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Werner Klemke

Pirckheimer-Blog

Werner Klemke

So, 16.08.2015

"Treffpunkt Erasmus" auf Facebook

Heute entdeckte einer der Administratoren der Facebook-Seite "Treffpunkt Erasmus" ein weiteres Bild der mobilen Klemke-Ausstellung im KulturWagen der Brotfabrik und postete es auf Facebook. Die Ausstellung stand (das war allerdings schon im Juni) in Karow auf der Piazza. Der Wagen ist derzeit, noch bis zum 31. August, am Berliner Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg zu finden.
Weit interessanter ist allerdings, dass auf Facebook seit heute auch eine aktualisierte Liste der Kinos zur Verfügung gestellt wird, die den Film über Werner Klemke als Wehrmachtsangehöriger in den besetzten Niederlanden zeigen - zu erreichen durch Klick auf die Abbildung.
Die Regisseurin von "Treffpunkt Erasmus", Annet Betsalel, wird Ende August eine kleine Rundreise durch Berlin/Brandenburg und Sachsen unternehmen, und bei den folgenden vier Vorstellungen anwesend sein:
am Donnerstag, den 27.08.2015 um 20:00 Uhr im Kino Toni in Berlin;
am Freitag, den 28.08.2015 um 16:45 Uhr im Thalia in Potsdam;
am Samstag, den 29.08.2015 um 20:00 Uhr in den Passage Kinos in Leipzig und
am Sonntag, den 30.08.2015 um 17:00 Uhr im Kino in der Fabrik in Dresden.

So, 26.07.2015

"Treffpunkt Erasmus" - alle Orte, alle Termine

Eine gute Nachricht für Alle, die die Filmpremiere in Mai versäumen mussten (aber natürlich ebenso für Alle, die sich den Film gern ein zweites Mal ansehen möchten):
Ende August wird "Treffpunkt Erasmus" in (bisher) 49 Kinos in den neuen Bundesländern zur Aufführung gebracht - von "A" wie Altenberg bis "Z" wie Zella-Mehlis ... unter anderem in Berlin, Dresden, Erfurt, Leipzig und Magdeburg.
Wir wünschen uns wieder einen ebenso regen Zuspruch wie bei den Aufführungen im Babylon Berlin Mitte und im Capitol Königs Wusterhausen - der Film hat einen zahlreichen Besuch allemal verdient.
(Matthias Haberzettl)
Orte A - F
Orte G - Z und zweite Woche
"Treffpunkt Erasmus" ist eine ergreifende Doku über Mut und Menschlichkeit.
(Claudia Palma, Märkische Allgemeine vom 6.5.2015)

Di, 26.05.2015

Ein Klemke-Tag in Berlin

Annet Betsalel durchforschte die 2011 wieder entdeckten Archivalien der Jüdischen Gemeinde ihrer Heimatstadt Bussum, einem Ort etwa 20 Kilometer östlich von Amsterdam. Darin fand sie Hinweise auf die Beteiligung zweier deutscher Wehrmachtsoldaten bei der Rettung verfolgter Juden. Dies faszinierte sie und sie wollte mehr über diese beiden Deutschen herausfinden. Der eine, Johannes Gerhardt, war im Oktober 1944 gefallen. Der Andere, Werner Klemke, war ein international erfolgreicher Buchillustrator und Künstler in der DDR gewesen. Über ihn konnte sie mehr erfahren. Ihr Ziel einen dokumentarischen Film über ihn und seine Zeit in den Niederlanden zu erstellen, beschäftigte sie mehrere Jahre. Dabei mußte sie nicht nur kritische Bemerkungen aus der jüdischen Gemeinde, sondern auch finanzielle und räumliche Probleme überwinden. Für Annet Betsalel war das Handeln der beiden Wehrmachtsoldaten ein Beweis für das Gute im Menschen.
Die Premiere des Filmes fand am 18. Mai 2015 im Rahmen des jüdischen Filmfestivals im Kino Babylon am Rosa Luxemburg Platz statt. Gleichzeitig, aber unabhängig von diesem Ereignis, stellte die „Brotfabrik Berlin“ in einem Bauwagen eine kleine Klemke-Ausstellung zusammen, kuratiert von Dr. Dirk Moldt. Mit der Ausstellung soll für die Idee einer Benennung eines noch „unbenannten“ Teiles des Antonplatzes im Stadtteil Weißensee mit dem Namen „Werner Klemke“ geworben werden. Die Ausstellung soll an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt werden. Letztlich dürfte eine Benennung noch Jahre voller Diskussion und Werbung erfordern, da in Berlin ein Stadtratsbeschluß existiert, wonach zunächst Plätze und Straßen nach Frauen benannt werden sollen, da diese unterrepräsentiert seien.
Vor dem Bauwagen traf ich Juan Morales Calvo und Hans Beukers, Bruder von Annet Betsalel, die wie ich die Ausstellung anschauen wollten. Leider oder Gott sei Dank, war sie noch geschlossen und die Öffnungszeiten nicht ausgewiesen. So kamen wir ins Gespräch. Der Name Haberzettl fiel und nun gab es weiteren Gesprächsstoff. Es stellte sich heraus, daß die Ausstellung erst um 13.00 Uhr geöffnet wurde und zu dieser Zeit auch Matthias Haberzettl kommen wollte. So bot Juan eine Klemke-Führung an. Wir suchten das Wohnhaus in der Tassostraße auf. Dort begrüßte uns im Hinterhof Christine, eine Tochter von Werner Klemke. Sie führt dort eine kleine Zeichenschule, ohne deren Existenz wohl die Bedeutung dieses Ortes als Schaffensort von Werner Klemke verloren gegangen wäre. Nach einer gemeinsamen Kaffeepause trafen wir wieder am Antonplatz ein und schauten uns die Ausstellung an. Hierzu warb neben den gut gestalteten Flyern auch ein Ausstellungsplakat mit dem Hirsch Heinrich. Die Premiere des Filmes fand um 20.00 Uhr statt.
Als Werbemittel waren mit gleichem Motiv zwei Plakate, eines in DIN A1-Format und eines in DIN A3-Format, gestaltet von Marita Hoffmann, sowie ein Flyer erstellt worden. Zusätzlich ein vierseitiges Informationsblatt auf Hochglanzpapier mit Informationen zum Film sowie verschiedenen Abbildungen. Der Kinosaal verfügt über mehr als 400 Plätze. Für Familienangehörige der im Film dargestellten Personen, die aus Israel, den Niederlanden und Deutschland angereist waren sowie Pirckheimer, die mit ihren Spenden die Erstellung des Filmes unterstützt hatten, waren bereits über 140 Plätze reserviert. Mit großer Spannung wurde verfolgt, wie der Saal sich füllte. Am Ende war er nahezu vollbesetzt. Die Begrüßung erfolgte durch die Festivalleiterin Frau Nicola Galliner. Sie begrüßte neben den Familienangehörigen u. a. Gregor Gysi und Vertreter der Botschaft der Niederlande, an ihrer Spitze Botschaftsrätin Monique Ruhe. Diese sprach ein längeres Grußwort, an das sich ein paar persönliche Worte von Annet Betsalel anschlossen.
Der Film begeisterte nicht nur Freunde des Künstlers. Er zeigte viele neue Facetten aus dem Leben von Klemke, seinen gefährlichen Einsatz für die Rettung von Verfolgten. Er zeigte aber auch, wie in dem kleinen Ort Bussum durch den Einsatz Vieler, über 50% der jüdischen Gemeindemitglieder gerettet werden konnten. Der Film verschwieg aber auch nicht die Verstrickung Einzelner in das Unrechtssystem. Letztlich ist es ein Film für die Menschlichkeit gegen Vorurteile und der Verantwortung des Einzelnen für sein eigenes Handeln.
Das Publikum war begeistert. Eine Frage eines etwa 12jährigen Jungen zeigte, daß er den Film bis zum Schluß aufmerksam verfolgt hatte, brachte aber die Zuhörer zum Schmunzeln. „Hat Michael Ballak bei dem Film mitgewirkt?“ Annet Betsalel nahm es mit Humor „Nein, es war ein Kameramann mit demselben Namen.“ Der Abend fand seinen gemütlichen Ausklang im „Grünen Salon“ der naheliegenden Volksbühne. Der Raum war mit Plakaten von Werner Klemke geschmückt, die Matthias Haberzettl zu Verfügung gestellt hatte. Hier hielt für die Pirckheimer-Gesellschaft deren Vorstandsmitglied, der Grafiker Prof. Dr. Roland Berger, eine Dankesrede und überreichte Annet Betsalel einen weiteren Scheck über Spenden der Gesellschaft und ihrer Mitglieder, die nicht nur über die Höhe des Betrages überrascht war.
Erst spät am frühen Morgen endeten die Gespräche. Es war sicher für alle Anwesenden ein unvergeßlicher Tag.
(Matthias Koloßa)
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Mo, 25.05.2015

Werner Klemke-Ausstellung im Kulturwagen der Brotfabrik

Foto: Juan Morales, Produzent von "Treffpunkt Erasmus"
Zur Zeit ist eine kleine mobile Ausstellung zu Werner Klemke im Kulturwagen vor dem Berliner Kino Toni am Antonplatz zu besichtigen. Am 7. Juni nimmt dieser Kulturwagen am Festumzug der Buchholzer Festtage teil. Anschließend steht er bis zum 17. Juni in Karow, Bucher-/Achillesstr. Weitere Fotos auf Facebook und Informationen zur Ausstellung auf Kulturwagen.

Ausstellung: 18. Mai - 31. Oktober 2015

Berlin-Pankow
(Prenzlauer Berg/Pankow/Weißensee)
an verschiedenen Plätzen

Mi, 20.05.2015

Premiere "Treffpunkt Erasmus"

Bei der Premiere des anlässlich der Jüdischen Filmwoche im Berliner Kino BABYLON vorgeführten Dokumentarfilms "TREFFPUNKT ERASMUS" von Annet Betsalel, der Nachkommin einer Holocaust-Überlebenden, über die Widerstandsarbeit des Grafikers, Illustrator und Gründungsmitglieds der Pirckheimer-Gesellschaft Werner Klemke als Soldat im besetzten Holland, fanden sich auch viele Pirckheimer ein.
Weitere Fotos im Facebook-Album des Pirckheimers Ralf Parkner.
Annet Betsalel | Klaus Höpcke
Christel und Roland Berger | Harald Kretzschmar
Ralf Parkner | Ronald Paris, Matthias Gubig
Matthias Haberzettl
Fotos: Ralf und Dagmar Parkner

So, 17.05.2015

Treffpunkt Erasmus

Liebe Pirckheimer-Freunde,

an dieser Stelle wurde ja schon der Öfteren über das Dokumentarfilm-Projekt "Treffpunkt Erasmus - die Kriegsjahre Werner Klemkes" berichtet. Viele von Ihnen haben auch mit ihren Spenden zur Verwirklichung beigetragen - dafür noch einmal unseren herzlichsten Dank.
Nun ist es endlich so weit: die Uraufführung findet im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg am kommenden Montag, 18.5.2015 um 20 Uhr im Kino Babylon in Berlin-Mitte, Rosa-Luxemburg-Str. 30, statt.
Eine weitere Aufführung dann am Folgetag, 19.5., um 17 Uhr im Capitol in Königs Wusterhausen.
Details zu Kartenbestellungen (direkt beim jeweiligen Kino) finden Sie hier.
Wir freuen uns, Sie zahlreich begrüßen zu können.

Viele Grüße,
Matthias Haberzettl

Mo, 27.04.2015

Trailer "Treffpunkt Erasmus"



... weitere Informationen hier.

Di, 21.04.2015

Filmpremiere "Treffpunkt Erasmus"

Des Öfteren schon wurde an dieser Stelle über das Dokumentarfilm-Projekt „Treffpunkt Erasmus“ berichtet, das die Kriegsjahre unseres Gründungsmitglieds Werner Klemke, von 1942-1945 in Holland stationiert, zum Thema hat: Das erste Mal am 29. Mai 2013; und zuletzt am 13. März d.J. mit einem Bericht von Ralph Aepler über eine Teil-Aufführung im Mannheim.
Aber – was lange währt … wie das Volk so sagt: Nunmehr ist das Datum der Premiere offiziell – am Montag, den 18. Mai 2015, um 20:00 Uhr im Kino „Babylon“, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin. Die Uraufführung findet im Rahmen des Jüdischen Film-Festivals Berlin & Potsdam statt. Weitere Informationen dazu hier. Wie dort auch vermerkt, können Karten direkt beim Kino „Babylon“ bestellt werden (Tel. 0 30-24 25 969).
Wir laden Sie alle herzlich zum Besuch ein. Die Regisseurin, Annet Betsalel, und der Produzent, Juan Morales Calvo, sowie Kinder und Enkel Werner Klemkes werden anwesend sein; auch einige seiner Freunde, Schüler und Weggefährten werden erwartet.
Übrigens: was es mit dem Monopoly-Spiel auf sich hat, werden die Besucher im Film erfahren!
Am selben Tag (Montag, 18.5.2015) eröffnet auch eine Klemke-Ausstellung im Kunst- und Kulturzentrum „Brotfabrik“ in Berlin-Weißensee, Caligariplatz 1, 13086 Berlin – Details hierzu werden nachgereicht. So ist die Gelegenheit gegeben, diesen Tag zu einem ganzheitlichen Klemke-Event zu machen.
Aber der Film spricht nicht nur die Freunde dieses großen Berliners und seines Werkes an, sondern zeigt weit darüber hinaus den mutigen Widerstand zweier deutscher Wehrmachtssoldaten gegen die menschenverachtende Nazi-Herrschaft, und ihren Einsatz zur Rettung von Menschenleben.
Für alle aber, die am 18. Mai partout keine Zeit für’s „Babylon“ haben: Eine weitere Aufführung ist auf der Festival-Homepage noch für den folgenden Tag angekündigt: Dienstag, den 19. Mai 2015, um 17:00 Uhr im „Capitol – Das Kulturkino“, Bahnhofstr. 16, 15711 Königs Wusterhausen (Tel. 0 33 - 75 46 97 77).
Noch eine anschließende Bitte: beim Festival wird ein „Publikums-Regiepreis“ in Höhe von € 2.000 verliehen. Die Abstimmung wird wohl über Stimmzettel direkt im Kino erfolgen. Bitte denken Sie daran, Ihre Stimme für „Treffpunkt Erasmus“ abzugeben – diesen Zuschuss könnten wir gut gebrauchen. Denn die Finanzierung ist immer noch nicht vollständig abgedeckt; deshalb möchten wir Sie an dieser Stelle auch noch einmal um Spenden bitten. Vielen Dank!
(Matthias Haberzettl)

Spendenkonto: Pirckheimer-Gesell. e.V.
IBAN DE28100100100649814106
Verwendungszweck: Treffpunkt Erasmus

Sa, 14.03.2015

Filmpräsentation ›Treffpunkt Erasmus‹

„Ich habe nur das getan, was jeder hätte tun sollen, der ein Gewissen hat“
Werner Klemke
… und er hat diese Geschichte niemanden erzählt!
Aber am Dienstag erzählten Annet Betsalel aus Bussum (20 km östlich von Amsterdam) und Matthias Haberzettl aus Augsburg uns diese Geschichte.
Zu Gast im Rahmen unserer Reihe „Buch, Kultur und Gesellschaft“ im Schillerhaus in Mannheim konnten unsere Gäste einen ersten Blick auf das Ergebnis der Recherche und der dokumentarischen Filmarbeit im Rahmen des Projektes „Treffpunkt Erasmus“ werfen.
Wir sind stolz darauf, dass wir weltweit als erste eine Präsentation des Filmes in Ausschnitten unserem Publikum präsentieren konnten. Gespickt mit Anekdoten führte Matthias Haberzettl in das umfangreiche Werk von Werner Klemke ein. Es gelang ihm dabei, neue Facetten über Klemke vorzustellen, was bei der Bekanntheit von Klemke schon erstaunlich ist!!! Es lohnt sich immer, Vortragende zu haben, die „Ihr Thema“ durchdrungen haben.

Annet Betsalel gelang es, durch das Zeigen von Filmausschnitten und dem Bericht über die Entstehungsgeschichte alle Anwesenden emotional zu berühren. Ich verspreche den Lesern des Blog’s, der Film ist ein Stück Zeitgeschichte, das man nicht verpassen darf! 

Die Weltpremiere des Filmes findet am 18. Mai 2015 in Berlin im Babylon statt. Wie ich finde ein Muss für jeden Pirckheimer und Klemke Freund. Ich habe schon zwei Karten bei Matthias Haberzettl reserviert.

Ich möchte auch Ihre Neugier wecken und verweise aus diesem Grund auf die beigefügte Information

Doch das Wichtigste zum Schluss: Die Pirckheimer Gesellschaft unterstützt dieses Projekt. Bitte spenden auch Sie, was Sie können, jeder Euro zählt- helfen Sie mit, Werner Klemke ein würdiges und gutausgeleuchtetes Denkmal zu setzen. Ich finde, er hat es verdient!

Spendenkonto: Pirckheimer-Gesell. e.V.
IBAN DE28100100100649814106
Verwendungszweck: Treffpunkt Erasmus


(Dr. Ralph Aepler)

Mi, 28.01.2015

Klemke und Prüssen

Gemeinsam mit der traditionellen Klemke-Jahresgabe erschien zum abgelaufenen Jahreswechel etwas Neues vom Augsburger Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Matthias Haberzettl: eine Eduard-Prüssen-Jahresgabe.
Dieses Heft soll Auftakt sein, seine jährlichen, seit 2002 erscheinenden und bei vielen Bibliophilen hoch geschätzten Betrachtungen zu Werner Klemke um einen weiteren Meister der Illustration zu ergänzen und dieser Auftakt war erfolgreich. Es gelang Matthias Haberzettl, vier bislang unveröffentlichte Illustrationen, die ursprünglich für eine Ausgabe des Bertelsmann-Verlages gedacht waren, mit den dazugehörigen, im Text leicht gekürzten Satiren von Kishon zu veröffentlichen.
Eine Brücke zur Klemke-Jahresgabe, die auch in diesem Jahr wieder erschien, diesmal zu Widmungsexemplaren unter dem Titel "Auch am Rande des Weges wachsen schöner Blumen", ist ein eingedrucktes, für Matthias Haberzettl von Eduard Prüssen geschaffenes Exlibris mit einem Linolschnitt mit Klemke-Motiven.

Fr, 02.01.2015

Do, 01.01.2015

Buch, Kultur & Gesellschaft

Unter diesem Titel wird die Initiative Buchkultur in unregelmäßiger Folge attraktive Persönlichkeiten zu Wort kommen lassen, deren Leben sich meist in mehreren verschiedenen Gesellschaftsformen abgespielt hat und auf die eine oder andere Weise eng mit Büchern verbunden ist. Wir freuen uns sehr, daß wir als Veranstaltungsort das ›Museum Schillerhaus‹ in Mannheim und mithin die Reiss-Engelhorn-Museen als Kooperationspartner gewinnen konnten. Besonderer Dank gebührt in diesem Zusammenhang Liselotte Homering für ihren vergangenen und zukünftigen Einsatz. Auch die bibliophile Pirckheimer-Gesellschaft konnten wir als Kooperationspartner gewinnen, worüber wir nicht minder erfreut sind.

27. Januar 2015 (Achtung: Terminänderung!)
Elmar Faber: ›Verloren im Paradies – Ein Leben zwischen den Untergängen‹
Mit Elmar Faber (Leipzig) begrüßen wir eine ganz große Verlegerpersönlichkeit: Von den Trümmern Weimars über den Zusammenbruch 1945 und das Ende der DDR erstrecken sich seine Erinnerungen. Vom Lektor und Verlagsassistent am Bibliographischen Institut Leipzig führte ihn sein Weg an die Spitze mehrerer großer Verlagshäuser wie die Edition Leipzig, den Aufbau-Verlag und Rütten & Loening. Sein Engagement galt den Autoren der DDR – die meisten kannte er persönlich, viele verlegte er selbst bis vor wenigen Jahren, darunter Christoph Hein, Christa Wolf, Erwin Strittmatter, Wolfgang Hilbig und Heiner Müller. 1990 gründete er mit Michael Faber den Verlag Faber & Faber, dessen bibliophile Kunstwerke längst schon kein Geheimtipp mehr sind. Die Graphischen Bücher, die DDR-Bibliothek und die Sisyphos-Presse stehen – vielfach ausgezeichnet – für die Liebe zum Buch und zur Literatur.
10. März 2015
Matthias Haberzettl & Annet Betsalel: Filmpräsentation ›Treffpunkt Erasmus. Die Kriegsjahre von Werner Klemke
Der Klemke-Sammler Matthias Haberzettl (Augsburg) und die Regisseurin Annet Betsalel
 (Niederlande) stellen ihr Dokumentarfilm-Projekt vor. Nach Jahrzehnten in einem Versteck wurde 2011 das Archiv der Jüdischen Gemeinde von Bussum bei Amsterdam entdeckt. Die Dokumente umfassen lückenlos einen Zeitraum von 150 Jahren. Sie erzählen die erstaunliche Geschichte der beiden jungen Wehrmachtssoldaten Johannes Gerhardt und Werner Klemke. Mit hohem Risiko retteten sie das Leben der jüdischen Familie van Perlstein, indem sie falsche Papiere anfertigten. Zusammen mit ihnen halfen sie weiterhin, Dutzende von Menschen vor der Deportation zu bewahren. Gerhardt fiel 1944. Klemke kehrte nach Krieg und Internierung nach Berlin zurück, wo er einer der renommiertesten Grafiker und Buchkünstler der DDR und weit darüber hinaus wurde. Der Film erzählt eine Geschichte vom heldenhaften Kampf gegen Ungerechtigkeit, von der großen Liebe zu Büchern und von einer Freundschaft, die ein Leben lang hielt.

21. April 2015 (Achtung: Terminänderung!)
Till Schröder: ›Zwischen Brecht und Bilderbuch. Die vielen Leben des Grafikers Frans Haacken
Der Autor und Verleger Till Schröder (Berlin) berichtet über das vielfältige Schaffen des Grafikers Frans Haacken. Die mehrfach preisgekrönte Monographie von Schröder über Haacken „ist wunderbar gemacht in jeder Hinsicht: Akribisch recherchiert, gut lesbar geschrieben, mit Liebe gesetzt, ordentlich gedruckt – ein Buch, wie Bücher sein sollten, es aber doch in den seltensten Fällen sind.” (Christian Welzbacher, Portal Kunstgeschichte)
Frans Haacken (1911-1979) war ein grafischer Grenzgänger. Er arbeitete für Ost wie West, für Kinderbücher und Hochliteratur, für Avantgarde und Reklame. Er schuf Plakate und Bücher für Bertolt Brecht. Mit Prokofiews ›Peter und der Wolf‹ zeichnete er eines der markantesten Bilderbücher Deutschlands und animierte inmitten der Berlin-Blockade den bis dahin längsten deutschen Zeichenfilm ›Das Spatzenfest‹. Er prägte das Theaterplakat nach 1945, holte Werbefilmpreise in Cannes, entwarf Kirchenglas und machte deutschen Nonsens international bekannt, als seine „turnende Tante” den italienischen Humorpreis von Bordighera errang. Er blieb gerade deshalb der ewige Geheimtipp. Sein Aktionsradius war immens. Bekannt wurde Haacken durch seine Illustrationen für Brechts ›Kalendergeschichten‹ und die ersten Plakate für das Berliner Ensemble. Sein reichhaltiges grafisches und trickfilmisches Werk dagegen geriet aus dem Blickfeld.

30. Juni 2015
Dieter B. Herrmann: ›Astronom in zwei Welten‹
Dieter B. Herrmann (Berlin) interessiert sich bereits in der Grundschule für Astronomie und baut mit Freunden kleine Fernrohre. Aber er spielt auch im Kinderensemble im ›Haus der jungen Pioniere‹ u.a. mit Helga Hahnemann und Thomas Langhoff. Er wird Stammgast in der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Alt-Treptow und veranstaltet schon als 16jähriger eigenständige Führungen. Er studiert Physik an der Humboldt-Universität, wirkt nebenbei wieder als Schauspieler im Studententheater und schreibt monatliche Kolumnen für die Zeitschrift ›Der aktuelle Sternenhimmel‹. Ab 1970 ist er Mitarbeiter der Archenhold-Sternwarte, 1976 wird er ihr Direktor, später auch Gründungsdirektor des Zeiss-Großplanetariums in Berlin-Prenzlauer Berg. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Astronomiegeschichte. Er veröffentlicht über 30 Bücher, unzählige Zeitschriftenartikel und ist 15 Jahre lang Moderator der Fernsehsendung ›AHA‹. Sein wichtigstes Anliegen ist die Verbindung von Wissenschaft und Kultur. Nach der Wende gelingt es ihm durch großen persönlichen Einsatz, Archenhold-Sternwarte und Großplanetarium zu erhalten. Er wird Präsident der Leibniz-Gesellschaft und Vorstandsmitglied der Urania-Gesellschaft Berlin, die das Ziel hat, wissenschaftliche Erkenntnisse einem Laien-Publikum zugänglich zu machen. Seit September 2010 trägt der im Jahre 2000 entdeckte Kleinplanet 103460 den Namen ›Dieterherrmann‹.

14. Juli 2015
Reinhard Klimmt: ›Das Taschenbuch. Die Sammlung Klimmt‹
Reinhard Klimmt (Saarbrücken) war von 1998 bis 1999 Ministerpräsident des Saarlandes und von 1999 bis 2000 Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. Da sein besonderes Interesse der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Frankreich und Lothringen galt, haben wir ihn am französischen Nationalfeiertag, der an den Sturm auf die Bastille erinnert, eingeladen. Seine Büchersammlung ist berühmt. Die Bibliothek des ehemaligen SPD-Politikers erstreckt sich buchstäblich über sein ganzes Haus, darunter eine nahezu vollständige Sammlung der Taschenbücher der jungen Bundesrepublik. Mit dem ›Stabilo-Baukasten‹ war der kleine Reinhard nicht zu beeindrucken. Es mussten Bücher sein. Andere Geschenke akzeptierte er nicht. Was er als Schüler durch Musizieren und Nachhilfestunden verdiente, investierte er zunächst in Taschenbücher. Prägend die rororo-Bände, von der Nummer eins bis zur Nummer 1000. Dazu Fischer, Ullstein, List, Herder, Goldmann und was es noch so gab. So entstand eine beeindruckende und heute nahezu vollständige Paperback-Sammlung der fünfziger und sechziger Jahre. Mit einem Freund will Klimmt einen Katalog aller deutschsprachigen Taschenbuchtitel herausgeben, die zwischen dem 1.Januar 1950 und dem 31.Dezember 1959 erschienen sind, und damit auch an die Illustratoren erinnern, die sie gezeichnet und gemalt haben. „Das wird eine kleine Kulturgeschichte der jungen Bundesrepublik.” „Die Bücher sind durch mich hindurchgewuchert, sie sind ein Teil von mir”, schrieb Klimmt in seinem Buch ›Auf dieser Grenze lebe ich‹. Er entdeckte und sammelte die Exilliteraten, die vor den Nazis ins Ausland flüchten mussten: Alfred Döblin, Else Lasker-Schüler, Lion Feuchtwanger, Thomas Mann, Bertolt Brecht, Paul Zech, Ernst Fuhrmann – und viele andere, die meisten heute längst vergessen. Nicht nur die „verbrannten Dichter” hat er dort gesammelt, sondern auch scheinbar Unscheinbares – zum Beispiel ein kleines Heft mit Flüsterwitzen aus dem Dritten Reich oder „Deine Opfer klagen an”, eine Streitschrift aus dem Jahr 1934, die von den ersten Konzentrations¬lagern handelt.

13. Oktober 2015
Peter Sodann: ›Die Tangente berührt den Kreis nur in einem Punkt. Die Peter-Sodann-Bibliothek‹
Peter Sodann (Staucha), dem Publikum im Westen als Tatort-Kommissar Ehrlicher bekannt geworden, ist Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant. Mit dem Leipziger Studentenkabarett ›Rat der Spötter‹ kam er früh in Konflikt mit dem damaligen Regime. Nach Inhaftierung und einer Ausbildung als Spitzendreher konnte er sein Theaterstudium fortsetzen. Eine Vielzahl von klassischen und Brecht-Rollen gehörten zu seinem Repertoire als Theaterschauspieler und Regisseur. Er war Schauspieldirektor (Magdeburg, Halle) und Intendant (Halle). Das Jahr 1989: die DDR hatte ihr Ende gefunden, das Leben ging weiter. Tonnenweise wurden Bücher aus der Produktion von DDR-Verlagen entsorgt. Die Immobilien, in denen sie aufbewahrt wurden, wechselten

Mo, 13.10.2014

Renate Gollmitz (1932 - 2014)

Am 8. Oktober, eine Woche nach ihrem 82. Geburtstag, starb nach langer schwerer Krankheit die Berliner Bibliothekarin Renate Gollmitz, die der bibliophilen Öffentlichkeit durch Mitarbeit an etlichen Publikationen bekannt ist. So war ihre Bibliographie der illustrierten Bücher von Werner Klemke in Heft 13 der MARGINALIEN (1963) für viele Sammler Anlass, die Arbeiten dieses überaus produktiven Buchkünstlers zu sammeln. Renate Gollmitz war seit 1962 Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und begleitete diese lange Zeit aktiv und als Mitstreiterin von Horst Kunze. Sie engagierte sich bei den Pirckheimern in verschiedenen Funktionen, ab 2000 als Vorstandsmitglied der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe.

Sa, 13.09.2014

Spenden für das Projekt "Treffpunkt Erasmus"


Für das Projekt „Treffpunkt Erasmus“, welches die antifaschistische Vergangenheit des Grafikers und Buchillustrators Prof. Werner Klemke öffentlich macht, konnten über die Pirckheimer-Gesellschaft bislang Spenden in Höhe von  4.426  Euro eingesammelt und zur Verfügung gestellt werden.
... für weitere Informationen siehe hier!

Mi, 27.08.2014

Held mit dreister Feder

Unter diesem Titel erschien vorgestern in der Berliner Zeitung ein weiterer Beitrag zum 20sten Todestag des Gründungsmitglieds der Pirckheimer-Gesellschaft Werner Klemke und zu seinem, lange unbekannt gebliebenen, mutigen antifaschistischen Handeln als Wehrmachtssoldat.
Werner Klemke, Evie de Jong-van Perlstein, Mels de Jong (v.l.),
Foto: Privatarchiv van Perlstein
Ingeborg Ruthe schreibt: "Wahrscheinlich gab es zu DDR-Zeiten kein Kind, das nicht die von Werner Klemke illustrierten Grimm- und Andersen-Märchen griffbereit im Regal stehen hatte, gewiss auch den „Hirsch Heinrich“. Oder, wenn man etwas älter war, Grimmelshausen, E.T.A. Hoffmann, Kleist, Kästner, Brecht, Homer, Shaw, Faulkner, Diderot, Balzac, Voltaire.
Es gab in der DDR wohl auch keinen Erwachsenen, der den Klemkeschen Kater auf dem Einband des begehrten, monatlich erscheinenden „Magazin“ nicht mochte und, sofern im Besitz eines der begehrten Abonnements, die Hefte sammelte."
Und Ingeborg Ruthe verweist auf das, "was ... keiner wusste, (nämlich) dass dieser begnadete Buchkünstler und Entwerfer von Plattencovern, Briefmarken, Bühnenbildern, Postkarten, Plakaten und Exlibris, dieser ambitionierte Gastgeber einst, als junger Wehrmachtssoldat im Zweiten Weltkrieg in Holland, NS-Verfolgte gerettet hat."
 
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