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Ralph Aepler

Pirckheimer-Blog

Ralph Aepler

Sa, 24.05.2014

Sanary-sur-Mer, eine Hauptstadt der deutschen Literatur

"... zum kotzen langweilig" so beschrieb William Somerset Maugham (1874-1965) in seinem Roman "Auf Messers Schneide" Sanary-sur-Mer. Dr. Magali Nieradka-Steiner hat in einem Vortrag zur Deutschen Freiheitsbibliothek der Initiative Buchkultur am 23. Mai 2014 im Stadtmuseum Ludwigshafen dieses Fleckchen als Hauptstadt der deutschen Literatur näher gebracht. Zwischen 1933 und 1939 saßen in Sanary in den zwei Cafés am Hafen Thomas Mann und Bruno Frank, Arnold Zweig und Lion Feuchtwanger, Ernst Toller und Bert Brecht, Alfred Kerr und Alfred Kantorowicz und viele andere berühmte und unbekannte Exilanten aus Deutschland zusammen. "Bisweilen war ein guter Teil der besten deutschen Literatur im Dorf" so beschrieb es Ludwig Marcuse (1894-1971).
Die Referentin hat in ihren Ausführungen den zahlreichen Anwesenden einen authentischen Einblick in die damalige Situation in diesem "Fischernest" gegeben. Mit Frau Dr. Nieradka-Steiner konnte die IB ihrem Publikum erneut einen Höhepunkt präsentieren. Sie verfügt aufgrund ihrer eigenen intensiven Forschungen in Sanary-sur-Mer über eine exzellente Expertise, so dass keine Frage unbeantwortet blieb. Thomas Mann wollte, wie er 1944 an Feuchtwanger schrieb, gern mal Goebbels die Aussicht in Sanary zeigen, "damit dieser sich gifte". Wir danken Frau Dr. Nieradka-Steiner für ihre "Führung", die uns mehr als nur die Aussicht zeigte...
(Dr. Ralph Aepler)

Fr, 23.05.2014

Alfred Kerr im Exil

Am gestrigen Abend hiess das Thema der Initiative Buchkultur "Es geht uns verflucht emigrantig …" Alfred Kerr im Exil.

Wie schon bei der Eröffnung der Ausstellung "Deutsche Freiheitsbibliothek" haben die Eheleute Giersberg das Publikum auch heute emotional sehr bewegt. Im Rahmen ihres Vortrages schilderten sie sehr anschaulich anhand der Briefwechsel Kerr's mit Persönlichkeiten von Albert Einstein bis Rudolph Kommer, dass Exil eine wahrlich verzichtbare Erfahrung darstellt.
Alfred Kerr, typisch spitzzüngig, schimpfte zu Recht, dass er "ausgebürgert" wurde und nur "lumpige 2.000 Mark" auf seinen Kopf ausgesetzt worden sind. Uns wurden die Stationen der "Reise" der Familie mit all ihren Tiefen aber auch den Höhen dargestellt.
Dieser Abend fügt einen wichtigen Mosaikbaustein in das Bild der Veranstaltungsreihe "Deutsche Freigeitsbibliothek". Die Betrachtung der psychologischen Belastung der Exilanten ist neben der "großen" Politik ein interessanter Aspekt und gibt einen sehr intimen Einblick in die persönlichen Schicksale der Betroffenen. Für Alfred Kerr waren es vor allem seine Kinder, die der Familie immer wieder Kraft gaben. "Papi, es ist herrlich ein Flüchtling zu sein", so kann man das Exil nur als Kind beschreiben. Judith Kerr (*1923) sagte diesen Satz als 11 jährige in Paris. Der sehr interessante Abend klang bei einem Glas Wein und angeregten Gesprächen im Café Arago aus.
(Dr. Ralph Aepler)

Mo, 19.05.2014

Sonntag 18. Mai 2014, Ludwigshafen, 11.00 Uhr Kaiserwetter

Die Sonntagsmatinee der Initiative Buchkultur am heutigen Tage anlässlich des 80. Jahrestages der Deutschen Freiheitsbibliothek war auch gleichzeitig dem Internationalen Museumstag gewidmet. Dieser stand treffender Weise unter dem Motto „Sammeln verbindet“.
Der Podiumstisch und die Tische im Café Arago waren mit bibliophilien und kulinarischen Kostbarkeiten reich gedeckt.
Unser Gast Dr. Wolfgang Kaiser führte die Anwesenden durch dieses hochspannende wie auch hochkomplexe Sammelgebiet. Zu jedem Buch waren Hintergründe präsent, zum Inhalt, zum Autor und wie es sich für einen wahrhaften Sammler gehört, natürlich auch zum Erwerb.
Plötzlich waren 90 Minuten vorüber und unser Gast endete nicht, sondern unterbrach seinen Vortrag, um anschließend im Café Arago bis ca. 14 Uhr seinem interessierten Publikum Rede und Antwort zu stehen. Natürlich im Sitzen auf unseren Bistrostühlen…
Der Initiative Buchkultur war es eine große Freude und Ehre, an diesem Tag unseren Zuhörern einen Gast präsentieren zu können, der wie wenige die Mottos der Deutschen Freiheitsbibliothek „Wir hüten Erbe und Zukunft“ und des internationalen Museumstages „Sammeln verbindet“ so authentisch und völlig unpreziös zu leben vermag. Herzlichen Dank, lieber Herr Dr. Wolfgang Kaiser für Ihren Beitrag und wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung, wenn die gegenseitig gegebenen Versprechen „Mehr beim nächsten Mal...“ eingelöst werden. Bei der Initiative Buchkultur und ihren Gästen haben Sie am heutigen Tage viele neue Freunde gewonnen.
(Dr. Ralph Aepler)

Do, 15.05.2014

"... es wurde alles verbrannt außer Emil"

Am gestrigen Abend hatte die Initiative Buchkultur im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Die Deutsche Freiheitsbibliothek“ Herrn Dr. Werner Treß von der Humboldt Universität Berlin zu Gast.
Das Ernst Bloch Zentrum, der Gastgeber des Abends, eröffnete den Abend mit einer informativen Führung durch dieses wunderschöne Haus.
Dr. Klaus Kufeld, Direktor des Ernst Bloch Zentrums, begrüßte die zahlreichen Gästen und Herrn Dr. Werner Treß in gewohnt eloquenter und Neugier weckender Weise.
Dr. Werner Treß beleuchte die Hintergründe der Bücherverbrennungen in Deutschland im Jahr 1933 und stellte regionale Bezüge illustrativ her. Die historischen Hintergründe und die Verantwortlichen für die Bücherverbrennungen wurden uns, gewürzt durch zahlreiche Anekdoten, aufgezeigt. Bei Kästner wurde z.B. gesagt, „es wird alles verbrannt außer Emil“. Wussten Sie, dass nicht Göbbels der Treiber der Bücherverbrennungen war, sondern vielmehr Teile der deutschen Studenten die vielen einzelnen Aktionen der Bücherverbrennungen organisiert und getrieben hatten?!
Herr Dr. Treß referierte fast zwei Stunden, aber sein Vortrag verlor in keinem Moment den Spannungsbogen, wie es Dr. Klaus Kufeld zutreffend beschrieb. Anschließend stellte sich Herr Dr. Treß noch einer intensiven Diskussion mit den Anwesenden. Der Abend klang bei einem gemeinsamen (spätem) Abendessen aus.
Die nächste Veranstaltung in unserem Programm wird wieder ein absolutes Highlight sein. Am 18.05.2014 ab 11.00 Uhr erwarten wir im Stadtmuseum in Ludwigshafen Herrn Dr. Wolfgang Kaiser (Berlin) als unseren Gast. Das Thema seines Vortrages lautet „Publizieren im Exil“. Anschließend laden wir in unsere Ausstellung und zum weiteren Austausch und kulinarischen Genuss in das Cafè Arago ein. Mit Dr. Wolfgang Kaiser haben wir einen bedeutenden Sammler von Exilliteratur und Bibliophilien für unsere Veranstaltungsreihe gewinnen können, der Garant für einen spannenden Vormittag ist.
(Dr. Ralph Aepler)

Di, 07.01.2014

Lexika im Lauf der Jahrhunderte

Freunde der Buchkultur,
 
wir begrüßen das Neue Jahr mit unserem Stammtisch am kommenden Mittwoch.
Dr. Ralph Aepler wird über seine umfangreiche Lexika-Sammlung berichten. Neben den Klassikern aus dem Hause Brockhaus, Meyer und Pierer werden auch ausländische Lexika und andere Raritäten präsentiert. Zum Vortrag wird ein unterhaltsamer Streifzug durch drei Jahrhunderte lexikalischen Schaffens kommen, gespickt mit pikanten und unbekannten Anekdoten.

Mit freundlichen Grüßen
Vorstand
(Marita Hoffmann)


Stammtisch: Mittwoch, 8. Januar 2014, 19:00 Uhr

Turm33 Cafédrale, Lutherturm
Maxstraße 33
Ludwigshafen

è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V.


Fr, 03.05.2013

Sammlung Dieterich

Der nächsten Stammtisch der Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. findet am kommenden Mittwoch statt. Dr. Ralph Aepler wird über die Sammlung Dieterich, ein Teilgebiet seiner eigenen Sammlungen berichten. Die 1937 begründete Buchreihe des gleichnamigen Verlags wurde mit ihren humanistisch ausgerichteten wertvollen Ausgaben weit bekannt. Die Dieterich˚sche Verlagsbuchhandlung ist einer der ältesten deutschen Verlage, 1765 in Göttingen gegründet. Wir freuen uns auf ein sehr interessanten Vortrag.
(Marita Hoffmann)
 
Stammtisch: 8. Mai 2013, 19.00 Uhr
 
Turm33 Cafédrale, Lutherturm
Maxstraße 33
Ludwigshafen

Sa, 22.12.2012

Das Gute zum Schluß…

Im langsam ausklingenden Jahr 2012 erhielt ich gestern die zwei neuesten Publikationen der Initiative Buchkultur: Das Buch e.V.

Ernst Gassenmeier [1913-1952]
Zwölf Illustrationen
Zu Robert Musils Roman
DER MANN OHNE EIGENSCHAFTEN

für weitere Informationen bitte anklicken
Ernst Gassenmeier [1913-1952]
Zehn Illustrationen
Zu Thornten Wilders Roman
DEM HIMMEL BIN ICH AUSERKOREN

für weitere Informationen bitte anklicken
Llux Agentur & Verlag und die Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. stellen mit den beiden aktuellen Publikation einen Künstler vor, welcher zu Unrecht nur eine regionale Bekanntheit besitzt. Die Werke sind eine kontinuierliche Fortsetzung der beachtenswerten Arbeit der Initiative Buchkultur: Das Buch e.V.. Die verwendeten Illustrationen stellen eine so mir bisher nicht bekannte Interpretation der Romane dar. Ernst Gassenmeier muss beide Romane sehr gemocht haben. Nur eine so große Zuneigung lässt die Passung von Bild und Text erklären. Die Bände sind in bewährter Weise von Marita Hoffmann und Hans-Joachim Kotarski gestaltet. Auch die enthaltenen Erläuterungen vertiefen den Eindruck, beachtlich!
Ernst Gassenmeier war Chemiker, was ihn 1938 nach Mannheim/ Ludwigshafen führte. Seit 1942 betrieb er Malstudien als seine „Überlebenstrategie“ [Hans Dowoch] in dieser dunklen Zeit. Die in der Nazizeit unterdrückte Moderne in der Bildenden Kunst wurde von Gassenmeier und seinen Mannheimern Mitstreitern in der Vereinigung zeitgenössisches Geistesleben Mannheim e.V. wiederbelebt und dem Publikum vorgestellt. Angesichts der Auflagenhöhe sollten sich Interessierte schnell und am Besten direkt hier klicken, damit diese tollen Bücher sich schnell im eigenen Besitz befinden.
(Dr.Ralph Aepler, Mannheim 22.12.2012)

Sa, 13.10.2012

Ausstellungseröffnung

Matthias Haberzettl, Foto © LHA
Gestern Abend eröffnete unser Mitglied Matthias Haberzettl in Immenstadt/ Allgäu eine von ihm und seiner Gattin liebevoll gestaltete Ausstellung über Werner Klemke im Literaturhaus der Stadt.
Der Laudator Arthur Lanka schaffte es in 5 Minuten den Funken seiner Begeisterung für den Künstler und den Sammler! auf die 25 Anwesenden überspringen zu lassen. Anschließend gab Matthias Haberzettl eine kurzweilige und unterhaltsame Einführung in das Werk des von vielen (den meisten oder gar allen?) Pirckheimern geschätzten Werner Klemke’s.
Die Ausstellung zeigt die raren Klemke Werke, natürlich im Original. An den Wänden und in den Vitrinen vermittelt Matthias Haberzettl einen phantastischen Eindruck des Schaffens des „workaholics“ Klemke. Die Ausstellung ist ein perfektes Spiegelbild eines Sammlers der durch seine Auswahl den Künstler Klemke und sein Werk umfassend zu würdigen weiß.
Dem Organisator, Stadtrat und Kulturreferent Harald Dreher, und seinem Team kann man nur zurufen „Weiter so!!!“ und ein großes Dankeschön für das Engagement in Sachen Buch.
Mehr Informationen zu der Ausstellung findet man hier. Besuchen Sie Immenstadt und das Literaturhaus es lohnt sich wirklich. Versprochen!
(Dr. Ralph Aepler)
 
Ausstellung: 12. Oktober bis 10. November 2012

Literaturhaus
Bräuhausstr.
87509 Immenstadt/Allgäu