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Lothar Lang

Pirckheimer-Blog

Lothar Lang

Mi, 18.11.2015

... es ist angerichtet!


Der erste Koffer für den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der artbook.berlin ist gepackt. Wie der Kenner unschwer erkennt, ist vieles aus der Geschichte dieser Bibliophilen-Organisation dabei: Jahresgaben, darunter die erste von 1958 und die aktuelle aus diesem Jahr, Marginalien einschließlich des Reprints des Heftes 1 und sogar einige der legendären Speisekarten zu den Jahrestreffen. Und als Namen der Autoren und Künstler sind unter anderem zu lesen: Jürgen Kuczynski, Bruno Kaiser, Horst Kunze, Hans-Georg Sehrt, Lothar Lang, Alexander Olbricht, Frans Masereel, Werner Klemke, Axel Bertram, Egbert Herfurth, Matthias Gubig,  Angela Hampel und Karl-Georg Hirsch.
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Hinweis: Die Pirckheimer-Gesellschaft ist in der Kulturfabrik am Flutgraben in der 1. Etage an Stand 23 zu finden und teilt sich den Stand mit dem Berliner Bibliophilen Abend.

Do, 05.11.2015

Bücher der Stunde Null

Foto © Ralf Parkner
Am 4. November wurde im Landratsamt Beeskow die Ausstellung "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null | Die Sammlung Lothar Lang" eröffnet. Sören Gundermann umrahmte die Veranstaltung musikalisch.
Neben dem Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft, Dr. Ralph Aepler, waren die Pirckheimer Jutta Osterhof, Robert Wolf, Dr. Carsten Wurm, Konrad Hawlitzki, Rainer Kolitsch und Ralf Parkner zur Eröffnung angereist.
Die Journalistin Elke Lang 
(im Bild rechts neben der Vitrine), ebenfalls langjähriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und 30 Jahre lang Ehefrau des Kunstwissenschaftlers Lothar Lang, hat diese Ausstellung konzipiert und ein, die Ausstellung begleitendes Buch herausgegeben, welches vom ebenfalls anwesenden Künstler Felix M Furtwängler (im Bild lks.) gestaltet wurde.
(... weitere Fotos von Ralf Parkner auf fb)

siehe auch MOZ, 5.11.2015: Bücher aus der Zeit der Trümmer

So, 01.11.2015

Zeugnisse eines demokratischen Neubeginns 1945

Ausstellung im Landratsamt Beeskow: Buchkunstwerke aus der Privatsammlung von Elke und Lothar Lang
Beeskow
 (MOZ) Wenn es im November wieder eine Ausstellung unter dem Motto "Kunst im Landratsamt" gibt, handelt es sich diesmal nicht um farbenprächtige Gemälde regionaler Künstler. Vielmehr sind rund vierzig Bücher zu betrachten, die, auf schlechtem Papier gedruckt, grau daherkommen und so gar nicht aussehen, als könnte sich jemand für sie interessieren. ...
(MOZ 29. Oktober 2015, S. 13)

... weiterlesen durch Klick auf den Ausriss.

Mo, 26.10.2015

Angela Hampel und die Pirckheimer bei Peter Sodann

Mit Büchern – so sagt Angela Hampel – „halte ich auch Zeitgeschichte in der Hand“. Bei der „Kleopatra“ von Theophile Gautier erinnert sie sich an die herrlichen Tage, als sie dafür Illustrationen schuf, doch ebenso an die „Zeit der Container vor den Buchhandlungen“, als sie das weggeworfene frischgedruckte Büchlein entdeckte. Auch deshalb schätzt sie die Arbeit von Peter Sodann als Buchfreund und Verteidiger kultureller Leistungen der DDR, der viele Bücher vor dem Müllkippenschicksal bewahrt hat und jetzt in seiner Bibliothek in Staucha sammelt. Zu den aktuellen Befürchtungen von Spiegel online: Staucha steht! Doch die noch nicht eingearbeiteten und ausgelagerten Bücher in Oschatz sollen aus ihrer Räumlichkeit heraus, weil der freundliche Holländer als Besitzer davongeflogen ist. Doch wohin mit der Büchermenge?
Die Sammlung der Bibliothek in Staucha umfasst in zunehmender Vollständigkeit die 40jährige Buchproduktion der DDR von vier Millionen Büchern. Die kompakte Buchproduktion eines Landes kann sinnlich wahrgenommen werden. Woanders muss man wissen, was man sucht. Doch bei Sodann findet man Ungesuchtes, Überraschendes, stößt auf Bücher und Verlage, von denen man schon viel oder noch nie etwas gehört hat. Jeder kann im Angebot der Bibliothek für seine eigene Büchersammlung, ob er sich für Belletristik, Lyrik, Biologie, Mathematik oder Rechtswissenschaft, Statistik, für Philosophie und Kunst oder für Religion, Geschichte oder Politik interessiert, vielfältige Anregungen bekommen. Das komplexe Publikationsgebiet eines Landes lässt Möglichkeiten und Beschränkungen der DDR erkennen und nähert sich zur deutschen Geschichte nach 1945 in gewissem Sinn der historischen Wahrheit an. Das ist kein Anliegen nur einer Partei, denn es geht darum, die Bücher der DDR, ob herausragende Buchkunst oder schreckliche Druckerzeugnisse als eine Verkörperung dieses Staates geschlossen vorzuweisen.
Peter Sodann (links), hier mit Elmar Faber, Foto © Peter Arlt
Die Pirckheimer-Gesellschaft, die anregt, schöne, wertvolle Bücher und Grafik zu sammeln, steht dem bewundernswerten Anliegen Peter Sodanns, der selbst ein „Pirckheimer“ ist, nahe. Sie nutzte ihr Jahrestreffen im September, um dieses Kulturdenkmal ersten Ranges zu besuchen, und versprach mit dem neuen Vorsitzenden Ralph Aepler, zur öffentlichen Resonanz und Unterstützung beizutragen. Manche Pirckheimer wünschen den Sammlungsbestand der Peter-Sodann-Bibliothek zu vervollständigen und, soweit Lust dazu besteht, mit wissenschaftlicher und sammlerischer Potenz den Bestand zu durchforschen, um neue Aspekte darzulegen und die Bücher einer Nutzung in die Zukunft hinein zuzuführen. Zum Jahrestreffen widmete der Verleger und Publizist Elmar Faber Peter Sodann seine historisch weitgreifende Festrede, mit welcher er die Zensur in der Weltgeschichte kompakt erfasste und die verschiedensten Formen in der DDR im Licht der scharfen Analyse grell bis satirisch hervortreten ließ.
Angela Hampel (1956) stattete die Jahresmappe für jeden Teilnehmer mit Grafiken aus, über eine Doppelseite hinweg eine farbige Buffet-Grafik mit Liebespaar aus Faun und Nymphe beim Schmaus von Weintrauben unterm Flötenspiel eines Faunes, und eine Grafik zu Christa Wolfs „Kassandra“, ein Fall bibliophiler Buchkunst. Mit der Schriftstellerin auf das freundschaftlichste verbunden, erarbeitete die Dresdener Malerin und Grafikerin Angela Hampel 1984 parallel zur Auseinandersetzung mit deren Buch sieben Blätter zu „Kassandra“, Kopfstudien einer jungen Frau mit ekstatischen Gebärden in Lithographien. Bei ihr wird Kassandra zu einer ganz und gar gegenwärtigen, jugendlichen Frau, einer Punkerin. Sie wird zum Synonym einer ausgesprochen individuellen Lebensart, gegen die das gesellschaftliche Leben – gegen das es aufmüpfig zu provozieren gilt – einförmig und spießig erscheint. Die Künstlerin zeichnete eine fackeltragende Heroin mit Tusche auf Alu-Platte zu einer Algrafie, ein Flachdruck und Lithographie-Variation (vgl. Lothar Lang: „Der Graphiksammler“, Berlin 1979). Darunter schrieb sie Zeilen aus dem Roman „Kassandra“ von Christa Wolf: „Wohin ich blicke oder denke, kein Gott, kein Urteil, nur ich selbst.“ Ein symptomatischer Monolog aus Christa Wolfs Erzählung, der die souveräne Selbstbehauptung dieser Frau und, attribuiert mit der Fackel, ihren prometheischen Geist erleben lässt.
In der kurzzeitigen Stauchaer Ausstellung in den Regalen eines Bibliothekteiles, mit den Bildern vor den Büchern, ließ Hampel den funktionalen Aspekt deutlich hervortreten und betonte die Beziehung, welche die Bilder oft zur Literatur eingehen. Die kleinen Grafiken und Leinwände zeigten mit expressiver Bildsprache und exaltiertem Bewegungsausdruck und Farbkontrasten zwischen rot und schwarz, ihre Themen: Minotaurus, Amazone, Medusen, Frauen mit Tieren, Kain und Abel, Rapunzel ... In vereinfachter, fast hieroglyphischer, Gestalt merkwürdige Paarungen, gefleckte Frauen mit Raubtieren oder im „gewand einer schlange“, wie es die sorbische Dichterin Róža Domašcyna bildhaft fasste. Fische und Vögel umspielen die Köpfe der Frauen mit wehendem Haarschopf, wie Organe, von denen Schutz und Gefahr ausgeht. Hampels „Physiologus“ versammelt keine Darstellungen von Tieren, sondern diese verkörpern Eigenheiten bei Frauen wie Männern, wie das Starke und Verletzende, das Schutzsuchende und Zärtliche, die rasende Leidenschaft und besänftigte Wildheit. Frauen zu Frauen und zu Männern, sinnlich zugeneigt, wie Distanz gebietend. Muster abgründiger Triebe und extremer Lebenssituationen, von einer sich mit ungezügelter Leidenschaft durchsetzenden Selbstbestimmtheit in einer menschen- und tierfeindlichen Umwelt. Als Meisterstück wirkte ihr großes magisches Triptychon „Minotaurus“, Mischtechnik auf Leinwand, je 140 x 120 cm. Unter den dolchartigen Hörnern weist sein Blick aus rötlichem Auge zurück und erschreckt; sein animalischer Körper ist mit ihrem Leib, voll zarter Weiblichkeit, vereint, sie wollen ewig Liebe spüren, ein Totentanz, in beängstigender Unmittelbarkeit.
(Peter Arlt)

Peter-Sodann-Bibliothek, Thomas-Müntzer-Platz 8, 01594 Staucha
Dienstag bis Freitag 8 – 14 Uhr und auf Anfrage 035268 – 949574
Geldspenden an: DE35 850550003150005000, Sparkasse Meißen

In: Ossietzky. Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, hrsg. von Matthias Biskupek, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke, Otto Köhler und Eckart Spoo. Interdruck Berger + Herrmann Hannover, 18. Jg., 2015, Heft 21, S. 776-777

Mi, 21.10.2015

Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung

Eröffnung der Ausstellung "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null" aus Anlass des 70. Jahrestag des Kriegsendes. Diese Ausstellung stellt die Sammlung des 2013 verstorbenen Pirckheimers Lothar Lang vor.

Laudatio: Tilman Schladebach, Direktor Burg Beeskow
Musikalische Begleitung: Søren Gundermann, Piano, Frankfurt (Oder)

Begleitend zur Ausstellung erschien ein Buch von Elke Lang mit drei Originalgraphiken von Felix M Furtwängler, welches an die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft als Jahresgabe ausgereicht wurde. Elke Lang und Felix Martin Furtwängler werden zur Eröffnung anwesend sein und haben sich bereiterklärt zu signieren.

Ausstellungseröffnung: 4. November 2015, 15:00 Uhr
Ausstellung: 4. bis 27. November 2015

Landratsamt Beeskow
Haus B, Atrium
Eingang Rathausstr.

Sa, 19.09.2015

Angela Hampel - Kassandra, mit einem Zitat aus der gleichnamigen Erzählung von Crista Wolf, Aufl. 70 Exemplare

Jahresgabe und Tagungsmappe

Die Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft hatten den Titel »Die Sammlung Lothar Lang« als erste in der Hand. Dieses, von Elke Lang herausgegebene Buch, welches auch eine Ausstellung in Beeskow begleitet, erschien in einer Auflage von 500 Exemplaren als Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft 2015.
Der in Quart gehaltene Titel in Broschur ist reich illustriert und wurde von Felix M Furtwängler gestaltet, der auch drei Originalgraphiken, gedruckt auf dem Heidelberger Zylinder, zu Gedichten von Wulf Kirsten aus "Was ich noch sagen wollte" (2004) beigesteuert hat. Der Titel wurde gedruckt auf LuxoArt Samt 150 g/m2, den Satz übernahm Svenja Kiebler.

Und ausschließlich an die Teilnehmer des Jahrestreffens wurde eine Tagungsmappe mit Grafiken von Angela Hampel übergeben, die sowohl eine von der Künstlerin bildlich gestalteten Buffet-Mappe, als auch eine speziell für dieses Jahrestreffen geschaffene Algrafie der Dresdener Malerin und Illustratorin enthält. Diese beeindruckende Graphik (Abb.) mit einem Zitat aus der Erzählung »Kassandra« von Crista Wolf ist auf 70 Exemplare limitiert.
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Di, 15.09.2015

Vernissage: Die Sammlung Lothar Lang

Die Ausstellung "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null" wird am 4. November um 15 Uhr im Landratsamtes in Beeskow offiziell eröffnet.
Die Laudatio hält Burgdirektor Tilman Schladebach, Leiter des Bildungs-, Kultur- und Musikschulzentrum des Landkreises Oder-Spree. Es besteht zur Eröffnung die Möglichkeit, sich von Felix M Furtwängler die im zur Ausstellung erscheinenden Buch von Elke Lang enthaltenen Originalgrafiken signieren zu lassen.


Vernissage: 4. November 2015

Landratsamt Beeskow
Atrium
Breitscheidstraße, Hauptgebäude

Mi, 09.09.2015

Die Sammlung Lothar Lang

Aus Anlass des 70. Jahrestag des Kriegsendes wird es in Beeskow eine Ausstellung geben: "Den Trümmern abgetrotzt - Bücher der Stunde Null", in welcher die Sammlung des 2013 verstorbenen Pirckheimers und langjährigem Chefredakteur der Marginalien, Lothar Lang, vorgestellt wird.
Zu dieser Ausstellung erscheint ein Begleitbuch von Elke Lang, Journalistin und langjährige Ehefrau und Wegbegleiterin des Sammlers, die in einem ausführlichen Kommentar die Sammlung vorstellt, die Motive erläutert, die zu ihrer Entstehung beitrugen und entlang der Sammlungsstücke in die Buchgeschichte der Zeit einführt. Der in Quart gehaltene Titel in Broschur ist reich illustriert und wurde von Felix Martin Furtwängler gestaltet, der auch drei Originalgraphiken, gedruckt auf dem Heidelberger Zylinder, zu Gedichten von Wulf Kirsten aus "Was ich noch sagen wollte" (2004) beigesteuert hat. Der Titel erscheint in einer Auflage von 500 Exemplaren und wurde gedruckt auf LuxoArt Samt 150 g/m2, den Satz übernahm Svenja Kiebler.
Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft wird dieses Buch in besonderer Weise vorgestellt.

Ausstellung: 2. - 27. November 2015

Landratsamt Beeskow

Mi, 17.09.2014

MARGINALIEN 215

Das Heft 3/2014 der MARGINALIEN wurde vom Verlag ausgeliefert und kann den teilnehmenden Pirckheimern zum Jahrestreffen übergeben werden, für nicht teilnehmende Mitglieder wird das Heft am 22.9. in die Post gehen.
Es enthält u.a. Beiträge über den Bibliothekar
Paul Raabe, über die Freundschaft von Herbert Tucholski und Lothar Lang, einen Beitrag unter dem Titel Adler & Pax von Karl-Georg Hirsch und Manfred Jendryschik, Li Portenlänger schildert das Erleben der Lithographie-Werkstadt Eichstädt, Hendrik Liersch berichtet über Victor Otto Stomps und die Erenmiten-Presse, es gibt Hinweise auf Otto Erich Hartleben und Carsten Wurm berichtet über Menschen, Orte, Wegmarken in der Edition A.B. Fischer. Als typographische Beilage sind einige Epigramme aus Der Halkonier von Otto Erich Hartleben, erschienen bei S. Fischer 1904, neu gesetzt in der Walbaum 11/15 Punkt, in das Heft eingebunden.

Mi, 05.03.2014

Generationen zu Picasso

Zum „eigenmächtigsten und gewaltigsten Bild-Erfinder“ prognostizierte Lothar Lang 1976 in der Weltbühne: „Die Forschungen zu Picassos Werk werden noch Generationen beschäftigen.“ Unerschöpflich bleiben Werk und Leben Picassos. Seine Kunst aus der Entstehungszeit zu erschließen, läßt die Aktualität Picassos erleben, sein Engagement gegen die waffenstarrende Zeit und für Frieden, seine tiefempfundene dramatische Beziehung zwischen Frau und Mann. Picassos Kunst bleibt offen für neue Rezeption und bedeutend in neuer Gegenwart. Neue Generationen treiben aus hohem spezialisierten Wissen die Forschung in die Tiefe. Zum Thema „Picasso und das Modell“ erzählt eine Ausstellung über Sylvette in der Kunsthalle Bremen (28.2. – 22.6.14).
Mit der Ausstellung „Pablo Picasso. Bacchanal des Minotaurus“ schmückt sich derzeit das Kunsthaus Apolda Avantgarde anläßlich seines 20. Geburtstags, auf Grafik beschränkt, etwa 130 Blätter, Werke aus dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster. Die beiden Hamburger Kuratoren Tom Beege und Andrea Fromm folgen der bekannten Überlegung, bei Picasso vom Geschlechtlichen als „èlan vital“, der lenkenden Lebenskraft, auszugehen....
(Peter Arlt in Ossietzky 5/2014)
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Ausstellung bis 23. März 2014, Die. bis So. 10 bis 18 Uhr

Kunsthaus Apolda Avantgarde
Bahnhofstraße 42

Di, 27.08.2013

Lothar Lang zum Gedenken

(Schloß Burgk am 17. August 2013)

Ulrich Goerdten, Foto Gabriele Ballon
Diese schöne Veranstaltung von und für Felix Martin Furtwängler könnte hier und heute so nicht stattfinden ohne die Wirksamkeit von Prof. Dr. Lothar Lang, an den ich – mit Ihrer Erlaubnis und im Auftrage der Pirckheimer-Gesellschaft – mit wenigen Worten erinnern möchte. Allen denen, die Lothar Lang geschätzt haben, soll damit Gelegenheit zum Abschiednehmen gegeben werden.
Lothar Lang wurde am 20. März 1928 geboren und ist im Alter von 85 Jahren am 20. Juli 2013 verstorben. Mit seinem Hinscheiden ist ein wichtiges Stück deutscher Kunstgeschichte zu Ende gegangen. Er war seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts als Kunstkritiker, Ausstellungmacher, Verfasser von Büchern und Artikeln, Herausgeber von Mappenwerken, als Organisator und Förderer junger Künstler eine Art Zentrum, in dem sich vieles bündelte.
Für die Kunstszene in der DDR war Lothar Langs Buch Der Graphik-Sammler eine Art Grundlagentext, und es hat auch für heutige Sammler, Antiquare und Kunstliebhaber nichts an Bedeutung verloren. Eine ganze Generation junger kunstinteressierter Menschen hat aus diesem Werk den Impuls zur Beschäftigung mit Graphik und Kunst überhaupt erhalten, hat sich daran ausgebildet und mit diesem Leitfaden in der Hand eigene Sammlungen zusammengetragen, oft mit wenig Geld. Denn das war ein Hauptanliegen des Buches: den arbeitenden Menschen den Weg zur Kunst zu eröffnen. Sie sollten sich mit den Künsten befassen und jetzt zitiere ich Lothar Lang selbst: „… aus Liebe zur Kunst, aus Leidenschaft, aus Begeisterung und Verehrung für sie. Die Kunstwerke, die sie erwerben, sind ihre Lebensbegleiter. Sie stehen mit ihnen in einem kritischen Dialog, aus dem sich Kenntnis und Urteilsfähigkeit ergeben …“
In diesem Sinne ist es ihm unter oft schwierigen Bedingungen gelungen, einen lebhaften direkten Austausch zwischen Künstlern und Sammlern in der DDR herzustellen. Diese Art des Kunstlebens in der DDR erscheint heute als humanes Gegenbild zum staatlich gelenkten Kunst – und Antiquitätenhandel, dessen groteske Züge nach der „Wende“ im 118. Heft der MARGINALIEN (1990) beschrieben sind.
Lothar Langs Verdienste um die Pirckheimer Gesellschaft sind kaum richtig zu ermessen und zu würdigen. Er hat viele Jahre im Vorstand mitgearbeitet und als Chefredakteur die MARGINALIEN zu dem gemacht, was sie heute sind: die maßgebliche bibliophile Zeitschrift Deutschlands.
Sabine Schemmrich hat vor Jahren in einem Interview erzählt, daß Schloß Burgk für sie lange Zeit nur ein abweisendes graues Gemäuer gewesen ist. Lothar Lang hat daraus dieses helle, weltoffene Kunstzentrum gemacht, das wir wie selbstverständlich nutzen und mit Ausstellungen und Veranstaltungen beleben können.
Zu der heute hier zu eröffnenden Ausstellung hat Lothar Lang noch einen Katalogtext geschrieben, und das zeigt seine bis zuletzt unveränderte Verbundenheit mit diesem Ort. Wir Pirckheimer werden Lothar Lang immer ein ehrendes Angedenken bewahren.
(Ulrich Goerdten)

Do, 22.08.2013

Felix M. Furtwängler

Unser Mitglied, das Museum Schloß Burgk, zeigt in der Neuen Galerie, im Pirckheimer-Kabinett, auf den Fluren und im Treppenhaus Bilder und Malerbücher von Felix Martin Furtwängler.
Es ist die dritte Ausstellung Furtwänglers auf Schloß Burgk. Sie steht unter dem Titel „Der Maler liebt die Einsamkeit. Lagerkatalog I, Malerei und Malerbücher“ und zeigt neben Beispielen aus Furtwänglers buchkünstlerischer Produktion etwa 40 großformatige Gemälde, die im Treppenhaus, auf dem Gang, in der Neuen Galerie und im Pirckheimer Kabinett zu sehen sind. Die Veranstaltungsreihe nahm ihren Anfang am Freitag (16. August) mit einem Konzert an wechselnden Orten, bei dem Musik aus 400 Jahren aufgeführt wurde, mit Beginn im Schloßpark, Fortsetzung in der Schlosskapelle und Ende im Rittersaal. Am Samstag wurde die Ausstellung eröffnet mit einer Begrüßung durch die Leiterin des Museums, Sabine Schemmrich, die an den wenige Wochen zuvor im Alter von 85 Jahren verstorbenen Kunsthistoriker Lothar Lang erinnerte, der Schloß Burgk als kulturellen Ort geschaffen, entwickelt und „für die Kunst geöffnet“ hat. Nach einem musikalischen Intermezzo, ausgeführt von Jan Heinke auf dem Stahlcello, sprach Ulrich Goerdten im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft, um allen, die Lothar Lang geschätzt haben, Gelegenheit zu geben, von ihm Abschied zu nehmen. Er erinnerte an die Verdienste des Verstorbenen, der viele Jahre im Vorstand der Gesellschaft mitgearbeitet hat und als Chefredakteur der MARGINALIEN dieser Zeitschrift Gestalt und Profil gegeben hat. Mit seinem Buch „Der Graphiksammler“ habe er einer ganzen Generation von Kunstliebhabern und Sammlern eine Art Leitfaden an die Hand gegeben und durch seine organisatorischen und herausgeberischen Aktivitäten den für die DDR typischen direkten Austausch zwischen Künstlern und Sammlern hergestellt. Nach einem weiteren musikalischen Zwischenspiel sprach der Direktor der Kunstmuseen der Stadt Erfurt, Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, über Felix Martin Furtwängler und seine Kunst und befasste sich dabei insbesondere mit Furtwänglers malerischem Werk, dessen „Formenwelt der reduzierten Zeichen und Symbole“ wie „Bilder aus einem unscharfen Traum“ keinen rationalen Zugang erlauben, sondern den Betrachter emotional zu überwältigen trachten. Dennoch sei, bei allem Ausagieren innerer Erregungen, das malerische Ergebnis gebändigt durch Formkönnen, das seine Anregungen aus den Hervorbringungen der Kinder und der sogenannten „Primitiven“ bezieht und aus der Verbindung zu gleichartigen Tendenzen in der Kunst des Expressionismus und der „Neuen Wilden“ der 1980er Jahre. Ein Grundgefühl der „Unzugehörigkeit zu den gegenwärtigen Lebensformen der Menschen“ bekunde sich im Titel „Der Maler liebt die Einsamkeit“ ebenso wie in den Gestaltungen der ausgestellten Bilder.
Die Ausstellung wird, mit wechselnden Angeboten an Malerischem und Buchkünstlerischem an sieben Ausstellungsorten gezeigt werden: Schweinfurt, Speyer, Potsdam, Memmingen, Stuttgart, Burgk, Berlin. Ein Katalog zu diesen Ausstellungen, von Erik Stephan gestaltet, befasst sich ausschließlich mit Furtwänglers Malerei. Er enthält neben einer Vielzahl von farbigen Abbildungen Texte von Lothar Lang und Gerhard Fichtner.
Ihren Abschluss fand die Veranstaltungsreihe auf Schloss Burgk mit einer Matinee am Sonntag (18. August) im Grafik-Kabinett, bei der Furtwängler sein Buch „young, wild & nieuw“ vorstellte.
(Ulrich Goerdten)
 
Ausstellung: 17. August bis 3. November 2013

Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

So, 21.07.2013

Prof. Dr. Lothar Lang (20.03.1928 - 20.07.2013)

Unser langjähriges und verdienstvolles Mitglied Prof. Dr. Lothar Lang ist gestern friedlich in der Nacht eingeschlafen. Ein Nachruf folgt in Kürze.

Lothar Lang wird uns in Erinnerung bleiben als ein kritische Wissenschaftler, der frühzeitig bemüht war, den Ost-West-Antagonismus in den Kunstwissenschaften zu überwinden und der sich um die Pirckheimer-Gesellschaft in ganz besonderem Maße verdient gemacht hat, indem er viele Jahre im Vorstand mitarbeitete und die MARGINALIEN herausgeberisch betreute. Er leistete u.a. auch mit dem Pirckheimer-Kabinett auf Schloß Burgk einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung buchkünstlerischer Bestrebungen.
Als seine letzte Arbeit hatte Lothar Lang noch einen Katalogtext zur bevorstehenden Ausstellung "der Maler liebt die Einsamkeit" von Felix Furtwängler geschrieben. Elke Lang und der Künstler möchten die Ausstellungseröffnung auf Schloss Burgk nutzen, um allen denen, die Lothar Lang geschätzt haben, Gelegenheit zu geben, Abschied zu nehmen.

Freitag, 16. August, 18 Uhr: Konzert
Samstag, 17. August, 16 Uhr: Ausstellungseröffnung
18 Uhr: Rustikales Dinner in der Schlossküche Sonntag,
18. August, 11 Uhr: Buchpräsentation der Privat Presse Berlin "young, wild & nieuw"
(Anmeldung bei Felix M. Furtwängler erforderlich: 0174/8072070)

Sa, 12.12.2009

Lothar Lang auf Burg Storkow



Am 11. Dezember stellte unser verdienstvolles Mitglied Lothar Lang in einer würdigen Umgebung im Festsaal der Burg Storkow seine bei Faber & Faber erschienenen Lebenserinnerungen vor, die allen Pirckheimern als Jahresgabe übergeben werden konnte. Der langjährige Chefredakteur der MARGINALEN und vielen als Autor der Weltbühne bekannte Kunstkritiker berichtete über seine teils erbaulichen, teils entlarvenden Begegnungen mit Künstlern in Thüringen und Sachsen, in der Sowjetunion, in Frankreich, der ČSSR, Italien und in der Schweiz, über seine, der offiziellen Tendenz in der Formalismusdiskussion entgegenstehenden Arbeiten zum Bauhaus, über das zu Unrecht Vergessene genauso wie über die Wirkung und das aktive Eingreifen der Künstler in das politische Leben der DDR, woraus über vierzig, zumeist stark beachtete, Bücher enstanden. Ein Abend, der nicht nur Pirckheimern, sondern auch Gästen aus Storkow und der Mark Brandenburg in Erinnerung bleiben wird, weil ein kompetenter Partner Erinnerungen über unsere Kunstlandschaft und unsere Kulturrezeption wachrief.
(Abel Doering)

Mo, 07.09.2009

Lothar Lang

Ein Leben für die Kunst

In den nächsten Tagen erscheinen bei Faber & Faber die Erinnerungen unseres Mitglieds Lothar Lang. Die Pirckheimer-Gesellschaft hat eine Teilauflage mitdrucken lassen, die demnächst als Gabe für alle Mitglieder verschickt werden wird.

Die Kunst in der DDR hatte in diesem Kunsthistoriker und Kunstkritiker wohl ihren prominentesten und scharfzüngigsten Begleiter. Besonders seine Kunstbetrachtungen in der Weltbühne haben vielfach zu heftigen Diskussionen Anlaß gegeben. Seine Verwurzelung in der Weltkunst, seine vielfältigen Reisen zu bedeutenden Künstlern und Ausstellungen bewahrten ihn vor einem engen Blick; ein Begriff wie »Sozialistischer Realismus« rief seinen kritischen Geist wach. Erhellendes findet sich auch in den Erinnerungen über den Ausstellungsmacher der Kabinett-Presse Berlin, den Herausgeber großer Mappenwerke, den langjährigen Freund und kritischen Begleiter u. a. von Gerhard Altenbourg, Wieland Förster, Werner Stötzer, Ronald Paris, Harald Metzkes sowie über den Kurator der zwei bedeutendsten Ausstellungen von Werken ostdeutscher Künstler, nämlich auf der Weltausstellung documenta 1977 in Kassel und der ersten groß­angelegten Schau in Paris 1981.

è Verlag Faber & Faber

Anmerkung:
Auf Wunsch von Lothar Lang hat der Vorstand bei dem sächsischen Maler und Graphiker Andreas Dress (Sebnitz) eine Folge von Radierungen in Auftrag gegeben, von denen jeweils eine dem als Gabe für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft mitgedrucktem Band beigegeben wird. Die Blätter sind nach so bekannten Orten benannt wie Atlantika, Eden, Eldorado, Klein Arkadien, Paradieschen und Utopis – alles Orte, die Lothar Lang ebenso lieb sind wie den Kunst- und Buchfreunden.

è 6 Radierungen von Andreas Dress