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Michael Steiner

Pirckheimer-Blog

Michael Steiner

Sa, 13.05.2017

IB (Insel-Bleistifte)







Das Netz und mein Spam-Ordner ist derzeit voll von "Geschenkideen" zum Mutter- oder Vatertag. Blumensträuße, Pralinen, "eine Darmspiegelung für den Menschen, den man wirklich liebt" oder ein Treppenlift, Alkohol oder Pfefferspray - das Netz kennt all die guten Vorschläge.
Der IB-Sammler Dr. med. Michael Steiner hat eine andere hübsche Idee für Freunde des Bleistifts und der Insel-Bücherei.
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Fr, 07.10.2016

Der Sammler auf Reisen: Lugano

Lugano im Schweizer Tessin ist eine vortreffliche Urlaubsregion und besticht mit südländischem Flair und Wetter und kulinarischen Genüssen. Für den Buchliebhaber ist die Stadt am See eher weniger attraktiv und ein Antiquariat "zum Stöbern" konnte ich nicht finden. Dafür ist ein Ausflug ins Hermann-Hesse-Museum im nahen Montagnola aber mehr als eine Entschädigung. Ein Stadtbus (Linie 4.36 Richtung Agra) bringt die "Hesse-Fans", zu denen u.a. Udo Lindenberg gehört, nach Montagnola Bellevue und von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang und man steht in Hesses Wahlheimat vor dem kleinen, aber sehr sehenswerten Museum. Hesse kam 1919 nach Montagnola und lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1962. Im Untergeschoss des Museums ist ein Kinoraum eingerichtet und als Einstimmung kann man einen Film über Hesse genießen (einfach nach der deutschsprachigen Version fragen). Die Dauerausstellung auf mehreren Etagen präsentiert viel Sehenswertes, u.a. Hesses Schreibtisch mit der Original-Schreibmaschine und Fragmenten seiner gewaltigen Korrespondenz (u.a. mit Zweig, Adorno und Heuss), die Urkunde der Nobelpreisverleihung, natürlich Bücher von Hesse und aus seiner Privatbibliothek, aber auch Zeugnisse seines künstlerischen und gärtnerischen Schaffens. Nach dem Rundgang wird jeder Buch- und Hesse-Liebhaber in dem sehr schön eingerichteten Buchladen (mindestens) ein Mitbringsel von oder über Hesse finden und dann zu einem Spaziergang (in zwei Varianten) aufbrechen, um weiteren Hesse-Spuren in und um Montagnola zu folgen. Das nahe Literatur-Cafe lädt abschließend zu einer genüsslichen Pause, bevor es zurück in die Stadt geht.
(Dr. Michael Steiner)

Di, 07.06.2016

Ein Stempel im Buch

Stempel in Exemplaren der Insel-Bücherei wecken in der Regel die Neugier, können aber auch zum Innehalten auffordern. So ging es mir unlängst bei einem IB 30/1 Pandora. Ein Festspiel von Goethe. Leipzig 1913 (1.-15.Tsd., erste Auflage) mit einem Stempel auf dem Titelblatt "Ghetto-Bücherei Theresienstadt".
Das Büchlein kann seine Geschichte nicht erzählen, nicht die zum Zeitpunkt des Erscheinens unmittelbar vor dem ersten Weltkrieg, nicht die danach und noch weniger über die Zeit im Ghetto. Gerne wüßte man etwas über Menschen, die es in den Händen hielten, seine Besitzer, Leser, Aufbewahrer und über die Umstände, die dazu führten, dass es erhalten blieb ...
(Michael Steiner)

1 Kommentar:
Peter Verheyen hat gesagt: Bei dieser Paarung von Titel und Stempel kann man nur nachdenklich werden. Was müssen sich die Menschen beim Lesen des Buches gedacht haben, waren sie doch umzingelt von allem, das die Ur-Pandora freisetzte ...
08 Juni 2016

Di, 24.05.2016

Der Sammler auf Reisen: Londoner Bücherbummel

Fotos © Michael Steiner
Bei einem verlängerten Wochenende in London habe ich keinen gesonderten Bücherbummel geplant, sondern diesen in das Tagesprogramm einfach eingebaut. London kommt solchen spontanen Entschlüssen mit einem tadellos funktionierenden U-Bahn-System sehr entgegen und in kürzester Zeit gelangt man von einem Stadtteil in den nächsten oder von einer Flussseite auf die andere. Großzügige Öffnungszeiten von Buchhändlern und Antiquariaten lassen keine Hetze aufkommen, denn man ist meist auch am Abend noch sehr willkommen.
Von der U-Bahn-Station Waterloo ist es ein kurzer Spaziergang zum Southbank Book Market, der sich unter der Waterloo-Brücke am Themse-Ufer ausbreitet und damit wirbt, täglich geöffnet zu sein, unabhängig vom Wetter (das will in London schon etwas heißen!). Ich hatte Glück, denn bei Sonnenschein macht das Stöbern zwischen Büchern unter freiem Himmel natürlich auch Spaß. Der Büchermarkt bietet vom Kinderbuch über viele geschichtliche Themen bis zu Drucken und Karten eine ganze Menge. Unter den ganz wenigen deutschsprachigen Büchern habe ich mit "Der kleine Goldfischteich. In vielen Farben" ein Exemplar der Insel-Bücherei Nr. 255 entdeckt und für meine kleine Teilsammlung "Weitgereiste Exemplare" erworben. Die gut lesbare Widmung auf dem Vorsatz verrät, dass eine Sally zu Weihnachten 1938 mit dem Büchlein beschenkt wurde.
Die U-Bahn-Station Leicester Square ist dann der perfekte Ausgangspunkt für den Besuch der (einst?) legendären Büchermeile Charing Cross Road und deren kleiner Seitenzeile Cecil Court. Sicher sind die Ladenantiquariate in der Charing Cross Road auch deutlich weniger geworden, aber Institutionen wie "Any Amount of Books" oder "Quinto" sind einen Besuch wert. Alte Kostbarkeiten in Leder werben im Eingangsbereich um die Gunst der Käufer und wer zum Stöbern kommt, geht in die Kellerräume, die teilweise vor Büchern überquellen - für den einen Bücherliebhaber genau das, was er sich wünscht, für den nächsten eine Zumutung. Möge jeder Besucher für sich entscheiden. Ein interessantes Detail auf dem Weg in einen solchen Bücherkeller ist das Plakat "Buchläden statt Bomben" - ein zeitloses Bekenntnis nicht nur für Buchhändler, Antiquare und Leser ....
Ganz anders geht es dann im Cecil Court zu, denn hier sind ausgesuchte Antiquariate unter sich und so manche Rarität dürfte schon den Besitzer gewechselt haben. Leider hält man sich hier auch an bei uns übliche Öffnungszeiten und so konnte ich lediglich Tim Bryars einen Besuch abstatten. Bei einem netten Gespräch kamen wir auf das Thema "Bücher über Bücher" und er fragte mich, ob ich in Interesse an einem Buch über antiquarische Buchhändler hätte. Für 20 englische Pfund konnte ich so meine Bibliothek nun um ein Exemplar "A Second Book of Booksellers" erweitern, das nette Geschichten über antiquarische Buchhändler erzählt und von der Autorin Sheila Markham (vorab) signiert und vom Antiquar Tim Bryars für mich gewidmet wurde mit "Bought in the right place" (Am richtigen Ort gekauft), denn Tim Bryars ist einer der im Buch vorgestellten Antiquare.
Einige Bildeindrücke des Kurzbesuches, der bis auf einen fast dramatischen Rückflug (Umkehr nach wenigen Minuten in der Luft wegen eines geborstenen Cockpitfenster-segments) unbedingt eine Fortsetzung braucht, denn es gibt in London noch ungezählte Antiquariate in der City und auch weiter draußen am Rand der Metropole ...

Mo, 04.01.2016

wiedergelesen: Bücherfeinde

... in einer "Krambox" vor einer Buchhandlung ist mir zwischen den Feiertagen "Bücherfeinde" in die Hände gefallen. Es ist eine köstliche Lektüre und eine Besprechung drückt das so aus:
Der englische Buchdrucker William Blades (1824-1890) macht in diesem bibliophilen Klassiker mit den größten Feinden des Buches bekannt. Denn ob Brandkatastrophe oder Frühjahrsputz, Bücher sind ständig von allen Seiten bedroht! Die Angriffe reichen von historisch-bedeutsam bis unterhaltsam-skurril. Ein Muss für alle Büchernarren! Feuer und Wasser, Gas und Hitze, Staub und Vernachlässigung, Ignoranz und Engstirnigkeit: Bücher können auf vielerlei Art zu Schaden kommen. William Blades schildert voller Humor und Liebe zum Buch die zahllosen Gefahren, denen Druckwerke zu allen Zeiten ausgesetzt waren. Dabei sind es beileibe nicht nur Naturkatastrophen und politische Umwälzungen, die ganze Bibliotheken vernichten. Oft richten gerade die kleinsten (Buch-)Würmer den größten Schaden an. Übereifrige Dienstboten attackieren schweinslederne Bände mit dem Staubwedel, unschuldige Kinder ruinieren teure Folianten im Spiel.
Der englische Buchdrucker William Blades (1824-1890) spricht aus reicher Erfahrung, war er doch als Restaurator tagtäglich mit den Folgen unsachgemäßer Behandlung konfrontiert. In seiner Einführung lässt Hektor Haarkötter das Leben dieses ebenso besessenen wie kuriosen Mannes und die Geschichte der Buchschädlinge Revue passieren. Im angelsächsischen Sprachraum sind "Die Bücherfeinde" längst ein Klassiker. Jetzt liegen sie erstmals in deutscher Übersetzung vor.
(Michael Steiner)

1 Kommentar: Ninon Suckow hat gesagt ...

Hallo in die Runde und prosit Neujahr, ich habe von den "Bücherfeinden" eine Ausgabe von 2012, ebenfalls aus dem Primus-Verlag, die wohl auch noch lieferbar ist. Besonders hübsch finde ich bei dieser Ausgabe das Vorsatzpapier. Beste Grüße, Ninon Suckow
4.1.2016

So, 14.12.2014

Der Sammler auf Reisen: Antiquariatsbummel in San Francisco

Die letzte große Reise in diesem Jahr hat mich nach San Francisco geführt.
Die Vorbereitung auf den Antiquariatsbummel anhand des Mitgliederverzeichnisses der ABAA ließ vermuten, dass es einige Antiquariate gibt, die sich auf den hochpreisigen Markt spezialisiert haben. Zwei dieser Antiquariate konnte ich besuchen und mich davon überzeugen, dass sowohl Argonaut Book Shop als auch Brick Row Book Shop ausgewählte Erstausgaben und Raritäten anbieten, die sich preislich zwischen zwei- und fünfstelligen Dollarbeträgen bewegen. Bücher in deutscher Sprache gab es dagegen nicht zu bestaunen.  
Einen weiteren Teil des Bücherbummels, der in San Francisco durch das Hügel-Auf-und-Ab konditionell anspruchsvoll ist, hatte ich im Internet vorbereitet. Dort angepriesene Antiquariate für das kleine Budget wie Acorn Books oder McDonald's Books gibt es leider (längst) nicht mehr, so dass ich bei Dog Eared Books froh war, dass ich endlich in die Bücherwelt eintauchen konnte. Wie stets in den USA gibt es eine Kategorie "Books about books" und ich habe mir neben "The Book on the bookshelf" (Henri Petroski, 1999) ein Exemplar "The man who loved books too much" (Allison Hoover Bartlett, 2009) gekauft, das sich einer Bücherdiebstahlserie widmet, die ein gewisser John Charles Gilkey über Jahre hauptsächlich in kalifornischen Antiquariaten begangen hat. Zu seinen "Opfern" zählte auch genannter Brick Row Book Shop. Mit den Diebstählen und einer geschätzten Schadenssumme von 200000 Dollar hat es Gilkey erst in Gefängnis und dann zu einem Wikipedia-Eintrag geschafft ...
Im danach besuchten Russian Hill Bookstore und bei Aadvark Books bin ich nicht fündig geworden, obwohl beide Antiquariate große Verkaufsräume haben, die vor Büchern fast überquellen. Weiter ging es ohne große Erwartungen zu Kayo Books, wo vorrangig Comics und Paperbacks aller Richtungen zu haben sind. Auf meine Frage nach "copies in German" zeigte mir der nette Antiquar im Obergeschoss dann ein kleines Regal, in dem ich zu meiner freudigen Überraschung IB 255/2 Der kleine Goldfischteich und IB 340/1 Der Erste Beernhäuter jeweils in der ersten Auflage fand. Der Antiquar hatte viele Fragen zu den Büchern und nach einem "Einführungskurs" zur Insel-Bücherei habe ich mit Preisnachlass 13 Dollar bezahlt und mich über zwei Exemplare gefreut, die in der eigenen Sammlung das Prädikat "weitgereist" verdient haben.
Ein Antiquariat, das ganz auf jüdische Literatur spezialisiert ist, hatte ich vorab kontaktiert und bin erwartungsvoll zu Henry Hollander Bookseller gefahren. Ein gesprächsbereiter Herr hat mich empfangen und mir sein Haus voller Bücher gezeigt. Neben zwei schönen Exemplaren der Bücherei des Schocken-Verlages konnte ich "für kleines Geld" von ihm IB 165/2 Zweig: Sternstunden der Menschheit (erste Auflage), IB 204/1 Perez: Jüdische Geschichten (31.-35.Tsd.), IB 407/1A Die Sinnsprüche Omars des Zeltmachers (erste Auflage), IB 828 Je länger ein Blinder lebt ... (erste Auflage) und NIB Morgenstern: Das Mondschaf (1.-3.Tsd.) erwerben. Wir haben uns lange und intensiv unterhalten (u.a. hat er unlängst Literaturaufträge für das Jüdische Museum in Berlin bearbeitet) und als Dankeschön für meinen Besuch hat mein neuer Freund Henry mich gratis zurück zum Kongress-Zentrum gefahren ("to save you 30 bucks"), welch außergewöhnliche und liebenswerte Geste ...
Abschließend noch eine Empfehlung: Wen es zufällig vom 6. bis 8. Februar 2015 an die amerikanische Westküste verschlägt, der sollte sich dort die Internationale Antiquariatsmesse nicht entgehen lassen, zu der mehr als 200 Anbieter aus der ganzen Welt erwartet werden.
(Dr Michael Steiner)

Sa, 17.05.2014

Der Sammler auf Reisen: Am anderen Ende der Welt ..

Ein Bücherbummel darf auch bei einer Reise nach "down under" nicht fehlen, selbst wenn der Terminplan eng ist. Und so haben sich glücklicherweise in Melbourne einige Stunden gefunden, um nach Antiquariaten Ausschau zu halten.
In der City bin ich rasch fündig geworden und habe das Antiquariat "City Basement Books" besucht. Dort fand sich in einem Regal mit deutschsprachiger Literatur sogar ein Exemplar der Insel-Bücherei (IB 252/1A Barret-Browning. Sonette aus dem Portugiesischen. Leipzig 1930 (21.-35.Tsd.)), das nun bei mir einen "Ehrenplatz" erhält. Es hat mit großem Abstand den weitesten Weg hinter sich, bevor es in meiner Sammlung erscheinen konnte (ein naturgemäß unbekannter Weg von Leipzig nach Australien und nun die Rückkehr in meinem Handgepäck über ca. 18000 Flug-Kilometer).
Aus dem großen Regal "Books on Books" habe ich A Primer of Book Collecting (Winterich/Randall) und Antiquarian Books. An Insider's Account (Roy Harley Lewis) ausgewählt. Es ist immer wieder interessant, welche Vielfalt "Bücher über Bücher" im englischen und amerikanischen Schrifttum zu finden ist. Mit der Inhaberin des Antiquariats habe ich noch ein nettes Gespräch führen können und sie berichtete, dass in Melbourne kaum noch Ladenantiquariate zu finden sind. Die Mietpreisentwicklung treibt die Antiquare ins Umland oder sie geben das Geschäft ganz auf.
Das zweite Antiquariat Kay Craddock ist eine völlig andere Kategorie und bietet u.a. sehr rare Einzelstücke an. So fand sich in einer Vitrine ein Exemplar (von 1000) Virginia Woolf "Monday or Tuesday" in der Erstauflage von 1921 zum Preis von 3500 Australischen Dollar. Wie überall in Australien kommt man rasch ins Gespräch und dem "German Book Collector" wurde das ANZAAB Directory überreicht mit der Empfehlung, meinen nächsten Australien-Besuch anzukündigen - man würde sich ja kennen und eine Antiquariats-"Rundreise" könnte jederzeit vermittelt werden oder zumindest würden die Besuche telefonisch koordiniert werden. Übersetzt in europäische Dimensionen hieße das, ein Antiquar in Oslo kündigt telefonisch seinem Kollegen in Madrid meinen Besuch an. Die "Aussies" sind schon ein besonderer Menschenschlag ...
(Dr Michael Steiner)

Mi, 27.11.2013

Wiederentdeckt

Jörg Becken. Bücher und Verbrechen im Wandel der Zeit.

Dieses Buch wurde für die Freunde der Checkpoint Systems Deutschland GmbH hergestellt.
Düsseldorf 1993.

Es ist ein lesenswerter, bisweilen jedoch (zu) fragmentarischer Exkurs in ein ungewöhnliches Gebiet der Buchgeschichte und -moderne. Themen sind u.a. Bücherverbrennungen, Diebe und Filous, Bücher als Anstifter, Nichts als Fälschungen.
(Dr Michael Steiner)

Di, 19.11.2013

Wiederentdeckt

Bibliomania. Ein listenreiches Buch über Bücher.
Zusammengestellt von Steven Gilbar.
Dörlemann Verlag AG, Zürich, 2006
ISBN 978-3-908777-24-3
 
Dieser, auch bei Diogenes erschienene Titel, ist die bearbeitete und ergänzte Übersetzung eines ursprünglich in den USA erschienenen Büchleins und nach einem ersten Blättern und Lesen drängt sich ein Vergleich mit Schotts Sammelsurium auf. Es werden Informationen rund um das Buch in kleinen Einträgen präsentiert - wirklich nett zum Blättern, Lesen und Sinnieren ...
(Dr Michael Steiner)

So, 10.11.2013

Wiederentdeckt

Das von unserem Mitglied Dr. Klaus Walther 2004 bei dtv erstmals publizierte Buch "Bücher sammeln" aus der Reihe Kleine Philosophie der Passionen ist ein lesenswertes Büchlein, auch (aber eben nicht nur) wegen des Beitrages "Herr Jenne, der Inselkönig". Ich danke Herrn Dr. Michael Steiner für diesen Hinweis, der mich veranlasste, dieses Buch, welches sicher im Regal der meisten Pirckheimer steht, wieder einmal zur Hand zu nehmen. Durch Klick auf die Abb. kann man einen Blick in das Buch werfen.

Mo, 21.10.2013

Bücherbummel in Wien ...

Auch in diesem Jahr war ich wieder in Wien und konnte meine geschäftlichen Verpflichtungen so legen, daß ein Tag für einen ausgiebigen Bücherbummel zur Verfügung stand.
Wien bietet auch weiterhin eine stattliche Anzahl von Antiquariaten und es gibt ein neu erschienenes Faltblatt des Verbands der Antiquare Österreichs mit 22 Wiener Antiquariaten. Von diesen habe ich einige aufgesucht und vor allem die im 1. Bezirk (Innenstadtbereich um den Stephansdom) bieten viele Schätze (ich kam gerade dazu, als eine großformatige Bibel aus dem Jahre 1550 (!!) zum Versand vorbereitet wurde, Kaufpreis 4400 Euro), auch für den Liebhaber der Insel-Bücherei. Setzt man sich keinen finanziellen Rahmen, kann gut und gerne bereits das erste besuchte Antiquariat (z.B. Löcker in der Annagasse) den Ruin bedeuten. Wer Lücken in der gelben ÖB-Reihe hat, kann diese wahrscheinlich an einem Tag komplett und bezahlbar auffüllen. Dagegen habe ich kein einziges Exemplar der roten Restauflagen gesehen.
Deutlich lukrativer, da oft nur kleine Preise verlangt werden, sind die nicht im Faltblatt gelisteten Antiiquariate (die also nicht Mitglieder im Verband sind). Diese verlangen eine ordentliche Kondition beim Laufen und einen gewissen Orientierungssinn sowie einen guten Stadtplan, da sie manchmal schon ein wenig verborgen sind. Sehr wohlwollend verrät dann ein Antiquar nach einem kleinen Plausch den Fußmarsch zum nächsten ...
Und so gab für jeweils wenige Euro u.a. IB 352 Der Bauernkrieg, IB 849 Grieshaber ohne die Angabe auf auf dem Hinterdeckel oder ein IB 408/2 Die schöne Magalona. Besonders gefreut habe ich mich über ein IB 613 Die Kinder der Kaiserin, welches von Hans Fronius (hat mehrfach für IB illustriert) und seiner Frau Christel 1956 als Geschenk signiert wurde (s. Bild anbei). Der Antiquar hat nach dem Tod von Hans Fronius von dessen Witwe (mittlerweile ebenfalls verstorben) einige Einzelstücke erwerben können. Natürlich habe ich für dieses Unikat gerne ein paar Euro mehr bezahlt. Ein Stapel weiterer schöner Erstausgaben sowie interessante Varianten warten nun darauf, nach und nach in meine Sammlung eingearbeitet zu werden. Zusätzlich gab mir ein älterer Herr noch eine Handvoll alte Verlagsanzeigen mit, die ich ebenfalls gelegentlich durchsehen werde.
(Dr. Michael Steiner)

Do, 08.08.2013

Der Sammler auf Reisen: Antiquariate in New York

Ein kürzlicher Abstecher nach New York City während meines Urlaubs ist hinsichtlich der Bücherleidenschaft berichtenswert. Ein wenig hatte ich mich darauf vorbereitet und der erste Besuch galt dem angeblich größten Antiquariat der Welt: Strand. Die Eigenwerbung lautet 18 Miles of Books und das kann in dem Riesengebäude schon stimmen. Enttäuschend ist jedoch die eher lieblose Aufschichtung der Buchmassen und Werke in deutscher Sprache kommen so gut wie nicht vor. Ich bin ohne ein Buch gegangen, das kommt bei mir in einem Antiquariat sonst faktisch nicht vor. Einzige "Trophäe": Ein aktuelles Membership Directory der ABAA, so daß ich vor dem nächsten USA-Besuch mal reinschauen kann. Danach habe ich Ursus Rare Books besucht, doch mehr als Schauen und Staunen war dort nicht drin, denn die Preise beginnen im hohen dreistelligen Bereich und gehen auch mal über die 200000 Dollar hinaus. Den aktuellen Katalog durfte ich aber mitnehmen. Ein weiteres Antiquariat (Baumann), von dem ich wußte, daß es noch teurer ist als Ursus, habe ich vorsorglich gleich weggelassen. Dafür bin ich im Argosy (nicht im ABAA) gewesen und das war richtig nett und interessant. In einem Regal "Books about books" habe ich mir aus reichlich vorhandener Lektüre Modern Book Collecting (Robert A. Wilson, 1980) ausgesucht - ein wirklich lesenswertes Buch, in dem der amerikanische Autor (in seinem Besitz ist die umfangreichste Sammlung Gertrud Stein) viele Aspekte des Büchersammelns anschaulich darlegt; weiterhin Understanding Book-Collecting von dem Engländer Grant Uden, ähnlich geschrieben, aber mehr europäische Ausrichtung. Es gab/gibt zahlreiche solche Bücher auf dem amerikanischen Buchmarkt, das war mir so nicht bekannt. Beim Bezahlen habe ich in einer "Kiste" dann doch noch ein IB 461/1A von Hofmannsthal: Gedichte in der ersten Auflage gefunden - kein besonderes Exemplar der Insel-Bücherei, aber es gewinnt für mich durch den Ort des Erwerbs Bedeutung.
(Dr. Michael Steiner)