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Insel-Bücherei

Pirckheimer-Blog

Insel-Bücherei

Di, 04.06.2019

Die Lust am Buch

Die Lust am Buch von Michael Hagner ist ein Weckruf zur Demonstration der unhintergehbaren Rolle des Buches im digitalen Zeitalter. Hier vermischen sich Liebeserklärungen an das Ding Buch mit Einsprüchen gegen Fehlentwicklungen. Auf engstem Raum, in der kurzen Form prallen aufeinander Mikroessays, Lesebilder, Lustschilder und Warnschilder, Buchgeschichten und Anekdoten, die die Lust am Buch auf den eigenen Lebenswegen in Erinnerung rufen. Ein Buch der Lust also, bestehend aus Miniaturen in alphabetischer Unordnung – wie Bücher einer imaginären Bibliothek.

"SAMMELN
Sammeln befriedigt, wie wir wissen, die Objektlibido. Je seltener das alte Buch, desto mehr denkt der wahre Sammler – wie Benjamin schreibt –, dass dessen Erwerb eine Wiedergeburt bedeutet und seine wahre Freiheit erst auf dem heimischen Bücherregal beginnt. Also dann: Bücher auf Vorrat kaufen und in der animistischen Erwartung hausen, genau diese Bücher wollen zu dir. Ein Gespür dafür entwickeln, wann welches Buch dich begehrt und die dabei begangenen Irrtümer in Kauf nehmen. Mit jedem neuen Buch zum Analphabeten werden."

Leseprobe

Michael Hagner, Die Lust am Buch
Insel Verlag 2019
Insel-Bücherei 1464, 112 Seiten, 14 €
ISBN: 978-3-458-19464-4

Do, 01.11.2018

IB-Treffen in Leipzig

Schon zum 20. Mal haben die Freunde der Insel-Bücherei am 22./23.9.2018 ihr nationales Treffen abgehalten. Über 90 Teilnehmer folgten der Einladung nach Leipzig, dessen Rolle als Musikstadt den Veranstaltungsschwerpunkt setzte. Dr. Herbert Kästner referierte zu den Leipziger Musikverlagen, Dr. Michael Maul zu Aspekten von Bachs Wirken in Leipzig. Nach einer Lesung der renommierten Insel-Autorin Sigrid Damm (Goethes letzte Reise), die auch in der IB mit mehreren Titeln vertreten ist, rundete ein Besuch des Schillerhauses in Gohlis (Entstehungsort der "Oder an die Freude") den ersten Veranstaltungstag ab. Am Sonntag führte die Sammlergemeinde noch ein Rundgang durch die DNB mit dem angeschlossenen Deutschen Buch- und Schriftmuseum. Traditionell wurde zum Treffen wieder eine IB-Sonderausgabe (R. Walser: Der Spaziergang, Illustrationen: Christian Thanhäuser) gefertigt, deren Ledervariante ein Originalholzschnitt beilag. Eine Fortsetzung der Treffen ist geplant.

(Gerd Zimmermann)

Sa, 13.05.2017

IB (Insel-Bleistifte)







Das Netz und mein Spam-Ordner ist derzeit voll von "Geschenkideen" zum Mutter- oder Vatertag. Blumensträuße, Pralinen, "eine Darmspiegelung für den Menschen, den man wirklich liebt" oder ein Treppenlift, Alkohol oder Pfefferspray - das Netz kennt all die guten Vorschläge.
Der IB-Sammler Dr. med. Michael Steiner hat eine andere hübsche Idee für Freunde des Bleistifts und der Insel-Bücherei.
(ad)

So, 06.11.2016

Bücher tanzen aus der Reihe

In der Universitätsbibliothek Basel werden Künstlerbücher aus der Sammlung von Julia Vermes ausgestellt.
Julia Vermes, 1940 in Budapest geboren lebt seit 1967 in der Schweiz. In Basel arbeitete die gelernte Dekorateurin 33 Jahre lang in einer Privatbank. Nach ihrer Pensionierung intensivierte sie ihre Sammlertätigkeit in diversen Gebieten, die alle mit Schrift zu tun haben: Alphabete, Künstlerbücher, Insel-Bücherei, Exlibris, Brieföffner.
Mihail Molochnikov (vorn), Jean Delvaux (hinten)
Das Künstlerbuch ist ein Überbegriff für eine Kunstgattung, welche man zwischen der bildenden Kunst und dem Buch ansiedeln kann. Die Buchkunst ist inspirierend, visionär und sprengt die bekannten Definitionen und Terminologien. Die Erscheinungsformen sind sehr vielfältig: Buchobjekte, bibliophile Bücher, Unikat-Bücher, Malerbücher, verfremdete und bemalte Bücher, Materialbücher, Schachtel- und Blattobjekte. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Arten sind fließend und reichen bis hin zu Multiples und Fluxus. - Die Sammlung von Julia Vermes umfasst eine breite Palette von politischen bis zu witzigen, von tiefgründigen bis zu amüsanten Werken mit oder ohne Worte.
Marianne Vogler (Titel), Andrea Lange (aufgeklappt)
Die Insel-Bücherei hat 2012 ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Als Ehrung dazu hat Julia Vermes ein Projekt gestartet, indem sie KünstlerInnen beauftragt und angeregt hat, IB-Bände zu Künstlerbüchern zu überarbeiten. Das Resultat waren 66 Bücher von 42 KünstlerInnen aus Europa und Amerika. Da die KünstlerInnen weiter daran arbeiten, ist die Sammlung bis heute auf 100 Exemplare angewachsen.

3. Dezember 2016 - 25. März 2017

Universitätsbibliothek Basel

Sa, 22.10.2016

Katharina Kippenberg. Verlegerin mit Format

Rilke nannte sie „Verehrte Insel-Herrin”: Katharina Kippenberg.

Die Leipziger Verlegerin Sabine Knopf kommt nach Mannheim und wird im Rahmen der Vortragsreihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" der Initiative Buchkultur, die in Kooperation mit der Pirckheimer-Gesellschaft  stattfindet, über das Leben und Schaffen von Katharina Kippenberg (1876—1947) erzählen. Ihr Vortrag lebt nicht nur vom Wort: angereichert mit vielen Bildern führt er auch in die legendäre Ära Kippenberg der ›Insel‹ von 1905 bis 1950, in der das Profil des heute noch bestehenden Verlages nachhaltig geprägt wurde. Virtuell erleben die Gäste ebenso die Schauplätze des Wirkens von Katharina und Anton Kippenberg: das alte Verlagsgebäude in Graphischen Viertel Leipzigs und das Wohnhaus mit dem berühmten Turmzimmer, in dem Rilke seinen ›Malte Laurids Brigge‹ diktiert hat. Der anmutige Sommersitz in Weimar neben Goethes Gartenhaus und schließlich die letzte Zuflucht im hessischen Marburg gesellen sich hinzu.
Der Anteil der Kippenbergs am Verlagsgeschehen wird durch die Abgrenzung der Arbeitsgebiete sichtbar gemacht. Für Anton sind dies vor allem die Buchkunst, die Goethe-Editionen, die Insel-Bücherei und das Geschäftliche, für Katharina die moderne deutsche und ausländische Literatur sowie der Kontakt zu den Autoren. Der Vortrag basiert auf dem Buch ›Katharina Kippenberg. Herrin der Insel‹, das Sabine Knopf herausgebracht hat. Wie sie selbst sagt, war ihr Anliegen dabei nicht nur die Würdigung der Lebensleistung Katharinas sondern auch die Erinnerung an die Zeit, als die ›Insel‹ als bedeutender deutscher Literaturverlag noch das Gesicht der Buchstadt Leipzig wesentlich mitprägte.

Vortrag: 25. Oktober 2016, 19 Uhr

Museum Bassermannhaus, C4, 9
68159 Mannheim

Di, 21.06.2016

Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke

Die kleine Gemeinde Berne im Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen wird zunehmend zu einem Geheimtipp für Liebhaber anspruchsvoller Musik, die in der Konzertkirche Warfleth geboten wird. Fast immer sind alle Plätze besetzt, wenn international bekannte Interpreten dort ihr Können zeigen. Ich war angenehm überrascht, als Organisator Reinhard Rakow mich fragte, ob ich eine meiner sechs Radierungen zum Cornet von Rainer Maria Rilke für ein Plakat zur Verfügung stellen würde.

Am 16. Mai 2016 war es ein starkes Erlebnis, die Musik des österreichischen Komponisten Viktor Ullmann wieder zu Gehör zu bekommen. Der 1898 geborene Komponist wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und komponierte dort das Melodram "Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke", welches zum Glück als Manuskript erhalten blieb. Ullmann wurde 1944 in Auschwitz durch Vergasung ermordet.
In der Warflether Kirche beeindruckten der Tenor Simon Bode von der Frankfurter Oper und der in England geborene Pianist Nicholas Rimmer. Der Schweizer Hörspielsprecher Stefan Haselhoff rezitierte Rilkes Erzählung, die in der Reihe der "Insel-Bücherei" im Leipziger Insel Verlag eine große Verbreitung fand. Rilkes Cornet erschien sogar noch 1942 und 1943 als Insel-Feldpostausgabe. Es ist international in Millionenauflage verkauft worden und sein erfolgreichstes Buch.
Einige Wochen nach der Musikveranstaltung stelle ich ein vermehrtes Interesse an meiner Grafikmappe fest. Die Mappe mit sechs Kaltnadelradierungen zu Rilkes "Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" erschien 1996 als 10. Druck in meiner seit nunmehr 23 Jahren bestehenden "Elke Rehder Presse" in Barsbüttel. Die Radierungen sind auf meiner è Homepage abgebildet.
(Elke Rehder)

Di, 07.06.2016

Ein Stempel im Buch

Stempel in Exemplaren der Insel-Bücherei wecken in der Regel die Neugier, können aber auch zum Innehalten auffordern. So ging es mir unlängst bei einem IB 30/1 Pandora. Ein Festspiel von Goethe. Leipzig 1913 (1.-15.Tsd., erste Auflage) mit einem Stempel auf dem Titelblatt "Ghetto-Bücherei Theresienstadt".
Das Büchlein kann seine Geschichte nicht erzählen, nicht die zum Zeitpunkt des Erscheinens unmittelbar vor dem ersten Weltkrieg, nicht die danach und noch weniger über die Zeit im Ghetto. Gerne wüßte man etwas über Menschen, die es in den Händen hielten, seine Besitzer, Leser, Aufbewahrer und über die Umstände, die dazu führten, dass es erhalten blieb ...
(Michael Steiner)

1 Kommentar:
Peter Verheyen hat gesagt: Bei dieser Paarung von Titel und Stempel kann man nur nachdenklich werden. Was müssen sich die Menschen beim Lesen des Buches gedacht haben, waren sie doch umzingelt von allem, das die Ur-Pandora freisetzte ...
08 Juni 2016

So, 13.03.2016

Treffen der Berliner IB-Sammlergruppe

Am 8. März kam die Berliner Sammlergruppe der Inselbücherei zu ihrem ersten Treffen in diesem Jahr zusammen. Das Thema des Abends lautete „Beispiel einer Werksbibliothek im 1. Weltkrieg – Werksbibliothek Sprengstofffabriken Hoppecke Fabrik Würgendorf“.
Unser Mitstreiter Dirk Hähner hatte 1995 auf einem Flohmarkt in Marburg eine Kiste mit ca. 60 Inselbändchen entdeckt, die alle die gleiche Ausstattung hatten und deutlich als Bibliotheksexemplare erkenntlich waren. Leider hatte er nicht genügend Bargeld dabei und so berichtete er weiter: „20 Exemplare suchte ich nach selteneren Titeln aus, kaufte diese vom letzten Geld und bat den Verkäufer, mir den Rest kurz zurückzustellen, bis ich Geld besorgen konnte. Zehn Minuten später kam ich zurück, die restlichen Bände waren zusammen mit dem Verkäufer fort. Seitdem bin ich auf der Suche nach weiteren Exemplaren. Einzig ein Bändchen ist mir seitdem in die Hände gekommen.
Die meisten der Bändchen sind Erstauflagen, erschienen sind sie zwischen 1914 und 1917 und haben alle den VSD – Zensurstempel. Die Ausstattung der Bändchen ist einheitlich, alle haben ein über den Rücken geklebtes Signatur-Papierklebeband (ca. 60mm x 37mm), das immer in der gleichen Art schräg aufgeklebt ist. Auf dem Spiegel und dem fliegenden Vorsatz ist vorn und hinten jeweils oben (insgesamt also viermal) der ziemlich große Firmenstempel angebracht. Die Bücher wurden komplett mit Folie überklebt, vorhandene Fehlstellen wurden mit überklebt. Die Folierung erfolgte nach dem Anbringen der äußeren Signatur und der Stempelung, vermutlich erst nach dem 2.WK.
Interessant ist die Feststellung, dass die Signaturen entsprechend der Insel-Nummern vergeben wurden. Dadurch ließ sich ermitteln, um welche IB-Nummern es sich bei den in der Signaturenreihe fehlenden Bändchen handeln muss.
Über das Werk konnte Herr Hähner einiges in Erfahrung bringen, aber leider verliefen alle Bemühungen etwas über eine Bibliothek dort herauszubekommen bisher im Sande.
Da relativ eindeutig ist, dass alle vorhandenen Bände den VSD-Stempel bekamen, es aber auch schon vor 1917 Bände mit VSD-Druck gab, kann folgendes Fazit gezogen werden:
Die Betrachtung des Sammel-Themas Zensurstempel im 1.Weltkrieg muss quasi neu erfolgen. Es wurden wahrscheinlich nicht nur die Bestände für die Gefangenenlager und Lazarette komplett gestempelt, sondern auch Werksbibliotheken o.ä. aus dem „militärischen Sektor“ der Wirtschaft. Damit kann praktisch jedes zu dieser Zeit vorhandene Buch einen Stempel erhalten haben (also auch sehr viel ältere Druckschriften, obwohl eigentlich keine Bücher gestempelt wurden, die früher als 1913 gedruckt wurden).
Für die Berliner Sammlergruppe ein spannender Abend, der eine Seite des IB-Sammels beleuchtete, die für die meisten von uns neu war.
(Ninon Suckow)

Di, 23.02.2016

Die Insel-Bücherei und ihre Entwicklung

Unter diesem Titel referierte am 18. Februar Peter Kunze vor etwa 30 Mitgliedern und ebenso vielen Gästen der Berlin/Brandenburger Pirckheimer über „die schönste aller Buchreihen“.
Einstieg war ein Rundschreiben des Insel-Verlages über die von ihm zu begründende „Insel-Bücherei“ vom Mai 1912, die dem „Börsenblatt des deutschen Buchhandels“ vom 23. Mai 1912 beilag.
In Form eines imaginären „Zeitstrahles“ zeichnete Herr Kunze dann die Entwicklung der Inselbücherei anhand der äußeren Gestaltung der Inselbändchen auf.
Sicher war vielen Hörern z.B. nicht bewusst, dass sich die uns im Bücherregal so vertraute Ansicht der Bändchen mit Rückenschild und Nummer erst im Laufe der Zeit herausbildete. Die ersten Bändchen bis Ende 1912 erschienen ganz ohne Rückenschild und bis 1915 trugen die aufgeklebten Rückenschilder zwar den Titel, aber noch keine Nummer.
Über die ersten Lederausgaben, die Kriegsausgaben des 1. Weltkriegs, die in Marmorpapier eingebundene Bändchen, die Feldpost- und Frontbuchhandelsausgaben des 2. Weltkrieges, broschierte Rest- und Nachauflagen in der Nachkriegszeit ging die Zeitreise bis zur Trennung des Verlages 1945, nun mit den Sitzen Leipzig und Wiesbaden und ab 1950 Frankfurt a.M. Absatzschwierigkeiten führten wiederum zur Veränderung des äußeren Bildes. Die Bildeinbände waren das Ergebnis dieser Entwicklung. Um 1972 wurden die sogenannten „Kaufhausausgaben“ auf den Markt geworfen. Der Frankfurter Verlag wollte seine Lagenbestände reduzieren und lies restliche Rohbogen in rote, gelbe und grüne Pappe binden und bot sie in Kaufhäusern an. Die IB-Nummern sind auf diesen Bänden nicht angegeben. Peter Kunze, der seit ca. 1968 Inselbändchen sammelt und dessen Sammlung inzwischen ca. 3800 Exemplare umfasst, hatte Beispiele für alle diese genannten (und nicht genannten) Arten von Insel-Büchern aus seiner Sammlung mitgebracht und lies sie im Säulensaal herumgehen.
Es versteht sich von selbst, dass in diesem Kreis auch auf die Bibliographien und weitere Literatur zur Inselbücherei hingewiesen wurde. So gestaltete Peter Kunze im IB-Jubiläumsjahr2012 eine Ausstellung in der Bibliothek der FU, zu der auch ein Katalog erschien, der noch in wenigen Exemplare über die Bibliothek bezogen werden kann.
Zu ihrem Sammlertreffen im Jubiläumsjahr erarbeitete die Berliner Insel-Sammlergruppe – zu der auch Herr Kunze gehört – eine Broschüre „Berlin in der Insel-Bücherei“, die den Teilnehmern des Treffens überreicht wurde. Der Text erschien in überarbeiteter Form in den „Mitteilungen für Freunde. 32“ (Abb. oben).
Auch der umfangreiche Artikel in der Wikipedia wird von einem Mitglied der Gruppe maßgeblich betreut, siehe
hier und ist über Pediapress in einer Druckfassung zu bekommen.
(Ninon Suckow)

Do, 24.12.2015

Frohes Fest auch allen IB-Sammlern

Liebe Insulaner,

auch ich wünsche frohe Weihnachten und ein gutes, gesundes und für die Sammlung ergiebiges neues Jahr!
Als Weihnachtsgruß hier ein schöner und besonderer Einband vom Anfang des 16. Jh. um die Handschrift eines Evangeliars aus Lorsch von 1356. Der Band befindet sich in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt und war eines der Highlights der Ausstellung, die dort aus Anlass unserer Einbandtagung im Oktober stattfand. Mehr über diesen und die anderen gezeigten Einbände hier für alle, die sich nicht nur für Inselbändchen interessieren.

Mit herzlichen Grüßen,
Ninon Suckow

Sa, 11.04.2015

eine Stiftung zur Buchkultur bibliophiler Kleinbuchreihen

Der Universitätsbibliothek wurde zur Eröffnung des Bibliotheksneubaus 2003 eine bedeutende Stiftung übergeben, die der Erhaltung und Pflege der Buchkultur bibliophiler Kleinbuchreihen des 20. Jahrhunderts dient und durch die Stifter laufend durch finanzielle Mittel gefördert und durch Neuerscheinungen ergänzt wird.
Foto © Otto von Guericke Universität
Die Stiftung von Prof. Dr. Wolfram Neumann, emeritierter Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik, und seine Frau Dr. Ute Neumann haben damit ihre über viele Jahre gesammelte Buchreihen - mittlerweile mehr als 500 mit ungefähr 20.000 Bänden - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und für die wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung gestellt.
"In den Büchern der Stiftung Neumann spiegelt sich das kulturelle Leben Deutschlands im 20. Jahrhundert wider: angefangen vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, die Hitlerdiktatur bis zur Etablierung der beiden deutschen Staaten - und schließlich ihrer Wiedervereinigung.
Glanzstück der Sammlung ist dabei die fast vollständige Insel-Bücherei. Diese Reihe bietet - einer Anregung Stefan Zweigs folgend - Weltliteratur in preiswerten und schön gemachten Ausgaben. Der besondere Reiz der Inselbändchen liegt sowohl für den Leser als auch für den Sammler in der sorgfältigen Ausstattung mit Schmuckelementen, farbigen Überzugspapieren und Illustrationen. Auch der berühmte Insel-Band 313 von Wolfgang Kayser (Gedichte des deutschen Barock) ist in der Neumann-Stiftung vorhanden. Mit der Zerstörung des Verlagshauses 1943 wurde die Auflage dieses Bandes fast vollständig vernichtet. Nur wenige Exemplare wurden vor dem Bombardement an den Herausgeber verschickt. ...
Die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts begründete Reihe Pandora, eine exquisite Sammlung von Texten der Weltliteratur in den Originalsprachen, findet man ebenso in der Neumann-Stiftung wie viele weitere Reihen, so die Reihe Piper, die Weberschiffchen, Seemanns Bibliothek der Kunstgeschichte u.a. Eine der wertvollsten und beeindruckendsten Sammlungen der Stiftung ist die Bücherei des Schocken-Verlags. Die Bände der Neumann-Stiftung bieten ein unschätzbares Quellenmaterial für die Erforschung jüdischer Kultur und deutscher Geschichte und sind in ihrer Gesamtheit als ein großes Forschungsfeld für literatursoziologische Untersuchungen zu sehen."
(nach einem Text der Universitätsbibliothek der Otto von Guericke Universität Magdeburg aufgrund eines Hinweises von Dr. Ralph Aepler)

... vollständiger Text und Hinweise auf weitere Sammlungen hier.

Fr, 30.08.2013

Ginkgofee trifft Seidenraupe

Die chinesischen Insel-Bücher 
Vor 100 Jahren wurde in Leipzig die schönste Buchreihe der Welt kreiert, die noch heute bestehende Insel-Bücherei. Ihre Beliebtheit verdankte sie der Kombination von künstlerischer Ausstattung großartiger Werke der Weltliteratur mit einem günstigen Preis.
Mit ihren riesigen Auflagen sorgte die Leipziger Insel-Bücherei in einem beeindruckenden Umfang für die Verbreitung chinesischer Literatur, Philosophie und Bildkunst in Deutschland.
Es erschienen vom „Lao-Tse“ 99.000 Stück, vom „Li-Tai-pe“ 101.000, vom „Perlenhemd“ 108.000 und von den „Chinesischen Meisternovellen“ 145.000 Exemplare. Von der „Gingkofee“ erschienen immerhin 35.000 Stück.
Chinesische Weisheiten, Märchen von der Ginkgofee, Tuschezeichnungen und religiöse Figuren verbinden sich mit interessanten Geschichten über deren Übersetzer, Herausgeber und Gestalter.
Vernissage: Donnerstag, 12. 09. 2013, 19.00 Uhr im Foyer
Einführung: Prof. Dr. Siegfried Lokatis, Uni Leipzig
Musikalische Umrahmung auf dem Cello: Sonny Thet, Kambodscha
 
Ausstellung des Konfuzius-Instituts Leipzig in Kooperation mit der Buchwissenschaft Leipzig: 13. September bis 19. November 2013
 
Foyer Berliner Stadtbibliothek

Do, 08.08.2013

Der Sammler auf Reisen: Antiquariate in New York

Ein kürzlicher Abstecher nach New York City während meines Urlaubs ist hinsichtlich der Bücherleidenschaft berichtenswert. Ein wenig hatte ich mich darauf vorbereitet und der erste Besuch galt dem angeblich größten Antiquariat der Welt: Strand. Die Eigenwerbung lautet 18 Miles of Books und das kann in dem Riesengebäude schon stimmen. Enttäuschend ist jedoch die eher lieblose Aufschichtung der Buchmassen und Werke in deutscher Sprache kommen so gut wie nicht vor. Ich bin ohne ein Buch gegangen, das kommt bei mir in einem Antiquariat sonst faktisch nicht vor. Einzige "Trophäe": Ein aktuelles Membership Directory der ABAA, so daß ich vor dem nächsten USA-Besuch mal reinschauen kann. Danach habe ich Ursus Rare Books besucht, doch mehr als Schauen und Staunen war dort nicht drin, denn die Preise beginnen im hohen dreistelligen Bereich und gehen auch mal über die 200000 Dollar hinaus. Den aktuellen Katalog durfte ich aber mitnehmen. Ein weiteres Antiquariat (Baumann), von dem ich wußte, daß es noch teurer ist als Ursus, habe ich vorsorglich gleich weggelassen. Dafür bin ich im Argosy (nicht im ABAA) gewesen und das war richtig nett und interessant. In einem Regal "Books about books" habe ich mir aus reichlich vorhandener Lektüre Modern Book Collecting (Robert A. Wilson, 1980) ausgesucht - ein wirklich lesenswertes Buch, in dem der amerikanische Autor (in seinem Besitz ist die umfangreichste Sammlung Gertrud Stein) viele Aspekte des Büchersammelns anschaulich darlegt; weiterhin Understanding Book-Collecting von dem Engländer Grant Uden, ähnlich geschrieben, aber mehr europäische Ausrichtung. Es gab/gibt zahlreiche solche Bücher auf dem amerikanischen Buchmarkt, das war mir so nicht bekannt. Beim Bezahlen habe ich in einer "Kiste" dann doch noch ein IB 461/1A von Hofmannsthal: Gedichte in der ersten Auflage gefunden - kein besonderes Exemplar der Insel-Bücherei, aber es gewinnt für mich durch den Ort des Erwerbs Bedeutung.
(Dr. Michael Steiner)

Sa, 29.09.2012

100 Jahre Inselbücherei

Unser Mitglied Peter Kunze präsentiert in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin im 1. OG eine kleine Ausstellung mit Auswahl aus seiner Insel-Bücherei-Sammlung, mit der er die historische Entwicklung der Reihe, deren Unter- und Nebenreihen und der vielfältigen Abweichungen vom „Normalbändchen“ zeigt. Außerdem ist es sein Anliegen, die thematische Vielfältigkeit und die sorgfältige Buchgestaltung der Insel-Bücherei erkennbar zu machen.
 
Ausstellungseröffnung: 19. November 2012, 17.00 Uhr

Universitätsbibliothek der
Freien Universität Berlin
Garystr. 39
14195 Berlin

Do, 06.09.2012