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Joachim John

Pirckheimer-Blog

Joachim John

Do, 30.04.2020

GRAPHISCHE KUNST 1/2020

Den Titel der gerade ausgelieferten, vom Pirckheimer Jürgen Schweitzer herausgegebenen "Graphischen Kunst" ziert diesmal das "Ariadne-Tryptichon" von Rainer Ehrt. Seinen "Bildwelten" ist dann auch der erste Artikel dieser Zeitschrift von Jürgen Bönig gewidmet und die Ausgabe A enthält zusätzlich die Aquatinta-Radierung des Künstlers "Drei Grazien und Affe".

In weiteren Beiträgen des Heftes beschäftigt sich Michael Durgin mit dem "Eldorado von Désirée Wickler", Jürgen Zink schreibt über den Künstler Stephan Klenner-Otto, von dem hier die Radierung "Angsthase" als Ostergruß vorgestellt wurde, Georg Drescher spricht unter dem Titel "Spuren, Schrammen, Wunden" über das druckgraphische Werk von Helmut Anton Zirkelbach, von dem der Zeitschrift an der A- und B-Ausgabe die Aquatinta-Radierung auf Bütten "Schwemmland" beiliegt und Paul Engel äußert sich unter dem Titel "Kritischer Zeitgenosse mit spitzer Feder" zum seinerzeitigen Pirckheimer Joachim John, auf dessen Ausstellung in der jW-Ladengalierie hier ebenfalls kürzlich verwiesen wurde.

Der Ausgabe A liegt weiterhin der (in Koproduktion mit den Fränkischen Bibliophilen geschaffene) Farbholzschnitt "Knittels Vers" von Frank Eißner bei, ein Künstler, der auch schon für die Mitgliederausgabe der Marginalien eine Originalgraphik beisteuerte und den Ausgaben A und B liegt noch der Siebdruck "Januar" von Alexandra Frohloff und der Holzschnitt unseres Mitglieds Elke Rehder "An die Nachgeborenen IV" bei, deren Originalgraphiken ja ebenfalls bereits die Pirckheimer mit den Marginalien erhielten. 

Edition Curt Visel (Graphische Kunst)
An der Mauer 9½, 87700 Memmingen

Sa, 07.03.2020

Joachim John: »Bilder zur Zeit«

Die jW-Ladengalerie zeigt derzeit politische Malerei, Druckgraphik und Zeichnungen des ehemaligen Pirckheimers Joachim John (1933 - 2018).

„Ich will nicht recht haben!", schreibt John 2003. „Ich erschrak, weil ich mich der Aufklärung verpflichtet fühle, weil ich betroffen bis angewidert von Esoterikern und der Gegenaufklärung bin, die wie eine größere Welle des Krakatau um die ganze Erde schwappt. Global. Der Zusammenbruch des Sozialismus hat die Gegenaufklärung ermächtigt und ließ sie zur Sturmflut werden. Ihre darüber noch herausragenden turmhohen Wogen sind die Aggressionskriege."

Kaum ein Künstler heute ist so sorgfältig, zart und deutlich im Umgang mit unserer Geschichte wie John. Die druckgrafischen Zyklen „Thomas Müntzer" und „América Latina", die in der Ladengalerie auch zu sehen sind, zeugen von Johns Studium wissenschaftlicher und künstlerischer Literatur, sie weisen in ihrer Gestaltungskraft auf uns. 1985 erhielt John den Käthe-Kollwitz-Preis, seit 1986 ist er Mitglied der Akademie der Künste. Ein Zurücklehnen in die Historie oder auf schon Erreichtes ist für John jedoch undenkbar. So schreibt er in einer Neujahrskarte 2009:
»wenn die pole schmelzen / laufen wir auf stelzen // wenn die wälder sterben / könn wir brennholz erben // wenn die wasser steigen / auf zum nixenreigen // wenn alle alles wüssten / wärn alle kommunisten«

Ausstellungseröffnung:5. März 2020, 19 Uhr, Einführung Andreas Wessel
Dauer der Ausstellung ist noch nicht bekannt

jW-Ladengalerie
Torstr. 6, 10119 Berlin