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Werner Klemke

Pirckheimer-Blog

Werner Klemke

Di, 12.07.2011

Schutzumschläge der Nachkriegszeit


Eine kleine Tafelausstellung mit kommentierten Reproduktionen von Schutzumschlägen von 1945 bis 1956 aus der SBZ und der frühen DDR ist zur Zeit in Berlin zu sehen. Der Publizist Dr. Erhard Weinholz hat aus einem großen Materialfundus eine Auswahl getroffen, die charakteristische Beispiele für die ästhetische Bewältigung der Nachkriegsjahre von Heinz Reins "Finale Berlin" bis zu Ehrenburgs "Tauwetter" zeigt. In Gruppen wie Aufbau in Stadt und Land, Reportagen, chinesische und mongolische Literatur oder Kinderbücher geordnet, erhält der Betrachter einen Eindruck von der äußeren Gestaltung der Literaturproduktion dieser Jahre. Mit Namen wie Klaus Wittkugel, Gerhard Goßmann, Paul Rosié oder Werner Klemke sind daran bis heute unvergessene Künstler beteiligt. In der vom Verein Pro Kiez Bötzowviertel ehrenamtlich betreuten Kurt-Tucholsky-Bibliothek in Prenzlauer Berg, sind die Tafeln zu den Öffnungszeiten der Bibliothek zugänglich.
(Konrad Hawlitzki)

Ausstellung: 4. Juni bis vorauss. Ende September 2011

Kurt-Tucholsky-Bibliothek
Esmarchstr. 18
10407 Berlin


1 Kommentar:
Eine kleine Ausstellung, fürwahr! Zu wünschen bleibt eine größere Exposition aus dem vorhandenen Bestand. (Abel Doering)

Fr, 20.05.2011

Werner Klemke (1917-1994)

Bildschöpfer und Buchmagier

Der Berliner Buchkünstler und Grafiker WERNER KLEMKE schuf in nahezu 50 Jahren ein Werk von beeindruckender Fülle. Zahllos seine Lithografien und Holzstiche, Buchgestaltungen und -illustrationen, Plakatentwürfe und weitere gebrauchsgrafische Erzeugnisse. Unter den Illustratoren der DDR war er gleichermaßen künstlerisch herausragend wie auch der wohl produktivste und bekannteste – seine Grimmschen Märchen oder der MAGAZIN-Kater wohl jedem Bürger vom Thüringer Wald bis zur Ostsee geläufig. Auch international wurden seine Arbeiten bekannt und gewürdigt – erschienen seine Bücher in zahlreichen Übersetzungen und vielen Auflagen.

Diese Ausstellung gibt in kleiner Auswahl aus der Sammlung unseres Mitglieds Matthias Haberzettl einen Überblick über die gesamte Breite seines Schaffens, das „nach Zahl und Art einem Meere“ gleicht – so Horst Kunze, langjähriger Direktor der Berliner Staatsbibliothek und Freund und Bibliograph Klemkes.
Die Ausstellung kommt auf Anregung von, und in Zusammenarbeit mit dem Galeristen Volkmar Däberitz zustande, in dessen "Keller-Galerie" in Bergisch Gladbach 1991 die erste Personalausstellung Klemkes in der "alten" Bundesrepublik stattfand.

Eröffnung: 31. Mai um 12 Uhr
Einleitung: Matthias Haberzettl, Augsburg
Ausstellung: 31. Mai bis 14. Juni 2011

STIFTUNG ZANDERS
- Papiergeschichtliche Sammlung -
im Kulturhaus Zanders
Hauptstrasse 267
51465 Bergisch Gladbach
Tel. 0 22 02-3 19 74

Do, 25.11.2010

Kinderwelten

55. internationale Kinderbuchausstellung

Wir haben gerufen und viele sind dem Ruf gefolgt. 58 Verlage haben insgesamt 542 Kinderbücher zur Ausstellung eingesandt. Das größere Kontingent von über 300 Büchern kommt aus Deutschland, sowie Österreich und der Schweiz. Weitere gut 200 sind aus Frankreich, Italien, Ungarn, Norwegen, Japan, Marokko, Türkei und dem Iran.
Aus dem Iranischen Verlag SHABAVIZ PUBLISHING COMPANY wurden 50 zauberhaft illustrierte Kinderbücher ins Museum gesandt und sind dort in einer Sonderschau im Kabinett zu sehen. Alle Bücher liegen nochmals auf dem Lesetisch aus; die iranischen Mitbürger sind herzlich eingeladen, hier zu schmökern.
Insgesamt sind sieben neue Verlage an der Ausstellung beteiligt.



Weiterhin zu sehen: Märchenillustrationen zu Andersen, Grimm und anderen. Eine Besonderheit hierbei die Illustrationen von Gerhard Oberländer und Werner Klemke; dazu die bezaubernden Unikatbücher von Marianne Vogel. Neu bearbeitet von Christine Nöstlinger illustriert von Antonio Saura, Pinocchio, aus dem Hatje Cantz Verlag, als Pendant hierzu, Pinocchio in luxemburgisch illustriert von Anne und Pit Weyer.


Der Saal ist ganz den Büchern der vielen Verlage gewidmet. Hier tummeln sich Tiere, Monster, Pop-up-Bücher, zu sehen ist Fröhliches, Skurriles und Trauriges. Die Lesetische sind gut bestückt und laden zum Verweilen ein.
An der Wand unter Glasrahmen, zwei neue, noch nicht veröffentlichte Bücher: Pantopetel (graphische Arbeit) von Helene Deutsch, HfG Offenbach, und ein illustriertes Märchenbuch „Paula will fliegen“ von annira.

Ausstellung vom 26. November 2010 bis 13. Februar 2011

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Di, 11.05.2010

Die Verlegerin

„Ein gutes Buch ist immer illustriert"


„Zu einem guten Buch gehört für mich immer, dass es illustriert ist", sagt Marita Hoffmann. Deswegen empfiehlt die Geschäftsführerin des in Oggersheim ansässigen Llux-Verlags und Vorsitzende und Mitbegründerin des Vereins „Initiative Buchkultur: Das Buch" nicht nur einen Klassiker, sondern eine besondere Ausgabe davon: das von Giovanni Boccaccio in der Mitte des 14. Jahrhunderts verfasste „Decamerone", gestaltet in den 50er Jahren von dem in der DDR lebenden und 1994 verstorbenen Grafiker und Hochschulprofessor Werner Klemke. „Es ist ein Gesamtkunstwerk", schwärmt Hoffmann, „er hat sogar die Schriften gestaltet und als Illustrationen Holzstiche angefertigt." Für das Werk habe Klemke sogar die Ehrenbürgerschaft von Baccaccios Geburtsort Certaldo bekommen. „Ich kenne das Buch schon länger, besitze es aber erst seit einem Jahr", sagt Hoffmann. Es werde in dieser Form zwar nicht mehr verlegt, sei aber, „wenn man ein bisschen stöbert", in Antiquariaten oder im Internet zu bekommen, sagt die 45-Jährige.
Neben den Illustrationen begeistert sie auch Boccaccios Ursprungsidee immer wieder: von zehn jungen Leuten zu berichten, die sich zum Zeitvertreib Geschichten erzählen, lustige, schöne und traurige. „Ich liebe die italienische Literatur", sagt Marita Hoffmann, „auch die moderne."
(heß)
Quelle/© : „Die Rheinpfalz" aus Ludwigshafen, 23.4.2010

Kommentar:
Es versteht sich von selbst, daß ich nicht nur ein "Lieblingsbuch" habe, eher noch gar keins, wenn man's genau nimmt. Daß ich am "liebsten" Grammatikbücher, egal welcher Sprache, lese, wollte die Redakteurin als Empfehlung nicht gelten lassen. So habe ich die von Werner Klemke illustrierte Decamerone-Ausgabe gewählt. Was in der Zeitung ebenfalls nicht steht, ist der erotische Aspekt eines Teils der Geschichten und die Gesellschaftskritik, die sich - gerade aktuell - vorwiegend in dem unsittlichen Verhalten der Mönche und sonstiger geistlicher Würdenträger äußert. Wer sich die Illustrationen gerne einmal anschauen möchte, findet eine Sammlung davon hier.
(Marita Hoffmann)

So, 27.12.2009

Neujahrsgruss

Aus Augsburg erreichte mich von unserm Klemke-Sammler ein lieber Neujahrsgruß, den ich, stellvertretend auch als Dank für alle anderen Neujahrswünsche, gern an alle Pirckheimer-Freunde weitergebe:

... ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2010


è ein Neujahrsgruß von Matthias Gubig
è ein Neujahrsgruß von Harald Kretzschmar
è ein Neujahrsgruß von Michael Duske

Fr, 23.10.2009

90 Jahre Verlag Karl Quarch (1919-2009)

Die kleinen und großen Mappen des Verlags Karl Quarch sind vielen Pirckheimer-Freunden, speziell natürlich den Graphiksammlern, wohl bekannt.
Zahlreiche renommierte Künstler waren von Ende der 60er bis Anfang der 90er Jahre für den Leipziger Privatverlag tätig, unter ihnen Karl-Georg Hirsch, Werner Klemke, Gerhard Kurt Müller, Werner Wittig und Hans-Joachim Behrendt.
Insgesamt publizierte der Verlag in 25 Jahren der Graphikproduktion fünf „große“ in Leinen gebundene Kassetten sowie weit über sechzig „kleinere“ (aber deswegen nicht weniger schöne) Mappen und Einzelblätter.
Im Frühjahr 2009 übergab Ingeborg Karich, Karl Quarchs Lebensgefährtin und jahrzehntelang die „rechte Hand“ im Verlag, der Universitätsbibliothek Leipzig Archivexemplare aller Graphikproduktionen. Somit ist sichergestellt, dass das „Erbe“ von Karl Quarch an seinem Geburtsort komplett für Interessierte und wissenschaftliche Bearbeitung zur Verfügung steht. Anlässlich dieser Schenkung zeigt die Universitätsbibliothek Leipzig eine Auswahl der Künstlergraphik in den Räumen des Albertinums in der Beethovenstraße 6. Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 5. November eröffnet, und läuft noch bis Anfang Januar 2010.

(Matthias Haberzettl)

Fr, 02.10.2009

Kinderfilmplakate der DDR

Warum nur sollte sich ein bibliophiler Mensch für Filmplakate interessieren, bewerben diese doch ein Medium, das dem Buchfreund so ganz fremd zu sein scheint? Doch schaut man bei alten Plakaten genauer hin, so entdeckt man dort oft Namen, die auch bei Liebhabern und Sammlern von illustrierten Büchern einen guten Klang haben, wie Werner Klemke, Paul Rosié oder Hans Baltzer. Ähnlich den bibliophilen Kostbarkeiten sind sie selten, wurden meist zerstört durch Aushang oder vernichtet, sobald der Film abgelaufen war. Gründe genug also auch für einen Bibliophilen, zu schauen, zu stöbern und zu sammeln.
Es begann mit einem Plakat von Werner Klemke, Der Zauberer aus der Flasche von 1957, ein größerer Posten DIN A 4 Plakate folgte, ein emsiger Händler aus Berlin sorgte für Nachschub und ließ den Bestand auf zirka 600 Stück anwachsen. Erste Kontakte zu Plakatsammlern ergaben sich, man tauschte Plakate und Geschichten von zerstörerischen Wasserrohrbrüchen und legendären Sammlungen aus, und manchmal wechselte auch ein besonders schönes Exemplar für einen Geldschein den Besitzer. Ein Sammler, Heinrich Kumfert aus Chemnitz, ließ sich überreden, mir einige sehr schöne Kinderfilmplakate zu überlassen. Diese bilden nun den Kern einer kleinen Ausstellung in der Galerie der Kinderklinik Freiburg, Mathildenstraße 1, 79106 Freiburg i. Br. 20 Plakate im Format DIN A 2, darunter 13 von Werner Klemke, vier von Paul Rosié und drei von Kurt Geffers, ergänzt um einige Plakate in DIN A 4 von Hans Baltzer und anderen, erfreuen nun vom 16. Oktober bis 30. Dezember 2009 die Patienten, Besucher und das Personal.
(* Peter Nöllke)

Galerie in der Universitätskinderklinik Freiburg
Mathildenstr. 1
79106 Freiburg

è weitere Bilder

Mi, 02.09.2009

Hans Ticha

Aus Anlass des 20. Jahrestages des Endes der DDR präsentiert die Büchergilde Gutenberg nacheinander Hans Tichas gemalte Kritik an beiden deutschen Gesellschaftssystemen. Ticha, der sicher als Buchillustrator und Graphiker bekannter ist, kann in der Doppelausstellung auch als formidabler Maler erlebt werden.
Hans Ticha, 1940 geboren in Tetschen-Bodenbach, studierte an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee u.a. bei Kurt Robbel und unserem verstorbenen Mitglied Werner Klemke. Bis 1989 lebte er als freischaffender Künstler und Illustrator in der Hauptstadt der DDR, seit 1990 in der Nähe von Frankfurt/Main.
Seit 1990 gelten seine skeptischen Bildprotokolle nun nicht mehr nur dem Pathos der Staatsführung und dem angepassten Leben in der DDR, sondern der Alltagskultur des ganzen Deutschland. Vermutlich wegen dieser treffenden Ironie Tichas und seiner gemalter Skepsis gegeüber dem goldenen Kalb gibt es auch heute trotz der hohen Wertschätzung vieler Sammler für diesen Künstler wenig Galerie-Interesse.
Hans Ticha - Bilder aus der DDR 11. 9. - 30. 9.2009
Hans Ticha - Bilder aus der BRD 2.10. - 24.11.2009


Hans Ticha und der Kurator der Ausstellung Wolfgang Grätz (Frankfurter Verlagsbuchhandlung der Büchergilde Gutenberg) sind zu den Ausstellungseröffnungen anwesend.

è Galerie Heike Arndt DK
Voigtstr.12
10247 Berlin-Friedrichshain
Tel. 030 / 48 62 41 52
siehe auch: è Vorzugsausgabe Brecht/Ticha