Sie sind hier

Ralph Aepler

Pirckheimer-Blog

Ralph Aepler

Sa, 05.12.2015

Pirckheimer bei der Büchergilde

Traditionell trafen sich die Berlin/Brandenburger-Pirckheimer am 3. Dezember zu ihrer letzten Zusammenkunft des Jahres in der Büchergilde-Filiale am Wittenbergplatz bei Johanna Binger, der Ehefrau von Rolf Hochhuth und Leiterin der Büchergilde-Filiale, um das Jahr Revue passieren zu lassen und Erwerbungen des letzten Jahres zu präsentieren.
Gleichzeitig fand ein Wechsel in der Leitung der Gruppe statt: Ursula Lang und Robert Wolf stellten aus Altersgründen ihr Amt zur Verfügung und machten Platz für Rüdiger Schütz (Abb. oben), der als neue Leiter der Gruppe das Jahresprogramm für 2016 vorstellte und für Hans-Jürgen Wilke (Abb. unten), den letzten Drucker von Conrad Felixmüller und Sammler seines Lebenswerks. Die Dritte im Bunde ist Ninon Suckow, ehem. Bibliothekarin in der Staatsbibliothek zu Berlin, Arbeitskreis für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände. Der langjährige Leiterin der Berlin/Brandenburger Regionalgruppe Ursula Lang wurde mit Blumen gedankt und Dr. Fritz Jüttner hielt auf Sie eine Laudatio. Der Vorsitzende der Pirckheimer-Gesellschaft, Ralph Aepler, ließ es sich nicht nehmen, wieder extra aus Mannheim zu kommen und aus Magdeburg war ein weiteres Vorstandsmitglied, Ralf Wege, angereist.
(Ralf Parkner)

... weitere Fotos von Ralf Parkner bei Facebook.

So, 29.11.2015

Weimarer Impressionen

Leichter Schneefall – so begrüßte Weimar gestern die ersten Besucher der 5. Biennale Buchkunst Weimar. Zu der von der Kalligraphin und Buchkünstlerin Gudrun Illert seit 2007 organisierten, alle zwei Jahre stattfindenden, Veranstaltung waren 45 Künstler aus Deutschland, Russland, Spanien und Frankreich nach Weimar gekommen.
Johannes Häfner, ICHverlag Nürnberg, Foto © Ralph Aepler
Das „Gesicht“ der 5. Biennale wurde dieses Jahr von unserem Pirckheimer Freund Johannes Häfner gestaltet, der wie der Pirckheimer Peter Zitzmann aus Nürnberg anreiste. Besuchen Sie die beeindruckende Homepage der Brothers in Art Häfner.
Jens Henkel, Burgart-Presse Rudolstadt Foto © Ralph Aepler
Thüringer Heimspiel hatte auch unser Pirckheimer Freund Jens Henkel aus Rudolstadt. A.T. Mörstedt an der Wand und seine bibliophilen Meisterleistungen auf dem Tisch zogen nicht nur viele Besucher, sondern sogar das Fernsehen an.
Der MDR hat einen schönen Beitrag produziert.
Viele Künstler, die letztes Wochenende noch in Berlin auf der artbook in Berlin waren, konnte man in Weimar erneut treffen. Erfreulich für die Pirckheimer Gesellschaft war das umwerfend positive Feedback zu unserem Stand auf der artbook.berlin, was mir in Weimar „entgegenschlug“. Ich gebe die Komplimente gern weiter an den Organisator unseres Standes Abel Doering und die Pirckheimer Freunde, mit welchen wir gemeinsam unseren Stand betreuten. Herzlichen Dank für Euer Engagement.
(Ralph Aepler)

Fr, 20.11.2015

Herzlichen Glückwunsch zum 95sten

Aus Anlass des 95. Geburtstages des Ehrenmitgliedes der Pirckheimer-Gesellschaft, Prof. Wolfram Körner, hatte Ralph Aepler zu einem Empfang in ein Berliner Hotel geladen und viele Gratulanten ließen es sich, trotz teilweiser langer und beschwerlicher Anreise nicht nehmen, an diesem verregneten Novembertag einen alten Freund zu ehren.
 
Fritz Jüttner würdigte das Lebenswerk des Pirckheimers, des Chirurgen und bekannten Sammlers u.a. von Erotica oder IB in einer bewegenden Laudatio, angefangen vom Einsatz des Jubilars bei der Gründung der Pirckheimer-Gesellschaft bis zu seinem Wirken als Vorsitzender dieser Bibliophilen-Vereinigung ab 1981, über die problematischen Endachziger, bis zum Jahre 1994. Prof. Körner, den sein Beruf in fast alle Ecken der Welt verschlug, nutzte diese Reisen auch, um nicht nur eine bedeutende eigene Sammlung aufzubauen, er bereicherte nebenbei z.B. eine Sammlung von Fingerhüten, die vielleicht etwas skurilere Leidenschaft seiner Ehefrau. Vieles davon kann nachgelesen werden in den Memoiren des Jubilars, die bereits anläßlich seines 90. Geburtstages von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegeben wurden, ein Buch, das als Jahresgabe bei allen Mitgliedern im Bücherschrank steht. Selbstverständlich erwähnte Fritz Jüttner in seiner Laudatio das persönliche Engagement von Wolfram Körner für Sammlungen anderer Bücherfreunde, welches auch er in freundschaftlicher Verbundenheit häufig genießen konnte und schloss - alle Hörer hatten darauf gewartet - mit einem Zitat von Klopstock.
 

Do, 05.11.2015

Bücher der Stunde Null

Foto © Ralf Parkner
Am 4. November wurde im Landratsamt Beeskow die Ausstellung "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null | Die Sammlung Lothar Lang" eröffnet. Sören Gundermann umrahmte die Veranstaltung musikalisch.
Neben dem Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft, Dr. Ralph Aepler, waren die Pirckheimer Jutta Osterhof, Robert Wolf, Dr. Carsten Wurm, Konrad Hawlitzki, Rainer Kolitsch und Ralf Parkner zur Eröffnung angereist.
Die Journalistin Elke Lang 
(im Bild rechts neben der Vitrine), ebenfalls langjähriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und 30 Jahre lang Ehefrau des Kunstwissenschaftlers Lothar Lang, hat diese Ausstellung konzipiert und ein, die Ausstellung begleitendes Buch herausgegeben, welches vom ebenfalls anwesenden Künstler Felix M Furtwängler (im Bild lks.) gestaltet wurde.
(... weitere Fotos von Ralf Parkner auf fb)

siehe auch MOZ, 5.11.2015: Bücher aus der Zeit der Trümmer

Fr, 30.10.2015

Haben Sie das alles gelesen?

... Dem Anschein nach waren an die­sem Herbst­abend (des 28. Oktober) alle Buch­lieb­ha­ber aus Chem­nitz und Umge­bung in der Villa Esche ver­sam­melt. Man sah die Lei­te­rin der Stadt­bi­blio­thek Limbach-​​Oberfrohna, Chris­tine Erler, die Betrei­be­rin der Sonnenberg-​​Presse Bet­tina Hal­ler, die lang­jäh­rige Lei­te­rin der Chem­nit­zer Volks­hoch­schule und Vor­sit­zende der Inter­na­tio­na­len Ste­fan Heym Gesell­schaft Dr. Ulrike Uhlig, und den Chem­nit­zer Anti­quar Wolf­gang Geb­hardt. Aus Mann­heim reiste Dr. Ralph Aep­ler, der Vor­sit­zende der Pirckheimer-​​Gesellschaft e.V. ... an. ...
Dr. Klaus Walther, Hrs­g. und Autor, Bir­git Eich­ler, Buch­ge­stal­te­rin und Ver­le­ge­rin, Dr. Andreas Eich­ler (Mode­ra­tor), Klaus Bel­lin, Autor und Die­ter Lehnhardt, Hrs­g. und Foto­graf (von rechts nach links)
2014, ... in einer Zeit, in der sich viele Men­schen von ihren Büchern tren­nen und das elek­tro­ni­sche Buch als »Fort­schritt« ange­prie­sen wird, habe man (mit dem Titel "Haben Sie das alles gelesen") auf die Bedeu­tung der Bücher­samm­ler ver­wei­sen wol­len. In einem ers­ten Teil des Buches erzäh­len sech­zehn Bücher­samm­ler aus ganz Deutsch­land von Ent­ste­hung und Struk­tur ihrer pri­va­ten Biblio­thek, in der Regel geht es um mehr als 20.000 Bücher, und von ihrer Sammel-​​Motivation. In einem zwei­ten Teil wer­den acht Biblio­the­ken ver­stor­be­ner Lite­ra­ten und Gelehr­ter vor­ge­stellt. ... mit die­sem Teil des Buches (wird) an die Kette der Tra­di­tion erin­nert ..., in der die heu­ti­gen Samm­ler stehen. ...
Die drei Auto­ren berich­te­ten davon, wie sie über­haupt zum Bücher­sam­meln kamen. Klaus Walt­her gab über seine Bestre­bun­gen nach einer enzy­klo­pä­di­schen Biblio­thek Aus­kunft. Klaus Bel­lin, der von einem Ver­tre­tungs­leh­rer zur Buch­lieb­ha­be­rei ver­lei­tet, und von der Biblio­thek Max Heckers in der Wei­ma­rer Alten­burg inspi­riert wurde, schil­derte die Anschaf­fung zahl­rei­cher Aus­ga­ben der Goethe-​​Werke. Auf die Frage eines Zuschau­ers ergänzte er, dass es unter­schied­li­che Ver­su­che der Wer­ker­schlie­ßung gäbe. Einige Aus­ga­ben seien nach Werk­grup­pen geord­net, andere ver­such­ten die unter­schied­li­chen Arbei­ten chro­no­lo­gisch dar­zu­stel­len. Ihm, so Klaus Bel­lin, gehe es um das Ver­glei­chen der ver­schie­de­nen Ver­su­che, um die Zusam­men­hänge. Die­ter Lehn­hardt gab zu Pro­to­koll, dass er als Stu­dent Chemie-​​Fachbücher und auch andere Bücher erwarb, um sich Wis­sen anzu­eig­nen. Aus der Nähe von Wetz­lar stam­mend wid­mete er sich auch bald beson­ders der Samm­lung von Goethe-​​Werken und Erst­aus­ga­ben ein­zel­ner Texte. Aus dem Erwerb der Bücher und der Beschäf­ti­gung mit dem Inhalt habe er viel gelernt. Heute trete für ihn die Ent­schleu­ni­gungs­funk­tion des Lesens zuneh­mend in den Vor­der­grund. Lesen habe für ihn etwas mit Lebens­kunst und Genie­ßen zu tun. Bücher und Wein pass­ten her­vor­ra­gend zusammen. ...
(Johan­nes Eichenthal)

... der gesamte Artikel mit Kommentar kann hier gelesen werden.

Mo, 26.10.2015

Angela Hampel und die Pirckheimer bei Peter Sodann

Mit Büchern – so sagt Angela Hampel – „halte ich auch Zeitgeschichte in der Hand“. Bei der „Kleopatra“ von Theophile Gautier erinnert sie sich an die herrlichen Tage, als sie dafür Illustrationen schuf, doch ebenso an die „Zeit der Container vor den Buchhandlungen“, als sie das weggeworfene frischgedruckte Büchlein entdeckte. Auch deshalb schätzt sie die Arbeit von Peter Sodann als Buchfreund und Verteidiger kultureller Leistungen der DDR, der viele Bücher vor dem Müllkippenschicksal bewahrt hat und jetzt in seiner Bibliothek in Staucha sammelt. Zu den aktuellen Befürchtungen von Spiegel online: Staucha steht! Doch die noch nicht eingearbeiteten und ausgelagerten Bücher in Oschatz sollen aus ihrer Räumlichkeit heraus, weil der freundliche Holländer als Besitzer davongeflogen ist. Doch wohin mit der Büchermenge?
Die Sammlung der Bibliothek in Staucha umfasst in zunehmender Vollständigkeit die 40jährige Buchproduktion der DDR von vier Millionen Büchern. Die kompakte Buchproduktion eines Landes kann sinnlich wahrgenommen werden. Woanders muss man wissen, was man sucht. Doch bei Sodann findet man Ungesuchtes, Überraschendes, stößt auf Bücher und Verlage, von denen man schon viel oder noch nie etwas gehört hat. Jeder kann im Angebot der Bibliothek für seine eigene Büchersammlung, ob er sich für Belletristik, Lyrik, Biologie, Mathematik oder Rechtswissenschaft, Statistik, für Philosophie und Kunst oder für Religion, Geschichte oder Politik interessiert, vielfältige Anregungen bekommen. Das komplexe Publikationsgebiet eines Landes lässt Möglichkeiten und Beschränkungen der DDR erkennen und nähert sich zur deutschen Geschichte nach 1945 in gewissem Sinn der historischen Wahrheit an. Das ist kein Anliegen nur einer Partei, denn es geht darum, die Bücher der DDR, ob herausragende Buchkunst oder schreckliche Druckerzeugnisse als eine Verkörperung dieses Staates geschlossen vorzuweisen.
Peter Sodann (links), hier mit Elmar Faber, Foto © Peter Arlt
Die Pirckheimer-Gesellschaft, die anregt, schöne, wertvolle Bücher und Grafik zu sammeln, steht dem bewundernswerten Anliegen Peter Sodanns, der selbst ein „Pirckheimer“ ist, nahe. Sie nutzte ihr Jahrestreffen im September, um dieses Kulturdenkmal ersten Ranges zu besuchen, und versprach mit dem neuen Vorsitzenden Ralph Aepler, zur öffentlichen Resonanz und Unterstützung beizutragen. Manche Pirckheimer wünschen den Sammlungsbestand der Peter-Sodann-Bibliothek zu vervollständigen und, soweit Lust dazu besteht, mit wissenschaftlicher und sammlerischer Potenz den Bestand zu durchforschen, um neue Aspekte darzulegen und die Bücher einer Nutzung in die Zukunft hinein zuzuführen. Zum Jahrestreffen widmete der Verleger und Publizist Elmar Faber Peter Sodann seine historisch weitgreifende Festrede, mit welcher er die Zensur in der Weltgeschichte kompakt erfasste und die verschiedensten Formen in der DDR im Licht der scharfen Analyse grell bis satirisch hervortreten ließ.
Angela Hampel (1956) stattete die Jahresmappe für jeden Teilnehmer mit Grafiken aus, über eine Doppelseite hinweg eine farbige Buffet-Grafik mit Liebespaar aus Faun und Nymphe beim Schmaus von Weintrauben unterm Flötenspiel eines Faunes, und eine Grafik zu Christa Wolfs „Kassandra“, ein Fall bibliophiler Buchkunst. Mit der Schriftstellerin auf das freundschaftlichste verbunden, erarbeitete die Dresdener Malerin und Grafikerin Angela Hampel 1984 parallel zur Auseinandersetzung mit deren Buch sieben Blätter zu „Kassandra“, Kopfstudien einer jungen Frau mit ekstatischen Gebärden in Lithographien. Bei ihr wird Kassandra zu einer ganz und gar gegenwärtigen, jugendlichen Frau, einer Punkerin. Sie wird zum Synonym einer ausgesprochen individuellen Lebensart, gegen die das gesellschaftliche Leben – gegen das es aufmüpfig zu provozieren gilt – einförmig und spießig erscheint. Die Künstlerin zeichnete eine fackeltragende Heroin mit Tusche auf Alu-Platte zu einer Algrafie, ein Flachdruck und Lithographie-Variation (vgl. Lothar Lang: „Der Graphiksammler“, Berlin 1979). Darunter schrieb sie Zeilen aus dem Roman „Kassandra“ von Christa Wolf: „Wohin ich blicke oder denke, kein Gott, kein Urteil, nur ich selbst.“ Ein symptomatischer Monolog aus Christa Wolfs Erzählung, der die souveräne Selbstbehauptung dieser Frau und, attribuiert mit der Fackel, ihren prometheischen Geist erleben lässt.
In der kurzzeitigen Stauchaer Ausstellung in den Regalen eines Bibliothekteiles, mit den Bildern vor den Büchern, ließ Hampel den funktionalen Aspekt deutlich hervortreten und betonte die Beziehung, welche die Bilder oft zur Literatur eingehen. Die kleinen Grafiken und Leinwände zeigten mit expressiver Bildsprache und exaltiertem Bewegungsausdruck und Farbkontrasten zwischen rot und schwarz, ihre Themen: Minotaurus, Amazone, Medusen, Frauen mit Tieren, Kain und Abel, Rapunzel ... In vereinfachter, fast hieroglyphischer, Gestalt merkwürdige Paarungen, gefleckte Frauen mit Raubtieren oder im „gewand einer schlange“, wie es die sorbische Dichterin Róža Domašcyna bildhaft fasste. Fische und Vögel umspielen die Köpfe der Frauen mit wehendem Haarschopf, wie Organe, von denen Schutz und Gefahr ausgeht. Hampels „Physiologus“ versammelt keine Darstellungen von Tieren, sondern diese verkörpern Eigenheiten bei Frauen wie Männern, wie das Starke und Verletzende, das Schutzsuchende und Zärtliche, die rasende Leidenschaft und besänftigte Wildheit. Frauen zu Frauen und zu Männern, sinnlich zugeneigt, wie Distanz gebietend. Muster abgründiger Triebe und extremer Lebenssituationen, von einer sich mit ungezügelter Leidenschaft durchsetzenden Selbstbestimmtheit in einer menschen- und tierfeindlichen Umwelt. Als Meisterstück wirkte ihr großes magisches Triptychon „Minotaurus“, Mischtechnik auf Leinwand, je 140 x 120 cm. Unter den dolchartigen Hörnern weist sein Blick aus rötlichem Auge zurück und erschreckt; sein animalischer Körper ist mit ihrem Leib, voll zarter Weiblichkeit, vereint, sie wollen ewig Liebe spüren, ein Totentanz, in beängstigender Unmittelbarkeit.
(Peter Arlt)

Peter-Sodann-Bibliothek, Thomas-Müntzer-Platz 8, 01594 Staucha
Dienstag bis Freitag 8 – 14 Uhr und auf Anfrage 035268 – 949574
Geldspenden an: DE35 850550003150005000, Sparkasse Meißen

In: Ossietzky. Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, hrsg. von Matthias Biskupek, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke, Otto Köhler und Eckart Spoo. Interdruck Berger + Herrmann Hannover, 18. Jg., 2015, Heft 21, S. 776-777

Fr, 23.10.2015

Bekenntnis zum Handwerk

Heute wurde die wunderbar kuratierte Ausstellung "Handpressen oder die Kunst handwerklicher Buchgestaltung" in der Galerie Handwerk der Handwerkskammer in München eröffnet. Geschätzt 120! Besucher weilten bei der Eröffnung, bei der sich viele bekannte Buchkünstler und das interessierte Publikum persönlich begegneten.
Viele Pirckheimer Mitglieder gehörten natürlich auch zu den Ausstellern. Benda, Henkel, SchumacherGebler oder Moosbrugger, um nur einige zu nennen, sind in München vertreten, so wie wir sie kennen, mit bibliophilen und künstlerisch anspruchsvollen Exponaten ihres Schaffens. Reinhard Grüner ist als Leihgeber vertreten und gibt mit den ausgestellten Werken einen weiteren Einblick in sein Sammler-Repertoire.
Dafür, dass angeblich niemand mehr sich für Bücher interessiert, sind erstaunlich viele junge Künstler mit ihrer Buchkunst zu sehen.
Die ausgestellten Werke und das spannende Rahmenprogramm der Ausstellung sollte nicht nur Münchner zu einem Besuch motivieren.
(Dr. Ralph Aepler)

Ausstellung: 22. Oktober - 21. November 2015

Handwerkskammer für München und Oberbayern
Galerie Handwerk

weitere Informationen hier ...
siehe auch: Edition Schwarze Seite ...

So, 18.10.2015

Hermann Hesse - 17. Oktober 1895

Gestern vor 120 Jahren begann Hermann Hesse seine Buchhändlerlehre im Antiquariat J.J. Heckenhauer in Tübingen, Holzmarkt 5. Heute war seine Enkelin Eva Hesse zu Gast in Tübingen.
Im Rahmen einer Matinee hatten die zahlreichen Gäste Gelegenheit, in der angenehmen Atmosphäre des Hesse Kabinetts in den Heckenhauer-Räumen mit Eva Hesse ins Gespräch zu kommen. Erinnerungen an den Großvater, Begegnungen mit Zeitgenossen Hesses, wie Thomas Mann, fesselten das Publikum. Eva Hesse las aus eigenen Werken, welche natürlich erworben werden konnten und signiert wurden. Die Anwesenden erlebten ein Stück literarische Zeitgeschichte in intimem Rahmen.
Ein Besuch des Hesse Kabinetts ist sehr interessant, weil eben nicht der große Hesse erlebbar wird, sondern der junge Hesse, der noch am Anfang seines literarischen Weges, welchen ihn noch bis zum Literatur-Nobelpreis Träger führen sollte, begann.
Bekanntlich war Hesses Jugend nicht einfach. In Tübingen begann die Beschäftigung mit der Literatur. Am Ende seiner Buchhändlerlehre im Hause J. J. Heckenhauer (1895-1899) stand das Erstlingswerk Hesses "Die Romantischen Lieder". Zwei Originale aus Hesses Lehrzeit sind im Kabinett zusehen, das Angestelltenverzeichnis und das Lehrzeugnis.
Auf Homepage des Hesse Kabinetts findet man mehr Informationen und Bilder zu dieser Wiege der Weltliteratur.
(Dr. Ralph Aepler)

Do, 15.10.2015

Buch, Kultur und Gesellschaft: ›Die Peter-Sodann-Bibliothek‹

Gestern Abend fand unsere letzte Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Buch, Kultur und Gesellschaft“ für dieses Jahr statt. Diese Reihe wird von der Initiative Buchkultur e.V. mit Unterstützung des rem Mannheim und der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. durchgeführt.
Das Beste zum Schluss – Peter Sodann! 
Peter Sodann berichtete von der durch ihn initiierten Bibliothek in Staucha/ Sachsen. Bibliotheken gibt es viele, aber nur eine, wo die Bücher nach den Verlagen, in denen sie entstanden, zu finden sind. Dieses einmalige Stück deutscher Kulturgeschichte umfasst die Buchproduktion vom 8. Mai 1945 bis zum Ende der DDR.
Ostalgie ist nicht die Motivation, das Bewahren von Identitäten und Geschichte sind die Charakteristika dieses Vorhabens. Peter Sodann, Kabarettist, Schauspieler, Bibliothekar, Hausmeister, Kneipenwirt – alles beschreibt diesen umtriebigen Zeitgenossen nur unvollkommen. Das konnten wir an diesem Abend erleben. Trotz aller Widrigkeiten lebt er dieses wichtige Projekt, man muss sagen, stellvertretend für uns alle – authentisch „man muss ja was tun, egal wie die Umstände sind“. Ein Überzeugungstäter und jeder der Anwesenden konnte da keine Ossi Klischees erkennen, es geht um tatsächliche Qualität. Die steckt in vielen seiner Bücher. Übersetzungen, gerade russischer Literatur, er hat sie alle. Richtig erklärt versteht man sofort, dass eine gute Dostojewskij (1821-1881) Ausgabe nichts mit sozialistischer Verklärung zu tun hat, sondern nur von der Qualität des Übersetzers abhängt. Und wenn diese Ausgaben auf dem Müll landen sind sie unwiederbringlich weg. Bücher wurden in Deutschland wieder verbrannt und zu viele haben weggeschaut – Peter Sodann aber nicht!
Unsere Unterstützung für dieses Projekt an diesem Abend war die Gabe eines Buches. Johann Wolfgang von Goethe „Gedanken und Aussprüche über das Buch und den Leser“. Dieses Buch, Aufbau Verlag Berlin 1955, existiert nur einmal. Jetzt gehört es der Peter-Sodann-Bibliothek. Unser Dank gilt dem Antiquariat Ballon & Wurm, Berlin für die Besorgung dieser Rarität.
Der Abend wollte, wie immer, nicht enden, es wurden Fragen gestellt, Bücher signiert, geredet und wieder neue Unterstützer für dieses Projekt gewonnen. Alle wurden eingeladen, nach Staucha zu kommen.
Herzlichen Dank an unseren Gast für einen gelungenen Abend. Bis bald in Staucha!
(Dr. Ralph Aepler)

Do, 24.09.2015

Resümee: Pirckheimer-Jahrestreffen und Mitgliederversammlung 2015

Ralph Aepler, Foto: privat
Der 45-jährige Unternehmer Dr. Ralph Aepler aus Mannheim wurde am 18. September durch die Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft gewählt. Er löste damit den Germanisten Ulrich Goerdten ab, der, wie auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Ferdinand Puhe, Prof. Dr. Roland R. Berger und Abel Doering, nicht mehr zur Wahl angetreten waren. Neu in den Vorstand wurden für die Mitgliederbetreuung Jutta Osterhof (Berlin), für die Koordinierung der Regionalgruppen Matthias Haberzettl (Augsburg) und für die Öffentlichkeitsarbeit Ralf Wege (Magdeburg) gewählt, wiedergewählt wurde der bisherige Schriftführer Ernst Reif (Reichertshofen) als Schatzmeister.
Begrüßt wurden die Teilnehmer des Jahrestreffens durch den Landrat des Landkreises Meißen im historischen Ratssaal des Meißener Rathauses, in dem auch die Mitgliederversammlung stattfand. Das zentrale Thema des Jahrestreffen war der Besuch der Peter-Sodann-Bibliothek in Staucha.
Tagungsmappe
Für die Unterstützung dieses Anliegens bedankte sich der Organisator des Jahrestreffen Prof. Dr. Peter Arlt beim Landrat Arndt Steinbach u.a. mit folgenden Worten: "... herzlichen Dank! Dieses Entgegenkommen von Ihnen ist sicher nicht allein ein Ausdruck, sich der dringlichen Bitte Peter Sodanns zu entledigen, wie Sie scherzhaft gesagt haben, sondern ein Ausdruck Ihrer großen Achtung für Peter Sodann, für den Theatermann, Buchfreund und Verteidiger kultureller Leistungen der DDR ... und für Ihre Bewunderung seiner Bibliothek in Staucha. Uns ist es ein Ausdruck dafür, dass der Landrat damit rechnet, dass wir als Pirckheimer-Gesellschaft den Aufbau und die Arbeit der Bibliothek unterstützen.
Alle unsere Mitglieder mit unterschiedlicher politischer Einstellung könnten in der allmählichen Vollständigkeit des Bibliothekbestandes, die Möglichkeiten und Beschränkungen der DDR erkennen und sich so der historischen Wahrheit annähern."
Foto © Ralf Parkner
Der Pirckheimer Peter Sodann führte die Teilnehmer durch die Bibliothek. Auf großes Interesse stießen ebenso die Ausstellung mit Werken der Dresdener Malerin und Illustratorin Angela Hampel und das Theaterstück „Speer“ von Esther Vilar, aufgeführt durch Peter Sodann und Schauspielkollegen. Den Festvortrag hielt Elmar Faber, Publizist und ehemaliger Cheflektor und Verlagsleiter bei Edition Leipzig, Direktor des Aufbau-Verlags und Verleger von Faber & Faber. Das traditionelle Festessen mit einer Auktion von Graphiken aus Sammlungen der Mitglieder beendete den offiziellen Teil des Treffens in der Winzergenossenschaft Meißen.
Die Teilnehmer einigten sich darauf, dass das Jahrestreffen 2016 Anfang September in München stattfinden wird.
(ad)

Fr, 24.07.2015

eine Veranstaltung der Initiative Buchkultur

REIHENWEISE Die Sammlung Klimmt

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Buch, Kultur & Gesellschaft hatten wir gestern Herrn Reinhard Klimmt zu Gast. Viele kennen Reinhard Klimmt nur als Politiker, ehemaliger Bundesminister und Ministerpräsident des Saarlandes, aber weit gefehlt, er sammelt Bücher von Kindesbeinen an. So entstand „Das Tollhaus im Saarland“, wie der CICERO einst sein Haus bezeichnete - eine beeindruckende Sammlung. Unsere Pirckheimerfreunde Klaus Walther und Dieter Lehnhardt stellten in ihrem Band „Haben Sie das alles gelesen? (erschienen im Mironde-Verlag), neben anderen bedeutenden Sammlern, wie Wulf D. und Akka v. Lucius, Elmar Faber oder Carsten Wurm, auch die Sammlung Klimmt vor.
Gestern Abend standen allerdings die Taschenbücher im Vordergrund. Reinhard Klimmt führte unser Publikum durch die Zeitgeschichte in Ost und West, zeigte die vielen Gemeinsamkeiten und die Unterschiede auf und stellte sie versiert in den historischen Kontext. Er berichte über die Jagd nach Informationen, über Gestalter und Illustratoren, die heute keiner mehr kennt, deren Werke aber bewahrt werden müssen! Die Sammelei mündet bis zur Leipziger Buchmesse 2017 in einem zwei bändigen Werk über die Taschenbuchlandschaft bis zum Ende der fünfziger Jahre mit ihren Reihen und Verlagen. Natürlich möchten er und seine Mitstreiter danach mit den 60er weitermachen… Dieses Projekt wird meiner Meinung nach die gleiche Bedeutung erlangen wie der Blickfang von Jürgen Holstein, ein unersetzbares und einzigartiges Nachschlagewerk und bibliophiles Sahnestück!
Unser Publikum war sehr interessiert und Herr Klimmt schwelgte gemeinsam mit den Anwesenden zwischen den toll gestalteten Taschenbüchern und den darin eingepackten Geschichten.
Unseren Dank an Herrn Klimmt äußerten unsere Mitglieder Katrin Kirchner und Günther Berlejung mit einem deutsch, französischen Buch: Liebesgedichte, die Distanzen überwinden, die Nähe und Intimität vermitteln, die Unsagbares in Worte fassen, in denen Leidenschaft sich nicht zurückhält. Erotik wird im Sprachspiel umschrieben, Sinnlichkeit und Gefühl im Erlebnis unmittelbar.
Katrin Kirchner dringt vor zum eigentlichen Anliegen der Poesie. Ihre Gedichte sind berührend und anrührend. Und eine Liebeserklärung, in Prosa, an Ludwigshafen, eine spröde Stadt, deren Reiz sich nicht dem ersten Blick erschließt. Die Radierungen von Günther Berlejung, beidseitig und durchscheinend, wurden exklusiv für diesen Band geschaffen. Sublim und eindringlich zugleich stehen sie als eigenständige Kunstwerke in assoziativer Beziehung zu den Gedichten.
Zur bibliophilen Kostbarkeit wird das Buch neben seiner feinen Ausstattung auch durch die außergewöhnliche Typografie von H.-J. Kotarski. Sie integriert Text, Bild und Übersetzung buchstäblich transparent. Die einfallsreiche Konzeption übersetzt die künstlerische Aussage noch einmal visuell. Ein Buch, in dem man blättern möchte, ein Buch zum gemeinsamen Lesen.
Natürlich wurde die Ausgabe durch ein Original von Günther Berlejung „angereichert“! Wir hoffen, dass Herr Klimmt noch Wandfläche in seinem „Tollhaus“ frei hat, um dieses wunderbare Blatt anzubringen.
Am 24.Juli feiern wir unser Sommerfest mit verschiedenen Künstlern, einer Buchvorstellung und natürlich mit kulinarischen Highlights! Jeder, der kommen möchte, ist herzlich eingeladen.
Nach der Sommerpause endet unsere Reihe in diesem Jahr am 13. Oktober um 19. Uhr im Bassermann Haus, C4, 9 mit Peter Sodann und seiner Bibliothek.

P.S. Die Planungen für 2016 laufen und wir versprechen erneut ein ansprechendes Programm für alle Interessierte an der Reihe „Buch, Kultur & Gesellschaft“.

(Dr. Ralph Aepler)
è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. c/o Llux
Postfach 25 02 09
67034 Ludwigshafen
Tel. (06 21) 68 50 275

Mi, 01.07.2015

Buch, Kultur & Gesellschaft

Gestern Abend begrüßte die Initiative Buchkultur Das Buch e.V. im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe Professor Dr. Dieter B. Herrmann aus Berlin. In Rahmens eines Gespräches mit dem Gast haben die Teilnehmer viele interessante Einblicke in ein Stück deutscher Zeitgeschichte erhalten.
Neben Professor Herrmann hatten die IB weitere Ehrengäste, Schülerinnen und Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums Ludwigshafen mit Ihrem Lehrer Dr. Bernd Rohwedder. Sie haben im Namen der IB für Ihre Entdeckung von zwei Asteroiden jeder ein Buchpräsent unseres Gastes erhalten. Die Schülerinnen und Schüler verfolgten unser Gespräch bis zur letzten Sekunde und fragten unseren Gast die berühmten Löcher in den Bauch. Auch unser Gast war sichtlich beeindruckt von den Schülern und deren Fragen. Natürlich werden sie jetzt alle in die Physik gehen und das zur großen Freude des Lehrers - dem „Anstifter“ dieser Entdeckungen.
Die Hörer schritten mit ihrem Gast vom zerstörten Berlin nach dem II. Weltkrieg über die Schule, das Studium und der Promotion bis in die Archenhold Sternwarte und das Zeiss Großplanetarium (beide in Berlin), deren Direktor Professor Herrmann bis zum Jahre 2004 war. Freude an dem was man tut, dass ist das bestimmende Lebensmotto Professors Herrmanns und dann gibt es natürlich viel zu erzählen.
Ein Wissenschaftler zu Gast bei den Bibliophilen - in Puncto Bücher hat unser Gast alles zu bieten. Vom wunderschön illustrierten Kinderbuch bis hin zur strengen wissenschaftlichen Publikation.
Am Ende des Gespräches war noch lange nicht Schluss. Unser Mitglied Günther Wilhelm hatte etwas ganz besonderes für den Gast - eine Cyanotypie! 1842 entwickelte der Astronom Sir John Herschel dieses fotografische Verfahren. Die Überraschung ist gelungen, denn die Initiatoren der Reihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" konnten ihrem Gast etwas „Neues“ schenken.
Günther Wilhelm hat für die Initiative Buchkultur bereits mehrere Bücher (foto)graphisch „gefüllt“.
Wer aber dachte, nun wäre der Abend zu Ende, unterlag einem Irrtum. Das Publikum war begeistert und belagerte seinen Gast. Professor Herrmann hatte sichtlich Freude an den Gesprächen und niemand realisierte, dass schon drei Stunden Wissenschaft vergangen waren.
Der Referent lieferte den eindrucksvollen Beleg, warum er der Beste seiner Zunft ist. Komplexe Wissenschaft anschaulich zu präsentieren, das ist seine Mission und das ist authentisch. Nicht umsonst war er der Erste im deutschen Fernsehen, der mit einer TV Sendung zu Themen der Wissenschaft erfolgreich war. 150 Sendungen und das seit 1976! Mehr muss man nicht schreiben oder?!
Der Dank gilt wieder einmal der „Hausherrin“, Frau Liselotte Homering, von den Reiss-Egelhorn Museen Mannheim Sie hatte alles perfekt für einen gelungen Abend vorbereitet und das war er dann auch (wieder einmal)! Professor Dr. B. Herrmann - ein unvergesslicher Abend - Herzlichen Dank!!!
(Dr. Ralph Aepler)

è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. c/o Llux
Postfach 25 02 09
67034 Ludwigshafen
Tel. (06 21) 68 50 275

Mo, 01.06.2015

Das Vermächtnis der Bücher

Der Bibliophilen-Abend 3. Band
Harald Kugler hat seine Buchreihe "Der Bibliophilen-Abend" mit einem dritten Band abgeschlossen. Als "Das Vermächtnis der Bücher" schrieb er eine Erzählung eines Mitglieds der Vereinigung der Bücherfreunde mit Namen Max Rodan, die dieser als Jahresgabe für den Bibliophilen-Abend verfasste. Entsprechend dieser Vorgabe wurde das Buch auf hochwertigem Papier gedruckt und im Querformat gebunden,
Ein erster Eindruck, der zwar bislang nur aus dem flüchtigen Lesen einzelner Passagen beruht, veranlasst mich bereits zu der Überzeugung, dass mit diesem 3. Band der bisher beste Text vorgelegt wurde, womit in Ergänzung der ersten beiden Bände die Welt des Bibliophilen abgerundet beschrieben wird.
(ad)

Pbd., 114 Seiten,
nummerierte Auflage,
Selbstverlag 2015, Druck: epubli GmbH, Preis 15 €
. _________________________

Neues Format -diesmal quer-, spannender Plot und der bekannte und eingehende Stil unseres Pirckheimer Freundes Harald Kugler entführt den Leser nun schon zum dritten Male in die spannende Welt der Bücher. Diesmal ist ein Kloster weit im Wald der Tatort für einen Mord.
Nicht genug, dass angeblich die Bibliophilie in der Krise steckt, nein jetzt sterben bei Kugler auch noch deren Protagonisten. Aber die Sünden des Lebens werden eben vom lieben Gott in seiner unergründlichen Weisheit auf die eine oder andere Weise bestraft.
Ich dachte natürlich gleich an Umberto Eco, wurde aber überrascht. Kugler hat seine eigene Geschichte erfunden, Vergleiche mit dem berühmten Buch sind kaum möglich.
Sollte ich sagen ganz im Gegenteil - die Geschichte ist frisch und schlank erzählt. Man durchfliegt den schönen großen Schriftsatz und hat dennoch durch den einfühlsamen Text ständig die Bilder des Klosters und seiner Bewohner vor Augen. Trotz der Tragik der Geschichte ist das Wetter in den Bildern vor meinem geistigen Auge deutlich schöner.
Die Lebendigkeit, mit welcher Kugler die Personen zeichnet, lässt den beißenden Gestank der Ameisensäure einem in Augen und Nase steigen.
Nur das junge, verführerisch schöne Mädchen ist auch da, naja aber dass kann man auch schlecht weglassen und Umberto Eco hat diese Sünderin auch nicht erfunden …
Als treuer Kugler-Leser muss ich sagen, dass das
Vermächtnis der Bücher" ein echter Höhepunkt der bisher erschienen Trilogie von Büchern über Bücher ist.
Besser gesagt, dass ist meine neue Lieblingsgeschichte - getreu dem Motto „Das Bessere ist der Feind des Guten“!
Die 3 Bände -man muss jetzt schon von der Reihe „Der Bibliophilen-Abend" sprechen- sind allesamt direkt beim Autor zu beziehen. Email an HaraldKugler und ein signiertes und nummeriertes Exemplar ist auf dem Weg zu Ihnen!
Viel Vergnügen beim Lesen!
(Ralph Aepler)

Fr, 24.04.2015

„Ich sage dem Buch eine grandiose Zukunft voraus!“

Darin ist sich der Pirckheimer und Gast der Initiative Buchkultur im Rahmen der Reihe „Buch, Kultur & Gesellschaft“ Elmar Faber sicher! Zweckoptimismus? - Nein, Statement eines der bedeutendsten Verleger Deutschlands.
Ein Mann der sehr genau weiß, wovon er spricht. Stets hat er mit seiner Arbeit die Verlagslandschaft geprägt. Fabers Produktionen sind begehrte Stücke der deutschen Buchkultur.
Elmar Faber führte am 21. April die Hörer durch seine wechselhafte Biographie „Verloren im Paradies“ und nahm sie mit seinem aktuellen Buch mit auf eine Reise durch die deutsche Kulturgeschichte. Je länger man ihm zuhört, desto stärker wird der Wunsch, dass dieser Mann sich wieder hinsetzt und schreibt. Thema: Unsere Geschichte - seine pointierten Analysen und Betrachtungen verhelfen dem geneigten Zuhörer bekanntes zu überdenken und den eigenen Gedanken neue, Fabers Gedanken, hinzuzufügen, Gedanken, die nicht spalten, sondern integrativ und sachlich und keine schwarz-weiß Schemata sind, sondern das bunte Leben treffend beschreiben. Die Schule des Lebens brachte uns an diesem Abend einen seiner besten Absolventen nach Mannheim. Sein Lebenswerk ist jetzt schon beachtlich, vielleicht fügt er ja den gewünschten Band der Reihe seiner bedeutenden Bücher noch hinzu.
Renate und Elmar Faber im Gespräch mit Senior Chef Hans-Peter Heeg
Am Tag nach der Veranstaltung nutzten Frau und Herr Faber noch die Gelegenheit, der Buchhandlung Bender in Mannheim einen Besuch abzustatten. Der Mannheimer Hort für (nicht nur!) bibliophile Kostbarkeiten führt eine umfangreiche Auswahl der Bücher Fabers. Es war ein angeregtes Gespräch zwischen Buchhändler und Verleger und der Schulklasse, die anlässlich des Welttages des Buches durch diese wunderschöne Buchhandlung im Herzen von Mannheim in O4, 2 geführt wurde. Wieder ein Beleg für die prognostizierte grandiose Zukunft des Buches. Nur, wer authentisch die Liebe zum Buch verkörpert, erreicht es, dass auch die Schulklasse ihm zuhört und zur Überraschung der Lehrerin absolut still sein kann!
(Dr. Ralph Aepler)


Elmar Faber - Verloren im Paradies: Ein Verlegerleben
Geb. mit SchU., 398 Seiten
Aufbau Verlag, Berlin 2014
978-3-351-03572-3
22,99 €

Di, 21.04.2015

Filmpremiere "Treffpunkt Erasmus"

Des Öfteren schon wurde an dieser Stelle über das Dokumentarfilm-Projekt „Treffpunkt Erasmus“ berichtet, das die Kriegsjahre unseres Gründungsmitglieds Werner Klemke, von 1942-1945 in Holland stationiert, zum Thema hat: Das erste Mal am 29. Mai 2013; und zuletzt am 13. März d.J. mit einem Bericht von Ralph Aepler über eine Teil-Aufführung im Mannheim.
Aber – was lange währt … wie das Volk so sagt: Nunmehr ist das Datum der Premiere offiziell – am Montag, den 18. Mai 2015, um 20:00 Uhr im Kino „Babylon“, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin. Die Uraufführung findet im Rahmen des Jüdischen Film-Festivals Berlin & Potsdam statt. Weitere Informationen dazu hier. Wie dort auch vermerkt, können Karten direkt beim Kino „Babylon“ bestellt werden (Tel. 0 30-24 25 969).
Wir laden Sie alle herzlich zum Besuch ein. Die Regisseurin, Annet Betsalel, und der Produzent, Juan Morales Calvo, sowie Kinder und Enkel Werner Klemkes werden anwesend sein; auch einige seiner Freunde, Schüler und Weggefährten werden erwartet.
Übrigens: was es mit dem Monopoly-Spiel auf sich hat, werden die Besucher im Film erfahren!
Am selben Tag (Montag, 18.5.2015) eröffnet auch eine Klemke-Ausstellung im Kunst- und Kulturzentrum „Brotfabrik“ in Berlin-Weißensee, Caligariplatz 1, 13086 Berlin – Details hierzu werden nachgereicht. So ist die Gelegenheit gegeben, diesen Tag zu einem ganzheitlichen Klemke-Event zu machen.
Aber der Film spricht nicht nur die Freunde dieses großen Berliners und seines Werkes an, sondern zeigt weit darüber hinaus den mutigen Widerstand zweier deutscher Wehrmachtssoldaten gegen die menschenverachtende Nazi-Herrschaft, und ihren Einsatz zur Rettung von Menschenleben.
Für alle aber, die am 18. Mai partout keine Zeit für’s „Babylon“ haben: Eine weitere Aufführung ist auf der Festival-Homepage noch für den folgenden Tag angekündigt: Dienstag, den 19. Mai 2015, um 17:00 Uhr im „Capitol – Das Kulturkino“, Bahnhofstr. 16, 15711 Königs Wusterhausen (Tel. 0 33 - 75 46 97 77).
Noch eine anschließende Bitte: beim Festival wird ein „Publikums-Regiepreis“ in Höhe von € 2.000 verliehen. Die Abstimmung wird wohl über Stimmzettel direkt im Kino erfolgen. Bitte denken Sie daran, Ihre Stimme für „Treffpunkt Erasmus“ abzugeben – diesen Zuschuss könnten wir gut gebrauchen. Denn die Finanzierung ist immer noch nicht vollständig abgedeckt; deshalb möchten wir Sie an dieser Stelle auch noch einmal um Spenden bitten. Vielen Dank!
(Matthias Haberzettl)

Spendenkonto: Pirckheimer-Gesell. e.V.
IBAN DE28100100100649814106
Verwendungszweck: Treffpunkt Erasmus