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Werner G. Kießig

Pirckheimer-Blog

Werner G. Kießig

So, 29.01.2017

Interesse an besonderen Sachen …

Nun schon fast traditionell trafen sich die Berlin-Brandenburger Pirckheimer am 26. Januar zum ersten Abend in diesem Jahr wieder im Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin. Thomas-Klaus Jacob, Referent in der Abteilung Historische Drucke, stellte unter dem Motto „Interesse an besonderen Sachen …“ den Nachlass des 2014 verstorbenen Meisters der Einbandkunst (und Pirckheimers) Werner G. Kießig vor, den die Staatsbibliothek im Jahr 2015 übernehmen konnte. Der kleine Konferenzsaal konnte die fast 40 Mitglieder und Gäste kaum fassen und die Tische bogen sich beinahe unter der Last der vielen Bücher mit Handeinbänden Kießigs die Herr Jacob für die Präsentation ausgewählt hatte. Neben den gebundenen Büchern enthält der Nachlass u.a. auch eine große Anzahl von Entwurfszeichnungen und Einbanddecken ohne Buchblock. Auch davon lag eine kleine Auswahl aus.
Nach einführenden Worten zur Biographie Werner Kießigs stellte Thomas-Klaus Jacob die einzelnen Einbände in Wort und Bild vor, wobei in wunderbarem Zusammenspiel von Referent und Zuhörern die angesprochenen Bände jeweils in die Höhe gehalten für alle Anwesenden gut sichtbar gemacht wurden. Besonders herzlich begrüßen konnten wir Frau Christine Kießig, die ebenfalls Buch-binderin ist und viele Jahre mit Werner Kießig auch in gemeinsamer Arbeit verbunden war. Ihre Hinweise zur Herstellungstechnik der Einbände und zur Arbeitsweise ihres Mannes waren das „Tüpfelchen auf dem i“ dieses anregenden Abends.
Werner G. Kießig war auch dem „Arbeitskreis für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände (AEB)“ seit seiner Gründung eng verbunden. Von ihm stammte die Idee, den jeweiligen Gastgebern der Jahrestagungen als Dank einen Dedikationsband zu überreichen. Den ersten Band dieser Reihe für die Tagung in Würzburg 2004 fertigte der Altmeister Werner G. Kießig im Jahr seines 80. Geburtstages.
(Ninon Suckow)

Fr, 16.12.2016

Programm der Pirckheimer Regionalgruppe Berlin-Brandenburg 2017


26. Januar 2017
Thomas Klaus Jacob: „Interesse an besonderen Sachen …“
Der Nachlass des Meisters der Einbandkunst Werner G. Kießig in der Staatsbibliothek

16. Februar 2017
Jutta Osterhof: „Gert H. Wollheim - über die Malerei hinaus“. Der schriftliche Nachlass

9. März 2017
Wieland Schütz: Werner Klemke zum 100. Geburtstag. Seine llustrationen, vorgestellt von Wieland Schütz, Graphiker und Sammler in Zehlendorf

20. April 2017
Dr. Joachim Möller: Weibs-Bilder - Illustrationen zu Shakespeares
Frauengestalten in Galeriewerken des 19. Jahrhunderts

18. Mai 2017
Andreas Wittenberg: „Sola Scriptura“. Die Luthersammlung der Staatsbibliothek

3. Juni 2017
Exkursion nach Lehnitz zum Friedrich Wolf Haus

21. September 2017
Dr. Monika Estermann: Zur Typographie der Jahrhundertwende. Rainer Maria Rilkes Ringen um die Gestaltung seiner Gedichte

19. Oktober 2017
Ullrich Wannhoff - Weltenbummler und Künstler. Ein Atelierbesuch

16. November 2017
Prof. Dr. Klaus Völker„Niemand ist sofort aus sich selbst dal“.Johannes Bobrowski und seine Dichtungen im Jahr seines 100. Geburtstags

7. Dezember 2017
Rückblick - Ausblick, Erwerbungen 2017

So, 07.08.2016

„Auch dieses Kleid ist ein echter Klemke“

Er wolle „Höhepunkte“ seiner Klemke-Sammlung zeigen, so hatte Agnes Kunze das Sammlergespräch mit dem Pirckheimer Matthias Haberzettl am 3. August im Winckelmann-Museum Stendal angekündigt und damit etwas tief gestapelt. Geradezu von Gipfel zu Gipfel stürmte Haberzettl an diesem Abend. Als Ausrüstung hatte er lediglich einen, wie er es nannte „Promillebereich“, seiner Sammlung dabei. Ein „Promillebereich“ hört sich zwar nach wenig an an, doch birgt er in diesem Fall außergewöhnliche, seltene und auch einzigartige Stücke.
Dass das Gespräch im Winckelmann-Museum stattfand, hatte seinen guten Grund. Dort war acht Wochen zuvor die Ausstellung „Eigentlich bin ich ein alter Grieche - Werner Klemke (1917-1994) Künstler und Büchernarr“ eröffnet worden. Viele Exponate stammen ebenfalls aus der Haberzettlschen Sammlung. Sind dort bereits seltene Stücke zu sehen wie eine japanische Ausgabe vom „Wolkenschaf“, die drei Bände des „Amicis Librorum“ oder einen Stichel und Pinsel, mit denen Werner Klemke selbst gearbeitet hatte, so legte Haberzettl jetzt noch einmal nach. [...]
[...] Dass auch völlig unerwartete Objekte Bestandteil seiner Klemke-Sammlung werden könnten, ließ Haberzettl anklingen, indem er einen erst wenige Stunde alten Bescheid wegen eines „Verstoßes im ruhenden Verkehr“ hochhielt und laut überlegte: „Original signiert, datiert mit dem 3. August in Stendal, das wird mich immer an diesen Klemke-Abend erinnern.“ Aber diese Sammelobjekte sind bereits die nächste Geschichte …
(Ralf Wege)

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Fr, 10.10.2014

MDE-Rundbrief 2014.2

Soeben wurde der 2. Rundbrief der Meister der Einbandkunst ausgeliefert, der sich diesmal vorrangig dem Thema Sammeln widmet.
Johannes Baumgartner, der unter anderem eine zweibändige Bibliographie zu Struwwelpetriaden verfasste, berichtet über das Warum seiner Sammlung, Wulf D. v. Lucius stellt den Büchersammler Onno Feenders vor und es wird ein Einblick in die Sammlungen zur Buchkunst der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln und mit zwei Beiträgen des Klingspor-Museums Offenbach gegeben.
Neben einer Betrachtungen zur lokalen und internationalen Einbandkunst finden sich in dem Heft auch ein Nachruf zum Pirckheimer-Mitglied Werner Kießig und zum englischen Buchbinder Ivor Robinson, der mit seinen kunstvollen Einbänden international bekannt wurde. Nicht unerwähnt bleiben darf in dieser unvollständigen Aufzählung auch ein Beitrag von Peter D. Verheyen über einen Stolperstein für Ernst Collin, Schriftsteller des ikonischen Pressbengel.

Sa, 05.04.2014

Werner W. Kießig (1924 - 2014)

Werner W. Kießig wurde 1924 in Berlin geboren und machte 1948 seine Meisterprüfung im Buchbinderhandwerk. Von 1956 bis 1965 arbeitete er als Buch-und Papyrusrestaurator an den Staatlichen Museen zu Berlin und der Deutschen Akademie der Wissenschaften als freier Mitarbeiter bei Dr. Rolf Ibscher. Seit 1960 ist Werner Kießig Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Nach einem künstlerischen Grundstudium an der Hochschule Burg Giebichenstein und an der Kunsthochschule Berlin wurde er 1967 Mitglied im Verband Bildender Künstler Deutschlands (VBK) und in der Internationalen Vereinigung «Meister der Einbandkunst», wo er 1982 Präsidiumsmitglied wurde. Seit 1965 war Werner W. Kießig in Berlin Hohenschönhausen freiberuflich als Buchbinder im Atelier für Bucheinband, Ledergestaltung, Restaurierung und Prägedruck tätig. 2007 ernannte ihn die Vereinigung «Meister der Einbandkunst» zum Ehrenmitglied. Werner W. Kießig starb nach schwerer Krankheit in Berlin.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 9. April 2014 um 13:30 Uhr auf dem Oranke-Friedhof,  Friedhofstr. 14 in 13053 Berlin (Alt-Hohenschönhausen) statt.

1 Kommentar:

hat gesagt…Ein großer Verlust für die Kunstbuchbinderei in Deutschland und überhaupt. Ich hatte mit Ihm im letzten Jahr korrespondiert wegen meiner Recherchen um Ernst Collin und hatte zuletzt von Ihm am 11.3 kommuniziert als er krankheitsbedingt von der Stolpersteinverlegung absagen musste. Meine Gedanken sind mit Ihm und seiner Familie.
Peter D. Verheye06. Juli 2014

Di, 18.12.2012

Ein alter Kalender "passt wie neu"

Schon im März 2007, als ich Professor Wolfram Körner in seiner Wohnung in der Scharnhorststraße besuchte und neben vielen Geschenken auch die Möglichkeit erhielt, die beiden vorliegenden Kalenderblätter aus dem Gewerkschaftsteben zum Kopieren mit nach Hause zu nehmen, keimte der Plan der „Wiederverwertung" für eine meiner Jahresgaben. Es galt nur noch zu prüfen, wann Neujahr wieder auf einen Dienstag fallen würde so wie 1985. Das war zwar schon im Folgejahr 2008 der Fall - da dies allerdings ein Schaltjahr war, hieß es weitere fünf Jahre abwarten.
Erfreuen Sie sich also nun an diesen typischen Klemke-Illustrationen, die wohl für die Mehrzahl meines Adressatenkreises neu sind; und wenn auch die oder der Eine oder Andere anno '85 das Original an der Wand hängen hatte, so ist das ja auch schon eine Zeitlang her. Ich habe diesmal eigens auf das Heften der Blätter verzichtet, um den Kalender problemlos herausnehmen zu können.
Uns als kleines Schmankerl gibt's weiter hinten noch den SIBYLLE-Kalender von 1970 die Extra-Beilage in der Mitte des Heftes 6/1969, zusammen mit einer Zeichnung aus Heft 5 desselben Jahrgangs. Dazu noch Abbildungen von drei „Kalender-Rückwänden", die Klemke Anfang/Mitte der Sechziger für den Buchbindermeister Werner G. Kießig schuf; manchen ist ja vielleicht der Katalog und/oder das Plakat zu der großen Kießig-Ausstellung im Frühjahr 1984 in der Deutschen Staatsbibliothek bekannt.
Und damit gehen wieder einmal herzliche Weihnachts- und Neujahrsgrüße von Augsburg aus „in alle Welt" - wo immer sich die vielen Brief- und Sammlerfreunde auch aufhalten, und einem hoffentlich glücklichen & gesunden Jahr 2013 entgegensehen.

(Matthias Haberzettl, Augsburg, im Dezember 2012)

Werner Klemke - Kalender 2013
Sammlung Matthias Haberzettl
Augsburg im Dezember 2012
Auflage 70 Exemplar

So, 14.03.2010

Lexikon Künstler in der DDR

Das „Lexikon Künstler in der DDR (1945-1990)", das etwa 7300 Künstlernamen aller Gattungen der bildenden und angewandten Kunst auf 1088 Seiten in einem Band (15,5 x 24 cm) erfasst, erscheint am 15. März 2010 im Verlag Neues Leben bei der Eulenspiegel Verlagsgruppe und wird auf der Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2010 vorgestellt werden. Der Vertrieb dieses Lexikons erfolgt über die Eulenspiegel Verlagsgruppe.
Das „Lexikon Künstler in der DDR" ist ein Projekt der è
GBM, das nach drei Jahren vollendet wurde. Herausgeber ist der Kunstwissenschaftler Dietmar Eisold (Berlin) als Autor. Dem Künstlerverzeichnis sind zwei Einführungstexte vorangestellt: Prof. Dr. Peter H. Feist „Kein weißer Fleck auf der Landkarte der Weltkunst" und Dietmar Eisold „Beitrag zur Erforschung der Kunst des 20. Jahrhunderts". Prof. Dr. Wolfgang Richter, GBM-Bundesvorsitzender, entwickelt in seinem „Epilog" einige Grundgedanken zum Verhältnis von Künstlerpersönlichkeit und Epochebewusstsein. Viele Berater, Gutachter und Konsultanten waren mit großer Kompetenz an der Erarbeitung des Künstlerverzeichnisses beteiligt. Eine Redaktionsgruppe unter der Leitung von Dr. Peter Michel, GBM-Vorstandsmitglied, unterstützte die Endredaktion. Im Januar 2010 wurde die mit Kunstreproduktionen bebilderte Einbandgestaltung von Prof. Rudolf Grüttner abgeschlossen.
(Siegfried Wege)


ISBN 978-3-355-01761-9
Preis 32,00 €
Subskriptionspreis bis 31.03.2010, danach 39,90 €
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Verlag Neues Leben

Kommentar:

Ich habe bereits erläutert, warum ich die Ausgabe in der vorliegenden Form als Broschur mit starker Hot-mail-Verleimung und geradem Rücken für sehr schlecht halte. Darüber hinaus ist lektoratsmäßig ein großer Mangel, daß es kein Register gibt (nach Prof. Dr. Kunze ein eklatanter Mangel eines jeden Buches!) Also habe ich daraus 2 Bände gemacht, den Rücken abgeschnitten und neu klebegebunden, gerundet und in Halbleder gebunden.
Es muß nicht Leder sein, aber die Ausgabe in 2 Bänden wäre schon richtig gewesen, da die Gebrauchsfähigkeit eines solchen Standardwerkes in der vorliegenden Form starken Gebrauchseinschränkungen unterliegt.

Mit freundlichen Grüßen
W. G. Kießig

Werner G. & Christine Kießig
è
Atelier für Bucheinband und -restaurierung
Biesterfelder Str.20, 13053 Berlin
Tel./ Fax 030- 986 4833