daß einzelne Beiträge nachgeschlagen und separat gelesen werden können. Die Abbildungen im Handbuch sind nicht nur ansprechend und machen Lust auf das Sammeln, sie sind häufig auch notwendige Bildbeispiele für die textlichen Erläuterungen, zum Beispiel um den Unterschied einer Originalschrift in 17 Punkt zu einer Schrift aufzuzeigen, die von 10 auf 17 Punkt skaliert wurde (S. 41). 16 Farbtafeln auf Kunstdruckpapier im Anhang geben nochmals einen schönen Einblick in die Welt des guten Drucks.
__ Das Buch beschäftigt sich nach kurzen Ausflügen in Geschichte des Buchdrucks und Grundlagenwissen zunehmend mit aktuellen Fragen. Insbesondere in Betrachtungen zu zeitgenössischen Entwicklungen wie dem Internethandel und den daraus erwachsenden rechtlichen Problemen konnte der Autor aus langen Diskussionen, die vornehmlich unter Antiquaren geführt wurden, schöpfen – ich nahm daran teil und fand im Handbuch treffende Zusammenfassungen. Gerade diese Abschnitte machen auch den Wert des Buches für den gestandenen Sammler aus, hier finden sich wichtige Fakten, die für zeitgemäßes Sammeln nicht mehr ignoriert werden können, denn es werden die wesentlichen Methoden, die die modernen Medien dem Sammler bieten, vorgestellt und mit ihren Vor- und Nachteilen sowie eventuellen juristischen Fallstricken erläutert. Völlig vernachlässigt dagegen werden leider im Buch die Vereinigungen von Bücherfreunden, der Gedankenaustausch und die bibliophilen Zusammenkünfte, die für viele Sammler ihre Passion erst abrunden. Offensichtlich entspricht dieser Aspekt des Sammelns nicht der Intention des Autors. Ich hätte mir im Handbuch einen deutlichen Hinweis oder eine Übersicht über diese Vereinigungen gewünscht. Zumindest hätte sich eine Linkliste angeboten – gerade, um einem „jungen Sammler“ den Weg zu Gleichgesinnten aufzuzeigen. So wird der bibliophil Interessierte nicht durch das Handbuch, sondern erst durch die im Buch angeregten Recherchemöglichkeiten im World Wide Web auf diese Gesellschaften aufmerksam werden.
__ Das Buch hat eine seinem Inhalt entsprechende solide Aufmachung: einen stabilen, glatten Pappeinband und (es gibt sie noch!) Fadenheftung. Beigelegt ist dem Buch eine CD, die neben nützlichen Links auch die Demonstrationsversion der von Liebig entwickelten Sammlersoftware PALplus enthält. Viele Bücherfreunde kennen und nutzen diese Software zum Katalogisieren der eigenen Bibliothek. Sie wir auch im Textteil vorgestellt. Bedauerlicherweise ist die CD innen auf dem hinteren Deckel eingeklebt, so daß das Vorsatzpapier bei der Entnahme leicht beschädigt werden kann. Diese CD erhebt leider nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und eine Aufzählung von gerade mal drei (!) Bibliophilengesellschaften und sage und schreibe acht (!) Antiquariaten in Deutschland und in der Schweiz ist nicht nur unvollständig, sondern letztlich überflüssig. Der Autor verweist darauf, daß die Links „nach einer ganz persönlichen, individuellen Auswahl“ aufgenommen wurden. Sehr zu begrüßen ist dagegen, daß sich auf der CD alle wichtigen Recherchemöglichkeiten, wie Links zu Bibliographien und Katalogen wiederfinden, sowie ein nützliches „ergänzbares Wörterbuch“ mit gebräuchlichen Abkürzungen, welches man beim Suchen auf dem Rechner im Hintergrund laufen lassen kann.

Abel Doering
(Vorabdruck aus MARGINALIEN 193 / 1, 2009)

Fr, 21.11.2008

Holger Koch - Stille Post und zurück

Buchpremiere des ersten Bandes der neuen KB-Reihe und Ausstellung

Beide Autoren - Elmar Schenkel (Text) und Holger Koch (Bild) - werden den Band Stille Post und zurück am 30. November 2008, 14:00 Uhr in einer Signierstunde im Kunsthaus Müller vorstellen. Eine Vorzugsausgabe in 100 Exempkaren enthält einen datierten und signierten Steindruck. Die Ausstellung mit Arbeiten von Holger Koch ist vom 21. November 2008 bis zum 17. Januar 2009 zu sehen.

Stille Post und zurück
Verlag Bärbel Müller
1. Auflage
ISBN 973-3-9808809-1-6
56 Seiten, 22 farbige Abb.
Fadenheftung
Preis 29,90 €
Vorzugsausgabe 69,90 €


è
Kunsthaus Müller
Galerie für zeitgenössische Kunst
Markt 6
07343 Wurzbach/Thüringen
*
Verlag Bärbel Müller

Die Flucht des Sisyphos

Unser Mitglied Peter Arlt stellt am 3. Dezember 2008 anläßlich der Eröffnug der Ausstellung seiner Sammlung "Zwischen Schwelgen und Schindung - Grafik zu antiken Mythen" im Literaturmuseum "Theodor Storm", Heilbad Heiligenstadt sein neuestes Buch vor:

Die Flucht des Sisyphos
Griechischer Mythos und Kunst - Eine europäische
Bildtradition, ihre Aktualität in der DDR und heute

Was sind die Urbilder des modernen Menschen? Sind es Prometheus oder Odysseus, die ihr Schicksal selbst, unabhängig vom Willen der Götter oder jenen, die sich dafür halten, bestimmen wollen? Ist es der selbstsüchtige Ich-Orientierte, der in sich selbst verliebte Narziss? Oder die Leidensfigur Marsyas, dem das Fell abgezogen wird? Könnten es Daidalos, der in sicherer Höhe fliegt, oder sein kühn auffliegender, doch abstürzender Sohn Ikaros sein? Vielleicht aber ist es Sisyphos, der sich vergeblich gequält hat und dessen Stein wieder einmal zu Tale gerollt ist? Hilft die Flucht?
Wie griechiche Mythen eine sich ständig erneuernde europäische Bildtradition prägen, kann in diesem Buch im Wandel der Kunst verfolgt werden. Mythosrezeption wird in den vergangenen historischen Epochen bis ins 20. Jahrhundert als Kriterium für Zäsuren begründet. Damit wird erklärlich, welche Aktualität die Mythen in der Kunst der Vergangenheit, in der DDR und heute gewannen und damit immer noch bemerkenswerte Antworten auf aktuelle Fragen bereit halten. Als ein Sternenfeld der Bildphantasie und Deutungsmuster für Erfahrungen zwischen Schwelgen und Schindung bleiben mythologische Gestalten für die Menschen auf ihrem Weg durch die Zeiten verläßliche Begleiter. (aus dem Umschlagtext)

Das Buch erscheint im
Kunstverlag Gotha
Gutenbergstraße 3
99869 Wechmar

Bestellungen über den Buchhandel oder (für schnellere Lieferung sofort nach Fertigstellung) direkt beim Verlag, Preis 33 €